PERINDE  AC  CADAVER
Vom Profi-Gladiator a. D.
zum proletarischen Freiheitskämpfer
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Kirk Douglas als Führer der Sklavenrevolution im alten Rom

STANLEY KUBRICK: SPARTACUS REBELS (1960/1991)

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EIN KAPITEL AUS DIKIGOROS' WEBSEITE
DIE [UN]SCHÖNE WELT DER ILLUSIONEN

(Von Filmen, Schauspielern und ihren [Vor-]Bildern)

Im Jahre des Herrn 1861 - also fast hundert Jahre bevor der Film gedreht wurde, den Dikigoros Euch hier vorstellen will - schrieb Charly Murx (ja, so nannte bzw. schrieb Karl Marx sich damals in England; aufmerksame Leser der "Reisen durch die Vergangenheit" wissen das bereits aus einer anderen Geschichte) an seinen Freund Fritze Engels im fernen Germany: "Spartacus erscheint als der famoseste Kerl, den die ganze antike Geschichte aufzuweisen hat. Großer General (kein Garibaldi), nobler Charakter, a real representative (wow - sogar ein paar Brocken Englisch hatte Charly inzwischen gelernt!) des antiken Proletariats." Mit Garibaldi (der damals gerade in aller Munde war - doch das ist eine andere Geschichte - hatte Charly wohl Recht; alles andere, was er sich da zusammen schrieb, war ziemlicher Humbug. Aber, wie Dikigoros nicht müde wird zu betonen: Es kommt in der Geschichte nicht darauf auf, wie es tatsächlich gewesen ist, sondern wie die Nachwelt glaubt, daß es gewesen sei, und in diesem Falle glaubten zumindest die Murxisten ihrem Charly, der seine "Politischen Briefe" fortan mit dem Pseudonym "Spartacus" unterzeichnete. (Da war er übrigens nicht der erste: Noch einmal fast hundert Jahre zuvor hatte ein gewisser Adam Weishaupt sich so genannt, als er - nach dem Vorbild der Freimaurer-Logen - den so genannten "Geheimbund der Illuminaten" gründete.) Als sich im Jahre 1917 der linke Flügel der SPD abspaltete, suchten die Genossen nach einem einprägsameren Begriff als es "USPD" war - und fanden ihn auch: "Spartacus-Bund" (nach der Rechtschreibreform von 1917 "Spartakus-Bund") nannten sich die Möchtegern-Befreier der "Sklavenarbeiter" der Moderne, vor allem die Sowjets Lenin und Stalin, die das ganze zur Doktrin erhoben, und bald glaubten auch Nicht-Murxisten in aller Welt an das antike Zerrbild vom "römischen Sklaven" Spartacus. Dabei war er alles andere als ein Sklave; er war vielmehr Berufssportler - Gladiator, also jemand, den man am ehesten mit einem Profi-Fußballer oder Profi-Boxer der heutigen Zeit vergleichen könnte. Mit einem Profi-Fußballer, weil die bis zum Bosman-Urteil auch behaupten konnten, "wie eine Ware verschachert" zu werden (eine Behauptung, die ebenso unsinnig war wie die, daß ein Gladiator im alten Rom ein "Sklave" gewesen sei). Mit einem Profi-Boxer, weil sich auch der Gladiator vertraglich verpflichten mußte, den Kopf hinzuhalten, damit sein Gegner drauf hauen konnte - das war ja der Sinn der Sache!

Um die Perspektive nicht zu verzerren, muß man das mit einer anderen Berufsgruppe vergleichen, die damals den Kopf hinzuhalten hatte: den Berufssoldaten, oder - wie die Historiker naserümpfend schreiben - "Söldnern". (Ja, liebe Leser, es ist doch so viel ehrenhafter, ohne Sold zu kämpfen, für Kaiser, Volk und Vaterland, oder für Freiheit, Demokratie und andere schöne Ideal[ism]e[n] - jedenfalls in den Augen und Federkielen derjenigen, die warm und trocken an ihren Schreibtischen oder vor ihren Fernsehern sitzen und den Krieg hinterher neunmalklug kommentieren, als sei er ein Fußballspiel! Diejenigen aber, denen sie diese Behaglichkeit verdanken, dürfen sie - mit Billigung der obersten Richter, die ebenfalls nicht gedient haben - als "Söldner", "Z-Sau" oder gar "Mörder" beschimpfen!) Nach blamablen Niederlagen des edlen römischen Wehrpflichtigen-Heeres gegen den Mamelucken-"Fürsten" und Terroristen Jugurtha (die Römer hatten - wie die Amerikaner, die insoweit ihre geistigen Erben in der Moderne sind - ein besonderes Geschick, solche Leute erst aufzubauen und sich dann von ihnen terrorisieren zu lassen; Jugurtha war ein Protégé des römischen Feldherrn Scipio gewesen!), also rund drei Jahrzehnte vor dem nach Spartacus benannten Aufstand, war ein gewisser Marius auf die Idee gekommen, daß es an der Zeit sei, eine Berufsarmee aufzustellen mit einer richtigen Ausbildung. (Schon damals rümpften die Herren am Schreibtisch ihre feinen Nasen ob dieser Söldner-Armeen aus "Proletariern" [sie meinten "Proleten"]. Wie man der Numider sonst Herr werden sollte, schrieben sie freilich nicht.) Und den Ausbildungplan übernahm Marius... von den Gladiatoren-Schulen! (Die Bewaffnung übrigens auch; erst damals wurden das berühmte Pilum - gleichermaßen als Wurfspeer und Spieß verwendbar - und das kurze, wendige Gladius [ein nach den Gladiatoren benanntes Schwert] - gleichermaßen als Hieb- und Stichwaffe verwendbar - in der römischen Armee eingeführt.)

[Gladiatorenschwert] [leicht abgewandeltes Kurzschwert der römischen Armee]

Die Unterschiede zwischen Berufssoldaten und Gladiatoren lagen also nicht so sehr in der Behandlung, als darin, daß erstere wesentlich schlechter bezahlt wurden als letztere, außerdem noch das schwere Marschgepäck mit sich herum schleppen mußten und - last but not least - ihre Dienstzeit in der Regel nicht überlebten. (Sonst hätte sich der römische Staat nicht den Luxus leisten können, jedem überlebenden Veteranen nach zweimal sechzehn Jahren Dienstzeit ein Landgut zu versprechen.) Nein, liebe Leser, der Gladiatorenkampf ging normalerweise nicht auf Leben und Tod, auch wenn die Verträge eine Klausel enthielten, wonach der Unterzeichner seinem Teamchef Gehorsam "perinde ac cadaver" schuldete (daher kommt übrigens unser Ausdruck "Kadaver-Gehorsam"), sonst hätten die Veranstalter bald keine Aktiven mehr gefunden und ihren lukrativen Laden dicht machen können. Gewiß, es gab tödliche Unfälle - wie auch heute noch beim Boxen und in anderen Kampfsportarten -, und natürlich gibt es nicht erst seit heute aufgehetzte Zuschauermassen, die den Kopf eines Fußball-Trainers fordern; wer schlecht gekämpft hatte, der konnte schon mal den Daumen nach unten zu sehen bekommen, und das war dann das letzte, was er zu sehen bekam; aber das war wie gesagt nicht die Regel. Der durchschnittliche Prozentsatz dürfte bei etwa 2% gelegen haben; Dikigoros schließt das daraus, daß die Todesprämie, die der Veranstalter dem Arbeitgeber zu zahlen hatte, fünfzig mal so hoch war wie die "normale" Einsatzprämie für ein Match, das der Gladiator unbeschadet überstand. Finanziert wurde das ganze übrigens aus Wetteinnahmen - den Vorläufern des heutigen "Toto" und "Tiercé".

Exkurs: Und wie war das dann mit dem Satz "Morituri te salutant [Die Todgeweihten grüßen Dich]", den die Gladiatoren vor jedem Turnier ausgerufen haben sollen, um den Ehrengast zu grüßen? Ach wißt Ihr, liebe Leser, so ein Satz ist leicht gesagt, aber schwerlich ernst gemeint. Zunächst einmal heißt "Morituri" gar nicht "die Todgeweihten", sondern einfach nur "die, die sterben werden" - und sterben können, ja müssen wir alle einmal (außer vielleicht James Bond - der stirbt zweimal :-). Aber selbst wer das weiß, wird kaum in einen Wettkampf gehen, um zu sterben, sondern vielmehr, um den Tod zu vermeiden, und in den meisten Fällen auch in der Überzeugung, daß ihm dies gelingen wird. Schaut Euch doch mal in der Gegenwart um: Wißt Ihr, was "Morituri" auf Kurdisch heißt? Nein? Aber den Ausdruck "Peschmerga" habt Ihr doch sicher schon mal gehört oder gelesen. Seht Ihr, das ist die Verballhornung von "Pêşmerge", und das bedeutet wörtlich "die den Tod vor sich haben", entspricht also ziemlich genau dem lateinischen Ausdruck. Und das steht für die tapferen kurdischen Freiheitskämpfer im Irak, die jederzeit bereit sind, für ihre Sache in den Tod zu gehen - oder? (Bitte laßt einmal außer Acht, daß das für einen gläubigen Muslim keine große Sache ist, weil jeder, der im Jihād - dem heiligen Krieg - fällt, direkt ins Firdaus eingeht, die höchste Sfäre des Paradieses, wo er sich jeden Tag bis zur Besinnungslosigkeit mit Sharab besaufen und - wenn er dann noch einen hoch bekommt - 72 Jungfrauen ficken darf.) Nachdem die USA den Irak im 3. Golfkrieg besiegt und den bösen Diktator Saddām Ħusäin gestürzt und erjustizmordethingerichtet hatten, bekamen die Kurden im Nordirak Autonomie; die Peschmerga wurden in "Regionalgarde" umbenannt und mit bundesdeutschen und US-amerikanischen Waffensystemen - einschließlich Panzer und Raketen - bestens ausgerüstet, so daß sie jedem Angriff stand halten konnten, eine Elitetruppe von immerhin 85.000 Mann. Im Frühsommer 2014 kamen ein paar tausend Freischärler aus Syrien - die Ihr doch bitte nicht, wie in den westlichen Medien üblich, als "ISIS" bezeichnen wollt, sondern korrekt als "DAESH" - daher gelaufen, um Kurdistan mit seinen reichen Ölfeldern zu erobern und dort (und anderswo) einen fundamental-islamischen Gottesstaat zu errichten.

