Als es noch kein Internet gab
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Reiseschriftsteller des 20. Jahrhunderts

"[ . . . ] Und rufe die Menschen zur Reise auf, zu Fuß
oder auf dem Kamel [ . . . ] Und sie sollen bezeugen,
daß sie davon vielerlei Nutzen haben." (Sure 22.27)

[Ich gehe meilenweit - Spuren im Sand] [Smooth Character - Jetlag]
früher: ganze Kamele gingen meilenweit zu Fuß - heute: verweichlichte Kamele fliegen im Jet.
Die Werbung bezeichnet das als "reine Geschmackssache".  Mag sein - aber für beide gilt
der Spruch: "Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterläßt keine eigenen Spuren."

Die Welt ist ein Buch - wer nicht
reist sieht nur eine Seite davon

[Die Welt ist ein Buch]

EIN KAPITEL AUS DIKIGOROS' WEBSEITE
REISEN DURCH DIE VERGANGENHEIT
GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE

Als es noch kein Internet gab, ja noch nicht einmal Fernsehen oder Radio, und auch keine Fotografie (geschweige denn in Farbe oder von einer solchen Qualität, daß man sie in großen Bildbänden herausgeben konnte), da mußte, wer etwas von der Welt sehen wollte, selber hinaus fahren, um sich ein Bild zu machen. Wenn einer eine Reise getan hatte, dann hatte er was zu erzählen, und wenn er lesen und schreiben konnte und einen Verleger fand, dann wurde vielleicht aus seinem Bericht ein Buch. Natürlich gab es auch schon vor dem 20. Jahrhundert große Reisende und großartige Reiseschriftsteller - von den meisten weiß man es nur nicht. Fürst Pückler-Muskau? Ach ja, der hat das gemischte Speiseeis erfunden, ist doch auch viel interessanter als die Eisberge, die Otto v. Kotzebue bereist hat. Hans-Christian Andersen? Ach ja, der Märchen-Erzähler. Heinrichs Barths Reise nach Timbuktu? Vergessen. Heinrich Schliemann? Hat ein wenig in Troia herum gebuddelt, nicht der Rede wert. (Sein bahnbrechender Reisebericht über China und Japan ist dagegen vergessen.) James Cook? Hatte der nicht die Reiseschecks erfunden? Ach nein, er hieß wohl nur so, weil er im Kochtopf hawaiianischer Menschenfresser geendet ist. Und Carl Hagenbeck im Rachen eines Tigers. Oder eines Zirkus-Löwen? Egal... Al Biruni und Ibn Battuta in Indien? (Der, wiewohl strenggläubiger Muslim, Dikigoros persönlich besonders sympathisch ist, da er nie vergaß zu erwähnen, was es wo zu essen gab :-) Ibn Khaldun in Nordafrika? (Den man zur Pflichtlektüre machen sollte für alle Narren, die immer noch glauben, der Islam hätte irgendwann und irgendwo auf der Welt etwas anderes als Zerstörung gebracht - insbesondere sein Hauptwerk "Muqaddimah"!) Cheng Hö alias Zheng He in Ost- und Südostasien? Olearius, v. Herberstain und Paul Fleming in Rußland? Jean-Baptiste Tavernier (ein aus Frankreich nach Brandenburg geflohener Hugenotte) und Caspar Schmalkalden in Indonesien? Johann und Georg Forster in der Südsee? Kaempfer in Japan (und eigentlich in ganz Asien)? Carsten Niebuhr in Arabien? Jacob Haafner in Indien? Die kannte zu Lebzeiten kaum jemand, und heute erst recht nicht mehr. R. L. Stevenson? Gewiß, seine "Schatzinsel" kennt heute noch jedes Kind; aber seine Reisebücher sind längst vergessen - wer will schon noch im Kanu durch Belgien paddeln? Oder auf dem Esel durch die Cevennen reiten? (Geschweige denn zu Fuß gehen, wie Johann Seume durch Italien oder George Borrow durch Spanien :-) Und Stevensons Ergüsse über die einstige deutsche Kolonie Samoa interessieren auch niemanden mehr... Charles Darwin und Ernst Haeckel? Waren das nicht die beiden komischen Typen, die beweisen wollten, daß der Mensch vom Affen abstammt? (Woher wollten die das wissen? Die waren ja nicht mal auf Malle, wo es bekanntlich viel mehr Affen zu sehen - und vor allem zu trinken - gibt als etwa auf den Galapagos-Inseln!) Robert Knox und Francis Galton? Waren das nicht ganz böse Rassisten? (Ja, das waren sie; aber sie hegten keine Rassenvorurteile, denn sie hatten die Welt bereist - und auch darüber ausführlich geschrieben - und dabei die Angehörigen der unterschiedlichen Rassen gesehen, gesprochen und gefühlt, so daß sie sich ein fundiertes [Nach-]Urteil bilden konnten, und sie verstanden etwas davon - Knox war Arzt; sein "Rassismus" ist wissenschaftlich fundierter als der "Anti-Rassismus" der heutigen Dummschwätzer!) Alex Tocqueville? Hat der nicht bloß dieses politisierende Zeug über Amerika geschrieben? (Ja, das hat er; aber im Gegenesatz zu vielen Politologen von heute hat er sich das nicht am Schreibtisch ausgesponnen, sondern ist vorher hin gefahren und hat das Land, über dessen Weltanschauung er schreiben sollte, selber angeschaut - aber wer kennt schon noch seinen Reisebericht...) Charles Dickens? Ja, der hat "Oliver Twist" geschrieben, der wird sogar in deutschen Schulen gelesen; aber wer weiß schon, daß er neben seinen vielen dicken Romanen auch zwei tolle Reiseberichte geschrieben hat, einen über Amerika und einen über Italien, die inhaltlich und sprachlich bereits das Niveau der Werke von Mark Twain, Naipaul und Theroux erreichten. (Das Italien-Buch könnt Ihr zwar inzwischen auch kostenlos aus dem Internet herunter laden, aber die Anschaffung in Buchform lohnt sich dennoch, wegen der schönen Stahlstiche, die zeigen, wie idyllisch die Städte Mitte des 19. Jahrhunderts noch waren, vor ihrer Zerstörung durch Industrialisierung und Autoverkehr.) Kolumbus in Amerika? Vasco Da Gama rund um die Welt? Die haben doch bloß langweilige Logbücher hinterlassen und wußten selber nicht genau, wo sie waren. Marco Polo, Oderich von Portenau und John Mandeville in China? Die haben doch mehr vom Hörensagen aus zweiter Hand geschrieben als aus eigener Beobachtung - deshalb hat ihnen ja auch bis heute niemand so ganz glauben wollen (und von ihren Zeitgenossen erst recht nicht). Alexander v. Humboldt, Adam Johann v. Krusenstern und Georg Heinrich v. Langsdorff? Das war eher trockene Wissenschaftler, die nicht zur Erbauung des breiten Publikums schrieben. Und andere, die sich bemühten, letzteres zu tun, wie z.B. der olle Goethe, machten halt keine sonderlich interessanten Reisen: in die Schweiz und nach Italien, was ist das schon? Das kennt doch heute jeder. Überhaupt haben ja heute alle schon alles selber gesehen - sei es im Pauschal-Urlaub, sei es in der Glotze. Wozu soll man sich da noch die Mühe machen und ein Buch in die Hand nehmen? Einen Reiseführer vielleicht noch, um zu wissen, wo es die besten (oder billigsten, je nach Finanzlage) Hotels und Restaurants gibt, wann die Flüge gehen und die Züge fahren - und sich hinterher aufzuregen, wenn sie nicht auf die Minute pünktlich sind...

