Ohne besondere Vorkommnisse erreichen wir den Gardasee. Suchen
am Südufer nach einem Zeltplatz,
finden deren auch viele. Die Preise sind allerdings der Horror. Mit
dem dritten Platz finden wir einen relativ günstigen. Zelt aufbauen,
essen, baden, nach Mädels gucken. Irgendwann geht’s ins Bett. Endlich
ausschlafen.
Dienstag, 11. Juli
In den frühen Morgenstunden flüchtet Marcus dann in
den Bus. Grund: Ich würde mich zu breit machen. Nach dem Aufstehen,
im Gegensatz zum Abend regnet es nicht, wird sich erst einmal frisch gemacht.
Ich rasiere mich zum ersten Mal mit einem Handrasierer und blute
nur an ganz wenigen Stellen. Danach wird Kaffe gemacht. Doch anscheinend
ein bißchen zu stark, denn selbst Starkkaffeetrinker Marcus ist er
etwas zu heftig. Aber fünf Minuten später gibt es Verdünnung
von oben. Platzregen - ab in den Bus und ins Zelt. Nur wenig später
scheint wieder die Sonne und wir brechen auf nach Verona. Die Markusse
wollen zu McDonald´s, ich probe den Aufstand. Mal sehn was wird.
Übrigens,
seit kurzer Zeit haben die drei Guys ihren bayerischen Pseudodialekt abgelegt.
Wir fahren Gott sei Dank nicht zu McDonald´s. Dafür nach Verona.
Dom, Balkon von Julia, wir besichtigen alles. Am Balkon sind auch ein paar
hübsche Bayerinnen. Die drei Guys wollen mir und einem der Mädchen
den Eintritt zum Balkon sponsoren, wenn sie mich oben küsst. Leider
habe ich keinen Erfolg und so bleibt der Balkon unbetreten. Gehen auch
fett einkaufen fürs heutige Abendbrot und morgige Frühstück.
Können das Zeug fast nicht wegschleppen. M.+M. wollen uns ärgern
(lassen uns nicht in Bus), darauf gibt Ralf dem Bus eine Gingerdusche.
Der ganze Bus klebt von diesem Zeug.
Auf dem Weg zurück nehmen wir noch einen jungen Burschen ein Stück
weit mit. Er kommt aus Kanada. Zurück auf dem Zeltplatz kochen wir
dann die eingekauften Nudeln und werfen die Hälfte weg, war einfach
zuviel. Ein besonderer Gag sind die Freisinger Mädchen von nebenan.
Wollten 21 Uhr zu uns kommen, durften von ihren Lehrern aus aber nicht.
Wollen also wir zu ihnen kommen (O-Ton Ralf: Ich dachte wir geh´n
jetzt da hoch und nehmen die Mädchen durch). Ich geh schon mal vor.
Versuche durch das Fenster ein zu steigen. Erster Versuch mißlingt,
ich habe einen Teil des Fensters in der Hand. Zweiter Versuch: ich reiße
die Gasflasche um. Schaffe es irgendwann. Drinnen sind eine Handvoll
hübscher Mädchen, die sich aber untereinander nicht verstehen.
Der Rest meiner Gruppe darf leider nicht mit rein. Die Sache wird dann
ziemlich heikel, denn ein paar Mädchen haben mich und die Mädchen
an die Lehrer verpfiffen. Weiber sind so blöd. Schnell zum Fenster
wieder raus geklettert. Treffe auf M.+M., wir gehen ein Stück spazieren,
werden blöderweise von den Lehrern angehalten und zur Rede gestellt.
Mit Polizei wird uns gedroht. Ich versuche krampfhaft alles abzustreiten,
aber es hat keinen Zweck. Fühle mich irgendwie blöde. Andererseits
müssen die Mädchen auch selber wissen was sie tun. Hoffe es gibt
keinen weiteren Ärger. Werde dann schlafen gehen, denke ich zumindest.
Mittwoch, 12 Juli
Mit den Mädchen gab´s keinen Ärger mehr. Haben auf einem
unserer T-Shirts unterschrieben, sollen unbedingt bei ihnen in Freising
vorbeischauen, wenn wir zurück sind. Brechen irgendwann in Richtung
Florenz auf. Auf den abgelegensten Straßen fahren wir durch die herrliche
Landschaft der Toscana. Ein bißchen Verfahren ist auch mit drin,
was zu kleinen Verstimmungen führt. Einigen uns an einer Talsperre
kurz vor Florenz unser Nachtlager aufzuschlagen. Die Talsperre ist ein
Traum. Erinnert an Kanada. Wir haben Glück diesen wunderbaren Platz
gefunden zu haben. In Verona haben wir eine Art Maisbrot gekauft, sind
uns aber noch über die Zubereitung unschlüssig. Wir fragen dazu
einen jungen Herren, der uns das erklärt. Er meint ebenfalls, dass
wir die völlig falsche Spaghetti-Sorte gekauft haben. Da Regen
in der Nacht nicht ganz ausgeschlossen werden kann, sollte man eigentlich
noch das Zelt aufbauen. Das ist allerdings gar nicht nötig. Auf dem
Platz steht eine Art Bühne und unser Ernährungsberater erlaubt
uns da zu schlafen. Nach einem kraftvollen Abendbrot entbrennt noch eine
etwas haarige Diskussion um die Frage, wer was und wieviel ißt. Bezahlt
die Gemeinschaftskasse nun alles oder nur das Notwendige, soll sich jeder
selber versorgen, oder wie ? Marcus wird bei dieser Diskussion etwas lauter
als sonst. Ralf und ich geben nach einer kurzen Überschlagung der
Kosten unsere Bedenken auf. Schließlich haben wir noch eine Menge
Spass als wir Markus in seinem Schlafsack gefangen setzen. Die Nacht verbringen
wir also auf dieser Bühne. Leider habe ich vergessen meinen Schlafsack
mit einer Decke zu verstärken und friere ganz ordentlich.
Donnerstag, 13 Juli
Bin als erster wach, wegen der Kälte. Warte sehnsüchtig bis
die Sonnenstrahlen auch unser Gebiet erreichen. Mit dem Fernglas hole ich
mir die mediteranen Gebäude vom anderen Ufer näher, genauso den
vom Schein der Sonne betonten Wald. Und ich friere immer noch barbarisch.
Nachdem Markus dann auch munter ist, werfen wir den Kocher an und wärmen
uns mit Kaffee auf. Auch der Rest der Truppe kriecht dann langsam aus den
Federn. Ein weiterer Genuss ist das Bad in dem klaren Wasser. Später
Treibe ich mit Markus auch noch Morgensport.