ROLF KAUKA

(1917 - 2000)


Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1917
09. April: R[ud]olf Kauka wird als erstes von drei Kindern des aus Finnland stammenden Hufschmieds Paul Kauka und seiner Ehefrau Margarete in Markranstädt (bei Leipzig) geboren.


1923-1935
Kauka besucht die Volksschule in Markranstädt und die Friedrich-Liszt-Realschule in Leipzig.
Er beginnt für die Leipziger Neuesten Nachrichten und das Weißenfelser Tageblatt zu zeichnen.

1935-38
Kauka absolviert eine Lehre zum Drogisten. Nebenbei besucht er Vorlesungen über Betriebswirtschaft.

1938-45
Kauka dient in einem FlAK-Regiment (zuletzt als Oberleutnant und Batteriechef). Ihm werden das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse sowie das Deutsche Kreuz in Gold verliehen.

1943
Juni: Kauka heiratet die Arzthelferin Erika, geb. Bahre. (Aus der Ehe, die 1960 geschieden wird, gehen drei Töchter hervor.)

1947
Nach Entlassung aus US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft gründet Kauka in München einen Verlag, in dem zunächst Kurzlehrbücher für angehende Polizeibeamte und Juristen, später auch "Krimi"- und "Wildwest"-Hefte erscheinen.

1949
Kauka lernt den aus den Niederlanden stammenden Münchner Dorul van der Heide kennen, den er als Zeichner von Bildern mit Wildwest-Motiven für Sammelalben anstellt.
Druck und Vertrieb überträgt er dem Verleger Erich Pabel in Rastatt (ebenso für die folgenden Heftreihen).

1951
In Kornwestheim greift die Schuhfirma Salamander ein Zeichenfiguren-Projekt aus der Vorkriegszeit (1937-39) wieder auf, bei dem ein Eidechserich namens "Lurchi" die Hauptrolle spielt. In einer Zeit, da man auf "politische Korrektheit" noch keinen großen Wert legt, erfreuen sich die Hefte - die zunächst kostenlos an Kunden abgegeben werden - bald großer Popularität.
(Warum Dikigoros ihnen dennoch keine eigene Webseite gewidmet hat? Erstens, weil es schon eine sehr gute Webseite zu diesem Thema gibt, und zweitens, weil weder der Zeichner - Heinz Schubel - noch der Texter - Erwin Kühlewein - außer mit "Lurchi" öffentlich in Erscheinung getreten sind; und das reicht für seine biografischen Seiten nicht aus.)


Nota bene: Der Nazi-Lurch von 1937 trägt braune Schuhe, der türkische tscherkessische Lurch von 2023 (seit 2026 Ministerpräsident des einstigen "Musterländles" Baden-Württemberg - heute ein Muster ohne Wert
für Trans-Wokistan) trägt grüne Schuhe, wie sich das für einen guten Muslim ziemt. Mögen er und seine Mitstreiter allesamt im Kochtopf der fetten Neger wohlbeleibten Flüchtlinge enden, die sie ins Land geholt haben!

1952
Dezember: Kauka bringt das Jugend-Magazin Colombo [Menschen, Tiere, Abenteuer, Humor und Wissenswertes aus alles Welt] auf den Markt.


Das Projekt hat wenig Erfolg und wird nach nur drei Ausgaben beendet.
Kauka gründet die Kauka-Comic-Produktion.


1953
Mai: Kauka beginnt - in erklärter Konkurrenz zu Walt Disneys "Mickey Mouse" und unter Berufung auf die deutsche Tradition eines Wilhelm Busch - mit der Herausgabe des zunächst 14-tägig erscheinenden Comic-Hefts "Till Eulenspiegel" [ab Band 5 nur noch "Eulenspiegel"], in dem neben der Titelfigur und altbekannten Personen wie Baron Münchhausen vor allem Tiergestalten auftreten. Auch dessen Erfolg nimmt sich anfangs eher bescheiden aus.


Juni: In Band 6 des "Eulenspiegel" erscheint erstmals eine Geschichte mit den jungen Füchsen Fix und Foxi.



Die beiden kommen beim Publikum so gut an, daß Kauka wenig später beginnt, "Eulenspiegel-Sonderhefte" heraus zu bringen, die speziell ihnen gewidmet sind.



1954
Kauka lehnt ein Übernahmeangebot Disneys (als Frühstücksdirektor mit einem Jahresgehalt von 80.000 US-$ - entsprechend ca. 3,2 Mio Euro nach der Währungsreform von 2001) ab und baut statt dessen seine eigene Produktion aus. Nachdem es über finanziellen Fragen zum Bruch mit van der Heide gekommen ist, engagiert Kauka als neuen Chefzeichner Walter Neugebauer (1921-92), einen Volksdeutschen aus Jugoslawien, der zusammen mit dem Kroaten Branimir Karabajić das Trickfilmstudio "Duga Film" betrieben hatte, das gerade über die Wupper Neretva gegangen ist.

