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Jahresarbeit der 12. Klasse: Nachhaltige Energieversorgung

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Nachhaltige Energieversorgung

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2. 4 Das Verkehrsproblem

Das Auto hat sich in Deutschland zu einem Statussymbol entwickelt: zeig mir dein Auto und ich sag dir, ob du jemand bist. Ich frage mich manchmal, was denn den Menschen fehlt, wenn sie ihr Auto als ein solches Heiligtum ansehen und vielleicht noch täglich die Felgen polieren. Man vergleiche beispielsweise den Umgang mit Autos in Frankreich oder Italien. Man bekommt sofort mit: hier ist das Auto ein Gebrauchsgegenstand. Jeder Haushalt in Deutschland lässt sich das Auto im Jahr 7860 DM kosten. Unser gesamter Wohlstand, so kann man sagen, wird durch das Auto geprägt. Tausende Waren werden schnell durch die ganze Republik zu den Konsu-menten gefahren. Für die Menschen stellen Entfernungen, dank des Autos, kein Problem mehr dar. Andererseits ist aber der Straßenverkehr eines der größten ökologischen Problemfelder.

Monika Himsch schrieb zu einem Wettbewerb des Lion´s Club in ihrem Aufsatz:
"Meine Zukunft wird ein Leben in Zerstörung, Angst, Qual und ohne Kinder sein. Ein Leben, das teilweise aus Betäubung verschiedenster Art, teilweise aus der Wahrnehmung der grausamen Wirklichkeit besteht." Sie schreibt von dem, wohl nie in Erfüllung gehendem Wunder, der Erhaltung des Lebens, des Friedens, der Natur und der Liebe. "Zu leben, um Leben zu erhalten und eine Grundlage für Leben zu schaffen." Sie prangert unseren rücksichtslosen Umgang mit der Natur und den Mitmenschen an. Ihre Gedanken sind geprägt von Resignation, Verzweiflung und dem Gefühl der Ohnmacht irgend etwas zu erreichen. Nur das Warten auf das "Ende vom Ende". Sie schreibt weiter: "Ich glaube, kaum ein Mensch denkt morgens daran, wenn er in sein Auto steigt und losfährt, wie viele es tun , den ganzen Tag und die ganze Nacht, und was das grausige Ergebnis davon ist. Sie spüren es ja nicht direkt am eigenen Leib sofort, was sie damit anrichten. Sie sehen nur im Fernsehen mal ein paar eingegangene Bäume, solange es nicht ihr schöner Baum im Garten ist, solange nicht der Strand, wo sie ihren Urlaub verbringen wollen mit Öl und elend, qualvoll gestorbenen Tieren voll ist. Es ist ja weit weg und sie nicht betreffend. Doch gerade dieses ist das Gefährliche, das Schlimme."(...)(46)



Das Motto der globalisierten Wirtschaft "der schnellste gewinnt" kann nicht auf Dauer gut gehen. Denn es kann nicht nur Gewinner geben, auf der anderen Seite gibt es immer auch Verlierer. Für immer mehr Menschen wird der Verkehr zum Problem. Durch den rapiden Ausbau von Flughäfen zum Beispiel wird immer mehr Wohn- und Lebensraum zerstört. Vor allem in den Städten nimmt die Belastung von Lärm und Abgasen zu. In Dresden zum Beispiel sind 16 Prozent der Einwohner tagsüber gesundheitsgefährdenden Lärmpegeln von mehr als 65 Dezibel ausgesetzt. (47)

Warum müssen die Autos immer größer und schneller werden?

Weil wir noch mehr Luxus brauchen? Weil wir noch schneller vorankommen wollen? Obwohl es bereits das Drei-Liter-Auto gibt und sicher alle Autohersteller das Konzept eines Autos mit noch geringerem Verbauch in der Schublade haben, werden immer größere und schwerere Autos hergestellt. Zum Beispiel der Phaeton von VW. (Siehe unten) Der neue Porsche wiegt zum Beispiel 3,5 Tonnen und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h. Welch ein Irsinn, wenn man 3,5 Tonnen auf 260 km/h beschleunigt und dadurch die entspre-chende Energie verbraucht, um einen 80 Kilogramm schweren Menschen an die nächste Ecke zum "Milch holen" zu bringen.

Der Phaeton V6, 241 PS stark, der in dem neuerichteten Autowerk in Dresden hergestellt wird, verbraucht auf 100 km:
Städtisch 17,2-17,5 Liter, Außerstädtisch 8,9-9,2 Liter, Insgesamt 11,9-12,2 Liter. Dabei emitiert er 286-293 g CO2/km. Das sind pro Liter 2,41 kg CO2. Fährt man 100 km sind es 2,9 kg, fährt man im Jahr vielleicht 30 000 km, so sind das 8,7 Tonnen CO2.

