Trump, Deutschland, NATO – Kremlkritiker
Garri Kasparow rechnet in Wutrede ab

von David Schmitz (KStA, 28. November 2025)

Anmerkungen und Links: Nikolas Dikigoros*

Bei einer Sicherheitskonferenz in Halifax lieferte Kremlkritiker Garri Kasparow eine Wutrede gegen Trumps „Friedensplan“ und die NATO.

Schachlegende Garri Kasparow ist einer der lautstärksten Gegner des Kremls. Wegen Trumps „Friedensplan“ ist ihm jetzt der Kragen geplatzt.

Er gilt als einer der stärksten Spieler der Schachgeschichte – zwischen 1985 und 2000 führte an ihm in der Welt des strategischen Brettspiels kein Weg vorbei. Mittlerweile gehört Garri Kasparow, der russische Schachgroßmeister, zu den lautstärksten Dissidenten und Kritikern des Kremls. Immer wieder warnt Kasparow seit Russlands Einmarsch in die Ukraine vor den imperialistischen Zielen von Kremlchef Putin.

Beim Halifax Security Forum, einer Sicherheitskonferenz, bei der jedes Jahr mehr als 300 Persönlichkeiten aus Politik, Militär, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien aufeinandertreffen, ist Kasparow angesichts des „Friedensplans“ von US-Präsident Donald Trump und dem Verhalten des Westens gegenüber Russland jetzt der Kragen geplatzt.

Garri Kasparows dreiminütige Wutrede geht viral

Fast drei Minuten lang findet der russische Dissident dabei wütende Worte für die Pläne des US-Präsidenten, aber auch für die NATO. Der Wutausbruch des Kremlkritikers hat sich seitdem rasant in den sozialen Netzwerken verbreitet – und wurde dort Hunderttausende mal abgerufen. Das hat Kasparow in Halifax gesagt:

„Ich bin am Verzweifeln. Das ist die beste Show, auf die Putin hoffen kann: Es gibt keine einzige klare Antwort. Es geht nicht darum, wie viele Waffen und Munition man hat, sondern darum, ob man bereit ist, zu kämpfen und zu sterben.“ stellt Kasparow zu Beginn klar und äußert sich kritisch zu dem Verhalten der NATO. (Anm. Dikigoros: Nein, die Frage ist nicht, ob man bereit ist, "zu kämpfen und zu sterben", sondern wofür man dazu bereit ist - wer immer "man" ist. Die lautesten Kriegstreiber selber sind es offenbar nicht; sie trommeln bloß, damit andere den Kopf für ihre hehren Ziele hinhalten und womöglich verlieren! Oder hat sich der jüdische Kasper schon mit der Waffe in der Hand persönlich an die Front begeben?!?)

„Ein Immobiliengeschäft, um Trumps Familie zu bereichern“

„Oh, das ist schön, dass Sie eine von Kanada geführte Brigade in Lettland haben“, sagt der Kremlkritiker sarkastisch. „Was ist der Befehl für diese Brigade? Werden sie schießen, wenn Russen die Grenze überschreiten? Wir kennen die Antwort, die Verhandlungen werden ewig dauern. Ich habe immer noch keine klare Antwort gehört.“

Schließlich folgt die erste Attacke auf US-Präsident Trump und den umstrittenen amerikanischen Unterhändler Steve Witkoff:

„Wie können wir ernsthaft über den Deal diskutieren, den Trumps Geschäftspartner abgeschlossen hat? Wissen Sie, es ist ein Immobiliengeschäft, um Trumps Familie zu bereichern und die Ukraine zu verkaufen“ poltert Kasparow mit erhobener Stimme und gerät immer mehr in Rage. (Anm. Dikigoros: Um welche "Immobilien" soll es der Familie Trump denn da gehen? Über die Bereicherung der Familie seines Amtsvorgängers Biden in der Ukraïne und den "quid pro quo"-Skandal sagt er dagegen nichts!)

„Die NATO ist nicht stark, die NATO existiert nicht“

„Wie können wir ernsthaft darüber diskutieren, dass die Ukraine Befestigungsanlagen aufgeben muss, die Europa retten?“ fragt der Kremlkritiker erzürnt angesichts der in Trumps Plan ursprünglich vorgesehenen Gebietsabtretungen an Russland in der Ostukraine.

