"MARILYN  MONROE"

[Norma Jean Baker]

(1926 - 1962)

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1926
01. Juni: Norma Jean[e] Baker wird als drittes Kind von Gladys Mortenson (geb. Monroe, gesch. Baker) in Los Angeles geboren.* Da ihre Großmutter Della Monroe im folgenden Jahr stirbt und ihre Mutter - die als Filmtechnikerin** bei den Consolidated Film Industries in Hollywood arbeitet - bald in die Nervenheilanstalt eingeliefert wird, wächst sie bei wechselnden Pflege-Eltern und im Waisenheim auf.


1942
Juni: Norma heiratet den Sportlehrer James ("Jim") Dougherty. (Die Ehe bleibt kinderlos und wird 1946 geschieden.)


1944
Norma wird für die US-Kriegsindustrie zwangsverpflichtet. Dabei entdeckt sie der Fotograf David Conover, der Rüstungs-Arbeiterinnen als Modelle für die Soldaten-Illustrierte Yank sucht. Ihr Bild kommt aufs Titelblatt und begründet ihrer Karriere als Fotomodell.


Bald ziert sie auch die Titel- und Innenseiten mehr oder weniger halbseidener Magazine und Kalender.


1946
Juli: Norma erhält einen Ausbildungsvertrag bei der 20th Century-Fox. Sie färbt ihr Haar hellblond - angeblich für eine Shampoo-Werbung - und nimmt den Künstlernamen "Marilyn Monroe" an. (Erst 1956 wird dies auch ihr bürgerlicher Name - für wenige Monate, da sie kurz darauf wieder heiratet :-)

1947-48
Marilyn spielt kleine Nebenrollen in "Scudda-Hoo! Scudda-Hay!" und "These Dangerous Years".


1948
März: Marilyn wechselt zu den Columbia Studios. Sie nimmt Schauspiel-Unterricht bei Natasha Lytess und Michael Tschechow.
Marily spielt die Peggy in "Ladies of the Chorus" - die erste Rolle, "in der sie auch singt. Sie hat eine etwas dünne, aber durchaus liebliche Stimme, die vor allem beim männlichen Publikum gut ankommt.***


Dezember: Johnny Hyde - der Manager von Lana Turner und Rita Haywood - wird Marilyns Agent (und Liebhaber).

1949
Marilyn erhält eine Nebenrolle - neben den Marx Brothers - in dem Film-Musical "Love Happy".


Daneben arbeitet sie weiter als Fotomodell, u.a. für die Akt-Fotografen Tom Kelley, André de Dienes und Milton Greene.


Oktober: Marilyn wechselt zu MGM.

1950
Marilyn spielt die Angela in "The Asphalt Jungle"; damit kommt sie erstmals auf ein Kinoplakat.****


Dezember: Johnny Hyde stirbt; Marilyn zieht zu Natasha Lytess.

1951
März: Marilyn läßt sich von der Famous Artist Agency managen.
Mai: Marilyn kehrt zur 20th Century-Fox zurück, mit der sie einen 7-Jahres-Vertrag schließt. (Sie wird allerdings wiederholt an MGM ausgeliehen.)
Bis 1952 spielt sie 15 ihrer insgesamt 30 Filmrollen, u.a. "Love Nest" [dts.: "Liebesnest"], "Clash By Night" [dts.: "Vor dem neuen Tag"], "We're Not Married" [dts.: "Wir sind gar nicht verheiratet"] und "Monkey Business" [dts.: "Liebling, ich werde jünger"]. Diese Filme gelten jedoch allesamt als B-Ware.
Allein "We're Not Married" ist im Rückblick kulturgeschichtlich interessant, da er noch eine Generation zuvor gar keinen Sinn gemacht hätte: Bis zum Ersten Weltkrieg war in den USA die "Common Law Marriage" die Regel, d.h. das de-facto-Zusammenleben eines Paares begründete auch ohne standesamtlichen Trauschein und/oder Eintrag ins Kirchenregister den rechtlichen Ehe-Status. Nachdem Wilson die USA in den Krieg geführt hatte, mußten einige Kriegerwitwen feststellen, daß sich die Erlangung einer Hinterbliebenenrente mit Trauschein deutlich leichterweniger schwierig gestaltete. (Ihre Gewährung hing von einer Bedürftigkeitsprüfung ab und war nicht viel höher als die Sozialhilfe.) Zwar waren 1917 vor allem unverheiratete Männer in den Heldentodan die Front geschickt worden; unter vorsichtigen Paaren nahm jedoch die Neigung, "amtlich" zu heiraten, zu. Bis 1941 waren allerdings die "Common Law Marriages" noch immer in der Mehrheit. Erst als Roosevelt die USA in den Zweiten Weltkrieg führte und auch verheiratete Männer und Familienväter zwangseingezogen wurden, holten sogar bisher ohne Trauschein Verheiratete die amtliche Registrierung nach. Spätestens als Truman die USA 1950 auch in den Koreakrieg führte und sich abzeichnete, daß künftig keine Generation mehr ohne Krieg "davon kommen" würde, wurde die standesamtliche Ehe zur Regel. Lediglich ältere Paare - deren Männer nicht mehr damit rechnen mußten, eingezogen zu werden - verzichteten darauf. Zwei Jahre später kam dieser Film heraus, dessen Drehbuch - "If I could remarry" von Gina Kaus, Jay Dratler und Dwight Taylor - bis dahin keinen Abnehmer gefunden hatte.
Marilyn wird mehr und mehr auf die Rolle des "blonden Dummchens" festgelegt.