Dreimal dürft Ihr raten, was geschah. Die Peschmerga haben sich tot gelacht? Falsch! Die Peschmerga haben die Angreifer platt gemacht? Wieder falsch! Die Peschmerga haben tapfer bis zur letzten Patrone Granate gekämpft und wurden dafür mit dem Firdaus belohnt? Schon wieder falsch! Was Dikigoros geraten hätte (und hier ursprünglich auch verbreitet hatte)? Sie nahmen ihre Waffen und gingen, ohne einen einzigen Schuß abgegeben zu haben, nach Hause? Falsch! Sie warfen ihre Waffen weg und gingen, ohne einen einzigen Schuß abgegeben zu haben, nach Hause? Wieder falsch! Die richtige Antwort lautet: Sie verkauften ihre Waffen an die DAESH-Kämpfer und gingen, ohne einen einzigen Schuß abgeliefert zu haben nach Hause. Dort suchten sie sich Schlepper und investierten das so "verdiente" Geld in eine Überfahrt nach Europa, wo sie heute - überwiegend in der BRDDR - als "Flüchtlinge" leben, von deutschen Steuergeldern bestens alimentiert. Kurdistan ist seitdem fest in Händen der Fundamentalisten - auch wenn die westlichen Medien ab und zu etwas anderes behaupten, von wegen Rückeroberung pp. So oft wie die tapferen Peschmerga ihre Heimat im Blätterwald und auf der Mattscheibe schon von DAESH ganz oder teilweise zurück erobert haben wollen/sollen, können sie sie gar nicht verloren haben... das glauben nur Korrespondenten, die fernab des Geschehens im 5*-Hotel in Ankara sitzen und brav jeden Blödsinn nachplappern, den ihnen die staatliche Nachrichtenagentur der türkischen Regierung - die den Freischärlern augenzwinkernd Öl zu Dumpingpreisen abkauft und sie so finanziert - vorsetzt. So viel zu tapferen Sprüchen und dem Todesmut, für den sie - vermeintlich - stehen. Exkurs Ende.

Zurück zum Profisportler im alten Rom, der in der Regel einen Dreijahres-Vertrag unterzeichnete und dann als "Auctoratus" bezeichnet wurde. Ein solcher war auch Spartacus. In welcher Disziplin er aktiv war (in der "samnischen"? in der "thrakischen"? oder als Netzkämpfer [retiarius]?), in welcher Liga er spielte, ob er ein ganz hochkarätiger Mann aus der Serie A war oder einer, der schon auf dem absteigenden Ast bzw. auf der Ersatzbank hockte und womöglich deshalb rebellierte, all das wissen wir nicht, wie wir denn überhaupt nur wenig wissen über den ganzen "Spartacus-Krieg". Aus den antiken Quellen ergibt sich nicht viel mehr, als daß er im Jahre 72 v.C. schon begonnen hatte und daß er zehn Jahre später beendet war und alle Aufständischen tot. (Und daß eine der Schlachten, in denen Spartacus siegte, bei Mutina statt fand; deshalb heißt eine Meuterei auf Englisch bis heute "Mutiny", wie fleißige Kinogänger aus den Original-Versionen der Filme "Die Meuterei auf der Bounty" und "Die Rānī von Jhānsī" - über den Sepoy-Aufstand von 1857, den die Briten "Große Meuterei" nannten - wissen, auch wenn Dikigoros sie auf dieser "Reise durch die Vergangenheit" nicht bespricht.) Im übrigen wissen wir über Gründe, Hintergründe oder auch nur Anlässe nichts - was aber immer praktisch ist, denn dann kann man nach Herzenslust fantasieren, wenn man Marxist, Roman- oder Drehbuch-Autor ist.

Darf auch Dikigoros ein paar Mutmaßungen anstellen, warum das damals alles so und nicht anders kam? Fangen wir mit denjenigen Gründen an, die bestimmt ausscheiden: Die Geschichte lehrt, daß Revolutionen niemals von Menschen gemacht werden, die tatsächlich Grund dazu hätten, weil sie arm, ausgehungert und unterdrückt oder gar versklavt sind, denn die kommen gar nicht auf die Idee, einen Aufstand zu machen bzw. haben keine Mittel und keine Gelegenheit, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Das tun immer nur diejenigen, denen es zu gut geht, d.h. wirtschaftlich besser als es ihrem politischen Recht mitzureden entspricht (aber das ist eine andere Geschichte); und den meisten Gladiatoren ging es materiell gut, sehr gut sogar - sie blickten sicher mit der gleichen Verachtung auf die hart schuftenden Bauern und andere "freie" Hungerleider herab, mit der ein heutiger Fußball-Profi und Milionario auf den "Pöbel" herab blickt, von dessen Eintrittsgeldern und Fernsehgebühren er selber zu, pardon sehr gut lebt. Nein, der Spartacus-Aufstand war kein Klassenkampf, sondern ein Rassenkampf, eine nationale Revolution der von Rom unterdrückten Völker, genauer gesagt waren es mehrere Revolutiönchen mehrerer Völkchen, die daran scheiterten, daß sie entweder zu schlecht koordiniert waren oder daß ihre einzelnen Träger gar kein Interesse hatten, sie besser zu koordinieren. Schauen wir uns doch einmal kurz an, was die Römer so alles als "Sklavenaufstände" bezeichneten, und welche Kriege sie als "Polizeieinsatz" oder "Befriedungsaktion" deklarierten: den Kampf der sizilianischen Griechen 136-132 v.C. unter ihrem König Antiochos. (Ja, liebe Leser, Sizilien und weite Teile Süditaliens - das ehemalige "Groß-Griechenland" - waren damals noch überwiegend griechisch bevölkert; allerdings waren die Griechen unter römischer Herrschaft meist zu armen Landarbeitern herab gesunken. Laßt Euch nicht weis machen, Antiochos sei ein "syrischer Sklave" gewesen - er war Grieche aus Syrien, ebenso wie sein Kollege Kleon Grieche aus Kilikien war!) Das soll ein "Sklaven"-Aufstand gewesen sein? Nicht die Bohne! Landarbeiter waren keine "Sklaven"! Und wie war das mit den übrigen Griechen, die Antiochos folgten? "Besitzlose Freie schlossen sich den Aufständischen an" schreiben die Geschichtsbücher verschämt in einem Nebensatz. Ach so...

Und der Aufstand der Griechen von Pergamon und Delos unter Aristonikos 132-129 v.C.? Das muß wohl auch ein "Sklaven"-Aufstand gewesen sein, denn in Delos gab es doch einen Sklavenmarkt, oder? Na klar... (Was tat der römische Senat übrigens nach dessen Niederwerfung? Wies er etwa alle Sklaven aus Rom aus? Nein - alle ausländischen Mit-, pardon Nicht-Bürger!) 104-101 v.C. erhoben sich die Griechen Siziliens und Unteritaliens erneut, und wieder machen unsere Geschichtsbücher daraus einen ("zweiten sizilianischen") "Sklaven"-Aufstand! In Wirklichkeit war es ein Aufstand der Bergarbeiter (die fast ausschließlich aus Griechenland kamen, aus Attika), dem sich wieder die "besitzlosen Freien anschlossen" - ach so. Das hatten wir doch schon mal? Aber da enden die Parallelen, und es ist an der Zeit, daß wir uns auch einmal gewissen Unterschieden zuwenden. Wie enden "Sklaven"-Aufstände für gewöhnlich, wenn sie erfolglos bleiben? Nun, mit der Hinrichtung zumindest der Anführer. (Bei den Römern durfte es aber auch ein bißchen mehr sein - nach dem "ersten sizilianischen Sklavenkrieg" hatten sie kurzer Hand 20.000 gefangen genommene "Sklaven" ans Kreuz geschlagen.) Wie endete der "zweite sizilianische Sklavenkrieg"? Mit einem Zweikampf (auf Leben und Tod!) zwischen dem römischen Consul Aquilius und dem griechischen König, pardon "Sklavenführer" Athenion. (Der war von seinen Landsleuten gewählt worden, konnte also in den Augen der Römer kein echter König sein - der mußte den Thron entweder geerbt oder sich erkämpft haben, und zwar nicht im Wahl-"Kampf".) Deutet das auf ein Verständnis dieses Krieges als "Sklaven"-Aufstand? Wohl kaum. Hätte der US-Präsident Bush den Araber Bin Lādin zum Zweikampf gefordert (oder umgekehrt)? Nein, insoweit sind die Amerikaner keine geistigen Erben Roms. Gibt es überhaupt etwas Vergleichbares in der neueren Geschichte? Nicht ganz; man könnte vielleicht an die geradezu ritterliche Behandlung der besiegten Aufständischen des Warschauer Ghettos 1944 durch die deutsche Waffen-SS denken, die in so beschämendem Gegensatz steht zur Behandlung der besiegten Deutschen 1945 durch die Alliierten, die allen Regeln des Menschen- und Völkerrechts Hohn sprach - aber das ist nicht unser Thema.

