Der Fragebogen von 2006 - was Sie schon immer über Deutschland wissen sollten

DER FRAGEBOGEN VON 2006
der Hessischen Landesregierung
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(Was  Sie  schon  immer über
Deutschland wissen sollten)
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[Deutschland für Anfänger]
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mit über 100 Antworten
gesammelt & bebildert
von Nikolas Dikigoros

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(Fortsetzung von Teil I)

51. Frage: Welche Parteien sind derzeit im Bundestag vertreten? Nennen Sie mindestens drei!
Antworten:
a) Die gleichen wie früher in der DDR auch - sie heißen jetzt bloß anders.
b) SED, LDPD, NDP

52. Frage: Unter welchen Umständen können in der Bundesrepublik Deutschland politische Parteien und Vereine verboten werden? Würden Sie trotz eines solchen Verbots die Partei oder den Verein doch unterstützen? Unter welchen Umständen?
Antworten:
Wozu? Ich mache einfach eine Neugründung unter anderem Namen - das haben wir mit unserer Cami schon oft gemacht! Die deutschen Behörden sind doch doof (Türke, 17, in der BRD geboren und mit deutschem Schulabschluß, arbeitslos, passabler Fußballer, einbürgerungswillig).
Wenn sie drohen, den etablierten Parteien bei Wahlen den Rang abzulaufen (boshafter deutscher Student, 21).
Nachfrage: Warum siehst Du das bloß alles so cynisch?
2. Antwort: Das sehe ich nicht cynisch, sondern ganz realistisch. Warum bilden wohl die Nichtwähler schon seit Jahren die stärkste Fraktion in Deutschland? Weil es in Wirklichkeit gar keine freien Wahlen gibt, sondern nur Einheitsparteien, d.h. solche, die eh alle den gleichen Mist machen. Eine Partei, die eine echte Alternative böte, würde doch sofort verboten, weil die Etablierten genau wissen, daß die spielend die absolute Mehrheit gewönne!
2. Nachfrage: Du meinst nicht zufällig eine rechte Alternative? NPD, DVU und REP gibt es aber schon, und die kommen nicht mal auf 5% der Wählerstimmen, geschweige denn auf 50!
3. Antwort: Ach, ich meine doch nicht die Ewig-Vorgestrigen, die halb Polen zurück erobern und den Arabern bei der Vernichtung Israels helfen wollen. Nein, eine Partei, die das Grundgesetz ernst nimmt: Keine Angriffskriege auf dem Balkan, am Hindukusch, am Golf...
3. Nachfrage: Pardon, aber sind das nicht Verteidigungskriege?
4. Antwort: Selber pardon, Verteidigung der Bundesrepublik. Und die müßte wohl nicht irgendwo in der Dritten Welt erfolgen, sondern an unseren eigenen Grenzen, wo die Drogen- und Menschenschmuggler eindringen. Und das ist ja nicht der einzige Punkt: Die Gerichte erkennen kleine christliche Sekten nicht als Religionsgemeinschaften an, weil sie angeblich gegen das Grundgesetz verstoßen; aber wenn hier eine Religion gegen das Grundgesetz verstößt, und zwar ganz massiv, dann ist das der Islam. Muslime haben hier bei uns nichts verloren; die müssen raus, und zwar allesamt. Damit stehe ich übrigens im Gegensatz zu den Rechten - der Schönhuber betont doch immer, daß die Türken seine besten Freunde sind!
4. Nachfrage: Sonst noch ein Punkt im Grundgesetz, der mit dieser Frage zu tun hätte?
5. Antwort: Ja, Artikel 20, Absatz 4: "Gegen jeden, der es unternimmt die verfassungsmäßige Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist." Die z.Z. in den Parlamenten des Bundes und der Länder vertretenen Parteien sind dabei, diese Ordnung zu beseitigen, d.h. von Rechts wegen müßten sie allesamt als verfassungswidrig verboten werden. Und wenn das nicht geschieht, bleibt wohl keine andere Abhilfe als Widerstand zu leisten.

53. Frage: Was sind Bürgerinitiativen?
Antwort: Recht- und machtlose Vereinigungen unzufriedener Wähler (und Nichtwähler, Anm. Dikigoros :-).

54. Frage: Nennen Sie zwei Interessenverbände aus dem Wirtschafts- und Arbeitsleben!
Antwort: Gaststättenverband und Agentur für Arbeit.
Nachfrage: Wessen Interessen sollen die denn vertreten?
2. Antwort: Die der Gastwirte und die der Arbeitslosen.
2. Nachfrage: Wie kommen Sie darauf, daß die BAA die Interessen der Arbeitslosen vertritt?
3. Antwort: Von denen bekomme ich doch jeden Monat meine Knete; ein anderes Interesse an denen habe ich nicht.
3. Nachfrage: Haben Sie denn kein Interesse daran, daß die Ihnen auch eine Arbeit vermitteln?
4. Antwort: Soll das hier eine ernsthafte Umfrage sein, oder wollen Sie mich bloß verarschen? Die haben doch noch nie jemandem eine echte Arbeitsstelle vermittelt, höchstens Umschulungen, ABM oder 1.-Euro-Jobs!
4. Nachfrage: Haben Sie schon mal von den Gewerkschaften gehört?
5. Ja, die wollten, daß ich bei ihnen Mitglied werde. Kostet mich aber nur Geld und bringt mir auch keine Arbeit, im Gegenteil.
5. Nachfrage: Wieso im Gegenteil?
6. Na, die streiken doch alle Arbeitsplätze kaputt, daß die Arbeitgeber ihre Betriebe dicht machen oder ins Ausland abwandern. Wenn es nach denen geht, bekommen immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Geld, und der Rest bleibt draußen. Das sind keine Interessenvertreter, sondern Banditen, Arbeitsplatzvernichter.


6. Nachfrage: Na, na...
7. Antwort: Stimmt doch! Die obersten DGB-Bonzen verdienen fast so viel wie die Vorstände von Großunternehmen; und wenn Sie sehen, wie sich z.B. der Betriebsrat von VW hat korrumpieren lassen - die machen auf Betriebskosten Urlaubsreisen nach Brasilien, Nutten inclusive, und stimmen dafür Arbeitszeit- und Lohnkürzungen auf dem Rücken der Beschäftigten zu. Diesen ganzen Mist, Gewerkschaften, Betriebsräte usw., sollte man endlich abschaffen, dann wäre vielleicht genug Arbeit und Geld für alle da.
7. Nachfrage: Glauben Sie an Märchen?
8. Antwort: Nein, ich gebe nichts auf das Gerede von Politikern, schon gar nicht wenn sie etwas von "Vollbeschäftigung" erzählen.

55. Frage: Wo finden die Parlamentssitzungen des Deutschen Bundestages statt?
1. Antwort: Im großen Plenarsaal - obwohl man die meisten Koksrückstände auf den Klos gefunden hat.
Nachfrage: Ja, aber wo ist dieser Plenarsaal?
2. Antwort: Na, in Berlin.
2. Nachfrage: Ja, aber in welchem Gebäude?
3. Antwort: Keine Ahnung.
3. Nachfrage: Na, im Reichstag!
4. Antwort: Quatsch, da saßen doch die Nazis!
4. Nachfrage: Nein, die saßen in der Kroll-Oper, weil die Kommunisten den Reichstag abgefackelt hatten.
5. Antwort: Faschist! (Student mit deutschem Paß aus Köln, 25)

56. Frage: Wie oft findet die Wahl zum Deutschen Bundestag in der Regel statt?
1. Antwort: Da müßte ich mal nachzählen, Moment: 1949, 1953, 1957...
Nachfrage: Nein, gemeint ist doch "in welchen Zeitabständen?"!
2. Antwort: Können die Leute, die sich das ausgedacht haben, kein Deutsch? Die sollte man ausbürgern!
(Hausfrau mit deutschem Paß aus Tibet, 36, seit 10 Jahren in Deutschland verheiratet)

57. Frage: Wie heißt die Vereinigung von Abgeordneten einer Partei im Parlament?
Antwort: kriminelle Vereinigung (boshafter deutscher Student, 21)

58. Frage: Für die Abgeordneten in den Parlamenten gilt der "Grundsatz des freien Mandats". Was heißt das?
Die Abgeordneten sind frei, sich von reichen Geldgebern kaufen zu lassen ("Bestechung" von Abgeordneten gibt es qua Gesetz nicht). Dabei müssen sie allerdings darauf achten, daß sie nicht gegen die Fraktionsdisziplin verstoßen, denn sonst werden sie bei der nächsten Wahl nicht wieder aufgestellt.

59. Frage: Was bedeutet die "5-Prozent-Klausel" bei der Wahl zum Deutschen Bundestag?
Antwort: Vom Wahlkampfbeginn bis zum Wahlabend dürfen die Kandidaten keine Getränke zu sich nehmen, die mehr als 5% Alkohol enthalten. Weil die Skinheads schon vorher saufen, kommen die Neonazis nie ins Parlament, obwohl sie eigentlich über 10% Sympathisanten haben.

