Leben und sterben lassen (James Bond - 007 - Live and Let Die)

LEBEN UND STERBEN LASSEN
Geheimagent 007 auf Abwegen
Tarot - Voodoo - Krokodile
von England nach Afro-Amerika
New Orleans - Harlem - Haïti

"Mein Name ist Bond, James Bond..."
- "Namen sind gut für Grabsteine."

GUY HAMILTON: LIVE AND LET DIE

[Buchdeckel] [Filmposter] [Videocover]

EIN KAPITEL AUS DIKIGOROS' WEBSEITE:
"Avez-vous Bourbon... ?"
GROßE REISEFILME DES 20. JAHRHUNDERTS

Oh Schreck, begibt sich Dikigoros jetzt auch schon auf das ach so niedrige Niveau, auf dem die meisten "seriösen" Filmkritiker die 007-Serie um den britischen Geheim-Agenten James Bond (den mit der Lizenz zum Töten) ansiedeln? Dazu noch auf das nach ihrer einhelligen Meinung schlimmste Machwerk seiner Art? Aber gerade diese Einhelligkeit läßt Dikigoros stutzig werden, zumal er weiß, daß auch der beste Film von Alfred Hitchcock und der beste Film von Billy Wilder von ignoranten Kritikern als ihre schlechtesten eingestuft werden - warum sollte bei diesem meist geschmähten Film von Guy Hamilton nicht eine ähnliche Fehlbeurteilung vorliegen? Vom Plot her ist dieser James-Bond-Film jedenfalls nicht besser oder schlechter als die meisten anderen vor und nach ihm: Drei britische Agenten werden umgebracht (nein, zwei britische Agenten und ein britischer Diplomat, aber was soll's? Limey ist Limey!), der erste in New York City, der zweite in New Orleans und der dritte auf einer Karibik-Insel mit dem imaginären Namen "San Monique". Als Täter entpuppt sich bald "Mr. Big" alias Kananga, der Präsident von San Monique. Agent 007 spürt ihn mit mehr oder minder großer Hilfe zweier Bond-Girls auf und bringt ihn nach den obligatorischen "Action"-Abenteuern (u.a. mit Autos, Motorbooten, Krokodilen und Haien) zur Strecke. So weit so gut. Was unterscheidet diesen Film von anderen der Serie? Daß statt Sean Connery erstmals Roger Moore die Hauptrolle spielt? Ach was, der war auch nicht so schlecht wie man ihn bisweilen gemacht hat, obwohl er schneller altern sollte als sein Vorgänger - damals war er noch im besten Alter, um den smarten und toughen Agenten des Secret Service zu verkörpern.

Und doch unterscheiden sich die Bond-Filme mit Roger Moore - jedenfalls unter dem Aspekt des "Reisefilms", und um den geht es Dikigoros ja - von ihren Vorgängern dadurch, daß sie in einer realen Welt spielen, genauer gesagt daß die Bösewichter in einer realen Welt leben: Connerys Gegner hausten im Weltraum, unterirdisch oder unter Wasser, und ihre angeblichen Ziele waren nicht nur irreal, sondern mehr als hirnrissig: Welcher halbwegs gescheite und mit weit überdurchschnittlichen technischen Mitteln ausgestattete "Schurke" wäre wohl so dämlich, sich die "Weltherrschaft" ans Bein binden zu wollen? Gewiß, ein paar Verrückte hatten diese Schnaps-Idee immer mal wieder ausgegraben, von Alexander dem Großen bis Napoleon Bonaparte; aber im 20. Jahrhundert gab es nur noch wenige Politiker, die nach der Weltherrschaft strebten, wie z.B. Lenin und Trotski. (Nein, liebe Leser, der letztere war nicht der Engel, und Stalin war nicht der Teufel in ihrem gegenseitigen Verhältnis, wie es uns einige Deppen, pardon "Historiker" heute darstellen wollen; es war Trotski, der nicht von Lenins "Welt"-Revolution lassen wollte, also ließ ihn Stalin - der sich auf Rußland und seine Satelliten beschränken wollte - liquidieren. Das war nicht nett und vielleicht nicht unbedingt notwendig, aber sicher nicht verkehrt; angesichts dessen ist es abwegig, ausgerechnet Stalin Weltherrschaftspläne unterzuschieben, ebenso abwegig wie das bei seinem Gegenspieler Hitler zu tun.) Und vielleicht noch Roosevelt (wobei Dikigoros offen lassen will, ob der Vorname der Person, die nach der Weltherrschaft strebte, Franklin oder nicht vielmehr Eleonore lautete). Viele andere mögen auch mehr oder weniger bekloppt gewesen sein, aber auf die Eroberung der Welt hatten sie es schwerlich abgesehen. Noch abstruser ist es, solche Welteroberungspläne ausgerechnet privaten Geschäftsleuten zu unterstellen. Die würden sich schön bedanken für die "Weltherrschaft" in einer Zeit, da Regierende längst keine Herrscher mehr sind, sondern Zirkus-Dompteure, die einen Sack Flöhe hüten müssen - wobei die Flöhe auch noch allerlei unverschämte, pardon "soziale" Ansprüche stellen, d.h. unterhalten werden wollen, sowohl im Sinne von alimentiert als auch im Sinne von entertained. Brot und Spiele - wie käme ein erfolgreicher Privatier dazu, sich das anzutun? Die mächtigen Wirtschaftsbosse dieser Welt lassen regieren, von ihren Hampelmännern (und neuerdings auch Hampelfrauen, also nennen wir sie besser geschlechtsneutral "Marionetten") und denken nicht im Traum daran, selber ins Rampenlicht der Öffentlichkeit - und das heißt vor allem der Journaille und ihrer Paparazzi - zu treten.

In den 1960er Jahren, als die ersten James-Bond-Filme auf den Mark kamen, hatte diese Entwicklung zum "Sozialstaat", d.h. zur Anspruchsgesellschaft, gerade ihren Anfang genommen: Nicht nur in den USA (die Kennedy und vor allem sein Vize und späterer Nachfolger Johnson zur "Greater Society" umgestalten wollten) und im britischen Wohlfahrtsstaat (dessen Bürger vor allem die Labour Party "from the cradle to the grave [von der Wiege bis ins Grab]" versorgen und pampern, bevormunden und verplanen wollte), sondern in fast allen westlichen Ländern, die glaubten, sich das leisten zu können oder zu müssen (also auch in der BRD, die damit prompt ihr "Wirtschaftswunder" abwürgte und in die Rezession schlitterte), liefen große "sozialpolitische" Umverteilungs-Programme an, bei denen Steuergelder ohne Gegenleistung mit beiden Händen zum Fenster hinaus geworfen, pardon großzügig an arme Bedürftige verteilt wurden. Und das waren nicht die einzigen Fehlentwicklungen. Die 1960er Jahre waren eine böse Zeit, liebe Leser, eine Zeit der falschen Weichenstellungen (was man in allen Konsequenzen freilich erst viel später merken sollte). Konservative Kritiker, besonders in Mitteleuropa, lasten sie gerne der amerikanischen Nachkriegs-Politik der "re-education [Um-Erziehung]" an; aber das ist falsch. Ihr dürft Dikigoros, der sich ziemlich genau an seine Kindheit erinnert, getrost glauben, daß zumindest die deutsche Gesellschaft in den 1950er Jahren noch intakt war - keine Spur von "re-education": Auf der Schule war es nicht nur verboten (merke: was einfach bloß verboten ist, wird bisweilen umso interessanter und erst recht getan), sondern richtiggehend verpönt, Kaugummi zu kauen - "das ist eine amerikanische Unart, anständige Deutsche tun so etwas nicht", meinte seine Lehrerin (die nicht wußte, wieviel gesünder es ist, Kaugummi zu kauen als Bonbons zu lutschen - und seien sie noch so treu-deutsch). Und im 1. Schuljahr hatte er einen amerikanischen Mitschüler - Mickey hieß er, wie die berühmte Maus von Walt Disney -, der täglich in der großen Pause von der ganzen Klasse verprügelt wurde, bis ihn seine Eltern von der Schule nahmen. Das war nicht nett, denn er hatte nichts weiter verbrochen, als Amerikaner zu sein und in Deutschland zu leben, unter jenen Jahre lang von ihren US-Besatzern und deren Verbündeten gepeinigten und vergewaltigten Menschen, die nichts weiter verbrochen hatten, als Deutsche zu sein, und die nicht im Traum auf die idiotische Idee gekommen wären, ihre Mörder und Unterdrücker für "Befreier" zu halten. (Das konnte man erst der nächsten, systematisch verdummten Generation einreden, erstmals im Jahre 1985, als der damalige Bundespräsident Richard v. Weizsäcker das Wort "Befreiung" in diesem Zusammenhang miß-, pardon gebrauchte.) Wie selbstverständlich tat etwa der damalige SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher, ein Schwerkriegsversehrter (nein, nicht "Behinderter" - diesen Vergleich mit Erbkranken und anderen, die man heute mit ihnen in einen Topf wirft, hätte sich der alte Sozi mit Nachdruck verbeten!) in aller Öffentlichkeit kund, daß er als guter deutscher Patriot und Nationalist weit rechts stand von seinem Gegenspieler, dem CDU-Vorsitzenden Konrad Adenauer, den er zutiefst verachtete, weil er den Amis und besonders ihrem Präsidenten Eisenhower - dem größten Verbrecher der Weltgeschichte - so tief in den Arsch kroch! [Daß der clevere Conny im Ergebnis die richtige Entscheidung traf, wenn man es emotions- und gefühllos betrachtet, steht auf einem anderen Blatt, ebenso daß Dikigoros infolge seiner glücklichen Biografie bessere Erfahrungen mit den US-Amerikanern gemacht hat als Millionen seiner Landsleute und daher persönlich keinen Grund hat, sie zu hassen.]