Deshalb kann man auch das Reisen in früheren Jahrhunderten nicht mehr mit dem unserer Zeit vergleichen - die Probleme der damaligen Globetrotter sagen uns nichts mehr, wir können sie nicht mehr nachvollziehen, wenn wir selber hin fahren, und sei es auch auf ihren Spuren. "Globetrotter" ist vielleicht auch nicht der richtige Ausdruck für die, die - oft unter Einsatz ihres Lebens - durch Wüsten, Steppen, Dschungel und Urwälder reisten; es waren Angehörige einer heute ausgestorbenen Sorte Mensch. Also belassen wir es mal beim 20. Jahrhundert, der Epoche der ausgebauten Straßen, der öffentlichen Verkehrsmittel, der Verpflegungs- und Übernachtungs-Möglichkeiten am Rande (fast) aller Wege, der Reisen, die nicht nur ein kühner Abenteurer oder Forscher nachvollziehen kann, sondern - zumindest theoretisch - auch Otto Normal-Verreiser. Manches mag im Laufe der Jahre schwieriger geworden sein, obwohl die Welt scheinbar kleiner geworden ist, und obwohl eine verbesserte "Infrastruktur" auch die entlegensten Winkel der Erde erreicht hat: In vielen westlichen Ländern lohnt sich das Reisen tatsächlich nicht mehr, denn dort trifft man ohnehin überall auf die gleichen Hotel- und Imbiß-Ketten, und selbst die Museums-Ausstellungen reisen heute rund um die Erde. In vielen "exotischen" Ländern der Dritten Welt wiederum wird Reisen auf eigene Faust zunehmend gefährlich: Politische Destabilisierung, Ausbeutung durch multinationale Konzerne, Übervölkerung, Verarmung und Verelendung breiter Bevölkerungs-Schichten einerseits, das zur Schau stellen protzigen Reichtums durch Geschäftsreisende, Politiker und Luxus-Touristen, und nicht zuletzt unrealistische Kino- und Fernsehfilme andererseits haben in jenen Ländern Begehrlichkeiten geweckt, die zu Fremdenfeindlichkeit und Kriminalität geführt haben. Der halbwüchsige Eingeborene, der im Straßen-Urwald der Großstadt-Slums vor sich hin vegetiert, hat nicht viel zu verlieren, wenn er einen leichtsinnigen Touristen überfällt, um ihn auszurauben: Ob der ihn heute an die nächste Wand klatscht (was ihm bei Dikigoros und seinen Reisegefährten schon mal passieren kann) oder ob er morgen verhungert, macht keinen großen Unterschied, ist ihm das Risiko allemal wert - mit einem Kopfjäger des 19. Jahrhunderts hatte es der Reisende vielleicht leichter.

