Garry Kasparow

[eig. Garik Weinstein]

(geb. 13.04.1963)

[Garry Kasparow]
[Autogramm Kasparow]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1963
13. April: Garik (genannt "Harry" [kyrillisch "Garri" geschrieben - im Russischen gibt es kein "h"], nach US-Präsident Truman) Weinstein [kyrillisch "Wajnschtejn" geschrieben] wird als Sohn des Ingenieurs Kim Weinstein und seiner Ehefrau Klara Aïda, geb. Kasparjan, in Bakú - Hauptstadt der Azerbajdzhanischen SSR - geboren.
Sein Vater ist azerischer Jude, seine Mutter Bergjüdin aus Berg-Karabach - einer armenischen Enklave in Azerbajdzhan. Sie erziehen ihren Sohn russischsprachig - was nur logisch ist, denn ihre Muttersprachen liegen so weit auseinander, daß sie sich untereinander nur auf Russisch verständigen können.
(Dikigoros kennt das aus seiner eigenen Familiengeschichte: Seine Eltern wuchsen beide rein deutschsprachig auf, da die Muttersprachen ihrer Eltern zu weit auseinander lagen. Er selber hat seine Groß-Muttersprachen nie erlernt - auch nicht nachträglich -, was er rückblickend sehr bedauert. Wenn Ihr selber in der gleichen Lage sein solltet, liebe Leser, dann besteht darauf, daß Eure Eltern Euch ihre Muttersprache[n] beibringen. Vielleicht werdet Ihr eines Tages froh sein, dieses unwirtliche Land zu verlassen; und dann wollt Ihr doch nicht in Eurer neuen, alten Heimat als taubstumme Analfabeten herum laufen, oder?)

1968
Garri erlernt von seinen Eltern die Schachregeln.

ab 1970
Garri erhält bei den "Jungen Pionieren" ernsthaften Schachunterricht.

1971
Garris Vater stirbt, noch nicht 40-jährig, an Leukämie. Daraufhin legt seine Mutter den Namen Weinstein ab und nimmt wieder ihren Mädchennamen an, den sie zu "Kasparowa" russifizieren läßt.
(Man darf rätseln, warum sie das tat. Ihre offizielle Begründung - sie wollte nicht als am Namen erkennbare Jüdin diskriminiert werden - ist nicht glaubhaft: Die Gefahr, in Azerbajdzhan diskriminiert zu werden, war für Armenier erheblich höher als für Juden, und das wußte sie auch.)

1973
Garri wird in die renommierte Schachschule des Ex-Weltmeisters Michaïl Botwinnik aufgenommen.


1975
Auf Drängen seiner Mutter nimmt auch Garri den Familiennamen "Kasparow" (männliche Form von "Kasparowa") an.

1975/76
Kasparow gewinnt zweimal in Folge die SU-Juniorenmeisterschaft (der unter 18-jährigen).


1977
Kasparow wird Mitglied des Allsowjetisch-leninistisch-kommunistischen Jugendbundes [WLKSM] (welch ein Wort - hätte es einfach "Lenin-Jugend" nicht auch getan?).


1978
Januar: Kasparow erhält eine "wild card" für das Sokolskij-Gedächtnis-Turnier in Minsk, das er überraschend gewinnt. Daraufhin beschließt er, Berufsschachspieler zu werden.

1979
April: Kasparow gewinnt das Internationale Turnier von Banja Luka und erhält den Titel "Internationaler Meister". Gleichzeitig erfüllt er damit erstmals die Großmeisternorm.
(Damals erhielt man den Großmeistertitel noch nicht beim Erreichen einer bestimmten ELO-Zahl, sondern man mußte zweimal eine bestimmte Norm bei ausgesuchten Turnieren erfüllen.)

1980
Kasparow gewinnt das Internationale Turnier in Bakú und erhält den Titel "Großmeister".
Kasparow gewinnt in Dortmund die Jugendweltmeisterschaft (der unter 20-jährigen).


1981
Beim (11.) Internationalen Turnier von Moskau belegt Kasparow hinter dem (seit 1975) amtierenden Weltmeister Anatolij Karpow den geteilten 2. Platz (zusammen mit Ex-Weltmeister Smyslow).
Kasparow wird in Frunse erstmals Schachmeister der UdSSR.

1982
Kasparow gewinnt das (12.) Internationale Turnier von Moskau ohne Niederlage.
Danach gewinnt er bis zum Untergang der Sowjet-Union alle internationalen Turniere, an denen er teilnimmt, wobei er nie mehr als eine Partie verliert - und oft keine einzige.
(Dikigoros sieht davon ab, sie allesamt aufzuzählen. Und bevor ihm jemand mailt und protestiert: Ja, ein paarmal belegt Kasparow auch "nur" den geteilten 1. Platz :-)

1984
Kasparow gewinnt das Finale des Kandidatenturniers gegen Smyslow - ohne eine einzige Niederlage.
Kasparow wird Mitglied der Kommunistischen Partei der Sowjet-Union [KPdSU].
Der auf 6 Siegespartien angesetzte WM-Kampf gegen Titelverteidiger Karpow wird zum längsten der Geschichte: Nach einer 5:0-Führung will dem 12 Jahre älteren Karpow - der zunehmend an Ermüdungserscheinungen leidet - der 6. Sieg einfach nicht gelingen; der Wettkampf wird nach 5 Monaten und 48 Partien (davon 40 Remis!) "aus gesundheitlichen Gründen" abgebrochen und für das nächste Jahr neu angesetzt (nicht etwa fortgesetzt - dann hätte Karpow beim Stande von 5:3 immer noch 2 Punkte Vorsprung).
Damit sich so etwas nicht wiederholen kann, wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet der Austragungsmodus geändert: Künftig wird nicht mehr auf Siege, sondern auf Punkte gespielt, und die Anzahl der Partien auf 24 beschränkt. (Man kann also mit einem einzigen Sieg und 23 Remis Weltmeister werden oder sogar mit 24 Remis Weltmeister bleiben, wenn man Titelverteidiger ist!)


1985
Im Wiederholungsmatch* schlägt Kasparow Karpow mit 13:11 Punkten und wird mit 22 Jahren zum jüngsten Schachweltmeister der Geschichte.


1986
Kasparow verteidigt seinen Titel gegen Karpow mit 12,5:11,5 Punkten.

1987
Kasparow verteidigt seinen Titel erneut gegen Karpow, diesmal mit 12:12 Punkten - der Gipfel der Absurdität ist erreicht.


Er veröffentlicht das autobiografische Buch "Dwa matscha (Zwei [Wett]Kämpfe)". Darin wirft er der FIDE vor, einseitig sowjetrussische Spieler zu begünstigen, so daß er an zwei Fronten zugleich habe kämpfen müssen.
Das Buch erscheint auch auf Deutsch ("Politische Partie"), Englisch ("Child of Change", 2. Aufl. "Unlimited Challenge"), Spanisch ("Hijo del cambio"), Niederländisch ("Hoog spel") und Französisch (Et le Fou devint Roi").



Angesichts des originellen französischen Titels ("Und der Narr ward König" - wobei "fou" zugleich den Läufer im Schachspiel bezeichnet) konnte sich Dikigoros nicht verkneifen, ein Werk von dessen Beinahe-Namensvetter Gasparian hinzuzufügen, das den Titel "Der Narr und der König" trägt. Fleißige Leser von Dikigoros' tabellarischen Lebensläufen werden unschwer das Vorbild erkennen, nämlich in den Vexierbildern von C. A. Gilbert, der bereits im 19. Jahrhundert unverhohlen zur Ermordnung von Tsar Nikolaj II und seiner Familie aufrief - die Seite steht ja jetzt auf russischen Suchmaschinen ganz weit oben. (Sobald der russische Auslandsgeheimdienst Kasparow "erwischt" hat, wird Dikigoros das Bild ans Ende dieses Lebenslaufs verschieben :-) Und fleißige Kinogänger erinnern sich vielleicht an den preisgekrönten Film "La diagonale du fou" von Richard Dembo aus dem Jahre 1984, die dramatische - weit über das Schachbrett hinaus gehende - Auseinandersetzung zwischen einem alternden sowjetischen Schachweltmeister (gespielt von Michel Piccoli - seine vielleicht beste Rolle; und "Steffi" bringt es fertig, ausgerechnet diesen Film im Haupttext ihrer Piccoli-Biografie mit keinem Wort zu erwähnen!) und seinem etwas närrischen jungen Herausforderer, einem Exilanten aus Litauen, beim Titelkampf in der Schweiz, die mit dem Tode des ersteren endet. (Übrigens gingen die Drehbuchschreiber davon aus, daß bei der 23. Weltmeisterschaft - von welcher der Film handelt - die SU noch bestehen würde und daß deren Sportminister kein geringerer sein würde als... Anatolij Karpow!) Aber darauf will Dikigoros hier nicht hinaus, sondern auf die unterschiedlichen Bezeichnungen für jene Figur in verschiedenen Sprachen. Wer sind die wichtigsten Mitstreiter des Königspaars - in der Ausgangsposition direkt links und rechts neben ihm plaziert? Im Deutschen und im Polnischen die Kuriere, im Englischen die Bischöfe, im Französischen die Hofnarren, im Russischen und im Chinesischen die Elefanten (nach denen sogar das "chinesische Schach [Xiàngqí]" - eine andere Weiterentwicklung des indischen Chaturangas - benannt ist)! Nur die Italiener und Spanier haben das arabische Wort - dessen genaue Bedeutung Dikigoros nicht kennt, es wird wohl irgendein militärischer Rang sein - übernommen, jeweils etwas anders verballhornt.

1989
Kasparow heiratet die Dolmetscherin Marija Arapowa. (Aus der Ehe - die 1995 geschieden wird - geht eine Tochter hervor.)


Kasparow schlägt in New York City das Computerschachprogramm "Deep Thought" (IBM) und scheint damit den Beweis erbracht zu haben, daß das menschliche Gehirn Elektronengehirnen - jedenfalls im Schachspiel - überlegen ist.
(Damals glaubte auch Dikigoros das noch - Schachprogramme werden ja von Menschen geschrieben; und wenn die nichts taugen, dann hilft auch "brute force" nichts; denn alle theoretisch möglichen Züge im Voraus berechnen kann nicht mal der schnellste und rechenstärkste Computer. Und selbst wenn doch: Solange der menschliche Spieler keine Fehler macht, kann er immer Remis halten.)

