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Alles hat ein Ende, nur die DDR hat keins. Immer wieder reckt die tote Arbeiterrepublik ihr hässliches Haupt, der Sarg der kommoden Diktatur ist nicht tief vergraben, sondern er liegt flach unter der Oberfläche, es winkt immer häufiger eine tote Hand aus der dünnen Krume: Mal sind es die Wahlergebnisse des großen Vorsitzenden, dann die neuen Mielke-Gesetze zu Vollüberwachung, dann wieder die Propaganda-Schriften aus dem Politbüro, ein anderes Mal die aufscheinende kleinbürgerliche Gier der Potentaten, die die verchromten Wasserhähne von Wandlitz erinnert. Die DDR war nie weg, und nun ist sie wieder da. In Berlin regiert eine Einheitsliste, deren "Extremismuspräventionsprogramme" (Katarina Barley) an die Versuche der vormaligen SED erinnern, sich das Volk nach eigenem Bilde zu erziehen. Nur die Maßstäbe sind ganz andere. 215 Millionen Euro für das "zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und Extremismusprävention" allein in diesem und im nächsten Jahr - zusätzlich zu den Milliarden für ARD, ZDF und die zwei Dutzend übrigen öffentlich-rechtlichen Programme - lassen die Bemühungen der Parteipropagandisten früherer Tage wirklich wie die Anstrengungen von Hobby-Agitatoren aussehen. Genauso bei Quellen-TKÜ, NetzDG und BND-Gesetz: Erich Mielke, der Staatssicherheitminister der DDR, von dem die Sage geht, er habe immer alles wissen wollen, würde blass vor Neid auf die Möglichkeiten, die sich Union und SPD heute geschaffen haben.
Bundesdeutsche Behörden können nicht mehr nur wissen wollen, sie können auch wissen können. Und die Bürger? Sie reagieren wie damals in der DDR. Die meisten haben nichts zu verbergen, die meisten wünschen sich sogar, dass der Staat ihnen vorgeben möge, was für richtig und was für falsch zu halten ist. Es ist ihnen "egal, ob die SPD ein Zensurgesetz macht"
wie Don Alphonso
bemerkt. Sie haben nichts zu verbergen. Immer noch und schon wieder. Sie möchten behütet werden, eine Richtung gesagt bekommen, eine Kanzlerin haben, die nicht viel macht, das aber so, dass es kaum jemand merkt. weiter zu Willkommen zurück in der DDR! Bilanz eines Ossis im 16. Jahr Merkel weiter zu Ich komme aus der DDR, ich komme aus der Zukunft weiter zu Ein Jahr Notstandregime zurück zu Dann lebt die DDR wieder auf... zurück zu Good-bye Lenin heim zu Reisen durch die Vergangenheit |