Dieser Stadtstaat erweist sich als einziges Parkdeck. Und wir
als faule Camper fahren natürlich bis auf das oberste Deck.
San Marino ist wirklich wunderschön. Da die Stadt, wie wir glauben
alle Einnahmen durch Tourismus und Steuern für sich behalten darf,
war es möglich Burg und Basilika vollständig zu erhalten. Als
wir den Turm der Burg erklimmen, muss Marcus seine Höhenangst überwinden,
was ihm auch gelingt. Oben im Turm ist Zeit für ein geniales Fotoshooting.
Ralf hat schließlich sein Stativ nicht umsonst mit hoch geschleppt.
Von der Burg aus hat man auch einen guten Blick auf die Wahnsinnslandschaft.
Man sieht das Meer, aber auch Landschaft, die mich an Gemälde aus
den Alten Meistern erinnert. Wieder festen Boden unter den Füßen
besuchen wir erst die Basilika und danach ein Sportwaffengeschäft.
Oder sollte man eher Spielzeugpistolenladen sagen? Der Verkäufer,
ein verkannter Elitesoldat, fängt sofort an verschiedene Modelle zu
erklären und ein paar Probeschüsse abzugeben.
Aber wir sind friedliche Leute und erstehen nur einen Laserpointer,
Taschenmesser und Souvenirs. Ciao San Marino, hello Padua. Aber erstmal
aus San Marino raus. Wir fahren los und bekommen routinemäßig
irgendwann Hunger. Wir beschließen noch bei Tageslicht zu essen und
dann noch ein paar Kilometer zu schaffen. Heute soll es dann endlich die
geplanten Spaghetti geben, endlich mal was Warmes. Doch leider haben wir
es vergessen unsere Wasserbehälter aufzufüllen. Zum Glück
gelingt es uns durch Zusammenschütten von allen Resten der 15 an Bord
befindlichen Wasserflaschen genügend Wasser zu sammeln. Essen gerettet.
Nur der Aufwasch muss sich gedulden. Wie fahren weiter, finden auch bald
einen Wasserhahn an dem die Behälter gefüllt werden. Alles super,
alles wunderbar. Ein Schlafplatz ist nämlich auch gefunden. An einer
Straße, wo wahrscheinlich niemals jemand lang fährt.
Sonntag, 30. Juli
Geweckt werden wir am Morgen durch einen Hahnenschrei. Was kann es schöneres
geben? Die Straße hat sich übrigens als sehr belebt herausgestellt.
Ständig fuhr irgendein Auto. Da wir den Abendabwasch von gestern noch
zu erledigen hatten und durch den normalen Frühstückswasserverbrauch
sind unsere Wasservorräte fast schon wieder aufgebraucht. Um nicht
noch einmal Engpässe zu erleben, werden die Kanister und Flaschen
noch vor der Durchfahrt durch Ravenna aufgefüllt. Zum Glück gibt
es ja an nahezu jeder Tankstelle einen Wasserhahn. An einer Agip-Tankstelle
holen wir uns das kostbare Nass. Als Beweis für unsere Fahrt durch
Ravenna kaufen wir dort schnell ein paar Postkarten. Schwierig an einem
Sonntag einen offenen Tabacchi zu finden. Wir befinden uns nun auf dem
Weg nach Padua. Unterwegs werden noch schnell zwei Melonen gekauft, das
Kilo kostet an dem Straßenstand nur schlappe 500 Lire. Kurz nach
Chioggia legen wir dann eine Rast ein. Nachdem wir die Melonen verspeist
haben und noch ein paar Schlucke vom Wasser zu uns nehmen, merken wir,
dass unser edles Agip-Wasser einen ekelhaften Beigeschmack hat. Wahrscheinlich
Motorenöl. Und so können wir unsere gesamten Vorräte der
Natur übergeben. Mit dem wenigen was uns noch bleibt erreichen wir
Padua.
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