1990
Kasparow verteidigt seinen Titel einmal mehr gegen Karpow; erneut siegt er äußerst knapp mit 12,5:11,5 Punkten.
Er tritt aus der KPdSU aus und gründet zusammen mit anderen Renegaten die "Demokratische Partei", die er jedoch bald wieder verläßt. (In beiden Fällen kommt er deren Auflösung zuvor.) Sein Ausflug in die Politik ist vorerst beendet.

1991
Januar: Während des Golfkriegs ruft Kasparow die USA - vergeblich - auf, Atombomben gegen den Irāq einzusetzen.
(Eine Bestätigung des Satzes, daß gute Schachspieler nicht notwendiger Weise intelligent sein müssen. Die USA waren damals ohne weiteres in der Lage, den Irāq mit konventionellen Waffen ohne größere eigene Verluste zu besiegen. Eine Zerstörung des Landes durch Atombomben wäre mit dem Verlust der wertvollen Ölfelder verbunden gewesen - um die es den USA ja gerade ging.)
Dezember: Die Sowjet-Union bricht auseinander wird einvernehmlich aufgelöst.

Kasparow, der seit 1990 abwechselnd in Moskau und Sankt Peterburg lebt**, optiert für die russische Staatsbürgerschaft. Seine Begründung: Er fühle sich als Russe, da er Russisch spreche. (Das tut Dikigoros auch - aber darob ist fühlt er sich noch lange nicht als Russe :-)

1992
Am Rande des internationalen Schachturniers in Dortmund - bei dem Kasparow infolge zweier unnötiger Niederlagen "nur" den geteilten 1. Platz belegt - trifft er auf Bundeskanzler Birne Kohl, der sich gerne im Glanze des Weltmeisters sonnt.


ab September: In Jugoslawien drehen unterdessen die Ex-Weltmeister Bobby Fischer und Boris Spasskij der FIDE eine Nase und tragen ihren eigenen "WM-Rückkampf" um ein fürstliches Preisgeld (5 Millionen US-$ - davon zwei Drittel für den Sieger -, gesponsert durch die Privatbank Jugoskandic) aus.
Kasparow äußert sich in einem diesbezüglichen Interview mit dem jüdischen Hetzblatt roten Wochenblatt äußerst seriösen Nachrichtenmagazin "Der Lügel Spiegel" spöttisch-herablassend zu diesem Wettkampf und bezweifelt insbesondere, daß das Preisgeld jemals ausbezahlt werde; da halte er sich doch lieber an die FIDE-Weltmeisterschaft.
November: Fischer gewinnt den Wettkampf gegen Spasskij, und die 5 Millionen US-$ werden tatsächlich an die beiden ausgeschüttet.

1993
Daraufhin denkt Kasparow radikal um: Er weigert sich, seinen FIDE-Titel zu verteidigen und gründet im
Februar als Konkurrenz-Verband die "Professional Chess Association" (PCA), mit der er ähnlich lukrative Einnahmen zu erzielen hofft. Als Sponsor gewinnen er und sein Mitgründer, der britische Großmeister Nigel Short, den Computerchip-Hersteller Intel.
März: Die FIDE - deren Präsident Florencio Campomanes als enger Freund Karpows gilt - schließt die beiden daraufhin aus.
September: Kasparow schlägt Short in London deutlich mit 12,5:7,5 Punkten.
(Auf Leserfrage: Der Wettkampf war - wie bei der FIDE - auf 24 Partien angesetzt; aber auf die Austragung der letzten 4 wurde verzichtet, da Short, selbst wenn er sie alle gewonnen hätte, den 5-Punkte-Vorsprung Kasparows nach der 20. Partie nicht mehr hätte einholen können.)
Unterdessen holt sich Karpow die FIDE-Weltmeisterschaft zurück durch einen Sieg gegen den niederländischen Großmeister Jan Timman.
Nun nehmen also drei gleich Päpste Schachspieler den Titel "Weltmeister" für sich in Anspruch: Fischer, Kasparow und Karpow.
(Es gibt da freilich einen kleinen, aber feinen Unterschied: Fischer hat 3,35 Mio US-$ gewonnen, Kasparow immerhin fast die Hälfte, während die FIDE das großspurig ausgelobte Preisgeld - 3,8 Mio US-$ insgesamt - nicht aufbringen kann, so daß "ihre" Finalisten mit leeren Händen nach Hause fahren müssen. Timman hält sich aber finanziell schadlos mit einem Buch über die WM-Kämpfe zwischen Kasparow und Karpow :-)


1994
Kasparow verliert in München gegen das Computerprogramm "Fritz 3" ein Blitzmatch.
(Das besagt nicht viel. Beim "Blitzschach" macht jeder Mensch Fehler - und im Zweifel einen mehr als das Elektronengehirn. Im Normalmodus hätte Kasparow mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gewonnen - selbst Dikigoros war damals noch in der Lage, "Fritz 3" auf seinem PC zu schlagen :-)

1995
In New York City verteidigt Kasparow seinen PCA-Weltmeistertitel mit 10,5:7,5 Punkten gegen den indischen Großmeister Wishy Ānand.
Dennoch zieht sich Intel als Sponsor zurück; damit ist die PCA pleite und praktisch tot.
April: Dagegen keimt bei der FIDE Hoffnung auf finanzielle Gesundung durch die Wahl des millionenschweren Präsidenten von Kalmykien, Kirsan Iljumzhinow, zum Nachfolger von Campomanes.
Kasparow versucht sich als Unternehmensberater für Luftfahrtunternehmen ("Kasparov Consultancy") - ohne größeren Erfolg.***

1996
Kasparow wendet sich wieder an IBM und besiegt auch dessen neues Schachprogramm "Deep Blue" mit 4,0:2,0 Punkten.
Kasparow heiratet in 2. Ehe Julija Wowk. (Aus der Ehe - die 2005 geschieden wird - geht ein Sohn hervor.)


Bei der (32.) Schach-Olympiade in Eriwan gewinnt die russische Mannschaft die Goldmedaille; Kasparow bleibt, an Brett 1 spielend, ungeschlagen.

1997
Kasparow verliert den Rückkampf gegen "Deep Blue" mit 2,5:3,5 Punkten und überwirft sich mit seinem Sponsor.
(Er glaubt allen Ernstes, IBM habe ihn überlistet, indem es einen - oder mehrere - Menschen zur heimlichen Unterstüzung des Computers eingesetzt habe :-)


(Tatsächlich war Kasparow selber schuld: Er hatte die vorentscheidende 2. Partie zu früh aufgegeben, obwohl er Remis durch Dauerschach hätte halten können - aber das entdeckten seine Sekundanten erst im Nachhinein. Es war freilich schwierig zu sehen, denn es erforderte zwei auf den ersten Blick völlig abwegige Zwischenzüge - Dikigoros hätte sie nie und nimmer gefunden und wahrscheinlich noch früher aufgegeben.)

1998
Januar: Die FIDE trägt ihre Weltmeisterschaft aus Kostengründen im "k.o.-System" (also wie einen Pokalwettbewerb) aus. Im Endspiel unterliegt der an Kasparow gescheiterte Ānand auch Karpow.
April: Kasparow gründet die PCA unter dem Namen "World Chess Council [WCC]" neu; er findet jedoch vorerst keine Sponsoren, die ihm einen neuerlichen WM-Kampf finanzieren würden.
Wer will schon noch Geld ausgeben für Spiele zwischen Menschen, da sich die Computer doch als die besseren Schachspieler erwiesen haben? Bezeichnenderweise findet sich zwar im folgenden Jahr ein Sponsor für einen inoffiziellen Rückkampf (wie er früher üblich, aber von der FIDE längst abgeschafft worden war - aus Kostengründen) zwischen Ānand und Karpow, das ersterer überraschend deutlich mit 5:1 gewinnt, ohne eine einzige Partie zu verlieren (die offizielle WM war nach Gleichstand im Elfmeterschießen "Blitzschach" entschieden worden); aber die Sache hat einen kleinen Schönheitsfehler: Es ist ein "computerunterstützter" Wettkampf, d.h. am Ende kommt es nur darauf an, wer das stärkere Elektronengehirn bzw. das bessere Schachprogramm auf seiner Seite hat.

1999
August: Wladimir Putin wird Präsident der Russischen Föderation.
Kasparow - der bekennender Anhänger von dessen Vorgänger Boris Jeltsin war - ist der ehemalige KGB-Offizier - der entgegen gewissen Karikaturisten kein begnadeter Schachspieler (sondern aktiver Jūdōka) ist - von Anfang an suspekt.


2000
Kasparow findet in BrainGames endlich einen neuen Sponsor für einen WM-Kampf und auch einen Gegner: nicht etwa Karpow - der sich im Vorjahr ebenfalls mit der FIDE überworfen und seine Karriere mit 66 Jahren als 48-jähriger beendet hat -, sondern den russischen Großmeister Wladimir Kramnik.
(Eigentlich ein Skandal: Kasparow hatte zuvor einen "Herausforderungskampf" veranstaltet, den Kramnik gegen Aleksej Schirow verloren hatte; aber einen Kampf gegen den war BrainGames nicht bereit zu sponsern.)
In einem todlangweiligen Match unterliegt Kasparow überraschend dem 12 Jahre jüngeren Defensivkünstler - der fünf Jahre zuvor beim Match gegen Ānand noch einer seiner Sekundanten gewesen war - mit 6,5:8,5 Punkten, ohne eine einzige Partie gewonnen zu haben.****

2001
Angesichts dieser Niederlage beginnt Kasparow, laut über sein Karriereende als Schachspieler nachzudenken. Er äußert die Absicht, Historiker zu werden und sich dem Chronologie-Kritiker Anatolij Fomenko anzuschließen.*****

2002
Oktober/November: Bei der (35.) Schach-Olympiade im slovenischen Bled tritt Kasparow nach 6 Jahren Pause ein letztes Mal für die russische Mannschaft an; er bleibt - wieder an Brett 1 spielend - erneut ungeschlagen.
Es ist zugleich der bis heute letzte Olympiasieg der Russen, die zuvor beinahe ein Abonnement auf die Goldmedaillen hatten, die seitdem Armenier, Ukraïner und Chinesen fast unter sich ausmachen.
(Um Leserinnen-Mails vorzubeugen: Dikigoros meint nur die Männer - es geht hier ja um den Lebenslauf eines Schachspielers -; die Russinnen gewannen auch später noch ein paar Mal Gold - jeweils vor den Chinesinnen, die den Wettbewerb ansonsten dominierten.)