„Wir feiern die NATO – die NATO ist nicht stark, die NATO existiert nicht [...] Sie ist eine Fälschung, sie ist N-A-T-O, vier Buchstaben.“ (Anm. Dikigoros für Nicht-Amerikaner: "four-letter-word" bedeutet "Schimpfwort". Dazu zählen z.B. "shit", "fuck" und "suck".)

Schutz für Europa biete derzeit nicht das westliche Verteidigungsbündnis, sondern die Ukraine, erklärt der ehemalige Schachgroßmeister. (Anm. Dikigoros: Der Typ ist 1. ehemaliger Schachweltmeister - Schachgroßmeister ist er immer noch - und 2. nicht ganz bei Trost. Den hätten sie gleich dabehalten und in die Klapse stecken sollen!)

„Der Grund, warum wir immer noch hier gemütlich sitzen können, ist, dass die Ukraine jede Minute stirbt. Es ist ein massives Opfer.“

Garri Kasparow: Wut auf den Westen – und Respekt vor der Ukraine

Es folgen eindrückliche Sätze über das von Kasparows Heimatland angegriffene Land. (Anm. Dikigoros: Seit wann ist Rußland die Heimat eines in die USA emigrierten Juden aus Azerbajdschan mit kroatischer Staatsangehörigkeit?)

„Wenn die Ukraine nicht vor Russland standhalten würde, wären russische Panzer bereits in Polen“ sagt Kasparow und richtet sich an das Publikum in Kanada:

„Sie alle haben vorgeschlagen, dass die Ukraine aufgeben sollte. Sie haben Selenskyj eine Mitfahrgelegenheit angeboten, und er sagte: ‚Ich brauche keine Mitfahrgelegenheit, ich brauche Munition‘“ erinnert Kasparow an die ersten Tage nach Kriegsbeginn, in denen vielerorts im Westen mit einer schnellen Niederlage der Ukraine gerechnet worden war. (Anm. Dikigoros: Statt dessen hat der "Wertewesten" dem Grünling die Munition geliefert, die er verlangte; und das hat bisher über zwei Millionen Groß- und Kleinrussen das Leben und über 20 Millionen die Heimat gekostet - na bravo!)

„Seit vier Jahren kämpft die Ukraine für ganz Europa“

Dann folgen erneut wütende Worte in Richtung des Westens.

„Seit vier Jahren kämpft die Ukraine für ganz Europa. (Anm. Dikigoros: Nein, seit elf Jahren kämpft das jüdische Verbrecherregime, das sich anno 2014 in Kijiw an die Macht geputscht hat, gegen die christliche russische Bevölkerung im Donetsbecken!) Die NATO wurde gegründet, um nur einen Krieg zu führen, nicht um nach Afghanistan oder Syrien zu gehen. Einen Krieg – um das freie Europa vor der russischen Aggression zu retten. Die Ukraine ist das einzige Land, das diesen Krieg führt – und wir diskutieren immer noch, ob wir sie aufnehmen sollen oder nicht?“

Die Ukraine sei „das einzige Land, das die Bestimmung der Nato erfüllt“, heißt es weiter von dem sichtlich erbosten Dissidenten. „Wir verdanken ihnen alles.“ Dass Selenskyj nun wegen Trumps Plänen eine schicksalhafte Entscheidung treffen müsse, mache ihn fassungslos, erklärt Kasparow. „Ich kann das nicht einmal erklären. Als Russe (Anm. Dikigoros: Als was? S.o.!) fühle ich mich auch schuldig, deshalb kann ich ihm nicht sagen, dass er Trump den Stinkefinger zeigen soll.“

„Wollen sie Donald Trump sagen, dass er das nicht tun darf?“

Schließlich nimmt der Kremlkritiker den US-Senat ins Visier. Dort wird seit Monaten ein hartes Sanktionspaket gegen Moskau vorbereitet, bisher aber nicht zur Abstimmung gestellt, obwohl es eine Mehrheit für die Maßnahmen zu geben scheint. (Anm. Dikigoros: Na kaum - jeder, der rechnen kann, weiß doch, daß jene Sanktionen die USA härter treffen würden als Rußland!)