Aber Internet und Bücher - wie verträgt sich das? Sehr gut, meint Dikigoros. Über das Internet wird gerne und viel gelästert - vor allem von Leuten, die es nicht kennen. Die stellen es geradezu als Instrument zur Verdummung der Jugend hin - zu Unrecht. Das Internet hat uns zwei Interessengebiete wieder erschlossen, die im Zeitalter der Berieselung, des passiven Medienkonsums, erst durch Kino und Radio, dann durch Fernsehen und Video, verloren zu gehen drohten: das Lesen und das Schreiben, sogar das Briefe-Schreiben - auch wenn man jetzt "surfen" und "mailen" dazu sagt. Jedenfalls ist es etwas (inter-)aktives, und deshalb wird es von den Herrschenden mit großem Mißtrauen beäugt, vor allem von solchen, die eine Gefahr darin sehen, wenn ihre Untertanen zu Beginn des 21. Jahrhunderts wieder mündig werden, wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, und sich ihre Weltanschauung dadurch bilden, daß sie die Welt (und sei es die Welt der Bücher) selber anschauen, statt sie sich von staatlich gelenkten Rundfunk- und Fernseh-Anstalten vorsetzen zu lassen. Am liebsten würden sie auch das Internet zensieren, wie eine Zeitung oder ein Buch - Rotchina gilt ihnen dabei als leuchtendes Vorbild. Sagen wir ihnen den Kampf an! Die Bücher der im folgenden vorgestellten Reiseschriftsteller können dazu eine geistige Waffe sein. Die besten werden heute nicht mehr neu aufgelegt und sind, seit Dikigoros sie als Jugendlicher zum ersten Mal gelesen hat, heimlich, still und leise aus den öffentlichen Bibliotheken (nicht aber aus seinem Gedächtnis) verbannt worden, von den - angeblich doch gar nicht vorhandenen - Zensoren der Gedanken-Polizei, von den selbst ernannten "Gutmenschen" und Gesinnungs-Schnüfflern. Früher hätte man sie - mit einem "r" mehr - verbrannt, aber das ist nur ein gradueller Unterschied.

Die folgende Auswahl mag manchem auf den ersten Blick einseitig und unvollständig erscheinen. Gewiß, viele Leute, die mal eine mehr oder weniger lange Reise durch mehr oder weniger große Teile der Welt machten, wie Barzini, Berges, Bertram, Brunton, Darwin, v. d. Decken, Domalain, Faber, Fürholzer, Grisar, Grieshaber, Günthner, Haeckel, Hanzelka, Helbig, Helfgen, Hülsenbeck, Jefremow, Kellermann, Kessler, Krack, Linklater, Naef, Nolden, Norden, Pedersen, Reisch, Rosen-Carlé, Sanden, Schill, Schmidt, Sieburg, Spunda, Sußmann oder Zikmund haben Reiseberichte hinterlassen, die lesenswert sind und sich z.T. auch gut verkauft haben. (Barzinis Bericht über seine Autofahrt von Paris nach Peking zur Jahrhundertwende sagt uns heutigen sicher mehr als der seines Landsmanns Marco Polo; und Spundas "Griechische Reise" zählt zum besten, was bis heute über jenes Land geschrieben wurde - was auch so bleiben dürfte, da die letzten Reste seiner "orientalischen" Vergangenheit nunmehr der Moderne zum Opfer gefallen sind - aber das ist eine andere Geschichte.) Das macht ihre Autoren freilich noch nicht zu Schriftstellern, denn dafür braucht es schon etwas mehr als nur eine Wegebeschreibung nebst Wetterbericht, garniert mit ein paar Erlebnissen, die sich womöglich in Begegnungen mit eigenen Landsleuten vor den allseits bekannten und beliebten "Touristen-Sehenswürdigkeiten" erschöpfen, während sich der Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung auf den "Dienstleistungssektor" beschränkt, von Hotels über Restaurants bis zum Puff. (Ja, liebe Leser, solche "Reiseberichte" schwirren zu Tausenden durchs Internet!) Dafür lohnt es sich fürwahr nicht, ins Ausland zu reisen und Zeit, Geld und Gesundheit aufs Spiel zu setzen, denn ausländisches Personal findet man [sogar mehr als] zur Genüge in einheimischen Hotels, Restaurants und Puffs; und pseudo-"chinesisch" oder "indisch" essen gehen kann man inzwischen auch in Deutschland.

Aber welcher Reisende von heute hat schon noch das Glück (und das Benehmen und die Sprachkenntnisse!), von Einheimischen privat eingeladen zu werden (gleich gar zum Essen) und mit ihnen einen offenen Gedankenaustausch pflegen zu können? (Zumal das die Betreffenden in Teufels Küche bringen kann, wenn der Ausländer zuviel ausplaudert oder sonstwie publik macht - Dikigoros hat viele solcher Gespräche geführt und wundert sich immer noch über den Mut solcher Zufalls-Bekanntschaften, sich ihm als wildfremdem Menschen anzuvertrauen. Aber vielleicht haben die Angehörigen so genannter "primitiver" Völker noch ein Gespür dafür, wem sie vertrauen können und wem nicht.) Deshalb bleiben hier auch die - zum Teil sehr verdienstvollen - Verfasser von Reiseführern unberücksichtigt, obwohl deren Werke oft mehr und Interessanteres enthalten als so mancher "Reisebericht". (Sie mögen Dikigoros verzeihen, der persönlich ein großer Fan z.B. der rororo-Serie "Anders reisen..." ist - bzw. ihrer ersten Auflagen war; die Neuauflagen sind ja überwiegend keine Aktualisierungen, sondern ganz neue Werke, verbrochenverfaßt von politisch-korrekten Gutmenschen, die über ihrem rot-grünen Polit-Gesülze das ursprüngliche Anliegen, nämlich etwas über Land und Leute zu schreiben, völlig aus den Augen verloren haben.) Umgekehrt gibt es Schriftsteller, die mal das eine oder andere gute Buch über das von ihnen bereiste Ausland geschrieben haben, wie Anstein, Lucien Bodard, Waldemar Bonsels (ja, der Autor der "Biene Maja" hat sich die Anregungen dazu auf seinen Indien-Reisen geholt!), Joseph Conrad, Friedrich Gerstäcker, Günther Grass (selbst der war mal in Indien, genauer gesagt in West-Bengalen, hat freilich vorzeitig das Handtuch geworfen und ist wieder abgereist, um "Zunge zeigen" lieber am heimischen Schreibtisch zu schreiben - und zu zeichnen), Knut Hamsun, Ernest Hemingway, Hermann Hesse, Norbert Jacques, Keyserling, Rudyard Kipling, Jack London, William S. Maugham, Fritz Mühlenweg, Miroslav Stingl, B. Traven (wer immer sich hinter diesem Pseudonym verbarg), Ernst Tucholsky oder Wörishöffer - aber Reiseberichte sind das nicht, allenfalls Reiseromane. (Und Carl May, der geistige Vater des "Winnetou", bereiste die Länder, in denen seine Abenteuer-Romane spielen, erst lange nachdem er die sie betreffenden Bücher geschrieben hatte.)

