Marlon Brando (03.04.1924 - 01.07.2004) Tabellarischer Lebenslauf

MARLON BRANDO

(03.04.1924 - 01.07.2004)

[Marlon Brando 1955]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1924
03. April: Marlon Brando iun. wird als j´┐Żngstes von drei Kindern und einziger Sohn des Handlungsreisenden Marlon Brando sen. und seiner Ehefrau Dorothy, geb. Pennebaker, in Omaha/Nebraska geboren. Beide Eltern sind Alkoholiker.

1930
Die Familie zieht nach Evanston/Illinois.


1936-38
Brando und seine Geschwister leben bei seiner Gro´┐Żmutter m´┐Żtterlicherseits in Santa Ana/Kalifornien.

1938
Die Familie zieht nach Libertyville/Illinois; auf der elterlichen Pferdefarm lernt Brando reiten.

1941-43
Brando besucht die Shattuck Military Academy (Kadettenanstalt) in Faribault/Minnesota, von der er nach diversen Disziplinarverst´┐Ż´┐Żen verwiesen wird; er bleibt ohne Schulabschlu´┐Ż.
Wegen einer Verletzung wird er milit´┐Żrdienst-untauglich geschrieben, so da´┐Ż ihm ein Einsatz im Zweiten Weltkrieg erspart bleibt.

1943
Brando geht nach New York, wo er zun´┐Żchst die New School des Regisseurs Erwin Piscator besucht und Schauspielunterricht bei Stella Adler nimmt; auch diese Schule mu´┐Ż er nach einem Jahr wegen Disziplinarverst´┐Ż´┐Żen wieder verlassen.

1944-46
Brando bleibt jedoch in New York und schl´┐Żgt sich mit kleineren Rollen in Broadway-Auff´┐Żhrungen durch.


1946
Brando spielt einen zionistischen Freiheitsk´┐Żmpfer in "A Flag is Born" und macht sich damit bei den - damals noch mehrheitlich pro-israelischen - Juden der USA und den von ihnen kontrollierten Medien beliebt.


1947/48
Brando gelingt der Durchbruch am Theater mit der Rolle des Stanley Kowalski in "A Streetcar Named Desire" [dts.: "Endstation Sehnsucht"] von Tennessee Williams unter der Regie von "Elia Kazan".
(Der in Konstantinopel geborene "D´┐Żnme" [sefardische Jude] Elias Kazancioğlu ist - ´┐Żhnlich wie "George Orwell" und "Ignazio Silone" - vom Kommunisten zum Anti-Kommunisten gel´┐Żutert und unterst´┐Żtzt sp´┐Żter auch die Bem´┐Żhungen von Senator Carthy, Hollywood von "un-amerikanischen", d.h. kommunistischen Elementen zu s´┐Żubern - was ihm den lebenslangen Ha´┐Ż der linken Film- und Medien-Mafia eintr´┐Żgt.)


1949/50
Brando erh´┐Żlt die Hauptrolle in dem Nachkriegsfilm "The Men" [dts.: "Die M´┐Żnner"], der zum Flop ger´┐Żt.
Nach dem Krieg ist vor dem Krieg. Als der Film in die Kinos kam, waren die USA gerade in den Koreakrieg eingetreten - wer will in einem solchen Augenblick schon an das Schicksal der Kriegsversehrten erinnert werden?


1950/51
Mit Kazans Verfilmung von "A Streetcar Named Desire" schafft Brando - an der Seite von Vivien Leigh - auch den Durchbruch beim Kino-Publikum.


1952
Brando spielt - wieder unter der Regie von Kazan - die Titelrolle in "Viva Zapata!" (nach John Steinbeck).
Brando spielt (mit Hilfe dunkler Gesichtscreme :-) den Mestizen Emiliano Zapata sehr eindrucksvoll. Dikigoros h´┐Żtte dem Film eine Webseite seiner Sammlung Die [un-]sch´┐Żne Welt der Illusionen gewidmet - zumal es einiges zur historischen [Un-]Richtigkeit des Drehbuchs anzumerken g´┐Żbe -, wenn Brando nicht zu viele historische (und pseudo-historische :-) Pers´┐Żnlichkeiten gespielt h´┐Żtte, um ausgerechnet mit dieser identifiziert zu werden.