2002/03
Verhandlungen mit der FIDE über einen "Wiedervereinigungskampf" verlaufen ergebnislos.******

2003
Januar/November: Kasparow versucht sich erneut gegen Computerprogramme, kommt jedoch sowohl im Match gegen "Deep Junior" (6 Partien) als auch gegen "Deep Fritz" (4 Partien) nicht über Unentschieden hinaus.
Immerhin werden diese Wettkämpfe - "Mensch gegen Maschine" - großzügig gesponsert: Kasparow erhält einmal 500.000 US$ und einmal 175.000 US$. Überdies kann er seinen Namen bei diversen Herstellern von Schachprogrammen als (angeblicher) [Mit-]Entwickler lukrativ vermarkten.
(Auch sein Nachfolger Kramnik sollte drei Jahre später noch 500.000 US$ Antrittsgeld für ein Match gegen "Deep Fritz" bekommen, das er glatt mit 2:4 verlor - bei einem Sieg hätte er sogar das doppelte erhalten.)

2004
Juni-Juli: Der allseits beliebte Menschenrechtler (seit 2003 Vorsitzender der Kommission für Menschenrechte der UNO) Gaddafi richtet, da die FIDE keinen anderen Sponsor findet, deren "Schachweltmeisterschaft" im libyschen Tripolis aus. Die Veranstaltung gerät zur Farce, da Libyen Juden - die das Gros der weltbesten Schachspieler stellen - die Einreise verweigert. "Weltmeister" wird ein muslimischer Figurenschieber Qualifikant aus Usbekistan, der beim Godesberger SK in der 2. Bundesliga spielt und von niemandem ernst genommen wird.
Schach ist de facto tot.*******
November: Kasparow beteiligt sich noch einmal an der russischen Schachmeisterschaft, die er ungeschlagen gewinnt - es wird sein letzter Titel.

2005
Kasparow heiratet in 3. Ehe Darija Tarasowa. (Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor.)


März: Nach einem schlecht dotierten (geteilten) Turniersieg in Linares (dem andalusischen, nicht dem chilenischen) erklärt Kasparow seinen Rücktritt vom professionellen Wettkampfschach.
Er beschließt, Politiker zu werden, und gründet die "Vereinte Bürgerliche Front".
(Dikigoros übersetzt das bewußt nicht mit "Vereinigte...", da Kasparow das selbe Wort verwendet, mit dem im Russischen auch die "Vereinten Nationen" [United Nations, UNO] bezeichnet werden - nicht aber die "Vereinigten Staaten" von Amerika [United States, USA].)

2006
Kasparow überführt seine VBF in eine größere Partei namens "Das andere Rußland", die indes keine Koalitionspartner findet; insbesondere die damals sehr populäre Partei "Jabloko [Apfel]" lehnt eine Zusammenarbeit ab.

2007
März/April: Kasparow organisiert mehrere illegale (unangemeldete) Demonstrationen gegen Putin.******** (Bei einer davon wird er verhaftet, aber nach wenigen Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt.)
September: Kasparow wird von "Das andere Rußland" zum Kandidaten für die im nächsten Jahr anstehende Präsidentschaftswahl bestimmt.
Oktober: Kasparow reist in die USA, um dort seine Kandidatur öffentlich zu machen - in Rundfunk und Fernsehen.
November: Zurück in Rußland, organisiert Kasparow wieder illegale Demonstrationen, bei denen er - auf Englisch - gegen Putin hetzt - obwohl der gar nicht mehr zur Wahl steht.
(Die russische Verfassung verbietet - wie die US-amerikanische - mehr als zwei Amtszeiten in Folge, und im Gegensatz zu gewissen US-Präsidenten hält sich Putin daran.)
Dabei kommt es zu Gewalttätigkeiten der Demonstranten gegen die Polizei; Kasparow wird erneut verhaftet - diesmal für einige Tage.
Dezember: Kasparow tritt von seiner Kandidatur für die Präsidentschaftswahl zurück.

2008
Januar: In Reykjavik (Island) tritt auch der zweite der einst konkurrierenden drei Musketiere Schachweltmeister zurück ab - endgültig.


Mai: Dmitrij Medwedew wird zum neuen Präsidenten Rußlands gewählt. (Putin wechselt ins Amt des Premierministers.)

2009/10
Kasparow nimmt den Tünnesberger Torftrottel Tønsberger Eierkopf Figurenschieber Jungmeister Sven "Magnus" Carlsen unter seine Fittiche und versucht - gegen gute Bezahlung -, dessen minimalen Schachkenntnisse etwas aufzupäppeln - mit Erfolg.
Carlsen wird 2010 Weltranglistenerster, 2013 FIDE-Weltmeister, bleibt es fast zehn Jahre lang und bricht sämtliche Schach-Rekorde - nicht nur die von Kasparow aufgestellten.*********

2010
September: Kasparow unterstützt seinen alten Kontrahenten Karpow - mit dem er sich inzwischen ausgesöhnt hat - bei dessen Kandidatur für die Wahl zum FIDE-Präsidenten. Er unterliegt jedoch dem Amtsinhaber Iljumzhinow.

2011/12
Kasparow dient sich der "Stiftung Menschenrechte [Human Rights Foundation]" - der Begriff ist nicht geschützt - des zwielichtigen Filmemachers Thor Halvorssen Mendoza als Aushängeschild an. Man macht ihn prompt zum Vorsitzenden des Stiftungsrats. (Gaddafi stand nicht mehr zur Verfügung; er wurde nur noch posthum von Amnesty International zum "Helden der Menschenrechte" ernannt.)
Er wird erst 2024 abgelöst und durch Julija Nawalnaja ersetzt, die als Ehefrau eines "Putin-Opfers" ein noch besseres Aushängeschild abgibt.

2012
März: Putin wird erneut zum Präsidenten von Rußland gewählt. Es gibt wieder etwas zu hetzen für Kasparow u.a. "Menschenrechtler".

2013
Juni: Kasparow nimmt seinen offiziellen Wohnsitz in New York City - wo er sich ohnehin die meiste Zeit aufhält -, verzichtet aber darauf, die US-amerikanische Staatsbürgerschaft zu beantragen (die ihm wohl ohne weiteres gewährt worden wäre). Statt dessen bewirbt er sich um die lettische Staatsbürgerschaft, die ihm jedoch verweigert wird.

2013/14
Kasparow entblödet sich nicht beehrt sich, nun selber für die FIDE-Präsidentschaft gegen Iljumzhinow zu kandidieren - natürlich erfolglos.
(Kasparow glaubte, sich mit einer geheuchelten Erklärung, die Gründung der PCA sei "ein großer Fehler" gewesen, den er im Rückblick "sehr bedaure", rein waschen zu können; aber daß er die FIDE damit an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hatte, war weder vergessen noch vergeben. Als heraus kommt, daß er versucht hat, einige Funktionäre zu bestechen, ihn zu wählen, wird er von der FIDE ausgeschlossen.)

2014
Februar: Kasparow erwirbt im adriatischen Badekurort Makarska ein Haus; danach wird sein Antrag auf Erteilung der kroatischen Staatsbürgerschaft genehmigt.
(In Kroatien sind zivilisierte, gut betuchte Neubürger, die Geld ins Land bringen, immer willkommen - Rapefugees u.a. Kriminelle sowie mittellose Schmarotzer überläßt man dagegen lieber den Nachbarstaaten.)


März: Die rechtmäßig gewählte Regierung der Ukraïne wird durch einen von den USA organisierten (und von einer [Unter-]Staatssekretärin im Auswärtigen Amt, der Fuck-the-EU-Jüdin Nudelmann - Falschname "Nuland" -, persönlich angeführten) Putsch in Kiew gestürzt und durch ein jüdisches Marionetten-Regime ersetzt, das sogleich einen Krieg gegen "seine" russischsprachigen, christlich-orthodoxen Untertanen in der östlichen Landeshälfte beginnt, in dessen Verlauf 'zigtausende Zivilisten getötet und Millionen in die Flucht getrieben werden - der schlimmste Aderlaß seit Stalins "Holodomor". Kasparow schweigt zu diesen Menschenrechtsverletzungen eisern.
(Er scheint zu glauben, daß man einen Krieg wie eine Schachpartie führen könne. Daß die Ukraïne nur ein Bauernopfer des "Wertewestens" im Kampf gegen Rußland ist begreift er offenbar nicht.)



Dagegen zetert er laut, als sich daraufhin die Russen im Donetsbecken und auf der Krym für unabhängig erklären und die Wiedervereinigung mit Rußland anstreben.


(Trotz diesbezüglicher Volksabstimmungen, die sich mit überwältigender Mehrheit dafür aussprechen, lehnt Putin das vorerst ab - außer im Fall der Krym, die er in die russische Föderation aufnimmt.)

2015
Kasparow veröffentlicht "Winter is coming [Es wird Winter]". Darin behauptet er, Putin sei der neue Hitler und müsse "gestoppt" werden.


Nebenbei fordert Kasparow auch noch, die UNO - die er als "Bühne für Diktatoren" bezeichnet - aufzulösen und durch eine Organisation ausschließlich gut-demokratischer Staaten zu ersetzen. (Mit ersterem mag er ja Recht haben; aber er sagt nicht, wo er letztere hernehmen will - Dikigoros wüßte es auch nicht :-)

2016
Im US-Präsidentschaftswahlkampf hetzt Kasparow gegen den Kandidaten der Republikaner, Donald Duck Trump, den er als "Rassisten" und "Putin-Versteher" bezeichnet.
(Ja, auch in den USA gibt es ein Gesetz, das fremden Staatsangehörigen, die im Lande geduldet werden, politische Aktivitäten untersagt - genau wie in der BRDDR. Aber Papier ist geduldig, und niemand hält sich dran - weder hüben noch drüben.)
Keine gute Idee, denn Trump wird gewählt und im

2017
Januar neuer US-Präsident.

2018
Kasparow behauptet, Putin sei geisteskrank und plane einen Atomkrieg.
(Merkwürdige Aussage für jemanden, der selber noch vor einigen Jahren zum Atomkrieg aufgerufen hatte. Die Unterstellung ist haltlos, denn inzwischen haben sich die Voraussetzungen umgekehrt: Rußland wäre in der Lage, die USA und ihre NATO-Vasallen in einem Krieg mit nur konventionellen Waffen zu besiegen. Wenn also jemand Grund hatte, einen Atomkrieg vorzubereiten, dann waren es letztere.)

