Marathon des Sables
Marokko

Eine schlaflose Nacht ---- Die Vorbereitung ---- Die Anreise ---- Der Check-In ----
1.Etappe
--- 2.Etappe --- 3.Etappe --- 4.Etappe --- 5.Etappe --- 6.Etappe --- Ende ---
Meine Ausruestung
---- Eine strenge Satzung ---- Viele Links und Hilfen

1.April 2001 - 1.Etappe 25km von Daya nach Erg Chebbi

Dieser Morgen musste kommen und es war kein Aprilscherz. Ich wachte nach einer etwas ruhigeren Nacht gegen 5:30 auf, was zum Gl�ck meiner Aufstehzeit auch in Deutschland entspricht. Zu meinem Erstaunen schlief der �brige "Zeltinhalt" noch entspannt vor sich hin, obwohl gegen 6 Uhr die Zeltabreisser vor der T�r stehen sollten.
10 Minuten lang beobachtete ich aus meinem Guckloch dieses Treiben, bevor ich mich aus meinem Schlafsack sch�lte und mich seelisch auf den kommenden Tag einstimmte. Bis zum Start waren es noch drei Stunden. Alles, was man zu hause in einer halben Stunde erledigen k�nnte, ging hier im Zeitlupentempo vor sich. Die Knochen z�hlen, die Muskeln und Sehnen strecken und die Gesichtsz�ge sortieren, das geh�rte zum ersten Teil des Standardprogramms. Bald danach folgten auch die anderen Zeltgenossen


Es folgte das Fr�hst�ck, um nicht mit gerade gef�llten Magen an den Start zu gehen. Einen halben Liter Peronin � Kakaogeschmack und eine Packung Trekkingkekse zusammen �ber 1000 kcal waren das erste selbst zusammengestellte Fr�hst�ck in der W�ste. Vom Vortage hatte ich immer soviel Wasser �brig, dass ich die neuen 1,5L, die man zwischen 7 und 8 Uhr abholen konnte, f�r die erste Etappe nicht anzubrechen brauchte.
Ganz nebenbei wurde der Schlafsack in seine H�lle gepresst. Nachdem es warm wurde, konnte die Morgengarderobe, bestehend aus ein paar Leggings und der Windjacke, gegen die "Rennkleidung" eingetauscht werden. Die Kopfbedeckung geh�rte schon automatisch dazu, da die Temperaturen um 8 Uhr bereits gut 20 Grad aufweisen konnten. Der "ehemalige" Zeltplatz war inzwischen von einem unaufger�umten Haufen halbschlafender bunter Gestalten
besiedelt.
Nach dem Z�hneputzen und dem Toilettengang wurde die restliche Ausr�stung im Rucksack verstaut. Da der Inhalt jeden Tag abnahm, konnte man auch jeden Tag eine neue Packvariante starten.

Zum ersten und letzten Mal befestigte ich die eine Startnummer auf der Vorderseite des T-Shirts, die andere am Rucksack. Letztere bereitete mir etwas gr�ssere Schwierigkeiten, da der Schlafsack w�hrend der ersten drei Etappen im Au�ennetz des Rucksackes Platz finden musste.

Die ersten Aufrufe sich zum Start zu begeben erh�hten die Anspannung zus�tzlich. Ziemlich unsicher, was mich in den kommenden Stunden erwarten w�rde, bewegte ich mich langsam auf die immer gr�sser werdende Gruppe
vor dem Starttor zu. Eine Gedr�nge war es aber nicht und jeder hatte genug Zeit sich sein Rennen mental einzuteilen. Die Teilnehmer der deutschsprachigen Gruppen verabschiedeten sich mit den besten W�nschen, besonders herzlich fielen die W�nsche innerhalb unserer Zeltes aus. Klickk... Noch ein letztes gemeinsames Foto vom Compaq-Team vor dem Start.

