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Neuroanatomie
Nach diesem Kurs konnte man echt die Frage stellen: „Was war spannender? Der Kurs oder die Protestbewegung nach miserabel ausgefallener Klausur?“
Gerechterweise muss man sagen: „Der Kurs!“ Die Vorlesungen von Prof.Schröder fand ich wirklich ausgezeichnet! Der Inhalt wurde extrem interessant dargestellt, auf Fragen wurde immer eingegangen und der Stoff so gut dargestellt das man selbst dann noch folgen konnte, wenn man sich am Abend davor keine 4 Stunden lang vorbereitet hatte. Denn eigentlich musste man das. Der Stoff ist sehr umfangreich und da wir weder auf einen vorherigen Histologie oder Anatomiekurs zurückgreifen konnten war uns wirklich alles neu.
Aufgegliedert war unser Tag in eine Vorlesung an die sich der Kurs im Präpariersaal anschloss und schliesslich gab es noch ein (freiwilliges) Seminar in dem einzelne Aspekte nochmals vertieft werden konnten und an klinischen Beispielen dargestellt wurden.
Für den (obligatorischen) Kurs war unser Semester in Gruppen á 8 Studenten pro Tisch aufgeteilt worden. 4 Gruppen teilten sich jeweils einen offiziellen Tischassistenten (Prof oder Dozent) und mehrere studentische Hilfskräfte (HiWis) die einem an Feuchtpräparaten und plastinierten Scheiben die anatomischen Strukturen und ihre Funktionen erklärten. Der Kurs war eigentlich immer sehr interessant, auch wenn wir hin und wieder auf uns allein gestellt waren ( es gab weniger HiWis als zu betreuende Gruppen, da auch die finanziellen Mittel der Anatomie begrenzt sind. Einige HiWis betreuten uns sogar ehrenamtlich als Vorbereitung aufs Physikum) Aber wie heisst es so schön: Man hat etwas erst dann richtig verstanden, wenn man es jemand anderem erklären kann!
Nach den relativ un-medizinischen und (nicht nur) meinerseits un-beliebten Fächern Chemie und Physik des ersten Semesters fing das Semester eigentlich toll an. Nach den ersten Vorlesungen konnte ich mich kaum zurückhalten zu Prof. Schröder zu gehen und ihm für seine tollen Vorlesungen zu danken (wer will schon gerne ein Schleimer sein?) Fakt ist aber, dass mir das Studium endlich mal richtig Spass machte. Am Ende der ersten Woche überwog dann aber langsam das mulmige Gefühl mal wieder im Stoff hinterher zu sein (was gar nicht so schwer ist wenn man bedenkt das man laut Skript jeden Tag 40+ Seiten in einem Lehrbuch durcharbeiten sollte) Anfang der zweiten Woche gipfelte dieses Gefühl in leichter Panik. Also besann ich mich wieder auf den weisen Spruch, dass Schlaf etwas für die Schwachen ist und paukte was das Zeug hielt. Am Klausurtag hatte ich dann zwar bei weitem nicht das Gefühl, alles bis ins kleinste Detail zu beherrschen, glaubte aber trotzdem mehr als nur einen groben Überblick zu besitzen und war relativ frohen Mutes. Das eine Klausur geschrieben wurde war eine echte Neuerung. Vorher war Neuroanatomie in einem mündlichen Testat geprüft worden. Jetzt gab es 20 Fragen, teilweise mit mehreren Unterpunkten, die es zu beantworten galt. Zu jeder Frage wurde 90 Sekunden lang ein Bild an die Wand projiziert (eine plastinierte Scheibe oder MRT Bilder) Meistens mussten wir „die Struktur mit dem Pfeil“ bezeichnen. Das die Klausur dann nicht so toll wie normal ( „Normal“ war wohl eine 80% Bestehensrate) sondern gelinde gesagt katastrophal ausfiel (Nur 6 Teilnehmer bestanden!), kann meiner Meinung nach nicht auf einen einzelnen Faktor zurück zu führen sein und ich will mich hier zu keiner Theorie hinreißen lassen. Vermutungen gibt es viele und sind alle lang, breit und teilweise sehr hitzig diskutiert worden. Als sofortiges Ergebnis wurde eine Nachschreibklausur angesetzt und uns wurden ein paar Internetseiten zum üben empfohlen. Hinzu kam das Versprechen diese Klausur so oft zu wiederholen, bis eine vernünftige Bestehensgrenze erreicht sei. Nachschreibetermin ist der 14.6.2004....
To be continued.....
Fortsetzung: Nach der Katastrophe der ersten Klausur lernten wir alle nochmal was das Zeug hielt um auch aus dem dunkelsten MRT Bild und der schwierigsten Verknüpfungsfrage ein paar Punkte rausschlage zu können und ich denke die meisten waren von der Wiederholungsklausur nicht enttäuscht. Sie war wirklich machbar und einige Fragen so offensichtlich, dass man misstrauisch den Haken an der Sache suchte und an Fangfragen zu glauben anfing. Die Bestehensquote war auch sehr hoch und, wie versprochen, wurde danach noch eine Wiederholungsklausur angesetzt, damit auch diejenigen, die knapp (oder auch weniger knapp) am Ziel vorbeigerutscht waren noch eine Chance hatten. Mittlerweile ist der Kurs leicht überarbeitet worden, so dass das Semester nach uns nicht nur 2 Wochen intensiv-Block haben, sondern sich die Vorlesung über das ganze Semester erstreckt und die Studenten mehr Zeit haben bei Hippocampus und Putamen durchzublicken.
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