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Jahresarbeit der 12. Klasse: Nachhaltige Energieversorgung

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Nachhaltige Energieversorgung

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2. Kapitel - Weg in eine Sackgasse

"Noch gilt das Wachstum der jährlich produzierten Warenmenge als das wichtigste Kriterium für eine gesunde Wirtschaft. Aber es könnte in naher Zukunft der Zeitpunkt kommen, zu dem eine Abnahme dieser Wahrenmenge dem Wohl der Menschen dienlicher wäre als ihre Zunahme und zu dem man sorgfältig wird unterscheiden müssen zwischen Waren, die unbedingt notwendig sind, und den anderen, die man auch gut entbehren kann... denn der Gegenwärtige Zustand ist ganz sicher nicht stabil, und die Frage lautet nur, ob der Bremsweg noch reicht, um schwere Katastrophen zu vermeiden."(15)
Atomphysiker, Nobelpreisträger Prof. Werner Heisenberg

2. 1 Grenzen des Wachstums

Unser bisheriger Weg nach dem Motto "höher, schneller, weiter" wird zwangsläufig in eine Sackgasse führen. Denn jedes System hat Grenzen. Ein Schiff kann beispielsweise nur eine bestimmte Anzahl an Menschen oder an Fracht aufnehmen, um nicht unterzugehen. Die Erde kann nur eine bestimmte Anzahl an Menschen vertragen, da ja jeder versorgt sein will mit Nahrungsmitteln, einer Wohnung usw. Und auch die Umwelt kann nur eine bestimmte Menge an Schadstoffen aufnehmen, damit das komplizierte Ökosystem nicht aus dem Gleichgewicht gerät.

Noch wird der Zustand eines Landes an seinem wirtschaftlichen Wachstum abgelesen. Das Augenmerk scheint fast ausschließlich auf das Bruttoinlandsprodukt gerichtet zu sein, wenn es um die Bewertung der Entwicklung und der Lebensqualität geht. Das ist zum einen richtig, denn die Lebensqualität der Industrieländer ist nun mal bedeutend besser, als die der Entwicklungsländer. Andererseits ist es auch gefahrvoll. Denn in Deutschland zum Beispiel brauchen wir einen Wirtschaftswachstum von etwa 2,5 Prozent, um die teuren Arbeitsplätze zu halten.(16) Sobald es absinkt, steigen die Arbeitslosenzahlen, wie derzeit zu sehen ist: das wirtschaftliche Wachstum liegt gegenwärtig bei etwa einem Prozent und die Zahl der Arbeitslosen steigt erheblich, was zu Verdruss auf allen Seiten führt. Es ist also gefährlich, wenn wir so von dem Wachstum abhängig sind und wissen, dass es Grenzen gibt.

Denn wir verbrauchen heute unersetzbare Rohstoffe mit einem Tempo, das in keiner Weise aufrechtzuerhalten ist. Der Bau von immer mehr Anlagen und Autos, was zunächst Arbeitsplätze schafft, die aber immer mehr Rohstoffe verbrauchen, ist keine zukunftsfähige Lösung. Man müsste ein Wachstumsstopp über die gesamte Erde verhängen, was aber nicht durchführbar ist. Eine Entwicklung im Sinne des Fortschritts ist erforderlich, sonst kommt es zum Stillstand und damit zum Rückgang. Um die vielfältigen Aspekte des Begriffs Wachstum zu verstehen, sollte man sich an dem Wachstum der Natur orientieren. Man muss hier grundsätzlich zwischen zwei Arten von Wachstum unterscheiden: dem undifferenzierten und dem organischen Wachstum. Undifferenziertes Wachstum heißt Zellvermehrung durch Teilung. Eine Zelle teilt sich in zwei, zwei in vier usw. bis in kurzer Zeit Millionen entstanden sind. Beträgt die Verdopplungszeit zum Beispiel nur eine Stunde, so können innerhalb von 24 Stunden knapp 17 Millionen Nachkommen aus einer Zelle entstehen. Das ist exponentielles Wachstum, das die lebenserhaltenden Systeme rasch überfordern kann. Die Weltbevölkerung wächst zum Beispiel exponentiell. Und Grenzüberschreitungen ha-ben immer mit Wachstum und meist mit exponentiellen Wachstum zu tun. Am Anfang scheint es jedoch ungefährlich. Nach sechs Stunden, um auf das Beispiel der Zellteilung zurückzukommen, sind es nämlich gerade mal 64 Nachkommen und nach 12 Stunden, der Hälfte der Zeit, 4 096.

