John Wayne 'The Duke' (1907-1979) Tabellarischer Lebenslauf

JOHN  WAYNE
"THE DUKE"
(1907-1979)


Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1907
26. Mai: Marion Robert Morrison wird als Sohn des Apothekers Clyde Leonard Morrison und seiner Ehefrau Mary Alberta, geb. Brown in Winterset/Iowa geboren. Beide Elternteile sind irisch-schottischer Abstammung.

1913-15
Die Familie lebt auf einer Farm in Kalifornien, wo Marion reiten lernt.

1915
Vater Morrison eröffnet eine Apotheke in Glendale/Kalifornien. Nebenan befindet sich ein Kino, wo Marion das neue Medium Film kennen und lieben lernt. Auf der Schule tut er sich besonders als Footballspieler hervor.

1921
Der Film "The Wild Goose [Die Wildgans]" von Albert Capellani kommt in die Kinos.
(Entgegen der Tradition wird dieser Ausdruck hier nicht für die irischen und schottischen Söldner gebraucht, die für fremde Herren in den Krieg zogen, sondern für eine dumme Gans - eine "wilde", d.h. nicht hinreichend domestizierte Ehefrau -, die ihrem Ehemann davon läuft. Dennoch muß der Film Marion schwer beeindruckt haben.)


1925
Marion erhält als guter Footballer ein Stipendium für die "University of Southern California". Nebenbei arbeitet er als Requisiteur in einem Filmstudio.


1927-28
Nach einer Verletzung, die seine Footballer-Karriere beendet, verliert Marion sein Stipendium und muß die Universität verlassen. Er wirkt als namenloser Statist in einigen Stummfilmen mit.

1929
Marion wird von der Fox als Schauspieler unter Vertrag genommen (für zunächst 35, später 75 US-$ pro Woche, zur Zeit der einsetzenden Weltwirtschaftskrise ein gutes Gehalt). Er spielt seine erste (Neben-)Rolle unter dem Namen "Duke Morrison" in dem Film "Words and Musics".

1930
Jan: Für den Film "Men Without Women" nimmt Marion erstmals den Künstlernamen "John Wayne" an.


November: Wayne spielt seine erste Hauptrolle - den Breck Coleman - in dem Western "The Big Trail" [dts: "Der große Treck"]. Vollmundig als "bedeutendster Film der je produziert wurde" beworben, flopt er gleichwohl an den Kinokassen.
Das Thema - der erste große Siedlerzug nach Oregon - mag bedeutend sein; der Film hat jedoch überflüssige Längen, selbst in der gekürzten deutschen Fassung - die erst 1977 heraus kam. 1936 wurde ein stark abgespecktes Remake unter dem Titel "Oregon Trail" gedreht, das heute als verschollen gilt.

1931-38
Wayne steht erst bei Columbia, dann bei Mascot unter Vertrag, wo er hauptsächlich in B-Filmen spielt (und gelegentlich auch singt).
(Der Begriff "B"-Film sollte nicht mißverstanden werden. In der Zeit der Weltwirtschaftskrise - die "Great Depression" hielt in den USA länger an als z.B. in Mitteleuropa und Ostasien - saß den Leuten das Geld nicht mehr so locker in der Tasche, um regelmäßig ins Kino zu gehen. "A"-Filme, d.h. solche mit hohen Produktionskosten, wurde daher kaum noch gedreht. "B" steht also de facto für "billiger" - und oft auch kürzer -, aber nicht unbedingt auch für schlechter.)


1933
Juni: Wayne heiratet seine Jugendfreundin Josephine Alicia Saenz, eine Tochter des Konsuls von Panamá in Los Angeles. (Aus der Ehe - die 1944 geschieden wird - gehen vier Kinder hervor.)

[Waynes 1. Hochzeit]

1939
Wayne gelingt der Durchbruch mit der Hauptrolle - dem Ringo - in dem Western "Stagecoach" [dts.: "Höllenfahrt nach Santa Fé"], der zum Kultfilm wird; er begründet die langjährige Zusammenarbeit Waynes mit dem Regisseur John Ford.
Ford hatte zwar schon bei "Men Withour Women" Regie geführt; Wayne hatte da aber nur eine unbedeutende Nerbenrolle gespielt.


1940
Wayne spielt Hauptrollen in "The Long Voyage Home" [dts.: "Der lange Weg nach Cardiff" - erstmals 1964 in einer um die übelsten anti-deutschen Passagen gekürzten Fassung erschienen] und - an der Seite von Marlene Dietrich - in "Seven Sinners" [dts.: "Das Haus der sieben Sünden"].