1955
Januar: Kauka teilt seine Zeichentrick-Publikationen: Fortan erscheinen im 14-tägigen Wechsel die Heftreihen "Fix und Foxi" und "Eulenspiegels Kunterbunt"; letztere gerät bald ins Hintertreffen.

[Ausgabe 29/1955]

Neugebauer gibt den Füchsen Fix + Foxi, ihrem Onkel Fax, dem Wolf Lupo und seiner Oma Eusebia sowie dem - Disneys "Daniel Düsentrieb" nachempfundenen - "Professor Knox" neue Gesichter.


[Familie]

Während die Disney-Figuren in "Entenhausen" leben, lebt die Kauka-Familie in "Fuxholzen".

[Stammbaum] [Fuxholzen]

Kauka richtet in München ein Filmstudio ein, das zunächst kurze Werbefilme produziert, u.a. für BMW.
(Die Bayrischen Motoren-Werke - ursprünglich ein Motorrad-Hersteller und Zulieferer der Flugzeug-Industrie - haben noch keinen großen Namen auf dem Automobilmarkt; die "Isetta" gilt als besserer "Leukoplastbomber".)

1956
Oktober: Die Serie "Eulenspiegels Kunterbunt" wird eingestellt.


1957
ab Januar: "Fix und Foxi" erscheint wöchentlich - anfangs noch mit dem klein gedruckten Untertitel "Eulenspiegels Kunterbunt"; aber die Eule mit dem Spiegel hat als Logo ausgedient und muß endgültig den beiden Fuchsköpfen weichen.



Im Laufe der Zeit steigert Kauka die Auflage bis 400.000 Exemplare. (Damit überflügelt er sogar Disneys "Micky-Maus"-Hefte.) Bis 1994 werden weltweit 750 Millionen "Fix-und-Foxi"-Hefte verkauft.)


1958
Kauka engagiert auch Karabajić als Zeichner. Dieser entwickelt unter dem Künstlernamen "Kara" die Maulwürfe "Pauli" und "Paulinchen" - bei Neugebauer bloß Nebenfiguren der Füchse und Wölfe - zu einem eigenen Clan in "Maulwurfshausen", mit "Mausi", "Mimi", "Susi", "Mecki" und "Beppo".


Dezember: Der Hamburger Verleger Alfred Semrau beginnt mit der 14-tägigen Herausgabe der Zeitschrift "Der heitere Fridolin", die neben Kindern auch ältere Jugendliche für den deutschen Comic-Markt gewinnen soll. Vorbild ist aber nicht die gleichnamige Halbmonatsschrift, die 1921-28 im Berliner Ullstein-Verlag erschienen war und in der u.a. das Kinderbuch Kai aus der Kiste ihres Chefredakteurs Wolfgang Bechtle alias "Wolf Durian" erstveröffentlicht wurde, sondern das - 1936 nach dem Verbot von Disneys Mickey-Mouse-Heften eingeführte - belgische Comic-Magazin "Spirou", aus dem auch einige Geschichten übernommen werden.

[die erste Ausgabe]

Neben denen mit dem Namensgeber Spirou (gezeichnet von André Franquin), der in "Fridolin" umbenannt wird, sind dies vor allem solche mit dem Cowboy Lucky Luke (gezeichnet von Maurice de Bevere alias "Morris").


1959
Der französische Verleger Georges Dargaud beginnt mit der Herausgabe des wöchentlich erscheinenden Jugendmagazins "Pilote".

1960
April: Kauka erweitert den Umfang der Fix-und-Foxi-Hefte um ein Drittel (von 24 auf 32 Seiten) und erhöht den Preis um 20% (von 50 auf 60 Pf). Allmählich wird der Wolf Lupo zur Hauptfigur.


Juni: Kauka heiratet in 2. Ehe Gisela, geb. Reimers. (Aus der Ehe, die 1969 geschieden wird, gehen zwei Kinder hervor.)

1960/61
Kauka übernimmt als erste Figur aus "Pilote" den Jung-Piraten "Jehan Pistolet" (gezeichnet von Albert Uderzo, getextet von "Pilote"-Chefredakteur René Goscinny), den er in "Pitt Pistol" umbenennt.