James A. Michener? Ja, auch der ist viel gereist und hat viele dicke Bücher über die von ihm besuchten Länder geschrieben, nicht weniger "wissenschaftlich" aufbereitet und ergänzt als etwa die eines Paul Theroux. Was unterscheidet die beiden bzw. ihre Werke von einander? Genau das, worum es Dikigoros hier geht: Auch Michener lockert seine historischen und sonstigen verallgemeinernden Betrachtungen durch individuelle Erlebnisse und Dialoge in direkter Rede auf - aber es sind nicht seine eigenen, sondern frei erfundene, von irgendwelchen Personen aus z.T. schon ziemlich grauer Vorzeit. Mit anderen Worten: Michener hätte seine Reisen auch mit dem Finger auf der Landkarte machen können. Dagegen verleihen die Gespräche, die Theroux mit den Menschen vor Ort - und seien es nur Mitreisende - selber geführt und wiedergegeben hat, seinen Büchern etwas Authentisches, auch und gerade wenn sie nicht immer gar so tief schürfend sein mögen und vielleicht nicht weniger Fehler und Irrtümer enthalten als die in Dikigoros' "Reisen durch die Vergangenheit". Nichts gegen Micheners Bücher, sie sind durchaus lesenswert; aber - an dieser Stelle haben sie nichts verloren.

Und warum fehlt Hans-Otto Meissner, den sein Verleger schon 1976 als "den erfolgreichsten unter den lebenden deutschen Reiseschriftstellern" und später sogar als den "erfolgreichsten Reiseschriftsteller deutscher Sprache im 20. Jahrhundert" bezeichnete? Weil das erstens eine Frechheit ist (Richard Katz und zwar schon tot und die Erinnerung an Colin Ross ausgelöscht, aber A. E. Johann lebte noch) und zweitens ein Etiketten-Schwindel. Meissner hat zwar ungeheure Verdienste (und auch finanziellen Verdienst - da hat sein Verleger schon recht :-) erworben, indem er die Reisen vieler großer "Abenteurer", "Weltentdecker" und "Männer, die die Welt eroberten" aufgezeichnet hat: Roald Amundsen, Aleksandr Baranow, Samuel de Champlalin, Hernando Cortés, Alexander MacKenzie, Emin Paşa, Pierre Radisson, Robert de la Salle, Gerhard Rohlfs, Hernando de Soto, Henry M. Stanley, Francisco Vasquez de Coronado... Aber das waren keine "Reisenden" in unserem Sinne, und schon gar keine Reiseschriftsteller, auch wenn sie mehr oder weniger glaubhafte Aufzeichnungen ihrer Heldentaten hinterließen. Und Meissners eigene "Reisen und Abenteuer in aller Welt" ["Es war mir nie zu weit"] sind, mit Verlaub, stinklangweilig zu lesen. Das lag weder an seiner mangelnden Schreibkunst noch daran, daß er etwa nicht genug von der Welt gesehen hätte - im Gegenteil: Er war wahrscheinlich einer der am weitesten gereisten Deutschen des 20. Jahrhunderts. Aber es lag in der Natur der Sache: Meissner war Berufsdiplomat; und als solcher lernte er zwar die Botschafter, Partei- und Regierungsbonzen aller möglicher und unmöglicher Herren und Länder kennen; aber schwerlich Land und Leute. Seine eigenen Reisebeschreibungen konzentrieren sich auf Kontakte mit offiziellen Stellen (und sei es der Zoll- oder der Immigrations-Beamten an der Grenze), garniert mit trockenen Ausführungen über die Vergangenheit, die aus offiziellen Geschichtsbüchern abgeschrieben sind - auch das kann man zuhause am Schreibtisch erledigen. Und seine Memoiren ["In stürmischer Zeit"] widmete er denjenigen Städten, in denen er von Berufs wegen stationiert war, und der Politik, die dort gemacht wurde: London, Tōkyō, Moskau, Mailand.

