Marathon des Sables
Marokko

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2.April 2001 - 2. Etappe 34km von Erg Chebbi nach Erg Znaigui

Was machst Du, wenn du in der W�ste auf eine Schlange triffst? - Du stellst Dich nat�rlich hinten an.

Eine Aspirin Tablette von Holger hatte meinen Druck in der Stirnh�hle fast verschwinden lassen, so dass ich frohgemut und wie �blich als erster in den morgendlichen Trott fallen konnte.

Etwas fr�her als �blich wollte man die Horden
in die 2.Etappe schicken, da diese Etappe als schwierigste angek�ndigt worden war. Sie f�hrte n�mlich durch etwa 15km Sandd�nen in zwei Abschnitten. Nach 2km fast festen Untergrundes war der Einstieg in die D�nen erreicht! Dort begannen sich die L�uferscharen auf viele kleinere Schlangen zu verteilen. Jeder versuchte noch etwas unber�hte D�nen unter seine Schuhe zu bekommen, um das Einsinken zu verhindern.

Die Hitze in den Sandd�nen schien sich zu verdoppeln, da die Sonnenstrahlen nun vom Boden und von den H�ngen der D�nen reflektiert wurden und man sich als Brennpunkt einer Linse f�hlte. Die Luft wurde dementsprechend trocken und mein Mund war in st�ndigem Kontakt mit den Wasservorr�ten. Um den K�rper ein wenig abzuk�hlen benetzte ich die Pulsadern und die Seitenschl�fen. Allerdings war der K�hlungseffekt immer nur von kurzer Dauer.

Aufgrund der Erfahrungen des letzten Jahres, als fast 80 L�ufer wegen Wassermangel w�hrend der D�nenetappe aus dem Rennen genommen worden waren, erreichten wir bereits nach 6,5km eine Zwischenstation
, an der ein halber Liter Wasser pro L�ufer abgegeben wurde. Dieses Wasser war per Hubschrauber eingeflogen worden, da Fahrzeuge keinen Zugang dorthin hatten. Als ich dort nach fast 70min eintraf, war bereits eine Schlange vor mir, so dass ich die 7min Pause gerne �ber mich ergehen liess.

Leider habe ich das Fotografieren auf dieser D�nenetappe
fast vergessen. Ich wollte wohl nur vorw�rts kommen. Besonders nach dem auf einem H�gel 50m rechts von mir die ersten Notraketen gez�ndet und mit einem Spiegel Signale gegeben wurden. Sp�ter stellte sich heraus, dass einer der Spitzenl�ufer einen Kreislaufkollaps erlitten hatte und per Hubschrauber ausgeflogen werden musste. In solchen Momenten hofft man nur, dass nur eine kurzzeitige Schw�chung den "Kollegen" aus dem Rennen geworfen hat und der Vorfall zu keinen dauerhaften Sch�den f�hrt.
Wie schmal der Grad zwischen ankommen und aufgeben ist, sollte ich an diesem Tage noch selber erfahren d�rfen.

Kurz vor Ende des ersten Teils der D�nen traf ich auf Rainer, meinen Zimmergenossen, und Wolfgang aus Bonn, der dieses Bild
von mir machte.
Bei 16,5km war dieser Teil zu Ende und eine Wasserstation erwartete die ausged�rrten L�ufer. Dort leerte ich den Sand aus meinen Schuhen und wunderte mich �ber meine steifen Muskeln beim Aufstehen.
W�hrend der Etappen, hatte ich mir angew�hnt etwa alle 50-70min eine PowerGel-T�te zu nehmen und den Inhalt mit viel Wasser im Magen zu vermischen. Beim Verspeisen dieser Zwischenmahlzeit durchquerte ich gehend ein sehr unebenes Flussbett, um dann anschliessend in einen gem�ssigten Trott auf einer gr�beren Schotterstrecke
, zu fallen. Man konnte auf diesem sehr eint�nigen Abschnitt fast bis zum 3.Kontrollpunkt (km 25) sehen.
Als ich gerade den 3.Kontrollpunkt im Auge, schnell einen kleinen Wall hinunter rennen wollte, trafen mich Muskelkr�mpfe in beiden Waden. Froh, dass ich nicht gleich zu Boden gefallen bin, versuchte ich irgendwie die Kr�mpfe "auszusitzen". An einem vorbeikommenden L�ufer, der mir seine Hilfe an bot, konnte ich mich so abst�tzen, dass ich die Wadenkr�mpfe durch Dehnen los wurde.
Vorsichtig und teilweise r�ckw�rts gehend, weil ich damit andere Muskeln belastete, bewegte ich mich schleichend weiter. Holger, der auf mich auflief, riet mir meine Magnesium-Tabletten zu nehmen und mich am Kontrollpunkt auszuruhen, was ich ungef�hr 10 Minuten lang machte. Petra �berholte mich dort ebenfalls.
Danach setzte ich mich mehr oder weniger in Bewegung und achtete auf jede Zuckung meiner Muskeln, um fr�hzeitig einem Krampf vorbeugen zu k�nnen.