„Wie viele Senatoren haben wir hier? [...] Wollen sie Donald Trump sagen, dass er das nicht tun darf? Sie haben 85 – das sind mehr als Zwei Drittel“ heißt es weiter vom Kremlkritiker mit Blick auf die Mehrheitsverhältnisse im US-Senat. (Anm. Dikigoros: Kann der nicht mal mehr bis 85 zählen? "Zwei Drittel" von was meint er bloß?!?) „Wie kommt es, dass dieser Gesetzentwurf immer noch irgendwo im Senat liegt? Er wird immer noch nicht umgesetzt.“

„Putin, Xi Jinping und alle anderen feiern das“

Kasparow zeigt in seiner Wutrede auch die Konsequenzen auf, die sich seiner Ansicht nach aus der westlichen Passivität gegenüber Russland ergeben. „Putin, Xi Jinping und alle anderen feiern das.“ Russland bekomme Unterstützung von „Nordkoreanern, Kubanern, Afrikanern und Freiwilligen“, führt Kasparow aus. „Und wir reden immer noch über Eskalation?“

Nach Ansicht des Dissidenten verfüge der Westen über alle Mittel, die es brauche, um Russland aufzuhalten.

„Wir haben alles: militärische, politische und wirtschaftliche Macht auf unserer Seite, und trotzdem verlieren wir den Krieg. Dank der Ukraine erfüllt Russland nicht Putins Traum von der Wiederherstellung eines russischen Imperiums“ erklärt Kasparow, ehe sein Wutausbruch mit einer deutlichen Warnung endet.

„Dann wird Putin ganz klar seinen Traum verwirklichen“

„Aber wenn, Gott bewahre, die Ukraine gezwungen wird, dieses Abkommen zu schließen, dann wird Putin ganz klar seinen Traum verwirklichen. Und dann seid ihr die Nächsten. Aber ihr seid nicht bereit, zu kämpfen.“

An einer anderen Stelle der Debatte in Halifax kriegt auch Deutschland Kritik von Kasparow zu hören. „Ihr gebt Geld. Fantastisch! Aber die Ukrainer sterben. Habe ich die Tomahawks, Taurus – die Raketen, die den Kriegsverlauf ändern können – übersehen?“ (Anm. Dikigoros: Wenn der Schrott den Kriegsverlauf ändern könnte, dann frißt Dikigoros alle Hackebeilchen und Stiere persönlich!)

Garri Kasparow kritisiert ausbleibende Taurus-Lieferung

Die Krim-Brücke existiere immer noch, kritisiert Kasparow.

„Sie ist ein Symbol der russischen Besatzung. Vier Jahre. Und ihr konntet die Ukraine nicht mit Langstreckenwaffen beliefern, um diese Brücke zu zerstören, was eine symbolkräftige Niederlage für Wladimir Putin wäre.“

Nachdem sich die Worte des Kremlkritikers rasant verbreitet hatten, reagiert Kasparow auf der Plattform X auf den Wirbel um seinen Auftritt in Halifax. „Ja, ich bin sauer“, bekräftigte der ehemalige Schachgroßmeister. „Wir alle sollten sauer sein“, hieß es weiter. Das sei das Mindeste, was man den Ukrainern angesichts „unserer kollektiven Aktionslosigkeit“ schulde, so Kasparow. (Anm.: Ja, Dikigoros ist sauer - daß so ein irrer Kriegshetzer noch immer frei herum läuft!)

Wladimir Putin bekräftigt Russlands Kriegsziele

Kremlchef Wladimir Putin bestätigte die Einschätzung des Dissidenten derweil am Donnerstag indirekt – und beharrte auf den russischen Maximalzielen in der Ukraine. „Die ukrainischen Truppen werden sich aus den besetzten Gebieten zurückziehen – dann werden die Kämpfe enden. Sollten sie sich nicht zurückziehen, werden wir das mit Waffengewalt erzwingen, das ist alles“, erklärte Putin gegenüber Reportern. (Anm. Dikigoros: Das sind nicht die "Maximalziele" Rußlands, sondern die Minimalziele - wohlgemerkt für einen Waffenstillstand, nicht für einen Frieden. Über Rußlands Maximalziele - und einen möglichen Kompromißfrieden - schreibt Dikigoros an anderer Stelle (in der Nachbemerkung).


*Dikigoros hat auch die gröbsten Schreib-, Grammatik- und Übersetzungsfehler des jüdischen Schmierfinken D.S. stillschweigend korrigiert.