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KISS
formerly known as KIK
Eine Halbneuerung. KiSS, d.h. Kölner-Interprofessionelles-SkillS-Lab (früher:Kölner-Interprofessionelles-Kompetenzzentrum-für-patientennahe-Fertigkeiten
*wieder-luft-hol*)
Im ersten Semester mit dem hübschen Untertitel „Biopsychosoziale
Medizin“.
Das gab es wohl auch (jedenfalls an der Uni Köln, sonst weiss
ich nicht) im „alten“ Studiengang, allerdings da wohl noch als freiwilliges
Tutorium. Jetzt ist es Pflicht und wird auch geprüft. (allerdings
ist es immer noch ein tutorielles Fach)
KISS soll uns „longitudinale Fertigkeiten“ beibringen, wurde uns in
der Einführungsveranstaltung unter allgemeinem Augenbrauen-hochziehen
erklärt.
In höheren Semestern soll man da so Sachen wie Katheter und Sonden
legen, Spiegelungen, Punktionen, einfache operative Diagnostik ( EKG, Sonographien,
Sehtests, Audiometer etc), Defibrilieren, gipsen, schienen und chirurgisches
Nähen lernen.
Im ersten Semester allerdings geht es mehr ums Problemorientierte
lernen. In Kleingruppen von ca.15 Leuten sieht man sich da meistens Videos
von Patienten-Gesprächen an und unterhält sich über Themen
wie „Was ist ein guter Arzt?“ und „Wie sollte man sich mit Patienten unterhalten?“
oder darüber, wie man schwere Diagnosen mitteilt. Der Tutor ist dabei
„nur“ sowas wie ein Gesprächsleiter, der das Thema vorgibt und sich
dann unsere Diskussion anguckt. Eigentlich ist KISS auch sehr interessant,
obwohl es sich im ersten Semester sehr auf die Psyche festlegt und man
teilweise fast vergisst, dass der Patient ja tatsächlich etwas ernstes
haben könnte und nicht nur so seine schwere Kindheit verarbeitet.
Besonders lustig wird es, wenn Schauspielpatienten kommen. Da solltet
ihr echt anwesend sein und nicht einen eurer zwei „Krankheitstage“ nehmen.
Dann kommen Schauspieler mit Lebenslauf und Krankheitsgeschichte bewaffnet
in den Kurs und ein oder zwei „arme Opfer“ müssen den Arzt spielen
und direkt zeigen, was sie über Gesprächsführung gelernt
haben.
So musste ich meiner „Patientin“ abgewinnen, dass sie eine schwere
Kindheit hatte, die Freunde ihrer Mutter sie geschlagen haben, sie mit
16 von zu hause ausgerissen ist und dann im betreuten Wohnen ihren Mann
kennenlernte, einen drogenabhängigen Fernfahrer.
Es hat schon Spass gemacht und war auch eine ganz gute Übung,
denn so ein Schauspielgespräch wird im 4.Semester auch eine echte
Prüfung sein, aber es war schwerer als gedacht. Und es macht es auch
nicht einfacher, dass dir 15 Leute über die Schulter schauen.
Trotzdem! Geht hin und macht wenn möglich mit!
Einmal während des Kurses werdet ihr auch ein Referat halten müssen.
Über Herzinfarkt oder Schlaganfall oder so. Wenn ihr Glück habt
und euer Tutor nett ist, wird er euch sogar Material dazu geben. Macht
euch aber keinen Kopf, auch die, die Referate schon immer gehasst haben
und keine Redewunder sind. Es wird eigentlich nicht bewertet. Ihr müsst
halt nur mal eins gemacht haben.
Geprüft wird KISS in der Gruppe vom Tutor. Ihr müsst eine kleine
Klausur schreiben. Vor der braucht ihr aber gar keine Angst haben. Mit
ein klein wenig Einsatz ist die locker zu schaffen.
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