Meyer’s Videoring

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Werner
PREDOTA
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und Moser
Reisen

Einsteiger Unterwegs Video erlaubt? Technische Seite


Grundbegriffe zum aufnehmen von Video-Clips mit einen Camcorder!

Nun. In der Praxis ist es vorwiegend die Regel das man, ohne ein vorher erstelltes Drehbuch, die Kamera (mit ausreichend beigefügten Aufnahmekasetten, geladenen Akkus, dem Ladegerät und etwaigen Zubehör) einpackt und damit derart ausgerüstet zum Beispiel in den Urlaub fährt, auf Wanderschaft, zu einer Hochzeit oder einer Geburtstagsparty geht und munter d’rauf los filmt, was einem eben Interessantes und Sehenswertes vor die Linse gerät. Dies ist auch vollkommen in Ordnung, denn ein Drehbuch wäre bei solchen Gelegenheiten auch völlig fehl am Platz. Es sei denn man hat die Absicht einen kurzen Videoclip als Werbespots eines Betriebsunternehmens, einer Musikband, eines Reiseunternehmens oder ähnlichem mehr zu erstellen. In diesen Falle kann ein Drehbuch ungemein gute Dienste leisten.                                                                                                                                       Im Urlaub usw. empfehle ich Ihnen allerdings ein “Aufnahmeprotokoll” anzulegen. In dem Sie Notizen über Aufnahmedatum, Uhrzeit den Drehort und Notizen über Ereignisse und Vorkomnisse oder wichtige Daten, als Gedächtnisstütze festhalten können.

Hier einige grundlegende Tips & Tricks die man beim Filmen berücksichtigen sollte:

Erstens: Nehmen Sie keine Aufnahmen auf, die unter ca. 10 Sekunden (inklusive “Schnittfleisch” = siehe Zweitens) liegen. Zu kurze Bildszenen wirken im fertigen Film immer störend und unschön.

Zweitens: Achten Sie darauf das Sie bei jeder aufgenommenen Szene am Beginn und am Ende ca. 2 bis 3 Sekunden zusätzlich (in einem Zug) aufnehmen. Das heißt: jeder einzelne aufgenommene Videoclip sollte am Beginn und am Ende 2 bis 3 Sekunden (insgesamt 4-6 Sekunden) an “Schnittfleisch” zusätzlich besitzen, dies erleichtert den nachträglichen Schnitt, besonders wenn man mit dem “schnellen Daumen” schneiden muß, ungemein.

Drittens: Vermeiden Sie Aufnahmen die ein zu starkes Gegenlicht besitzen (z.B. eine Person bei Tageslicht vor einem Fenster oder wenn das Kamera-Objektiv von der Sonne direkt bestrahlt wird). Ist eine solche Aufnahme trotzdem erwünscht, schalten Sie die automatische Blendeneinstellung aus und stellen Sie diese manuell ein (Näheres finden Sie in Ihrer Kamera-Bedienungsanleitung).

Viertens: Wenn Sie ohne Stativ arbeiten, vermeiden Sie weitgehendst das Zoomen. Auch dann wenn die Kamera mit einen sogenannten “Bildstabilisator” ausgerüstet ist. Möchten Sie trotzdem Zoomen, dann suchen Sie sich möglichst ein Ersatzstativ. Dies könnte zum Beispiel ein Baum, ein Gartenzaun oder etwa ein Felsbrocken sein, auch ein gewöhnlicher Wanderstab zum fixieren der Kamera könnte dabei schon gute Dienste leisten um ein verwackeltes Bild zu vermeiden.

Fünftens: Beachten Sie beim Aufnehmen die Schattenwirkung einer hinter Ihnen liegenden Lichtquelle (Sonne, Lampe ec.). Liegt die Lichtquelle rechts oder links hinter Ihnen, werden Ihnen sicher kontrastreichere Aufnahmen gelingen, als wenn die Lichtquelle direkt geradlinig zum Aufnahmeobjekt hinter Ihnen liegt. Aufnahmen gegen eine Lichquelle sollten tunlichst vermieden werden. Besonders empfindlich ist der “Bildsensor” ihrer Kamera. Er liegt direkt hinter der Optik und wird in der Fachwelt als “CCD” (Charge Coupled Device) bezeichnet. Eine unmittelbare Sonneneinstrahlung kann die empfindlichen Sensor-Pixel (bis zu 495 000 auf einen Sensor Chip) zerstören und Ihre Kamera für immer unbrauchbar machen. Sonnenauf- oder untergänge sollten stets nur mit einen dementsprechenden Sonnefilter (im Handel erhältlich) aufgenommen werden.