Aber ein Reiseschriftsteller, wie Dikigoros ihn versteht, soll nicht beim Botschafter der eigenen Auslandsvertretung Cocktail-Gläser schwenken, sondern eine eigene Botschaft rüberbringen (zum Leser), oder wenigstens eine Idee, und zwar eine, die ihm unterwegs gekommen ist - und nur unterwegs kommen konnte -, nicht zuhause am Schreibtisch. (Ihr ahnt nicht, liebe Leser, wie ganz anders die Länder und Völker dieser Welt sich vor Ort ausnehmen als am Schreibtisch, und wenn man sie dort auch noch so genau studiert zu haben glaubt! Übrigens auch anders, als es einem der Reisebegleiter beim Begrüßungs-Cocktail zum Pauschalurlaub im Touristenhotel weis zu machen versucht!) Daran mangelt es zum Beispiel den so genannten "Wissenschaftlern", die los fahren, um eine Bestätigung ihrer am Schreibtisch vorgefaßten Meinungen (oder eine Widerlegung der Meinungen ihrer Konkurrenten) zu suchen - und sie regelmäßig auch finden, denn wer suchet, der findet, das steht ja schon in der Bibel, und die Bibel hat doch Recht - meint jedenfalls ein Herr Keller, der genau das anhand seiner Reisen "bewiesen" haben will. Auch ein Erich von Däniken hat ja "bewiesen", daß die Götter aus dem All kamen und überall auf der Erde Spuren ihrer überlegenen Technik zurück gelassen haben, denen er auf seinen Reisen begegnete. Nicht lachen, liebe Leser, der ist nicht viel weniger unseriös als so manche andere, "anerkannte" Wissenschaftler. Ein Thor Heyerdahl zum Beispiel hätte seine krausen Theorien über die historischen Reisen der Völker und Sprachen im Südseeraum nie bestätigt finden können, wenn er nicht von vornherein nur nach deren vermeintlicher "Bestätigung" gesucht hätte. (Bei aller Anerkennung seiner nautischen Fähigkeiten - was "beweisen" die schon, nüchtern betrachtet?) Und auch mit "Forschungsreisenden" wie Cousteau oder Teilhard de Chardin vermag Dikigoros nicht viel anzufangen - auch denen waren ihre Fahrten nur Mittel zum Zweck der Erhärtung ihrer wissenschaftlichen Theorien, ob sie nun stimmten oder nicht.

Und dann gibt es noch jene "tollen Typen", die Expeditionen mit dem Hundeschlitten zum Nord- oder Südpol unternehmen, im Faltboot über den Ozean paddeln oder den "Himalaya" bekraxeln und darüber schreiben - indes sind auch das Reise-Erlebnisse, die der Normalverbraucher schwerlich nachvollziehen kann. Und soll Dikigoros ganz ehrlich sein? Er benutzt das Wort "toll" hier durchaus im doppeldeutigen Sinne, denn er fragt sich immer: Sind solche Leute nicht eigentlich krank? Sie kommen durchweg aus Gesellschaften, wo man mehr oder weniger isoliert und anonym nebeneinander her lebt, wo man den Nachbarn kaum dem Namen nach kennt, geschweige denn ihm auch nur "Guten Tag" wünscht. Da wäre es doch nur nahe liegend, wenn sie mal in Länder reisen würden, wo man andere Menschen kennen lernen kann, die aufgeschlossen, ja neugierig auf einen sind und sich ihrerseits freuen, neue Gesichter zu sehen, wie z.B. in Indien. Aber das ist für solche Leute offenbar eine Horror-Vision. Sie fliehen sogar die paar Mitmenschen, die sie noch um sich haben, um ganz mit sich alleine zu sein, in der Wüste, im Atlantik, in der Antarktis oder auf dem Himālay. (Den ein Reinhold Messner bis heute nicht gelernt hat, richtig auszusprechen, geschweige denn zu schreiben - er hat offenbar mit seinen einheimischen Begleitern, die ihm dort das Gepäck geschleppt haben, kein einziges Wort gewechselt! Aber der kennt ja auch seine eigenen Landsleute, die Tiroler, nicht, "weiß" nur, daß sie alle "Nazis" waren und am besten zwangs-italienisiert würden, so wie die Tibeter und andere Völker am Himālay zwangs-sinisiert werden - falls er das überhaupt mit bekommen hat.) Wasser, Sand, Steine oder Eis, das ist ihr Element, aber das sind tote Elemente, und besteht "Abenteuer" nicht gerade darin, etwas mit anderen Menschen zu erleben?