Exkurs: Dikigoros hat oben hinter "auf Leben und Tod" ein Ausrufezeichen gesetzt, um den Unterschied zwischen jenem kriegerischen Zweikampf und dem "sportlichen" Zweikampf der Gladiatoren hervor zu heben. Aber das ist nicht der einzige Unterschied - vielleicht nicht mal der wichtigste. Dikigoros hat an anderer Stelle über die Unterschiede zwischen den Lieblingsspielen der Völker geschrieben und sie dabei in Glücksspiele, Geschicklichkeitsspiele und Mitschformen eingeteilt. Man kann sie aber auch anders einteilen, z.B. in Spiele mit gleichen Chancen, mit ungleichen Chancen und Mischformen. Ein Spiel wie Schach z.B., bei dem beide Spieler 32 gleich starke Steine auf dem Brett haben und immer abwechselnd ziehen bzw. schlagen dürfen, hätte die Römer zu Tode gelangweilt - die Arena wäre leer geblieben -, ebenso ein Zweikampf zwischen zwei gleich schweren Boxern oder zwei gleich bewaffneten Heerführern. Ein Kartenspiel wie z.B. Skat hätte ihnen schon eher zugesagt: Zwar bekommt jeder Spieler gleich viele Karten, aber je nachdem wie sie der Zufall mischt, hat der eine dann ein besseres, der andere ein schlechteres Blatt, was wiederum dadurch ausgeglichen wird, daß´die beiden mit dem schlechteren Blatt sich gegen den mit dem besten Blatt zusammentun dürfen. An einem Fußballspiel hätten sie wohl nur die Torraumszenen interessiert, bei denen der Stürmer nur Kopf und Fuß, der Torwart aber auch die Hand gebrauchen - aber nicht zurück schießen! - darf, und am meisten das Elfmeterschießen (auf das sie das Spiel wahrscheinlich am liebsten reduziert hätten). Den größten Reiz machte es aber für die alten Römer aus, wenn die Chancen von Anfang an völlig ungleich verteilt waren. (Nicht nur für die Römer - was fasziniert denn die Spanier so am Stierkampf? Was die Juden an der Geschichte von David und Goliath? Richtig: das, was die Angelsachsen "against all odds" nennen. Dikigoros sind solche Völker unsympathisch - besonders wenn sie wie zum Hohn auch noch ständig die Wendung "fair play" im Maul führen; deshalb vermag er weder Stierkämpfen noch Gladiatorenspielen etwas abzugewinnen. Aber vielleicht ist er voreingenommen - Er spielt halt lieber Schach :-) Deshalb ließen sie z.B. unterschiedliche Tierarten gegen einander kämpfen, oder Menschen gegen Tiere, oder Gladiatoren mit völlig unterschiedlicher Bewaffnung. Dikigoros hat oben etwas ungenau von "Disziplinen" geschrieben; aber ihm fällt kein besseres Wort ein, denn es sind ja keine unterschiedlichen Sportarten; vielmehr treten unterschiedlich ausgerüstete Gladiatoren gegen einander an: Da hat der eine ein Netz und einen Dreizack, der andere Schild und Schwert - heißt das nicht, Äpfel mit Birnen zu vergleichen? "Ja," hätte ein Römer auf diese Frage geantwortet, "aber das macht doch gerade den Reiz aus! Was gibt es denn an zwei Äpfeln der gleichen Sorte, der gleichen Größe und des gleichen Reifegrades zu 'vergleichen'? Das wäre doch völlig uninteressant!" Ihr könnt ja mal drüber nachdenken, liebe Leser, und dann entscheiden, wer Recht hat: Dikigoros oder die alten Römer. Exkurs Ende.

Zurück zu den angeblichen "Sklaven"-Aufständen gegen Rom: 98-93 v.C. erhoben sich die Kelten auf der iberischen Halbinsel, die Hispanier und Lusitanier. Nein, das nannten die Römer mal anders: es war eine Polizeiaktion zur Unterdrückung der kultischen Menschenopfer. (Nur eine Generation zuvor hatten die Römer noch selber welche durchgeführt; das erinnert wiederum an die Amerikaner, die nur eine Generation, nachdem sie selber - wenigstens auf dem Papier - die Rassentrennung abgeschafft hatten, andere Staaten mit erhobenem moralischem Zeigefinger zwangen, ein gleiches zu tun.) Aber der "Bundesgenossenkrieg" 91-88 v.C. muß doch nun auch dem dümmsten Schreibtisch-Historiker die Augen öffnen: Roms italische Nachbar-Völker und -Stämme erhoben sich. Aber waren die "Italiker" nicht eigentlich auch Römer? Wohl wahr, liebe Leser, so wahr wie Holländer auch (Nieder-)Deutsche sind oder Sizilianer auch Italiener. Oder, vielleicht am ehesten zu vergleichen, wie auch die Mitglieder des Warschauer Pakts "sozialistische Brüder" im Geiste (Polen, Tschechen, Slowaken und Bulgaren sogar biologische Brüder in der Sprache und in der Herkunft) der Sowjet-Russen waren - aber tatsächlich wünsch(t)en sie alle ihren "großen Bruder" zum Teufel... Wie immer es auch de facto gewesen sein mag im alten Rom: de iure hatte der römische Senat die Italiker gerade erst wieder ausdrücklich zu Ausländern, also Nicht-Bürger Roms, erklärt, durch die Lex Licinia Mucia anno 95. Nein, unter den Aufständischen waren keine "Sklaven"; aber man hätte sie sicher im Nachhinein dazu erklärt, wenn sie den Krieg verloren hätten. Da sie ihn aber im Ergebnis gewannen und am Ende zu "römischen Bürgern" ernannt wurden, war es halt im Rückblick ein Krieg unter "Bundesgenossen" gewesen.

Und nun sind wir schon ganz nah am Spartacus-Aufstand: Die Endfase des "Sertorianischen Krieges" (80-72 v.C.) überschneidet sich zeitlich vielleicht sogar mit dessen Anfängen. Der Umstand, daß ein Römer, eben jener Sertorius, nach dem dieser Krieg irreführenderweise benannt ist, sich den Aufständischen anschloß und vorübergehend sogar einer ihrer Anführer war, verstellt den meisten Historikern den Blick darauf, daß es sich um die Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme jenes Keltenaufstands auf der iberischen Halbinsel handelte, in dem es eben nicht bloß um religiöse Opfer ging (ebenso wenig wie es heute, im weltweiten Jihād der muslimischen Terroristen gegen die christliche und jüdische Zivilisation, bloß um Religiöses geht), obwohl die Römer das Verbot der Menschenopfer anno 79 v.C. nochmals ausdrücklich wiederholten. Langer Rede, kurzer Sinn: Die Kelten wurden nieder geworfen, und etwa zur gleichen Zeit rotteten die Heere des römischen Diktators Sulla die Griechen in weiten Teilen ihres Mutterlandes aus - damit waren auch die "Sklaven"-Aufstände von Pergamon und Delos abgehakt. Im Norden Griechenlands lag Thrakien; und daher kam "Spartacus". (Die Gladiatoren trugen romanisierte oder graecisierte "Künstler-Namen", wie heute die brasilianischen Fußballer); seine Kollegen Krixos (oder Crixus) und Oinomaos (oder Oenomaus) waren wohl Gallier oder Germanen. (Das konnte der durchschnittliche Römer damals etwa ebenso gut auseinander halten wie heute der durchschnittliche Europäer Chinesen und Japaner - die einen sind groß, rotblond und blauäugig, die anderen klein, schwarzhaarig und schlitzäugig, und ihre Sprachen sind alle gleich unverständlich.) Vom Aufstand der Kelten auf der iberischen Halbinsel hatten sie wahrscheinlich nichts mit bekommen, von Sertorius vielleicht nie gehört - sie sahen also die Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten ebenso wenig wie die Berufs-Historiker von heute (wobei letztere sie vielleicht nur aus Gründen der "politischen Korrektheit" nicht sehen wollen).

Fragen wir also nicht, wie die Wähler anno 1919: "Was will Spartakus?", sondern: "Was wollte Spartacus?" Die Herren Geschichts-Professoren meinen (wie der Regisseur von "Spartacus rebels"), da Spartacus kein anderes für sie ersichtliche Ziel gehabt habe, könne es ihm nur um "die Freiheit" gegangen sein; aber wer so etwas behauptet, kann entweder keine Karten lesen oder weiß nicht, daß (auch Vaterlands-)Liebe durch den Magen geht: Die aufständischen Gastarbeiter aus Germanien und/oder Gallien marschierten - getrennt von den Italikern - kämpfend nach Norden; sie hatten die Schnauze voll von der römischen "Gastfreundschaft", von Polenta (Mehl-Pampe, einem durchaus nicht gleichwertigen Vorläufer der Pasta - wenn es die schon gegeben hätte, wären sie vielleicht da geblieben, und die Murxisten hätten sich eine andere Galionsfigur suchen müssen :-) und mit Wasser verpanschtem saurem Fusel, der mehr an Essig als an Vino erinnerte. (In Schul-Wörterbüchern ad usum Delphini steht beschönigend für Posca "Mischgetränk" und für Potus "Getränk"; aber habt Ihr Euch mal gefragt, liebe Leser, was da gemischt wurde? Ein Fachmann übersetzt prosaïscher Posca als "mit Wasser verdünnter Weinessig" und Potus als "Essig-Limonade".) Sie wollten schlicht und ergreifend nach Hause! (Selbst die "Legionäre" Brehme, Klinsmann und Matthäus sollte es heim ins Reich ziehen, obwohl sie sogar Fußballmeister von Italien geworden waren und dort in der Serie A viel mehr Sesterzen bekamen als in der deutschen B-Liga.) Bei Muttern, bei Eisbein, Sauerkraut und Weißbier ist es halt immer noch am schönsten - oder, wenn man Gallier bzw. Thraker ist, bei Camembert, Baguette und Rotwein bzw. Oliven, Schafskäse und vergorener Stutenmilch. (Nein, liebe Aussiedler, von denen Dikigoros weiß, daß einige auch mit lesen, die hieß damals noch nicht "Kumýs"!) Als Krixos und die meisten seiner Gallier und/oder Germanen in der Schlacht am Garganus gefallen waren, schlossen sich die überlebenden den Italikern an, die nun in der Mehrheit waren und natürlich überhaupt kein Interesse hatten, in das kalte, unwirtliche Land nördlich der Alpen zu ziehen. Also kehrten sie wieder um nach Süden. (Auch darüber rätseln die Historiker bis heute - für sie macht das keinen Sinn, dabei ist es ganz leicht zu erklären!) Dort wurden sie nach und nach aufgerieben. Wo und wann genau es Spartacus selber erwischte, wissen wir nicht. Langer Rede, kurzer Sinn: Der Spartacus-Aufstand schlug letztlich fehl - Spartacus hatte einfach kein Glück. Vielleicht war er auch einfach nicht so fähig, wie die Marxisten meinten; denn sein Gegenspieler, der römische General Crassus, soll eine ziemliche Flasche gewesen sein; Sportler sind halt immer so gut, wie der Gegner es zuläßt.