Sechstens: Wenn Sie ein bewegliches Objekt (z.B. eine Person, ein Tier oder ein Fahrzeug) aufnehmen und mit der Kamera “mitschwenken”, achten Sie stets darauf, das sich ein aufzunehmendes, nach rechts bewegendes Objekt günstigenfalls in der linken Bildschirmhälfte oder zumindestens in der Bildmitte, ein nach links bewegendes Objekt sinngemäß in der rechten Bildschirmhälfte befindet. Ein sich rechts bewegendes Objekt in der rechten Bildhälfte erzeugt den Eindruck als würde es am Bildschirmrand anstoßen oder vom Bildschirmrand hinaus und nicht in die immerhin dazugehörende Bildszene hineingehen oder hineinsehen. Ein bildhaftes Beispiel: Wenn sie zwei Personen “getrennt” bei einem Gespräch aufnehmen, der eine am linken, der andere am rechten Bildschirmrand hinausblickt, gewinnt man unweigerlich den Eindruck als würden die beiden Gesprächspartner mit den Nasen unmittelbar aneinander stoßen oder, was noch unschöner wirkt, beim Gespräch Rücken an Rücken zueinander stehen. Achten Sie also stets darauf das die jeweiligen Objekte immer in den Bildschirm hinein- und nicht hinausblicken. Hinzu gehört auch die Augenhöhe von Personenaufnahmen. Bei Großaufnahmen sollte die Augenhöhe etwa im oberen zweiten Drittel des Bildschirmes oder knapp darunter zu finden sein.

Siebentens: Bei Aufnahmen mit bewußten Originalton, wie zum Beispiel ein Gespräch, die Aufnahme eines Vortragenden oder einer Musikergruppe, sollte man nie frühzeitig abbrechen. Tut man es doch, sind solche Aufnahmen meist unbrauchbar da ihr die Sinnhaftigkeit genommen wurde. Übrigens; man muß nicht immer auch hören was gesprochen wurde, besonders dann nicht wenn das Thema völlig von dem des Videos abweicht. Sicherlich, derartige lange Gesprächs- bzw. Musikaufnahmen wirken meist ebenso unschön und  unerfahren wie zu kurz geratene Szenen. In solchen Fällen kann man sich aber meist dahingehend behelfen in dem man solche Clips im nachhinein mit einen “Insert-Schnitt” bearbeitet. Das heißt: man überspielt Bildteile dieser Videoszene mit anderen, jedoch zum Thema passende, gesondert aufgenommene Videoszenen, wobei der Originalton durchlaufend erhalten bleibt. Sowohl preiswerte Kameras als auch Videorecorder mit “Insert-Schnitt” sind heute im Handel durchaus preisgünstig erhältlich. Näheres über die Technik des Insert-Schnittes erfahren sie im Abschnitt “schneiden von Videos”.

Achtens: Die meisten Video-Einsteiger benützten, bevor sie sich zum Kauf einer Kamera entschlossen haben ja meist einen Fotoaparat. Vorsicht bitte. Die Aufnahmetechnik ist bei beiden Geräten grundverschieden. Beim Fotographieren hat man z.B. die aufzunehmende Person stets an einem vorteilhaften Platz positioniert und möglichst in die Kamera blicken lassen. Beim Videofilmen hingegen sollte sich die aufzunehmende Person günstigenfalls nicht bereits an Ort und Stelle befinden sondern sich darauf, ohne in die Kamera zu blicken, hinzu- oder umgekehrt wegbewegen und dort (vorher oder nachher) eine kleine Weile verweilen. Je natürlicher und normaler sich eine Person vor einer Videokamera bewegt, umso vorteilhafter und eindrucksvoller kommt er im fertigen Video zur Geltung. Unnatürlich gekünstelte oder gestellte Aufnahmen (ausgenommen vieleicht eine Gruppenaufnahme) wirkt unschön und zeigt die Unerfahrenheit sowohl der aufzunehmenden Person wie auch des Kameramannes. Vergessen wir dabei nie das Videoszenen letztenendes bewegte Bilder und kein Bilderbuch oder Album im Sinne von eingeklebten Standbildern sind.