Der Phaeton W12 4MOTION, das eigentliche Prahlauto von VW mit 12 Zylindern und 420 PS verbraucht dementsprechend auch schon etwas mehr. Nämlich auf 100 km: Städtisch 23,9 Liter, Außerstädtisch 10,9 Liter, Insgesamt 15,6 Liter. Die CO2-Emmision liegt bei 374 g/km. Das heißt: fahre ich 100 km emitiere ich 3,74 kg. Fahre ich im Jahr 30 000 km, so ha-be ich einen Ausstoß von 11,22 Tonnen CO2.
Zum Vergleich: Mit der neu errichteten Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Christenge-meinschaft Dresden, mit einer Leistung von 5,06 kWp werden etwa 4000 kWh/a produziert. Dabei werden jedes Jahr 3 700 kg CO2 eingespart. (Wir kaufen uns morgen einen Phaeton und können rund 10 000 km im Jahr CO2 neutral fahren...oder: ein Baum für ein Auto...)

Aber es gibt auch einen stummen Verlierer: die Natur. Lebensräume von Pflanzen und Tieren werden durch den Ausbau von Straßen immer mehr zerschnitten. Luft, Wasser und Böden leiden unter Abgasen, Reifenabrieb und versickerndem Öl. Der Luftverkehr ist eine besondere Gefahr für das Klima. Der Wasserdampf, den wir als Kondensstreifen wahrnehmen, ist ein höchst wirksames Treibhausgas, viel wirksamer noch als das CO2.

Die Liste der Umweltprobleme, die das Auto verursacht ist lang: hoher Energieverbrauch, Ausstoß klimaschädigender Gase, Verschmutzung der Atemluft, besonders in dicht besiedelten Ballungsräumen, Lärmbelastungen bei Tag und bei Nacht für viele Menschen. Und nicht zu vergessen die vielen Menschen, die jährlich bei Unfällen ums Lebens kommen oder schwere Verletzungen davon tragen. Die Siedlungs-struktur in den Städten hat sich erheblich verändert. Alles ist auf das Auto ausgerichtet. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeit und Dienstleistungsangebote sind weit auseinander gerückt und meist nur gut mit dem Auto zu erreichen. Trotzdem bewegen sich 30 Prozent aller Autofahrten in Städten in einem Entfernungbereich, der auch zu Fuß zurück gelegt werden kann.(48)

Verkehrsentwicklung: Von 1991 bis 1996 stieg der motorisierte Individualverkehr um 4,5 Prozent, die Verkehrsleistung im Güterverkehr um 6,8 Prozent, wobei der Straßengüterfernverkehr um 18 Prozent anstieg. Der Luftverkehr steigerte sich sogar um 45,5 Prozent. Zwei Drittel der Güter werden mit dem Lkw transportiert, der Trend hält an. Der Anteil von Bahn und Schiff ist auf unter 30 Prozent gesunken. (Siehe Abbildung)


Abbildung 2.13: Zwei Drittel der Güterverkehrsleistung wird in Deutschland mit dem LKW transportiert. Schiff und Bahn tragen mit knapp 30 Prozent bei.

Auf 1000 Einwohner kommen in Deutschland 528 Pkw´s. Die Aufteilung in der Personenverkehrsleistung zeigt nebenstehende Grafik. Dabei ist der motorisierte Individualverkehr mit 85 Prozent an der Gesamtfahrleistung beteiligt. Der Öffentliche Personennahverkehr nimmt dagegen nur einen bescheidenn Abteil von acht Prozent ein. Es folgt die Eisenbahn mit 7,3 Prozent und der Luftverkehr mit 4,5 Prozent.


Abbildung 2.14: Mit 85 Prozent nimmt der motorisierte Individualverkehr den größten Anteil an der Personenverkehrsleistung. Im Gegensatz zu dem ÖPNV, der einen Anteil von acht Prozent hat, bzw. der Eisenbahn mit 7,3 Prozent und dem Luftverkehr mit 4,5 Prozent.

Grenzenlose Freiheit? Oder eine Umweltbilanz von Schumi & Co

Wissen Sie was ein Formel 1 Wagen verbraucht?
Der Benzinverbrauch eines Formel 1-Motors liegt je nach Strecke und Wetter zwischen 71 und 85 Litern pro 100 km. (Ich gehe davon aus, dass sich die guten und schlechten Bedingungen in de Saison in der Waage halten und rechne daher mit einem Mittelwert von 78 Liter/100 km in der nachfolgenden Bilanz)


Vergleich des Benzinverbrauchs verschiedener Automarken(49)

Die Streckenlänge beträgt im Durchschnitt etwa 5,12 km. (Eine Ausnahme bildet hier der Hockenheimring mit einer Streckenlänge von 46,823 km.) Es gibt 11 Formel 1 Teams und 22 Fahrer, also jedes Team hat zwei Fahrer. Pro Saison werden 17 Rennen gefahren, die Rennstrecken sind über die ganze Welt verteilt. Die Rennen finden in der Saison an jedem zweiten Sonntag statt. Vor dem Rennen gibt es das freie Training was in das Zeittraining übergeht.