2020
Oktober: Kasparow kritisiert die US-Regierung, nicht noch härtere "Anti-Corona-Maßnahmen" zu ergreifen und gibt die Schuld daran Präsident Trump.
Insbesondere müsse der Widerstand der bösen "Impf"-Verweigerer gebrochen werden - notfalls mittels Zwang -; unter den Trump-Wählern liege deren Anteil bei sage und schreibe 40%. (Wie er das heraus gefunden haben will? Dikigoros weiß es nicht; er weiß nur, daß er Umfragen, die solche Fragen miteinander kombinieren, zutiefst mißtraut - wer wäre schon so dumm, darauf wahrheitsgemäß zu antworten?!?)


2021
Januar: Der altersdemente Democrap Democrat und LGBT-Aktivist Let's go Brandon Sleepy Joe Biden - dessen Sohn Hunter Biden schon lange auf der Gehaltsliste des Kijiwer Regimes steht - wird neuer US-Präsident.


Kasparow wittert Morgenluft in seinem Kampf gegen Putin. Er ruft die Staaten des "Wertewestens" auf, die russischen Auslandsguthaben zu sperren ("einzufrieren", d.h. de facto zu enteignen).

2022
Februar: Putin rafft sich endlich auf, dem Morden im Donetsbecken ein Ende zu bereiten und läßt Truppen zu dessen Befreiung einrücken.
(Man kann das natürlich auch anders formulieren, z.B.: "Im März 1938 überfiel die böse Nazi-deutsche Wehrmacht das friedliebende Land Österreich und annektierte es wenig später gewaltsam, gegen den erklärten Willen von fast 1% der nicht-jüdischen Bevölkerung." Pardon, da ist Dikigoros doch ein Satz aus einem anderen Kapitel seiner "Reisen durch die Vergangenheit" in die Tasten gerutscht. Aber seine Leser dürfen versichert sein: Die Reaktion der Bevölkerung in der Ost-Mark und in der Ost-Ukraïne war ziemlich genau die gleiche - er hat mit glaubwürdigen Zeitzeugen beider Ereignisse gesprochen. [Fällt Euch etwas auf? Richtig: Der Ausdruck "Mark Krain", den die doofen Nazis für das heutige Slowenien gebrauchten, war doppelt gemoppelt - beides bedeutet das selbe!]
Aber es gibt auch umgekehrte Beispiele. "Befreiten" nicht einst die Chinesen Tibet und Ost-Turkestan auf ausdrücklichen Wunsch von fast 1% der tibetischen bzw. uygurischen Bevölkerung? Und benannten letzteres um in "Xinjiang" [eine wörtliche Übersetzung von "Ukraïna"]? Nun, das mag räumlich und zeitlich weit weg sein für Kasparow. Aber warum schwieg er, als die Azeris sein Mutterland Berg-Karabach auf ausdrücklichen Wunsch von fast 1% der armenischen Bevölkerung "befreiten"? Als ihn ein unbotmäßiger Journalist das zu fragen wagte, antwortete Kasparow kackfrech im Brustton der Überzeugung: "Weil in Azerbajdschan etwa 200.000 Armenier lebten; und wenn ich etwas gesagt hätte, dann wären die sicher schlimmen Repressalien ausgesetzt worden." Wohl wahr - er vergaß nur zu erwähnen, daß jene 200.000 Armenier fast alle in Berg-Karabach gelebt hatten - bis zu ihrer Vertreibung "Befreiung"! Dikigoros hat diesen Absatz bewußt nicht in eine Fußnote verbannt, denn er hält ihn für eminent wichtig - nicht nur in Bezug auf Kasparow.)

Das von den NATO-Staaten bis an die Zähne bewaffnete und mit Söldnern "Beratern" zu deren Bedienung versorgte Verbrecherregime in Kijiw hält freilich dagegen.
Lange Zeit auch mit Erfolg, da es in einem wichtigen Punkt im Vorteil ist: Während Putin - für den die umkämpften Gebiete Bestandteil Rußlands sind, die er nicht verwüsten und deren Bevölkerung er möglichst schonen will - nur mit "angezogener Handbremse" kämpfen läßt, verfährt Jud Grünling genau umgekehrt: Es verheizt seine Truppen ohne Rücksicht auf Verluste, und die lassen, wenn sie Gelände aufgeben, nur "verbrannte Erde" zurück.
Kasparow ruft dazu auf, die russische Wirtschaft durch Sanktionen zum Zusammenbruch zu bringen. Rußland müsse "in die Steinzeit zurück versetzt" werden.
(Ob die Politiker des "Wertewestens" auf diese Anregungen Kasparows gewartet haben? Egal, sie versuchen jedenfalls genau das und lösen damit einen Jahre langen Krieg mit Millionen Toten und einen weitgehenden Zusammenbruch nicht der russischen, sondern vielmehr der eigenen Volkswirtschaften aus.)
Oktober: Kasparow sagt ein baldiges Ende des Krieges voraus: Rußland werde spätestens im April 2023 die Munition ausgehen; es könne dann, ohne ausländische Hilfe, auch seine Bevölkerung nicht mehr ernähren, der er empfiehlt, die "faschistische Diktatur" Rußland - an der übrigens die bösen Nazi-Deutschen schuld seien - zu verlassen. Natürlich dürfe man ihnen nur Asyl gewähren, wenn sie sich schriftlich von Putin distanzieren. Zugleich droht er, daß jeder, der dort bleibe, als Mittäter des "Kriegsverbrechers" Putin und Teil seiner "Kriegsmaschine" anzusehen und zu behandeln sei.
(Ob Kasparow mitbekommen hat, daß mehr als die Hälfte der männlichen Ukraïne-Untertanen das Land 404 verlassen haben, weil sie nicht Teil der Kriegsmaschine des Grünlings sein wollen?
[Nein, nicht aus Feigheit - ganz im Gegenteil: Viele haben bei den russischen Streitkräften angeheuert, um beim Befreiungskampf mit zu helfen. Es ist schließlich ihr Land, nicht das der Chazaren oder anderer Zerstreuungsjuden - auch wenn Peter Haisenko etwas anderes behauptet!]
Und daß der "Wertewesten" die Musik Tschajkowskijs, der doch angeblich sein - wie auch Dikigoros' - Lieblingskomponist ist, "gecancelt" hat, weil der sich nicht posthum von Putin distanziert hat?)
Auch Dikigoros muß sich ja bisweilen von seiner Frau den Vorwurf gefallen lassen, daß er in der Vergangenheit lebe; aber er ist doch nicht in seiner - oder Kasparows - Kindheit stehen geblieben und hat schon mitbekommen, wie stark sich Rußland im 21. Jahrhundert unter Putin gewandelt hat: Industrie - incl. Rüstungsindustrie - und Landwirtschaft haben einen ungeheuren Aufschwung genommen, während man beide im "Wertewesten" aus ideologischen Gründen nicht nur hat schleifen lassen, sondern geradezu bekämpft bzw. von Staats wegen sabotiert hat. Rußland ist nicht mehr auf westliche Hilfe angewiesen, sondern autark.
Ach so: Wer bezweifelt, daß Kasparow tatsächlich ein derart größenwahnsinniges Interview gegeben hat, lese die US-Ausgabe des LÜGEL vom 06.10.2022, "Garry Kasparov on the War in Ukraine". (Dikigoros gebraucht bewußt das Wort "...wahnsinnig", denn er glaubt, daß Kasparow - wie so viele Weltklasse-Schachspieler vor ihm - geisteskrank geworden ist. Der gehört nicht ins Gefängnis, sondern in die Klapse. Nein, nicht aufs Schafott - solche Typen darf man nicht zu "Martyrern" machen!) Sucht selber - Dikigoros weigert sich, so etwas zu verlinken. Aber gebt Euch nicht mit den verharmlosenden, falsch übersetzten und/oder verkürzten Inhaltsangaben auf Deutsch zufrieden, die im www herum schwirren, sondern lest das englische Original!


2023
August: Kasparow schließt sich der Forderung des Grünlings an, die Ukraïne - die bekanntlich am Nordatlantik liegt - endlich in die NATO aufzunehmen.


2024
März: Kasparow ruft zur Ermordung Putins auf. Daraufhin setzt ihn Rußland auf seine "Terroristenliste" und schreibt ihn zur Fahndung aus.
Wie hatte der LÜGEL knapp 40 Jahre zuvor über Kasparow geschrieben: "Ein Genie wie Fischer, aber ohne Eskapaden." Und über letzteren hatte mal jemand geschrieben, wie tief er gesunken sei: "Vom gefeierten Weltmeister zum Steuerhinterzieher und Flüchtling vor seinem eigenen Heimatland." Wird man über den Kasper Kasparow eines Tages ähnliches schreiben? Man bräuchte ja nur "Steuerhinterzieher" durch "Terrorist und Mord-Anstifter" zu ersetzen! (Aber Dikigoros will mal hoffen, daß der Mordaufruf ungehört verhallt; denn wenn der Zauderer Putin nicht mehr wäre, dann kämen in Rußland Leute an die Macht, die mit dem "Wertewesten" - den sie nur noch als Mörderbande wahrnehmen, mit der man nicht mehr verhandeln kann - kurzen Prozeß machen würden. Die Mittel dazu hätten sie allemal.)


Die berühmt-berüchtigte "Stiftung für Menschenrechte" - deren Mitglied Kasparow immer noch ist - kritisiert diese Entscheidung als "völlig willkürlich und unbegründet".

2025
Januar: Kasparows Intimfeind Trump wird erneut US-Präsident.
Dessen neue Regierungsmannschaft gelangt zu der Auffassung, daß der Krieg gegen Rußland um die Bodenschätze der Ukraïne verloren sei und daß auch das woke, im wirtschaftlichen Niedergang begriffene Westeuropa keinen Schuß Pulver keine Rakete mehr wert sei, weshalb es angezeigt sei, sich anderen, wichtigeren Zielen zuzuwenden, wie Venezuela, Irân, Taiwan und Grønland.
Oktober: Um sich den Rücken für etwaige militärsche Auseinandersetzungen dortselbst frei zu halten, läßt Trump den Plan eines Friedensschlusses zwischen Rußland und der Ukraïne ausarbeiten. Kasparow gerät in Schnappatmung.
November: Auf einer "Sicherheitskonferenz" im kanadischen Halifax bekommt Kasparow einen mittleren Tobsuchtsanfall und hetzt fordert die USA und die EU auf, von schmählichen Friedensplänen Abstand zu nehmen und den Krieg des Kijiwer Regimes noch stärker zu unterstützen als bisher - schließlich verteidige die Ukraïne Europas Freiheit und bringe dafür unsägliche Opfer.