1953
Marilyn spielt jeweils eine der weiblichen Hauptrollen in dem Kriminalfilm "Niagara", der Verfilmung des Broadway-Musicals "Gentlemen Prefer Blondes" [dts.: "Blondinen bevorzugt"] und der Komödie "How to Marry a Millionaire" [dts.: "Wie angelt man sich einen Millionär?"], aus der Dikigoros vor allem den - zu einer Brillenträgerin gesprochenen - Satz erinnert: "Für dich als Frau ist es nicht wichtig, wie gut du siehst, sondern wie gut du aussiehst!" Dabei übernimmt M.M. auch die Gesangseinlagen - "Diamonds are a girl's best friends" wird ein Hit. (Im Ausland ist sie allerdings noch so unbekannt, daß es nicht weiter auffällt, wenn man sie z.B. auf dem französischen Filmplakat mit Jane Russell verwechselt :-)*****


Dezember: Ein Foto Marilyns erscheint auf dem Titelblatt der ersten Ausgabe des Männer-Magazins Playboy.

1954
Januar: Marilyn heiratet in 2. Ehe den - ebenfalls geschiedenen - Ex-Baseball-Spieler Joe DiMaggio.
Februar: Ihre "Hochzeitsreise" führt sie nach Japan und Korea, wo Marilyn vor US-Truppen auftritt.


Wiewohl Marilyn und Joe von den Medien zum "Traumpaar" hoch gejubelt werden, bleibt ihre Ehe kinderlos und wird noch im selben Jahr geschieden.******
Marilyn spielt die weiblichen Hauptrollen in dem Western "River of No Return" [dts.: "Fluß ohne Wiederkehr"] und dem Revue-Film "There's No Business Like Show Business" [dts.: "Rhythmus im Blut"].


September: Marilyn zieht nach New York City, wo sie mit finanzieller Unterstützung durch Greene eine eigene Filmgesellschaft gründet (aus der freilich nicht viel wird, wobei sie sich bald mit Greene verkracht), sich in psychiatrische Behandlung begibt und Schauspiel-Unterricht bei Lee Strasberg nimmt.

1955
Marilyn spielt die weibliche Hauptrolle in der Verfilmung der Broadway-Komödie "The Seven Year Itch" [dts.: "Das verflixte 7. Jahr"]. Die - an sich harmlose - Szene über dem Lüftungsschacht geht als besonders "sexy" um die Welt.


Dezember: Marilyn löst ihren Vertrag mit der 20th Century Fox vorzeitig auf und erhält einen neuen 7-Jahresvertrag zu verbesserten Konditionen.

1956
Februar: Marilyn zieht wieder nach Los Angeles.
Juni: Marilyn heiratet in 3. Ehe den kommunistischen Theaterdichter Arthur Miller - der damals auf dem Höhepunkt seines Ruhms steht und sich nach Tennessee Williams der größten Beliebtheit am Broadway erfreut - und konvertiert zum Judentum. (Die Ehe bleibt kinderlos und wird 1961 geschieden.*******)


August: Marilyn spielt Chérie, die weibliche Hauptrolle, in "Bus Stop".

