Modellstudiengang Medizin Köln – Ein Erfahrungsbericht
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Nebenjobs?!
- Studium ohne Mama, Papa oder Bafög?
Einer der ersten Fragen, die sich normalerweise nach Erhalt des Zulassungsbescheides stellen werden ist folgende: Wie finanzieren? Die wenigsten können/wollen während des Studiums noch bei den Eltern wohnen. Lange Anfahrtszeiten zusatzlich zum Studiumsstress sind wirklich das letzte was man braucht. Aber auch wenn man das Glück hat und in engster Nähe zur Uni wohnt ist das Studentenleben kein billiges. Allein wenn man beim Spaziergang durch die Buchhandlung einen Blick auf die Preissticker von Fachbüchern wirft muss der durchschnittliche Student tief Luft holen. Wie soll man das also alles bezahlen? Natürlich gibt es auch Studenten mit reiche Eltern, die ihrem Medizin studierenden Sprössling gerne jeden Wunsch erfüllen. Aber die meisten können nur wenig/gar nicht mit elterlicher Unterstützung in monetärer Hinsicht rechnen. Wenn es dann auch mit Bafög vorne und hinten nicht reicht bleibt nur noch ein Ausweg: der Nebenjob. Das Problem dabei ist „nur“, dass sich im Modellstudiengang jede Woche der Stundenplan ändert. Schliesslich ist jedes Kompetenzfeld anders gelegt. Das einem Arbeitgeber zu erklären dürfte recht schwierig sein. Zusätzlich finden Mo-Fr jeden Tag Veranstaltungen statt. Man hat also nicht einen ganzen Tag frei, an dem man arbeiten gehen könnte. Ach ja, und die Semesterferien sind relativ voll gepackt mit Praktika, Projekten, etc. Soweit zu den Problemen. Jetzt zu den guten Nachrichten: Ihr seid jetzt an der Uni. D.h., dass bei den wenigsten Veranstaltungen jemand prüft, ob ihr anwesend seit. Ihr tragt selber dafür Verantwortung, dass ihr bei den Klausuren den Stoff beherrscht. Wichtig, meiner Meinung nach, ist, dass ihr Leidensgenossen (oder einfach nur gute Freunde) findet, und euch gegenseitig unterstützt. Z.B. indem ihr abwechselnd zu den Vorlesungen geht und den anderen dann den Stoff hinterher beibringt, bzw sorgfältig mitschreibt. Einige Vorlesungen kann man auch mehr oder weniger ganz weglassen und dann mit dem Lehrbuch lernen. Den Stundenplan, den wir im ersten Semester hatten gibt es auf der Seite des Studiendekanats: http://www.medizin.uni-koeln.de/dekanat/sd/ Geht auf „Modellstudiengang“ und dann „Stundenpläne“. Aber Achtung! Bekommt keinen Schreck beim Anblick der vielen Veranstaltungen. Es sind sämtliche Kurse in dem Stundenplan berücksichtigt, auch wenn es pro Fach mehrere Kurse gibt um die Studentenzahl pro Vorlesungen zu verringern. So müsst ihr natürlich in den ersten beiden Wochen nur einen Termi Kurs besuchen. (Bei dem Anwesenheitspflicht herrscht!) Auch zu Kik müsst ihr nur einmal pro Woche für 2 Stunden. Chemie Rep ist keine Pflichtveranstaltung, es empfiehlt sich allerdings einmal pro Woche zu einem der Termine zu gehen. „Einführung in die klinische Medizin“ ist nur einmal pro SEMESTER! An jedem Montag geht eine andere Kleingruppe von Studenten zu der Veranstaltung. Anwesenheitspflicht besteht nachdem ihr euch eingeteilt habt. Die KF Tutorien sind auch nur einmal die Woche und sehr empfehlenswert! (wie das mit der Anwesenheitspflicht ist bin ich mir nicht ganz sicher.) Die Kompetenzfeldvorlesungen sind keine Pflichtveranstaltungen. Allerdings gibt es zu denen auch kein Lehrbuch, mit dem ihr euch auf die Klausuren vorbereiten könnt. Alles Wissen, das gebraucht wird, wird in den Vorlesungen vorgestellt. Nach den einzelnen Veranstaltungen haben wir auch immer die Vorlesungsfolien zugeschickt bekommen, allerdings war es schwierig genug bei denen durchzublicken, wenn man anwesend war. Verlasst euch also nicht auf die sondern geht entweder selber hin, oder bittet jemanden für euch mitzuschreiben. Allerdings müsst ihr auch „nur“ 4 KF’s pro Semester bestehen. Ihr könnt euch rein theoretisch auch mal eine Woche gönnen, in denen euch das KF gar nicht schert! (Wenn möglich aber erst nach 4 bestandenen Prüfungen in dem Semester!!) Allerdings müsst ihr auch dann zur Klausur, und sei es nur um ein leeres Blatt zu signieren, denn bei den Prüfungen besteht Anwesenheitspflicht. Zur „Sprechstunde StudiPat“ müsst ihr nur, wenn ihr Probleme mit „eurer“ Praxis habt, ist also auch keine Pflicht. Chemie- und Physikvorlesungen sind auch keine Pflichtveranstaltungen. Viele haben sich einen Grossteil davon gesparrt. Seht aber zu, dass ihr, wenn ihr schon nicht hingehen könnt/wollt immer ungefähr wisst wo ihr seid, und es dann mit Lehrbuch lernt und möglichst zu den Chemie Seminaren geht. (Da werden Klausuraufgaben gerechnet!). Ok, soweit zu Pflichtveranstaltungen. Na, jetzt sieht der Stundenplan nicht mehr gaaaaanz so gruselig aus, oder? Fazit: Ich glaube, dass es möglich ist bedingt neben dem Studium zu jobben. Ein paar Stunden pro Woche sollten drin sein. Z.B. Samstags oder abends. Die Lage ist bestimmt nicht optimal, besonders für diejenigen, die sich komplett selbstfinanzieren müssen wird es harte Arbeit und eventuell muss man sich auf extra Semester einstellen, wenn man durch die doppelte Belastung Scheine nicht direkt schafft. Trotzdem weiss ich, dass es Leute bei uns im Semester gibt, die nebenher jobben. Es muss also machbar sein. Ich werde mich bemühen bei Gelegenheit mal nachzuhorchen wie sie das anstellen und ob sie Ratschläge für Selbstfinanzierer haben.
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