Wie dem auch sei, all das zeigt, daß die "re-education" der 1940er und 1950er Jahre ein Flop war, jedenfalls in dem Sinne, wie ihre Erfinder sie sich ausgedacht hatten, nämlich als Verblödungs-Programm für die bösen Nazi-Deutschen. Wirklich verhängnisvoll wurde es erst, als die US-Amerikaner in den 1960er Jahren - gutgläubig! - begannen, die pseudo-"liberalen" Fehlentwicklungen ihrer eigenen "permissiven" Gesellschaft in alle Welt zu exportieren: Flower-Power, freie Liebe (oder was sich so nannte - in Wirklichkeit war es doch nur freier Sex ohne Folgen, d.h. frei von Verantwortung, denn Pille und Abtreibung begannen damals ihren Siegeszug um die Welt - aber darüber schreibt Dikigoros an anderer Stelle) und Drogenkonsum: Wer damals nicht täglich seinen Joint rauchte und wenigstens einmal auf dem LSD-trip gewesen war, hatte nach herrschender Meinung etwas versäumt. (Dikigoros muß damals unheimlich viel versäumt haben - aber er ist darob nicht besonders traurig :-) Findet Ihr es da so verwunderlich oder gar verwerflich, daß eine ultra-konservative Gegenbewegung entstand, die sich gegen all das auflehnte, die statt dessen strikte Enthaltsamkeit von Drogen, von außerehelichem Sex und von anderen Auswüchsen eines falsch verstandenen "Liberalismus" predigte, und daß diese Bewegung ihren Ausgang in den USA nahm? Daß die "Black Muslims" all dem den - durchaus auch mit fysischer Gewalt verbundenen - Kampf ansagten und ihn gleich mit ihrem ureigensten Anliegen verbanden, der Emanzipation der Schwarzen von der Herrschaft der in ihren Augen dekadenten und abgewirtschafteten Weißen? Und daß Schwarze, die noch konsequenter waren und den Islam, die Religion der arabischen Sklavenhändler und Sklavenhalter ebenso ablehnten wie das Christentum, sich auf ihre eigenen, afrikanischen Wurzeln ["roots"] besannen und zum Glauben des Voodoo zurück kehrten? Wenn ein Volk, ein Staat, eine Glaubensgemeinschaft Schwächen zeigt, wenn eine Demokratie nicht mehr wehrhaft ist, sondern Beliebigkeit ("Toleranz") auf ihre Fahnen schreibt, dann darf man sich nicht wundern, wenn andere, stärkere und militantere Kräfte auf den Plan treten, um das Heft in die Hand zu nehmen und die Macht zu ergreifen. Den weißen, angelsächsischen Protestanten entglitt damals die Herrschaft über Amerika, so wie jenseits des Atlantiks der schon ein halbes Jahrhundert zuvor zum Schlagwort gewordene "Untergang des (christlichen) Abendlands" seinen Lauf nahm. Aber sie waren wie die sprichwörtlichen drei Äffchen, wollten nichts sehen, nichts sagen und nichts hören... manche bis heute nicht.

[Exkurs. Ihr glaubt das nicht, liebe Leser? Ihr fragt, woran Dikigoros eine so weit reichende Ausage festmachen will? Nun, Ausgangspunkt sind manchmal ganz kleine, unscheinbare Ereignisse, die von den Medien kaum beachtet und von der Allgemeinheit schnell wieder vergessen werden. Im Sommer 1973, als "Live and Let Die" in die Kinos kam, probten militante Muslime erstmals offen den Aufstand in Deutschland - und sie suchten sich dabei nicht von ungefähr ein US-Unternehmen aus: Ein paar hundert türkische Gastarbeiter der Ford-Werke in Köln fanden, daß sie zu wenig bezahlten Urlaub hatten, also blieben sie einfach ein paar Wochen länger weg - sie machten sich nicht einmal die Mühe, gefälschte Atteste vorzulegen. Und als man ihnen daraufhin kündigte, begannen sie mit wilden Streiks - auch die Gewerkschaften und der Betriebsrat hatten Schwäche gezeigt -, besetzten das Firmengelände und hinderten die arbeitswilligen deutschen, italienischen und sonstigen Arbeiter mit Gewalt, die Produktion wieder aufzunehmen. Hätte man damals den Anfängen gewehrt, die entlassenen Gewalttäter verhaftet, zu Schadensersatz und Gefängnisstrafen verurteilt und sie anschließend in die Türkei abgeschoben... Aber nein, man gab nach, belohnte ihr Tun sogar noch, indem man sie wieder einstellte, ihren Urlaub verlängerte und ihre Bezüge erhöhte. Zwar verfügte die Bundesregierung noch im November 1973 einen Anwerbestop für Ausländer - auf solche "Gastarbeiter" konnte man verzichten -, aber das sollte nur dazu führen, daß nun zu den 2,5 Millionen Ausländern, die schon nach Deutschland gekommen waren - in der Mehrzahl, um zu arbeiten - noch ein Vielfaches davon an (falschen) Asylanten, (falschen) Flüchtlingen und (falschen) Familien-Angehörigen hinzu kam - in der Mehrzahl, um zu schmarotzen oder kriminell zu werden. (Letzteres war und ist kein Abschiebungsgrund. Fast alle wurden und werden "geduldet", auch und gerade im Ausland rechtskräftig verurteilte Mörder und Terroristen, von "harmlosen" Drogendealern, Waffenschmugglern und Menschenhändlern ganz zu schweigen.) Seither betrachteten sich die Muslime nicht mehr als Gäste, sondern als Herren der unglaublich dummen, "ungläubigen" Eingeborenen der von ihnen bereits teilweise besetzten und langfristig ganz zu erobernden Länder des schwächelnden Europa. Im Fahrwasser dieses ihres ersten Erfolgs gründeten sie prompt das "Islamische Kulturzentrum Köln", aus dem sich später die "Kalifats-Bewegung" des Terroristen Kaplan und die kriminelle Vereinigung "Milli Görüs" entwickeln sollten; aber das ist eine andere Geschichte. Exkurs Ende.]

