Modellstudiengang Medizin Köln – Ein Erfahrungsbericht




 
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Terminologie – Omne initium difficile est (Aller Anfang ist schwer)

Wenn wir geglaubt haben, dass man uns langsam ans erste Semester ranführen würde (man hört schließlich immer, dass Studenten bis 10 schlafen und nur hin und wieder zur Uni müssen) so wurde uns diese Illusion direkt genommen. Freitags waren unsere ersten beiden Terminologievorlesungen (für die wir in "Lateiner" und "Nicht Lateiner" und nach unseren Nachnamen sortierten Gruppen aufgeteilt wurden) Von da hatten wir 10 Tage um uns den ganzen Terminologiestoff rein zu pauken. Also nur eine Woche plus Wochenenden.( im „alten“ Studiengang ging der Kurs über ein ganzes Semester 1 Std pro Woche) Und wir reden hier von annähernd 1000 Vokabeln und einer (zugegebener Maßen rudimentären) lateinischen Grammatik.  Dazu kam, dass wir unsere Kommilitonen gerade erst kennengelernt hatten und zumindest am ersten Wochenende viel unterwegs waren. Hier schonmal ein Tipp: Geht da nicht weg!! Das könnt ihr noch nach bestandener Termi Klausur. Ihr braucht diese Zeit zum lernen! Glaubt mir! Ich hab mir da auch gedacht, dass das doch auch so zu schaffen sein muss, schließlich brauchte man ja „nur“ 50%. Aber es wurde verdammt eng. Ich habe von Montag an richtig gepaukt. Ausschließlich und nur noch gepaukt. Ich war morgens 2 Stunden vor der ersten Vorlesung an der Uni um mit Kommilitonen Vokabeln zu pauken, lernte zwischen den Vorlesungen und bis abends sowie das zweite Wochenende lang. Trotzdem hatte ich nichtmal das ganze Skript (das man sich am Anfang für 5 Euro kaufen musste) ganz durch. (Ich habe den hinteren Teil nicht mal gelesen, weil ich mich so auf die Vokabeln konzentriert habe) Die Klausur war ein ziemliches Zitterspiel für mich. Glücklicherweise habe ich aber gerade noch bestanden. Durchgefallen sind aber vor allem bei den Nicht-Lateinern eine ganze Menge. Die dürfen es jetzt Anfang des Jahres nochmal versuchen. 
Zu den Vorlesungen:
Die finden im recht gemütlichen „Institut für Geschichte und Ethik der Medizin“ statt und Professor Karenberg, der meinen Kurs unterrichtete, hat das auch wirklich toll gemacht. Wenn ihr was falsch macht, nimmt er das überhaupt nicht übel, versucht aber ziemlich verbissen euch doch noch zur richtigen Lösung zu führen.
Es werden ein paar Dias gezeigt und ein bisschen die Geschichte der Medizin angerissen, was auch ziemlich interessant ist. Bei dem Kurs besteht anwesenheitspflicht (max. 2 Fehlstunden!) aber ihr solltet ohnehin hingehen, einfach, weil ihr da den ein oder anderen Tipp für die Klausur bekommt. Die Klausur bestand ,bei uns jedenfalls, aus 25 Fragen bei denen man max. 60 Punkte holen konnte. In 45 Minuten. Haltet euch also ran. Die Zeit geht verdammt schnell um. 
Nebenbei: Wir müssen immer nach jedem Kurs einen „Evaluationsbogen“ ausfüllen und anonym sagen was uns gefiel und was nicht. Viele haben da angemerkt, dass es gut wäre wenn der Kurs zumindest eine Woche länger wäre. Vielleicht habt ihr ja Glück und er wird 2 Wochen sein. Das bedeutet zwar, dass ihr 2 Wochen lang total in Latein aufgehen müsst (und die Zeit, euch zu liebe, auch nutzen solltet!!) aber vielleicht fallen dann weniger durch!
Ich hätte übrigens vorher nicht gedacht, dass es einem etwas bringt, Latein in der Schule gehabt zu haben, schließlich lernen da die wenigsten so tolle Wörter wie „Essiggefäß“ oder „Rollhügel“ und ich war in Latein sowieso nicht begabt, aber es sind doch mehr in den Nicht-Lateiner Kursen durchgefallen. Also nochmal, speziell für die: Lernt!

Ansonsten, denkt daran:  Scientia potentia est                     Wissen ist Macht
                                      Semper aliquid haeret                   Es bleibt immer etwas hängen
Und vor allem:                Perfer et obdura!!!!                      Halte durch und sei hart!!!

PS: Wer schon vor Studienbeginn das Skript erwerben möchte, kann das am "Institut für Geschichte und Ethik der Medizin" der Uni Köln zum normalen Skriptpreis bekommen.
Allerdings hat man mir dort auch gesagt, dass sie ab dem nächsten Semester die Skripte schon während der Orientierungseinheit verkaufen werden, damit die neuen Erstis ein bisschen mehr Zeit zum lernen haben. Ob ihr euch also schon vorher den Weg dahin macht, ist eure Entscheidung.
Schlecht sieht es allerdings mit einer Verlängerung der Vorlesungszeit für Termi aus. Ihr werdet wohl auch nur etwas mehr als 1 Woche lang Vorlesungen haben. So schlecht sah es in diesem Semester allerdings wohl auch gar nicht aus. Nach Angaben des Instituts haben im WS2003/04 80% bestanden. In den Jahren davor waren es wohl ca.90%. 
Bei den "Lateinern" ist die Bestanden-Rate anscheinend sogar gestiegen. 

 


 
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