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Kurzeinführung zum Schneiden von Videofilmen:

Die Grundausstattung zum Schneiden von Videofilmen besteht aus der Videokamera, einem Videorekorder, dem Überspielkabel, ein am Videorekorder angeschlossener Fernseher oder ein Kontrollmonitor, einen flinken Daumen und einer Menge Geduld.

Der erste Schritt ist das erstellen einer Schnittliste, die aus folgenden Spalten bestehen sollte:
 

[downloaden der Schnittliste]

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Kameras besitzen in der Regel ein Zählwerk, welches die Stunden (hh:), Minuten (mm:) und Sekunden (ss:) von Videoaufnahmen auf einen Display anzeigen. Dabei gibt es zwei grundlegende Aufnahmezeitanzeigen. Wo bei der einen die Aufnahme- bzw. Abspielzeit von der in der Kamera integrierten Uhr aus angezeigt wird, so wird bei den moderneren Geräten die Aufnahmezeit (Time Code) auf dem Aufnahmeband mit aufgezeichnet. Letzteres besitzt nach der Sekundenanzeige eine weitere zweistellige Zahl, die die jeweilige Nummer des Frame (Videoeinzelbild 00 - 25 “:ff”) anzeigt. Diese Anzeige können wir ignorieren da sie nur für einen bildgenauen Schnitt mittels Schnittgerät oder PC relevant ist.

Der nächste Schritt ist das “Sichten” der jeweiligen Aufnahmen und dem gleichzeitigen Eintragen der zur Auswahl stehenden Aufnahmeszenen in die Schnittliste. Zunächst legen wir die erste bespielte Kamerakassette in den Player, betätigen die Rückspultaste und stellen (falls dies nicht automatisch erfolgt) das Zählwerk auf 00:00:00. Danach kontrolliert man ob der Kassettenrecorder mit den angeschlossenen Fernseher derart eingestellt ist, das man die Aufnahmeszenen von der Kamera aus am Fernsehschirm betrachten kann. Ist dies geschehen, haben wir bereits die Sicherheit das alles richtig geschalten und verkabelt ist.

Danach betätigen wir die Abspiel-Taste an der Kamera und tragen jene Szenen in die Schnittliste ein, die für den fertigen Film in Frage kommen. Wobei jede einzelne Szenenanfangs- (Cut In) und Szenenendzeit (Cut Out) mit exakter Zeitangabe in die Schnittliste einzutragen ist. Beispiel: unter Cut In steht “00:00:12” und unter Cut Out steht “00:01:27”. Dies bedeutet das die Szene ab Zählwerksanzeige 00:00:12 bis zur Zählwerksanzeige 00:01:27 am Rekorder aufzunehmen ist. In der Spalte Cliplänge tragen wir die Gesamtlaufzeit des ausgesuchten Videoclips, in diesem Beispielfall = “00:01:15” ein, um am Ende durch Zeitaddition feststellen zu können, welche Gesamtspielzeit unser Videofilm erreicht. In der Spalte Bemerkung haben wir noch die Möglichkeit ein Stichwort einzutragen, welches charakteristisch für die Aufnahmeszene ist. Vergessen wir allerdings nicht, sollten Sie mehrere aufgenommene Kassetten zum jeweiligen Film besitzen, die Kassettennummer in der Spalte Kas Nr. einzutragen um Verwechslungen zu vermeiden. Vorteilhaft wäre allerdings noch, wenn Sie in der Spalte Bemerkungen mit der Kennzeichnung “OT” (Abkürzung für Original Ton), jene Szenen markieren, dessen O-Ton Sie am fertigen Film hören möchten. Auf diese Art und Weise verfahren wir, bis wir das Aufnahmeende der jeweiligen Aufnahmekassette erreicht haben. Addieren Sie am Ende die Zeiten aller ausgesuchten Aufnahmeszenen und streichen Sie, falls die Gesamtspielzeit über 90 Minuten hinausgeht, all jene Szenen in der Schnittliste auf die Sie, wenn auch schweren Herzens, verzichten können. Zudem haben Sie jetzt noch die Möglichkeit, falls erforderlich, die ausgesuchten Clips (Szenen) untereinander auszutauschen und oder neu einzureihen.

Mit dieser Schnittliste besitzen Sie nun eine vollständige Protokollierung Ihrer Gesamtaufzeichnung. Wenn Sie nun jetzt noch eine Aufnahmekassette in Ihren Recorder (Aufnahmegerät) eingelegt haben und den Recorder auf Aufnahmepause stellen, steht dem geplanten Videoschnitt, anhand Ihrer Schnittliste nichts mehr im Wege.

Legen Sie dazu im Player (Kamera) die erste Kassette ein, spulen Sie das Band zum Anfang, stellen Sie das Zählwerk auf 00:00:00 und betätigen sie die Abspieltaste. Nun brauchen Sie nur noch den Aufnahmerecorder, bei der “Cut In” Zeit der Schnittliste starten (aus der Aufnahmebereitschaft auf Aufnahme gehen) bzw. mit der Pausetaste, an Hand der “Cut Out - Zeit” anhalten (von der Aufnahme in Aufnahmebereitschaft gehen). Auf diese Art und Weise verfahren Sie bis Sie alle Szenen der Schnittliste von der Kamera auf den Recorder überspielt (geschnitten) haben.