1961
Januar: "Der heitere Fridolin" wird nach 54 Ausgaben eingestellt; das Projekt der "Eindeutschung" belgischer Comics gilt vorerst als gescheitert.
Warum ihm Dikigoros dennoch relativ breiten Raum widmet? Eben darum! Das zeigt nämlich, daß es nicht genügt, im Ausland mehr oder weniger erfolgreiche Geschichten einfach 1:1 zu übernehmen und wörtlich zu übersetzen. Kauka läßt zunächst neue - bessere - Umschlagbilder zeichnen und schneidet auch im Inneren um, d.h. er kürzt, erweitert und/oder ändert die Texte so, daß sie auch für deutsche Leser interessant werden. Anspielungen bzw. Parallelen müssen ja nicht nur entdeckt, sondern auch umgesetzt - oder ersetzt - werden. Franquin, Goscinny, "Morris", "Peyo", Remacle, Uderzo u.a. hätten nie und nimmer einen Fuß in den deutschen Comic-Markt bekommen - der nun mal sehr viel größer und lukrativer war als alle anderen in Europa -, wenn Kauka ihre Produkte nicht in der BRD bekannt gemacht hätte. Auch geschicktes Marketing ist eine Kunst!
(Das ist ja in der Malei nicht anders. Die meisten Schmierer, Kleckser und Pfuscher des 20. Jahrhunderts hätten für ihre Pinseleien nicht mal den Preis eines Fix-und-Foxi-Hefts erzielt, wenn nicht clevere Galeristen, Auktionatoren und Claqueure in den Medien sie hoch gejubelt hätten.)


Man kann die Originale allerdings auch verschlimmbessern. Symptomatisch dafür ist das Titelbild der letzten "Fridolin"-Ausgabe: Das Original ("Le juge [Der Richter]") enthält einen doppelten Witz: Der Richter zitiert im Strafprozeß - Lucky Luke ist "Accusé [Angeklagter]" - aus dem "Code Civil [BGB]" und hält den auch noch verkehrt herum. Dem deutschen Übersetzer muß das wohl auch irgendwie aufgestoßen sein; also macht er L.L. zum "Beklagten" - wie das im Zivilprozeß genannt wird (obwohl man da ja keine Fußfesseln angelegt bekommt :-) -; aber dann scheinen ihm doch Bedenken zu kommen, und er übersetzt den "Code civil" einfach neutral mit "Gesetzbuch" - und verschenkt so den halben Witz.

[die letzte Ausgabe]

(Nur am Rande sei angemerkt, daß das Bier bei "Fridolin" statt 50 C[ents] (damals ca. 2.- DM) nur ein Viertel kostet. Das wäre ja weiter nicht schlimm, wenn sich Semrau nicht penetrant - auch beim Preis für seine Magazine - auf die Abkürzung "Dpf" für "Pfennig" kaprizieren würde. Gewiß, man sagte "D-Mark" und schrieb "DM"; aber niemand sagte "D-Pfennige" oder schrieb "DPf" - außer eben Semrau. Nein, es war auch keine regionale Besonderheit. Semrau saß in Hamburg. Dikigoros ist dort aufgewachsen, und seine Mutter nahm ihn von klein auf zum Einkaufen mit. Der Pfennig wurde immer und überall mit einem kleinen Sütterlin-d [für lateinisch "denarius"] abgekürzt - wie damals übrigens auch noch der englische Penny. Erst später setzte sich allgemein die Abkürzung "Pf" durch - aber ohne "D"!)
Kauka übernimmt den frei gewordenen Namen Fridolin und verpaßt ihn einem neuen, ebenfalls von "Kara" gezeichneten Helden - der zwar eigentlich kein Maulwurf, sondern ein Kater sein soll, dem man indes die künstlerische Verwandtschaft mit "Pauli" nur allzu deutlich ansieht:

[Pauli] [Fridolin]

Nach dem großen Medienrummel um den ersten Raumflug des Sowjet-Kosmonauten Jurij Gagarin erfindet Kauka die Figur des Raumfahrers Mischa.


1963
Angesichts des großen Erfolgs, den der Regisseur Harald Reinl mit der Verfilmung von Carl-May-Romanen um den Indianer-Häuptling Winnetou hat, widmet auch Kauka dem letzteren einige Geschichten, die allerdings weniger gut ankommen - vor allem nicht gegen die Konkurrenz aus dem eigenen Hause, nämlich "Tom und [klein] Biber[herz]" nebst Opa Nikodemus und Häuptling Schmutzfuß.

[Tom und Biber]
[Opa Nikodemus] [Schmutzfuß]

1964
Oktober: Kauka unternimmt einen neuen Anlauf, Comic-Hefte für ältere Jugendliche auf den Markt zu bringen; sein Magazin "Lupo" erscheint zunächst monatlich.


