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Joachim Fernau ist ein Autor, dem man möglichst früh begegnen sollte. Seine rhetorische Brillanz, sein Temperament und seine Sympathie für junge Leute empfehlen ihn der Jugend. Außerdem kann man mit ihm sehr gut die Lehrer ärgern. Dem "Frühling in Florenz" stellte er das Lessing-Zitat voran: "Es ist Arznei, nicht Gift, was ich Dir reiche." Das gilt fürs Gesamtwerk. Daß es sich dabei um mitunter recht bittere Medizin handelt, soll nicht schrecken: Sie bleibt gewiß nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen, aber sie stärkt den Geist und schärft die Kritikfähigkeit. Häufig macht sie Spaß, denn Fernau war ein Meister der Ironie. Diese Meisterschaft trug ebenso zu seinem Erfolg bei, wie zu seinem Verdruß an diesem Erfolg: Es sieht so aus, als habe Fernau recht mannhaft all die Anwürfe ertragen, die unabhängiges Denken so mit sich bringt, aber gelobt zu werden, als wäre er der Spaßvogel der Nation, das ging ihm gegen den Strich.
Joachim Fernau war ein vielgestaltiger Autor. Am meisten Erfolg brachten ihm seine historischen Bücher. Er schrieb zunächst über die Deutschen ("Deutschland, Deutschland über alles...", 1952), dann, voller Begeisterung, über die alten Griechen ("Rosen für Apoll",1961), schließlich über die Römer ("Cäsar läßt grüßen", 1971).
Später wandte sich Fernau den USA zu: "Halleluja" (1977) wurde zu einer fulminanten Anklage, in der sich linke und rechte Amerika-Kritik zu einem Ausbruch von Abneigung und apokalyptischer Vision vereinten.
Danach erholte er sich bei einem Thema, das er liebte: "Sprechen wir über Preußen. Die Geschichte der armen Leute" (1982). Seine Bewunderung gilt Friedrich dem Großen - weniger dem Schlachtensieger denn dem alten Mann, der gegen Ende seines Lebens alle Eitelkeit und jeden Ehrgeiz überwunden hatte.
Daneben stehen Romane und Erzählungen, die kaum unterschiedlicher sein könnten: 1953 schrieb er die Novelle "Hauptmann Pax". Eine Gruppe deutscher Soldaten versucht, sich aus Rußland nach Ostpreußen durchzuschlagen. Lakonisch und ungeheuer spannend schildert Fernau, wie einer nach dem anderen den Strapazen und Gefahren zum Opfer fällt. Wenn es den Kriegsroman schlechthin gäbe, wäre es "Hauptmann Pax".
![]() Anm. Dikigoros: Fernau würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das mittlere Titelbild sähe, denn es zeigt nicht die Schulterklappen eines Hauptmanns, sondern die eines Oberleutnants. Dieser harten Welt folgt 1960 der Roman "Die jungen Männer". [Anm. Dikigoros: Halt, das kann man so nicht stehen lassen und einfach 7 Jahre überspringen. Vielmehr schrieb Fernau ziemlich genau das, was er 1960 vorsichtiger Weise den "jungen Männern" in den Mund legt, schon 1953 - also im selben Jahr wie "Hauptmann Pax" - als seinen eigenen Standpunkt in einem nur 94 Seiten dünnen Büchlein mit dem Titel "Fibel der Demoratie" und dem Untertitel "Wer will unter die Demokraten, der muß haben die Gewähr..." Vordergründig war das nur eine Anspielung auf das alte Lied: "Wer will unter die Soldaten, der muß haben ein Gewehr..."; aber natürlich wußte er, daß gebildete Menschen bei der Kombination dieser beiden Sätze noch einen anderen Spruch assoziierten, nämlich: "Gegen Demokraten helfen nur Soldaten!"
