MITTELEUROPA-KONFLIKT

Das Jahr 2107 - EU: Deutschland muß das
Existenzrecht der Neutürkei anerkennen!

von Ahmetzade (Muslim-Forum, 02.04.2007)
(mit einer Nachbemerkung von Dikigoros)

Ayna* (1. April 2107):
Europäische Union macht Druck auf seinen suspendierten Partner Deutschland: Deutsche Regierung muß das Existenzrecht der Neutürkei ohne wenn und aber anerkennen - ansonsten droht Deutschland der Ausschluß aus der Gemeinschaft!

Neu-Ankara - In seinem letzten Zusammentreffen hat das EU-Parlament in Brüssel noch einmal ausdrücklich bekräftigt, daß die deutsche Regierung, deren provisorischer Sitz in Schwerin (ehemals Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern) ist, das Existenzrecht des Staates Neutürkei bedingungslos anerkennen muß. Sollte die deutsche Regierung unter der Führung der Republikaner weiterhin darauf beharren, die Neutürkei nicht anzuerkennen, so müsse Deutschland schlimmstenfalls mit einem Ausschluß aus der Europäischen Union rechnen, deren Gründungsmitglied sie einst war, zur Zeit jedoch suspendiert ist. Vor allem das EU-Land Türkei plädiert lautstark für einen Ausschluß Deutschlands aus der EU.

Doch wie kommt es, daß ein Staat, der Gründungsmitglied einer so großen politischen und wirtschaftlichen Gemeinschaft war, heute derart in Ungnade gefallen ist?

Die Wurzeln des Mitteleuropakonflikts liegen 150 Jahre weit zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 wurde Deutschland allmählich wieder aufgebaut. 1949 entstanden auf deutschem Boden zwei Staaten: Die größere Bundesrepublik Deutschland (BRD) im Westen, und die kleinere, von Kommunisten regierte Deutsche Demokratische Republik (DDR) im Osten, welche erst im Jahre 1990 der BRD beitrat. Ab den 1960er Jahren wurden neben Gastarbeitern aus anderen europäischen Ländern auch Arbeitskräfte aus der Türkei in die BRD geholt, welche später auch ihre Familien nachholten. Zu jenen Zeiten wurde davon ausgegangen, daß die Gastarbeiter, so auch die Türken, einige Jahre später in ihre Heimatländer zurück kehren würden. Doch es kam anders: Aus Gastarbeitern wurden dauerhaft bleibende Migranten. Nur wenige kehrten damals in ihre Heimatländer zurück. Hinzu kamen nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa zu Beginn der 1990er Jahre zusätzlich Migranten aus Osteuropa. Nun war die Bundesrepublik Deutschland als Einwanderungsland mit einem neuen Problem konfrontiert, um das man sich bis dahin keine Gedanken gemacht hatte: Die Integration der Zugewanderten in die deutsche Gesellschaft. Vor allem die Zuwanderung aus der Türkei und aus anderen islamischen Ländern des Orients und ihre Probleme wurden thematisiert. Denn diese hatte, anders als die Zuwanderung aus anderen Ländern, eine völlig andere Kultur und Religion – den Islam in seinen verschiedensten Ausprägungen – nach Deutschland gebracht. Unter der Bevölkerungsmehrheit stieß dies auf Ablehnung. Dies wurde vor allem dann deutlich, wenn die Zuwanderer muslimischer Herkunft begannen, in Deutschland Fuß zu fassen durch Entwicklung einer eigenen Infrastruktur, wie etwa Moscheebauten, Geschäften und Vereinen. Von den verantwortlichen Politikern wurde dies nicht als Zeichen von Integration angesehen, sondern als Bildung einer muslimischen Parallelgesellschaft. Allerdings wurde den Muslimen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben verwehrt, es sei denn, sie praktizierten ihren Glauben nicht. Viele von ihnen, vor allem Türken, bildeten in Großstädten eigene Ghettos mit nahezu homogener Infrastruktur. Nur wenige hatten damals geschafft, unter Aufgabe der eigenen Identität in der deutschen Politik aktiv zu werden. Die türkische und die arabische Jugend hatte größtenteils kaum Bildungschancen und kaum eine Perspektive. Vor allem nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 gegen zwei Wolkenkratzer auf dem Gelände des heutigen Freedomtower in New York City, verübt durch islamische Attentäter, erregten durch türkische Migranten verursachte Probleme allmählich die Aufmerksamkeit der deutschen Öffentlichkeit, wie z.B. Ehrenmorde, Zwangsheirat oder das Wiederaufstarken des islamischen Fundamentalismus in den türkischen Ghettos deutscher Großstädte. So beschlossen die damaligen Politiker, mit Hilfe der wenigen Politiker muslimischer Herkunft die Einleitung einer "Integrationspolitik". Auch Nachbarländer wie Frankreich oder die Niederlande hatten mit Migrationsproblemen zu kämpfen. Im Herbst 2005 kam es in Paris zu Revolten arabischer Jugendlicher, was die Länder in Westeuropa dazu brachte, über die Integrationsprobleme in ihrem jeweiligen Land nachzudenken.