Links-woke Medien wie der Kölner StadtanstreicherStadtanzeiger und der LOCUSFOCUS greifen Kasparows Haßtiraden begierig auf.
(Nur Trump - der eigentliche Adressat - zeigt sich ungerührt; er läßt seine "Sonderbeauftragten" die Friedensverhandlungen mit Rußland fortführen :-(
Zum Glück für Kasparow hat inzwischen in der BRDDR Friederich der Wüterich die Macht ergriffen, der die Interessen seines Ex-(?)Arbeitgebers Blackrock - des weltweit größten Finanziers von Rüstungsunternehmen - vertritt, den Krieg gegen Rußland um jeden Preis fortführen will und auch seine Gesinnungsgenoss[inn]en in Brüssel, London und Paris für diese glorreiche Idee gewinnt.
Kasparow honoriert das durch seine "aktivistische" (KStA) Teilnahme an der Berliner "Freedom Week".

2026
Februar: Der Versuch der Ukraïne, die Verhandlungen durch einen Mordanschlag auf den stellvertretenden Leiter der russischen Friedenskommission zu torpedieren, schlägt fehl - nicht nur fysisch, sondern auch politisch, da das Ziel, Rußland zu einem Abbruch der Verhandlungen zu provozieren, nicht erreicht wird.
Daher verfallen interessierte Kreise im "Wertewesten" auf die Idee, den nun schon zwei Jahre zurück liegenden Tod des "Putin-Kritikers" Aleksej Nawalnij noch einmal auszuschlachten und zu "beweisen", daß dieser "von Putin vergiftet" worden sei.
Wie sie an dessen Blut- und Gewebe-Proben gekommen sein wollen - zu denen doch angeblich nur "Putin und seine Schergen" Zugang hatten - verraten sie nicht.
(Das erinnert Dikigoros ein wenig an die Behauptung der PLO, sie habe Jahre nach dem Tod ihres geliebten Führers Yāsir 'Arafāt festgestellt, daß dieser "von den Israels vergiftet" worden sei :-)
Doch auch das verfängt nicht (außer bei der "Stiftung für Menschenrechte" und ihrem immer noch prominentesten Mitglied Kasparow - die freilich nichts weiter tun können als nochmal ein wenig zu zetern).


*Dikigoros verwendet diese Bezeichnung nicht ohne Bauchweh - aber "Mat[s]ch" ist auch das russische Wort, und hier geht es ja um einen russischen Muttersprachler. Die Russen gebrauchen überdies die englischen Fremdwörter "Ranking" (für die Elo-Rangliste), "Master" (bis zum "Internationalen Meister" einschließlich) und "Champion" (für den Weltmeister); nur für Großmeister sagen sie nicht "Grandmaster", sondern "Grossmejster", und für Meisterschaft nicht "Championship", sondern "Tschempionat".
(Dikigoros wartet noch darauf, daß auch für den Endkampf um die Schachweltmeisterschaft das Wort "sammit" [von englisch "summit"] eingeführt wird - das jetzt schon für "Gipfeltreffen" bei Politikern Verwendung findet. Keine Sprache hat sich zu seinen Lebzeiten so stark verändert - in Vokabular, Aussprache und Sprechtempo - wie die russische. Er kann das beurteilen, denn er kennt viele Sprachen, und die meisten haben sich in einem, einige auch in zweien dieser Punkte geändert, aber keine andere in allen dreien. Dikigoros meint hier nur natürliche Entwicklungen, keine von "oben" verordneten fachchinesischen Ausdrücke, die niemand freiwillig verwendet, oder idiotische neue RechtLinkschreibregeln, wie z.B. "Gender-Sternchen". Man kann zwar niemandem vorschreiben, plötzlich schneller oder langsamer zu sprechen; aber natürlich redet man schneller, wenn man z.B. statt "ja" und "je" nur noch "i" sagt oder das "u" vor dem betonten "o" wegläßt, und langsamer, wenn man statt eines echten Substantivs ein längeres Verbalsubstantiv ("Gerundium") verwendet oder vor "-in[nen]" eine Art Schluckauf einschiebt, wie das neuerdings "Ansagende" bzw. Ansager[hicks]innen auf Staatssendern der BRDDR tun müssen. Früher wurde Russisch erheblich langsamer gesprochen als Deutsch - heute ist es beinahe umgekehrt.)

**Angeblich fanden damals in Azerbajdschan "Pogrome" gegen Armenier oder Juden (oder beide) statt. Das dürfte indes übertrieben sein. Gewiß gab es Unruhen, die [auch] ethnisch und/oder religiös motiviert gewesen sein mögen; aber unter "Pogrom" versteht Dikigoros denn doch etwas anderes - da wäre niemand so einfach und ungeschoren nach Moskau oder sonstwohin entkommen, schon gar nicht in einem öffentlichen Verkehrsflugzeug, das er/sie/es gar nicht erst besteigen dürfte. (Für kleine Privatmaschinen mag etwas anderes gelten; aber die laufen im Ernstfall Gefahr, abgeschossen zu werden.) Wer immer in einem solchen Verkehrsflugzeug anreist, kann kein "politisch Verfolgter" im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sein. Daher sind z.B. alle per Flugzeug in die BRDDR einreisenden "Flüchtlinge" illegaler Weise dort; und das gilt auch für alle über Land einreisenden, da die BRDDDR keine EU-Außengrenze hat, die "Flüchtlinge" folglich alle aus einem "sicheren Drittstaat" im Sinne der Abkommen von Schengen und Dublin kommen. Von Rechts wegen müßte eine achtstellige Anzahl solcher falschen "Flüchtlinge" unverzüglich aus der BRDDR abgeschoben und die für ihr Hiersein Verantwortliche[n] zivil- und strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden.
(Ist "Remigration" eigentlich schon zum "Unwort des Jahres" erklärt worden? Wenn nicht, dann sollte man das schleunigst nachholen! Es geht doch nicht an, daß mehr als 10 Millionen Schmarotzer, die sich in Mitteleuropa angesammelt haben, einen komfortablen Linien- oder auch nur Charterflug in ihre Herkunftsländer finanziert bekommen - zzgl. 1.000.- Teuros Taschengeld pro Arsch Nase -, wenn man sie ebensogut in Auffanglager an der Grenze zu denjenigen Staaten, über die sie eingedrungen sind, sperren kann, bei Wasser und Brot Maniok.)

***So genannte "Joint-ventures" waren damals groß in Mode, am Schreibtisch ausgeheckt erfunden von Leuten, die weder wirtschaftlich noch juristisch noch politisch über größere praktische Erfahrung verfügten. Dem Laien erscheint die zu Grunde liegende Idee bestechend einfach und erfolgversprechend: Das Unternehmen eines Industrielandes steuert Kapital und Know-how bei, das eines Entwicklungslandes Rohstoffe und billige Arbeitskräfte. Der Consultant muß nur die passenden Partner zusammenbringen, dann ist ein entsprechender Vertrag schnell gemacht. Im konkreten Fall könnte das so aussehen: Eine russische Firma liefert die Materialien zum Bau von Flugzeugen, der entweder im Westen erfolgt oder - billiger - in Rußland durch einheimische Fachkräfte, die zuvor von der Westfirma angelernt wurden; in Sachen Piloten wird ebenso verfahren. Das notwendige Geld legt erstmal der westliche Partner aus, und die gemeinsamen Einkünfte werden dann nach einem bestimmten Schlüssel aufgeteilt - notwendigerweise zugunsten des letzteren, wovon der natürlich auch dann noch weiter profitiert, wenn sich seine Anfangsinvestition längst amortisiert hat. Seht Ihr, liebe Leser, da haben wir schon den ersten Haken. Um es kurz zu machen: Im Fluggeschäft kam man von diesem Modell ab, noch bevor es richtig angefangen hatte, und vereinfachte es wie folgt: Die russische Firma verkauft ihre Materialien an einen westlichen Flugzeugbauer; der verkauft seine Produkte an einen kapitalkräftigen westlichen Leasinggeber, der sie wiederum an eine russische Fluggesellschaft vermietet, z.B. die Aeroflot. Die Wartung wird von Fachkräften im Westen vorgenommen, die Ersatzteillieferung durch den Flugzeugbauer, die Piloten stellen Aeroflot & Co. selber, fertig. Dafür braucht man aber kein Joint-venture mit all seinen juristischen Problemen - vor allem im Fall von so genannten "Leistungsstörungen" -, über die Dikigoros an anderer Stelle geschrieben hat; also braucht man auch keine Kasparow Consultancy, und damit hatte sich dessen Karriere als Unternehmensberater zerschlagen.
(Daß man dennoch große Probleme bekommen kann, wenn eine Seite plötzlich - im wahrsten Sinne des Wortes "aus heiterem Himmel" - die bestehenden Verträge entgegen aller wirtschaftlichen Vernunft aus politischen Gründen, d.h. auf Druck "von oben", bricht, wissen wir spätestens seit der "Wertewesten" anno 2022 seinen selbstmörderischen Finanz- und Wirtschaftskrieg (verharmlosend - und unzutreffend - auch als "Handelsboykott" bezeichnet, obwohl ein solcher nicht darin besteht, laufende Verträge zu brechen - das kann keine irgendwie geartete "Sanktion" sanktionieren -, sondern allenfalls darin, diese ordentlich zu kündigen und keine neuen mehr abzuschließen) gegen Rußland - und auch gegen alle russischen Privatpersonen in ihrem Machtbereich - angefangen hat; aber mit soviel Dummheit konnte damals niemand im Ernst rechnen, und das kann auch nicht Gegenstand einer Seite über Schachspieler sein - nichtmal im Kleingedruckten einer Fußnote :-)

