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Jahresarbeit der 12. Klasse: Nachhaltige Energieversorgung

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Nachhaltige Energieversorgung

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Was ist Nachhaltigkeit?

Nur rund 15 % der Deutschen können diese Frage richtig beantworten. Und von diesen wiederum kann nur ein Bruchteil den Begriff genauer erläutern.(5) Die Vorstellung von Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und bedeutet "ein Bewirtschaftungsprinzip, das dadurch charakterisiert ist, dass nicht mehr Holz geerntet wird, als jeweils nachwachsen kann."

Die von den Vereinten Nationen eingesetzte "Weltkommission für Umwelt und Entwicklung" versuchte 1987 eine Definition in dem sogenannten Brundtland-Bericht festzulegen, die sowohl den Schutz der Natur als auch wirtschaftliches Wachstum mit einschloss. Gemeint war eine Entwicklung, "die die Bedürfnisse der Gegenwart be-friedigt, ohne dabei zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können." Der sogenannte Brundtland-Bericht war die Reaktion der Vereinten Nationen auf "Die Grenzen des Wachstums",(6) ein Bericht des MIT (Massachusetts Institute of Technology) im Auftrag des "Club of Rome"(7) zur Lage der Menschheit, indem das Wort Nachhaltigkeit zwar noch nicht fiel, aber vom Inhalt her genau diesem Grundgedanken entsprach. Allerdings bleibt diese Definition derart unbestimmt, dass eine genaue Fassung unmöglich ist, was dazu führt, dass sie jeder für sich passend interpretieren kann.

Seit der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) im Juni 1992 in Rio de Janeiro kam es zu einer intensiven Auseinandersetzung mit diesem Begriff, wobei nicht mehr nur dem Zusammenspiel von Ökonomie und Ökologie Beachtung geschenkt wurde. Darüber hinaus versuchte man, ein Gesamtbild der Menschheitsentwicklung zu entwerfen, das sowohl ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Gesichtspunkte beinhaltete. Die Prinzipien von Umwelt und Entwicklung sind in Grundsatz 3 und 4 der Erklärung von Rio zu Umwelt und Entwicklung (Rio-Deklaration) dargestellt. Im Grundsatz 3 heißt es: "Das Recht auf Entwicklung muss so erfüllt werden, dass den Entwicklungs- und Umweltbedürfnissen heutiger und künftiger Generationen in gerechter Weise entsprochen wird." Und der Grundsatz 4 lautet: "Eine nachhaltige Entwicklung erfordert, dass der Umweltschutz Bestandteil des Entwicklungsprozesses ist und nicht von diesem getrennt beachtet werden darf."(8)

Bei dieser Konferenz hat sich die internationale Staatengemeinschaft in dem Abschlussdokument "Agenda 21" auf Ziele und Maßnahmen zum Übergang der Welt in das 21. Jahrhundert geeinigt und einen Prozess in Gang gesetzt, der darauf abzielt, von der Ebene der internationalen Politik über die nationalen Regierungen bis hin zu den Kommunen jene Rahmenbedingungen zu schaffen, die gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten, wirtschaftlichen Wohlstand ermöglichen und für soziale Gerechtigkeit sorgen. Das Motto der Agenda 21 lautet: "Global denken, lokal handeln".

Konzepte der Nachhaltigkeit
Schwache Nachhaltigkeit - Die Natur ist nur eine Quelle unter vielen, die den Lebensstandard des Menschen sichert - Annahme der Austauschbarkeit
Strenge Nachhaltigkeit - Austauschbarkeit wird bestritten

- Natur soll bewahrt werden

Quasi-Nachhaltigkeit - Einhaltung der strengen Nachhaltigkeit ist bei nicht erneuerbaren Ressourcen nicht möglich
- Reduzierung wird erlaubt, wenn sie durch Erhöhung erneuerbarer Energie kompensiert wird
Integrale Nachhaltigkeit - Schließt soziale Nachhaltigkeit innerhalb und zwischen Gesellschaften neben der ökologischen Nachhaltigkeit mit ein

Die schwache Nachhaltigkeit hat die Erhaltung des physischen Naturbestandes als Ziel. Um aber die Natur zu bewahren, muss ich ihre Abfolgen und Kreisläufe einbeziehen. So hat die strenge Nachhaltigkeit die Erhaltung der Funktion des Naturbestandes als Ziel. Die Quasi-Nachhaltigkeit stellt klar fest, dass bei dem Verbrauch von nichterneuerbaren Ressourcen, diese nachfolgenden Generationen nicht mehr zur Verfügung stehen können. Sie beinhaltet also die Sicherung der Grundbedürfnis-se zukünftiger Generationen durch ersatzweise erschlossene Ressourcen. Bei der integralen Nachhaltigkeit geht es nun noch einen Schritt weiter, in dem aktive Vorsorge für die Grundbedürfnisse zukünftiger Generationen auf umfassende Weise geleistet werden soll. Das beinhaltet die Verbindung der Ökologie, Ökonomie und gesellschaftlich-sozialer Fragen. Daraus ergibt sich das Gesamtbild des Begriffs Nachhaltigkeit.