Doch sowohl die Europäer als auch die Amerikaner waren blind für diese unheilvollen Entwicklungen in ihrem Inneren, denn zumal die letzteren waren viel zu sehr damit beschäftigt, ihrerseits anderen Völkern die vermeintlichen "Errungenschaften" und "Segnungen" ihres Gesellschafts-Systems nahe zu bringen; und wer sie nicht freiwillig importieren wollte, dem wurden sie mit Gewalt aufgezwungen, von Schwarzafrika bis nach Ostasien - wo die USA den Vietnamkrieg wieder aufleben ließen, um der "Demokratie" zum Sieg zu verhelfen. Dennoch waren das schwerlich "Welteroberungspläne" im Sinne der alten Bond-Streifen. Nein, das Streben nach Weltherrschaft mag heute noch dem Islam immanent sein (aber das wurde nie in einem James-Bond-Film thematisiert und wird es wohl auch nie werden, denn gegen eine solche kollektive Verschwörung wäre ein einzelner Geheimagent machtlos - selbst 007 :-); doch in allen anderen Fällen ist es bloß ein krankhaftes Hirngespinst der Limeys, die diesen Traum einst selber träumten, ohne zu merken, daß es eigentlich ein Albtraum war. (Damals glaubten sie noch, daß es Gott wohlgefällig sei, wenn das Programm lautete: "Britannia Rule the Waves" - aber das ist eine andere Geschichte.) Nun, da sie selber diesen Traum begraben haben, versuchen sie penetrant, ihn anderen anzuhängen; und wenn der (möglichst deutsche) Bösewicht die Welt nicht mehr erobern will, dann muß er sie wenigstens zu erpressen suchen (möglichst mit der Drohung, sie zu zerstören) - und nicht zuletzt die Bond-Filme mit Sean Connery haben dazu beigetragen, diese fixe Idee in aller Welt zu verbreiten. Roger Moores Gegner sind zwar bisweilen auch etwas meschugge, und ihre Aufenthaltsorte nicht weniger abenteuerlich - aber sie lassen sich wenigstens lokalisieren. Gewiß, was wir z.B. in "Octopussy", "Der Spion, der mich liebte" oder "Moonraker" zu sehen bekommen, hat mit dem realen Leben auch nicht viel zu tun. Wenn Ihr also nach Indien, Griechenland, Brasilien oder Ägypten reisen solltet, seid nicht allzu enttäuscht, wenn Ihr im See von Udaypur keine Kampfsport-Schule für Amazonen findet, auf dem Berg Athos keinen Stützpunkt des CIA oder des KGB, am Amazonas keine Maya-Pyramiden mit "Chac-mool"-Figuren am Eingang und keine schwimmenden Pythons im Boa-constrictor-look, und weder auf dem Zuckerhut von Rio de Janeiro noch an den Pyramiden von Gizeh einen Robot-Menschen mit Stahlgebiß, der auf britische Agenten wartet, um sie tot zu beißen, sondern allenfalls ein paar muslimische Terroristen, die auf westliche Touristen warten, um sich mit ihnen in die Luft zu sprengen. ["You only live twice" müßte Dikigoros eigentlich von diesem Vorwurf ausnehmen; aber auch das, was Ihr dort seht, werdet Ihr heute nicht mehr wieder finden; denn Hongkong ist nicht mehr britisch, in Japan geht keine Frau mehr im Kimono zum Sumo (und nur wenige heiraten noch unter der traditionellen Haube, die ihre sinnbildlichen Hörner verbergen soll :-); und überhaupt gibt es kaum noch japanische Sumo-Ringer: In den Ringen tummeln sich heute durchweg Bulgaren, Usbeken, Mongolen und sonstwas - und das in einer Sportart, die noch vor einer Generation einer quasi-religiösen Zeremonie gleich stand und zum ungeschriebenen Gesetz hatte, daß sie nur Anhängern des Shinto offen stand. (Aber Ihr, liebe deutsche Leser, kennt das ja aus der Fußball-Bundesliga: Dort gibt es bekanntlich keine einzige Mannschaft mehr, die komplett aus Deutschen besteht - das wäre politisch unerwünscht -, dafür immer mehr, bei denen kein einziger deutscher Feldspieler mehr auf dem Platz steht :-) Deshalb hat Dikigoros für dieses Kapitel seiner "Reisen durch die Vergangenheit" ja auch einen anderen Japan-Film ausgesucht.]

[Schauplätze]

Auch in diesem Punkt ist "Live and Let Die" die positive Ausnahme, nämlich der einzige Bond-Film, den man im Sinne von Dikigoros' Definition als "Reisefilm" ansehen kann, denn er spielt an realen Orten, und was sich dort im Film abspielt, spielt sich auch in der Wirklichkeit so ab (was vielleicht auch daran liegt, daß Ian Fleming, der Verfasser der Bond-Romane, nie in Udaypur oder auf dem Berg Athos war - geschweige denn auf dem Mond oder auf dem Meeresboden -, wohl aber jedes Jahr drei Monate lang an seinem Zweitwohnsitz auf Jamaica verbrachte, sich dort also bestens auskannte): Wenn Ihr zur UNO nach New York fahrt, könnt Ihr dort Dummschwätzer aus aller Welt banales Zeug labern, pardon, hoch qualifizierte Diplomaten wertvolle Reden halten hören, im Mississippi-Delta Krokodile plantschen sehen, in Jamaica den Voodoo-Trommeln lauschen, in New Orleans die farbenprächtigen Beerdigungs-Züge von Jazz-Musikern bewundern und bei schwarzen Dealern Drogen kaufen; und wenn Ihr Euch als Weiße in gewisse Ecken von Spanish Harlem traut, könnt Ihr Euch vielleicht bald die Radieschen von unten anschauen. [Das einzige, was nicht stimmt, sind die Mohnfelder in der Karibik. Tom Mankiewicz - der Sohn des "Cleopatra"-Regisseurs - hat sie ins Drehbuch geschrieben statt der Goldmünzen aus dem Seeräuberschatz der Romanvorlage. Die hätten wohl allzu sehr auf Jamaika gedeutet; außerdem waren sie, als der Film gedreht wurde, nicht mehr geeignet, das Währungssystem der USA zu erschüttern, denn die hatten ja gerade einseitig das Abkommen von Bretton Woods gekündigt, das sie verpflichtete, ihre Papierdollars in Gold umzutauschen, zum Kurs von je 1/35 Unze - aber darüber schreibt Dikigoros an anderer Stelle mehr.] Ist das nicht schön? Was stört also die Kritiker? Etwa, daß Dikigoros diesen Film in eine Serie aufgenommen hat mit dem Titel "Avez-vous Bourbon?", obwohl James Bond doch bekanntlich nur Martini-Wodka trinkt - geschüttelt, nicht gerührt? Nein, auch das kann es nicht sein. Dikigoros wagt eine andere These aufzustellen: In jedem James-Bond-Film gibt es "die" Guten und "die" Bösen. Die Guten sind leicht auszumachen: Es sind stets die edlen Briten und ihre Verbündeten. Auch die Bösen sind immer eindeutig bezeichnet - aber sie wechseln, je nach politischer Großwetterlage. Meist sind es wie gesagt blonde, blauäugige Germanen oder finstere Kommunisten (oder beides, wofür gab es damals noch die "DDR" :-); aber in "Live and Let Die" sind es - die Afro-Amerikaner. Das aber darf nach Meinung unserer blauäugigen Gutmenschen nicht sein, und da nicht sein kann, was nicht sein darf... aber fangen wir vorne an.

Erd- und Völkerkunde ohne Politik und Geschichte gibt es nicht; das Leben spielt sich nun mal nicht im luftleeren Raum ab. Früher nannte man die aus dieser Erkenntnis entstandene Fachrichtung "Geopolitik"; heute ist dieses Wort nicht nur im deutschen Sprachraum verpönt, weil man das zufällig auch 1933-1945 so nannte - aber das ändert nichts an den Tatsachen, liebe Leser; also kann Euch Dikigoros einen kleinen Ausflug in die Geschichte nicht ersparen. Oberflächliche Beobachter und Nur-Kino-Gänger mögen meinen, den Machern der 007-Serie seien nach sieben Folgen die Ideen ausgegangen - aber das ist ein Irrtum. Tatsächlich ist der diesem Film zugrunde liegende Roman von Ian Fleming nicht jüngeren, sondern viel älteren Datums als die übrigen der James-Bond-Serie; er wurde nämlich schon 1954 geschrieben, als zweiter seiner Art. [Dikigoros hat lange geglaubt, daß der erste Bond-Roman - "Casino Royale" (1953) - deshalb nicht in die gleichnamige Film-Reihe aufgenommen wurde, weil der Haupt-Bösewicht ein (kommunistischer) Franzose war und man die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Großbritannien und Frankreich durch einen solchen "unfreundlichen Akt" nicht noch weiter belasten wollte. Inzwischen hat er jedoch noch von einer anderen Theorie gehört: Danach hätten Insider aus dem Roman heraus lesen können, wie die Mitwisser des Mordes an dem polnischen General Sikorski vom britischen Geheimdienst beseitigt wurden - eine Operation, an der Fleming wohl persönlich beteiligt war. Wie dem auch sei, der Roman wurde später doch noch anderweitig verfilmt, und über General Sikorski schreibt Dikigoros an anderer Stelle mehr.] Ian Fleming war vielleicht kein großer Schriftsteller; aber er war auch nicht schlechter als manch anderer, der als solcher in die Literatur-Geschichte eingegangen ist, etwa sein eine Generation älterer Kollege Edgar Wallace. Schauen wir uns also erst einmal seine Roman-Vorlage an. Was fällt auf? Wieder sind im Original ein Kommunist und eine Französin die Haupt-Bösewichter (ja, Fleming war ein Franzosen-Fresser!), denn Mr. Big arbeitet im Auftrag Moskaus, und Solitaire... nun ja. Die Szene ist in Florida, dem Land der Krokodile, und Jamaica, der Insel des Voodoo. Aber 1972/73, als der Film gedreht wurde und in die Kinos kam, wurden die Krokodile in Florida gerade unter Naturschutz gestellt, England stand vor dem EWG-Beitritt (Frankreich hatte seinen Widerstand dagegen endlich aufgegeben), Brjeschnjew war auf Good-will-tour durch Westeuropa; und die Regierung von Jamaica wollte man auch nicht brüskieren, ebenso wenig die von Haïti. Dabei drängte sich das als Ersatz förmlich auf, mit dem verhaßten Diktator "Papa Doc" François Duvalier, dem "Mr. Big" geradezu auf den Leib geschrieben zu sein schien. Aber man scheute wohl die möglichen politischen Verwicklungen. (Nur sechs Jahre zuvor war das noch anders gewesen, als Graham Greene's "The Comediens [Die Stunde der Komödianten]" verfilmt wurde - daraus hätte man auch einen Kandidaten für Dikigoros' "Reisefilme" machen können, als Persiflage auf britische Ex-Pats und Waffenhändler, US-amerikanische Öko-Unternehmer, südamerikanische Diplomaten, Töchter deutscher "Kriegsverbrecher" und last not least haïtianische Voodo-Anhänger; aber da hackte man nur gänzlich humorlos auf dem Regime Duvaliers herum, der darob verständlicher Weise vor Wut schäumte :-) Also benannte man die Insel kurzerhand in "San Monique" um und verlegte die Krokodile nach Louisiana. (Dikigoros wußte damals selber nicht, daß es dort Krokodile gab; aber im Mississippi-Delta bei New Orleans - das so ein britischer Knallkopf im Film wie "New Orlíens" ausspricht, während es richtig, d.h. im Amerikanischen, auf der ersten Silbe betont wird - gibt es sie tatsächlich in rauhen Mengen.)