Diese 1.Etappe sollte man zum Einlaufen benutzen, um sich an die Randbedingungen w�hrend der n�chsten Tage zu gew�hnen, dr�hnte Patrick Baur den L�ufern mehrmals durch die aufgestellten Boxen ins Ohr. Mein Puls war schon vor dem ersten Laufschritt auf 110.
Endlich fiel dann der Startschuss - mit 10 Minuten Versp�tung. Die Masse setzte sich in Bewegung, meine Stoppuhr begann zu laufen. Da ich keine Ahnung hatte, wie ich die Hitze, und die Bodenverh�ltnisse verkraften w�rde, lief ich bei einer Herzfrequenz von 135-140 Puls was etwa 65% meiner maximalen Herzfrequenz entsprach.
Eric lief schnell an und war gleich verschwunden, w�hrend ich mich eine Weile bei Petra aufhielt. Bei diesen Verh�ltnissen muss man schnell seinen eigenen Rhythmus finden und einfach konstant durchhalten. So trennten sich bald unsere Wege.
Die ersten 10 Kilometer f�hrten direkt nach Osten. Steiniger und sandiger Untergrund wechselten st�ndig. Auf den sandigen Abschnitten versuchte ich m�glichst unber�hrtes Terrain zu finden, um nicht in den ausgetreten Sandfl�chen noch tiefer einzusinken.
Mein Laufstil passte sich schnell den Gegebenheiten an. Ich verk�rzte die Schrittl�nge und versuchte m�glichst mit dem ganzen Fuss aufzusetzen und, um die Aufprallkraft zu verringern und den Druck gleichm�ssig auf den ganzen Fuss zu verteilen. Damit konnte ich ein zu h�ufiges Einsinken in den Sand vermeiden und sparte eine Menge Kraft.
Die L�uferschar zog sich schnell auseinander und an einer kleinen Anh�he bannte ich eine L�uferschlange
auf die Filmrolle. Noch vor der zweiten Trinkversorgung f�hrte der Weg durch ein altes sandiges Flussbett in die Ortschaft Tisserdimine . Diese sandige Oberfl�chen geh�rten f�r mich zu den anstrengendsten in den n�chsten Tagen. Da ich bisher fast durchgelaufen war, beschr�nkte ich mich jetzt vorwiegend auf ein schnelleres Gehen um diese Gangart f�r die n�chsten Tage ein wenig zu �ben.

So konnte ich die anderen L�ufer und die Umgebung gut beobachten. Gleichzeitig suchte ich mir meine eigenen Wege durch die erste D�nenlandschaft
bei diesem MdS. Lustigerweise bemerkte ich, das ich damit auch andere, nachfolgende L�ufer ganz automatisch auf meine F�hrte lockte.

Wenn dann pl�tzlich in der Landschaft Fotografen und TV-Teams sichtbar wurden, konnte man damit rechnen, dass entweder eine Verpflegungsstation nicht weit entfernt oder das Ziel in greifbarer N�he auftauchen w�rde. Das Zieltor
zum ersten Mal zu sehen l�ste bei dieser sowie bei allen folgenden Etappen jedesmal ein Gef�hl der Erleichterung aus.
Kurz hinter dem Ziel nahm man die Wasservorr�te
f�r den restlichen Tag in Empfang.
Unser Zelt
mit der Nummer 71 war Dank des sehr schnellen Eberhards, der seine Deutschlandfahne mit dem Niedersachsenpferd gleich nach seiner Zielankunft am Zelt hisste, f�r uns langsam Nachfolgenden immer problemlos zu erkennen und verk�rzte den Weg zur Liegest�tte entscheidend.

Am Abend bestaunte ich mit Alex und Thorsten die Ausl�ufer der Sandberge
der n�chsten Etappe, ohne das ich wirklich wusste, was der Tag bringen w�rde.

Tages- und Gesamtergebnisliste:

Name

Platz
Etappe

Platz
Frauen
Veteran I
Veteran II

Zeit

v (km/h)

Platz
Gesamt

Platz
Frauen
Veteran I
Veteran II

Zeit

v (km/h)


Petra
Eric
Rolf
Team

347
176
278
?

23
69
24
-

04:01:34
03:14:48
03:43:09
03:39:50

6,21
7,70
6,72
6,84

347
176
278
?

23
69
24
-

04:01:34
03:14:48
03:43:09
03:39:50

6,21
7,70
6,72
6,84
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