1953
Brando spielt den Marc Anton in Joseph Mankiewicz' Verfilmung von Shakespeares Drama "Julius Caesar" - eine glatte Fehlbesetzung, nicht nur nach einhelliger Auffassung der Kritiker, sondern auch Brandos selber. (Er h´┐Żtte besser den Brutus gespielt :-)


Brando spielt den Johnny in "The Wild One" [dts.: "Der Wilde"]. Obwohl der Film keinen gro´┐Żen kommerzieller Erfolg hat, wird die Rolle des Anf´┐Żhrers einer Motorradfahrer-Bande zum pr´┐Żgenden Vorbild f´┐Żr eine ganze Generation halbstarker "Rocker". (Angeblich soll Brando damit auch James Dean und Elvis Presley stark beeinflu´┐Żt haben.)


1954
Brando spielt - erneut unter der Regie von Kazan - die Hauptrolle - den Hafenarbeiter Terry Malloy - in "On the Waterfront" [dts.: "Die Faust im Nacken", wobei Brando durch Harald Juhnke synchronisiert wird], f´┐Żr die ihm im folgenden Jahr ein Academy Award ("Oscar") verliehen wird.


Brando spielt die m´┐Żnnliche Hauptrolle - Napol´┐Żon Bonaparte - in "D´┐Żsir´┐Że", der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Annemarie Selinko aus dem Jahre 1951.


1955
Brando spielt - an der Seite von Frank Sinatra - den Sky Masterson in dem Film-Musical "Guys and Dolls" [dts.: "Schwere Jungen, leichte M´┐Żdchen"].
("Ellos y Ellas", die spanischsprachige Fassung des Films - der auf Kuba spielt - wird 1959 vom Castro-Regime als "Verherrlichung" der Zust´┐Żnde unter Batista verboten.)


Brando gr´┐Żndet eine eigene Produktions-Gesellschaft, die er nach dem Geburtsnamen seiner Mutter "Pennebaker Productions" nennt.

1956
Brando spielt - an der Seite von Machiko Kyō - den japanischen (!) Dolmetscher Sakini in der Kom´┐Żdie "The Teahouse of the August Moon" (nach dem gleichnamigen Roman von Vern Sneider).


1957
Oktober: Brando heiratet die bengalische Schauspielerin Anna Kashfi.
(Aus der Ehe, die 1959 geschieden wird*, geht ein Sohn hervor, der sp´┐Żter als M´┐Żrder des Liebhabers seiner Halbschwester Schlagzeilen macht.)


Dezember: Brando spielt die m´┐Żnnliche Hauptrolle - einen amerikanischen Besatzungs-Offizier in Japan - in dem Liebesfilm "Sayonara" (nach James Michener), der an den Kinokassen ein gro´┐Żer Erfolg wird - sein einziger als Produzent.
Er f´┐Żhrt das (wohl irrt´┐Żmlich) auf seine Thematisierung der "vorurteilsfreien" Liebe zwischen Angeh´┐Żrigen unterschiedlicher Rassen zur´┐Żck.**

1958
Brando spielt einen b´┐Żsen deutschen Nazi-Offizier in "The Young Lions".


(Es ist bedauerlich, da´┐Ż Brando nie den Benito Mussolini spielte - dem er hier doch ´┐Żu´┐Żerlich recht ´┐Żhnlich sah, und der auch ein gro´┐Żer Freund junger L´┐Żwen war :-)

1959
Brando spielt den Valentine Xavier in "The Fugitive Kind" (ebenfalls nach Tennessee Williams).


1960
Juni: Brando heiratet in 2. Ehe die deutlich ´┐Żltere mexikanische Schauspielerin Maria ("Movita") Doyle, geb. Castañeda (1916-2015).
(Aus der Ehe, die Brando 1968 wegen Bigamie - sie war von ihrem ersten Mann lediglich "separated", aber nicht "divorced" - anullieren l´┐Ż´┐Żt, gehen eine Tochter und ein Sohn hervor, der sp´┐Żter Gorilla Leibw´┐Żchter Bodyguard des schwarzen P´┐Żderasten p´┐Żdofilen Pop-S´┐Żngers Michael Jackson wird, mit dem Brando eine enge SchwulenM´┐Żnner-Freundschaft verband.)