[Nachrag. À propos Öko-Unternehmer, Südamerika und Haïti: 35 Jahre nach "Live and Let Die" wurde ein neuer James-Bond-Film gedreht, und diesmal spielte er - z.T. wenigstens - ausdrücklich auf Haïiti. Auch sein Plot war viel "anspruchsvoller": Finstere Mächte (diesmal von einem Franzosen angeführt :-) versuchen, als Öko-Unternehmer und weltweit Gutes tuende Menschenfreunde getarnt, durch einen Putsch böser Militärs gegen den braven Evo Morales - den Welthelden der UNO - die Macht in Bolivien an sich zu reißen (wo es noch immer so aussieht, wie Dikigoros es einst erlebt hat) und - durchaus realistisch - die Wasserversorgung zu monopolisieren. James Bond entlarvt diese Verschwörung (in die diesmal auch die US-Amerikaner verwickelt sind - und beinahe auch die Briten :-) und bringt die Schurken am Ende wie gewohnt zur Strecke. Was stört Dikigoros an diesem - scheinbar viel besser gemachten - Film? Nun, es fehlt ihm all das, was ihn zu einem guten Reisefilme im Sinne seiner Definition macht: Die Szenen, die auf Haïti spielen sollen, könnten genau so gut auf einem Baggersee in der Eifel gedreht sein - wo ja inzwischen auch mehr als genug "petit nègre" babbelnde Exoten mit dunkler Hautfarbe herum laufen -; wir erleben nicht nur kein Voodoo, sondern auch sonst keinerlei Lokal-Kolorit. (An den meisten anderen Schauplätzen, von London bis Sibirien, übrigens auch nicht; allein im italienischen Siena - wo völlig unmotivierter Weise die Eröffnungsszene spielt - sehen wir am Rande der ersten Kampfhandlungen eine Art "Volksfest" - das freilich auch weniger vom Volk ausgeht als vom Fremdenverkehrsbüro, um zahlungskräftige Touristen anzulocken :-) Und vor allem: Im ganzen Film gibt es keine einzige humorvolle Szene, über die man auch nur ansatzweise lachen könnte; alles geht bierernst und mit so verbissenen Gesichtern über die Leinwand, daß sich Roger Moore - den man weder als James Bond noch in irgend einem anderen seiner vielen Filme jemals so sah - im Grabe umdrehen würde. Nachtrag Ende.]

[Wappen Haitis] [Wappen Jamaicas]

Doch diese kleineren kosmetischen Korrekturen reichten nicht aus; der ganze Plot mußte neu entworfen werden, mit einem völlig neuen Aufhänger, abseits von russischen Kommunisten und gallischen Egoïsten. Was brannte den Leuten damals unter den Nägeln? Nun, fragen wir zunächst die Filmindustrie, also die Urheber. Anfang der 1970er Jahre schwappte eine Welle von Filmen durch die Kinos, die als "Blaxploitation" in die Geschichte eingegangen ist. Die meisten davon waren grottenschlecht - das würden nicht einmal ihre Macher bestreiten. Dennoch hatten einige, wie "Shaft", "Superfly", "Shaftlovers", "Boss Nigger", "Blacula", "Black Belt Jones", "Black Caesar" oder "Cleopatra Jones" ungeheuren Erfolg, vor allem bei den Schwarzen (für die sie ja auch gedreht waren - von Negern für Neger über Neger; weiße Leser brauchen diese Titel nicht zu kennen, sie sind ja etwas Besseres und können deshalb ihre Augen getrost verschließen vor den Realitäten der Kinowelt). "Black is beautiful" lautete die Botschaft, und zwar auch und gerade, wenn sich die schwarzen Helden krimineller Mittel bedienten, um in der weißen, als feindlich verstandenen Umwelt zum Erfolg zu kommen. Figuren wie der Black-Muslim-Terrorist Malcolm X und der Hetz-Pfarrer und Haß-Prediger Martin Luther King - der durchaus nicht der gewaltfreie Edelmann war, als der er heute gerne dargestellt wird - stiegen posthum zu Idolen der schwarzen Gewalt auf. Und auf der außenpolitischen Bühne war es nicht anders. Der südafrikanische Häuptlingssohn Nelson Mandela, Führer der Terroristen-Bande "ZANU" - die später im "ANC" aufgehen sollte -, sprach es mit brutal-dreister Offenheit aus (ohne darob die Unterstützung der naiven US-Politiker einzubüßen): "Zum Terroristen wird man nur durch Fehlschläge. Gelungene Terror-Akte führen ins Reich der legitimen Macht!" Na also, und die Entwicklung in den neuen, "unabhängigen" Staaten Schwarz-Afrikas bestätigten das ja nur zu offensichtlich: An die Macht kam man nur durch Gewalt, und um sie zu behaupten, mußte man Terror einsetzen, im Kongo gegen Katanga, in Nigeria gegen Biafra, und wenn die Schwarzen in Angola, Mozambique, Rhodesien, Süd- und Südwestafrika an die Macht kämen, würde es dort genauso zugehen. (Aber daran dachte damals noch niemand ernsthaft. Inzwischen ist es genauso gekommen - und niemand ist da, der das Rad der Geschichte zurück drehen könnte, auch nicht James Bond :-)

Und da kam anno 1973 Guy Hamilton und brach als erster das große Tabu der "Political Correctness": Er zeigte in "Live and Let Die" ganz unsentimental, daß es sich bei den Neger-Häuptlingen, die Mitte der 1960er Jahre von der großen Unabhängigkeitswelle bei der "Dekolonisierung" an die Macht gespült worden waren, großenteils um Verbrecher der übelsten Sorte handelte, welche die Doppelrolle - dummschwätzender Biedermann in der UNO und krimineller Drogenhändler im Untergrund - perfekt spielten. Und für diese Sorte steht eben "Mr. Big" alias Kananga. Ja, die Zeiten haben sich geändert, die naive Unschuld der Flower-Power-Kinder von 1968 ist out, und dazu paßt auch der Titel-Song. Viele Titel-Songs von James-Bond-Filmen sind ja zu Hits geworden, so auch dieser, von Ex-Beatle Paul McCartney komponierte, getextete und mit seiner Band, den "Wings", gespielte und gesungene, obwohl er - ebenso wie der Film - von den Kritikern als recht mittelmäßig bewertet wurde. Dikigoros ist mit den Beatles groß geworden und hat nie verstanden, daß um sie ein derartiges Aufhebens veranstaltet wurde. Mag sein, daß andere Bands noch schlechter waren, aber das niedere Niveau eines John Lennon erreichten sonst allenfalls noch die Rolling Stones um den abgehalfterten Kiffer Mick Jagger. Wenn von den Beatles mal etwas Ordentliches, auch musikalisch etwas weniger Anspruchsloses kam, dann stammte es mit ziemlicher Sicherheit aus der Feder McCartneys, und "Live and Let Die" zählt eher zu seinen besseren Stücken. Ist die Moral des Textes eigentlich so falsch? Schau'n wir mal:

"Als du jung warst und dein Innerstes wie ein offenes Buch
Pflegtest du zu sagen: leben und leben lassen
Aber wenn diese sich ständig wandelnde Welt, in der wir leben
Dich resignieren und weinen läßt, sage: leben und sterben lassen!"