Nun hat Dikigoros noch gar nichts zum Film-Plot geschrieben - lohnt sich auch nicht, aber bitte sehr: Spartacus, ein kriegsgefangener Sklave, wird von seinem römischen Eigentümer zum Gladiator abgerichtet. Dabei werden er und seine Leidensgenossen allerlei Schikanen unterworfen, u.a. müssen sie mit irgendwelchen Sklavinnen schlafen. Spartacus lehnt aber standhaft ab, als man ihm die brave Varinia (womit der Zuschauer natürlich "Virginia" [Jungfrau] assoziieren soll) ins Bett legt, für die er vielmehr in wahrer Liebe entflammt. Dann ist da noch sein Freund Draba, mit dem er eines Tages in die Arena steigen muß. Spartacus unterliegt, aber als das Publikum seinen Kopf verlangt, tötet Draba statt dessen den Veranstalter (das ist nicht nett!) und gibt damit das Signal zum Aufstand. [Das ist nun mit Sicherheit a-historisch, denn von den o.g. tödlichen Unfällen abgesehen wäre es von allen Beteiligten - einschließlich des Publikums - als in höchstem Maße unsportlich empfunden worden, wenn der Gladiator seinem besiegten - und vielleicht auch mehr oder weniger schwer verletzten Gegner eigenhändig den Gnadenstoß versetzt hätte. Diese Aufgabe hatte vielmehr eine Person, die als "Charon" bezeichnet wurde - nach dem mythologischen Fährmann in die Unterwelt -, der eine furchterregende Maske und einen langen, schweren Hammer trug, mit dem er seinem Opfer den Schädel einschlug. Der wäre aber nie auf die Idee gekommen - und mit seinem Hammer auch schwerlich in der Lage gewesen - statt dessen den Veranstalter tot zu schlagen.] Die Gladiatoren im Film (deren Führer Spartacus wird) wollen eigentlich nur ihre Freiheit (und die der anderen "Sklaven") und mit Hilfe einer Piratenflotte auf und davon segeln; aber der böse Crassus (Laurence Olivier - einstiger Seeheld gegen den Nazi-Vorläufer Napoléon - als Hitler-Ersatz; alle paar Szenen muß jemand den Arm heben und "Heil Crassus" rufen :-) macht ein Politikum daraus und besticht die Piraten, so daß die armen Gladiatoren gezwungen sind, einen regelrechten Krieg gegen Rom zu führen. Die brave Varinia kommt mit und hält bis zuletzt zu ihrem Spartacus (dem sie auch einen Sohn gebärt - das gehört damals noch dazu, selbst bei Kommunisten). Er endet - wie Jesus Christus - am Kreuz, in der schönen Überzeugung, daß es seinem Sohn Dank der Sozial-Reformen der Gracchen einmal besser gehen wird.

Exkurs: Das durfte ja nicht fehlen: die segensreichen Reformen der Gracchen! Versteht Dikigoros bitte nicht falsch, er weiß schon, daß Reformen damals notwendig waren. Daß die Gracchen dabei übers Ziel hinaus schossen und deshalb letztlich scheiterten, steht auf einem anderen Blatt; aber schlimm an sich waren nicht so sehr die Gracchen als vielmehr die Verhältnisse, die sie und ihre Ideen hatten hoch kommen lassen. Das war allerdings fast ein halbes Jahrhundert her, so daß schon der zeitliche Zusammenhang mit dem Spartacus-Aufstand an den Haaren herbei gezogen ist - der sachliche erst recht: Zwar verlangten damals tatsächlich einige Senatoren eine Erneuerung jener [Boden-]Reformen, aber wie gesagt, die Gladiatoren und anderen "Zugereisten" hatten überhaupt kein Interesse daran, sich als Kleinbauern auf einem Stückchen Land abzuschuften - die wollten nur nach Hause! Doch hier wird ja etwas anderes suggeriert, nämlich daß echte Sozial-Reformen angestanden hätten - und das stimmt nicht, obwohl die dringend erforderlich gewesen wären, vor allem in der Familienpolitik. Ihr müßt Euch das Rom des 1. vorchristlichen Jahrhunderts in etwa so vorstellen wie eine Großstadt in Nordamerika, Mittel- oder Westeuropa zu Beginn des 21. nachchristlichen Jahrhunderts: Die einstmals staatstragenden Volksteile, pardon Bevölkerungs-Schichten waren durch furchtbare Kriege dezimiert worden, und bei ihnen stellte sich - Dank der "fortschrittlichen" Ehescheidungen und Abtreibungen, die damals gerade in Mode kamen - auch kein ausreichender Nachwuchs mehr ein, der diese Verluste hätte ausgleichen können. Dafür stellten sich umso mehr "Zugereiste" ein - mit jeder Menge Nachwuchs, und die stellten in Rom inzwischen schon fast die Mehrheit. Die "echten" Römer ignorierten das geflissentlich - solange sie genug Bier im Glas und einen Logenplatz vor dem Fernseher hatten, in dem reichlich Fußball, Sex & Crime ablief... pardon, da hat sich Dikigoros im Jahrhundert vertan, solange sie genug Perlwein im Becher und einen Logenplatz in der Arena hatten, in der reichlich Gladiatorenkämpfe abliefen, störte es sie gar nicht, daß im Stadion fast nur noch Ausländer antraten (immer noch bequemer, als sie hätten selber "ran" gemußt!) ebenso wenig, daß in den Ausländervierteln - wo sich nichtmal mehr die römische Polizei hinein trauen durfte, geschweige denn ein "normaler" Römer (wenn ein solcher denn überhaupt noch der "Norm" entsprach, die Normen begannen sich aufzulösen und einer "Toleranz" genannten Beliebigkeit Platz zu machen) - Mord und Totschlag herrschten, dto an den Schulen (die "Oberschicht" schickte ihre wenigen Kinder ja auf Privatschulen oder hielt sich einen griechischen "Sklaven" als Hauslehrer). Überhaupt interessierten sie sich kaum noch für Politik, jedenfalls nicht an ihrer aktiven Mitgestaltung. Solange man von Hartz, pardon Gracchus IV einigermaßen leben konnte (und das konnte man von der Korn- und Ölzuteilung), ließ man "die da oben" machen und begnügte sich damit, alle paar Jahre ein Kreuzchen auf eine Wahltafel zu kritzeln; und eh man sichs versah, war die "Republik" nur noch Fassade und hatte einer schleichenden Diktatur Platz gemacht - aber das ist eine andere Geschichte. Immerhin nähern wir uns, was Fassaden betrifft, auch auf sportlichem Felde wieder der Antike an. Wenn Dikigoros oben von "Arena" geschrieben hat, dann war damit ein Sandplatz gemeint - denn nichts anderes bedeutet das lateinische Wort ursprünglich; als er jung war, waren Fußballplätze meist mit Asche bestreut und hießen dann z.B. "Kampfbahn Rote Erde"; später wurden sie mit Gras bepflanzt und dann etwa zum "Park-Stadion" befördert. Und heute legt man einen "Kunst-Rasen" (der nichts mit Kunst, sondern lediglich mit dem Material zu tun hat, aus dem er besteht, nämlich Kunststoff) und bezeichnet die Sitzgelegenheiten drum herum als "Arena", meist noch ergänzt um den Namen einer von der Werbe-Industrie hoch gejubelten Produkt-Marke. Als er jung war, gründeten Leute, die Fußball spielen oder sonst eine Sportart betreiben wollten, einen Verein und suchten sich dann andere Leute aus anderen Vereinen, gegen die sie antraten; und ihre Familien und Freunde - und vielleicht noch ein paar Nachbarn aus der nächsten Straße oder dem Stadtviertel - schauten zu. Heute gründen Geschäftsleute ("Mäzene") einen Verein - oder übernehmen einen bestehenden -, kaufen mieten nehmen Aktive aus aller Welt als Angestellte unter Vertrag und selber in der "V.I.P."-Loge Platz, um denen zuzuschauen; denn sie selber sind impotent, Sport zu treiben, auch wenn sie sich dabei für "important" halten mögen - es ist alles nur noch Fassade. Ihr seht, wenn man hinter die Kulissen blickt, wird heute nicht weniger gelogen und mit Schwindel-Etiketten gearbeitet als damals - im Sport ebenso wie in der Politik. Exkurs Ende.