Aber warum tauchen hier nur englisch- und deutschsprachige Reiseschriftsteller auf? Kennt Dikigoros die anderen nicht? Oder ist das einfach nur Zufall? A. E. Johann hat mal etwas geschrieben, das man als Antwort auf diese Frage geben könnte: "Weil die Sucht, die Ferne aufzuschließen und alles Fremde zu begreifen und dadurch zu erobern, aus dem Wesen Europas gar nicht fortzudenken ist. Andere Rassen und Kulturen setzten ihren eigenen Lebenskreis für absolut; sie glauben zu wissen, daß alles andere seiner Natur nach nur zweitrangig sein kann. Wir Europäer sind die einzigen, die mit ihrer eigenen Welt nicht unbedingt zufrieden sind, die den Zauber der Ferne und Fremde überhaupt als Zauber und Beglückung verspüren." So so, "wir Europäer"... Johanns Zeitgenosse Friedrich Sieburg sah das sogar noch enger und schrieb über "den" Franzosen: "Die Lust zu reisen, die ihm fremd ist, wird als ein Mangel an Gleichgewicht gedeutet. Von den Landschaften und Himmeln fremder Völker verspricht er sich... [nichts. Aber] aus der deutschen Bildung ist der Wandertrieb nicht fortzudenken, ja die Reiselust, der unbezähmbare Drang in die Ferne ist vielleicht der hervorstechendste Zug unseres Wesens, zumal er sich in allen Schichten unseres Volkes findet. Der Franzose hat das Glück, alles in sich zu finden. Aber seine Vollkommenheit von heute ist seine Gefahr von morgen. Nur wer die Sehnsucht kennt - hat Zukunft." Na ja, wie dem auch sei, sowohl A. E. Johann als auch Sieburg schrieben das, bevor sich die Migrationsströme aus aller Welt, vor allem der so genannten dritten, die offenbar auch nicht so unbedingt zufrieden waren mit ihrer eigenen [un]vollkommenen Welt, nach Europa in Bewegung setzten, der neuen Insel der Seligen; aber das waren - und sind - überwiegend Analfabeten, die nicht kommen, um sich Europa als Touristen anzusehen, sondern um zu schmarotzen und kriminell zu werden, also als Reiseschriftsteller nicht in Frage kommen...

Ob man das so verallgemeinern darf, was A. E. Johann, Sieburg und Dikigoros da geschrieben haben? Gewiß die Deutschen sind bis heute "Weltmeister" im Reisen; aber das bezieht sich hauptsächlich auf den Pauschaltourismus und die Menge des dabei ausgegebenen Geldes; bei seiner Art zu reisen hat Dikigoros eigentlich in aller Welt mehr Franzosen als Deutsche getroffen. Die ersteren scheinen nur weniger Neigung zu verspüren, ihre Erlebnisse zu Papier zu bringen als die Angehörigen ihrer Nachbarvölker. Dikigoros kennt die Reiseschriftsteller der Welt (und hat sie sogar fast alle im Original gelesen); es ist einfach so, daß diejenigen, die die Welt sowohl bereist als auch gekonnt und fesselnd beschrieben haben, vor allem aus zwei Gegenden stammen: Aus Nordamerika (aber auch die Nordamerikaner sind ja "Europäer" im Sinne der Definition von A. E. Johann) und Mitteleuropa. Und wenn man noch genauer hinschaut, dann fällt noch etwas auf: Mit wenigen Ausnahmen waren diese Schriftsteller zumindest teilweise jüdischer Abstammung - ja, auch die, von denen man das am wenigsten annehmen würde, wie die Nazi-Sympathisanten Sven Hedin und Colin Ross oder die frommen Christen Dominique Lapierre und William Dalrymple. Jener Zug in die Ferne, der Forscher- und Entdeckertrieb, den die Deutschen so gerne für sich in Anspruch nehmen und bisweilen in nebulöser Umschreibung "faustisch" nennen, ist eigentlich ein Charakteristikum des sprichwörtlichen "ewigen Juden", den sein Schicksal in der Welt umher treibt, bis er endlich "erlöst" wird. (Merke: Der Jude Jesus von Nazareth ist nur für die Christen gestorben, also müssen die anderen noch der "Erlösung" harren :-) Wenn dies also eine typische Eigenschaft der Deutschen sein sollte, dann dürfte sie ein jüdischer Erbteil sein, und wahrscheinlich nicht der schlechteste.

Für alle, die Wert auf "Ausgewogenheit" legen, sei darauf hingewiesen, daß diese Übersicht jetzt je sechs Autoren enthält, die hauptsächlich vor, zwischen und nach den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts gereist sind, daß also nicht nur so ziemlich alle Ecken und Enden der Welt erfaßt sind, sondern auch so ziemlich alle Zeiträume und -läufe. Einige Namen mögen auch auf den zweiten Blick noch fehlen: Karl-Heinz Abshagen, Hans Walter Berg, Ernle Bradford, Raymond Cartier (der hier stellvertretend für all jene genannt sei, die in seinem Kielwasser an der "x-mal..."-Serie "Panoramen der Welt" mit geschrieben haben), Ernst Cordes, Walter Dreesen, Horst Eliseit, Wilhelm Filchner, Humbert Fink, Heinrich Harrer, Lafcadio Hearn, Rolf Italiaander, Ivar Lissner, Otto Mänchen-Helfen, Klaus Mehnert, Alfred Nawrath, Alain und Roger Peyrefitte, Herbert Rittlinger, Dieter Rothermund, Karl Sapper, Peter Scholl-Latour, J. J. Servan-Schreiber, Eduard Seler und Caecilie Seler-Sachs, Herbert Tichy (dessen Werke ein bekannter Verlag nach einem halben Jahrhundert gerade wieder neu aufgelegt hat), Mark Tully, Helmut Uhlig, Erwin Wickert, Giselher Wirsing, Anton Zischka und viele andere haben ebenfalls interessante Bücher über von ihnen bereiste fremde Länder geschrieben; doch bei Licht betrachtet sind das meist keine Reisebeschreibungen, sondern Sachbücher, bestenfalls Beschreibungen von mehr oder weniger langen Aufenthalten im selben (Aus-)Land, und die trüben oft den unbefangenen Blick, den der "nur" Durchreisende leichter bewahrt. Und so waren sie denn auch meist kein Selbstzweck, sondern Auftrags-Arbeiten für ihre Arbeitgeber, seien es Verlage, Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen oder gar Geheimdienste, oft mit stark (wirtschafts-)politischer Einfärbung. Ganz ohne die geht es zwar auch bei den hier vorgestellten Autoren nicht ab; aber bei ihnen bleibt das Haupt-Augenmerk eben doch auf das gerichtet, worauf es eigentlich ankommt: auf die "Menschen an meinen Wegen" (so ein Titel von A. E. Johann).