Dass das Thema auf breites Interesse stößt, zeigt z.B. die Tatsache, dass auf das Eingeben des Begriffes "Nachhaltigkeit" bei www.amazon.de, einem Internet-Buchhandel, über 150 Treffer angezeigt werden.

Doch ist in letzter Zeit etwas ganz Erstaunliches zu beobachten: Der Begriff wird von vielen, egal ob nun für ökologische, gesellschaftliche oder soziale Themen verwendet. Man hört oft, dass etwas nachhaltig verändert, erhöht oder gesteigert werden soll. Damit ist entweder gemeint, dass etwas auf längere Zeit, auf Dauer und mit Gedenken an nachfolgende Generationen geschieht, oder aber, dass durch den Nachhaltigkeitsbegriff jede Kritik von vornherein entkräftet werden soll.

(5) Siehe hierzu: Luca DiBlasi u. a. (hrsg.), Nachhaltigkeit in der Ökologie. Wege in eine zukunftsfähige Welt, München 2001.
(6) Dennis und Donella Meadows, Erich Zahn und Peter Milling, Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lager der Menschheit, 17. Auflage, Stuttgart 2000.
(7) Der Club of Rome wurde 1968 gegründet und ist eine Vereinigung von Wissenschaftlern, Politikern und Wirtschaftsführern die sich zum Ziel gesetzt hat, die "Lage der Menschheit" zu untersuchen, dar-zustellen und zu deuten. Siehe auch: www.clubofrome.org.
(8) Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.), Umweltpolitik. Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro - Dokumente -, S. 41.


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Inhalt:
Vorwort
Einleitung
- Thema Umwelt kein Thema mehr?
- Was ist Nachhaltigkeit?
- Begriffsklärung Energie
1. Kapitel - Bilanzen der Energieverbrauchs
- 1.1 Primärenergieverbrauch
- 1.2 Endenergieverbrauch
- 1.3 Stromerzeugung
- 1.4 Verluste bei der Stromerzeugung
- 1.5 Internationaler Energiemarkt 2. Kapitel - Weg in eine Sackgasse
- 2.1 Grenzen des Wachstums

- 2.2 Verknappung der Rohstoffe
- 2.2.1 Sich regenerierende Quellen
- 2.2.2 Sich nicht regenerierende Quellen

- 2.3 Die Veränderung des Klimas
- 2.3.1 Die Erwärmung des Klimas
- 2.3.2 Der Treibhauseffekt
- 2.3.3 Anthropogener Treibhauseffekt
- 2.3.4 Steigerung der CO2-Konzentration
- 2.3.5 Ein neues Politikfeld
- 2.3.6 CO2-Reduktionsziele
- 2.3.7 Wie wird sich das Klima ändern?
- 2.3.8 Auswirkungen in Sachsen

- 2.4 Das Verkehrsproblem 3. Kapitel - Erneuerbare Energiequellen
3.1 Windenergie
- 3.2 Wasserkraft
- 3.3 Photovoltaik
- 3.4 Sonnenkollektoren
- 3.5 Solarthermische Kraftwerke
- 3.6 Biomasse und Biogas 4. Kapitel - Die Zukunft der Energieversorgung?
- 4.1 Steigerung der Effizienz
- 4.2 Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung
- 4.3 Potenziale der Energieeinsparung
- 4.4 Technische Potenziale erneuerbarer Energiequellen
- 4.5 Szenarien und Perspektiven der erneuerbaren Energien
- 4.6 Das Jahrhundert der Umwelt
- 4.6.1 Die Rolle der Kernenergie
- 4.6.2 Eine Wertentscheidung für die Zukunft
Anhang
Heuersdorf - ein Ort kämpft um seine Exsistenz
I. Bericht über die 3. Klimakonferenz der Jugend und zu der Lage in Heuersdorf
II. Vegetationsbestandsaufnahme in Heuersdorf
III. Apfelsaft aus Heuersdorf
IV. Ein kurzer Rückblick in die Geschichte des Ortes
V. Heuersdorf und die Braunkohle

Glossar
Verwendete und weiterführende Literatur
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