1957
Marilyn spielt - an der Seite von Laurence Olivier - die weibliche Hauptrolle in "The Prince and the Showgirl" [dts.: "Der Prinz und die Tänzerin"]. (Besonders nachhaltig prägt sich der Satz ein: "Some countries have a medal for everything [Manche Staaten haben Orden für jeden Mist]!", der auf dem deutschen Filmplakat fehlt - wo M.M. freilich statt eines orangen Kleides ein schwarzes Négligé trägt, an dem er irgendwie unpassend wirken würde :-)


1959
Marilyn spielt Sugar Kane, die weibliche Hauptrolle, in der Travestie-Komödie "Some Like It Hot" [dts.: "Manche mögen's heiß"], die zum Kultfilm wird. Der Schlußsatz "Nobody is perfect" wird weltweit zum Bonmot.


Hinter den Kulissen spielen sich weniger lustige Szenen ab. Der jüdische Produzent und Regisseur des Films, Billy Wilder, bezeichnet Marilyn anschließend als "das gemeinste Frauenzimmer von ganz Hollywood"; und ihr Filmpartner Bernie Schwartz ("Tony Curtis") - ebenfalls Jude und fanatischer Deutschen-Hasser, der sich in seinen Memoiren rühmt, schon als Jugendlicher in New York deutsche Kinder verprügelt zu haben - antwortet auf die Frage, wie es sei, Marilyn zu küssen: "Das ist, als ob man Hitler küßt!" (Vermutlich hatte er da einschlägige Erfahrungen :-) Als "Nur-Konvertierte" bekommt sie den Rassenhaß der "echten" Juden zu spüren.

1960
Marilyn spielt - an der Seite von Yves Montand - die weibliche Hauptrolle in "Let's Make Love" [dts.: "Machen wir's in Liebe"], der an den Kinokassen kein Erfolg wird.


1961
Januar: Marilyn läßt sich von Arthur Miller scheiden, am Tag der Amtseinführung des neuen MafiaUS-Präsidenten John F. Kennedy.
Marilyn spielt - an der Seite des alternden Clark Gable - Roslyn Taber, die weibliche Hauptrolle, in "The Misfits" [dts.: "Nicht gesellschaftsfähig"]; auch dieser Film - mit Drehbuch von Arthur Miller - flopt.


Oktober. Marilyn lernt auf einer Party bei ihrem Schauspieler-Kollegen Peter Lawford, der mit Kennedys Schwester verheiratet ist, den US-Präsidenten persönlich kennen. Sie wird bald zum Stammgast bei den von diesem und seinen Brüdern Robert und Edward veranstalteten Sex-Orgien.

1962
März: Marilyn wird der "Golden Globe" verliehen.


Mai: Mitten während der Dreharbeiten zu "Something's Got to Give" meldet sich Marilyn "krank" und fliegt nach New York, wo sie auf der öffentlichen Geburtstags-Party, die Kennedy im Madison Square Garden feiert, um ihm eine goldene Rolex-Uhr zu schenken und "Happy Birthday, Mr. President" zu singen.


Marilyns Vertragsbruch verursacht einen Skandal; die Dreharbeiten werden abgebrochen.
Juni-Juli: Marilyn und die 20th Century Fox bewegen sich zwischen einer Schadensersatzklage und Verhandlungen um einen neuen Vertrag, in die sich auch Leute einmischeneinschalten, die das so viel angeht wie Frank Sinatra (mit dem Marilyn angeblich seit 1955 bekannt ist und mit dem sie seit kurzem ein Verhältnis haben soll), dessen Freund Dean Martin (der gerade mit ihr gedreht hat), Robert Kennedy (seines Zeichens Justiz-Minister) und Joe DiMaggio (den sie angeblich bald wieder heiraten will; insgeheim scheint Marilyn aber ganz andere Ambitionen zu haben, als wieder zu schauspielern oder ausgerechnet ihren Ex-Mann - der ihr auch geschieden jederzeit als braves Schaf und Packesel zur Verfügung steht - wieder zu heiraten).
5. August: Marilyn wird in ihrem Apartment vergiftet aufgefunden. Die Medien verbreiten das Gerücht, sie habe "Selbstmord mit Schlaftabletten" begangen (was schon damals niemand so recht geglaubt hat).********


Sie wird auf dem Westwood Village Memorial Park Cemetery in Los Angeles begraben.


Der "Pop-Artist" Andy Warhol fertigt eine Collage aus farblich verfremdeten Portrait-Fotos Marilyns, die sehr berühmt wird.


* * * * *

1973
Norman Mailer veröffentlicht eine Monroe-Biografie unter dem Titel "Marilyn".


1974
Nachdem diese ein Verkaufserfolg geworden ist, veröffentlicht der Verlag Stein & Day ein Buch mit dem Titel "My Story", das er als Marilyns Memoiren ausgibt. (Tatsächlicher Verfasser ist jedoch ihr angeblicher Co-Autor, der zwielichtige Drehbuchschreiber Ben Hecht.)