Mark Twain

Ernst v. Hesse-Wartegg

Ferd. Emmerich

(in Überarbeitung)

Frederick Treves
(in Vorbereitung)

Sven Hedin

Harry Franck

(in Vorbereitung)

Colin Ross

Egon Erwin Kisch

Richard Katz

Kasimir Edschmid
neu: mit Anhängen über
Johannes Gaitanides
und Erhart Kästner


Josef Maria Frank

(in Bearbeitung)

A. E. Johann

Norman Lewis

Alexander Campbell
(in Vorbereitung)

Karl Eskelund
(in Vorbereitung)

Exkurs: Dominique Lapierre
(neu bearbeitet)

V. S. Naipaul

Paul Theroux

Bill Bryson

William Dalrymple

[zur weiteren Orientierung]

UND DIESE SEITEN EMPFIEHLT DIKIGOROS ZUR
VERTIEFUNG UND WEITEREN ORIENTIERUNG:

Allgemeines:
Abenteuer- und Reiseliteratur (von Friedrich Schegk)
Reisebericht-Bücher. Eine Übersicht über Reiseberichte in Buchform (von Mathias Müller)
Ortsbeschreibung mit allen Sinnen - von Chancen und Elend der Reiseliteratur (von Tobias Gohlis)
[ein klein wenig zu akademisch geraten - der Verfasser ist offenbar selber weniger gereist als belesen, sonst würde er nicht Polgar, Tucholsky, Döblin, Andersch, Böll, Koeppen und Krüger für bedeutende Reiseschriftsteller halten - geschweige denn den letzten für Deutschlands einzig "wirklich bedeutenden"]
Nie wieder reisen? (von Thomas Kastura)
12 Goldene Regeln für Deutsche, die ins Ausland reisen (von Franz Thierfelder, 1952)
Abenteuer Wildnis (aus einer Tchibo-Werbung vom Mai 2004)
(Worauf es heutzutage beim Reisen ankommt: "So interessant wie die Umgebung sind die Details der Schuhe...")

Mark Twain:
Mark Twain at Large. His Travels Here and Abroad (UC Berkeley)
Mark Twain in Unionville (von Peggy Jones)
Romancing the Indian (von Adriana Rissetto)
Mark Twain Criticism on the Web (von Jim Zwick)
Peter Salwen's Mark Twain Page (die wohl umfangreichste Link-Sammlung zu Mark Twain im Internet)
(Dikigoros empfiehlt insbesondere die Artikel "Mark Twain in Cyberspace" und "Is Huck Finn Racist?")
Mark Twain Forum (von Taylor Roberts)

Sven Hedin:
Reisen in China und Tibet (von Matthias Claus)
("Alle Reiseberichte über China und Tibet bis 1949. Unterhaltsame Übersicht mit Bibliographie und Landeskunde")
Sven Hedin (fra.eu)
Sven Hedin, ein Freund der Deutschen: "Ich rufe die Jugend der Welt."
Die verlorene Ehre der deutschen Geographie (von Michael Fahlbusch)
("Bis heute wird die Mittäterschaft der akademischen Väter am Völkermord der Natioalsozialisten verdrängt")
Das kollektive Vergessen findet nicht statt (von Ute Wardenga & Hans Böhm) - die Gegenrede
("Seit den 1980-er Jahren ist das Verhältnis von Geographie und Nationalsozialismus ein Thema intensiver Forschung")

Colin Ross:
Ein Pfadfinder der "Geopolitik" - Der Reisejournalist und -filmer Colin Ross (von Bodo-Michael Baumunk)
Sind Gedanken noch frei? Zensur in Deutschland (von Claus Nordbruch)

A. E. Johann:
A. E. Johann - in der Welt zu Hause (von Wolfgang Lohmeyer & Rudi Zülch)
Ein langes Wanderleben. Vor 100 Jahren wurde A. E. Johann in Bromberg geboren (Ostpreußenblatt)
A. E. Johann - lesen und erleben (von Burkhard Ohse/Isenhagener Kreisblatt)

E. E. Kisch:
Egon Erwin Kisch. Der Rasende Reporter (Museum Online)
Leben und Werk von Egon Erwin Kisch (Jüdisches Museum Wien)
Kisch nörgelte lediglich übers Essen (von Thorald Meisel)
Feindselig sitzengeblieben (Rezension von Martin Krauß zu Marcus G. Patka: Der rasende Reporter)
nur noch bei Dikigoros: Zwischen Hakenkreuz und Davidstern. Deutschsprachige in Mexiko (von Fritz Pohle)
nur noch bei Dikigoros: Die 'Revolutionäre' treffen ein. Politische Exilanten nach 1933 (von Fritz Pohle - die Fortsetzung)

Richard Katz:
nur noch bei Dikigoros: Against the Modern World (Gabriella Vaidulute auf dem Blog von Thor Ravenhammer)
(Dieser Blog - der leider inzwischen eingestellt wurde - hätte dem Autor von "Drei Gesichter Luzifers" sicher aus der Seele gesprochen :-)