Im 21. Jahrhundert wurde die Integrationspolitik immer bedeutender. 2006 fand die erste Islamkonferenz in Deutschland statt, doch die Integrationspolitik scheiterte. Dazu trugen auch die immer weiter sinkende Geburtenrate der Deutschen einerseits und der Geburtenüberschuß der muslimischen Bevölkerung in Deutschland andererseits zu. Die sich immer stärker vermehrende muslimische Bevölkerung Deutschlands sah sich von den wenigen Muslimen im deutschen Bundestag nicht vertreten und gründete eigene Parteien, welche schon in den 2020er Jahren in den Bundestag einzogen. Vor allem Parteien, die sich aus Türkischstämmigen formierten, machten sich im Bundestag stark. Der Einzug politischer Parteien mit Migrationshintergund jedoch verschärfte das Integrationsproblem nur noch mehr, statt es zu lösen. Es wurden allmählich Forderungen vor allem der türkischstämmigen Bevölkerung laut. Deutsche Politiker mußten sich Unterstellungen gefallen lassen, wie etwa, fremdenfeindliche Integrationspolitik zu betreiben. Das Bundesverfassungsgericht fand dennoch keine verfassungsfeindlichen Tendenzen in Parteien mit Migrationshintergrund.

Noch weiter verschärft wurde der Konflikt zwischen der deutschstämmigen und der türkischstämmigen Bevölkerung, als der deutsche Bundestag 2030 den Islam offiziell als Religionsgemeinschaft anerkannte. Nun durften Moscheen je nach Bedarf gebaut werden und der Muezzin durfte zunächst dreimal, doch schon bald fünfmal am Tag öffentlich zum Gebet rufen, trotz bundesweiter Proteste der Deutschstämmigen. Auch die Türken waren nicht ganz zufrieden, weil die Islamische Religionsgemeinschaft zunächst verpflichtet wurde, Predigten nur in deutscher Sprache abzuhalten. Das seit Jahren nicht gelöste Problem der Arbeitslosigkeit junger Deutscher im Osten Deutschlands und die Perspektivlosigkeit türkischstämmiger Jugendlicher führte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu vermehrten Straßenschlachten zwischen türkischen Nationalisten und deutschen Skinheads. Im Sommer 2033 kamen türkische Jugendliche, die Anhänger der rechtsextremen Grauen Wölfe waren, aus Westdeutschland mit 10 Bussen nach Cottbus angereist, um sich in den Vorstädten Straßenschlachten mit deutschen Skinheads zu liefern. Die Polizei versuchte einzugreifen, blieb jedoch machtlos. Etwa 73 türkische Jugendliche und 18 deutsche Skinheads kamen in den Straßenschlachten des Jahres 2033 in Cottbus ums Leben.

