![[Sean Connery als James Bond - Zeichnung nach einem Filmausschnitt 1983]](connerytop.jpg)
![[Effie & Thomas]](connerychild.jpg)
![[In the Navy]](sc1949navy.jpg)




![[Connery und seine erste Ehefrau Diane]](sc1963cilento.jpg)












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*Connery, der lediglich auf den Namen "Thomas" getauft war, nahm den irischen - nicht etwa schottischen - Vornamen "Séan" (außerhalb Irlands meist "Sean" geschrieben") an, was umso bemerkenswerter ist, als er seinen Nachnamen nicht durch einen anderen Künstlernamen ersetzte, wiewohl er angesichts einer internationalen Karriere - spätestens seit seiner Kandidatur zur Wahl des "Mister Universum" - allen Grund dazu gehabt hätte: Während sich z.B. Charlton Heston in Griechenland "Charlton Easton" nannte, weil sein echter Name dort zu sehr nach "Scheiße" klang, störte sich Connery offenbar ebenso wenig wie seine französische Frau an dem perfekten Gleichklang seines - in Frankreich auf der letzten Silbe betonten - Namens mit "connerie [Schweinerei]". **"Nebenrollen" ist vielleicht etwas untertrieben; aber es waren nicht die jeweilien Hauptrollen, wie man an den alten Kinoplakaten sieht. Es ist allerdings ein häufig anzutreffendes Fänomen, daß diese später geändert werden, wenn eine[r] der Darsteller[innen] berühmt geworden ist und ein zunächst nur mäßig erfolgreicher Film noch einmal in die Kinos gebracht - oder auf Videocassette bzw. DVD veröffentlicht - wird, um unter deren Fans endlich richtig "Kasse" zu machen. So wurde auch hier verfahren: Plötzlich steht Connery an erster Stelle, als spielte er die Hauptrolle:
Nun, bei den Filmen des Jahres 1961 kann man darüber trefflich streiten, denn da spielte Connery ja schon etwas "bessere" Rollen; aber bei denen der Jahre 1957-59 ist es glatte Verbrauchertäuschung, denn in denen spielte (bzw. stotterte :-) er nur ganz kurze Szenen, die man zur Not sogar hätte weglassen können, die aber jetzt bildlich ganz groß herausgestellt wurden - z.T. sogar unter Vorspiegelung einer Zugehörigkeit zur "007"-Serie:
À propos: Noch beim ersten "007"-Film (in dem Connery, wie später kolportiert, ursprünglich nur den Stuntman für die Titelrolle abgeben sollte) wurde er auf dem Original-Kinoposter - und auf dem Titelblatt der deutschen Film-Bühne - nicht mal namentlich erwähnt.
Übrigens war Connery entgegen weit verbreiteter Meinung nicht der erste Bond-Darsteller: Barry Nelson hatte die Rolle 1954 in einer TV-Verfilmung gespielt, die jedoch kein großes Echo fand - wohl auch, weil das Medium Fernsehen dem Medium Kino damals noch unterlegen war: Während es in praktisch jeder Stadt ein oder mehrere Kinos gab, hatte noch längst nicht jeder Haushalt einen Fernseher; die Bildschirme waren klein, und ausgestrahlt wurde nur in schwarz-weiß. Allerdings war "Dr. No" der erste Kinofilm im angelsächsischen Sprachraum, der nicht als "movie", sondern als "film" beworben wurde.