Das dürfte einigen Friedens-Aposteln nicht geschmeckt haben, damals ebenso wenig wie heutzutage, denn wo immer man jetzt einen Krieg anzettelt, tut man das ja nicht um zu töten und zu erobern, sondern um Leben zu retten und um zu befreien. Solche Gedankengänge kann man freilich nur in den aufgeweichten Gehirnen einiger Weißer verankern, die tagtäglich der Manipulation durch staatlich gelenkte Verdummungs-, pardon Erziehungs-Anstalten des Öffentlichen Rechts (Kindergarten, Schule, Universitä) und Massenmedien (Zeitungen, Radio, Fernsehen) ausgesetzt sind. Wie schrieb mal ein schwarzer Schriftsteller: "Die Weißen denken zuviel." Da mag was dran sein. Die Schwarzen sind weitgehend frei geblieben von solchen "Erziehungs"-Versuchen, sie folgen weiterhin ihren natürlichen Instinkten - und die lauten halt überall in der Natur so wie der Titelsong, pardon der Songtitel. Das dürfte aber nicht der einzige Grund gewesen sein, weshalb Paul McCartney und die Wings dafür ausgewählt wurden - und nicht etwa die Mulattin Roberta Flack, die 1973 doch so erfolgreich die Hitparaden gestürmt hatte mit einem Song, der auch vom Töten (wenn auch nur im übertragenen Sinne) handelte: "Killing Me Softly With His Song..." Nein, es mußte ausgerechnet derjenige der Beatles sein, der sich immer strikt gegen alles gewehrt hatte, was vom weißen Ideal der Briten (ja, liebe Leser - damals war Groß-Britannien noch mehrheitlich von Weißen besiedelt, auch die Außenbezirke und Vororte der Großstädte, die heute in schwarzer oder pakistanischer Hand sind!) abwich, der sich schon darüber mokierte, daß seine Kollegen nach Indien fuhren, um sich dort in einem Ashram von einem Yogi in die Geheimnisse des Hinduismus einweihen zu lassen (oder was sie dafür hielten :-), und dem an Lennon in erster Linie nicht etwa dessen schlechte Musik mißfiel, sondern vielmehr dessen Lebensgefährtin Yōko Ono - eine schlitzäugige Asiatin, zu allem Überfluß auch noch eine Japanerin, pfui Teufel! Und, um das vorweg zu nehmen, für den Titelsong ihres übernächsten Streifens "The Spy Who Loved Me [Der Spion der mich liebte]" sollten die Macher der James-Bond-Reihe zwar eine Sängerin nehmen, die ebenfalls schon 1973 gut im Geschäft war (mit "You're so vain"), aber das war wieder eine reinrassige Weiße (eine der wenigen, die singen konnte wie sonst nur Negerinnen): Carly Simon mit "Nobody Does It Better [Niemand macht es mir besser]".

Exkurs. Ihr meint, liebe Leser, daß sich Dikigoros hier viel zu sehr in musikalischen Nebensächlichkeiten verliert? Mitnichten! In einer einerseits verzärtelten, andererseits freudlosen Gedanken- und Glaubenswelt wie der westlichen, die viel stärker durch das Christentum protestantischer Konfession geprägt ist als es ihre Angehörigen - die nach außen hin vielfach einen gepflegten Atheïsmus oder Agnostizismus zur Schau tragen - wahr haben wollen, muß der lärmende Voodoo als schrecklicher (früher hätte man gesagt: teuflischer) Aberglaube und Götzendienst angesehen werden. Gelten ihnen doch bereits die etwas weniger tristen Gottesdienste der Katholiken und Orthodoxen als suspekt, erst recht die farbenfrohen und lauten Feste der indischen Hindus oder der japanischen Shintoïsten. Gewiß, auch Dikigoros hält sich die Ohren zu, wenn die letzteren allzu laut trommeln, und er liebt es gar nicht, an Holi mit Farbbeuteln beworfen zu werden und geht ihnen tunlichst aus dem Weg - aber muß denn ein "Feier"-Tag darin bestehen, daß man den ganzen Tag "besinnlich" vor sich hin betet, womöglich fastet und Trübsal bläst? Warum verteufelt die Kirche die alten "heidnischen" Feste? Weil sie beim Publikum offenbar bis heute viel besser ankommen als ihre eigenen? Wie viele Christenmenschen gehen heute noch zu Ostern und zu Weihnachten (geschweige denn sonst) in die Kirche? Aber wie viele feiern die alte germanische Walpurgisnacht, das alte keltische Halloween und den auf die alten römischen Saturnalien zurück gehenden Karneval? Eben...! Warum wollt Ihr, liebe Christen, also den Schwarzen nicht ihren Voodoo-Zauber lassen? Weil das schwarze Magie im wahrsten Sinne des Wortes ist? Weil es Menschen- oder zumindest Tieropfer gibt? Aber wird nicht auch bei Euch zu Ostern ein Lamm geschlachtet und zu Weihnachten eine Gans? Und glaubt Ihr nicht auch an die Wandlung und daran, mit der Oblate den Leib Eures Herrn Jesus Christus zu verspeisen, so Ihr Katholiken seid, oder mit dem Wein sein Blut zu trinken, so Ihr Protestanten seid? Und der Heilige Geist? Ist das wirklich alles soviel anders? Ach ja, die Nadeln, die in eine Puppe gesteckt werden, wie grausam. Nun, wer nicht daran glaubt, dem wird das schwerlich weh tun - was glaubt Ihr denn, wie viele Christen früher (und vielleicht auch heute noch) Kerzen vor dem Bild der Madonna aufstellten und beteten, daß es ihren Feinden schlecht ergehen möge? Und was ist denn die Alternative, liebe christliche Missionare? Den Schwarzen das Christentum aufzuzwingen, so wie Ihr es mit den Indios in Lateinamerika versucht habt? Schaut Euch das Resultat doch mal an: Nicht Ihr habt sie zum Christentum be-kehrt, sondern sie haben das Christentum ver-kehrt in einen Abklatsch ihrer eigenen alten Religionen - und Dikigoros kann ihnen das nicht mal verdenken. Was hat es denn noch mit einem christlichen Gottesdienst zu tun, wenn eine Horde Schwarzer in die Kirche kommt und dort ihre Blues- und Soul-Gospels singt? (Übrigens nicht nur lauter, sondern auch schöner als die meisten Besucher christlicher Kirchen das mit ihren Liedern tun. Wann immer Dikigoros sich mal in einen christlichen Gottesdienst verirrt, hört er um sich herum nur Leute, die entweder stumm sind wie die Fische im Wasser oder bestenfalls die Melodie mit brummen - richtig singen tun meist nur der Pfarrer, ein bestellter Chor und er selber.) Dann sollen sie doch lieber ihre eigenen Tänze vor ihrem eigenen Götzenbild aufführen, und wenn sie dabei ein Huhn schlachten wollen, dann viel Spaß. Ja, wenn es ihnen Spaß macht zu töten, dann sei ihnen auch das gegönnt - die Freudlosigkeit, von der Dikigoros anfangs dieses Exkurses nicht von ungefähr schrieb, welche die natürliche, jedem Lebenwesen angeborene Grausamkeit unterdrückt, statt sie in harmlose, ritualisierte Bahnen zu lenken, ist einer der Gründe für die wachsende Kriminalität in unseren Gesellschaften!

