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*Chaplins Behauptung, er stamme mütterlicherseits von Zigeunern ab, ist ein Märchen. Chaplins jüdische Abstammung wird heute aus unerfindlichen Gründen geleugnet - möglicherweise weil man sie im "Dritten Reich" zu Zwecken "anti-semitischer" Propaganda einsetzte. Die damals verbreitete Ansicht, seine Mutter sei eine geborene Thonstein und stamme aus Galizien, ist allerdings zweifelhaft. Sein Großvater mütterlicherseits dürfte vielmehr seinen sefardischen Namen De[l]monte in "Hill" geändert haben, wie dies wegen des im viktorianischen England herrschenden Anti-Semitismus viele seiner Glaubensbrüder und Namensvettern taten. Seine jüdische Abstammung an sich steht jedoch außerhalb jeden vernünftigen Zweifels; andernfalls hätte er nicht auf dem Juden-Friedhof "Beth Olam" in Hollywood beerdigt werden können (ebenso wie seine Mutter Hannah - seit 1928 - und sein Sohn Charles Chaplin III - seit 1968). Um letzteres zu vertuschen, wird von gewissen Kreisen behauptet, Chaplin sei zunächst in Corsier-sur-Vevey beerdigt worden; dort hätten irgendwelche Diebe die Leiche gestohlen, um Lösegeld zu erpressen. (Einzige Quelle dafür sind die Memoiren von Peila Levy, die Dikigoros indes für wenig glaubwürdig hält: Sie hatte ja schon lange nichts mehr mit Chaplin zu tun - warum hätten die Diebe die Rückgabe seiner Leiche ausgerechnet ihr "anbieten" sollen?) Danach habe man, um eine Wiederholung zu verhindern, die Leiche irgendwo am Genfer See so tief vergraben, daß sie nie wieder jemand finden und entwenden könne.
Tatsächlich befindet sich in Vevey lediglich ein Denkmal auf Chaplin von John Doubleday.
Merkwürdigerweise wird dieser Eiertanz nur in Bezug auf Chaplin selber aufgeführt; dagegen bestreitet niemand, daß sein Halbbruder Sidney zumindest "Dreivierteljude" war, nämlich zu 50% durch die Mutter und zu mindestens 25% durch den Vater. Wie dieselben Biografen - die überwiegend selber Juden sind, wie Corn, Robinson, Untermeyer und Hale - angesichts dessen jegliche jüdische Abstammung Chaplins bestreiten können, bleibt ihr Geheimnis. **Anders als bei Chaplin - mit dem sie oft verglichen wurden - wuchs die Filmkarriere von "Laurel & Hardy" allerdings nicht auf Jeffersons eigenem Mist; das Rollenpaar dachte sich vielmehr 1927 der Produzent Hal Roach aus (wobei ihm wahrscheinlich eher "Pat & Patachon" Modell standen als Chaplin). In Deutschland wurden sie vor allem deshalb bekannt, weil ihre Klamotten die ersten Filme waren, welche die alliierten Besatzer nach dem Zweiten Weltkrieg für deutsche Kinos wieder zuließen. ***Wohlgemerkt der ganze Tramp. Mit einem Bowlerhat waren schon andere Schauspieler vor ihm aufgetreten, u.a. der junge Maurice Chevalier, bevor er sie durch einen Strohhut als sein "Markenzeichen" ersetzte.