1961
Brando spielt die m´┐Żnnliche Hauptrolle - den Revolverhelden Rio - in "One-eyed Jacks" [dts.: "Der Besessene", sp´┐Żter "Noch h´┐Żnge ich nicht"], einem langweiligen (angeblich der Lebensgeschichte von "Billy the Kid" nachempfundenen) Western ohne richtiges Ende, in dem er auch Regie f´┐Żhrt. Von der Kritik hoch gelobt***, wird er an den Kinokassen zum Flop, der Brandos "Pennebaker Productions" einen Millionen-Verlust eintr´┐Żgt.


1962
Brando spielt f´┐Żr die damalige Rekordgage von 1,25 Mio US-$ den Fletcher Christian in der Neuverfilmung von "Mutiny on the Bounty" [dts.: "Die Meuterei auf der Bounty"].


Der Film, der - nicht zuletzt durch Brandos wiederholte Einmischungen in Drehbuch, Besetzung und Regie - seinen beiden Vorg´┐Żngern ("In the Wake of the Bounty" von 1933 mit Errol Flynn und "Mutiny on the Bounty" von 1935 mit Clark Gable) ebenso wenig das Wasser reichen kann wie der sp´┐Żteren Neuverfilmung von 1984 ("The Bounty" mit Mel Gibson), tr´┐Żgt MGM einen beinahe ruin´┐Żsen Verlust von rund 10 Mio US-$ (entsprechend ca. 200 Mio Euro nach der W´┐Żhrungsreform von 2002) ein und - neben "Cleopatra" - ma´┐Żgeblich dazu bei, da´┐Ż Hollywood f´┐Żr die n´┐Żchsten Jahrzehnte auf Monumentalfilme mit kostspieliger Starbesetzung verzichtet.
August: Brando heiratet in 3. Ehe die polynesische Schauspielerin Tarita Teriipaia, die er bei den ´┐Żber zwei Jahre dauernden Dreharbeiten auf Tahiti und Bora Bora kennen gelernt hat. (Aus der Ehe, die 1972 geschieden wird, gehen zwei Kinder hervor.)

1963
Brando spielt den US-amerikanischen Botschafter Harrison Carter MacWhite in "The Ugly American". Wiewohl von der Werbung als "seine st´┐Żrkste Rolle" und "das explosivste [wichtigste] Abenteuer unserer Zeit" angek´┐Żndet, kann die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Eugene Burdick und William Lederer diesem nicht das Wasser reichen.
Einige Passagen des Drehbuchs wurden offenbar nur geschrieben, damit Brando darin besonders brillieren konnte - was er auch tat; aber durch diese Hinzuf´┐Żgungen - und die Streichung anderer, viel wichtigerer Passagen - wurde die Buchvorlage weitgehend verf´┐Żlscht, nicht nur vom Schauplatz - Vietnam statt Barmā (wobei in Thailand gedreht wurde, aber f´┐Żr US-Amerikaner sehen ja alle "Schlitzaugen" gleich aus :-) -, sondern auch von der Grundtendenz her. Gleichwohl ging diese Fehlinterpretation ins allgemeine Bewu´┐Żtsein nicht nur der Kinog´┐Żnger ein.


August: Brando l´┐Ż´┐Żt sich - wie viele seiner Kollegen aus Film- und Show-business, u.a. Charlton Heston - zur Teilnahme am "Marsch auf Washington" des schwarzen Ha´┐Żpredigers Michael King ("Martin Luther King") gewinnen, wohl guten Glaubens, da´┐Ż es den Organisatoren dabei lediglich um die "B´┐Żrgerlichen Rechte" der Schwarzen ginge.

