Getreu unserer Devise. “Learning by Verfahring” fahren wir
einfach rein und schauen was da so los ist in L´Aquila. Als wir durch
eine extrem enge Gasse fahren geht es plötzlich nicht mehr weiter.
Ein Transporter vor uns möchte gern zurückstoßen, da die
Straße durch eine Baustelle nicht durchfahrbar ist. Dummerweise haben
es die italienischen Bauarbeiter versäumt ein Sackgassenschild aufzustellen.
Uns so rammeln alle hinein und nach etlichen, knappen Wendemanövern
auch wieder heraus. Doch wir besitzen kein so wendiges, kleines Automobil,
wie der Rest, sondern einen voluminösen T2. Ralf versucht also zu
wenden und wie die anderen Autofahrer rückwärts die Gasse raus
zu fahren.
Aber ein Wagen ist so genial geparkt, dass dieser Plan aufgegeben werden
muss. Frustriert überlässt Ralf Markus das Steuer. Dieser versucht
nun eine noch viel kleinere Nebengasse im Rückwärtsgang zu bewältigen.
Eine derart knappe Millimeterarbeit habe ich auch noch nicht erlebt. Links
parken Autos, rechts stehen die Häuser, in der Mitte wird der Bus
rangiert. Es passt kein Blatt Papier mehr dazwischen. An einer Stelle ist
es so eng, dass unser Reifen an dem Spritzlappen eines der parkenden Autos
schleift. Selbst den zuschauenden Italienern, den Einparkteufeln schlechthin,
ist die ganze Aktion nicht ganz geheuer. Schließlich trennen uns
nur noch wenige Meter von der rettenden Breite des hinter uns liegenden
Platzes. Um ein Haar hätte noch unser rechter Außenspiegel dran
glauben müssen, als die Wand näher kam als geplant. Doch alle
Mühen waren vergeblich, eine kleine Kurve macht die Gasse für
uns doch noch unpassierbar. Jetzt heißt wieder vorwärts.
Mit der gleichen Maßarbeit kämpft man sich wieder zurück.
Einige Liter Schweiß und einige Meter Nerven später haben
wir es dann geschafft uns frei zu bekommen. Schnell wird das Auto geparkt,
brav warten die drei Guys ab bis Tobias seine sieben Sachen beisammen hat
und schon ziehen wir durch L´Aquila. Als fast erste Amtshandlung
besuchen wir wieder einmal einen Supermercato. Damit wir auch wirklich
ein paar Kilo zu schleppen haben, wenn wir durch die Stadt laufen. Ein
erhebendes Gefühl mit sechs 1,5 Literflaschen Wasser auf dem Rücken
durch die Stadt zu latschen. Aus diesem schwerwiegenden Grund setzen wir
uns auch nur auf den Marktplatz und beobachten die Menschen. Haben kleinen
Blickkontakt mit ein paar Mädchen, amüsieren uns köstlich
als einer Passantin ihre Eiswaffel zu Boden geht und kehren L´Aqulia
dann schon wieder den Rücken. In Richtung Rieti geht es nun, es ist
aber schon wieder an der Zeit sich einen Schlafplatz zu suchen. Zum Abendbrot
gibt es diesmal Suppe, dazu wird Wein genossen. Marcus ist immer
noch nicht in Besitz seiner Uhr.