Und wenn Dikigoros ehrlich sein soll, dann glaubt auch er selber inzwischen, daß nur ein Aufstand der bewaffneten Organe uns von der schlimmsten Diktatur der Menschheitsgeschichte befreien kann, die eine kleine Clique von Politverbrecher/inne/n unter dem Vorwand, uns vor einer "Pandemie" schützen zu wollen, errichtet hat. Frei nach Heinrich Lersch: Die müssen sterben, wenn wir leben wollen... Aber Dikigoros will hier keine längeren eigenen Ausführungen einstreuen, sondern verlinkt statt dessen eine Rezension von Erik Lehnert und empfiehlt sie seinen Lesern zur angelegentlichen Lektüre.] Nun aber weiter im Text von B.B.: Zwei Freunde erleben Berlin unmittelbar vor 1933, ergründen Gott und die Welt und ein wenig auch die Frauen. Fernau schöpft aus seiner Biographie und aus seinem politischen Denken, das erfrischend reaktionär ist: So leidenschaftlich er die Freiheit des einzelnen verteidigt, so kompromißlos attackiert er gleichmacherische Tendenzen einer parlamentarischen Demokratie: "Wir leben in einer Zeit, die das beständige Gerede über Freiheit zum Ersatzglück der Menschen gemacht hat. Tatsächlich ist unsere geistige Freiheit so erbärmlich wie nur noch in wenigen Epochen (...) Das Wachs für die Ohren des Odysseus wird heute jedem Bürger mit dem Stimmzettel, dem Schnuller unserer Zeit, mitgeliefert. Die Hälfte der Nation sitzt beim Schweinebraten und hat die Fensterläden geschlossen, die anderen sind, wie immer, Büttel, der Rest Trappisten (...)", so heißt es im Vorwort.
Die Verwunderung, daß ein so kluger Kopf so harte Sachen sagen konnte, wird nur noch vom Erstaunen übertroffen, daß er sie sagen durfte. (Anm. Dikigoros: Das waren noch Zeiten...) Auf jeden Fall entging Fernau damit der Gefahr, jemals in Sonntagsreden zitiert zu werden oder in die Schullektüre aufgenommen zu werden. Und dabei können gerade "Die jungen Männer" jungen Männern helfen, sich in dieser Welt zurechtzufinden: Das Buch ist alles andere als ein Traktat, sondern eine spannende, auch erotisch reizvolle Erzählung mit klugen Empfehlungen zum Reis-Kochen, Zigarren-Rauchen und Erwachsen-Werden, geprägt von Menschlichkeit und Anstand.
Ganz ins humoristische Fach fällt "Ein Frühling in Florenz" (1973). In diesem Buch nimmt Fernau Urlaub von allem, was ihm das Leben schwer machte, und schreibt eine Liebesgeschichte: Voller Zuneigung zu seinen Romangestalten, witzig und lebensfroh. Daß man nebenbei viel lernt über Italien und Italienerinnen sowie über die Kunst, die Uffizien zu überleben, merkt man erst später. Diesem wunderbaren Roman am nächsten kommen "Weinsberg oder die Kunst der stachligen Liebe" (1963), in dem ein motorradfahrendes Pärchen eine romantisch-verschlafene Kleinstadt unsicher macht, und "Die treue Dakerin" (1973), eine menschenfreundliche Variation auf ein Thema des eisigen Henri de Montherlant, den Fernau sehr schätzte: Eine Leserbriefschreiberin nähert sich ihrem Großen Meister. In die Nähe zu Fontanes Gesellschaftsromanen fällt "Ein wunderbares Leben" (1975), eine Geschichte über die lebensspendende Kraft von Liebe und lllusion. Fernau lag gerade diese Erzählung am Herzen; unter der eher verhaltenden Aufnahme, die sie fand, scheint er gelitten zu haben.