60. Frage: Alle Bürgerinnen und Bürger können sich mit Beschwerden und Vorschlägen auch an besondere Ausschüsse der Parlamente wenden. Wie heißen diese Ausschüsse der Volksvertretungen in Bund und Ländern?
Antworten:
Die Frage verstehe ich nicht (Austauschstudentin, noch nicht sehr sprachgewandt)
Briefkastenonkelausschuß (deutsche Hausfrau, 46, mittlere Reife)

61. Wie ist die Amtsbezeichnung des Staatsoberhaupts der Bundesrepublik Deutschland?
Antwort: Amtsschimmel (russische Schwesternschülerin, 21, relativ gute Deutschkenntnisse)

62. Frage: Was ist das Bundeskabinett?
Antwort: Die gute Stube des Parlaments (deutsche Hausfrau, 39)

63. Frage: Welche Amtsbezeichnung hat der deutsche Regierungschef?
Antwort: Bundespräsident.

64. Frage: Wie heißen die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland?
Antwort: Nationalmannschaft (deutscher Schüler, 15)

[Die Streitkräfte der BRD 1954 beim Appell]

65. Frage: Wann und zu welchem Zweck wurden sie gegründet?
Antwort: 1954, um die Fußballweltmeisterschaft zu gewinnen (wie vor).
(Anm. Dikigoros: Wer die ersten Memoiren von Fritz Walter - im Bild oben ganz links - gelesen hat, weiß, daß es damals bei der Fußballnationalmannschaft schlimmer zuging als auf dem Kasernenhof, auch und gerade was das Schleifen und Schurigeln neuer Rekruten, d.h. neu in die DFB-Auswahl berufener Spieler anbelangt. Folgerichtig traten die meisten denn auch auf dem Spielfeld auf - und vor allem zu - wie auf einem Schlachtfeld: "Jeder Schuß ein Russ', jeder Stoß ein Franzos', jeder Klaps ein Japs, jeder Tritt ein Brit'" reimte man anno 1914... Letzteres bekamen 40 Jahre später vor allem die Ungarn schmerzhaft zu spüren. Walter beschreibt das wohlgemerkt nicht kritisch, sondern aus dem Brustton der Überzeugung, daß das alles gut und richtig war - schließlich war er als "Mannschaftsführer" so etwas wie der Spieß. Es gab kaum etwas zu essen, damit niemand Fett ansetzte, und vor allem kaum etwas zu trinken, deshalb wurde heimlich Leitungswasser - oder Alkohol - gesoffen. Kein Wunder - auch keines von Bern -, daß bei der Truppe nur Penner und Säufer mitzumachen bereit waren. Die meisten sollten später an Leberzirrhose sterben. [Der einzige Abstinenzler - der sich auch keinen "Traubenzucker" spritzen ließ - war Torwart Kwiatkowski aus Dortmund; aber dieser anpassungsunfähige Spielverderber wurde nur einmal aufgestellt - im Vorrundenspiel gegen Ungarn, als er sich 8 Eier ins Nest legen lassen mußte - und danach nie wieder.] Wie dem auch sei, zur Identitätsbildung der Bundesrepublikaner trug dieser wüste Haufen mehr bei als die ein paar Jahre später gegen den massiven Widerstand der von SED und SPD gelenkten "Ohne-mich-Bewegung" gegründete Bundeswehr.)

[Die Streitkräfte der BRD 52 Jahre später]

66. Frage: Deutschland ist ein Bundesstaat. Was bedeutet das?
Antwort: Daß es beim Fußball eine Bundesliga gibt
(deutscher Schüler, 13, spielt in der Jugendmannschaft des FV Preußen Bonn).
Nachfrage: Warum heißt denn die Bundesliga "Bundesliga", und nicht etwa "Gauliga"?
2. Antwort: Der GAU ist ja noch nicht eingetreten.
2. Nachfrage: Was wäre denn für Dich der GAU?
3. Antwort: Wenn Deutschland bei der WM 2006 nicht gewinnen würde.

67. Frage: Wie heißt die Vertretung der deutschen Länder auf Bundesebene?
Antwort: DFB (wie vor)

68. Frage: Die Bundesrepublik Deutschland hat einen dreistufigen Verwaltungsaufbau. Wie heißt das unterste politische Gemeinwesen?
Antwort: Regionalliga (wie vor)
Nachfrage: Aber nun denk doch mal nach und versuch erstmal, die Frage richtig zu verstehen!
2. Antwort: Ach so, Kreisklasse
(Anm. Dikigoros: Die BRD hat zwar einen dreistufigen Verwaltungsgerichtsaufbau: Verwaltungsgericht, Oberverwaltungsgericht, Bundesverwaltungsgericht; aber daß sie auch nur einen dreistufigen Verwaltungsaufbau hätte, wäre Dikigoros neu - er kommt auf vier: Städte/Gemeinden/Kreise, Regierungsbezirke, Bundesländer, Bund. Die Nicht-Abschaffung der überflüssigen, kostspieligen Bundesländer nach DDR-Vorbild war 1990 eine der Kardinalsünden der deutsch-deutschen "Wiedervereiniger".)

69. Frage: Wie lautet die Amtsbezeichnung der Regierungschefs der meisten Bundesländer?
Antwort: Bundeskanzler (deutscher Schüler, 14, gute bis sehr gute Noten in "Politik und Sozialkunde")

70. Frage: Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Rechtsstaat. Was bedeutet Rechtsstaat?
Antwort: Daß letztlich alles vom Bundesverfassungsgericht entschieden wird.

71. Frage: Wem steht alleine die Strafgewalt zu?
Antwort: Allah und seinen Beauftragten gemäß der Shar'ia.
Nachfrage: Wollen Sie mich verarschen?
2. Antwort: Nein, ich wollte nur mal sehen, ob Sie als Christ Ihre Bibel kennen; da steht nämlich: "Mein ist die Rache, spricht der Herr." Und ob Sie diesen Herrn nun mit "Jahwe", "Adonai", "Gott" oder "Allah" übersetzen...
2. Nachfrage: ... macht einen gewaltigen Unterschied, für mich jedenfalls. Und mit Ihrer typisch muslimischen Idee eines "Gottesstaates" können Sie mir gar nicht imponieren.
3. Antwort: Ach nein? Ist das wirklich typisch muslimisch? Die christlichen Monarchen bezeichnen sich noch heute durchweg als "von Gottes Gnaden" herrschend; selbst in Ihrer Republik schwören Kanzler und Minister noch "so wahr mir Gott helfe", und einer Ihrer größten Soldaten hat mal gesagt: "Nicht die Religion hat sich nach der Staatsform zu richten, sondern die Staatsform nach der Religion."
3. Nachfrage: Wer soll das gewesen sein? Der Türkenlouis? Der ist seit über 300 Jahren tot!
4. Antwort: Markgraf Ludwig von Baden war kein großer Soldat, sondern ein kleiner Heerführer. Ich meine jemanden, der kurz vor dem Ersten Weltkrieg geboren wurde, den übrigens Ihr Kaiser und unser Kaiser gemeinsam unter der Parole "Soli Deo Gloria" geführt haben; im Gegensatz zu Ihnen sahen die keinen Gegensatz zwischen dem Gott der protestantischen Preußen, der katholischen Österreichern, der orthodoxen Bulgaren und der muslimischen Türken.
4. Nachfrage: Sie lenken ab. Die Frage ist doch: Akzeptieren Sie unsere weltliche Rechtsprechung, oder lehnen Sie sie ab?
5. Antwort: Ich mißtraue ihr. Ihre weltlichen Richter sind doch alle korrupt.
5. Nachfrage: So? Wie viele deutsche Richter kennen Sie denn persönlich?
6. Antwort: Genug. Und Sie?
6. Nachfrage: Mehrere hundert - ich bin Rechtsanwalt.
7. Antwort: Ach ja... und bei wie vielen von denen würden Sie die Hand dafür ins Feuer legen, daß sie absolut unbestechlich sind und noch nie das Recht gebeugt haben?
7. Nachfrage: Äh... vergessen Sie die Frage.
[Nachtrag: bei einer würde Dikigoros das eventuell tun (notfalls mit Asbest-Handschuh :-), der Präsidentin seines Landgerichts. Aber die sollte diesen Posten erst fünf Jahre nach diesem Frage- und Antwort-Spiel bekommen und - das muß man leider dazu sagen - nur Dank der Frauenquote; sonst hätte sie trotz ihrer fachlichen Kompetenz und persönlichen Integrität kaum eine Chance gehabt. Was lernen wir daraus? 1. Ausnahmen bestätigen die Regel. 2. Manchmal kann die Frauenquote doch zu etwas gut sein.]
8. Antwort: Nein, vergessen Sie meine Gegenfrage. Das Problem ist doch ein ganz anderes.
8. Nachfrage: Nämlich?
9. Antwort: Das Recht, wie ich es verstehe, wird nicht erst durch Ihre Richter gebeugt, sondern schon durch Ihre Gesetzgeber. Ihre Rechtsordnung verdient diesen Namen nicht. Sehen Sie, in Deutschland werden Leute bestraft, die ein wenig zu schnell Auto fahren oder bei Rot über die Straße gehen, die zu bezweifeln wagen, daß im Dritten Reich 6 Millionen Juden und im Osmanischen Reich 3 Millionen Armenier ermordet wurden. Aber die wirklich wichtigen Fundamente einer Gesellschaft werden nicht mehr vom Strafrecht geschützt.
9. Nachfrage: Was meinen Sie?
10. Antwort: Nun, Ehebruch und Gotteslästerung sind z.B. straffrei.
10. Nachfrage: Nun, da mögen Sie ja Recht haben; aber wenn Sie öffentliche Steinigungen für Ehebruch wollen, dann müssen Sie halt in ein Land auswandern, wo es so etwas noch gibt, und dort um die Staatsbürgerschaft nachsuchen. Und was die Gotteslästerungen anbelangt, so bin ich der Meinung, daß es nicht die Aufgabe der deutschen Justiz sein kann, sich darum zu kümmern, ob ein indischer Muslim in einem englischen Buch einen arabischen Profeten und dessen Werke beleidigt hat - übrigens auch nicht die Aufgabe der iranischen Justiz. Ebensowenig ist es die Aufgabe der deutschen Justiz, sich mit Karikaturen zu befassen, die ein Ägypter einer dänischen Zeitung unterzuschieben versucht.
11. Antwort: Aber das Buch von Rushdie ist auch in deutschen Verlagen erschienen, und deutsche Zeitungen haben die Karikaturen nachgedruckt.
11. Nachfrage: Tja... interessiert Sie meine ganz persönliche Meinung dazu?
12. Antwort: Oh ja, sehr.
12. Nachfrage: Ich halte den Qur'an, ebenso wie die Bibel, aus der er abgeschrieben ist, für genau das, was Rushdie in den Satanischen Versen geschrieben hat. Und der Ägypter, der die angeblich dänischen Karikaturen lanciert hat, gehört mindestens wegen Volksverhetzung und Anstiftung zum Landfriedensbruch vor Gericht gestellt; angesichts der Angriffe auf dänische und andere westliche Einrichtungen in islamischen Ländern könnte man sogar darüber nachdenken, ihn wegen Anstiftung zum Mord anzuklagen. Denn die echten dänischen Karikaturen stellen doch schwerlich Beleidigungen Ihres Profeten dar, sondern eher harmlosen Kinderkram - oder?
[Der Gesprächspartner brach das Interview an dieser Stelle ab, Anm. Dikigoros]