Kurz nach km 30 kam der zweite D�nenabschnitt dieser Etappe. Inzwischen stapfte ich einer Gruppe von Amerikanern hinterher, um nicht g�nzlich "einzuschlafen". Doch selbst dieses Tempo war f�r meine Muskeln anscheinend zu hoch. Etwa einen km vor dem Ziel
, erwischten mich die Kr�mpfe noch st�rker. Dieses Mal waren auch die Oberschenkel betroffen, so dass ich auf dem Hang einer Sandd�ne gezwungenerma�en Platz nahm.

Alle L�ufer, die vorbeikamen, erkundigten sich nach meinem Wohlbefinden, w�nschten mir "Good luck" und munterten mich auf, dass es nicht mehr weit sei. F�r mich schien dieser km soweit wie der Horizont entfernt zu sein. Ehrlich gesagt wusste ich �berhaupt nicht, wie ich die Kr�mpfe loswerden sollte, wie ich nur noch einen Schritt gehen sollte.

Drei Dinge haben mich in dieser Situation gerettet:
Die erste eMail, die mich am Vorabend von meiner Tochter Miriam aus Texas erreichte und in der sie auf ihren Vater so stolz war und ihn bewunderte.
Ein franz�sischer Betreuer, der zu mir kam und sich etwa 15Minuten mit mir unterhielt und mich aufmunterte und
Die Tatsache, dass ich noch 5h Zeit hatte den letzten km zu schaffen.
Letztendlich raffte ich mich irgendwann auf und versuchte die Belastungen auf meine Beine zu vermindern, indem ich auf allen Vieren die Sandd�nen hoch krabbelte und wieder hinunter rutschte. Gleichzeitig umging ich die letzten hohen D�nen durch einen Umweg, der mich fr�her in die Ebene zum Zieleinlauf f�hrte.

So brauchte ich mit Zwangspause f�r den letzten km mehr als eine Stunde, um mir ziemlich frustriert nach �ber 7h im Zelt einen Platz zu suchen. Es dauerte etwa noch eine Stunde bis die Kr�mpfe wirklich aufh�rten und ich mich auf den Weg zu den DocTrotters, der medizinischen Betreuungstruppe, begeben konnte. Die �rztin empfahl je zwei bis drei KOchsalztabletten abends und morgens zu nehmen und gab mir noch zwei Schmerztabletten mit.

Nach einem schmackhaften Indonesischem Reiseintopf und weiteren aufmunternden eMails von Guna, meinen Arbeitskollegen und den Passtschon98-Laufkollegen verkroch ich mich fr�h in meinen Schlafsack und sah mit einem gewissen Bangen dem n�chsten Tag entgegen.

Tages- und Gesamtergebnisliste:

Name

Platz
Etappe

Platz
Frauen
Veteran I
Veteran II

Zeit

v (km/h)

Platz
Gesamt

Platz
Frauen
Veteran I
Veteran II

Zeit

v (km/h)


Petra
Eric
Rolf Team

309
167
437
?

20
64
34
-

06:12:19
05:16:30
07:09:35
06:12:48

5,48
6,45
4,75
5,48

317
166
379
0

22
66
32
-

10:13:53
08:31:18
10:52:44
09:52:38

5,77
6,92
5,42
5,95
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