1941
Nachdem Präsident Roosevelt die U.S.A. in den Zweiten Weltkrieg geführt hat, wird Wayne wegen seiner Football-Verletzung (nach anderen Quellen: wegen seiner Schwerhörigkeit) vom Militärdienst frei gestellt.

1942
Wayne spielt - an der Seite von Paulette Goddard, der frisch geschiedenen Mrs. Chaplin - den Kapitän Jack Stuart in Reap the Wild Wind und - wieder an der Seite von Marlene Dietrich - den vom materialistischen Spekulanten zum kriegsbegeisterten Patrioten geläuterten Charles Markham in "Pittsburgh".


1944
Wayne spielt den Bau-Unternehmer Wedge Donovan in dem anti-japanischen Kriegspropagandafilm "The Fighting Seabees" [dts.: "Alarm im Pazifik"] und - an der Seite von Ella Raines - die Hauptrolle in "Tall in the Saddle". [Die deutsche Fassung erscheint 1949 unter dem Titel "Mit Büchse und Lasso", später als "Rancher in Not"].

[Mut ist, wenn man Todesangst hat, aber trotzdem in den Sattel steigt]

Was aus keinem einzigen Filmplakat der "Seebienen" (Dikigoros hat ein halbes Dutzend verschiedene gesichtet) nicht hervor geht ist, daß im Vorspann des Films ganz ungeniert die Sig-Rune verwendet wird, die heute z.B. in der BRDDR als - vermeintliches - "Nazi-Symbol" verboten ist. Für alle Leser, die keine Lust haben, sich den - weniger sehenswerten - Film anzuschauen:


1945
Wayne spielt die männlichen Hauptrollen in dem Western "Dakota" [dts.: "Liebe in der Wildnis"] - und in dem verlogenen Kriegsfilm "Back to Bataan".
Gewiß, der Krieg gegen Japan war im Juni 1945 noch nicht beendet, und im Krieg wird nun mal gelogen, auch und gerade in Propaganda-Filmen - das gehört zur "Heimatfront" -; aber irgendwo ist die Grenze erreicht, an der die Dreistigkeit in Dummheit umschlägt und eher das Gegenteil bewirkt. Nirgendwo auf der Welt - nicht einmal in Mitteleuropa - hatten die Amis so brutal gewütet wie auf den Pilipinas. Die Lüge von der "Befreiung" konnte man (genauer gesagt: konnte DrecksäckerWeizsäcker) vielleicht anno 1985 einer total verblödeten und gehirngewaschenen Generation von Deutschen erzählen, die jene Orgie aus Mord, Plünderung und Vergewaltigung nicht selber mit erlebt hatten, aber sicher nicht anno 1945 den Pilipinos. Nur wenige betrachteten die US-Truppen 1898 als "Befreier" von den Spaniern, und noch weniger 1945 als "Befreier" von den Japanern. Die Filmhandlung ist durch und durch unglaubhaft.


1946
Januar: Wayne heiratet in 2. Ehe die Mexikanerin Esperanza Baur Díaz.
Die Ehe verläuft trotz hoffnungsvoller Gemeinsamkeiten - wie "Duke" gehört "Chata" zur Zunft der Schauspieler und trinkt gerne mal ein Glas über den Durst - stürmisch, bleibt kinderlos und wird 1953 geschieden.


1947
Wayne versucht sich erstmals als Produzent in dem [Anti-]Western "Angel and the Badman" [dts.: "Der schwarze Reiter"] - in dem er auch die männliche Hauptrolle - den Quirt Evans - spielt.


1948
Wayne spielt Hauptrollen in den Western "Red River" [dts.: "Panik am roten Fluß"], "Fort Apache" [dts.: "Bis zum letzten Mann"] und John Fords Neufassung seines alten Stummfilms "Marked Man" (1919), "3 Godfathers" [dts.: "Spuren im Sand" (1956)].


(Es sind die letzten Filme, in denen Wayne mit seinem echten Haar - bzw. dem, was noch davon übrig ist - unter den z.T. recht eindrucksvollen Kopfbedeckungen auftritt; danach trägt er - wie so viele bekannte Schauspieler vor und nach ihm, von Hans Albers bis Sean Connery - ein Toupet :-)

1949
Wayne lehnt die Hauptrolle - den Willie Stark - in "All the King's Men" ab und übernimmt statt desssen Hauptrollen in "Wake of the Red Witch" [dts.: "Im Banne der roten Hexe"], "She Wore a Yellow Ribbon" [dts.: "Der Teufelshauptmann"], "The Fighting Kentuckian" [dts.: "In letzter Sekunde"] und "The Sands of Iwo Jima" [dts.: "Todeskommando - Du warst unser Kamerad"].
(Die letzte trägt ihm zwar eine Oscar-Nominierung ein; verliehen wird dieser dann aber an Broderick Crawford, der den Willie Stark gespielt hat.)