Zurück zum Film. "Ein Drama um Liebe und Hingabe und um den ewigen Kampf des Menschen um Freiheit" schreibt ein wohlwollender Kritiker. Ja ja, gewiß... Aber das wird doch wohl nicht der Grund sein, weshalb Dikigoros diesen Streifen hier vorstellt, oder? Nein, denn die Wirkung ging diesmal weniger vom Inhalt des Films aus als von seiner Entstehungs-Geschichte - nicht Dikigoros hat sich dieses Thema ausgesucht, sondern die Urheber jener Geschichte, und zwar ganz bewußt, denn sie waren das, was man früher "Spartakisten" und später "Kommunisten" nannte (oder in den USA auch "Liberals", was als Schimpfwort galt - und in manchen Kreisen noch heute gilt). Diese Leute hatte man während der Roosevelt-Ära und vor allem im Zweiten Weltkrieg massiv gefördert, denn Roosevelt war ja ein offener Bewunderer von "Onkel Jo" Stalin und im Grunde seines Herzens selber ein Kommunist. (Den üblen, pro-sowjetischen Propagandafilm "Mission to Moscow" hatte er persönlich in Auftrag gegeben). So war es kein Wunder, daß die amerikanische Filmindustrie im allgemeinen und die Hollywoods im besonderen bald vollständig von Juden und Kommunisten beherrscht wurde. Viele solche Regisseure und Schauspieler waren - nicht erst seit 1933 - aus Mittel-Europa emigriert (darunter mit die besten, z.B. Samuel "Billy" Wilder, der als österreichischer Staatsbürger im galizischen Krakau geboren und in Wien aufgewachsen war). Andere, die weder Juden noch Kommunisten waren (wie z.B. der ehemalige Sport-Reporter Ronald Reagan), durften bestenfalls in B-Filmen mitspielen oder in Nebenrollen.

Doch dann ging der Zweite Weltkrieg zu Ende, Roosevelt war tot, die Mohren hatten ihre Schuldigkeit getan - sie hatten es nur noch nicht gemerkt, sondern versuchten, unter Führung der kommunistischen Schauspieler-Gewerkschaft KSG, eine 50%ige Lohnerhöhung zu erstreiken. Sie scheiterten gegen die von Reagan geführte Konkurrenz-Gewerkschaft IATSE (die sich mit schlappen 25% zufrieden gab), und kurz darauf, bei den Wahlen von 1946, erlitt Roosevelts Demokratische Partei eine vernichtende Niederlage. Das Publikum, pardon die Wähler, hatten die Nase voll von "New Deal", Streiks und anderen Mätzchen. In die Amtsstuben zogen neue Politiker der Republikaner ein, wie Parnell Thomas, Richard Nixon und Joseph McCarthy, und die machten sich daran, Hollywood und die Filmindustrie von "unamerikanischen Aktivitäten" zu säubern (ja, dieses schöne Wort gab es damals schon, auch ohne das Beiwort "ethnisch"). Gewiß, den gleichnamigen Ausschuß hatte es schon früher gegeben, aber nur auf dem Papier; jetzt erst wurde ihm Leben eingehaucht. Dann brach auch noch der Kalte Krieg gegen die kommunistische Sowjet-Union aus, den Verbündeten von gestern; kommunistische Juden spionierten die USA aus und verrieten u.a. das Geheimnis der Atombombe an Stalin. Plötzlich wurde alles, was gerade noch gut und von Staats wegen verordnet war, böse und schlecht, ja verbrecherisch. Da half es wenig, darauf hinzuweisen, daß doch Roosevelt selber... Das stimmte zwar, aber ebenso gut hätte Ende der 1970er Jahre ein Gegner der chinesischen Regierung sich mit dem Argument verteidigen können, Mao sei der Chef der "Viererbande" gewesen... Die USA fielen von einem Extrem ins andere: So wie noch zehn Jahre zuvor die "Anti-Nazi-Leage" auf alles Jagd gemacht hatte, was deutsch oder "nazistisch" war, so verfolgten nun McCarthy und seine Leute alles, was jüdisch oder "kommunistisch" war (oder "liberal"), also genau das, wofür die Amerikaner angeblich in den Krieg gehetzt, pardon gezogen worden waren, pardon, ohne "worden", nur waren, so ist es heute politisch korrekt. Aber damals waren die Amerikaner einmal mehr - wie schon nach dem Ersten Weltkrieg - zu der bitteren Erkenntnis gelangt, daß sie "das falsche Schwein geschlachtet" hatten. [Das ist ein Spruch von Weinstein Kirchügel (der da eine indische Redewendung ungenau übersetzt hat - aber das ist eine andere Geschichte; die Amerikaner haben ihn jedoch besser verstanden als die Briten.] Kommunistische und/oder jüdische Ausländer wie Bert Brecht und Charlie Chaplin wurden des Landes verwiesen, mit amerikanischen Staatsbürgern konnte man das nicht machen; aber man konnte denen, die nicht "kooperationswillig" waren, d.h. nicht bereit, dem Kommunismus abzuschwören, ein Berufsverbot auferlegen - sie kamen auf die berühmt-berüchtigte "Schwarze Liste". Einer von ihnen war ein gewisser Dalton Trumbo, der sogar für kurze Zeit ins Gefängnis kam und dadurch eine Art Martyrer-Status erlangte.

[Howard Fast]

1952 hatte der jüdische Kommunist Howard Fast im Knast - wohin auch er wegen besagter "unamerikanischer Aktivitäten" gekommen war - einen Spartakus-Roman geschrieben, und sein Knast- und Glaubensbruder, der Kommunist Trumbo, machte daraus 1959 ein Drehbuch. Längst hatte er heimlich wieder Drehbücher für Hollywood-Filme geschrieben, zum Beispiel für Roman Holiday von seinem Glaubensbruder William Wyler - allerdings unter dem Pseudonym "Sam Jackson". So sollte es auch diesmal sein. Regie führen sollte Anthony Mann (der auch bei "El Cid" Regie geführt hatte, der Verfilmung des spanischen National-Epos, über das Dikigoros an anderer Stelle schreibt), als Drehort wurde wieder Spanien bestimmt, und Francos Armee stellte 10.000 Komparsen. Die Hauptrolle aber sollte niemand anderes spielen als der Produzent persönlich: Isur Danielowitsch Demsky alias "Kirk Douglas", der als Darsteller antiker Heldenfiguren bereits bestens eingeführt war durch den 1954 gedrehten Film Ulysses, einer Verfilmung von Homers Odyssee. (Ja, liebe jüngere Leser, "Michael Douglas" ist sein Sohn - befragt den mal über seinen Vater, dann bekommt Ihr einen ersten Eindruck, was von ihm menschlich zu halten ist.) Demsky alias Douglas war Kommunist und Jude - aber obwohl er die Chuzpe hatte, sich ein Pseudonym zuzulegen, das zwar vordergründig schottisch klang, dessen Schreibweise jedoch nur zu deutlich an "Kike" erinnert, schien das niemand zu wissen. [Anmerkung für mit US-Slang nicht vertraute Leser: "Kike ist ein amerikanisches Schimpfwort für Juden. Ursprünglich war es die Koseform von "Enrique [Spanisch für Heinrich]"; unter sefardischen Juden war der Name des Königs Enrique I von Kastilien - in dessen Regierungszeit der entscheidende Sieg über die muslimischen Mauren bei Navas de Tolosa fiel - besonders beliebt. Die Amis sprachen (und sprechen) es statt "Kike" wie "Kajk" aus.] Das ging so weit, daß der notorische Antisemit Lex Barker alias "Old Shatterhand" - über den Dikigoros an anderer Stelle mehr schreibt - sich eines Tages mit ihm zum Tennisspielen verabredete und bei der Gelegenheit lobte, daß der Club Juden keinen Zutritt gewährte; Douglas hat diese Episode genüßlich in seinen Memoiren geschildert. Nach nur einer Woche Dreharbeiten verkrachte sich Douglas mit Anthony Mann und erinnerte sich dann an einen jungen jüdischen Regisseur namens Stanley Kubrick, mit dem er bereits zwei Jahre zuvor "Paths of Glory [Wege zum Ruhm]", den besten Anti-Kriegsfilm aller Zeiten, gedreht hatte (übrigens in Deutschland, weil der sonst nirgends hätte gedreht werden dürfen), auch mit sich selber in der Hauptrolle. [Es war gewissermaßen die späte Antwort auf "They Died With Their Boots On", den besten Pro[paganda]-Kriegsfilm aller Zeiten - der zentrale Begriff "Glory" war nicht umsonst derselbe. "Paths of Glory" blieb in den meisten Ländern lange verboten, selbst in der ach so friedliebenden Schweiz; in Frankreich gar bis 1982 - was waren dagegen die weißen Mäuse, die die Nazis bei der Uraufführung von "Im Westen nichts Neues" in den Kinosälen los gelassen hatten? Erst ein knappes halbes Jahrhundert später sollte der Film - natürlich wieder in Deutschland - mit der Goldenen Ananas, nein, dem Goldbären, pardon, den hat ja sein Glaubensbruder Thomas Gottschalk bekommen, dem Goldenen Bären ausgezeichnet werden.]

Kirk Douglas beschloß, den Spieß nach einem Jahrzehnt Schwarzer Liste umzudrehen: Er setzte demonstrativ den Namen Dalton Trumbo auf das Drehbuch; dann feuerte er nach und nach alle Schauspieler, die nicht entweder jüdisch oder kommunistisch waren, allen voran Sabina Bethmann (die zu allem Überfluß auch noch deutscher Abstammung war, und Douglas haßte die Deutschen wie die Pest), die die weibliche Hauptrolle der germanischen Sklavin Varinia spielen sollte (sie wurde durch Jean Simmons ersetzt); daß sich dadurch die Drehzeit auf fast ein halbes Jahr und die Kosten auf über 12 Millionen US-$ erhöhten (damals eine Rekord-Summe), nahm er in Kauf. (Der Film spielte 13 Millionen US-$ ein, war also kein "Flop"!) Die Nebenrollen des Sklaven-Händlers Lentulus Batiatus und des Sklaven-Dichters Antoninus wurden besetzt mit Peter Ustinov (der dafür einen Academy Award erhielt - von ihm wird in einem der nächsten Kapitel dieser "Reise durch die Vergangenheit" noch ausführlicher die Rede sein) und Bernie Schwartz alias "Tony Curtis", einem der widerwärtigsten Individuen der Filmgeschichte, der noch in seinen Memoiren alles, was nicht jüdisch (und ganz besonders alles, was deutsch) war, in den Dreck zog - nicht mal die tote Marilyn Monroe, an deren Seite er seine größten Kino-Erfolge gefeiert hatte, konnte er in Frieden ruhen lassen... Er paßte also bestens zu Kirk Douglas! (Die beiden spielten besonders gerne in Filmen zusammen, in denen Germanen verunglimpft wurden, so z.B. schon 1958 in dem monströsen "Abenteuer"-Schinken "Die Wikinger", in dem die letzteren durchweg als Mörder, Plünderer und Vergewaltiger dargestellt werden.) Ein anderer paßte dagegen offenbar nicht zu ihm und zog, als er das merkte, die Konsequenzen, indem er ihm die Zusammenarbeit kündigte: Stanley Kubrick ging fortan eigene Wege zum Ruhm - über die man trefflich streiten kann; aber er sollte sein Ziel jedenfalls erreichen, mit Filmen wie "Lolita", "2001: A Space Odyssey", "Clockwork Orange", "Shining", "Full Metal Jacket" und anderen, die Dikigoros nicht so genau kennt.

