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AMALFI
25. Juli  -  26. Juli
Die Landschaft, besonders die der Küste ist göttlich, wie aus dem Bilderbuch. Man weiß nicht so recht, was man denn nun fotografieren sollte. Ein paar Kilometer vor Amalfi nehmen wir dann noch ein junges polnisches Pärchen auf und bringen es in diese Stadt, die da wie ein Bienenstock an der Küste hängt. Unterschriften inklusive. Noch eine kurze Strecke gefahren und wir legen uns erstmal an den Strand, schließlich muss man schon mal am Strand von Amalfi gelegen haben. Dort werden wir übrigens von zwei bekifften Mädchen angelacht. Aber wir haben keine Zeit, ihr Freunde schauen auch schon etwas irritiert, und so fahren wir weiter. Ich, einer der Rückbankbesatzung, verärgere noch Ralf, der momentan als Beifahrer-Kartenleser fungiert, als wir nach meinem Vorschlag durch Benevento fahren und nicht wie er es will drumherum. Klar, es ist schon ziemlich belastend, wenn der Kartenleser “rechts” befiehlt und von hinten die Alternativen “geradeaus” und “links” kommen. Aber nach einer Weile geht es schon wieder. Am Rande eines Feldes haben wir inzwischen einen Schlafplatz gefunden. Wir futtern noch die von Marcus spendierte Melone (1.Hälfte) und gehen dann auch bald schlafen. Was mich total nervt sind übrigens die Fehlzündungen. 
 

Mittwoch, 26. Juli 

Der Tag geht gut los.  In aller Herrgottsfrühe hupt uns ein Bauer wach, dem wir mit unserem Bus den Weg versperrt haben. In Unterhosen aus dem Schlafsack in den Bus gesprungen und diesen beiseite gefahren. Wie alle italienischen Bauern bisher, juckt ihn die Wahl unseres Schlafplatzes herzlich wenig. Nur die Frauen gucken wegen meiner “Anzugsordnung” ein wenig verwundert. Nach einem opulenten Mahl, oder um mit Ralfs Worten zu sprechen, einem “exklusiven”  Frühstück, geht es weiter in Richtung L´Aquila. Lassen Avellino hinter uns und durchfahren die Abruzzen. 

Es ist hier wärmer als an allen übrigen Orten unserer bisherigen Reise. Ich halte die Hand aus dem Fenster, aber da ist kein kühlender Fahrtwind, sondern eher ein heißer Fön. Irgendwann legen wir einen Stop ein. Mitten in der Pampa, kein Haus ist hier zu sehen. Keine Motorengeräusche, außer der hin und wieder vorbeikommenden Fahrzeuge. Wir genießen in einem Waldstück eine Melone. Das Gelände ist reich an Steinen. Ein Gruppe von kleinen Felsen bietet sich für ein Fotoshooting geradezu an. Doch es soll nicht irgendein Shooting sein, nein, es wird das gewagteste Shooting der Reise.  Wir positionieren unsere Kameras 
auf die andere Seite der Straße und stellen uns im Adamskostüm vor besagte Steingruppe. Die wichtigsten Stellen verdecken wir durch einen Stein. Glücklicherweise kommt kein Auto vorbei, als ich vollkommen nackt zwischen den Stativen und der Gruppe hin und her renne. Und wieder einmal geht es weiter, wird der Bus bestiegen. Wir fahren immer noch durch die Berge der Abruzzen, die nahezu unbewaldet sind. Während der Fahrt bemerke ich, dass ich Marcus´ Isomattengummi am Rastplatz vergessen habe, der mir als Stirnband gute Dienste geleistet hat. Marcus vermisst seine Armbanduhr. Hat sie wahrscheinlich auch dort liegen gelassen. 

Nach ein paar Kilometern entdecken wir an einem der Berge das Örtchen Naville und uns stockt der Atem. Schon aus der Ferne kann man dessen Ruinen erkennen. Es wird darauf auch gleich eine Besichtigung beschlossen. Als wir die Stufen zum Gipfel jener Stadt erklimmen, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr hinaus. Der Ort ist wie ausgestorben, es herrscht Totenstille. Die halb verfallenen Gebäude, niemand vermag zu sagen, wie alt sie sind. Und sie stehen da, als wär es das Normalste der Welt. Wunderbare alte Gassen lassen so ein bißchen mittelalterliches Leben erahnen. Es ist als wäre hier die Zeit stehen geblieben. Nur von fern hört man die Motorengeräusche der Straße. Ganz selten sieht man mal eine Menschenseele. Hierher verirrt sich bestimmt kaum ein Tourist. Total fasziniert steigen wir wieder hinab und kehren in die hiesige Dorfkneipe ein. Dort findet sich Marcus´ Uhr wieder. Markus und Ralf  haben sie noch vor Abfahrt von unserem Rastplatz entdeckt und mitgenommen. Nur weiß Marcus davon noch nichts, die Uhr wird in seiner Waschtasche versteckt. Wir freuen uns schon auf seinen verwunderten Blick, wenn er sie bei der Morgentoilette entdecken wird und sich die Frage stellt, wie die da wohl hingekommen sein mag. Später verlassen wir diesen geheimnisvollen Ort und erreichen nach etlichen Kilometern unser nächstes Ziel: L´Aquila.

Nackt unter Steinen – das offenste Foto unserer Reise.( Lage auf Karte verzeichnet)
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