72. Frage: Wie heißt das höchste deutsche Gericht?
Antwort: Eisbein mit Sauerkraut (boshafter französischer Tourist, nicht einbürgerungswillig)

[Eisbein mit Sauerkraut]

Nachfrage: Sie irren, gleich zweifach. Erstens mag das zwar einmal das höchste Gericht der Elsässer gewesen sein, bis die Franzosen sie im Zweiten Weltkrieg und danach endgültig ausgerottet haben; aber der Rest der Deutschen frißt heute bevorzugt Currywurst mit Pommes und Mayo oder Ketchup. Und zweitens ist hier keine Speise, sondern ein Tribunal gemeint. Aber geografisch liegen Sie schon fast richtig; der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sitzt ja im Elsaß, in Straßburg, und schräg gegenüber auf der anderen Rheinseite, in Karlsruhe, sitzen der Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht: Welches dieser drei Tribunale gemeint ist, kann ich Ihnen allerdings auch nicht sagen.

73. Frage: Was ist unter der Unabhängigkeit der Gerichte zu verstehen?
Antwort: Daß die Richter unabhängig von Recht und Gesetz sind.

74. Frage: Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Sozialstaat.
Nennen Sie drei Elemente der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland!
Antwort: Sozialismus, Sozialhilfe, ach nein, das heißt ja jetzt Hartz IV, und drittens weiß ich nicht (deutsche Schülerin, 15)

75. Frage: Wie heißt die Vereinigung der europäischen Staaten? Nennen Sie mindestens fünf Mitgliedstaaten!
Antworten:
a) Vereinigte Staaten von Europa
b) Deutschland, USA, UdSSR, Türkei, China
Nachfrage: Aber gibt es die UdSSR denn überhaupt noch?
2. Antwort: Ach nee, das heißt ja jetzt Rußland.
2. Nachfrage: Was heißt denn "USA"?
3. Antwort: Unabhängige Staaten von Amerika.
3. Nachfrage: Und Amerika, liegt das in Europa? Und China?
4. Antwort: Ach so, nein, ja dann... Israel und Mallorca.
4. Nachfrage: Aber Israel, liegt denn das in Europa?
5. Antwort: Natürlich, die nehmen doch auch am Eurovisionswettbewerb und am Europacup teil!

76. Frage: In welcher Stadt hat das Europäische Parlament seinen Sitz?
Antwort: Die Frage ist genauso dämlich formuliert wie die meisten anderen. Richtig ist, daß die Sitzungen mal in Brüssel, mal in Straßburg statt finden. Ersteres gilt als Hauptsitz, letzteres als Nebensitz.

77. Frage: Bei welchen Wahlen können in der Bundesrepublik Deutschland EU-Bürger/- Bürgerinnen mitwählen?
Antwort: Tor des Monats, Eurovisionswettbewerb, Deutschland sucht den Superstar.
Nachfrage: Wie kommst Du denn darauf?
2. Antwort: Na, beim Tor des Monats gewinnen doch ständig Ausländer, und die werden ja wohl auch von Ausländern gewählt worden sein. Beim Eurovisionswettbewerb dürfen Deutsche gar nicht mitwählen, jedenfalls nicht für deutsche Kandidaten, und bei Deutschland sucht den Superstar waren von den letzten drei Kandidaten zwei Ausländer.

78. Frage: Wie heißt das Organ der EU, das die Gemeinschaftspolitik plant und die Entscheidungen ausführt?
Antwort: Da das meist Männer sind, und die bekanntlich schwanzgesteuert denken...

79. Frage: Welchem internationalen Verteidigungsbündnis gehört die Bundesrepublik Deutschland an?
Antworten:
Der FIFA (deutscher Schüler, 13)
Der UNO (deutsche Studentin, 25)
Der NASA (deutsche Hausfrau, 39)

[FIFA-Emblem] [UNO-Emblem] [NASA-Emblem] [unbekanntes Emblem]

80. Frage: Nennen Sie drei deutsche Philosophen!
Antworten:
Stefan Raab, Harald Schmidt, Günter Jauch (deutsche Schülerin, 14)
Was ist denn das, Filosofen? (deutsche Hausfrau, 39, drei schulpflichtige Kinder, davon zwei am Gymnasium)
Keine Ahnung (Schüler aus NRW, 16)
Nachfrage: Hast Du denn noch nie von Kant, Hegel oder Fichte gehört?
2. Antwort: Kant? Kam der nicht aus Kaliningrad? Dann war er doch Russe, oder? Von den beiden anderen hab ich noch nie was gehört.
Max Müller, Houston Stewart Chamberlain, Adolf Hitler (Anglo-Inder, 55, Journalist u. Schriftsteller)
Nachfrage: Den Max Müller, den Sie meinen, kennt in Deutschland kein Mensch, obwohl er zweifellos ein großer Wissenschaftler und Freund der Weisheit war. Aber Sie haben Glück, es gab im 20. Jahrhundert mal einen völlig unbedeutenden Professor für Filosofie in Freiburg, der sogar im Brockhaus steht. Man wird sich nur wundern, daß Sie den kennen. Aber wie kommen Sie auf Chamberlain? War der nicht Engländer?
2. Antwort: Nein, der war nur zufällig in England geboren. Er lebte in Deutschland, sprach und schrieb Deutsch, war mit einer Deutschen verheiratet und hatte die deutsche Staatsangehörigkeit; kein Engländer würde bezweifeln, daß er ein Deutscher war. Übrigens habe ich bewußt Personen genannt, die sich haben einbürgern lassen - darum geht es hier doch, oder?
2. Nachfrage: Fühlen Sie sich als Engländer oder als Inder?
3. Antwort: Wissen Sie, Indien war immer ein Einwanderungsland. Und mit "immer" meine ich seit Jahrtausenden, nicht erst seit ein paar Jahrzehnten wie Großbritannien oder Deutschland. Wir definieren uns nicht über den Herkunfts- oder Geburtsort - sonst wären Kipling und Orwell ja auch Inder -, sondern über unsere Kultur und unseren Glauben. Ich bin Hindu, und das ist für mich gleichbedeutend mit "Inder". Die vielen Leute aus Pakistan und Bangla Desh, die von den Briten für "Inder" gehalten werden, sind in Wahrheit Muslims.
3. Nachfrage: Haben Sie die britische Staatsangehörigkeit?
4. Antwort: Ja. Aber ich fühle mich nicht als Brite.
4. Nachfrage: Sie leben in England, sprechen und schreiben Englisch, sind mit einer Engländerin verheiratet und haben die englische Staatsangehörigkeit; kein Engländer würde bezweifeln, daß Sie...
5. Antwort: Ja, ich weiß, was Sie sagen wollen. Aber wir sprechen doch von Philosophen, und Philosophie gehört halt in die Sphäre "Kultur und Glauben". Chamberlain glaubte an die Kultur und an die Ideologie der Deutschen seiner Zeit - die er selber maßgeblich mitgestaltet hatte -; aber ich kann nicht an die Kultur und Ideologie der Briten meiner Zeit glauben.
5. Nachfrage: Weshalb nicht? Was stört Sie denn?
6. Antwort: Das gleiche, was mich auch bei Ihnen stören würde: die zunehmende Glaubens- und Kulturlosigkeit, der Mangel an Freundschaft zur Weisheit, wie Sie das nennen. Wie Sie selber sagen, kennt in Deutschland kaum noch jemand den großen Max Müller, und auch Chamberlain und Hitler dürfte kaum noch jemand gelesen haben, selbst in Ihrer Generation, und danach erst recht nicht.
6. Nachfrage: Halten Sie das für einen großen Verlust?
7. Antwort: Ja, sie sind doch Bestandteil Ihrer Kultur. Wer von seiner Vergangenheit nichts wissen will - egal ob sie ihm behagt oder nicht -, hat keine Zukunft.
7. Nachfrage: Auch die Briten wollen nichts mehr davon wissen, daß sie mal in Indien und sonstwo waren...
8. Antwort: Na ja, aber das waren doch nur ein paar. Die Briten in Indien z.B. haben nie mehr als 0,1 Promille der Bevölkerung ausgemacht. Die Zahl der echten und falschen "Inder" in Großbritannien beträgt dagegen heute schon mehr als 10%; dazu kommen all die kulturlosen Schwarzen aus Afrika und der Karibik, das sind nochmal 10%, und die Tendenz ist steigend - wie bei Ihnen.
8. Nachfrage: Sie bedauern das, obwohl Sie doch selber ein Einwanderer sind?
9. Antwort: Entschuldigen Sie mal, Sie wollen mich doch wohl nicht auf eine Stufe stellen mit Negern, Muslims und osteuropäischen Kriminellen?!