Kasimir Edschmid:
Eine Liebe in Briefen von Erna Pinner und Kasimir Edschmid (von Viola Hardam)
(Rezension zu Ulrike Edschmid: Wir wollen nicht mehr darüber reden. Eine Geschichte in Briefen, 1999)
Die Vergangenheit ist anders. "Erna Pinner und Kasimir Edschmid - das literarische Traumpaar der 20er Jahre"
(nach vier Jahren eine weitere Rezension der "Geschichte in Briefen", von Karen Fuchs/Die WELT)
Ulrike Edschmid: Wie wollen nicht mehr darüber reden (noch ein Rezension, von Julia Schröder/carpe librum)
Der ewig Zweitbeste. Gedanken zum 110. Geburtstag von Kasimir Edschmid (von Hermann Schlösser/Wiener Zeitung)
Ein Geruch von Blut und Schande. Oder ein Duft von stiller Größe (von Iring Fetscher)
[Thomas Mann: "Bücher, die 1933-1945 in Deutschland gedruckt werden konnten... sollten eingestampft werden!"]
(Rezension zu H.Sarkowicz/A.Mentzer: Literatur in Nazi-Deutschland. Ein biografisches Lexikon)
Alliierte Zensur im Nachkriegsdeutschland "Liste der auszusondernden Literatur" (Nachdruck von Uwe Berg)
(eine wahre Fundgrube für die Suche nach in der SBZ und DDR verfemten Reiseberichten aus der Vorkriegszeit)

Norman Lewis:
Travelbooks (Auszüge aus den Werken der "lesbarsten" Reiseschriftsteller, u.a. Norman Lewis, vom Eland-Verlag)
New book, old idea. Norman Lewis, An Empire of the East (von Michael Hermes/Inside Indonesia)
(Rezension eines nach Australien ausgewanderten deutschen Ethno-Linken, die Lewis' Werk schwerlich gerecht wird; bezeichnend für die Hetze der selbst ernannten "Gutmenschen" gegen ehrliche Beobachter)
Una respuesta al libro de Norman Lewis (von Wenceslao Calvo)
(diese Kritik eines katholischen Geistlichen an "Gott gegen die Indios" erscheint Dikigoros schon etwas fundierter)

V. S. Naipaul:
Featured Author: V. S. Naipaul (From the Archives of the New York Times)
(umfangreiche Sammlung von Links, Rezensionen von Naipaul-Büchern, Zeitungsartikeln über und von Naipaul)
The Caribbean Through European Eyes. V. S. Naipaul's The Middle Passage (von Derek C. Bowe)
V S Naipaul's An Area of Darkness (von Pankaj Mishra)
I'll never do it again (von Rick McCharles)
[Ein Brite reist auf den Spuren Naipauls durch Indien]
Am dunklen Fluß (Erdkunde-Online)
(Naipaul's "An der Biegung des großen Flusses" als Gleichnis über den Aufstieg des Diktators Mobuto im Kongo)
nur noch bei Dikigoros: Arrivals and other enigmas. Naipaul's way in the world (von Tarun J. Tejpal)
(Interview mit Naipaul über sein Buch "Beyond Belief: Islamic Excursions Among the Converted Peoples")
[Das Random Magazine hat diesen Artikel vom Netz genommen, offenbar aus Angst vor muslimischen Terror-Akten]
"Ich kämpfe gegen das Dunkel" (Naipaul-Interview der SPIEGEL-Redakteure Michael Sontheimer & Rainer Traub)
Premierminister mit Piratenflagge. Britische Schriftsteller hadern mit Tony Blair (von Philipp Blom/BZ)
Eigenbrötlerischer Weltenbummler. Literatur-Nobelpreisträger Naipaul scheut die Öffentlichkeit (von Michaela Pieler)
Ein Preis für Mr Naipaul (von Bruno v. Lutz/Neue Zürcher Zeitung)
[mit einigen Anmerkungen zur neudeutschen Rechtschreibung von Dikigoros]
Skeptisch und unabhängig. Der neue Literaturnobelpreisträger V. S. Naipaul (von Ursula Homann)
V. S. Naipaul oder der Zusammenstoß von Kulturen (von Michael Ackermann)
Narren im Geisterland (eine - überwiegend negative - Rezension von Susanne Mayer/DIE ZEIT, 2002)
("V. S. Naipaul rechnet ab mit Helden und Träumen - 'Abschied von Eldorado' ist eine bittere Kolonialgeschichte")
Katrinas Spuren bleiben. New Orleans ein Jahr danach (von Markus Günther)

Paul Theroux:
Abrechnung unter Weltklasseautoren (von Ulrich Greiwe)
("Ein böses Spiel: Bei Halbzeit steht es zwischen den Ex-Freunden Paul Theroux und V.S.Naipaul 1:0")
Und am Ende nur noch Frauengeschichten (von Stefan Howald)
("Wie beenden Schriftsteller eine langjährige Freundschaft? Indem sie die schmutzige Wäsche öffentlich waschen")
Reise ins Nirgendwo. Paul Theroux und seine Autobiografie "Mein anderes Leben" (von Alexander Remler)
Luxus der Vergesslichkeit (von Gustav Mechlenburg)
("Paul Theroux betreibt ein Vexierspiel zwischen Fiktion und Wirklichkeit: Mein anderes Leben")
Macht Reisen muffig, Paul Theroux? ("Erkenntnis" von "Faller"/Die Zeit)
In Search of the Miraculous (von Nick Clapson)


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