1964
Brando spielt eine der m´┐Żnnlichen Hauptrollen - den Freddy - in der Kom´┐Żdie "Bedtime Story".


1965
Brando spielt den falschen SS-Offizier "Hans Keil" alias Robert Crain in dem anti-deutschen Kriegsfilm "Morituri".
Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Werner J. L´┐Żddecke; obwohl als "autobiografisch" beworben, d´┐Żrfte die abstruse Geschichte ´┐Żberwiegend frei erfunden sein.


Brando pachtet das idyllische Tetiaroa-Atoll im Norden von Tahiti, das er bei den Dreharbeiten zu "Mutiny On the Bounty" kennen gelernt hat, auf 99 Jahre als Privatbesitz.


1966
Brando spielt den gl´┐Żck-(und gegen´┐Żber einem Lynchmob macht-)losen Sheriff Calder in dem Western "The Chase" [dts.: "Ein Mann wird gejagt"] und den verhinderten Pferdez´┐Żchter Matt Fletcher in dem Western "The Appaloosa" [dts.: "S´┐Żdwest nach Sonora"].


1967
Brando spielt Hauptrollen in Chaplins letztem Film "A Countess from Hong Kong" [dts.: "Die Gr´┐Żfin von Hongkong"] - an der Seite von Sophia Loren - und in "Reflections in a Golden Eye" [dts.: "Spiegelbild im goldenen Auge"] - an der Seite von Elizabeth Taylor.


1968
Brando spielt zweitrangige Rollen in "Candy" und "The Night of the Following Day".


(Angeblich lehnt er die Hauptrolle in Kazans "The Arrangement" ab, um sich ganz der Trauer f´┐Żr den erschossenen King sowie dem Kampf f´┐Żr die Gleichberechtigung der Schwarzen zu widmen.)

1969
Brando spielt die Hauptrolle in Gillo Pontecorvos [Anti-]Kolonialfilm "Burn!" [dts. und itl.: "Queimada"], den er sp´┐Żter als seinen Lieblingsfilm bezeichnet, der jedoch an den Kinokassen flopt.
(Brando behauptet sp´┐Żter auch, da´┐Ż er hier eine seiner st´┐Żrksten schauspielerischen Leistungen abgeliefert habe. Andere behaupten, da´┐Ż er durch seine st´┐Żndigen Einmischungen die Dreharbeiten unn´┐Żtig verz´┐Żgert und verteuert habe. Tatsache ist, da´┐Ż seine "Performance" nicht gerade berauschend ist und da´┐Ż der Film eine gute Idee - aufzuzeigen, wie Revolutionen und Revoluti´┐Żnchen "gemacht" werden - weitgehend verschenkt.)


1970
Brando spielt die Hauptrolle in "The Nightcomers".


1972
Brando spielt die Hauptrolle - Don Vito Corleone - in Francis Coppolas Verfilmung des Mafia-Romans "The Godfather" [dts.: "Der Pate"] von Mario Puzo, f´┐Żr die er eigentlich 20 Jahre zu jung ist. (Da er jedoch schon au´┐Żerordentlich fett, verlebt und gealtert aussieht, hat er damit keine ernsthaften Probleme :-) Es wird Brandos erfolgreichste und bekannteste Rolle.


Brando spielt - neben Maria Schneider - die m´┐Żnnliche Hauptrolle in Bernardo Bertoluccis "Ultimo tango a Parigi" [dts.: "Der letzte Tango in Paris", engl.: "Last Tango in Paris"].
Der langweilige und in der R´┐Żckschau eher harmlose Streifen macht als "Sexfilm" Skandal und wird so zum Kassenerfolg.