Joachim Fernau beherrschte die schwere Kunst des leichten Schreibens. In einer Zeit, in der literarischer Anspruch sich nicht zuletzt in einer Abkehr von Lesbarkeit manifestiert, war er erfreulich unzeitgemäß. Fernau war ein Meister des Dialogs, der Verkürzung und des Paradoxen. Wenn der arme Teufel ein Linker gewesen wäre, hätte unsere Gesellschaft das Füllhorn ihrer Preise über ihn ausgeschüttet, und wir Rechten würden ihn dennoch lesen, denn wir ziehen allemal gute Prosa der guten Gesinnung vor. In seinen Geschichtsbüchern gelingen ihm geradezu geniale Formulierungen. Ein Beispiel aus "Rosen für Apoll" mag seinen Stil, den er "rhetorisch" nannte, zeigen: Im Jahr 594 v. Chr. hatte Solon für Athen eine Verfassung entworfen. Die Volksversammlung akzeptierte sie und versprach zugleich, sie nie zu ändern, ohne Solon vorher gefragt zu haben. Fernau schreibt, effektvoll am Schluß eines Kapitels: "Solon ging nach Hause, packte die Koffer und verließ, um nicht gefragt werden zu können, Athen. Und hier nun, meine Freunde, wollen wir uns nicht länger beherrschen, sondern gestehen, daß uns der blasse Neid packt. Nicht jede Zeit - das wissen wir - kann einen Solon haben, aber jede Zeit hat Koffer." Von geradezu genialer Prägnanz ist seine Beschreibung des Thebaners Epaminondas: "Ein Napoleon aus Luxemburg." Sie ersetzt beliebige Mengen wissenschaftlicher Literatur - und erklärt deshalb auch, weshalb deren Verfasser ihren "unseriösen", weil witzigen Kollegen Fernau wenig schätzten. Fernaus Herz schlägt für die Unterliegenden: Leonidas an den Thermopylen, Hannibal und Spartacus, Sulla, als er sich aus der Politik zurück zieht, und Cäsar, als die Mörder ihm gegenüber stehen.
In seiner Interpretation des Nibelungenliedes ("Disteln für Hagen", 1966) bemüht sich Fernau nach Kräften, Hagen zu verabscheuen, als aber die Saalschlacht beginnt, kann er sich der Magie des Untergangs nicht entziehen. In solchen Szenen legt er alle Ironie ab, und es gelingen dichterische Momente, die der Leser nicht mehr vergißt. (Anm.: Die Szene, die Dikigoros nicht vergessen hat - da er selber nie darauf gekommen wäre, sie so zu interpretieren, nämlich als Entbindung vom Freundschaftsschwur, "Freundschaft" verstanden im Sinne des mittelhochdeutschen "vriuntschaft", also Verschwägerung, denn Rüdigers Tochter war ja Giselhers Verlobte - ist die mit dem Schild, um den Hagen Rüdiger von Bechlarn bittet, obwohl doch überall genug von den Gefallenen herum liegen; es ist die symbolische Rückgabe des Verlobungsgeschenks! Das ist wichtig, denn es gehört zur "Bestandsaufnahme der deutschen Seele", Fernaus Hauptthese in diesem Buch. So viele Narren - und leider auch einige kluge Köpfe, wie B.B. - haben ihn völlig mißverstanden: Er sah die "Umwandlung der deutschen Seele", wie sie sich im "Nibelungenlied" ausdrückte, nicht in der neu gewonnenen "Lust am Untergang", sondern darin, daß das wichtigste zwischenmenschenliche Gefühl - die Liebe - entgegen altem Brauch nun nicht mehr in erster Linie der Sippe, sondern dem Ehepartner galt. Er schließt das daraus, daß Kriemhild die Ermordung ihres Gatten Siegfried durch ihre Magen - und Hagen - durch deren Tötung rächt, das sei eine "Umwertung aller Werte". Auch darauf wäre Dikigoros nie gekommen, denn er hält diese These Fernaus schlicht für falsch: Kriemhild hätte sie ja ihre Rache für den Ehemann, dessen man sie beraubt hatte, abkaufen lassen für die Herausgabe des ihr ebenfalls geraubten Nibelungenhorts; sie handelte also aus Liebe zum Geld/Gold, nicht zum Ehemann - den sie wahrscheinlich ohnehin nur wegen jenes Horts geheiratet hatte, denn welche Prinzessin würde sich sonst mit einem Monster ins Ehebett legen, das am ganzen Körper Hornhaut, Schuppenflechte o.ä. ekelhafte Hautkrankheiten hat! Aber das muß an dieser Stelle genügen; wer sich dafür interessiert, was Dikigoros für das zentrale Thema des Nibelungenliedes hält, kann ja mal
seine eigene Webseite
zu diesem Thema lesen.)