Freies Training
An zwei Tagen (in Monaco drei Tage) vor dem Rennen findet das freie Training statt, in dem jeder Fahrer jeweils eine Stunde fahren darf. In diesem freien Training legt jeder Fahrer etwa noch mal die gesamte Strecke des Hauptrennens zurück. D.h. etwa 300 km und damit rund 234 Liter pro Fahrer.
234 Liter * 22 Fahrer = 5 148 Liter für ein freies Training. Pro Saison sind es 87 516 Liter.

Zeittraining
Am Ende des freien Trainings steht das Zeittraining, in dem entschieden wird, welcher Fahrer in wel-cher Position startet. Das Zeittraining umfasst 12 Runden. Daraus ergibt sich: 12 Runden mal 5,12 km = 61,44 km entspricht also einem Benzinverbrauch von 47,92 Litern. Also: 22 Fahrer * 47,92 Liter = 1 054,24 Liter für ein Zeittraining - pro Saison 17 922,08 Liter Benzin.

Hauptrennen
Pro Rennen drehen Schumi & Co etwa 60 Runden und legen somit etwa 308 km zurück. Daraus er-gibt sich ein Durchschnitt von 240,24 Litern.
Also: 240,24 Liter * 22 Fahrer = 5 285,28 Liter - pro Saison 89 849,76 Liter.
Nehmen wir mal an Schumi hat schönes Wetter und eine gute Strecke, so verbraucht er für das Ren-nen etwa 218,68 Liter. Ist das Wetter schlecht und die Strecke dazu sind es schon 261,8 Liter, die er pro Rennen verfährt.


Ein Liter Benzin verbrennt zu etwa 2,4 kg CO2. Daraus ergibt sich: 285 137,6 * 2,4 = kg CO2 = 684,330 Tonnen CO2 für eine Saison Formel 1.


(46) Rüdiger Nehberg, Survival-Abenteuer vor der Haustür, 2. Auflage, München 1999, S. 11ff.
(47) Dresdner Neuste Nachrichten vom 18.03.2002, S. 11.
(48) Grundlegend hierzu: Ernst Ulrich von Weizsäcker (Hrsg.), Umweltstandort Deutschland. Argumente gegen die ökologische Phantasielosigkeit, Berlin 1994, S. 95 - 124.
(49) Quellen: www.mercedes-benz.com, www.volkswagen.de, E.-U. von Weizsäcker, Amory B. und L. Hunter Lovins, Faktor Vier. Doppelter Wohlstand - halbierter Naturverbrauch, München 1997, S. 32ff.


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Inhalt:
Vorwort
Einleitung
- Thema Umwelt kein Thema mehr?
- Was ist Nachhaltigkeit?
- Begriffsklärung Energie
1. Kapitel - Bilanzen der Energieverbrauchs
- 1.1 Primärenergieverbrauch
- 1.2 Endenergieverbrauch
- 1.3 Stromerzeugung
- 1.4 Verluste bei der Stromerzeugung
- 1.5 Internationaler Energiemarkt 2. Kapitel - Weg in eine Sackgasse
- 2.1 Grenzen des Wachstums

- 2.2 Verknappung der Rohstoffe
- 2.2.1 Sich regenerierende Quellen
- 2.2.2 Sich nicht regenerierende Quellen

- 2.3 Die Veränderung des Klimas
- 2.3.1 Die Erwärmung des Klimas
- 2.3.2 Der Treibhauseffekt
- 2.3.3 Anthropogener Treibhauseffekt
- 2.3.4 Steigerung der CO2-Konzentration
- 2.3.5 Ein neues Politikfeld
- 2.3.6 CO2-Reduktionsziele
- 2.3.7 Wie wird sich das Klima ändern?
- 2.3.8 Auswirkungen in Sachsen

- 2.4 Das Verkehrsproblem 3. Kapitel - Erneuerbare Energiequellen
3.1 Windenergie
- 3.2 Wasserkraft
- 3.3 Photovoltaik
- 3.4 Sonnenkollektoren
- 3.5 Solarthermische Kraftwerke
- 3.6 Biomasse und Biogas 4. Kapitel - Die Zukunft der Energieversorgung?
- 4.1 Steigerung der Effizienz
- 4.2 Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung
- 4.3 Potenziale der Energieeinsparung
- 4.4 Technische Potenziale erneuerbarer Energiequellen
- 4.5 Szenarien und Perspektiven der erneuerbaren Energien
- 4.6 Das Jahrhundert der Umwelt
- 4.6.1 Die Rolle der Kernenergie
- 4.6.2 Eine Wertentscheidung für die Zukunft
Anhang
Heuersdorf - ein Ort kämpft um seine Exsistenz
I. Bericht über die 3. Klimakonferenz der Jugend und zu der Lage in Heuersdorf
II. Vegetationsbestandsaufnahme in Heuersdorf
III. Apfelsaft aus Heuersdorf
IV. Ein kurzer Rückblick in die Geschichte des Ortes
V. Heuersdorf und die Braunkohle

Glossar
Verwendete und weiterführende Literatur
Energielinks

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