1973
Brando wird f´┐Żr "The Godfather" erneut ein Oscar verliehen. Zur Verleihung erscheint er nicht, sondern schickt eine als Oglala-Sioux verkleidete Frau, die behauptet, Apatschin zu sein und "Little Feather [Kleine Feder]" zu hei´┐Żen. Er l´┐Ż´┐Żt sie verk´┐Żnden, da´┐Ż er den Oscar nicht annehme, im allgemeinen, da die b´┐Żse Film-Industrie die armen Indianer immer so schlecht darstelle, und im besonderen wegen der schrecklichen Ereignisse am "Wounded Knee".****
Danach erleidet Brandos Filmkarriere einen merklichen Knick. (Allerdings bem´┐Żht sich die US-Film-Industrie in den folgenden Jahren tats´┐Żchlich, die Indianer in ein besseres Licht zu r´┐Żcken, wobei sie z.T. von einem Extrem ins andere f´┐Żllt; insofern hat Brandos Aktion ihr Ziel durchaus erreicht. In der deutschen Film-Industrie hat es solche Probleme nie gegeben; sie ist von je her indianerfreundlich - in guter alter Karl-May-Tradition :-)

1976
Brando spielt eine der beiden Hauptrollen - neben Jack Nicholson - in Arthur Penns Western "The Missouri Breaks" [dts.: "Duell am Missouri"].


Gary Carey ver´┐Żffentlicht eine Brando-Biografie mit dem Untertitel "The Only Contender" (in Anspielung auf eine Passage aus "On the Waterfront"); darin outet er ihn als bi-sexuell.*****


1978
Brando spielt Jor-El - den Vater des Titelhelden - in "Superman".


1979
Brando spielt die Hauptrolle - den verr´┐Żckten Oberst Kurtz - in Francis Coppolas [Anti-]Vietnam-Kriegsfilm "Apocalypse Now".


(Nach Wiedereinf´┐Żhrung des Kapitalismus in Vietnam und - inoffizieller - R´┐Żckbenennung von "Ho-Chi-Minh-Stadt" in "Saigon" erh´┐Żlt dessen gr´┐Ż´┐Żter Devisen-PuffNachtclub den Namen "Apocalypse Now" :-)

1980
Brando spielt den ´┐Żl-Multi Adam Steiffel in "The Formula". Es ist seine letzte gro´┐Że Rolle; danach kommt seine Filmkarriere f´┐Żr mehrere Jahre zum Erliegen.


Anna Kashfi ver´┐Żffentlicht ihre wenig schmeichelhaften Erinnerungen an Brando unter dem Titel "Brando For Breakfast".


1989
Brando spielt den anti-wei´┐Żen RassistenAnwalt Ian McKenzie in "A Dry White Season" [dts.: "Wei´┐Że Zeit der D´┐Żrre"].


1990
Brando spielt den Carmine Sabatini in "The Freshman".


1992
Brando spielt den Tomas de Torquemada in "Christopher Columbus".


1994
September: Brando ver´┐Żffentlicht seine Memoiren unter dem Titel "Songs My Mother Taught Me".
Darin kommt u.a. Charles Chaplin schlecht weg, den er als "Sadisten", "Ehetyrannen" und "Kinderf...er" beschreibt. Der 1977 verstorbene kann sich dagegen nicht mehr wehren; aber die Medien - besonders die j´┐Żdischen - greifen Brando darob scharf an (obwohl Chaplin ja angeblich gar kein Jude war :-). Auch Dikigoros wundert es ein wenig, da´┐Ż ausgerechnet jemand, der selber ein gest´┐Żrtes Verh´┐Żltnis zu Frauen hatte, also gewisserma´┐Żen im Glashaus sa´┐Ż, den ersten Stein auf Chaplin warf.


Oktober: Peter Manso - unter "Celebrities" gef´┐Żrchteter Biografienschreiber - ver´┐Żffentlicht "Brando - The Biography". Ebenso umfangreich wie kritisch gilt es bald als Standardwerk.

1995
Brando spielt den Jack Mickler in ""Don Juan DeMarco".


1996
Brando spielt den Dr. Moreau in "The Island of Dr. Moreau".


April: Brando beklagt in einer Sendung des US-Nachrichtensenders CNN den ´┐Żberm´┐Ż´┐Żigen Einflu´┐Ż der Juden auf die Medien im allgemeinen und auf Hollywood im besonderen und entfacht damit einen Sturm der Emp´┐Żrung im Wasserglas der ver´┐Żffentlichten Meinung (der seine Behauptung - die im Grunde genommen nur ungl´┐Żcklich formuliert und aus dem Zusammenhang gerissen war - best´┐Żtigt).