Am 11. September 1999 wäre Fernau 90 Jahre alt geworden.* Unvergessen bleibt er als wunderbarer Autor, als Kenner und mutiger Deuter der Geschichte und, nicht zuletzt: als aufrichtiger und warmherziger Beantworter von Leserbriefen. *Die Attentäter auf das World Trade Center in New York City und das Pentagon in Washington D. C. wählten im September 2001 den Geburtstag des großen USA-Hassers als Datum für ihre Anschläge. Zufällig? Darüber schreibt Dikigoros an anderer Stelle mehr (in der letzten Anmerkung).
Nachtrag Dikigoros: Was meint Ihr, liebe Leser, welche[s] der vorgenanten Bücher Fernaus an seinem 110. Geburtstag in der
BRDDR
noch aufgelegt werden durfte[n]? Richtig geraten: kein einziges! Sie waren allesamt der
Dafür mußte sich Antaios von linken Gutmenschen üble Beschimpfungen und Boykottaufrufe gefallen lassen (die z.T. sogar Erfolg hatten - so strich Amazon von ihm verlegte Bücher aus seinem Lieferprogramm}, zumal er neben Fernau auch andere schlimme "Nazis, Faschisten, Antisemiten und Islamophobe"
{Wikipedia)
verlegte, wie Oswald Spengler, Ernst Jünger, Ernst Nolte, Armin Mohler und sogar - horribile dictu -
Renaud Camus!
Antaios mußte das Fernau-Experiment nach wenigen Büchern mangels Erfolgs abbrechen.
Und da wir gerade dabei sind: Noch ein Buch Fernaus, das B.B. mit Recht nicht erwähnt - nämlich "Die Genies der Deutschen" - ist vor allem durch die ständig geänderten Titelbilder interessant:
Bei der 1. Auflage von 1953 - noch bei Stalling erschienen, unter dem Titel "Abschied von den Genies", der später nur noch als Überschrift des letzten Kapitels dienen sollte - waren alle 12 beschriebenen Personen auch abgebildet.
Bei der 1. Auflage der Neufassung von 1972 waren es immerhin noch 8 "Genies", die auch Dikigoros überwiegend dorthin gesetzt bzw. gestellt hätte - Ihr erkennt sie hoffentlich, ohne daß er sie Euch namentlich vorstellt. (Was etwas umständlich wäre, denn dann müßte er Euch noch erklären, welcher Kopf zu welchem Rumpf gehört, weil sie - wohl absichtlich - allesamt falsch zusammengesetzt sind.) Nicht alle sind Dikigoros' persönliche Favoriten - aber man muß ja nicht jedes Genie mögen (auch nicht jedes deutsche :-). Aber dann verengt sich die Auswahl immer mehr - nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Schaut Euch das nächste Bild an: Fast alle Porträts sind gewissermaßen mundtot gemacht - mit Ausnahme des Jahrhundert-Charlatans
Albern Einstein
und des eher weniger bedeutenden
Was, das kennt Ihr nicht? Natürlich nicht, in der BRDDR durfte es nie übersetzt werden (Dikigoros ist nicht sicher, ob der Verkauf selbst des Originals überhaupt erlaubt ist), denn es gilt als "rassistisch", und sein Autor wird bewußt tot geschwiegen. Dabei würde er den Vorwurf, ein "racist" zu sein, weit von sich weisen, ja nicht einmal die Bezeichnung "racialist" für sich in Anspruch nehmen. Er ist studierter Ökonom und von Berufs wegen Banker. Was aber viel wichtiger ist: Er ist - als Kind US-amerikanischer Missionare - in Japan geboren und aufgewachsen, hat in Europa studiert und längere Zeit in Schwarz-Afrika gelebt; das schärft die Sinne für Unterschiede, die andere nicht [mehr] sehen [wollen], sei es, daß sie rassenblind [geworden] sind, sei es, daß sie Angst vor der Wahrheit haben, nämlich daß die Menschen[rassen} nicht gleich sind. Darf Dikigoros an dieser Stelle cynisch sein? Bittesehr: Ihr könnte Euch trösten, liebe Leser, nur die weißen Menschen sind in diesem Punkt erblindet; alle anderen sehen die Unterschiede sehr wohl und verhalten sich entsprechend - aber das findet Ihr ja gar nicht weiter schlimm: Wenn Neger Rassisten, sind, dann besinnen sie sich auf ihre "Roots" [dieses germanische Wort bedeutet dasselbe wie das romanische "races", nämlich Wurzeln - aber wer weiß das schon]; und bei Asiaten ist das eh eine Selbstverständlichkeit. Dagegen haben die Weißen ihren Rasseninstinkt verloren - deshalb werden die auch als erste aussterben.