Dikigoros setzt das in Anführungsstriche, denn er ist unsicher, ob nicht beide - "Melone" und "Panama" (auch das in Anführungsstrichen, denn die Dinger kamen nicht aus Panama, sondern aus Ecuador :-) - noch bis in die 1920er Jahre als ganz normale Kopfbedeckungen galten, jedenfalls in den USA. Auch ein Spazierstock und ein Schnurrbart waren an sich nichts Ungewöhnliches. Aber natürlich lief kein normaler Mensch in zu weiten Hosen, zu engem Gehrock und übergroßen Fußlatschen herum. ![]() À propos Maurice Chevalier. Dikigoros hat ihm keine eigene Webseite gewidmet, sondern nur diese Fußnote, zum einen aus den an anderer Stelle genannten Gründen (er war ja nicht nur Schauspieler, sondern auch Sänger), zum anderen, weil er ihn sonst - aus Altersgründen - hier an die erste Stelle hätte setzen müssen, vor Chaplin; und das gab er einfach nicht her. Aber er will wenigstens einige Parallelen erwähnen:
****Dikigoros verzichtet darauf, die Geschichte der UA im Haupttext weiter zu verfolgen - so bedeutend war sie zu Chaplins Zeiten denn doch nicht - und beschränkt sich auf diese Fußnote:
Angesichts steigender Verluste stieg Griffith 1924 aus, d.h. er verkaufte seine Anteile an Chaplin und die Fairbanks, die Joseph Schenck ins Boot holten. Dem gelang es zwar, Verträge mit Samuel Goldwyn, Darryl Zanuck u.a. Produzenten zu schließen, aber die begannen in den 1930er Jahren, ihre eigenen Verleihfirmen und Kinos aufzumachen. (Dikigoros schreibt darüber
an anderer Stelle
mehr, ebenfalls in einer Fußnote, Stichwort "vertikales Oligopol".) *****Dikigoros hat dazu an anderer Stelle mehr geschrieben; er braucht sich hier nicht zu wiederholen, da diese Erkenntnis - die er dort erstmals anzusprechen gewagt hat - sich allen Anfeindungen der politisch korrekten Gutmenschen zum Trotz mittlerweile so weit durchgesetzt hat, daß sie selbst auf der deutschsprachigen Seite von Wikipedia wieder gegeben wird (freilich ohne Nennung des Urhebers, aber auch ohne die sonst üblicherweise gegen ihn und seine Thesen gerichteten Anfeindungen :-) Inzwischen ist auch - wohl aus dem Nachlaß von Sydney Chaplin - die Urfassung des Films wieder aufgetaucht, mit den später auf Befehl der Zensurbehörden entfernten Szenen - vor allem der Schlußszene, in der wiederholt in großen Lettern "Liberty" als cynisches Motto des Regimes zu sehen ist -, aus denen sich noch deutlicher ergibt, daß nicht nur das Regime Hitlers, sondern auch das Roosevelts gemeint war. Letzterer empfand den Film denn auch als persönlichen Affront, während ersterer - der mehr Humor hatte - nach glaubhaften Zeugenberichten aus seinem näheren Umfand selbst die zensierte Fassung wiederholt anschaute und sich dabei köstlich amüsierte. ******Insbesondere in deutschen Publikationen wird von Juden, die in "Beth Olam" beerdigt sind, oft behauptet, sie seien auf dem "Hollywood Memorial Park Cemetery" [seit 1998: "Hollywood Forever Cemetery"] begraben. Auf genauere Nachfrage wird dann weiter behauptet, "Beth Olam" sei ein "Bestandteil" jenes Friedhofs. Richtig ist, daß "Beth Olam" zwar direkt an den Südwestteil des "HFC" grenzt, jedoch von diesem deutlich abgesetzt ist - in "Beth Olam" dürfen ausschließlich Juden beerdigt werden. (Selbst wenn Chaplin nicht dort beerdigt wäre, wäre das Grab seiner Mutter also hinreichender Beweis für sein Judentum, da dieses nach jüdischem Recht allein durch die Mutter vererbt wird.) "Beth Olam" hat auch einen separaten Eingang an der Gower Street und ist nur Angehörigen zugänglich, während der Eingang zum "HFC", der jedermann zugänglich ist, am Santa Monica Boulevard liegt.
*******So verweigerte z.B. ********Dikigoros hat sich oft gefragt, worin die Erfolg versprechende Gemeinsamkeit zwischen den Filmen Chaplins einerseits und Curtis' & Eltons andererseits lag: Erstere waren doch überwiegend Stummfilme, während letztere ihre Komik überwiegend aus witzigen Wortspielen bezogen (die heuer meistenteils als "hate speech" verboten, bisweilen sogar als schwere Straftaten ("hate crime") mit Gefängnisstrafen bedroht sind). Vielleicht war es eine spezifische Mischung aus britischem und jüdischem Humor in den Drehbüchern, der auch bei den Gojim ankam? An den Schauspielern kann es jedenfalls nicht gelegen haben; als solche waren sowohl Chaplin als auch Robinson nur Mittelmaß; und Atkinson war nicht nur in anderen Rollen, sondern auch als "Blackadder" in der 1. Staffel (die er selber geschrieben hatte) allenfalls leicht überdurchschnittlich. weiter zu Heinz Rühmann zurück zu Schauspieler des 20. Jahrhunderts heim zu Von der Wiege bis zur Bahre |