Mitte des 21. Jahrhunderts eskalierten die Straßenschlachten zu gegenseitigen Pogromen und Terroranschlägen. Es drohte ein Bürgerkrieg auszubrechen. Zu diesem Zeitpunkt bildeten die Menschen mit Migrationsabstammung die knappe Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland, die meisten davon mit muslimischem Hintergrund, da die deutsche Bevölkerung infolge zunehmender Geburtendefizite immer weiter zurückgegangen war. Dies spiegelte sich auch im Bundestag wider: Parteien mit Migrationshintergrund kamen an die Regierung und schlossen Koalitionen nur noch untereinander, während Parteien, die hauptsächlich von deutschstämmigen Politikern vertreten wurden, in die Opposition gedrängt wurden. Es wurden stimmen laut, Deutschland zu teilen. Türkischstämmige Politiker forderten im Westen Deutschlands, wo die Bevölkerungsgruppe mit Migrationsabstammung am stärksten vertreten war, einen eigenen Staat für diese Bevölkerungsgruppe, da nach ihrer Sicht ein friedliches Zusammenleben zwischen Menschen mit deutscher Abstammung und Menschen mit Migrationsabstammung auf die Dauer nicht mehr möglich war. Da Deutschland nicht mehr im Stande war, seinen Konflikt zwischen Deutschstämmigen und Migrationsstämmigen eigenständig zu lösen, wurde im Jahre 2047 der UN-Sicherheitsrat angerufen, welche nach Lage der Dinge ebenfalls für eine Teilung Deutschlands war. Gemäß dem UN-Teilungsplan sollten Teile Westdeutschlands und Süddeutschlands den Migranten überlassen werden. Nach einem bundesweiten Volksentscheid stimmte die Mehrheit der Migranten dem zu. Die deutschstämmige Bevölkerung hingegen boykottierte mehrheitlich die Teilnahme an diesem Volksentscheid, weil sie sich darin benachteiligt sah. Begründet wurde dies damit, daß unwirtlich gewordene Gebiete im Osten Deutschlands an sie vergeben werden sollten. Als am 14. Mai 2048 im Bundestag die Regierung, angeführt von der rechtslastigen Türkischen Volkspartei, den Staat „Republik Neutürkei“ ausrief, kam es zum Krieg. Türkischsstämmige Soldaten der Bundeswehr bekämpften ihre deutschstämmigen Kameraden, wobei türkische Milizen im westlichen Deutschland sich den Kämpfen anschlossen. Durch die größere Opferbereitschaft der türkischen Seite gerieten binnen kurzer Zeit Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg, Bremen (außer Bremerhaven) und der westliche Teil Berlins unter türkische Kontrolle. Die große Mehrheit der deutschstämmigen Bevölkerung in diesen Bundesländern flüchtete oder wurde ins verbliebene Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vertrieben. Dafür aber flüchtete die Mehrheit der Bevölkerung mit Migrantionshintergrund (vorwiegend Muslime) im verbliebenen Deutschland ins Staatsgebiet der jungen Neutürkei, das international anerkannt wurde. Die Länder der Europäischen Union enthielten sich zunächst, einzig die Türkei erkannte als erstes EU-Land den neuen Staat auf Mitteleuropa sofort an. Da das Reichstagsgebäude nun auf der türkischen Seite Berlins lag, mußte der verbliebene deutsche Staat seinen Regierungssitz ins östliche Teil Berlins verlegen. Im Staatsgebiet der Neutürkei wurde Frankfurt in Istiklalfurt** umbenannt und – aufgrund seiner zentralen Lage – zur Hauptstadt der jungen Republik gemacht. Nur noch 20% der Bevölkerung im Staatsgebiet der Neutürkei sind heute deutschstämmig, weitere 20% bilden Migrationsstämmige nichtmuslimischer Herkunft und die übrigen 60% Muslime (40% Türken, 18 % andere, 2% deutschstämmige Muslime), wöhrend im Gebiet des verbliebenen Deutschlands die heutige Bevölkerung zu 80% deutscher Abstammung und 20% anderer Abstammung (nur 2% Türken) sind. Beide Staaten – sowohl Deutschland als auch die junge Neutürkei – hatten nun ein Flüchtlingsproblem. Die Bevölkerung der jeweiligen Minderheit wurde schikaniert. Die einzige noch intakte Moschee im östlichen Berlin im Stadtteil Heinersdorf, das einst der Ahmadiyya Muslim Jamaat gehörte, jedoch aufgrund der Sezession aufgegeben wurde, und danach von den wenigen verbliebenen Muslimen im östlichen Berlin genutzt wurde, wurde nach einem Brandanschlag schwer beschädigt. Deutsche innerhalb der Neutürkei wurden vom Wehrdienst ausgeschlossen. Die Neutürkei entzog Deutschen, welche ins verbliebene Deutschland geflüchtet waren, das Rückkehrrecht.