1995
Die USA widmen Marilyn aus nicht ganz ersichtlichem Anlaß eine Briefmarke zu 32 Cents.

[Briefmarke]

1999
Das New Yorker Auktionshaus Christie's versteigert das Kleid, in dem Marilyn an Kennedys Geburtstag "Happy Birthday" gesungen hat; es erzielt 1,2 Millionen US-$.

[Kleid]

2001
Die Deutsche Post AG bringt zu Marilyns 75. Geburtstag eine Sondermarke heraus.

[Sondermarke]

2006
Ein von Joe DiMaggio und Marilyn Monroe gemeinsam signierter Baseball wird ebenfalls versteigert. Er erzielt zwar "nur" 191.000 US-$; in Anbetracht der weit geringeren Anschaffungskosten (ca. 1.- US-$) ist die prozentuale Wertsteigerung jedoch erheblich höher als bei dem edlen Kleid.

[Baseball]

2016
November: Marilyns "Happy-Birthday"-Kleid wird erneut versteigert. Diesmal erzielt es 4,5 Millionen US-$.


*Es herrscht Einigkeit, daß weder der erste noch der zweite Ehemann ihrer Mutter Normas Vater war; die meisten Biografen halten einen Arbeitskollegen ihrer Mutter, C. Stanley Gifford, für den leiblichen Vater. Einige Biografen behaupten, daß Normas Großvater mütterlicherseits mit dem Ex-US-Präsidenten Monroe - Erfinder der nach ihm benannten Doktrin - verwandt war.

**Entgegen einigen Biografen war ihre Mutter nicht einfach "Cutterin"; sie machte vielmehr die Schlußredaktion der geschnittenen Filmstreifen, hatte also eine etwas höhere Position. Dennoch gibt es keine Anhaltspunkte dafür, daß sie die spätere Karriere ihre Tochter beim Film irgendwie gefördert hätte.

***Aus der Rückschau fragt man sich, wie es gelingen konnte, eine Marilyn Monroe zum "Star" zu machen. Wenn man allein auf ihre optischen Reize abstellt wird man darauf schwerlich eine Antwort finden, denn sie hatte weder ein besonders hübsches Gesicht (sie verbarg es hinter einer Maske aus zu blond gefärbtem Haar, zu weißem Puder, zu rotem Lippenstift und zu schwarzer Augenschminke) noch eine besonders attraktive Figur (sie hatte einen mittelgroßen Hängebusen und Speckröllchen am Bauch) noch war sie besonders sexy (alle ihre Filme waren aus heutiger Sicht "jugendfrei"). Rein äußerlich wirkte sie wie eine schlechte Kopie der Ungarin Zsa Zsa Gábor. Aber man darf nicht vergessen, daß auch die Akustik wesentlicher Bestandteil eines jeden Films ist - was heute nicht mehr so stark auffällt, da sie sich meist auf Hintergrundmusik beschränkt. Damals wurden jedoch noch regelrechte Gesangseinlagen in die Handlung eingeschoben, wie in der Operette (und in asiatischen Filmen nach wie vor); Marilyn hatte eine "samtene" Stimme, die sowohl beim Sprechen als auch beim Singen sehr erotisch wirkte; wer ihre Filme nur in synchronisierten Fassungen kennt vermag das kaum nachzuvollziehen. (Selbst Frau Dikigoros, nach deren kritischem Geschmack M.M. "keine einzige wirklich gute Filmrolle gespielt" hat, besitzt alle ihre Plattenaufnahmen.) Insofern ist M.M. vergleichbar mit ihrer Altersgenossin Doris Kappelhoff ("Doris Day"), die optisch allenfalls zur "braven Hausfrau von nebenan" taugte, aber ebenfalls eine sehr schöne Stimme hatte, Dank deren sie zum Filmstar wurde.

****Man findet zwar heute auch von früheren Filmen Bilder, auf denen Marilyn namentlich genannt oder sogar abgebildet ist; aber das sind spätere Anfertigungen aus einer Zeit, als sie im Rückblick der größte Star jener Streifen war. Das gilt besonders für "Love Happy", den letzten Film der "Marx Bros.", auf dessen oben abgebildetem Original-Plakat sie überhaupt nicht auftaucht - im Gegensatz zu Ilona Massey, Vera Allen und Marion Hutton, die heute allesamt vergessen sind.