1950
Wayne spielt - an der Seite von Maureen O'Hara - die männliche Hauptrolle in dem Western "Rio Grande".


1951
Wayne spielt die Hauptrolle - den Major Dan Kirby - in dem anti-japanischen Kriegsfilm "Flying Leathernecks" [dts.: "Stählerne Schwingen", spätere Titel: "Jagdgeschwader Wildkatze" und "Guadalcanal - Entscheidung im Pazifik"].


1952
Wayne lehnt die Hauptrolle in dem - später zum Kultfilm avancierenden - Western "High Noon" [dts.: "Zwölf Uhr Mittags"] ab, da er den Plot als "völlig un-amerikanisch" empfindet, und spielt statt dessen - wieder an der Seite von Maureen O'Hara - die Hauptrolle in der Komödie "The Quiet Man".


(Die Hauptrolle in "High Noon" übernimmt Gary Cooper - dem Wayne gleichwohl bis zu seinem Tode in Freundschaft verbunden bleibt.)

1953
Wayne spielt Hauptrollen in "Trouble Along the Way" [dts.: "Ärger auf der ganzen Linie"], der Eigenproduktion "Island in the Sky" und in dem - ebenfalls selber produzierten - Western "Hondo".


1954
Wayne spielt die Hauptrolle in "The High and the Mighty" [dts.: "Es wird immer wieder Tag"].


November: Wayne heiratet in 3. Ehe die Peruanerin Pilar Pallete Weldy. (Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor; sie endet zwar nicht durch Scheidung [Divorce], 1973 erfolgt jedoch eine Trennung von Tisch und Bett [Separation].)


Wayne kauft die Hotelanlage "Los Flamingos" in Acapulco, das bald zum bevorzugten Urlaubsziel prominenter US-Amerikaner wird.


1955
Oktober: Wayne spielt die Hauptrolle - den Kapitän Tom Wilder - in "Blood Alley" [dts.: "Der gelbe Strom" (sicher der bessere Titel, denn "Blood Alley" ist der Spitzname einer Straße in Schanghai und wird von China-Kennern gleich mit dieser assoziiert, was aber irreführend ist :-)].
Obwohl von der linken Medienmafia als "anti-kommunistisch" und "anti-chinesisch" herunter gemacht (11 Jahre vor Beginn der "Kultur-Revolution" hatten viele noch nicht erkannt, daß Mao Tse-tung ein Teufel in Menschengestalt war und sein Regime die Hölle - manche wollten es ja selbst danach nicht wahr haben :-), spielt der Film immerhin etwas mehr als die Produktionskosten wieder ein.


1956
Wayne spielt die Titelrolle (den Temujin - die erste von nur zwei historischen Persönlichkeiten, die er im Film verkörperte) in "The Conqueror" [dts.: "Der Eroberer"] und die Hauptrolle - den Ethan Edwards - in "The Searchers" [dts.: "Der schwarze Falke" - eine Falsch-Übersetzung, da es sich um den Namen eines Indianer-Häuptlings handelt; es müßte also richtig "Schwarzer Falke" heißen], einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Alan LeMay.


Der erstere Film spielt die 6 Millionen US-$ Produktionskosten nicht wieder ein - auf ein modernes Publikum wirkt es lächerlich, einen Weißen den "Tartaren" spielen und Frauen des Mittelalters mit Dauerwelle, Make-up und Unterwäsche des 20. Jahrhunderts herum laufen zu lassen.
Der letztere Film hat dagegen großen kommerziellen Erfolg und wird 50 Jahre später vom American Film Institute zum "besten Western aller Zeiten" und zu einem der "besten 100 Filme aller Zeiten" erklärt.

1957
Wayne spielt den querschnittsgelähmten Navy-Piloten a.D. Frank Wead in der Tragikomödie "The Wings of Eagles" [dts.: "Dem Adler gleich"], den Colonel Jim Shannon in "Jet Pilot" [dts.: "Düsenjäger"] und den Henry Hathaway in der US-italienischen Co-Produktion "Legend of the Lost" [dts.: "Stadt der Verlorenen", itl.: "Timbuctù"].



Der erste Film beruht - angeblich - auf der wahren Lebensgeschichte eines Freundes von Regisseur John Ford; die Navy macht Ärger wegen - angeblichen - Geheimnisverrats.
Wegen des - bereits 1950 gedrehten - zweiten Films macht die Air Force Ärger; erst als der dort gezeigte Düsenjäger mehr oder weniger veraltet ist, darf er aufgeführt werden.
Im dritten Film wirkt Wayne nicht wie ein Führer nach Timbuktu - das eher aussieht wie ein griechisches Ruinenfeld in Kleinasien -, sondern wie ein Cowboy, der sich mit 100 Jahren Verspätung in der Sahara verirrt hat; und die weibliche Hauptdarstellerin Sofia Loren liefert als eingeborene Gelegenheitsdiebin eine miserable Vorstellung ab - Wayne spielt nie wieder mit ihr.


