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Sam Marino
29. Juli  -  30. Juli
Dieser Stadtstaat erweist sich als einziges Parkdeck. Und wir als  faule Camper fahren natürlich bis auf das oberste Deck. San Marino ist wirklich wunderschön. Da die Stadt, wie wir glauben alle Einnahmen durch Tourismus und Steuern für sich behalten darf, war es möglich Burg und Basilika vollständig zu erhalten. Als wir den Turm der Burg erklimmen, muss Marcus seine Höhenangst überwinden, was ihm auch gelingt. Oben im Turm ist Zeit für ein geniales Fotoshooting. Ralf hat schließlich sein Stativ nicht umsonst mit hoch geschleppt. Von der Burg aus hat man auch einen guten Blick auf die Wahnsinnslandschaft. Man sieht das Meer, aber auch Landschaft, die mich an Gemälde aus den Alten Meistern erinnert. Wieder festen Boden unter den Füßen besuchen wir erst die Basilika und danach ein Sportwaffengeschäft. Oder sollte man eher Spielzeugpistolenladen sagen? Der Verkäufer, ein verkannter Elitesoldat, fängt sofort an verschiedene Modelle zu erklären und ein paar Probeschüsse abzugeben. 

Aber wir sind friedliche Leute und erstehen nur einen Laserpointer, Taschenmesser und Souvenirs. Ciao San Marino, hello Padua. Aber erstmal aus San Marino raus. Wir fahren los und bekommen routinemäßig irgendwann Hunger. Wir beschließen noch bei Tageslicht zu essen und dann noch ein paar Kilometer zu schaffen. Heute soll es dann endlich die geplanten Spaghetti geben, endlich mal was Warmes. Doch leider haben wir es vergessen unsere Wasserbehälter aufzufüllen. Zum Glück gelingt es uns durch Zusammenschütten von allen Resten der 15 an Bord befindlichen Wasserflaschen genügend Wasser zu sammeln. Essen gerettet. Nur der Aufwasch muss sich gedulden. Wie fahren weiter, finden auch bald einen Wasserhahn an dem die Behälter gefüllt werden. Alles super, alles wunderbar. Ein Schlafplatz ist nämlich auch gefunden. An einer Straße, wo wahrscheinlich niemals jemand lang fährt.
 

Sonntag, 30. Juli

Geweckt werden wir am Morgen durch einen Hahnenschrei. Was kann es schöneres geben? Die Straße hat sich übrigens als sehr belebt herausgestellt. Ständig fuhr irgendein Auto. Da wir den Abendabwasch von gestern noch zu erledigen hatten und durch den normalen Frühstückswasserverbrauch sind unsere Wasservorräte fast schon wieder aufgebraucht. Um nicht noch einmal Engpässe zu erleben, werden die Kanister und Flaschen noch vor der Durchfahrt durch Ravenna aufgefüllt. Zum Glück gibt es ja an nahezu jeder Tankstelle einen Wasserhahn. An einer Agip-Tankstelle holen wir uns das kostbare Nass. Als Beweis für unsere Fahrt durch Ravenna kaufen wir dort schnell ein paar Postkarten. Schwierig an einem Sonntag einen offenen Tabacchi zu finden. Wir befinden uns nun auf dem Weg nach Padua. Unterwegs werden noch schnell zwei Melonen gekauft, das Kilo kostet an dem Straßenstand nur schlappe 500 Lire. Kurz nach Chioggia legen wir dann eine Rast ein. Nachdem wir die Melonen verspeist haben und noch ein paar Schlucke vom Wasser zu uns nehmen, merken wir, dass unser edles Agip-Wasser einen ekelhaften Beigeschmack hat. Wahrscheinlich Motorenöl. Und so können wir unsere gesamten Vorräte der Natur übergeben. Mit dem wenigen was uns noch bleibt erreichen wir Padua. 

Der zweite Turm von San Marino, umgeben von paradiesischer Landschaft, aber aus Kostengründen nicht besichtigt.
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