Der Erfolg des Kirk Douglas, d.h. die Wirkung der äußeren Begleitumstände von "Spartacus rebels" reichte viel weiter, als man auf den ersten Blick vermuten mag: Auf persönliche Intervention des frisch gebackenen US-Präsidenten John F. Kennedy wurde die "Schwarze Liste" eingemottet; er machte auch - als Katholik - die Proteste der "Katholischen Anstandsliga", der "Amerikanischen Legion" und anderer Lobby-Gruppen nieder, die den Film verbieten lassen wollten. (Immerhin wurde er von knapp dreieinhalb auf gut zweieinhalb Stunden gekürzt, um alle "unanständigen" Szenen, die erst 1991 wieder eingefügt werden sollten, als sich niemand mehr über Schwulitäten in der Badewanne, stillende Mütter oder einen falschen Jesus am Kreuz aufregte.) Kommunisten wurden wieder salonfähig; üble Kreaturen wie Fidel Castro, Che Guevara, Lumumba und Ho Chi Minh - und nicht zuletzt Kennedy selber - erlangten geradezu Kult-Status. Ein Kritiker sollte später schreiben, Trumbo habe aus Spartacus "eine Art Che Guevara" gemacht. Aber da war Trumbo schon völlig unten durch; denn unmittelbar nach "Spartacus rebels" hatte er das Drehbuch zu dem Film "Exodus" von Otto Preminger geschrieben, der Geschichte des Völkermordes an den deutschen Juden, welche die Briten am Ende des Zweiten Weltkrieg gefangen genommen, pardon befreit hatten und auf den berüchtigten Todesschiffen vor ihrer Kolonie Cypern verrecken ließen. Damit hatte er gegen ein ungeschriebenes Gebot verstoßen, das nicht nur - aber besonders - in Hollywood galt: die Dezimierung der Juden allein den bösen Nazi-Deutschen in die Schuhe zu schieben und ihren Konzentrationslagern - in die sich freilich so mancher, der in Schiffen wie der "Exodus" vor Cypern lag, zurück sehnte. (Die wenigen Überlebenden jenes Verbrechens, die noch darüber hätten reden können, verfolgten die Briten mit nie enden wollendem Haß: Noch im Jahre 1975 sollte der Secret Service einen jungen jüdischen Schlagersänger er"selbst"morden, der damals als "Mosche Brand" vor Cypern geboren worden war und den Künstlernamen "Mike Brant" angenommen hatte - aber das ist eine andere Geschichte.) Der saubere "Kirk Douglas" hätte sich gehütet, etwa in so einem Film mit zu spielen - der übernahm lieber fünf Jahre später die Hauptrolle in "Cast a Giant Shadow [Der Schatten des Giganten]", jener doppelten Märchenstunde, in der Melville Shavelson die Lüge verbreitete, die Briten hätten den Kampf der Juden gegen die Araber um Israel, pardon Palästina hieß das ja damals noch, nicht etwa behindert, sondern sogar heimlich unterstützt. So wurde - und so wird - Geschichtsklitterung betrieben, denn der Film "Exodus" ist in Deutschland bis heute tabu, während "Der Schatten des Giganten" mit [un]schöner Regelmäßigkeit im Fernsehen wiederholt wird, ebenso wie "Voyage of the Damned [Reise der Verdammten]", das üble Machwerk, das Douglas' Glaubensbruder Stuart Rosenberg 1976 als Antwort auf "Exodus" drehte, die - angebliche - Geschichte der "St. Louis", jenes Luxusdampfers, der 1939 ein knappes Tausend jüdischer Auswanderer aus Deutschland nach Kuba bzw. in die USA bringen sollte. Was heißt "angeblich"? Stimmt etwas nicht? Doch, bis auf ein paar Kleinigkeiten, wie z.B. die Frage, weshalb die Diktatoren Batista und Roosevelt die Aufnahme jener Juden kategorisch ablehnten. Rosenbergs Antwort: Weil die bösen Nazi-Deutschen ihnen hinterhältiger Weise falsche Visa ausgestellt hatten! (Na klar - wer sonst wäre für die Ausstellung kubanischer bzw. US-amerikanischer Visa zuständig gewesen als die Deutschen?!) Da drängt sich uns doch im Rückblick eine andere Frage auf: Nahmen vielleicht die Piraten Spartacus & Co. nur deshalb nicht mit, weil sie - anders als der Kapitän der "St. Louis" - rechtzeitig erkannten, daß die Römer ihnen falsche Visa ausgestellt hatten?!?

* * * * *

Dikigoros wurde vereinzelt vorgeworfen, indem er dem Spartacus-Aufstand keine klassenkämpferischen, sondern "nur" völkische Motive "unterschiebe", "drücke" er sich vor einer Stellungnahme zur Sklavenhalter-Gesellschaft; es gehe schließlich nicht nur um das Schicksal einiger Gladiatoren-Profis, sondern auch und insbesondere um das von hundertausenden Sklaven. Dikigoros bezweifelt zwar nach wie vor, daß jene Mitläufer - ungeachtet ihrer sicher großen Zahl - ausschlaggebend waren; aber unabhängig davon will er auch darüber ein paar Worte verlieren: Das Schicksal von Sklaven mag uns bitter erscheinen, weil sie "persönlich unfrei" im juristischen Sinne waren. Aber das waren Frauen und Kinder im alten Rom auch - selbst die der höchsten Kreise -, und es war kein unabänderliches Schicksal: ebenso wie die Kinder sich "emancipieren" konnten, konnten auch die Sklaven frei gelassen werden. Vergessen wir also das Juristische und fragen nach den ökonomischen Faktoren, um die es ja auch den Marxisten in erster Linie ging. Letztlich spitzt sich doch alles auf die Frage zu, wer die Verfügungsgewalt über das er-hält, was der einzelne erwirtschaftet bzw. wieviel er davon be-hält, und wieviel er abführen muß. Die Produkte der Arbeitskraft eines Sklaven gehörten seinem Herrn - der im Gegenzug verpflichtet (und schon im eigenen Interesse, nämlich dem an der Erhaltung der Arbeitskraft seines Sklaven, interessiert) war, diesen auskömmlich zu alimentieren. Dikigoros würde mal vermuten, daß die vielen "freien" Arbeiter, die seit den Bauern- und Sklaven-"Befreiungen" des 19. Jahrhunderts überall auf der Welt entstanden, wesentlich weniger von dem, was sie erwirtschafteten, zurück bekamen als der durchschnittliche Sklave in der Antike. (Er würde sogar so weit gehen zu behaupten, daß viele Arbeitnehmer im heutigen Zeitalter der "sozial"-staatlichen Umverteilung nach Abzug der Steuer- und Sozialabgaben weniger von ihrem Lohn übrig behalten als die antiken Sklaven von dem, was sie erwirtschafteten.)

Die zweite Frage ist, wer über die [Um-]Verteilung bestimmt, und da ist es natürlich immer angenehmer, Häuptling zu sein als Indianer, und jeder will lieber ersteres sein als letzteres - das ist verständlich, aber die Tatsache, daß nicht jeder Häuptling sein kann, ist noch kein Argument gegen das System an sich. Und auch wenn einzelne Häuptlinge schlecht wirtschaften und die falschen Entscheidungen treffen (wie heute wieder), dann mag das zwar ein Argument sein, sie gegen bessere auszutauschen, aber nicht, sie durch einen vielköpfigen Indianerrat zu ersetzen. Mitbestimmung ist eine feine Sache, solange sie sich auf das beschränkt, was den Mit-bestimmenden etwas angeht und wovon er etwas versteht, z.B. die Arbeitszeiten (incl. Urlaubsplanung), Einstellungen und Entlassungen, denn das Betriebsklima muß stimmen, sonst kann der Laden nicht ordentlich laufen. Auch über die Entlohnung sollte man ihn mitreden lassen, denn die richtet sich danach, was der Betrieb hergibt, d.h. was der einzelne Mitarbeiter erwirtschaftet. Wenn es dem Betrieb gut geht, soll er davon mit-profitieren, wenn nicht, soll er den Gürtel enger schnallen (aber bitte auch die "Manager" und leitenden Angestellten, die falsche Entscheidungen über Investitionen und Produktionen gefällt haben oder sonst in den "großen" Dingen, von denen sie glaubten, etwas zu verstehen). Eine schlechte, ja verhängnisvolle Sache ist es dagegen, wenn sich Außenstehende einmischen, wenn Arbeitgeber-Verbände, Gewerkschaften und Parteien Störenfriede in Betriebs- und Aufsichtsräte schicken, wo sie nicht nur herum schmarotzen, sondern auch vernünftige Entscheidungen blockieren und Fehlentscheidungen herbei führen, und vor allem: die alle Betriebe in einen Topf werfen, die großen und die kleinen, die armen und die reichen usw. Und wenn dann die Unternehmer und/oder die Arbeiter die Notbremse ziehen und aus ihren Verbänden austreten, um den unheilvollen Tarifverträgen zu entgehen, gibt es am Ende auch noch verbrecherische Politbonzen, die solche Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklären, d.h. es müssen sich auch diejenigen daran halten, die sie überhaupt nicht abgeschlossen haben! Das ist dann meist das Todesurteil für die betroffenen Standorte: Entweder die Unternehmen machen Pleite, oder sie ziehen weg - wenn man Glück hat, nur in ein anderes Bundesland, wo weniger idiotische Politiker an der Macht sind, wenn man Pech hat, ins Ausland, und dann sind die Arbeitsplätze endgültig futsch, denn die römischen, germanischen und/oder gallischen Sklaven, pardon Arbeitnehmer, werden schwerlich mit nach Rot-China oder sonstwo in die Dritte Welt auswandern wollen, um dort für Hungerlöhne zu schuften - und selbst wenn sie es wollten, würden sie dort keine Aufenthalts-, geschweige denn Arbeitsgenehmigungen erhalten, und "politisches Asyl" (weil "ihre" Politiker sie und ihre Arbeitgeber aus ideologischen Gründen verfolgt und vertrieben haben) oder Anerkennung als "Wirtschaftsflüchtlinge" (was sie de facto wären) erst recht nicht, denn andere Länder haben diese Lektion aus der Geschichte längst gelernt.

