Marathon des Sables
Marokko

Eine schlaflose Nacht ---- Die Vorbereitung ---- Die Anreise ---- Der Check-In ----
1.Etappe
--- 2.Etappe --- 3.Etappe --- 4.Etappe --- 5.Etappe --- 6.Etappe --- Ende ---
Meine Ausruestung
---- Eine strenge Satzung ---- Viele Links und Hilfen

Der Check-In

Nach dem Ritt auf dem Lastwagen folgte die Sammlung der deutschsprachigen Gruppe auf dem Zeltplatz, wo Anke die Zeltnummern 67 bis 72 f�r uns bekanntgab. Ich trottete Eric hinterher, der unser Team im Zelt 71 mit einigen, mir bis dahin noch unbekannten Teilnehmern untergebracht hatte. Beim Einr�umen von Rucksack und Koffer in das 8-Mann-Zelt lernte ich schnell die 5 �brigen Weggef�hrten ( Alfred
, Holger , Eberhard , Guido und Alex ) der n�chsten 7 Tage kennen.

Jeder von uns hatte ca. 70cm in der Breite platz. Die Rucks�cke wurden grunds�tzlich in Windrichtung gestellt, so dass unsere K�pfe beim Schlafen dahinter verborgen waren.
Wir hatten jetzt noch alle bis zum n�chsten Mittag Zeit unseren Rucksack von �berfl�ssigen Dingen zu befreien oder zus�tzliche Mitbringsel noch dazu zu packen.
Ich hatte zwei paar Trailschuhe mitgenommen und mich nach einigen Schritten vor Ort schnell f�r die schwereren Trailschuhe Brahma von Adidas entschieden. Sie wogen zwar gut 1kg, boten aber mit den festen Stollen ausgezeichneten Schutz gegen Steine und hatten trotz der Torsionselemente eine absolut stabile F�hrung in Hinblick auf Abrutschen und Umknicken.
Schneller als gewohnt verschwand die Sonne um 19 Uhr hinter dem sandigen Horizont und wir in Richtung der abendliche Essensausgabe. Der aufkommende Wind trieb uns in ein geschlossenes Zelt, wo wir sitzend an einem runden Tisch das bereitgestellte Dinner in geselliger Runde verspeisten.

Dem angebotenen Rotwein wurde zu meinem Erstaunen reichlich von meinen Sportkollegen zugesprochen. Meine Stirn- und Nebenh�hlen sorgten bereits f�r einen anst�ndigen Druck im Kopfe, so dass ich meinen Anteil grossz�gig unter den anderen aufteilen konnte. Unser Tisch mit Torsten Kunath, der unter den ersten 10 einlaufen wollte, Guido und Herbert (die Th�ringer Troika) sowie das gesamte Compaq-Team waren bei den letzten, die kurz vor 21 Uhr die Schlafzelte erreichten.
Ganz erstaunt stellten wir fest, dass sich die �brigen Zeltbewohner schon in ihre Schlafs�cke verkrochen hatten und die Sterne von innen beschauten. Obwohl ich Schlafsack und Luftmatratze zu hause ausprobiert hatte, dauerte es eine Weile, bis ich mich jetzt im Dunkeln darin zurechtfand.
Dann begann der erwartete Alptraum � ich konnte nicht einschlafen. Das letzte Mal hatte ich vor 19 Jahren auf einer Fahrradtour mit Guna in Skandinavien im Zelt mit Schlafsack und Luftmatratze �bernachtet. Jetzt war der Schlafsack so eng, dass ich mich immer mit dem Schlafsack drehen musste, Beine anziehen ging nur paarweise, auf dem R�cken schlafen war ich sowieso nicht gewohnt.
Obendrein weckte mich Eric jedesmal, wenn ich selbst gerade den Eindruck hatte mal zu schlafen, weil ihn mein Schnarchen, verursacht durch die verstopften Stirn- und Nebenh�hle, erheblich st�rten.
Sonst war der Schlafsack wirklich klasse. Trotz des k�hlen Nachtwindes, dem ich nur meine Nase aussetzte, um frische Luft zu bekommen, konnte ich mich der H�lfte meiner Schlafkleidung entledigen und diese wie die folgenden N�chte in T-Shirt und kurzer Hose verbringen. Damit sparte ich volle 300 Gramm Kleidung im Rucksack.

