Da wir Sonntag haben, wirkt die Stadt nicht gleich wie ausgestorben, es
ist aber im Vergleich mit anderen Städten, angenehm ruhig. Nach einer
Stippvisite beim Gottesdienst der Basilika lassen wir uns auf einer zentral
gelegenen Wiese nieder. Markus und ich suchen eine Toilette auf. Die öffentliche
Toilette wartet hier mit einer beeindruckenden Funktionsweise auf. Man
wirft 500 Lire ein, worauf sich automatisch die Tür öffnet. Nun
kann man eintreten und hat für seine Bedürfnisse 15 Minuten Zeit.
Danach öffnet sich die Tür wiederum automatisch. Durch eine rote
Lampe wird man aber informiert, wann die letzten drei Minuten begonnen
haben. Papier gibt’s auf Knopfdruck. Wie sich herausstellt aber nur rationiert.
Nach fünfmaligem Betätigen des Knopfes ist Feierabend. Ein kleines
Problem, wenn man schon drei Knopfdrücke zur Trockenlegung des Beckenrandes
benötigt. Bei mir ist toilettenmäßig alles ideal.
Nur bei Markus gibt es Probleme. Die Tür will sich partout nicht schließen,
obwohl er schon drin steht. So steigt er also wieder heraus. Die
Tür schließt sich nun und zeigt “Besetzt” an. theoretische Wartezeit:
15 Minuten. Aber wie Markus so wartet, öffnet sich die Tür nach
zehn Sekunden ein zweites Mahl. Durch die unberechenbaren Öffnungsrythmen
verunsichert, benötigt er letzten Endes nur zehn Sekunden, statt der
möglichen 15 Minuten. In der Zwischenzeit werden Ralf und Marcus von
einem Junkie um ein bißchen Kohle angebettelt. Das Betteln ist in
Italien, besonders in den Touristenhochburgen, stark verbreitet. Überall
sieht man Frauen mit Kindern auf dem Arm, die einem den Arm entgegenstrecken,
altes Omas und Behinderte wollen auch etwas abbekommen. Für den Außenstehenden
ist es sehr schwer nachzuvollziehen, was nun Schein, was Sein ist. Nach
ungefähr zwei Stunden Padua nehmen wir nun mit Venedig die letzte
Station unserer Reise in Angriff.
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