81. Frage: Die Bundesrepublik Deutschland gilt als das Land der "Dichter und Denker".

[Bundesrepublikaner beim Dichten und Denken]

[Anm. Dikigoros: Seit wann gilt der Staat BRD als "Land der Dichter und Denker"? Deutschland war das einmal;
aber seit Gründung der BRD hat es doch keine mehr hervor gebracht, die eine solche Bezeichnung rechtfertigten.]

[Denkmal auf Goethe und Schiller]

Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller gelten als Deutschlands berühmteste Dichter.
[Anm.: Dikigoros hat keine Ahnung, warum bei Goethe das Adelsprädikat hinzu gefügt wurde und bei Schiller nicht - aber danach war ja nicht gefragt.]
Nennen Sie jeweils ein Werk der beiden Dichter!
Antwort: Die Farbenlehre, Der fliegende Teppich, Die Glocke, Der Handschuh, Der Taucher.
[Anm.: Beim zweiten Titel liegt offenbar eine Verwechslung mit dem "west-östlichen Diwan" vor.]
Nachfrage außer Konkurrenz: Kennen Sie Göte?
2. Antwort: Wenn Sie diesen albernen Schlager meinen, ja. Persönlich kennen gelernt habe ich ihn allerdings nicht mehr, was ich auch für keinen großen Verlust halte.
2. Nachfrage: Wie bitte?
3. Antwort: Na sicher. Sie hacken immer darauf herum, daß Schiller ein Franzosenfreund war und nennen ihn "Monsieur Frédéric Giller"; dabei war der unzweifelhaft Deutscher und zudem ein guter Mensch; aber der Goethe war doch'n Arsch und zur Hälfte türkischer Abstammung.
3. Nachfrage: Mag ja sein, daß Goethe ein Arsch war, wie Sie das nennen; aber woher haben Sie denn diesen Unfug mit der türkischen Abstammung? Behaupten das neuerdings die Türken?
4. Antwort: Nein, das stand in einer ganz seriösen deutschen Wochenzeitung, DIE ZEIT.
4. Nachfrage: Die halten Sie für seriös?
5. Antwort: Na ja, jedenfalls scheint mir das alles sehr schlüssig. Sehen Sie, "Göt" ist das türkische Wort für "Arsch"; und als sein Vater nach Deutschland kam, hat er aus dem "ö" ein "oe" gemacht und noch ein "h" und ein "é" hinzu gefügt...
5. Nachfrage: Wann stand das in der Zeit? Am 1. April?
6. Antwort: Nein - glauben Sie mir etwa nicht?
6. Nachfrage: Doch, ich glaube Ihnen, daß Sie das da gelesen haben; ich würde Ihnen sogar glauben, daß die geschrieben haben, Götz von Berlichingen sei türkischer Abstammung und habe, als er nach Deutschland kam, seinem Vornamen ein "z" angefügt, und daß Goethe nur deshalb ein Theaterstück über ihn geschrieben hat, weil er ein Landsmann von ihm war, und daß nur deshalb der Satz darin vorkommt: "Leck mich am..." Aber verstehen Sie jetzt, warum ich das Abonnement für dieses Käseblatt schon vor 25 Jahren abbestellt habe?
7. Antwort: Wahrscheinlich haben Sie etwas gegen Türken!
7. Nachfrage: Wissen Sie, es gab mal einen jüdischen Spinner, der hatte was gegen Juden, und der schrieb in einem Buch, das zu seiner Zeit auch als seriös galt, daß Jesus römischer und Dante deutscher Abstammung war. Vielleicht wäre er heute Mitherausgeber der ZEIT, wenn er noch am Leben wäre. Rosenberg hieß der - schon mal gehört?
8. Antwort: Von Jesus und Dante schon, ja, aber Rosenberg... Rosenberg... Ach, wahrscheinlich der Vater von Marianne Rosenberg, der Schlagersängerin. Ich dachte immer, der war Zigeuner.

82. Frage: Nennen Sie einen deutschen Literatur-Nobelpreisträger!
Antworten:
Karl May (deutscher Schüler, 15)

[Karl May, deutscher Nobelpreisträger]

Harry Potter (deutsche Schülerin, 13)
Nachfrage: Aber war der denn Deutscher?
2. Antwort: Natürlich, ich hab' alle seine Bücher gelesen, die sind auf Deutsch!
(Anm. Dikigoros: Bevor Ihr über das junge Mädchen lacht, liebe Leser, wollt Ihr Euch bitte daran erinnern, daß die Zuschauer des staatlichen Verdummungs- Fernseh-Senders ZDF in der Serie "Unsere Besten" anno 2004 "Der kleine Prinz" zu einem der zehn "deutschen Lieblingsbücher" wählten, zusammen mit acht weiteren Büchern ausländischer - zumeist jüdischer - Autoren; das einzige echte deutsche Buch - die erfundene Geschichte einer dekadenten Koofmich-Familie aus der Heimatstadt Herbert Frahms, verfaßt von einem Schwulen, der in die USA emigrierte und von dort lautstark dazu aufrief, alle Bücher von nicht-emigrierten Deutschen zu vernichten - kam auf den 6. Platz. Man mag das mit der einseitigen Vorauswahl des ZDF entschuldigen - eine freie Wahl war nicht möglich -; man darf sich aber nicht wundern, wenn dann auch 13-jährige Schulkinder solchen Büchern einen deutschen Ursprung beilegen und keine anderen mehr kennen.)

83. Frage: Welcher Deutsche komponierte in seiner 9. Sinfonie am Schluss die berühmte "Ode an die Freude"?
Nennen Sie zwei weitere deutsche Musiker bzw. Komponisten!
Antworten:
a) weiß nicht
b) Gildo Horn, Dieter Bohlen (deutsche Schülerin, 13)
a) Schiller
b) Dieter Bohlen, Udo Lindenberg (deutscher Schüler, 15)
a) Mozart - es war doch gerade Mozartjahr
b) Udo Jürgens, Roberto Blanco (deutsche Hausfrau, 46)

[Gildo Horn - Gildo hat Euch lieb!] [Dieter Bohlen, 'Mr. Pimmelbruch'] [Udo Lindenberg - alles klar!] [Der deutsche Musiker Roberto Blanco]

84. Frage: Der deutsche Maler Caspar David Friedrich malte auf einem seiner bekanntesten Bilder eine Landschaft auf der Ostseeinsel Rügen.
Welches Motiv zeigt dieses Bild?
Antwort: Wasser, Steine, Holz.

[Caspar David Friedrich: Kreidefelsen auf Rügen]

Nachfrage: Bist Du sicher, daß Kreide ein Stein ist?
2. Antwort: Na klar - Kalkstein.
2. Nachfrage: Was hast Du bloß immer gegen Caspar David Friedrich?
3. Antwort: Also, erstens weiß ich nicht, ob jemand, der bis zu seinem 41. Lebensjahr schwedischer Staatsbürger war und seine prägenden Jahre in Dänemark verbracht hat, ein gutes Beispiel für einen deutschen Maler ist, zweitens hat er Personen nie von vorne gemalt, sondern immer nur von hinten - selbst Christus am Kreuz! -, und drittens sind mir seine Bilder durch die Bank zu düster.