1958
Nachdem in den Vorjahren die Japan-Filme "The Teahouse of the August Moon" (1956, mit Marlon Brando und Machiko Kyō) und "Sayonara" (1957, mit Marlon Brando und Patricia Owens) zu Kinohits wurden, riskiert Hollywood einen weiteren Versuch mit "The Barbarian and the Geisha [Der Barbar und die Geisha]", der Verfilmung eines historischen Romans von Ellis St. Joseph.
Wayne spielt - an der Seite von Eiko Ando - eine für ihn völlig untypische [Haupt-]Rolle: Townsend Harris, den ersten Generalkonsul der USA in Japan.
Das Publikum ist jedoch für die wenig erbauliche Geschichte ohne Happy-end (noch?) nicht reif; der Film spielt kaum mehr als die Hälfe der Produktionskosten wieder ein.


1959
Wayne spielt Hauptrollen in den Western "The Horse Soldiers" [dts.: "Der letzte Befehl"] und "Rio Bravo", einer Verfilmung der gleichnamigen Novelle von B.H. McCampbell.


(Der erstere wird zum "Evergreen", der sich noch Jahrzehnte später auch auf DVD gut verkauft. Deren Titelbild wird so populär, daß es sogar im Präsidentschaftswahlkampf 2020 Verwendung findet, als der "Gaffer" Joe Biden - Kandidat der Democraps - eine Wählerin, deren Nasenspitze ihm nicht gefällt, als "lying dog-faced pony soldier [verlogene, hunde-gesichtige Pony-Soldatin]" beschimpft :-)

1960
Oktober: Wayne spielt die Hauptrolle - den Davy Crockett - in dem von ihm selber produzierten Pseudo-Historienfilm "The Alamo", bei dem er erstmals auch selber Regie führt.
Das Thema muß Wayne ungeheuer fasziniert haben. Warum ist schwer nachvollziehbar: Er stammte weder aus Texas noch aus Tennessee, hatte auch keinen Grund, die Mexikaner zu hassen; dennoch verbrach er dieses Machwerk, an dem buchstäblich keine einzige Szene der geschichtlichen Wahrheit entspricht. (Die "historischen Berater" schämten sich derart für das, was hinten raus kam, daß sie darauf bestanden, ihre Namen aus dem Abspann zu streichen.) Man muß wohl annehmen, daß Wayne selber an die verlogene, typisch (jüdisch-)amerikanische Haß- und Greuel-Propaganda glaubte, zu der "Remember the Alamo" anno 1836 den Grundstein legte und die später in "Remember the Maine", "Remember the Lusitania" und "Remember Pearl Harbor" ihre Fortsetzung fand, mit Santa Anas Wetbacks als Vorläufer von Kaiser Wilhelms Hunnen und Hitlers Nazi-Deutschen. (Gerade, daß er nicht über die Mexikaner sagt - wie über die Japaner in "The Fighting Seabees" -, sie seien keine Menschen - sondern Ungeziefer -, weshalb man sich gegen sie nicht an die Regeln des Kriegsrechts zu halten brauche.) Das Kino-Publikum strafte Wayne mit Recht ab: Der Besuch verlief schleppend, er geriet finanziell in die Bredouille und mußte seine Rechte schließlich mit Millionen-Verlust an United Artists verkaufen. (Die hatten finanziell einen längeren Atem, ließen den Film einfach so lange laufen, bis er am Ende doch noch schwarze Zahlen schrieb und besaßen sogar die Dreistigkeit, eine spanischsprachige Fassung auf den mexikanischen Markt zu bringen :-)


November: Wayne spielt die Hauptrolle - den Sam McCord - in der (Nord :-)Western-Komödie "North to Alaska" [dts.: "Land der tausend Abenteuer"].