***Wundert sich vielleicht jemand über den dort erwähnten Vertrag mit den Apatschen? Dikigoros tat es jedenfalls. Daß mit den nördlichen Stämmen der Great Plains Verträge geschlossen (und gebrochen) wurden, war ihm bekannt - darüber schreibt er
an anderer Stelle
mehr. Aber mit den wilden Stämmen des Südwestens? War das nicht, wie einer der Reisenden bemerkt, tatsächlich völlig zwecklos? Nun, es gab ihn tatsächlich, geschlossen am ersten Tage des Julei im Jahre unseres Herrn eintausendachthundertundzweiundfünfzig (so steht es da :-) zu Santa Fe. Allerdings war das eher ein Witz als ein Vertrag, denn er schrieb de facto nur Rechte der Weißen und Pflichten der Indianer fest; und geschlossen wurde er zwischen einem Oberst der U.S. Army und dem weißen (!) Superintendenten für Indianer-Angelegenheiten des Territoriums New Mexico (Staat war es noch nicht, denn die USA hatten es gerade erst Old Mexico entrissen) als selbst ernanntem Vertreter der Apatschen. (Wer das Ding im Wortlaut lesen will kann ja mal unter "The Avalon Project" und "Treaty with the Apache" googlen. Die Indianer konnten es nicht; sie - d.h. ein paar ihrer Häuptlinge - waren bloß als "Zeugen" zugelassen und durften als solche jeweils ein Kreuzchen aufs Papier malen, was ihnen dann als "bindender Vertragsschluß" zugerechnet wurde.) Ansonsten ist an dem Film nicht viel Interessantes - böse Zungen behaupten, weil die Zensur die wenigen interessanten Szenen heraus geschnitten habe. Auf Dailymotion, dem französischen Gegenstück zur Tube (daher nicht "däjlimóuschän" gesprochen, sondern "delimosjóng" :-) ist die Originalfassung bis heute als "jugendgefährdend" verboten. Dies hat wiederum dazu geführt, daß der Film inzwischen durch den Verkauf von Videos und DVDs doch noch ein ausgeglichenes Budget aufweist. ****Die an sich interessante Geschichte - die auf wahren Begebenheiten beruht - wird durch unnötige Längen verwässert, die dem (mutmaßlichen) Geschmack des Kino-Publikums geschuldet sind, dessen Unterschiede zugleich exemplarisch die Probleme solcher internationalen Co-Produktionen aufzeigen: Russen lieben dicke Romane und lange Filme - sie würden sich zur Not auch stundenlang leere Eiswüsten am Nordpol anschauen. Aber selbst die stark gekürzte italienische Fassung hat Längen, denn... Italiener lieben schöne Frauen. Deshalb wurde die völlig belanglose Rolle der Claudia Cardinale (die man ebenso gut hätte ganz weg lassen können :-) zur zweiten Hauptrolle aufgebläht, was der Handlung ebenfalls nicht gut tut. Dikigoros hat die russische Fassung verlinkt, nicht so sehr weil sie die vollständigste (und langweiligste :-) ist, sondern wegen der ganz vorzüglichen Synchronisation, die sonst ein Stiefkind des Sowjet-Films war. Aber hier ist sie so perfekt gelungen, daß Dikigoros sich erstmal schlau machen mußte, ob etwa Hardy Krüger Russisch konnte. Nein, konnte er nicht; aber die Lippenbewegungen passen bis aufs i-Tüpfelchen. Das ist hohe Kunst des Kinos, liebe Leser, schon allein darum solltet Ihr Euch diesen Film anschauen! (Die weniger appetitlichen Szenen - z.B. wie ein hungriger Eisbär und ebenso hungrige Menschen mit Revolver, aber ohne Kochgelegenheit, auf einander treffen - könnt Ihr ja überspringen :-) *****Dikigoros hat ja schon in der Einleitung sein Befremden zum Ausdruck gebracht, daß Connery sich als halber Ire nicht auch in ähnlicher Weise für die Unabhängigkeit Nordirlands eingesetzt hat. Man könnte dies durch die Überlegung relativieren, daß im Falle einer staatlichen Unabhängigkeit Schottlands Großbritannien wohl auseinander brechen würde und somit automatisch auch Nordirland frei würde. Dikigoros hegt da allerdings Zweifel: Die Feinde eines Anschlusses von Ulster an Eire sind ja keine Engländer, sondern selber überwiegend