Als die Deutsche Regierung 2067 mit Hilfe Frankreichs und der Niederlande beschloß, die Gewässer der Donau, der Elbe und des Rheins in sein Staatsgebiet umzuleiten, und die Schifffahrt nach Hamburg (das in Hamkale*** umbenannt wurde) an der Elbmündung zu kontrollieren, kam es zu einem erneuten Krieg. Binnen 6 Tagen besetzte die Neutürkei das gesamte Deutschland, in Frankreich das Elsaß sowie die südlichen Niederlande einschließlich des Rheindeltas. Rheinland-Pfalz und Bayern wurden ins neutürkische Staatsgebiet annektiert und die Bayrische Landeshauptstadt München provokativ in Mollakent**** umbenannt. Aufgrund der Besatzung von 2067 wurde die Deutsche Befreiungsorganisation gegründet, welche jahrelang Widerstand gegen die neutürkische Besatzung Widerstand leistete. Die Regierungen Frankreichs und der Niederlande erkannten, dass sie mit der Neutürkei verhandeln mußten. Die Neutürkei versprach, die besetzten Gebiete auf Frankreich und den Niederlanden bis 2082 zu räumen und die Nutzung des Rheinwassers für diese Länder freizugeben. Im Gegenzug sollten Frankreich und die Niederlande das Existenzrecht der Neutürkei anerkennen, dem später weitere EU-Länder folgen sollten. 2080 verlegte die Neutürkei seine Hauptstadt von Istiklalfurt nach Berlin, das danach in Neu-Ankara umbenannt wurde. International fand dies jedoch keine Anerkennung, so daß zwar bis heute Neu-Ankara die Funktion einer Hauptsstadt inne hat, international jedoch Istiklalfurt formell weiterhin als die Hauptstadt der Neutürkei gilt.

Die Tatsache, daß der Widerstand der Deutschen Befreiungsorganisation gegen die neutürkische Besatzung die Lage der deutschen Bevölkerung im besetzten Deutschland nicht verbesserte sowie die weit verbreitete Armut in deutschen Flüchtlingslagern führten 2087 schließlich zu einem großen Aufstand der deutschen Bevölkerung im besetzten Deutschland. Auslöser war der Zusammenstoß eines neutürkischen Militärlastwagens mit zwei deutschen Taxis am 8. Dezember jenes Jahres. Die radikalislamkritische Untergrundorganisation Station Dreizehn verübte terroristische Anschläge in Städten der Neutürkei. Ein fanatischer Anhänger jener Untergrundorganisation erschoß am 24. Februar 2094 in Hamkale in der Imam Ali Moschee mit einem Maschinengewehr 29 betende Muslime, anschließend wurde er selbst getötet.