1961
Wayne spielt die männliche Hauptrolle - den Ranger Jake Cutter - in dem Western "The Comancheros", der in der BRD als "Die Comancheros" in die Kinos kommt. Erstmals wird die von Carl May eingeführte deutsche Bezeichnung "Komantschen" aufgegeben und durch das spanglische[spanisch-]englische Fremdwort "Comanche" ersetzt - das sich freilich (noch) nicht durchsetzen kann. (Das geschieht erst im 21. Jahrhundert, u.a. durch die Verblödungs-Internet-Plattform Wikipedia.)
Das ist umso lächerlicher, als es sich dabei nicht etwa um die [politisch-]korrekte Selbstbezeichnung jener Indianer handelt, sondern um ein von ihren Todfeinden, den Apatschen, kreïertes - und von den meisten ihrer anderen Nachbarn übernommenes - Schimpfwort: "Schlange" im übertragenen Sinne von "Lügner", d.h. jemand, der mit gespaltener Zunge spricht. (Schlangen haben bekanntlich eine gespaltene Zungenspitze :-)


Der Film floppt und ist der letzte Nagel im Sarg des ungarischen Juden Mihály Kertész Kaminer ("Michael Curtiz") - berühmt-berüchtigt durch anti-deutsche Hetz- und Propaganda-Filme wie "Casablanca" -, der seinen Job als Regisseur danach an den Nagel hängt und wenig später abkratzt stirbt das Zeitliche segnet.
Wayne spielt eine der Hauptrollen - an der Seite von Hardy Krüger und Elsa Martinelli - in dem Safari-Film "Hatari!".
Der in Kenya gedrehte Film läuft in den USA nur mit mittelmäßigem Erfolg; in der BRD setzt er dagegen - zusammen mit den Fernseh-Sendungen des Tierfreunds Bernhard Grzimek ("Serengeti darf nicht sterben") - einen Safari-boom in Gang, von dem das Land enorm profitiert. Immer mehr Afrika-NarrenBegeisterte reisen nicht nur nach Kenya, sondern erwerben dort Grund und Boden, eröffnen Hotels und Restaurants - auch Hardy Krüger kauft sich eine Farm in Afrika. Leider verstehen nur die wenigsten dieser Leute Ki-Suaheli, sonst wüßten sie, daß "hatari" soviel wie "Gefahr" bedeutet. Unter dem sozialistischen Diktator Nyerere verlieren sie früher oder später alle ihre Investitionen in dessen "Tourismus-Industrie". Unter den ersten, die aufgeben, ist Hardy Krüger.


1962
Wayne spielt Hauptrollen in "The Man Who Shot Liberty Valance" [dts.: "Der Mann, der Liberty Valance erschoß"] und "The Longest Day" [dts.: "Der längste Tag"].
Obwohl Wayne in letzterem nicht die alleinige Hauptrolle spielt, verlangt und erhält er die mit Abstand höchste Gage: eine glatte Million US-$. (Alle anderen Hauptdarsteller - u.a. Henry Fonda, Robert Mitchum, Sean Connery, Richard Burton und Rod Steiger - spielen aus Patriotismus zum "Freundschaftspreis" von 100.000 US-$ mit. Nach dem Reinfall mit "The Alamo" kann und will Wayne sich diese Art von Patriotismus nicht mehr leisten :-)


Wayne kauft einen alten Minensucher der U.S. Navy, rüstet ihn zur Hochsee-Yacht um und tauft ihn auf den Namen "Wild Goose".


1963
Wayne spielt Hauptrollen in "How The West Was Won" [dts.: "Das war der Wilde Westen"] und - erneut an der Seite von Maureen O'Hara - "McLintock" [dts.: "Mac Lintock"].


(In Anspielung auf den deutschen Titel erhält Jahrzehnte später die Fortsetzung der Filmkomödie "Go Trabi Go" den Untertitel "Das war der Wilde Osten" :-)

1964
Wayne liefert in dem Kriegsfilm "In Harm's Way" [dts.: "Erster Sieg"] (nach dem gleichnamigen Roman von James Bassett) eine erschreckend schwache Vorstellung in der Hauptrolle des Captain Torrey ab, während Kirk Douglas brilliert und der junge Larry Hagman den Durchbruch als Schauspieler schafft.


Unmittelbar nach Beendigung der Dreharbeiten wird bei Wayne - der seit vielen Jahren Kettenraucher ist* - Lungenkrebs festgestellt; er muß sich den linken Lungenflügel entfernen lassen.

1966
Wayne spielt eine der beiden Hauptrollen - neben Robert Mitchum - in dem Western "El Dorado".


Wayne unterstützt seinen Freund und Kollegen Ronald Reagan bei der Wahl zum Gouverneur von Kalifornien.**