Neben dem Titelhelden aus "Fix und Foxi" übernimmt Kauka auch lizensierte Geschichten, die zuvor auf Französisch in Spirou erschienen sind, wie "Boule & Bill" (die er in "Schnieff + Schnuff" umbenennt) von Jean Roba und "Spirou et Fantasio" von Franquin. Dabei ersetzt er die sinnlosen Original-Namen durch die viel griffigeren und anschaulicheren Namen "Pit und Pikkolo" ("Spirou" trägt die Uniform eines Hotel-Bediensteten, den man damals als "Pikkolo" bezeichnete, und die Alliteration paßt ideal), ebenso die ihrer Nebenfiguren, dem Eichhörnchen "Spip" ("Pips") und dem "Marsupilami" ("Kokomiko").

1965
Mai: Angesichts des großen Erfolgs stellt Kauka die Erscheinungsweise des - nunmehr "Lupo modern" genannten - Hefts von monatlich auf wöchentlich um.
Inzwischen hat Kauka aus Spirou auch die Geschichten um "Lucky Luke" von Morris in Lizenz übernommen sowie aus "Pilote" die bis dahin im deutschen Sprachraum völlig unbekannten Geschichten um die Gallier "Astérix" und "Obélix" (wiederum von Uderzo und Goscinny) - die er in "Siggi" und "Babarras" umbenennt.*


Kauka ersetzt die z.T. dümmlich-primitiven, z.T. volksverhetzenden Original-Texte des Juden Goscinny (die dieser in erster Linie als anti-deutsche Meinungsmache konzipiert hat, wobei im Laufe der Zeit aber auch alle möglichen anderen nicht-französischen Völker mehr oder weniger bösartig karikiert werden - mit Ausnahme des einen, von dem schon Voltaire wußte, daß es nicht kritisiert werden darf) durch humorvolle Texte mit aktuellen politischen Anspielungen; dadurch ist er bei der Vermarktung ungleich erfolgreicher als seine Vorgänger.


Ferner übernimmt Kauka aus "Pilote" die - ebenfalls von Uderzo gezeichneten - Geschichten um die Luftwaffen-Piloten "[Michel] Tanguy" und "[Ernest] Laverdure", die er in "Rolf und Miki" umbenennt und zu deutschen Luftwaffen-Piloten macht.


1966
Mai: Als Antwort auf die US-amerikanische Comic-Serie "The Flintstones" (in Deutschland "Familie Feuerstein") bringt Kauka "Die Pichelsteiner" auf den Markt, deren Gestaltung er dem jungen Italiener Riccardo Rinaldi (1945-2006) überträgt, der erst seit dem Vorjahr für den Verlag arbeitet; seine Steinzeitmenschen laufen der US-Konkurrenz im deutschen Sprachraum schnell den Rang ab** und werden zu einer von Kaukas wichtigsten Eigenproduktionen.


Juni: Goscinny veranlaßt Uderzo bzw. Dargaud, Kauka keine Lizenzen für weitere Ausgaben von "Asterix + Obelix" mehr zu erteilen mit der - objektiv betrachtet völlig unhaltbaren - Begründung, dessen Texte seien "anti-semitisch".
August: Kauka beendet die Zusammenarbeit mit Pabel und wechselt zur Schweizer Gevacur AG.
September: Kauka benennt "Lupo modern" in "Tip Top" um. Die beliebtesten Einzelfiguren bleiben Lucky Luke und der - zum "rasenden Reporter" umfunktionierte - Lupo.



Außerdem übernimmt Kauka weitere Comic-Geschichten aus "Spirou" in Lizenz, vor allem den von Marcel Remacle gezeichneten Seebären "Le vieux Nick", später ergänzt um seinen Gegenspieler "Barbe-Noire" - wobei die Geschichten mit letzterem in Frankreich zunächst verboten werden.


In Deutschland wird "Der Alte Nick und Schwarzbart der Pirat" dagegen zu einer der beliebtesten Comic-Serien überhaupt, die später auch von anderen Verlagen neu aufgelegt wird.***



Kauka übernimmt auch den von Leone Cimpellin gezeichneten - zuvor im italienischen Corriere dei Piccoli und im portugiesischen Jacto erschienenen - 5. Musketier "Gelsomino", den er in "Augustin" umbenennt.