31.M�rz 2001 Trotzdem war ich denn heilfroh, als gegen 6 Uhr die Sonne allm�hlich ihre Strahlen auf den Zeltplatz lenkte. Morgens war es noch verdammt schattig und meine leichte Windjacke war ideal zum Schutz gegen die Restk�hle der Nacht.

Toiletten ?!?! Es gab drei Dixi-H�uschen f�r 612 Teilnehmer. Eberhard war als Erstbenutzer richtig angetan von diesem Komfort, der zum ersten Mal zur Verf�gung stand. Dieser Komfort wurde allerdings nur anf�nglich intensiv genutzt, danach sah man die L�ufer im weiten Rund der D�nen und Str�ucher verschwinden.
Ich nutze den Toilettengang jeden Morgen f�r einen ausgedehnten Spaziergang. Auf diese Weise konnte ich immer ein ruhiges, ungest�rtes �rtchen finden, meine Beine auf die kommenden Stunden einstimmen und den Kreislauf ganz langsam an die schnell steigenden Temperaturen gew�hnen.
Das Fr�hst�ck erwartete uns um 8 Uhr.
Zur �berpr�fung unserer Ausr�stung mussten wir noch entsprechende Listen anfertigen, anhand derer unsere Ausr�stung w�hrend des Rennens �berpr�ft werden konnte, was nicht einmal bei uns geschah. Dabei mussten wir die eigenen Essenrationen in einer separaten Plastikt�te verpacken.

Kurz nach dem Mittagessen gegen 13:30 waren wir mit der �berpr�fung an der Reihe. In der einen Hand hatte ich meinen Koffer mit den Dingen, die f�r eine Woche in der Abstellkammer verschwinden sollte und in der anderen Hand den Rucksack mit Bauchtasche, die jetzt alle Gegenst�nde f�r die n�chsten 7 Tage enthielten.
Als erstes bekamen wir unsere Startnummern sowie eine Getr�nke- und eine Medikamentenkarte ausgeh�ndigt. Danach wurden der Rucksack und die Plastikt�te mit dem Essen gewogen. Da hatte doch ein US Teilnehmer tats�chlich mehr als 15kg gepackt, kassierte gleich eine Strafzeit und seine Essensration wurde um paar Pfund gek�rzt.
Das Gesamtgewicht betrug bei mir ca. 11kg. Die vorgeschriebene Standardausr�stung (siehe Ausr�stungsliste) wurde im Detail gepr�ft, dazu durfte man noch eine Notrakete, Aludecke und Salztabletten in Empfang nehmen. Die anschliessende �berpr�fung des eigenen Lebendgewichtes und des mitgebrachten EKGs beendete das Einchecken.
Beschr�nkt auf die Sch�tze meines Rucksackes, f�hlte ich mich richtig befreit und hatte jetzt das Gef�hl endlich den �berblick f�r die n�chsten Tage zu gewinnen.
Um 17Uhr fand eine Einweisung/Briefing durch Patrick Baur den Veranstalter, auf franz�sisch statt. Franz�sich muss eine sehr komplizierte Sprache sein, da die �bersetzerin in das Englische jeweils nur ein Viertel der Zeit f�r die Erkl�rungen ben�tigte. Neues habe ich dabei nicht erfahren, da dieses Briefing eine Zusammenfassung des Reglements beinhaltete. Bevor die Sonne endg�ltig verschwand, haben wir unser Team
mit nachdenklichen Gesichtsz�gen fotografisch festgehalten.
Das vom Veranstalter angebotetene Abendessen um 20 Uhr beendete vorerst den gem�tlichen Teil dieser Reise. Dieses mal war ich rechtzeitig im Zelt und verkroch mich in meinen Schlafsack - in der Hoffnung besser durch die Nacht zu kommen.

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