Nach einigen Versuchen werden Sie festgestellt haben, das ein bildgenauer Schnitt mit dieser Schnittmethode nur äußerst schwer bis überhaupt nicht möglich ist. Vielleicht erinnern Sie sich noch, das ich auf der Seite “Aufnehmen” auf ein so genanntes “Schnittfleisch” hingewiesen habe. Dieses Schnittfleisch (2-3 Sekunden am Anfang und am Ende jeder einzelnen Szene) kommt uns hier bei diesen Schnittverfahren insofern zu Gute, da wir damit nicht unbedingt auf ein bildgenaues Schneiden angewiesen sind, sondern innerhalb dieser 2-3 Sekunden den Aufnahmerecorder starten bzw. anhalten können.

Natürlich bleibt es Ihnen vorbehalten, ob Sie am Beginn dieses Videoschnittes einen Vorspann, mit Ihren eigenst dazu entworfenen Logo und den Filmtitel auf das Videoband einfügen (kopieren) oder nicht, welchen Sie vorher mit der Kamera, auf einer eigenen Aufnahmekassette aufgenommen haben. Wenn Ja, dann müssen Sie dies eben vor dem, oben erwähnten Videoschnitt realisieren. Desgleichen gilt für den Abspann (Schlussspann), den Sie am Ende dieses Schnittes an Ihren Videofilm, auf die selbe Art und Weise anhängen, wie Sie die einzelnen Videoszenen eingefügt (kopiert) haben.

Die Frage: “ob mit einen S-VHS-Rekorder und einer Hi8 bzw. S-VHS-Überspielleitung, eine “VHS” Schnitt-Überspielung realisierbar ist”, kann mit “JA” beantwortet werden. Man muss lediglich darauf achten das der S-VHS Aufnahmeschalter beim S-VHS-Aufnahmerekorder auf “OFF” (ausgeschaltet) steht. Sollten Sie also eine digitale- oder Hi8-Kamera und einen S-VHS-Videorekorder besitzen, benützen Sie, zwecks besserer Bildübertragung stets ein S-VHS-Überspielkabel und kopieren (schneiden) Sie derart Verkabelt Ihren Videofilm, mit der Aufnahmerekorderschaltung “S-VHS = OFF”. Bei normalen VHS-Geräten können Sie die herkömmlichen “Composite-Überspielkabeln” benützen. Vorteilhaft (zwecks besserer Bildübertragung) wäre dabei jedoch ein getrennt geführtes Composite (1-polig/abgeschirmtes) Bild- und eines getrennten Stereoüberspielkabels, anstelle eines gemeinsam geführten, bei dem sowohl die Bild- wie auch die Stereotonsignalleitungen mit einer einzigen Masse abgeschirmt sind.

Der Unterschied zwischen einer herkömmlichen Composite (RGB)- und einer Hi8- Überspielsignalleitung besteht darin; das die RGB-Signalleitung (1-polig/abgeschirmt) und an beiden Enden mit je einen Cinch-Stecker ausgerüstet ist. Die Hi8 (auch als S-VHS bekannte) Überspielleitung hingegen aus einen 2-poligen, getrennt abgeschirmten Überspielkabel besteht, welches an beiden Enden je einen 4-poligen Hosidenstecker verfügt.

Möchten Sie allerdings Ihren Videofilm auch Nachvertonen und verfügen Sie über einen zusätzlichen zweiten Videorekorder, dann sehen Sie sich bitte, bevor Sie Ihren Videofilm nach dieser Anleitung schneiden, zuerst die Seite “Vertonen” an, da sich dabei die Arbeitsmethode und die Geräteverkabelung geringfügig ändert.


Der Insert - Schnitt:

Beim Insert-Schnitt-Verfahren wird ein Teil der ursprünglichen Videoszene durch eine NEUE ersetzt, ohne das dabei der Ton der ursprünglichen Videoszene gelöscht wird. Dieses Schnittverfahren ist nur mit dafür ausgerüsteten Kameras, bzw. Videorekordern möglich. Wenn Sie derartige Schnitte realisieren möchten, müssten Sie bereits beim Kauf Ihrer Kamera, oder Ihres Videorekorders darauf achten, das eines dieser Geräte mit dieser Funktion ausgerüstet ist. Bildliche Darstellung eines Insert-Schnittes >>> siehe folgende Skizze:

Mit diesen einfachen, für jeden Videoamateur, leicht realisierbaren Schnittverfahren (den flinken Daumen, wie dieses Verfahren auch genannt wird), ist es selbst Einsteigern, ohne großen finanziellen Aufwand möglich, eigene kreative Videofilme zu gestalten. Will man allerdings seine Filme mit Insert-Schnitten bereichern, muss man schon ein wenig tiefer in die Geldbörse greifen, da sowohl Kameras wie auch Videorekorder mit den erweiterten Funktionen “Insert” und “Audio Dub” (näheres mehr auf der Seite “Vertonen”) etwas teurer sind.

Denken Sie daran; das noch kein Fachmann vom Himmel gefallen ist. Genauso wie bei der eingeübten Handhabung Ihrer Kamera, gilt auch hier; “Übung macht den Meister”. In diesen Sinne wünsche ich Ihnen viel Spass, besonders wenn es um Ihren ersten Filmschnitt geht.

 

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