Dezember: Kauka schließt sich den weltweiten Gnadengesuchen für Rudolf Hess an, den die alliierten Siegermächte 1947 in Nürnberg für seinen Versuch, 1941 Frieden zu stiften, als "Kriegsverbrecher" zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt hatten. Aber inzwischen hatte auch der letzte und dümmste Brite gemerkt, daß Hess' EnglandSchottland-Flug die letzte Chance gewesen wäre, das "Empire" zu retten. (Selbst sein damaliger Ankläger schloß sich der Petition an.) Und nachdem Weinstein Kirchügel, der Totengräber des britischen Weltreichs, im Vorjahr glücklich abgekratzt verstorben war, schien es allen billig und gerecht denkenden Menschen an der Zeit, Hess nach 25 Jahren Kerker unter unmenschlichen Bedingungen endlich Gnade vor Unrecht zu gewähren. Aber dafür wäre die Queen zuständig gewesen, die Deutschland und alle Deutschen so abgrundtief haßte, daß daran nicht zu denken war.
(Um nicht noch öfter derart unverschämten Gnadengesuchen ausgesetzt zu sein, sollte sie Hess ein paar Jahre später, unter der Regierung von Mrs. Strohkopf Strohdach, ermorden lassen, ebenso noch ein paar Jahre später ihre eigene Schwiegertochter, Lady D. - aber das ist eine andere Geschichte. Mrs. Strohdach - eine Partei- und Gesinnungsgenossin von Kirchügel, die Germany nicht weniger haßte - wollte übrigens 1990 wieder einen Krieg gegen "Nazi-Deutschland" vom Zaun brechen. Mit dem französischen Machthaber war sie sich schon einig; aber die bösen Amis machten ihr einen Strich durch die Rechnung, da sie nicht "mitzogen.")
Wie dem auch sei, mit jenem "Weihnachtswunsch" - ausgesprochen im "Fix-und-Foxi-Weihnachtssonderheft" - hatte Kauka in gewissen Kreisen seinen Ruf als "alter Nazi" weg.****
(Zu allem Überfluß war der Untertitel auch noch in "altdeutscher" Fraktur geschrieben. Vor allem nachgeborene Ignoranten und Dummschwätzer, die nicht mehr wissen, daß es gerade die National-Sozialisten waren, die jene Schrift anno 1940 zugunsten der "lateinischen" Schrift abgeschafft hatten, bezeichnen sie gerne als "Nazi-Schrift :-)


1967
Mai: Kauka reagiert auf den Lizenzentzug für "Astérix und Obélix", indem er als Gegenentwurf zu den beiden Galliern die Germanen "Fritze Blitz" und Dunnerkiel" kreiert, deren Geschichten ebenfalls unter römischer Besatzung spielen, den Machwerken von Uderzo und Goscinny aber haushoch überlegen sind, so daß die beiden letzteren in den nächsten Jahren in Deutschland kein Bein mehr auf den Boden bekommen. (Ihr Versuch, Kauka "Fritze Blitz & Dunnerkiel" gerichtlich als "Plagiate" verbieten zu lassen, scheitert kläglich.)


Vor allem die erste Geschichte - gezeichnet von "Kara" - ist ein Meisterwerk, das noch nach sechs Jahrzehnten so aktuell ist wie am ersten Tag. (Man muß nur "Romis" durch "Amis" ersetzen - und so war es von Kauka ja auch gedacht :-) Dikigoros erinnert vor allem einen Satz - ausgesprochen, nachdem die Germanen die Römer verärgert haben und die letzteren Anstalten machen, sich zurück zu ziehen: "Oh weh, jetzt zieh'n sie uns die Truppen ab, und wir müssen wieder selber Soldaten spielen!" (Wäre Thomas Röper - vom Verfassungsschutz als "Putins Sprachrohr" eingestuft und darob vom Berliner Verbrecherregime mit harten Sanktionen belegt - nicht zu jung, jenes Heft zu kennen, dann hätte er ihn bestimmt in seinem bitterbösen Artikel über den Medienrummel um den drohenden [Teil-]Abzug der US-amerikanischen Besatzungstruppen Befreiungstruppen Schutztruppen Truppen aus der BRDDR zitiert.) Wer würde sich heuer nicht statt Fritze Blackrock einen Fritze Blitz wünschen?!?
Juni: Kauka ersetzt das wöchentlich erscheinende Magazin "Tip Top" mit seinen Fortsetzungs-Geschichten durch ein monatlich erscheinendes Magazin mit abgeschlossenen Geschichten, das den Namen "Fix & Foxi Super Tip Top" erhält. Die Figuren aus "Tip Top" - vor allem "Lucky Luke", "Pit und Pikkolo" (und "Kokomiko"), "Fritze Blitz und Dunnerkiel", "Die Pichelsteiner" und "Old Nick" (und "Schwarzbart") - werden übernommen; daneben erscheint als Kuriosität ein Heft mit Abenteuern des "Raumschiffs Orion" aus der Science-fiction-Filmreihe "Raumpatrouille".