Schotten, die wahrscheinlich eher für ein Zusammengehen mit Schottland eintreten würden; der unselige Kampf würde also nicht enden, sondern weiter gehen, halt nur mit veränderten Fronten. Möglicherweise hat Connery dies auch erkannt und sich deshalb immer vor einer Stellungnahme zu diesem Thema gedrückt. ******Crichton geht davon aus, daß die britische Regierung während des Krimkriegs ihre Soldaten in Gold bezahlte und daher monatlich 12.000 Pfund in Goldmünzen und -barren auf die [Eisenbahn-]Reise schickte. Auf den ersten Blick könnte man meinen, daß er sich da wohl verrechnet haben müsse: Setzte Großbritannien nicht damals ein Berufsheer von über 100.000 Mann ein, die täglich 1 Schilling Sold erhielten? Das wären pro Monat 3 Millionen Schillinge oder 150.000 Pfund! Aber so einfach war das nicht. Traditionell bekamen britische Soldaten den ihnen auf dem Papier zustehenden Schilling pro Tag nie ausbezahlt, sondern in der Regel... gar nichts! Denn ihnen wurden nicht nur Unterkunft und Verpflegung in Rechnung gestellt - und gleich vom Sold abgezogen, "stoppages" nannte man das -, sondern auch Uniformen, Ausrüstungsgegenstände und medizinische Versorgung. (Und während des Krimkrieges waren fast alle krank - die hygienischen Bedingungen waren unter aller Kritik und die daraus resultierenden Verluste um ein vielfaches höher als die aus Kampfhandlungen.) Erst 1847 war eine Verordnung erlassen worden, daß den Soldaten wenigstens ein Penny pro Tag ausgezahlt werden mußte - also 1/12 Schilling! -, d.h. 2,5 Schillinge pro Monat, und mehr wurde es in der Praxis nie. (Zum Vergleich: Preußische Soldaten erhielten damals umgerechnet immerhin 4 Schillinge p.m. ausgezahlt.) Das machte insgesamt nur noch 12.500 Pfund p.m., und viele Soldaten verreckten ja, brauchten also nicht mehr ausbezahlt zu werden - Hinterbliebenen-Versorgung gab es nicht. (Offiziere waren übrigens nicht besser dran, im Gegenteil, sie mußten sogar aus eigener Tasche drauflegen; den Luxus, als Offizier für King bzw. Queen and Country zu sterben, konnten sich also nur Wohlhabende leisten :-)
Aber Crichtons Fehler liegt viel früher, und es ist kein Rechen-, sondern ein Denkfehler: Was hätten Soldaten auf der Krim denn mit Goldmünzen - geschweige denn Goldbarren - anfangen können? Eben, gar nichts; für die täglichen Ausgaben - vor allem Alkohol und Tabak - genügten auch Kupfermünzen; die Marketenderinnen hätten allenfalls auf Silbergeld heraus geben können, aber bestimmt nicht auf Gold! Nein, das waren Subsidien, die Großbritannien an Frankreich - und Sardinien - zahlte, damit seine tapferen Verbündeten schön bei der Stange blieben! (Wer davon mal eine Ladung klaute brauchte sich wahrlich keine Gewissensbisse zu machen :-)
*******Basinger bekam die Rolle als "Bond-girl" einem glaubhaften on-dit zufolge auf Fürsprache von Connerys Frau Micheline, mit der sie befreundet war. Sie machte später eine nicht überragende, aber passable Karriere als Schauspielerin. Atkinson spielte zwar nur eine kleine Nebenrolle, wurde aber wenig später durch Klamauk-Rollen wie "Mr. Bean", "Blackadder" und "Johnny English" (ein Anti-James-Bond :-) zu einem der beliebtesten Schauspieler Großbritanniens - der freilich, anders als Connery, über dessen Grenzen hinaus kaum bekannt wurde.
********Ausländer mögen daraus keine falschen Schlüsse ziehen. (Dikigoros hat
an anderer Stelle
dargelegt, daß auch er, wäre er Schotte, mit "nein" gestimmt hätte :-) Die Schotten - weniger naïv als andere Völker - erkannten richtig, daß die im Referendum zur Abstimmung gestellte "Unabhängigkeit" eine Mogelpackung war, die ihnen außer ein paar zusätzlichen Planstellen für weiter zu Marilyn Monroe zurück zu Kyō Machiko heim zu Schauspieler des 20. Jahrhunderts heim zu Von der Wiege bis zur Bahre |