1997
Brando spielt den McCarthy in "The Brave".


1998
Brando spielt den Sven S´┐Żrensen in "Free Money".


2001
Brando spielt seine letzte Filmrolle in "The Score" - im Schatten von Robert de Niro und Edward Norton.


Patricia Bosworth ver´┐Żffentlicht "Marlon Brando. A Biography".

2004
April: In Vorahnung seines Todes verf´┐Żgt Brando testamentarisch, da´┐Ż er nicht in Hollywood beerdigt werden soll. (Er glaubt, er sei noch immer so popul´┐Żr, da´┐Ż Millionen Menschen zu seinem Grab Pilgern w´┐Żrden, was ihm unangenehm w´┐Żre.) Vielmehr soll seine Leiche verbrannt und die Asche ´┐Żber das Tetiaroa-Atoll verstreut werden.
01. Juli: Marlon Brando stirbt in Los Angeles. Die Erben verstreuen seine Asche wunschgem´┐Ż´┐Ż - und medienwirksam - ´┐Żber das Tetiora-Atoll.
(Anschlie´┐Żend beginnen sie mit den Planungen f´┐Żr einen Luxus-Hotel-Komplex - "The Brando" - dortselbst. Die Suche nach Geldgebern f´┐Żr das kostspielige Projekt ziehen sich ´┐Żber Jahre hinaus; er´┐Żffnet wird es erst am 10. Todestag Brandos :-)

2006
Darwin Porter ver´┐Żffentlicht "Brando Unzipped".
Tarita Teriipaia ver´┐Żffentlicht "Marlon Brando, mon amour, ma d´┐Żchirure" [dts.: "Marlon, meine Liebe, mein Leid"]. Darin behauptet sie, da´┐Ż sie die Beziehung zu Brando auch nach ihrer Scheidung noch bis zu dessen Tod heimlich fortgesetzt habe.


2013
Nancy K. Peardon ver´┐Żffentlicht "Marlon Brando. A Memoir". Beworben als die Erinnerungen einer "Insiderin", ja "Vertrauten", ist schwer abzusch´┐Żtzen, was an dem Buch Wahrheit und was Aufschneiderei ist. (Sicher ist nur, da´┐Ż es ein sehr markantes Titelbild Brandos aufweist und da´┐Ż N.P. die Tochter - und Helferin - seines Zahnarztes war :-)


*Brando - der nicht mit wei´┐Żen Frauen "konnte" - trennte sich sofort von ihr und leitete die Scheidung ein, nachdem ihre Mutter ihm erz´┐Żhlt hatte, da´┐Ż sie richtig Joan O'Callaghan hei´┐Że, in Cardiff geboren sei und da´┐Ż ihr Vater kein Bengale, sondern ein Ire - ihr Ehemann William O'Callaghan - sei. Anna Kashfi blieb jedoch ihr Leben lang dabei, da´┐Ż sie Halbinderin sei, n´┐Żmlich das uneheliche Kind ihrer Mutter und eines Bengalen namens Devi Kashfi, in Dārjīling geboren, und da´┐Ż William O'Callaghan lediglich ihr Stiefvater sei. Die Wahrheit ist schwer festzustellen: Die Mutter h´┐Żtte als Wei´┐Że eine au´┐Żereheliche Aff´┐Żre mit einem "Eingeborenen" unm´┐Żglich zugeben k´┐Żnnen; und Gentests gab es noch nicht. Unstreitig - aber wenig beweiskr´┐Żftig - ist, da´┐Ż sie in den 1930er Jahren in Kålkattā und in den 1940er Jahren in Cardiff lebte. Freilich sah ihre Tochter eher wie eine Bengalin aus denn wie eine Engl´┐Żnderin oder gar Irin:

**1992 wurde das M´┐Żrchen verbreitet, "Bodyguard" sei der erste Hollywood-Film, in dem die Hauptdarsteller ein gemischt-rassiges Liebespaar spielten; tats´┐Żchlich lag dieses Experiment schon 35 Jahre zur´┐Żck. Allerdings handelte es sich um einen Betrug am Zuschauer: Sowohl Marlon Brando als auch seine Partnerin, die Kanadierin Patricia Owens, waren - entgegen dem Filmplakat, das einen "exquisiten neuen japanischen Star" verspricht - reinrassige Wei´┐Że.
(Miyoshi 'Nancy' Umeki war zwar geb´┐Żrtige Japanerin, spielte jedoch nur eine Nebenrolle - f´┐Żr die sie auch einen Oscar gewann.)

Der erste Hollywood-Film, in dem die beiden Hauptrollen auch gemischt-rassig besetzt wurden, war "The Omega Man" von 1971 mit Charlton Heston und Rosalind Cash.

***Brando erh´┐Żlt f´┐Żr seine Regie auf dem Filmfestival von San Sebasti´┐Żn 1961 die Goldene AnanasMuschel. (Aus unerfindlichen Gr´┐Żnden ist dies auch der Lieblings-Western von Frau Dikigoros :-)

****Am Wounded Knee Creek (South Dakota) hatte 1890 eine Einheit des 7. Kavallerie-Regiments einige hundert Anh´┐Żnger des geistig umnachteten, zwei Wochen zuvor get´┐Żteten Ex-H´┐Żuptlings "Sitting Bull" get´┐Żtet, nachdem ein Indianer, den sie entwaffnen wollten, einen Schu´┐Ż auf sie abgegeben hatte - willkommener Vorwand f´┐Żr eine ´┐Żberreaktion, die sp´┐Żter zum "Massaker" aufgebauscht wurde. Im Februar 1973 ´┐Żberfielen Terroristen des "American Indian Movement (AIM)" die demokratisch gew´┐Żhlte Regierung des Indianer-Reservats Pine Ridge, nahmen Geiseln und riefen eine unabh´┐Żngige "Oglala Nation" aus. Die US-Regierung, die sich nicht in die Angelegenheiten des autonomen Reservats einmischen wollte, lie´┐Ż die Gegend lediglich von der Nationalgarde abriegeln. Eine einseitige Medienkampagne f´┐Żhrte zur Verherrlichung der "Aktivisten", vor allem nachdem ein (!) Terrorist von einer verirrten Gewehrkugel der Nationalgarde get´┐Żtet wurde und so zum "Martyrer" hoch gejubelt werden konnte. Im Mai 1973 kapitulierten die Terroristen. Die Anf´┐Żhrer hatten Gl´┐Żck: sie wurden vor US-Gerichte gestellt und zu milden Haftstrafen verurteilt (von denen nicht eine einzige voll abgesessen wurde). Die Mitl´┐Żufer hatten weniger Gl´┐Żck: sie wurden von ihren Blutsbr´┐Żdern entweder gleich gelyncht oder in Gef´┐Żngnisse des autonomen Reservats geworfen und dort sp´┐Żter ermordet - ohne da´┐Ż dies jemals thematisiert worden w´┐Żre, schon gar nicht von Brando & Co.

*****Brando heiratet danach nicht wieder. Allerdings hat er noch mehrere Kinder, u.a. mit seiner guatemaltekischen - nach anderen Quellen: puertorikanischen - "Haush´┐Żlterin" Maria Cristina Ruiz. Er bleibt stets seiner Linie treu, sich nicht mit wei´┐Żen Frauen zu liieren. Sein einziges wei´┐Żes Kind ist die von ihm adoptierte Tochter seiner "Assistentin" Caroline Barrett - deren leiblicher Vater er aber wohl nicht ist. Auffallend ist Brandos Spleen, seinen S´┐Żhnen ausl´┐Żndische M´┐Żdchen-Namen zu geben, wie "Devi" oder "Miko".


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