[1. Ausgabe]


November: Kauka bringt die Monats-Zeitschrift "Bussi Bär" für 3-8-jährige Kinder auf den Markt. Neben gezeichneten Geschichten enthält sie auch Lese- und Schreib-Übungen für Anfänger sowie Bastelanleitungen. Mit den von Neugebauer entwickelten Figuren (neben dem Titelhelden noch der blaue Hund "Bello", "Strubbelpeter" und "Schnatterliese") findet sie auf Anhieb großen Anklang; langfristig übertrifft der Verkaufserfolg sogar den von "Fix und Foxi".


Kauka steht auf dem Höhepunkt seines Erfolgs.

1968
Nachdem Morris von "Spirou" zu "Pilote" gewechselt ist, nötigtveranlaßt Goscinny auch ihn, Kauka keine weiteren Lizenzen für neue "Lucky-Luke"-Abenteuer mehr zu erteilen.
(Die ständigen Stänkereien Goscinnys - nicht nur gegen Kauka - sorgen für Jahre langen Knatsch bei "Pilote"; am Ende wird Dargaud dem Stinkstiefel einen Tritt den Laufpaß geben. Mit ihm wird auch Uderzo gegangengehen.)
Kauka reagiert mit der Neuauflage älterer "Lucky-Luke"-Abenteuer aus "Spirou".


Vielleicht gehörte auch "Zum Nachtisch blaue Bohnen" (Im Original von 1961: "Les rivaux de Painful Gulch") schon dazu. Dikigoros hat nicht heraus bekommen, ob auch hinter jener netten Geschichte - der Versöhnung der so lange verfeindeten Familien O'Hara und O'Higgins - eine wahre Begebenheit steckt, wie so oft bei "Morris". Wer eine Idee hat kann ihm ja mal mailen.
April: Kauka übernimmt - ebenfalls aus "Spirou" - die Figuren "Johan et Pirlouit" von Pierre Culliford ("Peyo") unter dem Titel "Prinz Edelhart [und Kukuruz]". Der Erfolg ist zunächst bescheiden.


1969
Das ändert sich schlagartig, als Kauka mit "Prinz Edelhart und die Schlümpfe" (im Original: "La flûte à six trous [Die Flöte mit sechs Löchern]", späterer Albumtitel: "La flûte à six Schtroumpfs") erstmals eine Geschichte übernimmt, in der als Nebenfiguren kleine blaue Zwerge auftreten, denen bald auch eigene Geschichten gewidmet werden, die Kauka z.T. neu zusammen stellt. Er verleiht den bis dahin anonymen Gestalten griffige Namen, die zu ihren Charakteren passen, und verhilft ihnen so zum Durchbruch im deutschen Sprachraum.
Auch Tom und Biber erhalten eine eigene Serie mit abgeschlossenen Geschichten.


März: Kauka stellt - wie Disney - das Format seiner Comics auf Taschenbuch um; der Name lautet nun "Fix und Foxi Extra". Die Hauptfiguren bleiben die selben wie bei "Fix und Foxi Super Tip Top", das noch - ohne "Tip Top" im Titel - bis Band Nr. 35 nebenher- und dann ausläuft.*****


Das neue Projekt steht unter keinem guten Stern: Schon der 2. Band macht Skandal, da er die (im Original 1961-63 von André Franquin als "QRN sur Bretzelburg" verfaßte) Geschichte "QRN ruft Bretzelburg" mit der deutsch-deutschen Wiedervereinigung enden läßt - was der neuen Regierung Brandt/Scheel, die eine Anerkennung der "DDR" als "zweiten deutschen Staat" betreibt, so gar nicht in den Kram paßt.******

[Die 1. Ausgabe] [Die 'Skandal'-Ausgabe mit 'Bretzelburg']
[Ein Remake von 'Titusville' aus 'Tip Top']

1970
Kauka übernimmt in Lizenz vom Dupuis-Verlag die Geschichten um "Tif & Tondu" (ursprünglich von Fernand Dineur gezeichnet, später von Willy Maltaite ["Will"] und vorübergehend auch von Remacle), die er in "Gin & Fizz" umbenennt. Wiewohl bereits in den 1930er Jahren entstanden, kommen sie damit erstmals auf den deutschen Markt.


1971
April: Kauka bringt mit "Prima" (ab Juni "Primo") wieder ein Magazin mit Fortsetzungs-Geschichten heraus, das 14-tägig erscheint und Taschenbuch-Format hat. Es enthält zunächst wieder die bewährten Figuren von Franquin (Pit und Pikkolo), Morris (Lucky Luke) und Rinaldi (Die Pichelsteiner), ferner von Hal Foster "Prince Valiant" (der in "Prinz Eisenherz" umbenannt wird).

