Modellstudiengang Medizin Köln - Ein Erfahrungsbericht
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Biochemie
Biochemie gehörte die meiste Zeit ganz eindeutig nicht zu meinen Lieblingsfächern, was zum großen Teil einfach am Namen "BioCHEMIE" lag. Zu eindrücklich hatte ich noch die Chemie Klausur in Erinnerung, die ich gerade so mit hängen und würgen bestanden hatte. Fairer Weise muss ich jetzt allerdings eingestehen, dass das Fach, nach intensivem studieren, schon seine Reize hat und richtig interessant sein kann. Und am wichtigsten von allem: Es hat seine Daseins-berechtigung. Es wird euch sehr schwer fallen die Physiologischen Zusammenhänge im Körper ohne Biochemie zu verstehen. Und wenn ihr Physiologie nicht versteht, wird euch ganz einfach die Grundlage zum verstehen von Krankheiten fehlen! Die Stoffmenge ist, mal wieder, sehr umfassend und wird euch auf dem ersten Blick geradezu unüberwindbar erscheinen. Ihr müsst euch dann immer wieder sagen, dass es ja auch die anderen schaffen, und ihr seid auf keinen Fall dümmer als die anderen! Auch wenn es euch manchmal so scheint, als wüssten die anderen immer alles und ihr habt noch keinen Peil, lasst euch eins gesagt sein: Vieles ist im Medizin-Studium wie im richtigen Leben nur Show. Die die immer am lautesten erklären den Durchblick zu haben und euch mit schlau- auswendig gelernten Formeln verunsichern wissen häufig auch nicht das, was relevant ist und versuchen nur ihre eigenen Unsicherheiten zu verstecken! Ok, genug psudo-psychologie an dieser Stelle. Schließlich geht es hier um Biochemie. Ihr werdet nicht umher kommen ein wenig euer chemisches Wissen wieder hervor zu kramen, allerdings müsst ihr bei weitem nicht mehr soviel Chemie wiederholen wie ihr es für den Kurs gebraucht habt. Meist ist in den Biochemie Büchern auch ein "Chemie-Repetitoriums-Kapitel" enthalten. Das würde ich mir sehr gut angucken, denn diese Grundlagen sind essentiell! Ansonsten besteht der Kurs aus einer Vorlesung, einem Praktikum und dem biochemischen Rechnen. Die Vorlesung war bei uns eher spärlich besucht, was wahrscheinlich am frühen Unterrichtsbeginn lag (Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass auch ich des öfteren nicht mein warmes Bett verlassen konnte). Bei der Fachschaft, oder einschlägig bekannten Copy Shops, könnt ihr euch ein Vorlesungsskript besorgen (wobei ich euch eher das Fachschaftsskript empfehlen würde, da es ,wenn auch etwas teurer, zumindest vollständig war) Damit ihr bei der Vorlesung allerdings nicht heillos den Faden verliert würde ich euch raten euch schon vor der Vorlesung einen Überblick über das aktuelle Thema in einem Lehrbuch zu verschaffen. Damit gebt ihr euch die Chance die Sachen, die ihr nicht verstanden habt den Prof zu fragen. Das Praktikum ist so eine Sache für sich.... Es ist sehr zeitaufwendig, da ihr auch über jeden Praktikumstag einen sehr ausführlichen Bericht schreiben müsst, der von den Assistenten für gut befunden werden muss und teilweise zweifelt man bei einzelnen Versuchen auch an der Relevanz für unser Studium. Auf Nachfrage warum wir so etwas machen müssen bekamen wir als Antwort, dass es ja nicht schlecht für uns sei mal zu sehen, wie Methode xy funktioniert. Das ist wohl war. Schlecht ist es für mich allerdings auch nicht bei "Galileo" zu sehen wie eine Raumfähre funktioniert... das heisst noch lange nicht, dass es für mein Studium relevant ist! Aber ganz egal wie ihr das Praktikum für euch selbst bewertet: Ihr müsst da durch. Die Anwesenheit wird mit Hilfe eines Heftchens kontrolliert, für das jeder Student tatsächlich ein Passfoto abgeben muss. Also kommt gar nicht erst auf die Idee eure Tante, die Biochemie Professorin ist, an eurer Stelle zu schicken *Vorsicht: Ironie* Meist teilt sich der Praktikumstag dann in ein Seminar (das hin und wieder mit einem kurzes Antestat, welches eure Vorbereitung überprüft, beginnt)und einen praktischen Teil. Ich würde euch raten am Abend vor dem Praktikum den jeweiligen Abschnitt in eurem Praktikumsheft schon einmal zu lesen. Für den praktischen Teil ist hin und wieder etwas Verständnis für die Dinge die man da tut von nöten, meist reicht es allerdings auch sich akribisch an die Versuchsanleitung zu halten. Die einzelnen Versuche werden in 2er Gruppen durchgeführt, die auch gemeinsam ihre Praktikumsprotokolle erstellen können. Wenn ihr also wirklich keinen Peil von Biochemie habt haltet euch an jemanden, der euch das ein oder andere noch erklären kann. Das biochemische Rechnen möchte ich euch auch noch ans Herz legen. Dort werden schon einige Klausuraufgaben mit anderen Werten vorgerechnet. Schickt also zumindest jemanden zum mitschreiben hin. Allerdings werdet ihr die Aufgaben besser verstehen, wenn ihr euch da selbst durchquält! Um den Kurs abzuschließen müsst ihr noch in 2er Gruppen ein Referat über ein biochemisches Thema halten, zu dem ihr auch bei einigen Prüfern ein wenig befragt werdet. Macht euch aber keine Panik: Es ist halb so schlimm. Versucht ein wenig über euer Thema zu recherchieren, fragt notfalls einen Assistenten oder Prof. Paulson wenn ihr etwas partout nicht versteht und geht ganz relaxt da rein. Meines Wissens nach ist da noch niemand durchgefallen. So, zu allerletzt noch ein paar Worte zur Physikumsklausur. Zuerst das wichtigste: Sie war fair! (zumindest bei mir!) Ihr müsst aber gaaaaaaaaaaanz unbedingt mit Altklausuren lernen!!!!(deutlich genug?!) Da kann man einige Schwerpunkte herausfinden. Ich würde euch dabei raten euch zu jeder Frage selber die Antwort aus den Büchern zu suchen und aufzuschreiben. So lernt ihr die Sachen auch direkt und viel besser als wenn ihr nur die Antworten, die irgendein schlauer Kopf zusammengeschrieben hat, lest! Ihr habt in Biochemie wirklich die Chance wesentliche Zusammenhänge der Medizin besser zu verstehen. Ich will jetzt nicht altklug klingen, aber ihr solltet euch wirklich etwas Zeit für Biochemie nehmen. Das wird sich auf jeden Fall, auch im späteren klinischen Abschnitt, auszahlen! Letzter Tipp: Mir hat es sehr geholfen die wichtigsten reaktionsschemate kompakt (Ein Blatt pro Thema) aufzumalen. Das macht es übersichtlicher zum lernen. Also die Glukoneogenese, den Citratcyklus, Fettstoffwechsel etc... Viele Bücher bieten solche Übersichten auch als Poster an. Nicht unbedingt ein hübscher Wandbehang...aber hilfreich! |