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Progressionstest – oder,
wie kreuze ich 180 mal „Weiß nicht“ an?
Zunächst über den Progressionstest: Ihr bekommt 200 medizinische
Fragen die ihr als multiple Choice beantworten sollt. Der Clue ist: Jedes
Semester bekommt die selben Fragen. Also wir Erstis ( die, wie ich noch
mal betonen möchte, noch bei keiner einzigen Vorlesung waren) bekommen
dieselben Fragen wie 6 Semester oder so.
Ziel des Progressionstests (den man jedes Semester schreiben muss)
ist es, dem Studenten zu zeigen, dass er (hoffentlich) jedes Semester ein
paar Fragen mehr beantworten kann, sein Score also hochgeht. Sollte das
nicht der Fall sein, würde man das frühzeitig erkennen können
um dagegenzusteuern.
Und ja, es besteht Anwesenheitspflicht. Und, wahey, eine „Weiß
nicht“ Option. Die wurde uns auch ans Herz gelegt, denn mit jeder falschen
Antwort bekommt man einen Minuspunkt. Es war also auch möglich als
Endscore –200 zu haben, wenn man ein besonders schlechter Rater war. Aber
zur Beruhigung: Der Test zählt für nichts. Ihr könnt also
nicht, weil ihr einen schlechten Progressionstest geschrieben habt durchfallen
oder so. Es ist für den einzelnen Studenten zur Eigenkontrolle.
Für eine „Eigenkontrolle“ gab es allerdings strenge Fremdkontrollen,
so musste zwischen 2 Studenten immer ein Platz frei bleiben und die Aufsichten
kontrollierten, dass keine Gruppenarbeit entstand. (Das sind strengere
Aufsichtsmethoden, als ich es bei den meisten Kompetenzfeldklausuren erlebt
habe!)
Als ich den Fragenkatalog bekam dachte ich zunächst wirklich,
die wollten uns wieder verarschen. Ich würde jetzt gerne mal so eine
Frage als Beispiel aufschreiben, um euch zu zeigen, wie die so aussehen,
aber das kann ich nicht. Ganz einfach, weil ich die meisten Fragen nicht
einmal verstanden habe! Im Prinzip war das so: Ihr Patient hat die und
die Syptome, die und die Vorgeschichte, und diese Befunde. A) was hat er
B) was verschreiben sie? Und meistens waren die ersten drei Wörter
schon Fachwörter. Heiß ich Pschyrembel?
Die ersten Fragen habe ich noch ganz gewissenhaft durchgelesen und
dachte vielleicht könnt ich ja irgendwas ableiten. Aber als ich schon
bei den ersten 20 Fragen „Weiß nicht“ ankreuzen musste, wagte ich
mal einen Blick auf das Blatt meiner linken Nachbarin. Ich dachte ich spinne,
als sie fröhlich Antworten ankreuzte. Richtige Antworten, nicht nur
„weiß nichts“. Schnell guckte ich auch mal zur rechten und siehe
da, nur „weiß nichts“. Ganz so eine Ausnahme war ich dann doch nicht!
Ich habe gut 180 mal „weiß nicht“ angekreuzt. 19 mal konnte ich
eine oder mehrere Antworten ausschließen und habe unter den verbleibenden
getippt und einmal wusste ich die Antwort auch. Auf die Frage „In welchem
Bereich liegt der durchschnittliche IQ?“ a) 65-80 b)80-120 c) 120-130 d)weiß
nicht.
Die, bei denen ich raten konnte waren sowas wie „Wenn jemand eine Agoraphobie
hat, hat er Angst vor...“
Macht euch bei dem Test also nicht wild. Hier gibt es kein „bestanden“
oder „durchgefallen“. Kreuzt so oft ihr wollt „Weiß nicht“ an. Im
Durchschnitt hatten wir Erstis von 200 Fragen nämlich nur 1,1 Frage
richtig!!
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