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Mineralstoffe und
Spurenelemente
Die
Entstehung des Lebens auf der Erde begann im mineralstoffreichen
Meerwasser. Im Verlauf der Evolution wurden die vielfältigen
physico-chemischen Eigenschaften der in der wäßrigen
Lösung vorhandenen
Mineralstoffe und Spurenelemente benutzt, um die sich entwickelnden
organischen Strukturen zu stabilisieren und an ihre unterschiedlichen
Funktionen anzupassen. Aus diesem Grund ist auf der Erde ein Leben ohne
die Anwesenheit von Mineralstoffen und Spurenelementen unmöglich.
Nach
dem Verlassen des Meerwassers waren alle Lebewesen weiterhin auf die
kontinuierliche Aufnahme von Mineralien aus der Umwelt angewiesen.
Offensichtlich wurden aber nicht sämtliche im Meerwasser
gelösten
Mineralstoffe für spezifische Funktionen im Organismus benutzt.
Dieses
zeigt sich daran, daß nur ein
Teil der Mineralstoffe und Spurenelemente
zu den sogenannten "essentiellen" gehört.
Per Definition
werden die Mineralstoffe in
Mengenelemente, das sind alle Substanzen,
die mit mehr als 10 g in
einem erwachsenen Menschen enthalten sind, und Spurenelemente (Gehalt geringer als 10 g/Mensch)
eingeteilt. Zu den
mineralischen Mengenelementen gehören die Kationen Natrium,
Kalium,
Calcium und Magnesium sowie die in Anionen enthaltenen Elemente
Stickstoff, Phosphor, Schwefel und Chlor, die alle unabdingbare
Voraussetzung für ein funktionsfähiges Leben sind.
Für den Menschen
sind die Kationen Eisen, Zink, Mangan, Kupfer, Chrom, Kobalt,
Molybdän,
Nickel und die Anionen Selen, Jod und Fluor essentiell. Eine Reihe von
Mineralstoffen konnten bis jetzt nur im Tierexperiment als essentiell
nachgewiesen werden, der Beweis der Essentialität für den
Menschen
steht noch aus, hierzu gehören Zinn, Rubidium, Blei, Vanadium,
Lithium,
Beryllium und Silizium.
Während
die Bedeutung der Mineralstoffe schon seit langem in der
Naturwissenschaft und Medizin bekannt war, konnten die genauen
Wirkmechanismen erst in den letzten Jahrzehnten bzw. wenigen Jahren -
vor allem durch die verfeinerten Meßmethoden - aufgeklärt
werden.
Allerdings sind auch heute noch nicht alle Funktionen in unserem
Körper
bekannt.
Die mineralischen Mengenelemente sind als freie
Ionen einerseits wesentliche Bestandteile der intra- und
extrazellulären Flüssigkeiten, andererseits stabilisieren sie
in
gebundener Form organische Substanzen wie zum Beispiel Enzyme oder
unsere Erbsubstanz, die DNA. Außerdem bilden sie zusammen mit
organischem Material wesentliche Stützstrukturen aus.
Spurenelemente
liegen in unserem Organismus praktisch ausschließlich in
gebundener
Form vor und entfalten ihre Wirkung als Kofaktoren von Proteinen.
Zur
Aufrechterhaltung unserer Leistungsfähigkeit sind wir auf die
regelmäßige Zufuhr von Mineralstoffen und Spurenelementen
angewiesen.
Der Bedarf ergibt sich aus der notwendigen Deckung der eingetretenen
Verluste sowie dem Einbau von Mineralstoffen und Spurenelementen in den
Organismus beispielsweise während Phasen des Wachstums bzw. in der
Schwangerschaft.
Der
Bestand der Mengenelemente Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium wird
überwiegend über die Niere reguliert. Aus dem Plasmafiltrat
müssen in
der Niere die gelösten Mineralstoffe zurückresorbiert werden.