[Caspar David Friedrich: Kreuz im Gebirge]

3. Nachfrage: Ach, aber Repin findest Du gut...
4. Antwort: Der hat nicht nur Iwan den Schrecklichen gemalt, sondern auch Farbenfrohes, wie z.B. die Kosaken. Aber das steht nicht zur Debatte, der war ja Russe. Und hier geht es nicht darum, was ich gut finde, sondern was typisch deutsch ist und was man deshalb als BRD-Bürger kennen sollte.
4. Nachfrage: Aber welchen deutschen Maler und welches seiner Werke würdest Du denn als "typisch deutsch" zum Gegenstand eines solchen Fragebogens machen?
5. Antwort: Das ist schwierig, denn die flämischen Maler des 17. Jahrhunderts gelten ja heute nicht mehr als Deutsche, und Paduas "Leda mit dem Schwan" darf man nicht mehr kennen, weil es auch Hitler gefiel. Vielleicht Dürers Rhinoceros.

[Paul Mathias Padua, Leda mit dem Schwan] [Dürers 'Rhinoceron']

5. Nachfrage: Sei nicht albern, das taucht ja nicht mal in der Sammlung der "1000 Gemälde, die jeder haben muß" auf, obwohl Dürer da mit 12 Werken den Vogel abschießt. Aber denk mal nach, 19. Jahrhundert... da müßtest Du doch noch drauf kommen!
6. Antwort: Wieso müßte ich?
6. Nachfrage: Na, Du hast doch sogar eine Deiner längsten Webseiten darüber geschrieben!
7. Antwort: Ach so - Menzels "Flötenkonzert". Du Preußin...

[Menzel, Das Flötenkonzert]

[Das Interview führte Frau Dikigoros mit Ihrem Mann, bei dem hauptsächlich Stiche der Merians an der Wand hängen - aber auch die gelten ja nicht mehr als Deutsche. Bei seinen Eltern hing Dürers "Rhinoceron" im Wohnzimmer und Dürers "Hase" im Flur, bis sie ersetzt wurden durch das Bild eines Elefanten, das Dikigoros aus Indien mitgebracht hat bzw. durch die Baumrinden-Miniatur einer Dorfkirche, die Dikigoros aus der Ukraïne mitgebracht hat. Und auf wiederholte Anfragen, welches denn nun seine persönlichen Lieblingsmaler seien, kann er nur antworten: Die Frage ist falsch gestellt, denn zum einen gibt es Maler, die zwar viele überdurchschnittlich gute Bilder gemalt haben, aber keines, das er als heraus ragend empfinden würde, wie Canaletto, Ingres oder Hok'sai, zum anderen solche, die zwar überwiegend Schrott abgeliefert haben, aber auch einige sehr gute Einzelstücke. (Das gilt übrigens nicht nur für Maler, sondern auch für andere Künstler, Musiker, Schriftsteller usw.; als Beispiel dafür pflegt Dikigoros stets Kiplings Gedichte anzuführen.) Aber wenn er denn ein paar Maler nennen soll, die relativ viele Werke gemalt haben, die ihm gut gefallen, und relative wenige, die ihm direkt mißfallen, so wären das neben dem bereits erwähnten Repin noch Boucher, Fragonard und Tizian. Enttäuscht, liebe Deutschtümler? Pech gehabt!]

[Dürer, deutscher Hase] [indischer Elefant]

85. Frage: In Kassel findet alle fünf Jahre eine der bedeutendsten Ausstellungen moderner und zeigenössischer Kunst statt.
Welchen Namen trägt diese Ausstellung?
Antwort: Biennale (Filialleiterin mit deutschem Paß, 43).
Nachfrage: Alle fünf Jahre! Wissen Sie denn nicht, was "bi" bedeutet?
2. Antwort: Na hörnse mal, ich bin doch nicht pervers! Wahrscheinlich meinen Sie irgend so eine Sex-Messe.
(Anm.: Dikigoros hält weder die Dokumenta für bedeutend noch das meiste von dem dort gezeigten Schrott für "Kunst", geschweige denn für "deutsche Kunst".)

86. Frage: Die Bundesrepublik Deutschland hat bedeutende Universitäten. Nennen Sie drei Universitätsorte!
Antwort: Hörsaal, Garderobe, Mensa (deutscher Langzeitstudent der Politologie aus Bonn, 31)
Nachfrage: Sie haben den Locus vergessen, das ist das lateinische Wort für O[e]rt[chen]. Mensch, gemeint sind natürlich drei deutsche Städte, an denen es Universitäten gibt; und vergessen Sie Prag, Straßburg, Wien und Bonn!
2. Antwort: Wieso, was stimmt denn nicht mit Bonn?
2. Nachfrage: Die Uni dort ist nach dem preußischen König Friedrich-Wilhelm benannt, der sie gegründet hat; die zu nennen wäre reaktionär und faschistoïd - denken Sie politisch-korrekt!
3. Antwort: Wie das?
3. Nachfrage: Das müßten Sie als angehender Politologe doch eigentlich wissen. Nennen Sie drei Städte in der BRD, deren Universitäten nach Juden und Kommunisten benannt sind!
4. Antwort: Äh...
4. Nehmen Sie mal Einstein, Heine, Marx!
5. Antwort: Zürich, Paris, London.
5. Nachfrage: Das sind doch keine deutschen Städte! Sie sollen nicht sagen, wo die studiert haben, sondern welche Unis nach ihnen benannt sind!
6. Antwort: Auch wenn die dort gar nicht studiert haben?
6. Nachfrage: Richtig - endlich kapiert. Also?
7. Antwort: Vielleicht ihre Geburtsorte?
7. Nachfrage: Fast - aber fangen Sie mal an, ich wäre ja schon froh, wenn Sie wenigstens die wüßten!
8. Antwort: Ulm, Düsseldorf, Trier
8. Nachfrage: Sehen Sie, und nun ersetzen Sie "Trier" noch durch "Leipzig", dann liegen Sie richtig.

[Uni Bonn] [Uni Bonn]

87. Frage: Nennen Sie drei überregionale deutsche Tageszeitungen und zwei öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten!
Antworten:
a) BILD, BamS, Kicker (deutscher Schüler, 13)
1. Nachfrage: Aber ist der Kicker denn eine Tageszeitung?
2. Antwort: Na klar, der liegt schon tagsüber aus, ist ja kein Abendblatt!
2. Nachfrage: Aber gemeint ist doch, daß er täglich erscheint!
3. Antwort. Ach so, ja dann noch der Express.
b) SAT 1, PRO 7 (deutsche Schülerin, 15)
1. Nachfrage: Aber sind das denn öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten?
2. Antwort: Na sicher sind die öffentlich. Verschlüsselt ist doch bloß Premiere!
2. Nachfrage: Aber öffentlich-rechtlich?!?
3. Antwort: Ja, wieso denn nicht? Wenn sie illegal wären, wären sie doch längst verboten!

88. Frage: Erläutern Sie den Begriff "Meinungs- und Pressefreiheit".
Antwort: Das ist die Freiheit, eine Meinung zu haben und sie drucken zu lassen, solange sie nicht von der herrschenden Meinung der politisch-korrekten Gutmenschen oder der Juden oder der Muslime abweicht.

89. Frage: Wenn jemand sagt: "Freie Medien sind ein unverzichtbarer Teil einer demokratischen Gesellschaft." Stimmen sie dem zu oder nicht?
1. Antwort: Mag ja sein; aber seit wann ist die BRD eine demokratische Gesellschaft? (boshafter deutscher Student, 21)
2. Ja klar, das fänd' ich schon gut, wenn ich das Fernsehen und die Fernsehzeitung in Zukunft umsonst bekäme; hat denn der Staat genug Geld, um jedem die GEZ-Gebühren und eine freie Fernsehzeitung zu bezahlen? Aber ich finde, Ausländer sollten das nicht kriegen; am Ende wollen die noch größere Satschüsseln vom Staat bezahlt haben, damit sie ihre türkischen Sender besser empfangen können. (Russisch-stämmige Altenpflegerin mit BRD-Paß, 46, Ehefrau eines "deutsch-stämmigen" Aussiedlers mit überdurchschnittlichen Deutschkenntnissen - nicht nur in Bezug auf andere Aussiedler, sondern auf die "Gesamtbevölkerung" der BRD.)