Neuntens: Ein Bildschwenk sollte nie unüberlegt und zu spontan erfolgen. Wenn möglich sehen Sie sich die geplante Kamerabewegung vorher, ohne auf den Startknopf zu drücken, im Sucher genau an. Legen Sie dabei präzise den Ausgangspunkt und den Zielpunkt sowie die Geschwindigkeit der Kamerabewegung fest. Zu langsames Schwenken wirkt langweilig und ein zu schnelles kann ein Betrachter letztenendes als Bildstörung einstufen. Vermeiden Sie dabei Aufnahmen im Telebereich, sondern gehen Sie so nahe wie möglich an die zu aufnehmenden Objekte heran und verwenden Sie dazu vorwiegend den Weitwinkelbereich. Ich erwähnte es bereits weiter oben: Ein Zomen lockert zwar jeden Videofilm auf, aber allein ihr Atem oder ihr Herzschlag kann im voll ausgefahrenen Telebereich bereits ein mittleres Erdbeben auslösen. Größe und Gewicht der heutigen Camcorder lassen in der Regel alle nur erdenklichen Bewegungen in jedweder Richtung zu. Ein guter Tip: Grätschen Sie dabei leicht ihre Beine um einen sicheren Stand zu haben. Günstigenfalls lehnen Sie sich mit den Rücken an einen Baum oder eine Hauswand und drehen Sie sich beim Schwenk nur mit den Oberkörper, wobei Ihr gerader Blick genau in der Mitte des Start- und Zielpunktes sein sollte, damit Sie die Drehung des Oberkörpers zur Gänze nützen können. Jedweder Versuch sich mit den Beinen ebenfalls nachzudrehen wird garantiert mit einen verwackelten Bild bestraft. Und stabilisieren Sie ihre Kamera beim Schwenk mit der zweiten Hand. Liegt der Start- und Zielpunkt allerdings soweit auseinander, das der Zielpunkt mit dem alleinigen drehen des Oberkörpers nicht erreicht werden kann, dann teilen Sie die Aufnahme in zwei oder drei einzelne Aufnahmeszenen auf. Ein so genannter “Panoramaschwenk” (eine Rundumaufnahme, zur besseren Übersicht) sollte nur mit einen Videostativ erfolgen.

Und Last not Least:  Beschränken Sie sich mit den Aufnahmen auf das Wesentliche, wenn Sie nicht wollen das ihre Zuseher beim vorgeführten Film letztendlich einschlafen. Üben Sie mit ihrer Kamera so viel wie nur möglich, so das Sie später im Urlaub oder auf der Geburtstagsparty Ihre Kamera sicher beherschen. Lesen Sie die Kamera-Bedienungsanleitung genauestens durch bzw. üben und erproben Sie die eine oder andere technische Möglichkeit die Ihnen Ihre Kamera bietet. Bei einigen Kameras ist es bereits möglich ein Bild einzufrieren und mit einen darüber gelegten Titel zu versehen. Dies ist natürlich in erster Linie eine Preisfrage. Die einfachste und billigste Art ist immer noch wenn man eine Postkarte, ein Bild oder ein gemustertes Blatt Papier hernimmt, darüber eine, mit den gewünschten Titel beschriebenen transparenten Folie legt und mit der Kamera aufnimmt (Vorsicht auf die Spiegelung der Transparentfolie). Ich selbst habe mit dieser einfachen und billigen Art und Weise begonnen meine benötigten Vor- und Schlußspannszenen (Abspann) zu realisieren, bevor ich auf den Komputer umgestiegen bin. Letztendlich ist beim Videofilmen nicht nur ein gewisses Grundwissen und der sichere Umgang mit der Technik von nöten sondern auch eine gewisse Kreativität. Letzteres erreicht man am leichtesten wenn man Fernseh- oder Kinofilme technisch kritisch betrachtet und sich Gedanken darüber macht mit welcher Technik die eine oder andere Szene umgesetzt werden konnte. Das sich vieles nicht realisieren läßt liegt in der Regel nur daran, das wir Amateure meist keine vielfachen Millionäre sind und uns daher derart ausgefeilte technische Aparaturen erst gar nicht leisten können. Vergessen wir aber nicht das wir mit unseren eigenen kreativen Ideen durchaus Dinge zu wege bringen, bei denen so mancher ausgefuchste Fachmann nur staunen kann. Denn letzdenendes sind Sie es mit Ihren Ideen, die über einen erfolgreichen Videofilm entscheiden und nicht all die technischen Varianten und Möglichkeiten Ihrer Videokamera oder Ihres Videogerätes.

 

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