*****Eine Verwechslung, die nicht nur äußerlich verwundert, denn J.R. war längst ein Star, M.M. noch immer nicht - was sich nicht zuletzt auch in ihrer Bezahlung ausdrückte: J.R. konnte ihre Gagen frei aushandeln; für "Gentlemen Prefer Blondes" soll sie 100.000 US-$ erhalten haben; M.M. dagegen bekam als Vertrags-Schauspielerin nur ihr Gehalt von 750 - später 1.250 - US-$ pro Woche, während 20th Century-Fox mit "ihren" Filmen bis zu 25 Millionen US-$ pro Jahr eingespielte, wie einige Biografen ausgerechnet haben wollen. Auch sonst war M.M. bis dahin finanziell nicht sehr erfolgreich: Für die Akt-Fotos, die Tom Kelley noch Jahre lang an die Macher von Pin-up-Kalendern und Männer-Magazinen verkaufte, erhielt sie nur 50 US-$ Pauschal-Honorar (insgesamt, nicht pro Foto); und für ihre Filmsongs hätte sie keinen Cent gesehen, wenn RCA nicht 1953 einen Plattenvertrag mit ihr geschlossen und sie Neuaufnahmen davon hätte singen lassen.

******DiMaggio ist oft als primitiver italienischer "Macho" mit Mafia-Verbindungen hingestellt worden; Marilyn selber schüttete nach der Scheidung kübelweise Dreck über ihn aus. Doch wird dies dem berühmtesten Baseball-Spieler seit Babe Ruth schwerlich gerecht. Er war ein konservativer Mensch im besten Sinne des Wortes, der - wie die meisten (nicht nur italienischen :-) Männer seiner Zeit - erwartete, daß seine Frau nach der Heirat ihren Beruf aufgab, eine Familie gründete und ein häusliches Leben führte, z.B. für ihn und die Kinder kochte, statt jeden Abend auszugehen. (In den ersten Wochen der Ehe führte seine Schwester Maria ihnen den Haushalt und kochte für sie; aber dazu war sie verständlicher Weise nicht auf Dauer bereit.) Im übrigen war er eine treue Seele, auch nach der Scheidung, der einzige ihrer vielen Ehemänner, Liebhaber und "Freunde", der bis zu ihrem Tode (und noch darüber hinaus - angeblich legte er 20 Jahre lang jeden Tag eine rote Rose auf ihr Grab) unerschütterlich zu ihr hielt, obwohl sie ihn ebenso schäbig abserviert hatte wie Dougherty, Lipton, Lytess, Greene und Miller.

*******Die These, daß es sich um ein eher platonisches Verhältnis zwischen Marilyn und ihrem vermeintlichen "Ersatzvater" handelte, ist abwegig: Miller war zwar 11 Jahre älter als sie, aber das war damals ein ganz normaler Altersunterschied für Ehepaare. Marilyn hatte in den fünf Jahren dieser Ehe drei Fehlgeburten. (Dikigoros teilt nicht die Ansicht einiger Biografen, daß es sich um Abtreibungen handelte; diese mögen allenfalls vor und/oder nach dieser Ehe vorgekommen sein.) Die Ehe scheiterte auch nicht aus den von einigen Biografen vorgeschobenen Gründen (sie habe sich von ihm "wie ein Kind behandelt gefühlt", er habe Anstoß genommen an ihrem "übermäßigen Tablettenkonsum" - ein Märchen, das besonders diejenigen verbreiteten, die ihren Tod als "Selbstmord" oder "versehentliche Selbstvergiftung" darstellen wollten), sondern daran, daß sie ihn mit anderen Männern betrog, vor allem mit dem in Millers Augen völlig indiskutablen Yves Montand.

********Schon gar nicht mehr, seit drei Jahre später Dorothy Kilgallen, eine beliebte Klatsch-Journalistin und Dauer-Mitraterin bei Was bin ichWhat's My Line? - die ihr Näschen all zu tief in die Machenschaften gewisser Kreise in Washington D.C. (Volksmund: District of Criminals :-) gesteckt hat - mit exakt den gleichen Symptomen tot aufgefunden und für "erselbstmordet" erklärt wird. Spätestens seit den fundierten, 1998 veröffentlichten Recherchen von Don Wolfe gilt weltweit als gesicherte Erkenntnis, daß Marilyn von den Kennedys ermordet wurde - vermutlich von Robert Kennedy persönlich. Lediglich in der BRDDR wird dies tot geschwiegen und weiterhin an der abstrusen Selbstmord-These fest gehalten, um den Kennedy-Mythos (den der Rest der Welt längst ad acta gelegt hat) aufrecht erhalten zu können.


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