****Analysten schreiben später: "Kasparow fand kein Mittel gegen Kramniks Berliner Verteidigung". (Für Nicht-Schachspieler: Das ist eine Variante der "Spanischen Eröffnung".) Tja, er hätte sich mal den o.g. Film "La diagonale du fou" anschauen sollen, vor allem die 11. Partie (ab 1.27:30), in der Titelverteidiger Liebskind auf 4:5 verkürzen kann. (Der Film wurde kurz vor der idiotischen Regeländerung von 1984 gedreht; es wird also noch auf 6 Gewinnpartien gespielt.) "Was'n das für 'ne komische Eröffnung?" fragt der jüngere der beiden Sekundanten des Herausforderers Fromm - welche die Partie aus der Ferne am Bildschirm verfolgen - den älteren. "Ponziani - ein Stück aus dem Museum", antwortet der. Mag sein. Aber 1. sind Museumsstücke nicht immer schlecht. 2. ist der Gegner darauf oft nicht richtig vorbereitet. (Im Film waren beide Kontrahenten in zwei der ersten drei Partien mit "Englisch" - ihrer gemeinsamen Lieblingseröffnung - nicht glücklich geworden, wollten/sollten/mußten also etwas anderes, weniger gut vorbereitetes, ausprobieren.) Und 3. verleitet ihn das vielleicht zu riskanten Gegenangriffen, die leicht schief gehen können. Jedenfalls sehen das die Drehbuch-Autoren so: Fromm wählt mit 3... d5 die schärfste Erwiderung - und verliert prompt. Auch Dikigoros hält die "Ponziani-Eröffnung" für eine gute Alternative zur "Spanischen Partie" - obwohl er sie nie wettkampfmäßig gespielt hat. Dagegen hat er die Vorstoßvariante der "Französischen Verteidigung", welche die beiden in der Schlußszene am/im Sterbebett Liebskinds blind und außer Konkurrenz austragen, selber so oft gespielt - sowohl mit Schwarz als auch mit Weiß (nach Zugumstellung; er hat stets mit 1. d4 eröffnet; aber wenn der Gegner darauf 1... e6 spielt, kann man ja mit 2. e4 reagieren :-) -, daß er sie noch immer im Schlaf aufsagen könnte - jedenfalls soweit sie im Film geht, bevor Liebskinds Herz zu schlagen aufhört.

Wenn Dikigoros schon mal dabei ist, will er auch noch ein paar Worte mehr über den Film verlieren. Leser seiner Sammlungen mit Geschichtsfilmen und Reisefilmen wissen ja, daß er gerne die Fassungen in unterschiedlichen Sprachen vergleicht. Halt - erst noch ein Nachtrag zu seinen Ausführungen oben über "le fou". Es ist ganz eindeutig der Läufer gemeint, nicht der Narr. Fromm bezeichnet sich zwar - auf der Pressekonferenz vor Beginn des Wettkampfs - selber als Narren, aber er gebraucht dafür das Wort "farceur". (Die einzige, die ständig das Wort "fou" bzw. dessen weibliche Form im Mund führt, ist seine gerade aus der Klapse entlassene Frau: "Je ne suis pas folle [Ich bin nicht verrückt]!") Der Titel rechtfertigt sich schachmäßig durch die letzte reguläre Partie - die Liebskind gewinnt und damit zum 5:5 ausgleicht, aber unmittelbar danach einen schweren Herzinfarkt erleidet, so daß er den Wettkampf aufgeben muß.

Schaut Euch die Position an (die ganz unwahrscheinlich, um nicht zu sagen beinahe ausgeschlossen ist - alle Partien im Film sind frei erfunden, nicht etwa aus alten Meisterpartien übernommen): Fromm - am Zug - bietet Schach mit Dg4+; Liebskind spielt - erzwungen - Kb8; Fromm setzt mit a7+ nach - und das wäre matt, denn der Bauer ist durch den Turm auf a3 gedeckt -; aber nun kommt der schwarze Läufer von g1 über die ganze Diagonale zurück, schlägt den Bauern auf a7 (was jeder Anfänger gesehen hätte, aber der vom Ehestress geplagte Fromm halt nicht; dabei hätte er bloß ein paar Züge zuvor den bedrohten König von h2 nach h3 zu ziehen brauchen statt nach h1, dann hätte er gewonnen), und so entsteht zugleich ein Abzugsschachmatt durch den Turm auf b1. (Zuvor hatte der schwarze Läufer auf g1 den weißen König auf h1 gedeckt - wie gesagt eine völlig abwegige Position.) Halt, Dikigoros hat das Ausrufezeichen hinter b1 vergessen: "Matt!" brüllt Liebskind aus Leibeskräften in den Saal. Es ist das letzte, was er dort von sich gibt - sein Schwanengesang.

Nun aber zu den unterschiedlichen Filmfassungen.
Zunächst ein ganz oberflächlicher Blick auf die Titel: Die russische Fassung übersetzt wörtlich und entscheidet sich für den Läufer/Elefanten, also gegen den Narren; alle anderen wählen neutral "Gefährliche Züge". (Auf Spanisch gibt es - wie so oft - zwei Fassungen: "La diagonal del loco" und "La diagonal del alfil", also 1x Narr, 1x Läufer - Dikigoros überlegt noch, welche er abbilden soll.) Das deutsche Filmplakat ist am reißerischten - und überdies falsch: Es ist ja nicht Liebskind, der Fromm zu verhexen sucht, sondern der eigens zu diesem Zweck eingeflogene sowjetische Parapsychologe. Aber viel interessanter ist ein Blick auf die Laufzeit: Filmmaterial gibt es für über zwei Stunden - die freilich keine Fassung erreicht. Aber jede einzelne schneidet/kürzt anders: Die französische hat 110 Minuten, ebenso die englische; aber wenn man sie nebeneinander anschaut, glaubt man fast, zwei verschiedene Filme vor sich zu haben. Gewiß, um manche Szenen ist es nicht weiter schade, z.B. die ebenso langwierige wie überflüssige Verfolgungsjagd, der sich Fromm ziemlich am Anfang auf dem Motorrad ausgesetzt sieht. Allerdings fehlt im französischen Original auch der nette Rückblick Fromms auf sein erstes Duell mit Liebskind in Kaunas, als er noch ein Kind war und ihn bei einer Simultanveranstaltung besiegt hatte. (Er erzählt es seinen Sekundanten nur, am Tisch sitzend.) In der englischen Fassung fehlt z.B. die Szene, als Fromm auf der Presse-Konferenz einen KGB-Agenten entlarvt und bloßstellt. (Die deutsche Fassung ist die kürzeste; sie übernimmt beide Schnitte - mit Ausnahme der Verfolgungsjagd, die sie stehen läßt - und kommt so nur noch auf 95 Minuten. Allerdings fügt sie ein Wort hinzu, das in keiner anderen Fassung vorkommt - auch nicht im Original: Als Liebskind sich von seinem Arzt auf Nimmerwiedersehen verabschiedet, sagt er am Ende: "Schalom [Heil]!" Das mußte ja sein... Aber darüber hat Dikigoros schon an anderer Stelle geschrieben - in der Nachbemerkung - und will sich hier nicht wiederholen.)

Es geht aber nicht nur um die Quantität, sondern auch um die Qualität. Manche Passagen sind schwierig, und da kann man schon mal frei übersetzen: Ob Fromm eher auf dem Meeresgrund spielen will, als seinen Namen für einen Schachcomputer herzugeben, oder eher auf dem Mars... das ist letztlich egal, ebenso, ob die Informationen seines Sekundanten "makellos" oder einfach nur "gut" sind. Aber man muß ja nicht gleich das Gegenteil draus machen oder dem Größenwahn verfallen - Dikigoros hat noch keine andere englische Filmfassung gesehen, die das so dreist tut wie "Dangerous Moves": Als Liebskind in Genf landet, bleibt er erstmal eine halbe Stunde im Flugzeug sitzen, um vor versammelter Crew eine alte Schachpartie seines Gegners zu analysieren, und das sowjetische Empfangskomitee draußen am Flughafen macht sich schon Sorgen um ihn. Wieviele Sorgen muß es sich erst in der englischen Fassung machen - da bleibt er eine ganze Stunde im Flugzeug! Auf der Presse-Konferenz erzählt Fromm den Witz über die in der SU verbotenen Witze: 2-4, d.h. fürs Zuhören gibt es 2 Jahre Gefängnis, fürs Erzählen 4. Auf Englisch werden daraus 2 Jahre fürs Zuhören und 8 fürs Erzählen. Im Original wettet Liebskind mit Tak-Tak um 500 US$, welche Eröffnung sein Gegner als nächstes spielen wird. Das lohnt ja kaum - in der englischen Fassung werden daraus 1.000 US$. Als Fromm seinen Sekundanten fragt, wie viele Drohbriefe er wieder mal bekommen habe, sind es im Original 12, in der englischen Fassung dagegen - nein, nicht 24, sondern... 13! Was soll das? Eine Unglückszahl darstellen? À propos: In der englischen Fassung ist ein einziger Satz aus Liebskinds Erklärung gestrichen, weshalb er seinen vermißten Füllfederhalter - den Fromm nach einer Partie an sich genommen hat - als Glücksbringer betrachtete: Er war ein Geschenk von Ex-Weltmeister Capablanca. Was ist denn daran verfänglich? Die alberne Szene mit der schwarzen Katze, die angeblich Unglück bringt, ist dagegen nirgends heraus geschnitten, ebenso wenig die Szene, als Fromm vor Beginn des Wettkampfs verlangt, daß der Boden um den Spieltisch herum mit Teppichboden ausgelegt werde, um den Lärm beim Aufstehen und Wiederhinsetzen zu dämpfen. Der Turnierleiter sagt ihm das umgehend zu; aber wie wir später sehen, hält er nicht Wort; und Fromm - der sich sonst in seinem Verfolgungswahn über jeden Mist aufregt - erwähnt das mit keinem Wort mehr. So etwas kann man nicht nur, das muß man heraus schneiden! (Was man dagegen auf keinen Fall hätte heraus schneiden dürfen - es aber in allen Fassungen, einschließlich des Originals, getan hat - ist eine mutmaßliche Szene, aus der hervorgeht, weshalb Liebskind ab der 9. Partie plötzlich mit weißen Handschuhen spielt.)
Weshalb der Film trotzdem einen Oscar gewonnen hat? Vielleicht weil alle Schauspieler[innen] ganz hervorragende Arbeit leisten - einschließlich des drolligen russischen bzw. litauischen Akzents, den auch französische Muttersprachler so überzeugend aufsetzen, daß man manche Passagen kaum versteht. Als z.B. Liebskind zu seiner Frau sagt: "Ne t'inquiète pas [Mach dir keine Sorgen]!" mißversteht das der englische Übersetzer als "Ne me quitte pas [Verlaß mich nicht]!" Und die erste von Fromms Beanstandungen vor Wettkampfbeginn versteht selbst Dikigoros nicht. (Wer sie versteht oder zu verstehen glaubt, darf ihm gerne mailen; aber große Hoffnungen macht er sich nicht - der Satz ist in allen anderen Fassungen entweder heraus geschnitten oder wird bei der Synchronisierung einfach stumm übergangen; und dort, wo das Original mit Text unterlegt wird, bleibt die Zeile leer.)