90. Frage: In den deutschen Kinos startete 2004 der Film "Das Wunder von Bern". Auf welches sportliche Ereignis nimmt der Film Bezug?
Antwort: Besagter Film startete nicht 2004, sondern 2003, und er nimmt in erster Linie Bezug auf die Integrationsprobleme eines aus 13-jähriger russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten deutschen Soldaten. Unter diesem Aspekt ein grottenschlechter Film - wie kann man einem einbürgerungswilligen Ausländer zumuten, so einen Mist zu kennen, geschweige denn den Hintergrund zu verstehen? Als ob es der Regelfall war, daß jemand so lange in Rußland war und dann noch heil zurück gekommen ist, daß seine Frau inzwischen Kneipenwirtin geworden ist, sein ältester Sohn Kommunist, die Tochter ein Besatzerflittchen und der Jüngste ein Fußballnarr... Und diese Geschichtsklitterung: Als ob beim Endspiel alle Zuschauer stumm dem Deutschlandlied der Bläserkapelle gelauscht hätte - dann hätte der Schweizer Staatssender doch an dieser Stelle nicht die Übertragung abbrechen müssen! Nein, die haben lautstark mitgesungen, und zwar die 1. Strofe...
Nachfrage: Aber das konnte man doch nicht zeigen; schließlich sollte der Film politisch korrekt sein!
2. Antwort: Mag ja sein; aber auch wenn ich persönlich nichts von political correctness halte - die hätte man doch auch anders haben können, ohne diese Fälschungen!
2. Nachfrage: Nämlich?
3. Antwort: Na, man hätte z.B. zeigen können, wie die Gäste des Hotels Belvedere in Spiez reagiert haben, als die Deutschen einzogen, oder die Zuschauer auf dem gemeinsamen Trainingsplatz mit den Uruguayern in Thur.
3. Nachfrage: Nämlich?
4. Antwort: Sie sind unter Protest ausgezogen, die guten Demokraten, denn sie wollten weder mit Nazi-Deutschen unter einem Dach leben noch solchen und Niggern beim Balltreten zuschauen.
4. Niggern?
5. Antwort: Na klar, bei Uruguay spielte doch Andrade jun. mit, der war pechschwarz; und ihr Torschützenkönig hieß Hobert, der war deutscher Abstammung, und in der deutschsprachigen Schweiz waren auch die italienisch-stämmigen Varela und Schiaffo nicht gerade wohl gelitten. Aber als Rassisten und Fremdenfeinde dürfen in deutschen Filmen eben immer nur die Deutschen dargestellt werden, nie die anderen, und schon gar nicht die braven, toleranten Schweizer!
5. Nachfrage: Welchen deutschen Film hättest Du denn ausgewählt?
6. Antwort: Schwer zu sagen, aber er sollte schon irgendwie Bezug haben zu einer jüngeren Vergangenheit als den 50ern.
6. Nachfrage: Vielleicht Good Bye Lenin?
7. Antwort: Wenn jemand in den mitteldeutschen Bundesländern eingebürgert werden will, warum nicht - aber welcher Ausländer will das schon? Aber Du bist doch die Filmspezialistin - welchen würdest Du denn vorschlagen?
7. Nachfrage. Da fällt mir ehrlich keiner ein. Aber Du sollst doch hier die Antworten geben! Also?
8. Antwort: Nun, da es in Hessen spielen soll, also möglichst in Frankfurt: "Willkommen in Babylon!"
[Das Interview führte Frau Dikigoros mit ihrem Mann, dessen letzte Antwort durchaus nicht nur boshaft gemeint ist. Er selber hätte freilich unter diesem Titel etwas ganz anderes gedreht als jene nette Komödie über die Internet-Romanze zwischen einem Statiker und einer Fahrlehrerin. Immerhin enthält jener Film einige Dinge, die - leider - nur zu typisch für Deutschland und die Deutschen sind. Zum sportlichen Bezug von "Das Wunder von Bern": Fußball-Weltmeisterschaften 1954 und 1958, vgl. auch die Fragen 64 und 65.]

91. Frage: In welcher deutschen Stadt fanden letztmals die "Olympischen Sommerspiele" statt und von welchem Ereignis wurden sie überschattet?
Antwort: Die Frage ist falsch gestellt, denn die Olympischen Sommerspiele fanden zuletzt in einer griechischen Stadt statt, nämlich Athen, und auch das dürfte nicht "letztmals" gewesen sein. In einer deutschen Stadt fanden sie zuletzt 1936 in Berlin statt.
Ereignis? Keine Ahnung, was da gemeint sein soll - vielleicht das Fallenlassen des Staffelholzes durch die deutsche 4x100-m-Staffel der deutschen Frauen?
(Anm. Dikigoros: Diese Antwort ist korrekt, denn nach Protest der DDR wurde ausdrücklich klar gestellt, daß die Olympischen Sommerspiele 1972 nicht in Deutschland statt fanden, sondern in München - das ist bekanntlich keine deutsche, sondern eine bayrische Stadt, und Bayern hat das Grundgesetz nie ratifiziert, vgl. hier)

92. Frage: Nennen Sie drei bekannte deutsche Sportler!
Antwort: Lukas Podolski, Kevin Kuranyi, Gerald Asamoah - von denen hab' ich sogar Autogramme (deutscher Schüler aus Köln, 13).

[der deutsche Fußballer Kevin Kuranyi] [der deutsche Fußballer Gerald Asamoah] [der deutsche Fußballer Owomoyela] [der deutsche Fußballer Odonkor]

Nachfrage: Du hast Owomoyela und Odonkor vergessen, zur Strafe noch eine Zusatzfrage: Weißt du, was Negerküsse sind und wie man die neuerdings nennt?
2. Antwort: Na klar - Deutschenküsse, die gibts jetzt zur WM!
2. Nachfrage: Falsch - Deutschlandküsse!

Nachtrag. Ein Leser hat Dikigoros gefragt, weshalb er dem hoffnungsvollen jungen Fußball-fan nicht empfohlen habe, nach Frankreich auszuwandern und sich dort einbürgern zu lassen - dort spielten doch nur noch Nicht-Franzosen in der Fußball-"National"-Mannschaft. Aber dieser Sarkasmus ist völlig fehl am Platze, der junge Mann kann getrost in der BRDDR bleiben, denn auch dort ist für entsprechenden Nachwuchs gesorgt. Darf Euch Dikigoros an dieser Stelle einen kleinen Vorgeschmack auf das künftige Gesicht Eurer "National"-Mannschaft geben? Es handelt sich durchweg um Auswahl-Spieler des "Deutschen" Fußball-Bundes (DFB) der Altersklassen U-19, U-20 und U-21, u.a. die "Europa"-Meister von 2008.




Darf Dikigoros seine Leser ferner daran erinnern, daß anno 2010 ein türkischer ("fußball-deutscher") Lümmel namens Mehmet S. - vom BRDDR-Staatsfernsehen als Kommentator für "Länderspiele" angestellt -, einen christlichen Spieler der DFB-Auswahl öffentlich dafür schelten durfte, daß er sich während des Spiels bekreuzigte? Zulässig wäre nur ein Kniefall gen Mekka mit zu Allah erhobenem Arsch gewesen. Im April 2011 wurde der Trainer eines in der Domstadt Köln beheimateten Bundesligisten aus dem Amt gemobbt, weil er es gewagt hatte, sich zum Christentum zu bekennen - wohlgemerkt hinter verschlossenen Türen, aber es wurde von einem der vielen Muslim[freund]e in der Mannschaft sofort ausposaunt und von den anti-christlichen politisch-korrekten Medien breit getreten. Im Juli 2011 kam es zu einem unschönen Ereignis, das die BRDDR-Medien ihren Konsumenten wohlweislich vorenthielten: Beim Halbfinale der Fußball-WM der Unter-17-jährigen ("U-17") in Mexiko pfiff das Publikum die DFB-Elf von der ersten bis zur letzten Minute lautstark aus, wann immer sie am Ball war. Wie das in einem Land, das sonst immer so deutschfreundlich war und besonders den deutschen Fußballern stets zujubelte, auch wenn sie gegen die eigene Mannschaft spielten? Die Antwort lag in der Mannschaftsaufstellung, die vor dem Spiel über Lautsprecher verlesen wurde: Die Mexikaner, die gekommen waren, um deutsche Fußballer zu sehen, fühlten sich betrogen, als sie hörten, daß der DFB mit acht Türken, einem Griechen und einem Polen antrat. Umso lauter jubelten sie, als dem mexikanischen Sturmführer - der trotz einer schweren Schädelverletzung, die er sich bei seinem zweiten Kopfballtor zugezogen hatte, mit wahrhaft "deutscher" Disziplin (und einem dicken Verband) bis zuletzt durchhielt, da das Auswechselkontingent schon erschöpft war - in der Nachspielzeit mit einem "typisch deutschen" Fallrückzieher sein dritter Treffer zum 3:2-Sieg gelang. Nein, die Mexikaner haben nichts gegen Ausländer - nur gegen solche, die unter falscher Flagge segeln. Nachtrag Ende.

93. Frage: Was hat Johannes Gutenberg erfunden?
Antwort: Hans Gensfleisch hat gar nichts erfunden - mit Ausnahme seines neuen Namens; er hat jedoch eine Methode gefunden, die von anderen erfundene Buchdruckpresse raubzukopieren und deren Erzeugnisse zu vermarkten - übrigens ohne größeren geschäftlichen Erfolg.

[Hans Gensfleisch alias 'Johannes Gutenberg'] [Buchdruckpresse]

94. Frage: Welche Personen gelten in Deutschland als Pioniere des Automobilbaus?
Antwort: Ford, Porsche
(Anm. Dikigoros: Eine völlig überflüssige - und falsch gestellte - Frage, denn gemeint ist doch wohl: "Welche Deutschen gelten als Pioniere des Automobilbaus?" Und was heißt schon "gelten"? Also auch die, die zu Unrecht als solche gelten? Denn der Pionier des Automobilbaus - also nicht bloß ein Daimler, Benz oder Diesel, die gerade mal ein paar Exemplare in ihren Garagen zusammen geschraubt haben - ist und bleibt nun mal Henry Ford, und in Deutschland Ferdinand Porsche. Das Peinliche ist, daß beide zwar Deutsche sind, aber nicht als solche gelten, denn der eine ist in den USA, der andere in Böhmen und Mähren geboren, wäre also nach heutiger Diktion ein Tschechinese. Da man also praktisch alles antworten konnte, hat diese Frage denn auch niemand "falsch" beantwortet, nicht mal Oka Nikolov, der Torwart von Eintracht Frankfurt - Makedone mit BRD-Paß -, der keine einzige der übrigen 99 Fragen richtig beantworten konnte.)