Zurück zum ausgebeuteten Arbeitnehmer, pardon Sklaven der Antike: Natürlich ist es auch keine Lösung, die Arbeit ganz einzustellen, die Produktionsmittel kurz und klein zu schlagen und mordend, brennend und plündernd durch die Lande zu ziehen, ohne etwas Sinnvolles, d.h. wirtschaftlich Produktives zu tun. (Merke: Krieg - auch und erst recht Bürgerkrieg - zu führen, ist nie produktiv!) Man kann doch, auch ohne studierter Mathematiker, Volkswirt oder Statistiker zu sein, leicht ausrechnen, wie lange das gut gehen kann, wenn die einstigen Sklaven ihre neu gewonnene "Freiheit" dazu mißbrauchen, pardon nutzen, um die Arbeit einzustellen (was haben die Sänftenträger des cilicischen Piraten-Hauptmanns davon, daß Spartacus sie in einem Anfall von Gutmenschlichkeit aus ihrem Job "frei" kauft? Was sollen sie künftig tun? Däumchen drehen? Mit morden und mit plündern?), die noch vorhandenen Vorräte aufzufressen, pardon zu verkonsumieren oder zu zerstören, pardon zu liquidieren und auf Dauerurlaubsreise zu gehen. An diesem schlichten Faktor - dem fehlenden Zwang zur Arbeit - sind früher oder später noch alle gewaltsamen Revolutionen gescheitert (nicht nur in der Antike), denn entweder sind die Revolutionäre schlicht verhungert, oder es hat sich jemand gefunden - ein Sulla, ein Napoleon, ein Stalin usw. -, der eingesehen hat, daß es ohne Zwang zur Arbeit und Konsumverzicht nicht geht. (Dikigoros empfiehlt seinen Lesern in diesem Zusammenhang einmal mehr die Lektüre von "Die Zukunft einer Illusion" des großen jüdischen Psychologen und Kulturfilosofen Sigmund Freud. Anklicken und lesen, auch Ihr, liebe Feinde Freuds, die Ihr den kleinen Aufsatz wahrscheinlich noch nicht kennt - es sind nur 60 Seiten, aus denen Ihr bestimmt mehr lernt als aus der nächsten Ausgabe des Spiegel oder der Zeit!) Und dieser Einsichtige mußte dann, wie die Geschichte lehrt, den Druck meist noch erheblich verstärken, um die Verluste auszugleichen, die zuvor durch die Revolution verursacht worden waren. Daß dabei die Freiheit (und der Konsum!) noch mehr eingeschränkt und die Arbeitsnormen noch höher geschraubt werden mußten als je zuvor, liegt auf der Hand - aber soweit denken halt Gladiatoren, Murxisten, Hollywood-Regisseure und andere Narren nicht. Fazit: Es gibt kein wie immer geartetes, schon gar kein "moralisches" Recht der Arbeitnehmer/Sklaven, das Wirtschaftssystem ihres Landes zu zerstören, bloß damit es einigen von ihnen für eine kurze Zeit, während der sie essen können ohne zu arbeiten, indem sie noch vorhandene Reserven verfrühstücken, besser geht, während es der Allgemeinheit dafür später lange Zeit umso schlechter geht.

Aber das kann natürlich nicht das Fazit des Films "Spartacus rebels" oder dieser "Reise durch die Vergangenheit" sein, denn hier liegen die Dinge anders - wir haben es mit einer Ausnahme zu tun, und damit kommt Dikigoros wieder auf seine Sicht der Dinge: Er hat oben bewußt geschrieben: "das Wirtschaftssystem ihres Landes" - nicht "(irgend-)eines Landes" o.ä. Denn etwas anderes gilt natürlich, wenn es sich gar nicht um ihr Land handelt, sondern um einen fremden Raubstaat, der sie eingefangen und zur Sklavenarbeit gezwungen hat, wie es das Imperium Romanum war, das Hunderttausende Fremde ins Land geholt hatte. Da darf man zumindest billigend in Kauf nehmen, daß dieses System zusammen bricht, wenn man ihm anders nicht entrinnen und in sein eigenes Land heimkehren kann, wie es Spartacus & Co. wollten. Dies ist auch die einzige Rechtfertigung ihres Aufstands, wenngleich das bisher noch kaum jemand wahr haben will - aber wofür schreibt Dikigoros das hier? Es wäre nicht die erste seiner Webseiten, nach deren Erscheinen die offizielle Geschichtsschreibung stillschweigend, d.h. ohne ein als solches kenntlich gemachtes Zitat, geschweige denn ein Wort des Dankes, geändert worden ist. (Es belustigt ihn immer wieder zu sehen, wie oft seine Artikel auf den halb-offiziösen Webseiten gewisser Gutmenschen - oder Guteulen, pardon Bioeulen - erst herunter gemacht und dann, wenn sich die herrschende Lehre geändert hat, gelobt, zur Lektüre empfohlen, bisweilen sogar seitenweise wörtlich abgeschrieben oder gleich vollständig kopiert werden :-) Jahrzehnte lang haben nicht nur murxistische "Historiker" und andere Möchtegern-Wissenschaftler in ihren Geschichts- und Märchenbüchern das Ammenmärchen verbreitet von den armen Sklaven, die man zwangsweise zu Gladiatoren gemacht habe. Im Februar 2006 - ziemlich genau drei Jahre, nachdem diese Seite online gegangen war - kippte die herrschende Meinung plötzlich vollkommen ins Gegenteil: Jetzt gilt es als ausgemacht, daß es sich vielmehr um Freiwillige handelte, hochbezahlte Profisportler, die hervorragend ernährt und trainiert wurden. Wie es zu diesem Meinungsumschwung kam? Nein, nicht durch Lektüre von Dikigoros' Webseite - jedenfalls nicht offiziell. Vielmehr hatte ein Team ostmärkischer Archäologen in der Türkei einen Gladiatoren-Friedhof ausgebuddelt, genauer gesagt in Efesos, der einstigen Hauptstadt der griechisch-römischen Provinz Kleinasien (und heutigen Hauptstadt der türkischen Braukunst :-). Ja und - sah man den Skeletten etwa an, ob das Fleisch drum herum [frei-]willig oder unwillig gewesen war? Nein, nicht ganz; aber die Brüche und Verletzungen bestätigten die Richtigkeit einiger antiker Quellen, denen bis dahin niemand so recht Glauben schenken wollte - außer Dikigoros, der auch ohne Grabfunde, nur mit etwas gesundem Menschenverstand erkannt hatte, daß jene Quellen schlüssig und glaubhaft waren. Nun glaubte man ihnen auch alles übrige - und damit war das murxistische Märchen von den Sklaven-Gladiatoren endlich vom Tisch.