[Nachtrag Oktober 2008. Es gibt offenbar auch in christlichen Ländern - bzw. solchen des ehemals "christlichen Abendlandes" - immer mehr Leute, die an Voodoo glauben, selbst im einst so "aufgeklärten" Frankreich, der Heimat von Voltaire und Rousseau. Hätte der alte Franzosenfresser Fleming das noch mit erlebt, es wäre Wasser auf seinen Mühlen gewesen! Obwohl... eigentlich ist Frankreich ja gar nicht mehr die Heimat der Franzosen, sondern aller möglichen Völker, darunter vieler Millionen Afrikaner, die in den Vororten der großen Städte wie Paris, Lyon, Marseille, Lille und Straßburg längst die Mehrheit der Einwohner stellen. Und zum Präsidenten ihrer glorreichen Republik haben sie vor Jahr und Tag einen vom Judentum abgefallenen Ungarn namens Sarkozy gewählt, der sich bald wachsender Unbeliebtheit erfreute. Im Herbst 2008 kam jemand auf die Idee, etwas für die vielen Voodoo-Gläubigen unter den schwarzen Migranten in Frankreich zu tun: Er produzierte ein Voodoo-Püppchen mit den Gesichtszügen jenes Präsidenten und bot es für schlappe 12,95 Euro zum Kauf an, mit einem Anleitungs-Büchlein als Zugabe, wie man die Nadelstiche richtig zu setzen habe, um Monsieur Sarkozy von weiteren politischen Fehlern abzuhalten. Statt über diesen Gag herzlich zu lachen, zog der Präsident ganz humorlos vor Gericht, um jenes Werk verbieten zu lassen - offenbar hatte er Angst, daß die Nadeln ihn tatsächlich piesacken könnten. Was erreicht er mit jener Demonstration seines eigenen Voodoo-Glaubens? Binnen weniger Tage wurde es zum Bestseller Nr. 1 auf der französischen Internetseite von Amazon. (Das Püppchen mit den Gesichtszügen der Oppositionsführerin kam dagegen nur auf Platz 6 :-) Fällt Euch dazu noch etwas ein, liebe Leser? Dikigoros auch nicht. Aber wenn er an Voodoo glauben würde, würde auch er ein Sarkozy-Püppchen kaufen und es kräftig nadeln. Nachtrag Ende.]

Wer sich für Voodoo näher interessiert, kann darüber inzwischen im Internet einiges finden. Wer keine Lust hat, tiefer in seine Geheimnisse einzudringen, dem kann Dikigoros versichern, daß die Fakten, die Hamilton in "Live and Let Die" zusammen trägt, zwar spärlich und vielleicht etwas oberflächlich, aber an sich nicht falsch sind. Ursprünglich in Afrika beheimatet (wahrscheinlich am Golf von Guinea, manche wollen es noch genauer in der Bucht von Benin lokalisieren, aber das ist nicht zwingend - die meisten in die Karibik und in die USA verschifften schwarzen Sklaven kamen halt von dort, von der so genannten "Sklavenküste") hatte er seine größte Verbreitung auf Haïti und Jamaika, und seine größte Zukunft - in New Orleans, das heute eine überwiegend schwarze Stadt ist (jedenfalls außerhalb der paar auf Fremdenverkehr getrimmten Viertel) und die Weltmetropole des Voodoo. Dikigoros, der diese erst französische, dann spanische, dann deutsche Stadt zum ersten Mal in den 1970er Jahren besuchte, als sie noch überwiegend weiß war, bemerkte diese Ansätze nicht, denn damals zeigte man sie noch nicht so offen wie heute - auch nicht am Congo Square; der Voodoo war ein Geheimkult, den man vor den Augen Außenstehender - zumal Weißer - sorgsam verbarg. Aber Hamilton kannte sich offenbar aus: "Fillet of Soul" war tatsächlich eine Restaurant-Kette, in der diesem Kult gefrönt wurde, und wohl auch dem Drogenhandel. (Heute tragen solche Etablissements ganz offen den Namensbestandteil "Voodoo".) Ach, kommt da schon wieder der erhobene moralische Zeigefinger? Was glaubt Ihr denn, liebe Christen, was Weihrauch (der noch heute die Sinne der Kirchenbesucher benebeln soll) und Myrrhe sind? Richtig - Rauschgifte, und Dikigoros hat auch noch nicht gehört, daß die Pfarrer beim Abendmahl oder bei der Kommunion neuerdings etwa alkoholfreien Wein einsetzen würden, also schenkt Euch diese Kritik! Gesellschaftliche oder religiöse Feiern bedingen nun einmal den "Genuß" von Alkohol und anderen Rauschmitteln - wer sich dem verschließt, der schließt sich aus der Gemeinschaft der Gläubigen und gesellschaftlich Anerkannten aus. Und der Lärm? Geht mal in eines jener Etablissements, die - jedenfalls bei den Jugendlichen - den Platz der Kirchen als Versammlungs- und Veranstaltungsorte eingenommen haben, in eine der so genannten "Discos"... Aber - und das wollen wir doch nicht verwechseln - es ist ein Unterschied, ob man mal auf einer Party ein Glas Wein trinkt, oder ob man sich aufs Klo zurück zieht und sich dort den "Goldenen Schuß" mit der AIDS-verseuchten Spritze setzt, nachdem man zur Finanzierung desselben einen Raubmord begangen hat. Und diese beiden Dinge sollte man halt bei aller Begeisterung für "Live and Let Die" nicht in einen Topf werfen. Exkurs Ende.

Wenn der Film sich in diesem letzten Punkt vielleicht einige Vorwürfe gefallen lassen muß, dann zeigt er doch in politisch unkorrekter, aber dafür um so dankenswerterer Weise auf, daß man noch etwas nicht in einen Topf werfen, geschweige denn in ein Bett legen sollte: schwarze und weiße Menschen, exemplarisch dargestellt an den beiden Bond-Girls. Die schwarze CIA-Agentin ist dumm, unfähig und verrät Bond schließlich an ihre schwarzen Brüder. (Nun ja, in den Augen des britischen Secret Service, insbesondere des elitären MI 5, war die amerikanische CIA ohnehin immer nur eine Ansammlung lausiger Stümper :-) Und Solitaire, die weiße, Karten legende Hellseherin in Kanangas Diensten, ist, nachdem sie mit Bond geschlafen hat, ebenso dumm und unfähig geworden (merke: der Voodoo-Zauber wirkt nur bei Jungfrauen :-) und verrät ihren schwarzen Chef schließlich an den weißen Geheimagenten. Blut ist dicker als Wasser - eine Moral, die heute so nicht mehr öffentlich vertreten werden dürfte, nicht einmal ansatzweise. Aber damals stand der Kampf der Gutmenschen gegen die "Normalos" noch auf Messers Schneide, und einige mutige Leute - so auch Guy Hamilton - nahmen ihn auf und bekannten Farbe: weiß. Noch waren die in den 1960er Jahren gewaltsam umgekommenen Hetzer, Banditen und Terroristen schwarzer Hautfarbe, von Lumumba über Malcolm X bis Martin Luther King, nicht allgemein als "gewaltfreie" Friedens-Apostel und Martyrer anerkannt. Noch stand der amerikanische Civil Rights Act nur auf geduldigem Papier, Cassius Clay wurde vom Box-Verband wegen Wehrdienst-Verweigerung aus rassistischen Motiven (aus denen er keinen Hehl machte: er lehnte es ab, "für die Weißen gegen die Gelben" in den Krieg zu ziehen) gesperrt, und noch waren die kriminellen "Black Power"- und "Black Muslims"-Bewegungen geächtet: Auf den Olympiaden von 1968 und 1972 konnte Negern, die bei der Siegerehrung ihre Mätzchen mit geballter Faust im schwarzen Handschuh abzogen, die Medaillen aberkannt und lebenslang die Startberechtigung entzogen werden; und noch 1976 konnte man den unverschämten Erpressungsversuch der schwarz-afrikanischen Staaten, die erklärten, sie würden die Olympiade von Montreal boykottieren, wenn Neuseeland nicht ausgeschlossen würde (zur Strafe, daß eine neuseeländische Rugby-Mannschaft mal im damals noch weißen, wohlhabenden und sicheren Südafrika zu spielen gewagt hatte), ignorieren und sich auch und gerade ohne sie an den letzten einträchtigen Olympischen Spielen der Neuzeit erfreuen - danach sollten sie nur noch einträglich werden (wohlgemerkt für die IOC-Bonzen, nicht etwa für die Ausrichtungsländer); aber das ist eine andere Geschichte.