[Der Amerikaner Henry Ford] [Der Tschechinese Ferdinand Porsche] [Der Deutsche Oka Nikolov]

95. Frage: Welcher deutsche Physiker hat mit seiner Entdeckung im Jahre 1895 die medizinische Diagnose bis zum heutigen Tag revolutioniert?
1. Antwort: Karl Marx (deutscher Schüler, 15)
1. Nachfrage: War der denn Fysiker?
2. Antwort: Keine Ahnung, aber jedenfalls Revolutionär.
2. Nachfrage: Marx war damals schon tot. Noch ein Versuch. Denk mal an den Nobelpreis für Fysik!
3. Antwort. Ach so, Albert Einstein!

[Karl Marx] [Albert Einstein] [Bild eines Unbekannten]

96. Frage: Was gelang dem deutschen Wissenschaftler Otto Hahn erstmals 1938?
Antwort: Er erfand den Ottomotor (promovierte deutsche Oberstudienrätin an einem Gymnasium in NRW, 55, verheiratet mit einem deutschen Professor für Fysik an einer Gesamthochschule; Dikigoros verbürgt sich für die Antwort; er hat das Interview - in Gegenwart von Zeugen - selber geführt und erwägt, der Betreffenden den Sonderpreis für die originellste Antwort zu verleihen).

[Otto Hahn, Erfinder des nach ihm benannten Otto-Motors] [Der Ottomotor, bekannteste Erfindung Otto Hahns] [Der 'Arsch mit Ohren' in Gold - Sonderpreis für die originellste Antwort]

97. Frage: Welcher deutsche Arzt entdeckte die Erreger von Cholera und Tuberkulose?
Antwort: Roland Koch (belgische Dolmetscherin aus Frankfurt, 53, nicht einbürgerungswillig).

[Evreká! Dr. Roland Koch freut sich über die Entdeckung des Cholera-Erregers] [Bildnis eines Unbekannten] [viel bedeutender als Robert Koch: Rudi Dutschke]

[Nachtrag: Auch die Richter des OLG Berlin-Brandenburg konnten mit dem Namen Koch offenbar nichts anfangen. Jedenfalls urteilten sie im April 2008, daß die Berliner Kochstraße in "Rudi-Dutschke-Straße" umbenannt werden muß, nach einem Kriminellen ganz besonders bedeutenden Deutschen, den jeder Einbürgerungswillige unbedingt kennen sollte.]

98. Frage: Welche Farben hat die deutsche Bundesflagge und wie sind sie angeordnet?
Antwort: schwarz, rot, gelb, in Streifen (Geschäftsmann aus Indonesien).
Nachfrage: Ja, aber Längs- oder Querstreifen?
2. Antwort: Das kommt darauf an, wie man sie hält. Manchmal sind sie auch gewellt.

[schwarz-rot-gold]

Warum fragen Sie nicht nach dem Wappentier? Haben Sie Angst, daß dann jemand mit "Pleitegeier" antwortet?

[Pleitegeier über Deutschland]

2. Nachfrage: Glauben Sie wirklich, daß das jemand antworten würde, der im Begriff steht, in das Sozialsystem der BRD einzuwandern, zu dem er nichts beiträgt, außer es noch weiter zu belasten, und damit aus dem Bundesadler einen Pleitegeier zu machen?
3. Antwort: Ihr Sozialsystem wird hauptsächlich von so genannten Deutschen belastet, seien es die Ossis aus der DDR, seien es die Spätaussiedler aus der Sowjetunion. Dagegen hätten Sie ohne die ausländischen Schwarzarbeiter nichtmal das neue Kölner Polizeipräsidium bauen können; und warten Sie mal ab, wie lange Sie noch deutschen Spargel essen, wenn erst die Erntehelfer aus Polen weg bleiben, weil Sie denen über die EU ein Sozialabgabensystem aufgezwungen haben, das sie genauso teuer macht wie deutsche Arbeitnehmer! Die Kunst der Wirtschaftspolitik besteht nicht darin, Arbeit zu verhindern, indem man sie kriminalisiert, wenn sie zu billig ist, sondern darin, Arbeitslöhne und Preise in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Aber zur Wirtschaft wird hier ja keine einzige Frage gestellt. Ich finde das schon merkwürdig in einem System, das sich "kapitalistisch" nennt und Zuwanderer aus Ländern aufnehmen will, die meist sozialistisch sind oder waren. Glauben Sie nicht, daß die Einstellung der Menschen zu solchen Dingen wichtiger ist als die zu Religion und Politik und daß Sie lieber nach dem Verständnis grundlegender wirtschaftlicher Vorgänge fragen sollten als Gesinnungsschnüffelei zu betreiben? Aber was soll man schon von einem Staat erwarten, dessen Regierungschefin nichtmal "brutto" von "netto" unterscheiden kann. Wenn Sie selber nicht mehr wissen, in welcher Gesellschaftsordnung Sie leben oder leben wollen, woher nehmen Sie die Arroganz, das bei Ausländern abzufragen? Sie stellen die religiöse Toleranz von Muslimen grundsätzlich in Frage, nur weil in manchen Ländern wie der Türkei und Saudi-Arabien keine christlichen Kirchen stehen dürfen; aber Sie fragen nicht nach Gegenseitigkeit bei wirtschaftlichen Investitionen, die viel wichtiger sind. Sie investieren hunderte Milliarden in Ländern wie Rotchina, wo Sie gar kein rechtlich geschütztes Eigentum an irgendetwas erwerben können, oder in Lateinamerika, wo Sie jeden Augenblick enteignet werden können, und alles mit Deckung von Bundesbürgschaften aus Steuergeldern. Und Sie pumpen Kredite nach Schwarzafrika, auf deren Rückzahlung Sie dann später großzügig verzichten, weil es ja um die Ärmsten der Armen geht. In meinem Land, gegen das Sie permanent auf Ihren Webseiten hetzen, gibt es Investitionsfreiheit und christliche Kirchen, auch wenn es manchmal zu Spannungen zwischen den Religionsgemeinschaften kommt.
3. Nachfrage: Als "Spannungen" würde ich das nicht gerade bezeichnen, eher als Christenverfolgungen. Und wenn ich sehe, wieviel Geld die Bundesregierung in Ihr Land pumpt, dann bin ich mir ziemlich sicher, daß man das auch gleich verbrennen könnte, von Unternehmen wie der Allianz ganz zu schweigen, die irre Summen in so genannte korankonforme Versicherungen investiert hat, aber praktisch keinen Umsatz macht, geschweige denn Gewinne. Was soll diese Heuchelei? Wirtschaften ohne Gewinn zu machen, oder nur indem man die Vorschriften des Korans umgeht?
4. Antwort: Das ist natürlich unsinnig; aber dazu kann ich Ihnen wenig sagen; ich gehöre zur Abangan; niemand verlangt von uns korankonformes Wirtschaften; allerdings glaube ich, daß Ihre Wirtschaft da auch nahe dran ist, von wegen Heuchelei...
4. Nachfrage: Was meinen Sie?
5. Antwort: Na, sehen Sie sich doch mal Ihre Aktienbörse an: Der DAX wird permanent manipuliert; er umfaßt längst nicht mehr die umsatzstärksten Werte, sondern nur noch die, die auf dem Papier am besten dastehen, damit er nie fällt, sondern ständig nach oben zeigt, das ist wie bei einer manipulierten Lotto- oder Totowette, denn die Leute legen ja längst kein Geld mehr in Unternehmen an, und die Kurse bestimmen sich auch längst nicht mehr nach dem Wert einer Aktiengesellschaft, geschweige denn nach der ausgezahlten Dividende - im Gegenteil: Wenn ein Unternehmen kurz vor der Pleite steht und Übernahmegerüchte die Runde machen, dann steigen die Kurse am stärksten. Statt dessen spekulieren die Börsenzocker wild drauf los, fast wie beim Roulette.
5. Nachfrage: Sie setzen lieber auf Hahnenkämpfe?
6. Antwort: Na, die sind jedenfalls weniger manipuliert als Ihre Fußballspiele.
6. Nachfrage: Das wage ich zu bezweifeln. Ihr Jawaner...
7. Antwort: Pardon, ich komme nicht aus Jawa, sondern aus Sumatra; bin ein Orang Minang, bei uns sind übrigens auch die Frauen gleichberechtigt.
7. Nachfrage: Gegen Minangkabau habe ich nie "gehetzt", wie Sie das nennen; ich habe lediglich ganz allgemein vor Reisen nach Indonesien gewarnt, und das aus guten Gründen. Und was heißt hier schon Abangan? Wo sitzen denn die fanatischten Muslime in Indonesien? Doch wohl auf Sumatra, in Aceh!
8. Antwort: Die dürfen Sie nicht mitzählen; mit denen wollen wir ebenso wenig zu tun haben wie mit den Batak. Die hält nur Ihre Kirche für Christen und pumpt sie mit Misereor-Geldern voll; in Wirklichkeit sind das noch immer Animisten und Kopfjäger.
8. Nachfrage: Ach, aber die Animisten und Kopfjäger in Irian Jaya, mit denen wollen Sie schon etwas zu tun haben?
9. Antwort: Dort gibt es Erdöl...
9. Nachfrage: In Aceh nicht?
10. Antwort: Wir wollen das Land und das Öl, aber nicht die Leute.
10. Nachfrage: Schon klar; aber Sie sind meiner Frage ausgewichen: Glauben Sie wirklich, daß jemand, der ins deutsche Sozialsystem einwandern will...?
11. Antwort: Sie wissen doch ebensogut wie ich, daß sich an der Belastung nichts ändert, wenn der Betreffende nicht eingebürgert wird: Wenn er Arbeit hat, zahlt er als Deutscher nicht mehr oder weniger Steuern als ein Ausländer, und wenn er Sozialhilfe bekommt, ist die auch nicht höher oder niedriger als bei Deutschen. Was glauben Sie denn, warum Deutschland Sozialschmarotzer aus aller Welt geradezu magisch anzieht? Glauben Sie im Ernst, dieses Problem könnten Sie lösen, indem Sie die alle 100 Fragen beantworten lassen und ihnen anschließend einen BRD-Paß in die Hand drücken? So ein Fragebogen macht nur Sinn, wenn derjenige, der die Fragen nicht beantworten kann, sofort konsequent abgeschoben würde; aber dann müßten Sie ganz andere Fragen stellen.
11. Nachfrage: Nämlich? Ob man Tee mit heißem oder kaltem Wasser kocht, wie in Holland? Und das schon, wenn jemand bloß einwandern will, nicht etwa erst, wenn er die Staatsbürgerschaft erwerben will...
12. Antwort: Wie gesagt, Einbürgerung oder nicht bleibt sich gleich; die Holländer haben ganz Recht, wenn sie schon bei der Einwanderung ansetzen, denn es kommt doch auf das faktische Zusammenleben an, und da spielen akademische Fragen wie die nach dem Holocaust oder dem Existenzrecht Israels wohl kaum eine Rolle. Wir fragen einwanderungswillige Chinesen ja auch nicht nach der Gestapu oder nach dem Existenzrecht Taiwans.
[Anm. Dikigoros: "Gestapu" ist die in Indonesien gängige Abkürzung für "Gerakan September Tigapuluh (Bewegung des 30. Septembers [1965])"; über die Hintergründe dieses Putschversuchs herrscht bis heute keine Klarheit. Angeblich steckten chinesische Kommunisten dahinter; jedenfalls wurden bei seiner Niederschlagung über eine Million Chinesen getötet.]
12. Nachfrage: Über die Gestapu kann man ja auch durchaus geteilter Meinung sein und ist es wohl auch, oder?
13. Antwort: Über den Holocaust nicht?
13. Nachfrage: Sie denken in Bahasa; bei uns gibt es einen Unterschied zwischen "können" und "dürfen", nicht bloß "boléh".
14. Antwort: Ich kann ebenso gut Deutsch wie Sie Bahasa; und ich habe das durchaus so gemeint wie ich es gesagt habe.
14. Nachfrage: Dann können Sie aber bei uns nicht eingebürgert werden.
15. Antwort: Will ich ja auch gar nicht; ich fühle mich wohl bei uns.