Und welche Lehren sollen wir daraus für die Gegenwart ziehen? Unterdrücken nicht auch wir die Türken und andere Fremde, die wir uns zu Millionen, erst als "Fremdarbeiter" oder "Gastarbeiter", dann als "Asylanten" oder "Flüchtlinge" und schließlich gar als Illegale und anderweitig "Geduldete" ins Land geholt haben (Stichwort "Willkommenskultur")? Hindern wir nicht Millionen armer, unterdrückter Muslime daran, ihren innigsten Wunsch zu verwirklichen, nämlich die Errichtung eines fundamentalistischen Gottesstaates in Europa (nicht bloß als Parallel-Gesellschaft, das reicht ihnen auf die Dauer nicht!)? Gibt ihnen das nicht das Recht, eines Tages, wenn sie zahlenmäßig stark genug sind (übrigens ein Tag, der sich schon jetzt ziemlich genau ausrechnen läßt, allein anhand der Geburtenraten - Dikigoros wird ihn noch miterleben; allerdings wird er dann wohl zu alt sein, um mit der Waffe in der Hand mit zu kämpfen, deshalb muß er halt die Computer-Tastatur zu seiner Waffe machen) den Betrieb hier - ganz "demokratisch" - zu übernehmen und dann alles kurz und klein zu schlagen, was nicht dem Koran und der Scharia entspricht? Pardon, liebe Leser, aber wenn dies der Ergebnis Eurer bisherigen Lektüre sein sollte, dann habt Ihr nicht genau genug gelesen oder etwas mißverstanden: Spartacus & Co. wollten nach Hause, und dazu hatten sie alles Recht der Welt, einschließlich des Rechts, die Römer - wenn sie sich ihnen dabei gewaltsam in den Weg stellten - in einem Akt kollektiver Notwehr zu töten. Die vielen Millionen Muslime und andere Fremdvölker, die in den letzen Jahrzehnten nach Europa eingeströmt sind, haben das gleiche Recht, nämlich baldestmöglich wieder auszureisen und in ihre Heimatländer zurück zu kehren. Dikigoros würde sogar sagen: sie haben die Pflicht, dies unverzüglich zu tun, sonst haben die Europäer das Recht - und gegenüber ihren eigenen Kindern und Kindeskindern die verdammte Pflicht und Schuldigkeit -, dabei massiv nachzuhelfen, einschließlich des Rechts, die Zugereisten - wenn sie sich ihnen dabei gewaltsam in den Weg stellen - in einem Akt kollektiver Notwehr zu töten. (Und das gilt auch für solche, die von verantwortungslosen, ja verbrecherischen Politikern mit europäischen [Doppel-]Pässen ausgestattet worden sind: Ein Pferd, das in einem Schweinestall geboren ist oder dort lebt, wird dadurch kein Schwein, sondern bleibt doch ein Pferd - und umgekehrt; und ein Europäer, der in China geboren wird, wird dadurch kein Chinese - und umgekehrt. Das ist etwas, das sich nicht mittels eines Fetzens Papier willkürlich ändern läßt.) Viel Zeit bleibt uns nicht mehr, wenn das ganze ohne allzu großes Blutvergießen abgehen soll (vor allem unseres eigenen Blutes, das zu Vergießen unsere Feinde nicht die geringsten Skrupel haben werden). Bitte glaubt auch nicht, daß es ausreichen würde, ein paar islamistische oder sonstige "Rädelsführer" hinaus zu werfen oder hinzurichten. Denkt immer an die eindrucksvollste Szene des Films, als Crassus nach der verlorenen Schlacht die gefangenen Sklaven - ihnen Schonung ihres Lebens anbietend, wenn sie ihren Anführer verraten - fragt: "Wer von Euch ist Spartacus?" und sie einer nach dem anderen antworten: "Ich bin Spartacus!" Ja, sie alle sind wohl verstanden Spartacus, denn sie sind austauschbar: wo einer ausgewiesen oder hingerichtet wird, tritt der nächste an seine Stelle. Einer für alle, alle für einen - glaubt doch nicht, daß dieser Spruch unter Menschen, die an ihre Sache glauben, wie die Muslime, seine Gültigkeit verloren hätte, bloß weil Ihr ihn nicht mehr kennt und weil Ihr an nichts mehr glaubt, ja vielleicht gar keine Sache mehr habt, an die Ihr glauben könntet! Wie sang mal der Schlagerclown Roland K., nachdem er "sieben Fässer Wein" (die Adaption eines Negersongs aus der Karibik) intus hatte: "In unserer Straße ist die halbe Welt zuhaus... und alle dürfen bleiben..." Nein, richtig muß es heißen: "und alle müssen gehen", denn auf "zuhaus" reimt sich "raus"! Sie müssen weg, alle, ohne Ausnahme, wenn wir uns in unserem Land auch weiterhin zuhause fühlen wollen, und wenn unsere Kinder und Kindeskinder hier überleben sollen. [Ja, auch die, die - noch - nichts schlimmes getan haben, müssen weg, um zu verhindern, daß sie etwas tun werden. Und natürlich dürfen erst recht keine weiteren mehr herein kommen, denn keine Gesellschaft kann es sich auf Dauer leisten abzuwarten, bis die Täter zuschlagen, von denen man genau weiß, daß sie dies planen - die Muslime machen aus ihrer Eroberungsabsicht ja gar keinen Hehl. Da muß man präventiv vorgehen; und Prävention durch "Integration" klappt nicht, das ist die traurige Lehre der Geschichte.]


Es wird wohl noch ein paar Jahre dauern, bis sich diese Erkenntnis allgemein durchsetzt (und der Staat der Germanen wird dabei sicher nicht den Anfang machen, sondern wahrscheinlich eher die Staaten der Römer und Gallier - Dikigoros tippt mal auf die letzteren, vielleicht ist die EU dann wenigstens zu etwas gut :-), aber je eher, desto besser, denn je länger wir das alles verdrängen und die notwendigen Maßnahmen auf die lange Bank schieben, desto schwieriger wird es, und desto schlimmer werden die Folgen sein. [Dikigoros wird auch in diesem Punkt Recht behalten - wie in puncto "Sklaven oder Freiwillige" -, da hegt er nicht die geringsten Zweifel; es bereitet ihm lediglich Sorgen, daß es wieder so lange - womöglich zu lange - dauern könnte, bis auch die herrschende Meinung das erkennt.] So ist es nur gut, daß "Spartacus rebels" ein Film von und mit Juden ist (also per se "politisch-korrekt" - wäre Freud nicht Jude gewesen, dann ständen seine Schriften längst als die eines "geistigen Wegbereiters des National-Sozialismus" auf dem Index - allen voran 'Die Zukunft einer Illusion' :-) und daher in letzter Zeit wieder häufiger im Fernsehen gezeigt wird, so daß alle die Fratze des fremdländischen Revoluzzers sehen können - die Fratze des Deutschenhassers Isur Demsky alias "Kirk Douglas". Daß man damit dem historischen Spartacus (der überhaupt nichts gegen Germanen hatte) bitter Unrecht tut, wird ihn nicht mehr allzu schwer treffen - jetzt geht es um unsere Gegenwart und Zukunft, und wir müssen, frei von jeglicher Illusion, rebellieren gegen die verbrecherischen Politiker, die im Begriff sind, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören, indem sie uns zum einen Typen wie "Kirk Douglas" - und noch schlimmere Feinde - zu Millionen ins Land holen, die sich bei uns durchschmarotzen, und indem sie zum anderen unsere letzten Produktionsmittel außer Landes treiben, mit denen wir diese Schmarotzer zur Not weiter bezahlen könnten, wenn wir denn wollten - wollen wir? Wollen wir uns einlullen lassen wie die römischen Senatoren im Film, als ihnen der fette Fraktionsvorsitzende der Plebeier zuruft: "Ich nehme republikanische Korruption gerne in Kauf für republikanische Freiheit!"? Nein, liebe Leser, Freiheit - egal welche Ismen man ihr voran stellt - darf nie abstrakter Selbstzweck, sondern immer nur Mittel zum Zweck sein, d.h. man muß immer ganz konkret fragen: Freiheit wessen wovon wozu? Die Freiheit des Gefangenen von seinen Häschern, um in die Heimat zurück zu kehren, ist ein ehrenwertes Ziel; aber wenn "republikanische Freiheit" nur bedeutet, daß korrupte Abgeordnete und andere Politbonzen frei sind, den Staat als Selbstbedienungsladen anzusehen und sich unter dem Deckmäntelchen der "Demokratie" - die längst keine Herrschaft durch das Volk und für das Volk mehr ist - die eigenen Taschen mit "Staatsknete", d.h. ihren Untertanen abgepreßten Steuergeldern zu füllen, dann gehört sie abgeschafft und ein ehrlicher, unbestechlicher Diktator eingesetzt, ein parteiloser und unparteiischer Fachmann, der noch etwas anderes gelernt hat als nur Wähler zu belügen und zu betrügen, der u.a. etwas von Wirtschaft versteht und den Saustall mal ordentlich ausmistet - notfalls, indem er alle korrupten Berufspolitiker kreuzigt, wenn sie nicht verraten wollen, wer ihre Anführer und Hintermänner sind; danach kann man sich vielleicht irgendwann mal wieder den Luxus einer Republik mit einer "parlamentarischen" Quasselbude voller Berufspolitiker leisten - aber hoffentlich nie wieder als "Parteien-Demokratie", in der die Gewaltenteilung zwischen Gesetzgeber, Regierung und Rechtsprechung abgeschafft und durch eine Gewaltenhäufung bei einigen Parteibuchhaltern ersetzt ist, die in Personalunion zugleich Abgeordnete, Minister, "Schlichter" und last not least "Aufsichtsräte" in bis zu zehn Unternehmen gleichzeitig sein können.

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Als Dikigoros studierte, nannte sich eine der linksradikalen Studentengruppen, die damals die AStAs beherrschten, "MSB (Marxistischer Studenten-Bund) Spartakus". Und noch ein paar Jahrzehnte später entblödeten sich die jüdischen Autoren der - wie "Wege zum Ruhm" in Frankreich spielenden - Comic-Serie "Asterix" nicht, einer ihrer Witzfiguren (eine Fresse 'Marke Romika': reintreten und sich wohl fühlen :-) die Züge von Kirk Douglas zu verpassen, als "Huldigung an den großen Schauspieler". [Was von Uderzo und Goscinny zu halten ist, sieht man schon daran, wie schäbig sie sich gegenüber dem großen finnisch-sächsischen Jugendbuch-Autoren Rolf Kauka verhielten, der ihre Erzeugnisse in Deutschland erst bekannt und populär gemacht hatte; aber das ist eine andere Geschichte.] Der arme historische Spartacus hatte halt auch mit seiner Nachwelt einfach kein Glück...

[Spartacus bei Asterix mit 
Romika-Fresse: reintreten und sich wohlfühlen] [Spartacus]

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Nachtrag. Anno 2004 drehte Robert Dornhelm ein Remake von "Spartacus" mit Goran Visnjic in der Titelrolle, der zuvor den Medizinmann in der beliebten Serie "Emergency Room" gespielt hatte. Ein boshafter Kritiker schrieb dazu, daß sich das Drehbuch zwar etwas enger an die mutmaßlichen historischen Tatsachen halte als das von Dalton Trumbo, daß es dem Film jedoch an prägenden Charakterköpfen fehle; insbesondere "ER"-Doktor Goran Visnjic wirke nicht wie "Spartacus", sondern "als habe er den Weißkittel nur kurz gegen das Lederwams getauscht." Dem hat Dikigoros, nachdem er sich den Film angetan hat, nichts hinzuzufügen.


Anhang: Ein Leben in Leidenschaft

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