1967
Wayne spielt eine der beiden Hauptrollen - neben Kirk Douglas - in dem Western "War Wagon". Das Publikum gähnt.


1968
Juni: Wayne führt Regie und spielt die Hauptrolle - den Colonel Mike Kirby - in dem [Pro-]Vietnam-Kriegsfilm "The Green Berets" [dts.: "Die grünen Teufel"] - nach dem gleichnamigen Roman von Robin Moore aus dem Jahre 1965 und mit dem Hit von Barry Sadler [dts.: "Hundert Mann und ein Befehl" von Freddy Quinn] als Titelmelodie.
Was immer man davon halten mag, wie die USA in den Vietnam-Krieg eintraten, wie sie ihn führten und wie sie sich schließlich aus ihm davon stahlen (Dikigoros hat darüber an anderer Stelle ausführlich geschrieben und will sich hier nicht wiederholen) - für diesen Film spricht, trotz einiger Schwächen im Detail, daß er sich nicht in dümmlichen Klischees verliert wie die früheren anti-deutschen, anti-japanischen und anti-mexikanischen Filme Waynes. Vielmehr zeigt er das Dilemma der Vietnamesen auf - die sich zwischen dem Teufel und Belzebub entscheiden mußten, nämlich den eigenen Kommunisten und den amerikanischen Invasoren - sowie die mißliche - und z.T. ebenso zwiespältige - Lage, in der sich letztere befanden. (Das Pentagon war mit der Vorlage gar nicht glücklich; am liebsten hätte es Robin Moore an die Wandvor Gericht gestellt; Wayne erkaufte sich wohlwollende Unterstützung, indem er alle mißliebigen Passagen strich.) Der Streifen wurde ein Riesenhit an den Kinokassen, der fast das fünffache der Produktionskosten einspielte - einer der gewinnträchtigsten Filme der 1960er Jahre. Seine soziologische Bedeutung geht jedoch weit über den kommerziellen Erfolg hinaus: Er zeigt die Wasserscheide auf zwischen der "alten" Generation der "Patrioten" und der "neuen" Generation der "68er". Daß die USA den Vietnam-Krieg an der "Heimatfront" verloren, ist mittlerweile eine Binsenweisheit, daß ihr die eigene Journaille den Dolchstoß in den Rücken versetzte ebenfalls. Wayne konnte das wohl noch nicht absehen, sonst hätte er das Drehbuch sicher umschreiben und den "bekehrten" Journalisten Dr. KimbleGeorge Beckworth am Ende umkommen lassen, um zu erklären, wieso die Leute zuhause dieseine Wahrheit nicht erfuhren. Nur wenige Jahre später wäre der Film vermutlich geflopt.


November: Weit weniger erfolgreich ist der Film "Hellfighters" [dts.: "Die Unerschrockenen"] in dem Wayne die Hauptrolle - den Feuerwehrmann Chance Buckman (angeblich dem berühmten Red Adair nachempfunden) - spielt.
Wayne lehnt die ihm von den "Republicans" angetragene Präsidentschafts-Kandidatur (und die ihm von den "Democrats" angetragene Vizepräsidentschafts-Kandidatur, die er als "Bullshit" bezeichnet) ab.*** Statt seiner stellen die ersteren Eisenhowers ehemaligen Vizepräsidenten Richard Nixon, auf, der eigentlich schon als abgeschrieben galt, die Wahl jedoch gewinnt.

1969
Juni: Wayne spielt die Hauptrolle - den einäugigen Marshall Rooster Cogburn - in dem Western "True Grit" [dts.: "Der Marshall"], der einen Rekordgewinn einspielt und ihm endlich den lang ersehnten Academy Award ("Oscar") als bester Schauspieler beschert - der späte Höhepunkt seiner Karriere.


September: Dagegen spielt der Nachbürgerkriegsfilm "The Undefeated" [dts.: "Die Unbesiegten"] mit Wayne als Oberst a.D. Thomas wenig mehr als die Produktionskosten wieder ein.

1970
Wayne spielt Hauptrollen in "Chisum" und "Rio Lobo".
Die Lebensgeschichte des John Chisum (1824-1884) wurde mehrmals verfilmt - wohl vor allem wegen seiner Beziehung zu "Billy the Kid". Ob und inwieweit der historischen Wirklichkeit dabei Rechnung getragen wurde ist heftig umstritten. (Dikigoros war nicht dabei, kann es also nicht sagen :-)


1971
Mai: Wayne sagt in einem Playboy-Interview auf Befragen, er halte es nicht für ein Verbrechen, daß im 19. Jahrhundert Land, das die Indianer zwar nicht bebauten, aber dennoch für sich alleine behalten wollten, an siedlungswillige Menschen gegeben wurde, die es dringender brauchten und einem besseren Nutzen zuführten, während es ein Fehler war, ungebildeten Negern im Rahmen von Kennedys "Equal Opportunity" und Johnsons "Greater Society" gleiche Rechte zu gewähren wie gebildeten Weißen.
Diese Sätze hätte damals jeder billig und gerecht denkende US-Amerikaner über 30 ohne weiteres unterschrieben. Auch der Politclown Erdnußfarmer Jimmy Carter hatte noch 1970 seinen Wahlkampf um den Gouverneursposten von Georgia geführt - und gewonnen -, indem er seinen Gegenkandidaten Carl Sanders als "Nigger-lover" beschimpft und seinen Wählern hoch und heilig versprochen hatte, die Segregation [Rassentrennung] aufrecht zu erhalten, die Miscegenation [Rassenschande] zu bekämpfen und den Negern niemals Gleichberechtigung zu gewähren.