[Garuda über Indonesien]

99. Frage: Wie heißt der Nationalfeiertag der Bundesrepublik Deutschland und wann wird er begangen?
Antworten:
Tag der deutschen Einheit, 17. Juni (deutsche Hausfrau, 75)
Tag des Mauerfalls, 9. November (deutscher Schüler, 15)
Tag der Widerstandskämpfer, 20. Juli (deutsche Schülerin, 15)
Kaisers Geburtstag, 27. Januar (deutscher Rentner, 89)
(Diese letzte Antwort ist gar nicht so falsch, denn am 1.11.2005 hat die UNO beschlossen, daß der 27. Januar - Geburtstag von Wilhelm II - "Weltgedenktag" sei, der würdig begangen werden müsse, und in der BRD geht internationales Recht ausweislich des Grundgesetzes vor deutschem Recht; und den 3. Oktober kennt eh niemand, außerdem gibt es da auch nichts zu feiern, Anm. Dikigoros, der seinen Leser nicht vorenthalten will, daß kurz zuvor ein rotzfrecherbraver türkischer LümmelMitbürger den 8. Mai als Nationalfeiertag vorgeschlagen hat. Hagalil hat es dankenswerterweise übernommen, seine Begründung für die Nachwelt festzuhalten, damit alle sehen können, was die BRDDR nach der türkischen Machtübernahme zu erwarten hat! Der 17. Juni ist übrigens der isländische Nationalfeiertag und zugleich ein Beispiel, wie man den geschickt wählt: Es ist nämlich der Geburtstag ihres Nationalhelden Jón Sigurðsson, und just den wartete man ab, um 1944 die Unabhängigkeit von Dänemark auszurufen. Dessen König war so froh, den Klotz am Bein endlich los zu sein, daß er ein Glückwunsch-Telegramm schickte, als hätte er geahnt, daß die Hütchenspieler Kettenbriefschreiber Bankiers dieser kleinen Scheiß-Insel 64 Jahre später einen Bankrott hinlegen sollten, der um ein Haar das ganze Weltfinanz-System zum Einsturz gebracht hätte und jedenfalls für Dänemark den Staatsbankrott bedeutet hätte, wenn es noch "dabei" gewesen wäre.)

100. Frage: Wie heißt die deutsche Nationalhymne und mit welchen Worten beginnt sie?
Antwort: Die Frage ist, wie so viele zuvor, schlecht gestellt. Die Komposition des Ungarn-Deutschen Josef Haydn aus dem Jahre 1797 hieß ursprünglich "Kaiserquartett", und der Text, den der Sudeten-Deutsche Poldi Haschka dazu schrieb, begann mit den Worten: "Gott erhalte Franz den Kaiser".

[Haydn]

Nachfrage: Danach ist hier nicht gefragt, in der Form war es nie Nationalhymne. Und ich will auch nicht wissen, welchen türkischen Text sie nach den Vorstellungen von Ströbele und anderen Grünen demnächst haben soll.

[Hoffmann von Fallersleben][Die 3. Strofe des 'Deutschlandliedes']

2. Antwort: Ich bin ja noch nicht fertig. 44 Jahre später schrieb Professor Hoffmann von Fallersleben, als er auf einer britischen Insel weilte, einen neuen Text darauf, der "Das Lied der Deutschen" genannt wurde und mit den Worten begann: "Deutschland, Deutschland über alles". Heute darf aber aus Gründen der political correctness nur noch die 3. Strofe gesungen werden, und die beginnt - jedenfalls wenn sie von einer gewissen Sarah C. gesungen wird - mit den Worten: "Einigkeit, Unrecht, Unfreiheit".

[Die deutsch-irische Sängerin Sarah Connor] [Der Sonderbeauftragte der Hessischen Landesregierung wendet sich mit Grausen ab - Dikigoros ist nicht bekannt, ob nach Anhören von Sarah Connors Interpretation des Deutschlandliedes oder nach Bekanntgabe der Antworten]


Nachtrag. Im Jahre 2008 führte die Bundesregierung einen neuen Fragebogen ein, der indes nicht die Aufgabe hatte, die Spreu der Einbürgerungswilligen vom Weizen zu trennen, sondern ganz im Gegenteil, einen Vorwand abzugeben, um praktisch jeden einzubürgern - wie selbst der "Zentralrat der Muslime in Deutschland" anerkennend feststellte. Es gab 33 "Multiple-choice"-Fragen mit jeweils vier Antworten zur Auswahl, von denen je drei so schwachsinnig waren, daß selbst ein Marsmensch die richtige im Ausschluß-Verfahren heraus finden könnte. (Oder jedenfalls die, die er ankreuzen sollte; viele "richtige" Antworten waren in Wahrheit nur fromme Lügen, mit denen man die Gesinnung der Kandidaten prüfen wollte, nicht ihr Wissen.) Aber selbst ein Schimpanse aus dem afrikanischen Urwald hätte gute Chancen, denn die Wahrscheinlichkeit, "richtig" zu raten, liegt ja bei 1:3, und man braucht nur 17 der 33 Fragen, also ca. 50%, "richtig" zu beantworten; die Chance, zu bestehen, liegt also bei 1:1,5. Und wenn man beim ersten Mal Pech hat, kann man den Test beliebig oft wiederholen - irgendwann klappt es bestimmt!

Nachtrag. Im Juni 2010 wurden Pläne der Bundesregierung bekannt, statt eines Fragebogens einen IQ-Test für Ausländer einzuführen. Nur einen Tag später legte der aus Rumänien stammende Präsident der BRDDR - verglichen mit dem der viel geschmähte Heinrich Lübke ein geistiger Titan war - sein Amt nieder und zog sich unter fadenscheinigem Vorwand ins Privatleben zurück. (Sein IQ war möglicherweise nicht hoch genug um zu erkennen, daß bereits eingebürgerte Ausländer einem solchen Test gar nicht unterzogen werden sollten :-)


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