Ja, es war vorübergehend eine weltweite (außer bei einigen unverbesserlich dummen 68ern und Ethno-Linken in Mitteleuropa) Ernüchterung eingetreten ob der erhofften "Er-folge" und der tatsächlichen Folgen der "Dekolonisierung". Die USA hatten ihre VasallenVerbündeten in den 1960er Jahren genötigt, ihre Kolonien in die politische Unabhängigkeit zu entlassen, in der Hoffnung, sie in ihre eigene wirtschaftliche Abhängigkeit zu bringen, und sie hatten sich ausgerechnet, damit ein Geschäft zu machen. (Die Entwicklungshilfe, um all die zu ihrer "Entwicklung" so dringend benötigten Dinge wie goldene Badewannen, Atomkraftwerke und vor allem Waffen auf dem amerikanischen Markt zu kaufen, sollten ihnen die blöden Europäer finanzieren, allen voran die saublöden Deutschen, die den Löwenanteil zahlten.) Doch das war ein schwerer Rechenfehler. In den unabhängig gewordenen Staaten Schwarz-Afrikas wurde erst der Wirtschaft das Rückgrat gebrochen durch die Enteignung und Vertreibung der Weißen (und Inder) - ohne die bald gar nichts mehr lief -, dann brachen Jahre (bisweilen sogar Jahrzehnte) lange Bürgerkriege aus (besonders an die im Kongo und in Nigeria/Biafra erinnert sich Dikigoros noch gut, weil sein Pfarrer immer mit dem Klingelbeutel herum lief, um Spenden "für die armen, hungernden Kinderlein in Afrika" einzutreiben), und schließlich ergriffen überall unfähige, korrupte, größenwahnsinnige Negerhäuptlinge die Macht und errichteten pseudo-sozialistische Diktaturen (oder auch pseudo-kapitalistische, je nachdem wer ihnen mehr "Entwicklungshilfe" in ihre fetten Ärsche schob, die alsbald auf ihren privaten Nummern-Konten in der Schweiz landete): Mobutu im Kongo, Bokassa in Ubangi-Schari (das er zum "Kaiserreich Zentralafrika" ernannte, mit sich selber als "Empereur" :-), Nyerere in Tanzania, Kenyatta in Kenya, Milton Obote und Idi Amin in Uganda. Mandela saß noch in Südafrika im Knast, ebenso die Anführer der SWAPO-Terroristen von Südwestafrika und die diverser Terror-Banden in Rhodesien.) In Angola und Mozambique - damals noch portugiesische "Übersee-Provinzen" - tobten "Unabhängigkeits"-Kriege, die nach deren Erlangung 1974/75 nahtlos in Bürgerkriege übergehen sollten, die bis heute andauern. Und auf Haïti herrschte seit kurzem der primitive, grausame, Voodo-gläubige Neger-Häuptling Jean-Claude Duvalier - dem "Präsident Kananga" alias "Mr. Big" unverkennbar nachempfunden ist. (Er hatte die Häuptlingswürde 1971 von seinem Vater geerbt, der noch "demokratisch" zum "Präsidenten" gewählt worden war.)

Bis Ende der 1970er Jahre zog sich der Kampf zwischen ernüchterten Realisten und unverbesserlichen Gutmenschen unentschieden hin; dann - 1978 - fällten ein paar geisteskranke Richter am U.S. Supreme Court (eingesetzt vom bis dahin unfähigsten U.S.-Präsidenten aller Zeiten, dem gelernten U-Boot-Offizier und Erdnußfarmer James ['Jimmy'] Carter, genannt "Peanuts") das wohl verhängnisvollste Fehlurteil aller Zeiten: In der Sache Teamsters vs. U.S. wurde die rassische Diskriminierung der Weißen zugunsten der Schwarzen (und anderer "Farbiger") fest geschrieben. In der Praxis sah das so aus, daß jedem Arbeitgeber, der nicht bevorzugt Schwarze einstellte, unterstellt wurde, daß er sie diskriminieren wollte, was fortan strafbar war. (Die Nichtbevorzugung Schwarzer bei der Einstellung ohne Rücksicht auf ihre [Un-]Kenntnisse und [Un-]Fähigkeiten hatte zwar schon vorher dazu geführt, daß Unternehmen keine Staatsaufträge mehr bekamen, aber das hatten die meisten Arbeitgeber in Kauf genommen.) Schwarze mußten nun nicht mehr beweisen, daß sie besser oder auch nur gleich gut waren wie weiße Mitbewerber, sondern das wurde per "prima-facie-Beweis" unterstellt, ohne daß der Arbeitgeber den Gegenbeweis, daß sie dumm, faul oder sonstwie unfähig waren, hätte führen dürfen. Vor dem Hintergrund dieser Irrsinns-Rechtslage begann der steile Abstieg der USA auf allen Gebieten an, insbesondere auf kulturellem. Filmisch brachten sie nur noch Schrott zustande, auch wenn der an den Kinokassen noch immer genügend Geld einspielte, weil bessere Filme nicht mehr gedreht werden durften - "Live and Let Die" wäre wie gesagt ab 1978 nicht mehr denkbar gewesen, wegen "Verunglimpfung der Schwarzen" als Krimineller. Man hätte das Drehbuch vielmehr umschreiben und die Titelrolle mit einem Neger besetzen müssen, der die bösen Weißen bekämpft. [Nachtrag: Als Dikigoros das schrieb, meinte er es noch halb im Scherz; aber inzwischen ist es durchaus aktuell geworden: Der Nigger-Rapper P. Diddy hat sich bereits offiziell für die Titelrolle im nächsten Bond-Film beworben; und obwohl er null schauspielerische Erfahrung oder auch nur Talent hat, sagt man, daß seine Chancen nicht schlecht stehen sollen.]

[Der neue Bond? Rapper P. Diddy]

Es waren zugleich jene Jahre, in denen die Drogen-Mafia wie eine Krake um die Welt griff - und die meisten Opfer waren weiße US-Amerikaner, während die Täter längst nicht mehr nur Schwarze waren - vielleicht waren die doch zu dumm, um sich dieses lukrative Geschäft auf Dauer zu sichern. Aber wer hier nun über "die dummen Neger" herziehen will, sollte sich lieber mal fragen, wer eigentlich der Dümmere ist: der Neger, der mit Rauschgift dealt, oder der Weiße, der es konsumiert? Überhaupt war es ja nicht nur jene eine Fehlentscheidung des höchsten US-Gerichts; es waren viele Fehlurteile, und das Zusammenwirken mit vielen verfehlten Gesetzen, vor allem denen zur Sozialhilfe und zur Abtreibung, führte dann im Verhältnis zwischen weißen und schwarzen Amerikanern zu einer Pervertierung des Filmtitels nach dem Motto: Leben lassen (und das hieß vor allem: sich kräftig vermehren lassen) und selber aussterben. (Preisfrage: In was legte Roger Moore seine Film-Millionen an? Richtig geraten: in eine Luxus-Abtreibungsklinik für reiche weiße Frauen!) Die klugen Schwarzen erkannten sehr bald, daß es unter diesen Umständen die beste Fortpflanzungs-Strategie war, das Arbeiten ganz einzustellen und sich nur noch ihrer Vermehrung zu widmen, während die dummen Weißen zunehmend auf Nachwuchs verzichteten und ihre Frauen statt dessen arbeiten schickten, um die an die Schwarzen umzuverteilenden Mittel zu erwirtschaften. Seitdem hat sich der Anteil der Schwarzen an der US-Bevölkerung verdreifacht (die Statistik weist ihn zwar nur als Verdoppelung aus, aber die lügt, da sie Spanisch sprechende Neger - z.B. aus der Gegend, wo "Leben und sterben lassen" spielt - nicht unter "Schwarze", sondern unter "Latinos" einsortiert), Tendenz steigend, denn die schwarzen Amerikanerinnen haben im Durchschnitt mehr als dreimal so viele Kinder wie die weißen. Ein objektiver, unparteiischer Beobachter kann das nur als kollektiven Völkerselbstmord der weißen, angelsächsischen Protestanten bezeichnen. Dikigoros darf das schreiben, denn er ist nicht Partei, da weder Angelsachse noch Protestant; seine Sympathien gelten zum einen den echten Latinos, die vielleicht noch "Aztlan" retten können, und zum anderen den Mormonen, die vielleicht noch Utah retten können; den Rest der USA hat er abgeschrieben; er wird als "Vereinigte Staaten von Afro-Amerika" enden wie der KongoZaïre, RhodesienZimbabwe, SüdwestafrikaNamibia und andere einst blühende Landschaften, nachdem man sie den Schwarzen überlassen hat, d.h. die Weißen werden erst zu einer nur noch geduldeten Minderheit absinken und dann ganz ausgerottet werden. Ihr meint, diese Gefahr sei doch Dank James Bond fürs erste gebannt? Dann habt Ihr die Schlußszene übersehen: Da sitzt der vermeintlich getötete Neger-Clown auf dem Trittbrett vom Zug nach nirgendwo und grinst Euch was - denn der "Baron Samedi" ist nur eine Rolle im Voodoo-Kult; wenn einer ausfällt, setzt sich der nächste die Maske auf und spielt sie weiter!

