Modellstudiengang Medizin Köln – Ein Erfahrungsbericht




 
Vorklinik
Orientierungseinheit
Einführungsveranstaltungen
Erstifahrt
Progressionstest
Kompetenzfelder
KIK
StudiPat
Biologie
Wahlblöcke
Krankenpflegepraktikum
Projekt

1.Semester
Terminologie
Physik
Chemie
Chemiepraktikum

2.Semester
Neuroanatomie
Histologie

3.Semester
Biochemie
Anatomie

4.Semester
Physiologie
Psych/Soz

Allgemeines
Bücher
Nebenjobs

Gästebuch
FAQ 
Links
Home

KISS 
formerly known as KIK

Eine Halbneuerung. KiSS, d.h. Kölner-Interprofessionelles-SkillS-Lab (früher:Kölner-Interprofessionelles-Kompetenzzentrum-für-patientennahe-Fertigkeiten    *wieder-luft-hol*)
Im ersten Semester mit dem hübschen Untertitel „Biopsychosoziale Medizin“.
Das gab es wohl auch (jedenfalls an der Uni Köln, sonst weiss ich nicht) im „alten“ Studiengang, allerdings da wohl noch als freiwilliges Tutorium. Jetzt ist es Pflicht und wird auch geprüft. (allerdings ist es immer noch ein tutorielles Fach)
KISS soll uns „longitudinale Fertigkeiten“ beibringen, wurde uns in der Einführungsveranstaltung unter allgemeinem Augenbrauen-hochziehen erklärt.
In höheren Semestern soll man da so Sachen wie Katheter und Sonden legen, Spiegelungen, Punktionen, einfache operative Diagnostik ( EKG, Sonographien, Sehtests, Audiometer etc), Defibrilieren, gipsen, schienen und chirurgisches Nähen lernen. 
Im ersten Semester allerdings geht es mehr ums Problemorientierte lernen. In Kleingruppen von ca.15 Leuten sieht man sich da meistens Videos von Patienten-Gesprächen an und unterhält sich über Themen wie „Was ist ein guter Arzt?“ und „Wie sollte man sich mit Patienten unterhalten?“ oder darüber, wie man schwere Diagnosen mitteilt. Der Tutor ist dabei „nur“ sowas wie ein Gesprächsleiter, der das Thema vorgibt und sich dann unsere Diskussion anguckt. Eigentlich ist KISS auch sehr interessant, obwohl es sich im ersten Semester sehr auf die Psyche festlegt und man teilweise fast vergisst, dass der Patient ja tatsächlich etwas ernstes haben könnte und nicht nur so seine schwere Kindheit verarbeitet.
Besonders lustig wird es, wenn Schauspielpatienten kommen. Da solltet ihr echt anwesend sein und nicht einen eurer zwei „Krankheitstage“ nehmen. Dann kommen Schauspieler mit Lebenslauf und Krankheitsgeschichte bewaffnet in den Kurs und ein oder zwei „arme Opfer“ müssen den Arzt spielen und direkt zeigen, was sie über Gesprächsführung gelernt haben. 
So musste ich meiner „Patientin“ abgewinnen, dass sie eine schwere Kindheit hatte, die Freunde ihrer Mutter sie geschlagen haben, sie mit 16 von zu hause ausgerissen ist und dann im betreuten Wohnen ihren Mann kennenlernte, einen drogenabhängigen Fernfahrer. 
Es hat schon Spass gemacht und war auch eine ganz gute Übung, denn so ein Schauspielgespräch wird im 4.Semester auch eine echte Prüfung sein, aber es war schwerer als gedacht. Und es macht es auch nicht einfacher, dass dir 15 Leute über die Schulter schauen.
Trotzdem! Geht hin und macht wenn möglich mit!
Einmal während des Kurses werdet ihr auch ein Referat halten müssen. Über Herzinfarkt oder Schlaganfall oder so. Wenn ihr Glück habt und euer Tutor nett ist, wird er euch sogar Material dazu geben. Macht euch aber keinen Kopf, auch die, die Referate schon immer gehasst haben und keine Redewunder sind. Es wird eigentlich nicht bewertet. Ihr müsst halt nur mal eins gemacht haben.

Geprüft wird KISS in der Gruppe vom Tutor. Ihr müsst eine kleine Klausur schreiben. Vor der braucht ihr aber gar keine Angst haben. Mit ein klein wenig Einsatz ist die locker zu schaffen.


 
Hosted by www.Geocities.ws

1