Erst im 21. Jahrhundert regten sich einige politisch-korrekte Gutmenschen darob auf und beschimpften den toten Wayne - nicht aber den noch lebenden Carter - als "Rassisten", "Faschisten", "Nazi" u.a.
Wayne spielt - zum letzten Mal an der Seite von Maureen O'Hara - die Hauptrolle - den Jacob McCandles - in "Big Jake". Wiewohl von der Kritik verrissen, wird der Film zum Kassenerfolg.


1972
Wayne spielt die Hauptrolle in "The Cowboys" [dts.: "Die Cowboys"].

1973
Wayne spielt Hauptrollen in den Western "The Train Robbers" [dts.: "Dreckiges Gold"] und "Cahill U.S. Marshall" [dts.: "Geier kennen kein Erbarmen"].


Nach der Trennung von seiner dritten Frau lebt Wayne mit seiner "Assistentin" Pat[ricia] Stacy zusammen.****

1974
Wayne spielt die Hauptrolle in "McQ".


1975
Wayne spielt die Hauptrollen in "Brannigan" [dts. Untertitel: "Ein Mann aus Stahl"] und "Rooster Cogburn" - der Fortsetzung von "True Grit".


1976
Waynes Kino-Karriere endet mit der Hauptrolle - dem im Alter an Krebs erkrankten Western-Helden John Bernard Books - in "The Shootist", der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Glendon Swarthout [dts.: "Der Superschütze" (Roman) bzw. "Der letzte Scharfschütze" (Film)]. Vom Publikum vielfach als semi-autobiografisch [miß]verstanden, wird der Film zum Kassenerfolg.


1977
Oktober: Waynes Freundschaft mit Ronald Reagan kühlt spürbar ab, als letzterer sich öffentlich gegen den Plan des inzwischen vom Rassisten zum Nigger-loverNegerfreund mutierten und zum US-Präsidenten avancierten Jimmy Carter ausspricht, den Panama-Kanal "an Panama zurück zu geben". Wayne unterstützt demonstrativ diese "Rückgabe" an das "Volk von Panama".*****
Hadji Halef Omar Torrijos, der Diktator Demokrator "Präsident" von Panamá schenkt ihm daraufhin das Pazifik-Inselchen Taborcillo.


1979
Mai: Wayne wird auf Antrag von Barry Goldwater - ebenfalls ein früher als "erz-konservativ" geltender Republikaner, der im Alter nach links abgedriftet ist - die Goldmedaille des U.S. Congress zugesprochen.******
11. Juni: John Wayne stirbt in Los Angeles an Krebs.
Jahre später wird behauptet, Wayne sei auf dem Sterbebett von der schottisch-presbyterianischen zur römisch-katholischen Kirche konvertiert. Belastbare Beweise dafür hat Dikigoros nicht gefunden.


* * * * *

1983
Pat Stacy veröffentlicht ihre Erinnerungen an John Wayne unter dem Titel "Duke: A Love Story".

[Buch]

(Der Spitzname "Duke" hat noch immer einen guten Klang. Waynes Großneffe, der Profi-Boxer Tommy Morrison, nimmt ihn ebenfalls an; er wird 1993 für wenige Jahre WBO-Weltmeister - durch einen seiner seltenen Punktsiege über den alternden George Foreman; ansonsten macht er vor allem Schlagzeilen durch spektakuläre - wahrscheinlich vorab "gefixte" - k.o.-Siege und -Niederlagen sowie seine - angebliche - AIDS-Erkrankung.)

1997
Randy Roberts und James Olson veröffentlichen "John Wayne - American".

[Buch]

1998
Eine Wayne-Biografie seiner Tochter Aissa mit dem Untertitel "My Father [Mein Vater]" erscheint.

[Buch]

2004
Die US-Post widmet John Wayne eine Sondermarke zu 37 Cent.


2015
In einer Zeit, da immer mehr Menschen schmerzlich empfinden, wie sich die Vereiniggerten Staaten zur "Obama nation" wandeln, führt die Suche nach den traditionellen amerikanischen Werten, für die John Wayne stand, zu zwei bemerkenswerten neuen Biografien: "John Wayne - The Life and Legend" von Scott Eyman und "American Titan" (Untertitel: "Searching for John Wayne") von Marc Eliot.