Dieses
kann jedoch nicht quantitativ gelingen, so daß sich durch den
täglich
renalen Verlust ein entsprechender Bedarf ergibt, der über die
Zufuhr
gedeckt werden muß. Neben der Ausscheidung über die Niere
kommt es
durch Sekretion in den Verdauungstrakt sowie durch Schweiß und
abgeschilferte Zellen zu weiteren Verlusten.
Spurenelemente
werden, da sie im Blut immer an hochmolekulare Proteine gebunden sind,
in der Regel nicht über die Niere ausgeschieden, sondern der
tägliche
Bedarf ergibt sich vielmehr ausschließlich durch die
verlorengegangene
Zellsubstanz, vor allem des Verdauungstraktes (das Verdauungsepithel
erneuert sich alle 1-2 Tage) und durch Blutverluste.
Unter
normalen Bedingungen wird in unserem Körper ein Gleichgewicht
zwischen
Aufnahme und Ausscheidung von Mineralstoffen aufrechterhalten.
Exzessive Zufuhr kann durch eine erhöhte Ausscheidung teilweise
kompensiert werden. Bei mangelhafter Aufnahme kann über einen
bestimmten Zeitraum durch Aktivierung von Speichern (v.a. des Knochens)
ein Absinken der Serumkonzentrationen vermieden werden. Bei langfristig
unzureichender Versorgung kommt es jedoch zur Entstehung von
Mangelsymptomen.
Mineralien
und Spurenelemente sind verantwortlich für feste Knochen und
starke
Muskeln, der beste Lieferant von Mineralien und Spurenelementen sind
also Knochen und Muskelfleisch = RFK.
Nachfolgendes
ist wieder aus dem Humanbereich - deshalb fehlt auch als Hauptlieferant
R.F.K. - aber die weiteren
Quellen und Wirkungsweisen der Mineralien treffen auch auf Tiere zu.
Natrium und Kalium
Gemeinsam
sind Natrium und Kalium an der Nervenleitung und Muskelkontraktion
beteiligt. Dies liegt daran das in den Zellen Kalium und
außerhalb der
Zellen Natrium vorherseht. Bei der Bildung eines elektrischen Impulses
strömen aus den Zellen Kalium heraus und Natrium hinein. Dadurch
werden
Nervensignale übertragen und Muskelzellen zur Kontraktion gereizt.
Beide Ionen sollten im Körper in gleichem Maße vorhanden
sein und daher
in gleichem Maße zugeführt werden. Natrium ist
natürlicherweise
vorallem in tierischen Lebensmittel enthalten, Kalium in pflanzlichen.
Bei einer Mischkost werden daher beide Mineralstoffe zu gleichen Teilen
zugeführt.
Calcium
Das
Calcium wird im Körper zusammen mit dem Phosphat zur Bildung der
Knochen gebraucht. Bei Calciummangel kommt es zum entkalken der
Knochen, die Knochen werden biegsam und es kommt zum
Verkrüppelungen.
Für die Bildung der Knochensubstanz ist zudem das Vitamin D
notwendig.
Weitere Aufgaben des Calciums liegen in der Erregung von Muskeln und
Nerven und in der Unterstützung der Blutgerinnung. Der
bedeutendste
Calciumlieferant ist in der Nahrung die Milch und Produkte die aus
Milch hergestellt werden. Ein Liter Milch deckt den Tagesbedarfs an
Calcium. Auch Mineralwasser enthalten teilweise hohe Calciummengen. Weiterhin ist Calcium im Eidotter,
Fischen und grünen Gemüsen enthalten.
Die Calciumaufnahme kann durch
Eiweiß, Milchzucker und organischen Säuren gefördert
werden.
Umgekehrt kann
die auch als Kleesäure, Kleesalz oder Ethandisäure
bezeichnete Oxalsäure
die Calciumaufnahme behindern. Sie ist in größeren Mengen in
Spinat, Rhababer, Vollkornprodukten, Rote Bete,
Mangold, Sauerampfer und Kartoffeln enthalten.