Und um auch das noch nachzutragen: Anläßlich der Feiern zum 150. Todestag des ollen Goethe veröffentlichte Fernau ein weiteres Werk, das B.B. stillschweigend überging und von dem Dikigoros nicht einmal weiß, ob es verboten ist oder nicht. Aufgelegt wird es jedenfalls nicht mehr - und auch das völlig zurecht, denn es ist sein wohl schwächstes Buch, eine unkritische Lobhudelei auf die schäbige Geschichte, die der 74-jährige Greis mit der 17-jährigen Ulrike von Levetzow anzufangen suchte.
"War es schön in Marienbad" - welch ein netter Titel! Aber Dikigoros sieht dahinter im Geiste immer ein Fragezeichen: Schön für wen? Für den geilen alten Bock Goethe vielleicht, aber für das junge Mädchen, um das er herum scharwenzelte, wohl kaum. Als sie seine Avancen zurück wies, verleumdete er sie am Weimarer Hof auf das niederträchtigste, so daß sie gesellschaftlich "unten durch" war und schließlich im Kloster endete, da sie keinen Mann zum heiraten mehr finden konnte. Aber Fernau verließ sich wohl als einzige Quelle auf Goethes "Marienbader Elegie"... Ach so, Dikigoros war auch mal in Marienbad, kurz nach der "Wende", und auch er fand es schön, obwohl die Tschechen den alten k.u.k. Kurort ziemlich herunter gewirtschaftet hatten; aber inzwischen ist er ja mit Hilfe deutscher Steuergelder aus Brüssel wieder hergerichtet. Wenn also die
"Corona-Pandemie" und der mit ihr verbundene
Lockdown incl. Reise- und Übernachtungsverbot vorbei ist -
wenn das denn je der Fall sein sollte -, dann fahrt mal hin und macht Euch ein eigenes Bild. Aber wenn Dikigoros noch einen letzten Tip los werden darf: Belastet Eure Koffer weder mit der "Marienbader Elegie" noch mit "War es schön in Marienbad" - beide sind ihr Gewicht nicht mal als Reclam-Heftchen bzw. Goldmann-Taschenbuch wert; und die Zeit, die Ihr mit der Lektüre vergeuden würdet, könnt Ihr dort bestimmt besser nutzen! Ach so - welches Buch Dikigoros für Fernaus bestes hält? Eindeutig "Caesar läßt grüßen" - da ist er sich sogar mal mit seiner Frau einig. Und à propos Wèimar und à propos Frau: Was machte Fernau eigentlich mit dem Geld aus seinen Millionensellern? Er baute sich eine Kunstsammlung auf, mit Gemälden alter Meistern des 15. bis 17. Jahrhunderts. Acht Jahre nach seinem Tode verschenkte (!) sie seine Witwe an das Schloßmuseum in Weimar, unter der Maßgabe, daß es jene Werke ordentlich restaurierte und dann als Dauerausstellung "Sammlung Fernau" der Allgemeinheit zugänglich machte. So etwas sollte man nicht tun, liebe Leser, denn man weiß nie, was aus solchen Schenkungen, Stiftungen pp. dereinst wird, wenn gewisse Epigonen sie sich unter den Nagel reißen. Wie war das mit dem riesigen Vermögen, das der reichste Brite seiner Zeit,
Cecil Rhodes,
einer Stiftung vermachte unter der Maßgabe, daß aus den Zinsen Stipendien vergeben werden sollten an begabte junge Engländer - ausdrücklich nur an sie, nicht an Engländerinnen oder gar Nicht-Briten. Der zurück zu Es steht geschrieben heim zu Reisen durch die Vergangenheit |