[Prinz Eisenherz]

Gleichzeitig legt er alte Geschichten in Album-Form wieder auf, zunächst als "Fix und Foxi Album", später als "Fix und Foxi Spass Album" und schließlich als "Fix und Foxi Spass".*******
Juni: Kauka versucht sich auch an einem monatlichen Comic-Magazin für Erwachsene, das den Namen "Pip" erhält. Es kommt beim Publikum nicht an und wird nach 24 Ausgaben eingestellt.



Gleichzeitig versucht Kauka, mit "Pepito" ein deutlich billigeres Comic-Heftchen mit reduziertem Umfang in den Markt zu drücken. Auch dieses kann indes die hochgesteckten Erwartungen (es startet mit einer gedruckten Auflage von 600.000 Exemplaren, während sich die verkaufte Auflage von "Fix und Foxi" inzwischen auf gut 200.000 fast halbiert hat) nicht erfüllen und wird bald von wöchentlicher auf 14-tägige Erscheinungsweise umgestellt.

[1. Ausgabe] [Umstellung auf 14-tägig] [letzte Ausgabe]

Oktober: Kauka heiratet in 3. Ehe Dorothea Gräfin Stillfried und Rattonitz. Die Ehe bleibt kinderlos; seine Frau stirbt bereits dreieinhalb Jahre später nach einem Reitunfall. (Kauka betrieb "nebenher" einen - durchaus erfolgreichen - Pferderennstall; die Frage ist halt, ob man sich als Amateur[in] auf ein Pferd für Profi-Galopper setzen sollte.)

1972
April: Der Koralle-Verlag von Axel Springer bringt ein wöchentliches Comic-Magazin ("ZACK") auf den Markt, das ebenfalls belgische Lizenz-Ausgaben aus "Tintin" und "Pilote" verwendet, u.a. "Mick Tangy", "Prinz Eisenherz" und vor allem den unvermeidlichen "Lucky Luke".



1972/73
Kauka verliert seine wichtigsten Mitarbeiter, nachdem er sich mit Neugebauer überworfen und am Ende sogar vor Gericht mit ihm auseinandergesetzt hat.********

1973
Januar: Kauka reagiert auf die Konkurrenz Springers, indem er "Primo" auf Magazinformat umstellt und die Lizenzausgaben aus Belgien durch solche aus dem spanischen Comic-Magazin "Trinca" und aus den australischen "Page Publications" ersetzt, die beim deutschen Publikum jedoch nicht besonders ankommen, wie "Kronan" (später durch die pseudo-spanischen Eigenproduktionen "Andrax" und "Capitan Terror" ersetzt) und "[Air] Hawk". ("Die Pichelsteiner" und "Prinz Eisenherz" bleiben und retten Kauka Reste seiner alten Leserschaft, die freilich immer mehr schrumpft, seit Neugebauer & Co. in die Dienste Disneys getreten sind.)

[Kronan]

Dezember: Kurz vor Weihnachten bringt Kauka eine Zeichentrick-Verfilmung des (stark veränderten, u.a. durch Einfügung des blauen Hundes aus "Bussi Bär" :-) Grimm'schen Märchens "Frau Holle" in die Kinos - in Deutschland als Der Zauberstein, in Italien als "Maria d'Oro & Bello Blue". Der Film wird später auch in andere Länder exportiert, u.a. nach Frankreich, Argentinien und in die USA.
(Es ist dies eines der wenigen Grimm'schen Märchen, die nie von Disney verfilmt wurden. Es gab zwar zuvor schon einige deutschsprachige Verfilmungen - z.B. 1961 als "Frau Holle", mit der alternden Lucie Englisch in ihrer letzten Hauptrolle -, aber immer "nur" mit menschlichen Schauspielern und ohne den Text zu reimen.)
Angesichts rückläufiger Verkaufszahlen und zunehmender Anfeindungen durch politisch-korrekte Gutmenschen, denen seine Hefte zu "deutsch-national" und "anti-kommunistisch" sind, verkauft Kauka seinen Verlag an ein britisch-niederländisches Konsortium ("VNU"). Er behält jedoch die Urheberrechte an seinen Figuren. Die Qualität sinkt bald ebenso wie der Absatz.

1974
Juni: "Pepito" und "Primo" werden eingestellt.
Kauka überwirft sich auch mit Rinaldi, der künftig für die Konkurrenz arbeitet, insbesondere "Die Pichelsteiner" zeichnet.