* * * * *

Nachtrag. 23 Jahre nach "Live and Let Die" brachte die ARD im Rahmen der Krimi-Serie "Tatort" den Film "Fetischzauber" von Thorsten Näter in die deutschen Wohnzimmer. Da konnte man erfahren, daß man, um "Voodoo" u.a. faulen Zauber zu sehen, gar nicht mehr bis nach New Orleans oder bis in die Karibik zu reisen brauchte, sondern daß es so etwas inzwischen auch in den Gemeinden der zahlreichen schwarzen "Migranten" in der BRD gab. Wohlgemerkt, das sollte kein Film gegen Voodoo sein, sondern vielmehr das Publikum beruhigen und von etwaigen Vorurteilen befreien, die sie "aus James-Bond-Filmen" bezogen haben, wie die "Mambo [Zaubererin]" (eine halbe Deutsche aus Haïti) zu Manfred Krug alias Kommissar Stöver sagt, von wegen Töten persönlicher Feinde durch Spicken einer Stoffpuppe mit Nadeln. Am Ende gibt es für alles eine ganz "natürliche" Erklärung (selbst für die Nadelstiche in der Leber - und sei sie so weit hergeholt wie "eine verschleppte Hepathitis" :-), und entgegen dem bösen Anfangsverdacht der Kommissare erweisen sich die Schwarzen allesamt als völlig harmlose Zeitgenossen, die nichts Schlimmeres getan haben als eine Ziege zu schlachten und dazu zu tanzen; die brave Mambo hat es allem Anschein zum Trotz mit niemandem, geschweige denn mit jedem, getrieben; der böse deutsche Waffenschieber ist gar nicht ermordet worden, sondern hat Selbstmord begangen, weil er AIDS hatte, und als Täter der richtigen Morde entpuppen sich - comme il faut - die anderen weißen Deutschen. Gut zu wissen - dann kann ja in Sachen unkontrollierte Einwanderung aus Afrika und Tolerierung fremder "Religionen" alles so weiter laufen wie bisher!

2. Nachtrag. Nachdem auch der letzte blauäugige Illusionist erkannt hatte, daß die "Affirmative Action" nicht nur eine schreiende Ungerechtigkeit war, sondern - um mit Talleyrand zu sprechen - auch ein verheerender Fehler, der die USA eine ganze Generation zurück geworfen hat, befaßte sich endlich auch der U.S. Supreme Court mit der Frage, ob das ganze nicht verfassungswidrig sei. Im Juni 2003 fällte er nach einem Viertel-Jahrhundert in neuer Besetzung ein Urteil, das von einigen als fauler Kompromiß, von anderen als salomonisch-weise Entscheidung bezeichnet wurde: "Affirmative Action" ist nicht mehr Pflicht, d.h. niemand braucht sich mehr seine Universität, sein Unternehmen oder sonst irgend etwas von Analfabeten versauen zu lassen, deren einzige Qualifikation ihre schwarze oder braune Hautfarbe ist. Aber wer es partout nicht lassen kann, darf es weiterhin tun bis zum bitteren Ende (das sich wohl - infolge härterer Konkurrenz, die diesen Hemmschuh nun endlich über Bord werfen kann - ziemlich bald einstellen wird). Noch am selben Abend - die Programm-Gestalter hatten wohl rechtzeitig vorher von dem Urteil Wind bekommen - durfte "Live and Let Die" wieder im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden, sogar im öffentlich-rechtlichen Rotfunk des WDR! Und gleich anschließend brachte die ARD einen Beitrag über die bösen schwarzen Geheimkulte - so folgsam wären die Deutschen nicht einmal zur Zeit der re-education gleich nach dem Krieg gewesen! Bereits anderthalb Jahre zuvor war in der Bananenrepublik Deutschland etwas bis dahin Undenkbares geschehen: Erinnert Ihr Euch, so Ihr oben den Link zu dem Artikel "Geopolitik" angeklickt habt, an die letzten Worte des Autors, seinen cynischen Kommentar zur Erselbstmordung des "Geopolitikers" Karl Haushofer durch die alliierten Besatzer anno 1946? "So fand eine dunkle Periode in der Geschichte der Geografie ihr Ende." So so... So? Bereits im Januar 2002 hatte ausgerechnet der rot-grüne Innenminister Otto Schily vor seinem Berliner Ministerium ein Denkmal auf Karl Haushofer enthüllt - aus dem "alten Nazi" war plötzlich ein "alter Widerstandskämpfer" geworden, und ein alter Ospreuße merkte dazu süffisant an: "Geopolitik ist in Deutschland wieder salonfähig geworden."

Der Bösewicht im letzten James-Bond-Film war auch kein Deutscher mehr - wir können also getrost wieder gen Osten reisen, in die wodka-, pardon rum-, nein ruhmreiche Sowjet-UnionRussische Föderation. Und im selben Jahr war auch in den USA eine Sensation geschehen: Die Romanvorlage von Ian Fleming durfte nach fast einem halben Jahrhundert erstmals unzensiert erscheinen, d.h. mit so rassistischen Kapitel-Überschriften wie "Nigger Heaven [Nigger-Himmel]"!

Ein Zeichen von mehr Toleranz? Oder von filologischer Einsicht, daß "nigger" lediglich die korrekte Aussprache des lateinischen Wortes für "schwarz" ist (die männliche Form "niger" spricht sich mit kurzem "i", nur die weibliche - "nigra" - mit langem) und daß die Verteufelung von Wörtern nichts an Tatsachen ändern kann? Oder gar ein Signal, daß den Weißen, die sich seit Jahrzehnten den rassistischen Texten der Nigger-Rapper ausgesetzt sehen, in denen diese sie ungestraft beschimpfen und bedrohen dürfen, endlich ein Stückchen Gleichberechtigung mit den Schwarzen zurück gegeben wird? Dikigoros weiß es nicht; er hält die Frage auch für müßig, denn obgleich er begrüßt, daß man einen Spaten endlich wieder einen Spaten nennen darf ("to call a spade a spade", sagte der US-Amerikaner früher für "die Dinge beim Namen nennen", wobei "spade" auch eine andere Bezeichnung für "nigger" war) - solange die Vereiniggerten Staaten de facto ein Nigger-Himmel bleiben, wird es keine Abhilfe schaffen, wenn man nichts weiter tut, als sie nun auch so zu nennen; da müßte schon eine neue "Affirmative Action" zugunsten der weißen Minderheiten her; aber davon sind die USA meilenweit entfernt: Die letzten beiden "Secretaries of State" waren Schwarze, die den Karren der amerikanischen Außenpolitik tief in den Dreck gefahren haben (vor allem in den Ländern - von Afģānistān bis Kolumbien - wo sie sich anheischig gemacht haben, die Produktion von Rauschgift zu bekämpfen, blühen die Mohn- und Kokafelder wie nie zuvor); und im November 2008 wählten die US-Amerikaner gar einen in Kenya geborenen schwarzen Krypto-Muslim (manche halten ihn sogar für den Anti-Christen, sei es weil das schon in der Bibel so geweissagt worden sei, sei es weil sein Slogan "yes we can", umgekehrt gesprochen, klinge wie thank you Satan :-) zum Präsidenten - Obanga, pardon Obama statt Kananga. Die Uhr läuft ab; und wenn den USA die Stunde schlägt, die sie anzeigt, dann kann ihnen auch James Bond nicht mehr helfen - der ohnehin zuhause auf den britischen Inseln genug in dieser Richtung zu tun hätte, aber das ist eine andere Geschichte).

Dritte Nachtrag. Überraschend schnell hat sich in jüngster Zeit der Wandel in der Beurteilung dieses einst am schlechtesten bewerteten James-Bond-Films vollzogen. (Und Dikigoros ist - anders als im Falle von Kubaner küssen besser - nicht so eitel zu glauben, daß dies allein an seiner Besprechung läge; aber steter Tropfen höhlt den Stein; und vielleicht war sein Beitrag ja wenigstens einer von vielen, die das Faß der negativen Kritik letztlich zum Überlaufen brachten.) Im März 2009 - weniger als sechs Jahre nach seiner Wiederzulassung - wurde "Live and Let Die" von einem deutschen Fernsehsender in die Reihe "Die besten Filme aller Zeiten" aufgenommen. Hoffentlich haben sich die Zuschauer nicht nur von dem äußerlichen Klamauk blenden lassen, sondern auch mal ein wenig über den ernsteren Hintergrund nachgedacht.

[US-Präsident George W. Bush mit seiner schwarzen Außenministerin C. Rice] [Kananga] [Obama, Präsidentschaftsbewerber der Demokratzer]
[Uhr]

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