[Barack Hussein Obama, Präsident der V.S.A.] [Buch] [Buch]

Mai: In Winterset wird ein John-Wayne-Museum eröffnet.

[Museum]


*Dikigoros formuliert das bewußt vorsichtig, denn er ist kein Mediziner und kann deshalb nur laienhaft einen Kausalzusammenhang annehmen. Andere meinen, daß der Krebs dadurch hervor gerufen wurde, daß Wayne während der Dreharbeiten zu "The Conqueror" nuklearem "Downfall" von Atombomben-Versuchen in der Wüste von Nevada ausgesetzt war. Dafür spricht, daß auch andere Beteiligte an jenem Dreh später an Krebs erkrankten - mehr aber auch nicht.

**Duplizität der Ereignisse? 50 Jahre später unterstützt Aissa, Waynes 1. Tochter aus 3. Ehe, im Vorwahlkampf den Republikaner Donald Trump. Dikigoros wagt allerdings zu bezweifeln, daß man ihr zur Belohnung dafür irgendwann einmal die Präsidentschafts-Kandidatur antragen wird. Sie hat - jedenfalls in den Augen der Öffentlichkeit und damit der potentiellen Wähler - von ihrem Vater lediglich den Hang zu häufigen Scheidungen geerbt. Ihr Versuch, als Schauspielerin - und was sind Politiker[innen] heute noch anderes? - Karriere zu machen, scheiterte schon früh, und das recht kläglich.

***Es ist bezeichnend, daß von den vielen Schauspielern, denen eine politische Karriere angeboten wurde - von den Parteien, die sie als Zugpferde vor ihre Karren spannen wollten - alle, die auch nur einigermaßen gut im Geschäft waren, dankend ablehnten, wohl in der Erkenntnis, daß sie in ihrem angestammten Beruf wesentlich mehr Geld und Beliebtheit verdienen konnten denn als Politiker - wobei sich Anforderungs-Profil und arbeitsmäßige Belastung für beide Berufe immer mehr annäherten. Lediglich Schauspieler (und Musikanten), die auf dem absteigenden Ast waren oder ihre Karriere bereits beendet hatten, folgten dem Lockruf der politischen Parteien. (Einige, wie Ronald Reagan, Arnold Schwarzenegger und Sonny Bono, hatten damit sogar Erfolg - sicher nicht zufällig meist in Kalifornien, der Heimat Hollywoods :-)

****Obwohl Wayne seine "Assistentin" nicht versteckte und auch keinen Hehl aus ihrer Beziehung machte, fand diese in der [ver]öffentlich[t]en Meinung kaum Beachtung. Man hatte sich angesichts seiner drei Ehefrauen oft darüber mokiert, daß der ach-so-gute Amerikaner offenbar nur mit Latinas "konnte". (Was er stets bestritt; aber seine angeblichen Affären mit prominenten Nicht-Latinas - von Marlene Dietrich bis Merle Oberon - ließen sich nicht verifizieren.) Nun, da sich diese Unterstellung als falsch erwies, hatten die Medien plötzlich kein Interesse mehr an der Frage.

*****Schon die Formulierung ist ein Witz. Der Kanal kann nicht an Panamá zurück gegeben werden, da es gar keinen Staat Panamá - geschweige denn ein "Volk" von Panamá (die Panamesen?) - gibt oder jemals gab. Vielmehr raubten die USA die Kanalzone 1902 von Kolumbien und machten diese de facto zu einer Kolonie (mit einer von Washington eingesetzten Marionette als Verwaltungschef, vergleichbar einem deutschen "Regierungspräsidenten"). Wenn diese - mitsamt dem Kanal - also "zurück" gegeben werden kann, dann allenfalls an Kolumbien.

******Im Gegensatz zur "Presidential Medal of Freedom", die zunehmend inflationär vergeben wird und daher nur noch ein vergleichsweise geringes Ansehen genießt, ist die "Congressional Gold Medal" kein Orden von der Stange zum Umhängen, sondern eine echte - nur selten vergebene - Gedenk-Medaille, die für jeden Empfänger speziell entworfen wird. Sie wurde nicht mehr fertig, bevor Wayne starb; und der Streit, an welche seiner Hinterbliebenen sie - von seiner bevorzugten Filmpartnerin Maureen O' Hara persönlich - überreicht werden sollte, zog sich bis März 1980 hin. Bronze- und Neusilber-Abschläge der Medaille wurden zum Bestseller - die meist verkauften ihrer Art in der Geschichte der USA.

Im Juni 1980 klapperte Reagan nach und verlieh Wayne posthum auch noch die P.M.F..


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