Dort hoffen wir auf Maria Sole zu treffen, jenes Mädchen
von der Insel Monte Argentario. Alles, besonders aber Ralf, hofft sehr
auf eine Duschgelegenheit. Nach ein paar Tagen ohne diese fühlen wir
uns ein wenig unhygienisch, wir wollen nicht sagen, dass sich schon ein
gewisser herber Duft einstellt. Nach stundenlangem Hin und Her durch
die gepflegte Stadt, nach dutzenden Anlaberaktionen finden wir die Adresse.
Ralf hat schon wieder negative Erfahrung sammeln müssen. Eine Seniorita,
deren Auskunft er begehrte, flüchtete mit schnellen Schritten. Aber
wir haben richtig Pech. Maria ist gerade in Tunesien, wie uns der Nachbar
erzählt. Die Stimmung sinkt auf den Nullpunkt, zumindestens bei unseren
Duschfanatikern. Ralf will jetzt unbedingt an den westlich von Perugia
gelegenen See fahren. Wir zwingen uns aber dann doch gleich an die Ostküste
zu donnern. So wird Perugia verlassen und nach einem Gewaltsmarsch erreichen
wir noch am selben Tag Ancona, beziehungsweise Sirilo, südlich davon.
Markus ruft noch mal kurz zu Hause an, sein Vater hat heute seinen 50sten
Geburtstag. Stinkend und verschwitzt rennen wir noch durch das Adriadorf
in dem gerade eine Art Volksfest stattfindet. Bis auf Ralf, der mit Anne
telefonieren will, versuchen wir drei uns noch eine Pizza zu besorgen.
In einer Pizzeria verlangen wir drei Pizzen zum mitnehmen. Zum Mitnehmen
ist nämlich billiger, man zahlt keine Coperti. Jedoch ist man in dieser
Pizzeria so eine Bestellung nicht gewohnt, hat demzufolge auch keine derartigen
Verpackungsmaterialien. So erhalten wir unsere Mahlzeit dann in einem Platikbeutel.
Gesättigt, abgesehen von Ralf, aber immer noch dreckig, geht’s dann
in die Saccos. Schlafplatz ist diesmal ein durch den Bus abgetrenntes Dreieck
im Einfahrtsbereich einer Kreuzung. Untergrund: Asphalt. Die Emotionen
gehen wieder zurück, zuvor war es zu kleinen Meckereien gekommen.
Kein Wunder, schließlich waren wir ja so lang wie noch nie auf Achse,
Marcus saß fast zehn Stunden am Steuer.
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