Magnesium
Magnesium
wirkt antagonistisch zum Calcium bei der Erregungsleitung. Calcium und
Magnesium verhalten sich hier wie Kalium und Natrium. Darüber
hinaus
ist Magnesium ein wichtiger Bestandteil von Enzymen des
Energiestoffwechsel. Magnesium verhindert zudem die Ablagerung von
Calcium in Blutgefäßen. Magnesium benötigt der
Körper weniger als
Calciums. Magnesium ist in vielen Nahrungsmitteln, besonders
pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Reich an Magnesium sind grüne
Gemüse (Magnesium ist Bestandteil des grünen
Blattfarbstoffes)
Phosphat
Phosphat
ist neben Calcium der zweite Bestandteil der Knochen. Drüber
hinaus ist
Phosphat ein wichtiger Bestandteil der DNS und zahlreicher Enzyme. In
der normalen Ernährung ist der Phosphatbedarf genauso hoch wie der
des
Calciums. Durch den Zusatz von Phosphaten in Lebensmitteln wird in der
Praxis aber erheblich mehr aufgenommen. Besonders phosphatreich sind
Wurstwaren und Fleisch. Natürlicherweise kommt Phosphat
häufig in Milch
und Hülsenfrüchten vor. Durch den hohen Phosphat Gehalt von
Wurst durch
den Zusatz von Phosphaten zur Wasserbindung wird in der normalen
Ernährung erheblich mehr Phosphat als Calcium aufgenommen. Die
Wirkung dieses Ungleichgewichts ist noch umstritten. Während
einige
Experten meinen es wäre ohne Folgen, befürchten andere eine
verringerte
Aufnahme von Calcium.
Chrom
Enhalten in Vollkornprodukten, Obst, Gemüse
(v.a. Pilze, Kartoffel, Spargel), Nüssen.
Gut für Gehirn, Nerven, Stoffwechsel; unterstützt die
Reguliertung des Blutzuckerspiegels.
Eisen
Das
Eisen ist ein typisches Spurenelement. Die Mengenelemente dienen
vornehmlich dem Aufbau des Körpers, und die Spurenelemente sind
für
spezifische Funktionen im Körper verantwortlich. Das Eisen ist der
zentrale Bestandteil des Blutfarbstoffes Hämoglobin. An das Eisen
bindet der Sauerstoff, so wird der Sauerstoff im Körper
transportiert.
Eisenmangel äußert sich daher Anämie, d.h. Blutarmut.
Darüber hinaus
ist das Eisen ein Bestandteil von Enzymen die aus der Nahrung Energie
gewinnen. Beim Eisen ist dies nur eine Funktion, bei vielen anderen
Spurenelementen wie Zink, Kupfer ist dies die Hauptfunktion.
Eisen ist in vielen Nahrungsmitteln enthalten, sowie im Eidotter,
Fleisch, und dem berüchtigten Spinat. Die Aufnahme von
Eisen hängt stark von den Lebensmittel ab. Aus tierischen
Nahrungsmitteln ist Eisen westlich besser aufnehmbar als aus
pflanzlichen.
Iod
Iod
ist im Körper nur für eine, dafür sehr spezifische
Funktion notwendig.
Iod ist Bestandteil von 2 Schilddrüsen Hormonen, die den
Grundumsatz
des Körpers steuern. Iodmangel bewirkt daher zuerst, dass die
Schilddrüse sich stark vergrößert um möglichst
alles Iod aus dem Blut
zu filtern. Später bewirkt der Iodmangel ein Absinken des
Grundumsatzes, das heißt die aufgenommene Nahrung wird nur zum
Teil
verbrannt und als Fett abgelagert. Iod ist in der Nahrung nur in
wenigen Lebensmittel in größerer Menge enthalten. Dies sind
vorallem Seefische. (Nahrungsergänzung
Meeresalgen)
Kupfer
Enthalten in Naturreis, Pilzen,
Fleisch, Fisch, Bohnen, Nüssen
und Tomaten.
Gut für Immunabwehr, Gewebewachstum, Nerven und Knochen.
Mangan
Enthalten in Vollkornreis, Nüssen,
Sonnenblumenkernen, Spinat und Bananen.