Organisches Wachstum bedeutet dagegen differenziertes Wachstum. Dabei bilden sich artverschiedene Zellgrößen, die organspezifische Eigenschaften besitzen. So unterscheidet sich eine Leberzelle grundlegend von einer Gehirnzelle, und die wie-derum ist sehr verschieden zu einer Knochenzelle.(17) Die heutige Entwicklung ist vorwiegend von undifferenziertem exponentiellen Wachstum bestimmt. In Zukunft muss sich das organische Wachstum durchsetzen. Eine zielgerichtete, effizientere und damit nachhaltige Entwicklung muss in allen Bereichen angestrebt werden.

Wenn alle Menschen auf der Welt soviel natürliche Ressourcen verbrauchen würden, wie ein Durchschnittsbürger in den Industriestaaten und damit einen ähnlich großen "ökologischen Fußstapfen" hinterlassen würde, müsste die Welt fast dreimal so groß sein, um alle zu beherbergen.(18)

(15) Festrede zur 500-Jahr-Feier der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität aus: Edwald Gaul, Atomenergie oder Ein Weg aus der Krise?, Reinbek bei Hamburg 1974, S. 49.
(16) Grundlegend hierzu: Ernst Ulrich von Weizsäcker (Hrsg.), Umweltstandort Deutschland. Argumente gegen die ökologische Phantasielosigkeit, Berlin 1994.
(17) Grundlegend hierzu: Mihailo Mesarovic u. Eduard Pestel, Menschheit am Wendepunkt, Stuttgart 1974, S. 12 -17.
(18) Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) (Hrsg.), Weltbevölkerung und Umwelt. Nachhaltigkeit für Mensch und Natur, Hannover 2001.
Das Worldwatch Institute hat berechnet, wie groß die Ressourceninanspruchnahme wäre, falls eine bis 2050 auf 10 Mrd. angewachsene Weltbevölkerung den heutigen Lebensstil der USA - der Nation mit dem ressourcenintensivsten Lebensstil - übernehmen würde. Es gäbe dann global 5 Mrd. Autos (heute 501 Mio.), die täglich 360 Mio. Fass Öl (heute 60 Mio.) für Treibstoff verbrauchten. Bei Über-nahme der US-amerikanischen Essgewohnheiten durch 10 Mrd. Erdenbürger würden für die Tiermast neun Mrd. t Getreide benötigt - gemessen am heutigen Ertrag - die Ernte von vier Planeten. Siehe: Umweltbundesamt (Hrsg.), Nachhaltige Entwicklung in Deutschland. Die Zukunft dauerhaft umweltgerecht gestalten, Berlin Februar 2002, S. 20.


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Inhalt:
Vorwort
Einleitung
- Thema Umwelt kein Thema mehr?
- Was ist Nachhaltigkeit?
- Begriffsklärung Energie
1. Kapitel - Bilanzen der Energieverbrauchs
- 1.1 Primärenergieverbrauch
- 1.2 Endenergieverbrauch
- 1.3 Stromerzeugung
- 1.4 Verluste bei der Stromerzeugung
- 1.5 Internationaler Energiemarkt 2. Kapitel - Weg in eine Sackgasse
- 2.1 Grenzen des Wachstums

- 2.2 Verknappung der Rohstoffe
- 2.2.1 Sich regenerierende Quellen
- 2.2.2 Sich nicht regenerierende Quellen

- 2.3 Die Veränderung des Klimas
- 2.3.1 Die Erwärmung des Klimas
- 2.3.2 Der Treibhauseffekt
- 2.3.3 Anthropogener Treibhauseffekt
- 2.3.4 Steigerung der CO2-Konzentration
- 2.3.5 Ein neues Politikfeld
- 2.3.6 CO2-Reduktionsziele
- 2.3.7 Wie wird sich das Klima ändern?
- 2.3.8 Auswirkungen in Sachsen

- 2.4 Das Verkehrsproblem 3. Kapitel - Erneuerbare Energiequellen
3.1 Windenergie
- 3.2 Wasserkraft
- 3.3 Photovoltaik
- 3.4 Sonnenkollektoren
- 3.5 Solarthermische Kraftwerke
- 3.6 Biomasse und Biogas 4. Kapitel - Die Zukunft der Energieversorgung?
- 4.1 Steigerung der Effizienz
- 4.2 Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung
- 4.3 Potenziale der Energieeinsparung
- 4.4 Technische Potenziale erneuerbarer Energiequellen
- 4.5 Szenarien und Perspektiven der erneuerbaren Energien
- 4.6 Das Jahrhundert der Umwelt
- 4.6.1 Die Rolle der Kernenergie
- 4.6.2 Eine Wertentscheidung für die Zukunft
Anhang
Heuersdorf - ein Ort kämpft um seine Exsistenz
I. Bericht über die 3. Klimakonferenz der Jugend und zu der Lage in Heuersdorf
II. Vegetationsbestandsaufnahme in Heuersdorf
III. Apfelsaft aus Heuersdorf
IV. Ein kurzer Rückblick in die Geschichte des Ortes
V. Heuersdorf und die Braunkohle

Glossar
Verwendete und weiterführende Literatur
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