Anfang der 2090er Jahre kam es zu Verhandlungen zwischen der Deutschen Befreiungsorganisation und der neutürkischen Regierung. In der norwegischen Hauptstadt Oslo wurde 2093 ein Abkommen unterzeichnet, in welchem den Deutschen die Räumung Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins zugesichert wurde. Die übrigen besetzten Gebiete Deutschlands sollten nach und nach geräumt werden, und Deutschland sollte den östlichen Teil Neu-Ankaras unter dem deutschen Namen der Stadt, nämlich Berlin, als seine Hauptstadt verwalten. Bis dahin hat die deutsche Regierung ihren Sitz provisorisch nach Schwerin verlegt. Dennoch kam die Region nicht zur Ruhe. Militante Deutsche u.a. die Republikaner verübten weiterhin Anschläge in der Neutürkei und leisteten vor allem im Saarland erbitterten Widerstand gegen neutürkische Besatzungstruppen, dass diese sich schließlich am 24. Mai 2100 vollständig aus dem Saarland zurückzogen. Als der Chef der neutürkischen Arbeiterpartei, Ali Akgün-Müller, der für die Massaker an der deutschen Bevölkerung im Saarland 2082 verantwortlich gemacht wird, im September 2100 den Dom in Kolonya***** (ehemals Köln), das einzig noch intakte römisch-katholische Gotteshaus in der Stadt, besuchte, löste dies einen erneuten Großaufstand innerhalb der besetzten Gebiete Deutschlands aus, bei dem bis heute Tausende ums Leben kamen. 2103 begann die Neutürkei Sperranlagen an der Grenze zu Deutschland zu bauen, um den anhaltenden Terroranschlägen deutscher Extremisten vorzubeugen. Kritiker bemängeln, daß die Neutürkei tief auf deutschem Gebiet jene Sperranlagen errichtet. Die deutsche Regierung in Schwerin wirft der Neutürkei mit ihrem Tun Landraub vor.

Als im Juli 2106 deutsche Extremisten im Grenzgebiet zwischen dem deutschen Saarland und der Neutürkei zwei neutürkische Soldaten entführten, rückten neutürkische Streitkräfte erneut ins Saarland ein, wobei tausende Zivilisten ums Leben kamen. Deutsche Extremisten im Saarland antworteten darauf mit verstärktem Raketenbeschuß auf neutürkisches Gebiet bis nach Manizkent (ehemals Mainz), wobei dutzende neutürkische Zivilisten ums Leben kamen. Das Vorgehen der Neutürkei im Saarland löste internationale Proteste aus. Die EU-Staaten bekräftigten, daß die Neutürkei das Recht hat, sich gegen ihre Angreifer zu verteidigen, welche ihr das Existenzrecht absprechen, riefen die Neutürkei aber gleichzeitig zur Verhältnismäßigkeit auf. Die Neutürkei verteidigte ihr Handeln damit, daß deutsche Extremisten seit Jahren vom Saarland aus neutürkisches Gebiet mit Raketen beschössen. Durch internationales Eingreifen ins Geschehen wurde beschlossen, daß das Grenzgebiet Saarlands zur Neutürkei durch internationale Truppen kontrolliert werden soll. Die Republikaner, welche am 25. Januar 2106 an den Bundestagswahlen teilgenommen und die absolute Mehrheit gewonnen hatten, wurden nach ihrer Regierungsbildung von der neutürkischen Regierung und von der EU niemals anerkannt, da die Republikaner das Existenzrecht der Republik Neutürkei nicht anerkannten und in ihrer Satzung die Vernichtung des Staates Neutürkei geschrieben steht. Da die Republikaner-Regierung Deutschlands dies verweigerte, wurde Deutschland aus der EU suspendiert. Da keine Einigkeit zwischen der eher gemäßigten Oppositionspartei CDU (welche das Existenzrecht der Neutürkei bereits anerkannt hatte) und der radikalen Republikaner herrschte, kam es innerhalb Deutschlands zu Straßenkämpfen zwischen Anhängern der CDU und der Republikaner. Der Streit wurde Anfang 2107 in Genf beigelegt und es wurde eine gemeinsame Regierung zwischen der CDU und den Republikanern gebildet. Allerdings wurde nicht darüber gesprochen, ob die Republikaner das Existenzrecht der Neutürkei nun anerkennen sollten. Die neue deutsche Regierung wurde seitens der Neutürkei und der EU wiederum nicht anerkannt. Am 1. Januar 2107 trat die Neutürkei der Europäischen Union bei. Dies ist der Grund, warum die EU noch einmal Druck auf die Republikaner in der deutschen Regierung ausübt, damit diese das Existenzrecht des neuen EU-Mitglieds Neutürkei ausdrücklich anerkennen, ansonsten Deutschland von einem Ausschluß aus der EU rechnen muß.

