Montag, 19. Februar 2007 


Urlaub Türkei  

 

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Forenkritik

Ich habe manchmal den Eindruck in Diskussionsforen sprechen Menschen von unterschiedlichen Planeten in unterschiedlichen Sprachen über Dinge, die dem jedweden, menschlichen Erfahrungshorizont nicht fremder sein können.
Es ist absolut unnötig über Glaubenssätze zu diskutieren, wenn das Wissen auf jedweder Seite nicht ausreichend ist, um eine Beurteilung vorzunehmen.
Nur mit Respekt und Toleranz für die Position des Anderen wird die Bedingung für einen vorbehaltlosen Erfahrungsaustausch schaffen.

Dazu ist es notwendig möglichst genau zu beschreiben, welche Dinge sich wie ereignen, in welchem Konsens sie sich ereignen, in welcher Zeit und an welchem Ort. Weiterhin ist die Gemütslage des Betrachters, der physische Zustand und der geistige Hintergrund zu berücksichtigen. Auch spielen Sozialisation und Enkulturation ( Lexikon Soziologikus : die Gesamtheit der bewussten und unbewussten Prozesse, durch die ein Individuum die grundlegenden Elemente der Kultur, in der es lebt, erkennt, aufnimmt und verinnerlicht (internalisiert). Wenn der Einzelne diese Elemente (wie Tradition, Werte und Normen) erfolgreich in seine Persönlichkeit integrieren kann, wird er zum aktiven Mitglied seiner Kultur, auf die er dann auch gestalterisch einwirkt ).

Grundvoraussetzung ist auch den Umstand der Nicht-Allwissenheit zu akzeptieren, da dies ja nach allgemeiner Übereinkunft zu Größenwahn führt.

Esoterik und Wissenschaft sind keine kontraproduktiven Gegensätze und der Versuch sie zu polarisieren wird nicht zu mehr, denn zu weniger Wissen führen. Erst die Gesamtheit all des zusammengetragenen Wissens und der Betrachtung aus der Distanz führt zum Wissen.

In der dreidimensionalen Welt ist die vierte Dimension die Zeit, in der der Mensch ein abschnittbedingtes, endliches Dasein fristet und epochal seine Erfahrungen von einer Generation auf die nächste überträgt, und sein bis dato angehäuftes Wissen mit dem Know How seiner Zeit weitergibt. Ob Esoterisches=Geheimwissen außerhalb der menschlichen Gesellschaft und menschlicher Gemeinschaften existieren kann, wage ich zu bezweifeln. So werden Dinge, die nicht lückenlos aufgeklärt und bewiesen wurden genauso weitergegeben, wie Dinge, die sich innerhalb des Konstruktes dreier Dimensionen und der Zeit beweisen lassen. Erstere werden sehr schnell dem Aberglauben zugeordnet; vielleicht auch deshalb, weil möglicherweise eine Gefahr von ihm ausgeht und der Urangst, der Angst vor Unbekanntem entspringt. Ob mit Glauben oder Aberglauben, man hat solange es Menschen gibt damit persönliche Vorteile errungen, die die jeweils anderen benachteiligte. Dennoch wurde weder der Glaube noch der Aberglaube durch Gewalt wie Ablässe und Hexenverbrennung eliminiert.

Es macht also keinen Sinn mit Gewaltpotential auf beiden Seiten Elemente jahrtausendalter Erfahrungen, wie sie auch immer gemacht wurden, und welche Umstände zu ihrer Verinnerlichung auch immer beigetragen haben, zu polarisieren und zu hoffen, sie würden verschwinden, wenn man kräftig auf sie eindrischt.

Hartmut Alt

 

 

 

 

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