Gut für Bindegewebe, Herz, Knochen, Gedächtnis.
Wertvoller Energielieferant!
Phosphor
Enthalten in Milch, Hülsenfrüchten und
Vollkornprodukten.
Gut für Knochen und Zähne.
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Schwefel
Enthalten in Milchprodukten und Eiern.
Gut für Haut, Haar, Bindegewebe, Stressbewältigung, Gelenke,
Entgiftung und Fettabbau. |
Selen
Enthalten in Leber, Hülsenfrüchten
und Nüssen.
Gut für die Wundheilung. Schutz vor freien Radikalen! |
Silizium
Enthalten in Vollkorngetreide, Kartoffeln
und Gemüse.
Gut für Haut, Haar und Bindegewebe. |
Zink
Enthalten in Fleisch, Fisch, Eiern,
Milchprodukten, Nüssen, Sonnenblumenkernen und Vollkorngetreide.
Gut für Energie, Immunabwehr, Haut und Haare. Unterstützt die
Regulierung des Blutzuckerspiegels.
Aufnahme von
Mineralstoffen
Die
meisten Mineralstoffe sind bei der Verdauung schnell aus ihrer
biologischen Matrix herausgelöst. Die chemische Bindung zwischen
den
Metallen (darum handelt es sich bei den meisten Mineralstoffen) und
organischen Stoffen wird schon durch die Magensäure zerstört.
Es gibt
aus chemiocher Sicht daher keinen Grund bei Mineralstoffen zwischen
einem Lebensmittel als Quelle oder einer anorganischen Form wie in
Tabeletten oder als Zusatz zu euinem Lebensmitel zu unterscheiden.
Wichtig ist jedoch was man bei dem Konsum zu sich nimmt. Die meisten
Mineralstoffe werden für sich alleine nur unvollständig
aufgenommen.
Die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln können die Aufnahme steigern
oder
senken. So wirken organische Säuren wie sie in Obst aber auch
Gemüse
und Säften vorkommen, steigernd auf die Aufnahme, da sie einen
Käfig um
die Mineralstoffe bilden der als ganzes aufgenommen wird.
Ähnliche,
etwas schwächere Wirkung hat Eiweiss.
Umgelehrt können
Lebensmittel auch die Aufnahme mindern. Bei Calclium sind dies
Substanzen die in Vollkornprodukten enthalten sind oder Oxalsäure
die
z.B. in Spinat oder Rhabarber vorkommt. solche Substanzen bilden
schwelösliche Salze die der Körper nicht aufnehmen kann. Vor
allem wer
Mineralstofftabletten zu sich nimmt kann also die Resorption steigern
indem er sie z.B. in einem Obstsaft auflöst.
Die manchmal
vorgetragene Ansicht, dass anorganisch vorliegende Mineralstoffe nicht
aufgenommen werden ist wissenschaftlich nicht haltbar. Zum einen gibt
es Mineralstoffe die nur anorganisch vorliegen (Kalium,Natrium,Chlorid)
und zum anderen hat man auch bei organisch gebundenen Stoffen sehr
schlechte Resorptionsraten beobachtet. Zumindest bei Eisen weiss man,
dass anorganisch gebundenes Eisen besser resorbiert wird als das in
Myoglobin oder Häoglobin vorkommende Eisen in Fleisch.
Mineralstofftabletten werden daher auch bei Defiziten bei einzelnen
Mineralstoffen (Eisen,Jod) mit Erfolg eingesetzt. Trotzdem kann dies
natürlich nur eine Ergänzung sein und nicht eine falsche
Ernährung
kompensieren.
Natürlich hängt die Aufnahme eines mineralisch
vorkommenden Stoffen auch davon ab in welcher Form er vorliegt. So sind
Salze von organischen Säuren oft besser resorbierbar, z.B.
Eisencitrat
besser als Eisenchlorid. Doch kennt man z.B. im Tierreich den
Fall dass
Tiere ihren Bedarf durch mineralisch vorliegenden Elementen decken wie
durch das Lecken von Steinen oder dem Verzehr von Eierschalen.

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