*****Dieses kurzfristige Projekt (Kasparow schrieb zwar ein paarmal in Fomenkos Zeitschrift, überwarf sich aber dann mit ihm und gab die Idee, Historiker zu werden, wieder auf) hat nicht mehr als eine Fußnote verdient, aber Dikigoros will sich nicht ganz vor dem Thema drücken. Auch er glaubt, daß die "offizielle" Chronologie der Berufshistoriker nicht ganz fehlerfrei ist - das ist ja schon vor Fomenko Leuten aufgefallen, die rechnen können, auch wenn sie keine Professoren für Mathematik an der Universität Moskau sind. Deutsche Leser haben vielleicht schon mal von Heribert Illig gehört (oder hier ein wenig über ihn gelesen); und genau wie Fomenko hatte auch er Vorläufer.
Das Problem ist, daß diese Chronologie-Kritiker (und viele andere Kritiker der herkömmlichen Geschichtsschreibung) aus richtigen Erkenntnissen falsche Schlüsse ziehen. Die Kunst der Geschichtswissenschaft besteht nicht darin, Quellen auf formaljuristische Echtheit zu untersuchen, sondern auf die Schlüssigkeit bzw. Glaubhaftigkeit ihres Inhalts. Illig hat ja Recht, wenn er feststellt, daß praktisch alle Urkunden des 7. bis 10. Jahrhunderts "Fälschungen" im Sinne des Strafgesetzbuchs sind, da sie ein falsches Datum und einen falschen Aussteller nennen. [Und das ebenso hartnäckige wie dümmliche Leugnen dieser Tatsache durch die Mainstream-Historiker hat letztere in den Augen vieler Laien unglaubwürdig gemacht.] Und Fomenko weist mit Recht auf die verblüffende Ähnlichkeit mancher Ereignisse hin, die sich nach herkömmlicher Auffassung der Historiker in großen räumlichen und zeitlichen Abständen ereignet haben. Aber Illig verkennt, daß Urkunden im Mittelalter auf Material geschrieben wurden, das im Laufe der Zeit brüchig wurde, weshalb sie - oft mehrmals - kopiert wurden, wobei die Kopisten davon absahen, ihren eigenen Namen und das Datum der Abschrift hinzuzufügen, was indes der Richtigkeit des Inhalts keinen Abbruch tun muß. (Umgekehrt bedarf es keines Studiums und keiner Material-Analysen um festzustellen, daß eine Quelle lügt, wenn sie z.B. behauptet, Karl der Große sei auf einem fliegenden Teppich nach Bagdad gereist und habe dort Harun Al-Rashid besucht; da reicht ein Blick auf den Inhalt und etwas gesunder Menschenverstand. Und vielleicht war er nicht nur nie in Bagdad, sondern auch nie in Roncesvalles - aber muß es ihn deshalb nie gegeben haben?) Und Fomenko verkennt, daß sich die Geschichte zwar nicht exakt wiederholt, daß es aber in ihrem Verlauf Ereignisse gibt, die einander stark ähneln, ohne identisch sein zu müssen. Das liegt zum einen daran, daß Menschen zu allen Zeiten ähnlich gehandelt haben, zum anderen daran, daß sich manche Naturkatastrofen immer wieder ereignen - nicht in jeder größeren Überschwemmung muß ein und die selbe "Sintflut" stecken. (Dikigoros' persönliche Lieblingsparallele? Der Untergang des ägytischen Heeres im "Roten Meer" bei der Verfolgung der Israelis Mitte des 2. Jahrtausends v.C., über den er an anderer Stelle schreibt - im 2. Nachtrag zur Nachbemerkung - und der Untergang des chinesischen Heeres im Flusse Salsu - heute Chongchon - bei der Verfolgung der Koreaner anno 612 n.C., über den Ihr selber googlen könnt. Aber glaubt bitte nicht jede Zahl, die kolportiert wird; sowohl Juden als auch Koreaner können da sehr fantasievoll sein - Dikigoros pflegt durch 20 zu teilen :-) Und auch Namen können sehr ähnlich oder sogar gleich sein, ohne darob allesamt den selben Träger zu haben. Außerdem sollte man nicht ständig "Gustaf" mit "Gasthof" verwechseln - etwas mehr Sprachkenntnisse hätten dem großen Mathematiker Fomenko sicher gut getan.

******Schuld sind bekanntlich immer die anderen. Dikigoros will mal versuchen, die letzlich unvereinbaren Standpunkte der Beteiligten aufzudröseln:

  • Kasparow - der immer noch die höchste Elo-Punktzahl hat und somit Nr. 1 der Weltrangliste ist - will einen direkten WM-Kampf gegen den FIDE-Titelträger Ruslan Ponomarjow, den er leicht schlagen zu können glaubt.
  • BrainGames - ohne dessen Sponsorengelder die Sache finanziell für alle Seiten uninteressant wäre - will, daß "sein" Weltmeister Kramnik den Titel verteidigt.
  • Kramnik will nicht gleich wieder gegen Kasparow antreten, sondern statt dessen gegen den Ungarn Péter Lékó - der eine höhere Elo-Zahl als Ponomarjow und auch eine Art Herausforderungsturnier (ebenfalls von BrainGames gesponsert) gewonnen hat.
  • Ein Kompromißvorschlag - zwei "Halbfinals" zwischen Kasparow und Ponomarjow sowie zwischen Kramnik und Lékó, danach ein Finale zwischen den beiden Siegern - stößt bei der FIDE auf wenig Gegenliebe, da sie (wohl zu Recht) befürchtet, daß "ihr" amtierender Weltmeister dann nichtmal zu einer offiziellen Titelverteidigung käme.
Am Ende verteidigt Kramnik seinen BrainGames-Titel durch ein Remis gegen Lékó, Ponomarjow bleibt FIDE-Weltmeister - und Kasparow außen vor.
Erst nach dessen Rücktritt kommt es 2006 zu einem "Vereinigungskampf" zwischen Kramnik und FIDE-Weltmeister Topalow, der freilich die hoch gesteckten Erwartungen nicht erfüllt und weniger durch Schach als durch unerfreuliche Begleitumstände von sich reden macht, die nicht mehr hierher gehören.

*******Vier Anmerkungen - die für den Haupttext etwas zu weit vom eigentlichen Thema, nämlich dem Lebenslauf Kasparows, wegführen - in einer Fußnote:

  1. Dikigoros weiß wohl, daß er, während er das schreibt, im Glashaus sitzt: Die Menschenrechtslage in Libyen war weder vor noch unter noch nach Gaddafi auch nur annähernd so schlecht wie sie es zwei Jahrzehnte später in der BRDDR werden sollte, vor allem für "Bio-Deutsche". (Gemäß UN-Definition gilt als "Menschenrecht" auch die Wahrung der ethnischen Identität, und deren Auslöschung - wie sie seit Sarah Sauer von allen BRDDR-Regimes ganz offen betrieben wurde und wird - ist Genozid [Völkermord].) Und er weiß auch, daß die UNO nicht erst seit 2003, sondern spätestens seit der Amtszeit des böhmischen Juden "Kurt Waldheim" eine kriminelle Vereinigung ist, deren wichtigstes Anliegen der anti-weiße Rassismus ist. Aber er schreibt das aus der damaligen Perspektive, als die UNO noch nicht Typen wie Evo Morales, Julius Nyerere und Fidel Castro zu "Welthelden [World Heroes]" ernannt hatte.
  2. Der Godesberger SK war in Dikigoros' Jugendzeit ein erstklassiger Verein. (Das ist wörtlich zu nehmen: Seine 1. Mannschaft spielte in der 1. Bundesliga und war bis zum letzten Brett stärker besetzt als das ganze Feld, das in Libyen um die "FIDE-Weltmeisterschaft" patzte, einschließlich des besagten Usbeken.) Er denkt noch immer ungern an so manche Niederlage zurück, die er damals gegen sie einstecken mußte.
  3. Dikigoros schreibt das bewußt so apodiktisch und verallgemeinernd - nicht etwa: "Das professionelle Turnierschach..." o.ä. Auch das Interesse am Amateurschach bricht massiv ein. Schach wird wieder zur Randsportart - nicht nur in Deutschland. Folglich gibt es auch keinen guten Nachwuchs mehr; denn intelligente junge Menschen haben kein Interesse, eine solch brotlose Kunst zu ihrem Lebensinhalt zu machen, zumal ihnen immer der Makel anhaften würde, schlechter zu spielen als ein Computerprogramm. (Auch die einst mit Spannung erwarteten und von Millionen verfolgten Duelle "Mensch gegen Maschine" haben ihren Reiz - und ihre Sponsoren - verloren, seit feststeht, daß selbst der mutmaßlich beste Schachspieler aller Zeiten keine Chance mehr gegen letztere hat.)
  4. An der Person des Usbeken bzw. seiner Spielstärkeschwäche scheitern auch nochmals halbherzig geführte "Wiedervereinigungsgespräche"; denn kein Sponsor ist bereit, einen WM-Kampf mit einer solchen Flasche - dessen Ausgang von vornherein feststünde - zu finanzieren. Die FIDE führt zwar auch nach diesem Affentheater noch "Weltmeisterschaften" durch. (Über eine davon - der Dikigoros als Zuschauer live beigewohnt hat - schreibt er an anderer Stelle mehr und kann sich hier weitere diesbezügliche Ausführungen über die Zeit nach Kasparows Rücktritt sparen.) Aber mit der Popularität des Schachspiels und seiner Protagonisten ist es vorbei: In den 1970er Jahren kannte jedes Kind - und erst recht jeder Erwachsene, auch unter denen, die nie selber aktiv Figuren geschoben hatten - die Namen Fischer und Spasskij, dto in den 1980er Jahren die Namen Karpow und Kortschnoj, und in den 1990er Jahren die Namen Kasparow und Ānand. Aber seit Kramnik und Topalow haben alle Weltmeister mehr Schlagzeilen mit ihren wechselseitigen Betrugsvorwürfen gemacht als mit ihren Schachpartien. (Trauriger Höhepunkt war der Rücktritt Carlsens nach seiner Niederlage gegen einen gewissen Hans Niemann unter der Behauptung, von diesem mit Hilfe eines Computers geschlagen worden zu sein. "Beweis": Der habe eine fehlerfreie Partie gespielt - oder sogar mehrere -, und das sei nur mit Hilfe eines Computers möglich! Da schloß der Patzer wohl von sich auf andere :-) Und bei der Frage, wer heute amtierender Schachweltmeister ist, müßte selbst Dikigoros erstmal nachdenken - wahrscheinlich irgendein Chinese, dessen Namen er nicht mal richtig aussprechen könnte und sich auch nicht die Mühe machen würde, es zu erlernen. (Dagegen wüßte er auf die Frage nach einem amtierenden Fußballweltmeister - obwohl er nie selber aktiv gegen den Ball getreten hat - sofort eine Antwort: "Messi!") Aber nicht nur die Weltmeisterschaft, sondern auch die "Schach-Olympiade" ist zur Lachnummer verkommen: Als sie anno 2022 nach der "Corona"-Pause wieder aufgenommen wurde, waren die beiden einzigen Staaten, die noch Schachspieler von einiger Spielstärke aufzuweisen hatten - Rußland und China - nicht dabei. (Rußland wurde ausgeschlossen wegen "Putins völlig unprovozierten Angriffskriegs gegen die Ukraïne", und China sagte daraufhin seine Teilnahme ab.) Statt dessen ließ die FIDE Verbände von körperlich und geistig Behinderten teilnehmen, deren Mitglieder z.T. nicht mal die Schachregeln beherrschten. (Einige Schiedsrichter dem Vernehmen nach auch nicht.) Das gesamte Feld hätte ein Kasparow wahrscheinlich immer noch in einer einzigen Simultan-Veranstaltung platt machen können - was aber niemanden mehr interessierte. Symptomatisch ist die Entwicklung des Kasparow-Artikels auf der sich als "Enzyklopädie" gerierenden Internet-Verblödungsplattform "Wikipedia" - in allen Sprachen. Befaßte er sich früher ganz überwiegend mit seinen zweifellos bedeutenden Aktivitäten als Schachspieler, rücken nun zunehmend seine höchst zweifelhaften Aktivitäten als Möchtegern-Politiker in den Vordergrund. (Dikigoros speichert auch ältere Versionen auf seiner Festplatte, um solche Vergleiche anstellen zu können.)

