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3.April 2001 -
3.Etappe
38km von Erg Znaigui nach Oued el Jdaid
Wahrscheinlich hat die eine Schmerztablette daf�r gesorgt, dass ich die Nacht gut durchgeschlafen hatte und die Salztabletten verhinderten weitere Kr�mpfe. Trotzdem f�hlte ich mich genauso
kaputt , wie ich auch auf dem Bild aussehe. Peggy meine "Raumteilerin" im B�ro bei Compaq, meinte nur, dass das wohl mein Grossvater sei :-))).
Mit recht angeschlagenen und steifen Muskeln bewegte ich mich noch einen Touch vorsichtiger durch die aufsteigende Morgenhitze als an den Tagen zuvor. Besonders die Ungewissheit, wie der Tag in l�uferischer Hinsicht verlaufen w�rde, unterst�tzte meine Stimmung in keinster Weise.
So reihte ich mich denn auch ziemlich weit hinten ein, um diese Etappe ganz ruhig zu starten. Dabei konnte ich zwei
Top Favoriten (die Nr.2:Mohamad Ahansal-Endklassement 2. / die Nr.6 Mustapha Ait Amar-Endklassement 3.) aufnehmen, die aus dem gleichen Grund wie ich dort standen: "In der Ruhe liegt die Kraft." Allerdings mit dem Unterschied, dass sie nach 2-3km ihren Turbo anschalteten und am L�uferfeld in einer unglaublichen Leichtigkeit vorbei flogen.
Meine Taktik sah an diesem Tage wie folgt aus. Abwechselnd laufen und gehen hatte ich mir vorgenommen und jede Stunde eine Salztablette nachschieben. Durch diese Gangart hatte ich auch reichlich Zeit zum Fotografieren und es war vielleicht sogar die abwechselungsreichste Landschaft, die wir auf dieser Etappe erleben durften. Ein immer wiederkehrendes Bild war die
Wasserstation, an der wir mit neuen 1,5Liter Flaschen versorgt wurden. Der Wechsel der Flaschen ging bei mir sehr schnell, da mein Rucksack auf jeder Seite eine Fach f�r Flaschen hatte. In dem einen Fach hatte ich immer eine Notreserve von 0,7Liter und im anderen die Sidi Hazarim Flasche aus der ich mich st�ndig versorgte.
Zwar war das eine oder andere
Flussbett schwierig zu belaufen, aber es brachte doch eine sch�ne Abwechselung in den sonst sehr ebenen Abschnitten.
Besonders warm wurde es, wenn der ausgetrocknete und flache
Boden die Sonnenstrahlen wieder nach oben warf und kein Wind zum K�hlen vorhanden war.
In Ermangelung irgend eines Busches oder Steins wurde ein
Smilie auf den Boden gespr�ht, um den ersten L�ufern den richtigen Weg zu zeigen. Die Nachfolgenden orientierten sich sowieso nach dem Herdentrieb der Lemminge, was dazu f�hrte, dass im Jahr zuvor die gesamte L�uferschar angehalten wurde, um sie wieder auf den richtigen Weg zu bringen, da sich die ersten wohl verlaufen hatten.
Bei dieser Etappe wurden die geraden St�cke �fters durch kleine
Anstiege sowie durch
Abstiege unterbrochen. Dort fand ich auch eine
Gelegenheit zur�ckzublicken oder schon einen Blick in die nahe "Zukunft" zu riskieren.
Nach dem zweiten Kontrollpunkt (km 22) trafen wir dann in das
Dorf Jdaid ein, das mir aus zwei Gr�nden in Erinnerung bleiben sollte: Im Dorf war ein Tisch mit k�hl aussehenden Getr�nken wie Coca-Cola, Fanta und �hnlichem aufgebaut. Froh, kein Geld zu besitzen, trabte ich tapfer an den gr�ssenden Einheimischen vorbei. Eric erz�hlte mir, dass er L�ufer getroffen hatte, die sich ohne R�cksicht auf eventuelle Sanktionen dort versorgt hatten.
Erst sp�ter erfuhr ich von Petra und Holger, dass Guido kurz nach mir kommend, hier einen Hitzeschlag erlitten hat. Zum Gl�ck war er in der N�he von Betreuern, als es ihm nicht gut ging. Mit rasendem Puls und 41,5 Temperatur haben ihn die �rzte dann aus dem Rennen genommen. Als Guido merkte, dass man ihm seinen Rucksack und Startnummer abnehmen wollte, wendete er im Unterbewusstsein seine "starken" Judokenntnisse an. Jedenfalls konnte er sich an diese Aktionen und an die folgenden Stunden nicht mehr erinnern.
Kurz hinter dem Dorf kam ich mit einem Neuseel�nder aus S�dafrika ins Gespr�ch, der dann das folgende
Foto aufnahm.
Als wir das Dorf hinter uns gelassen hatten, liefen wir auf einen weiteren Pass zu, der �ber einen sehr
schr�gen Anstieg �ber eine D�ne erklommen werden musste. Hier sp�rte ich meine Muskeln besonders. Schon den ganzen Tag wusste ich nicht, ob meine Beschwerden in den Beinen die Folge der Kr�mpfe oder die Anzeichen f�r neue Kr�mpfe waren. So verunsichert, blieb ich bei meinem langsame Tempo und sah zu, die letzten km gut durchzustehen.
Die n�chsten festen und
kurvigen Wege lief ich bis zum
3.Kontrollpunkt (km 34) und beschloss die letzten 4km ruhig ins Ziel zu gehen. Erst als mich Petra ca. 2km vor dem Ziel einholte und mir die �ble Nachricht von Guido �berbrachte, kam ich aus meinen Trott heraus. Als Petra mich f�r den letzten km zum leichten Laufen aufforderte, war ich mir nach einigen Metern sicher, dass meine Beine durchhalten w�rden und ich locker ins Ziel traben konnte.
Das
Abendessen bestand aus einer doppelten Portion Nudeln, um gut ger�stet in den n�chsten Tag gehen zu k�nnen.
Bei der Durchsicht der F�sse stellte ich einige Blasen fest, die mich jedoch nicht weiter st�ren w�rden, nachdem ich sie nach den Anweisungen von Eberhard behandelt hatte. Dabei sticht man die Blase auf, dr�ckt das Wasser heraus und f�llt ein Desinfektionsmittel unter die Haut ein. Das schmerzt kurz, aber gut und bildet dann ziemlich schnell eine neue Haut, so dass keine Infektion entstehen kann. Wenn das Desinfektionsmittel getrocknet ist, kann man den ganzen Bereich mit einem Compeed-Pflaster abdecken und mit einem Hansaplast-Tape richtig befestigen.
INbesserer Stimmung als am Vortag begab ich mich dann mit der Vorahnung, erst in zwei Tagen wieder in den Schlafsack kriechen zu k�nnen, zur Ruhe.
Tages- und Gesamtergebnisliste:
| |
|
Name |
Platz Etappe |
Platz Frauen Veteran I Veteran II |
Zeit |
v (km/h) |
Platz Gesamt |
Platz Frauen Veteran I Veteran II |
Zeit |
v (km/h) |
Petra
Eric
Rolf
Team
|
253
144
253
?
|
19
58
15
-
|
06:02:44
05:11:08
06:02:44
05:45:32
|
6,29
7,33
6,29
6,60
|
289
159
326
?
|
20
64
28
-
|
16:16:37
13:42:26
16:55:28
15:38:10
|
5,96
7,08
5,73
6,20
|