Aber es gibt auch kritische Stimmen innerhalb der Neutürkei. Ali Riza Özoguz wurde das Amt der Oberbürgermeisterschaft in Bremen entzogen, weil dieser die Siedlungspolitik der Neutürkei, bei welchem die Neutürkei Siedlungen für neutürkische Bürger in besetzten Gebieten Deutschlands errichtet, offen kritisierte. Des Weiteren befürwortet Özoguz eine versöhnliche Wiedervereinigung mit Deutschland. Die Aufteilung Deutschlands im Jahre 2048, so Özoguz, sei der größte Fehler innerhalb der deutschen Geschichte des 21. Jahrhunderts gewesen. Bremen, dessen Oberbürgermeister er war, wurde nach seiner Absetzung prompt in Kizilelma****** umbenannt, wogegen er sich während seiner Amtszeit strikt gewehrt hatte. Heute lehrt Özoguz als Privatdozent für Politikwissenschaften an verschiedenen Universitäten in beiden Ländern. Von neutürkischen Nationalisten wird er als Verräter und Nestbeschmutzer beschimpft.

Zwar bedarf es einer Volksentscheidung, wenn sich zwei Staaten vereinigen wollen, aber wie die Lage der Dinge einzuschätzen ist, scheint dies in weiter Ferne, da der Haß auf beiden Seiten enorm groß ist. Darüber hinaus befindet sich Deutschland in einer Zerreißprobe mit der EU, und es wiederum ein Fehlverhalten wäre, daß sie sich eigenhändig von der EU isoliert, das sie selbst vor 150 Jahren mitbegründet hat.


Anmerkungen:
*„Ayna“ (aus dem arabischen „Aineh“ = „Auge“) heißt „Spiegel“ und meint die genannte Zeitschrift
**„Istiklal“ heißt auf Türkisch „Unabhängigkeit“
***„kale“ heißt „Burg“ (vgl.: Hamburg - Hamkale)
****„Mollakent“ heißt „Mullahstadt“ oder „Gelehrtenastadt“ (vgl. „München“, dessen Name sich von „zu den Mönchen“ ableitet. Die türkische Bezeichnung für München ist „Munih“)
*****„Kolonya“ ist die veraltete türkische Bezeichnung für „Köln“. Heute Bezeichnung für Kölnischwasser.
******Mit „Kizilelma“ bezeichneten die Türken ihre Ideale, welche anzustreben waren. Es bezeichnet auch einen sagenhaften Ort, der durch Strebsamkeit zu erreichen ist.

Nachbemerkung:
Dieser Text stammt, anders als man auf den ersten Blick meinen könnte, nicht von einem bösen deutschen Neo-Nazi, sondern ausweislich der haarsträubenden Grammtikfehler, die ursprünglich in beinahe jedem Satz vorkamen und die Dikigoros stillschweigend korrigiert hat, von einem palästinensischen Asylanten. Im übrigen hält Dikigoros diese Zukunftsvision, falls die BRDDR-Machthaber ihre derzeitige Politik ungehindert fortsetzen können, für durchaus realistisch.


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