********Das Organisieren von und/oder die Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen kam damals groß in Mode. Erinnert sich noch jemand an die miese kleine Schwuchtel den Päderasten Grünen-MdB Volker B., dessen wichtigstes politisches Anliegen es war, endlich den Sex mit Minderjährigen freizugeben (vor allem für Homosexuelle)? Er reiste damals von einer verbotenen LGBT-Demo zur nächsten - vor allem in Osteuropa, wo Schwulitäten auf allgemeine Ablehnung der Bevölkerung stießen -, um die "Normalos" zu provozieren, auch in Rußland. Anno 2006 ließ sich in Moskau ein böser Heterosexueller, an dem die Demo vorbei zog, tatsächlich provozieren, ihm mal ordentlich die Fresse zu polieren und bei der Gelegenheit auch noch vors Schienbein zu treten. B. war in höchstem Maße empört, erstattete nach seiner Rückkehr in die BRDDR Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen Unbekannt und gegen die russische Polizei - wegen unterlassener Hilfeleistung, denn deren Pflicht sei es gewesen, ihn als "Verfassungsorgan" und Teilnehmer einer illegalen Demonstration vor solchen Attacken zu bewahren. So stehe es in der "Europäischen Menschenrechtskonvention", die insbesondere das Menschenrecht auf nicht genehmigte Schwulen-Demos schütze! (Dikigoros muß wohl Tomaten auf den Augen haben, denn er hat jenen Passus in der EMRK nicht gefunden :-) Die brdische Staatsanwaltschaft verwies zwar auf ihre örtliche Unzuständigkeit, aber ansonsten erhielt B. großen unmoralischen Zuspruch, nicht nur von den Grün-Alternativen, sondern z.B. auch von seinem Artgenossen Gesinnungsgenossen Gesinnungsgenießenden Guido Schwesterwelle, dem Bundesvorsitzenden der Frech-Dreist-Peinlichen, der einige Jahre später, nachdem er den Krebs glücklich besiegt hatte, an der Sodomisten-Krankheit Nr. 1 - AIDS - verenden sollte.
Später kam anhand eines Fotos auch noch heraus, daß B. in mindestens einem Punkt gelogen hatte (was Politiker ja von Berufs wegen am besten können): Die russische Polizei hatte sich sehr wohl nach Kräften bemüht, ihn zu schützen; der Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung erfüllte also den Tatbestand der falschen Verdächtigung in Tateinheit mit Vortäuschen einer Straftat - aber als MdB genoß er ja Immunität vor Strafverfolgung; warum also nicht den Strafverfolgungsbehörden ein wenig überflüssige Arbeit machen? Die hatten ja sonst nichts zu tun! Und noch etwas: Wenn man das Bild genau betrachtet, sah B. auch nicht allzu schwer verletzt aus. Leichte ("einfache") Körperverletzung als Reaktion auf eine Beleidigung - und durch die obszönen Schwulen-Demos konnte sich ein "Normalo" schon beleidigt fühlen (dazu waren sie ja auch gedacht!) - waren nach deutschem Recht straffrei. B. erfüllte den vorgenannten Straftatbestand also höchstwahrscheinlich gleich zweimal.**********

[Die verlogene Schwuchtel B.]

Nachtrag: Im Februar 2023 überfielen die mit einem BRDDR-Paß ausgestattete Biene Maja Transe Simeon T. mit "ihrer" Bande eine "rechte" Demonstration im ungarischen Budapest und verletzten ein halbes Dutzend Teilnehmer[innen] lebensgefährlich. Nach (drei) Jahre langem Hin und Her wurde sie in erster Instanz zu einer läppischen Freiheitsstrafe - nicht etwa wegen versuchten Mordes, sondern nur wegen schwerer Körperverletzung - von acht Jahren verurteilt. Die Empörung im "Wertewesten" war groß - schließlich hatten die brave "non-binäre deutsche Person" (Originalzitat des Staatssenders ZDF) doch lediglich ihr Grundrecht ausgeübt! Welches Grundrecht? Das konnten weder die Grünen noch das Bundeskasperletheater noch die Purpurenten in Karlsruhe so genau sagen, nur eben daß die Verurteilung "skandalös" und "rechtswidrig" gewesen sei. [Dikigoros - der das auch so sieht, wenngleich aus anderen Gründen - wird seine Leser über den Fortgang jenes Prozesses durch die Instanzen auf dem Laufenden halten.]

*********Das sollte man nicht überbewerten. Die geradezu inflationäre Vermehrung der Elo-Punktzahlen und der Großmeister-Ernennungen ist kein Zeichen von besonderer Stärke der Schachwelt insgesamt, sondern ganz im Gegenteil von deren besonderer Schwäche, denn es sind ja nur relative Werte: Unter Blinden ist der einäugige König, und unter schwachen Schachspielern sind halt diejenigen, die wenigstens etwas Können aufs Brett bringen, Großmeister. Der vermeintlich "große" Norweger war ein Scheinriese, den Dikigoros, wenn er noch seine Spielstärke als 20-jähriger hätte - obwohl er wahrlich kein Schachgenie war, sondern nur ein überdurchschnittlich guter Amateur -, leicht und locker von der Platte geputzt hätte; und das gilt auch für tausende andere Spieler seiner Generation. In den 1970er, 1980er und frühen 1990er Jahren wäre ein Figurenschieber von der Spielschwäche eines C. nicht mal Kreismeister, ja nicht mal Bonner Stadtmeister geworden. (Dem steht nicht entgegen, daß C. in seinem Vater und später auch in seiner Ehefrau Manager von überragender Tüchtigkeit hatte, die ihn erst bekannt und dann - als wahrscheinlich letzten Schachprofi der Geschichte - wohlhabend gemacht haben, so daß er sich leisten konnte, bereits in jungen Jahren - und auf dem Höhepunkt seines Elo-Rankings - zurück zu treten.)

**********Für jüngere Juristen: Dikigoros referiert hier die Gesetzeslage anno 2006 - auf die es ja im vorliegenden Fall ankommt; in den Jahren 2015 (Beginn der Masseninvasion Mitteleuropas durch muslimische Rapefugees) bis 2021 (Beginn der 'Corona'-Diktatur) wurde das Strafgesetzbuch (und nicht nur das) mehrfach substantiell geändert, auch in Sachen "Beleidigung" - vielleicht sogar auf Veranlassung des B. bzw. seiner Parteigenossen? (Er selber war ja seit 2017 kein MdB mehr, nachdem er sich bei einer Polizeikontrolle mit Crystal Meth hatte erwischen lassen - sein zweitwichtigstes Anliegen nach der "Entkriminalisierung" von Sex mit Kindern war die des Drogenkonsums - und daraufhin nicht mehr auf die Landesliste seiner Partei gewählt wurde. Auch seine Immunität vor Strafverfolgung wurde aufgehoben. Aber angeklagt wurde er trotzdem nicht, sondern das Ermittlungsverfahren wegen Drogenbesitzes wurde gegen Zahlung einer läppischen Summe eingestellt - wie das funktioniert beschreibt Dikigoros an anderer Stelle, im Rahmen eines etwas längeren Exkurses.) Schlagt das ruhig mal in den alten Gesetzestexten und/oder Kommentaren nach! Und juristische Laien, die aus dem Fachchinesisch des Gesetzgebers nicht schlau werden, insbesondere nicht auf Anhieb erkennen, wie sich diese Änderungen gegenüber der alten Fassung in der Praxis auswirken können, dürfen ihm gerne mailen; er wird dann an dieser Stelle eine Übersetzung in "Normalo"-Deutsch nachtragen, nötigenfalls auch mit einigen Erläuterungen zum besseren Verständnis.


zurück zu Sportler des 20. Jahrhunderts

heim zu Von der Wiege bis zur Bahre