1975
Dezember: Kauka heiratet in 4. Ehe Alexandra, geb. Stahl. (Diese Ehe hält, bis der Tod sie scheidet.)

1976
Die neuen Eigentümer von "Fix und Foxi" übernehmen in Lizenz die Kult-Serie "Tim und Struppi" (im Original "Tintin") des Belgiers Georges Remi (R.G., "Hergé"), die allerdings bereits seit 1967 im Carlsen-Verlag********* erschienen ist; da - anders als zu Kaukas Zeiten - auch der Text unverändert übernommen wird, hält sich der Erfolg in Grenzen. (Die Serie wird 1978 eingestellt.)
Kauka nimmt ein Angebot Springers an, Chefredakteur des kränkelnden Koralle-Verlags zu werden. Kauka versucht, "ZACK" mit den zuletzt bei "Primo" verwendeten Figuren wieder auf Zack zu bringen, scheitert damit jedoch erneut.
Böse Zungen meinen, das habe auch daran gelegen, daß ihm nicht mehr eingefallen sei, als nicht nur die alten Figuren, sondern auch die alten Kamellen Geschichten, die bereits bei "Lupo Modern", "Super Tip Top", "Fix und Foxi extra" und/oder "Primo" erschienen waren, einmal mehr unverändert auf den Markt zu werfen, wobei lediglich der Untertitel der Serie geändert (von "Spaß - Spannung - Abenteuer" zu "Die großen Abenteuer unserer Zeit") und der Preis der Magazine erhöht (von 1,50 auf 2,50 DM) wurde.


Kauka verläßt den Koralle-Verlag nach weniger als einem Jahr und übersiedelt in die USA, wo er schon seit Jahren die Wintermonate (vorzugsweise im sonnig-warmen Florida) verbracht hatte.
Er erwirbt eine Plantage in Georgia und widmet sich dem Anbau von Zwerg-Eßkastanien ("Chinquapins").
Dezember: "La flûte à six trous" wird unter dem Titel "Die Schlümpfe und die Zauberflöte" verfilmt und zum Kassenrenner an deutschen Kinos - obwohl im Text immer noch die böse "Nazi-Fraktur" verwendet wird.

1979
Kauka stellt seine verlegerische Tätigkeit ein und verkauft auch seinen Rennstall.

1980
Kauka kehrt zu seinen Wurzeln zurück und schreibt den Roman "Roter Samstag: Oder, Der dritte Weltkrieg findet nicht statt". Er stellt die Abwehrbereitschaft der NATO gegen einen etwaigen Angriff des "Warschauer Pakts" massiv in Frage.


1982
Kauka gründet die Promedia Inc., eine Verwaltungsgesellschaft für seine Urheberrechte und Lizenzen.

1983-85
Goscinnys Witwe Gilberte versucht, es Peyo gleich zu tun und verwurstet arbeitet 17 Folgen von "Lucky Luke" zu Zeichentrickfilmen um, die sie freilich vorerst nur dem Staatsfernsehen andrehen kann.
(Wen wundert's: Die Geschichten haben außer den Titeln und den handelnden Personen fast nichts mehr mit den gedruckten Vorlagen zu tun. Dennoch werden später auch deutsche Fassungen auf den Markt gebracht, die immerhin halbwegs korrekt übersetzt sind. Deren Titelmelodie singt kein geringerer als der - mittlerweile als Schlagerstar ziemlich abgehalfterte - Freddy Quinn.)

1986
"Fix und Foxi Extra" wird eingestellt.

[Die letzte Ausgabe 1986]
Letzte Ausgabe: Füchslein und
Wolf als zwei begossene Pudel

1988
Kauka veröffentlicht "Luzifer. Roman einer Seelenwanderung". (Tatsächlich ist es eher ein Streifzug durch die Geschichte, der bisweilen an die Werke Joachim Fernaus erinnert.)


1994
Kauka läßt die Fix+Foxi-Serie einstellen und versucht, mit Hilfe der Eheleute Italiaander eine neue Comic-Serie aufzubauen. Der alte Erfolg stellt sich jedoch nicht mehr ein.

2000
13. September: Rolf Kauka stirbt in Thomasville.
Seine Witwe Alexandra versucht zunächst, die Promedia Inc. und damit das Lebenswerk ihres Mannes fortzuführen.

[Alexandra Kauka]

2002
Alexandra Kauka überführt die Promedia Inc. in ein Joint Venture mit der Andromeda G.m.b.H. von Michael Semrad, das zunächst "Kauka Promedia", später "Rolf Kauka Comics" genannt wird.

2005-2009
Im Tigerpress-Verlag erscheinen noch einmal monatlich Kauka-Comics auf Lizenz.

2009
Nach dem Tode Semrads wird "Rolf Kauka Comics" aufgelöst; Alexandra Kauka wurstelt noch etwas alleine mit der Promedia Inc. weiter; Tigerpress macht Pleite geht in Insolvenz.

2010
Die 2008 als Tochtergesellschaft der "Gorilla Concept GmbH" unter dem Namen "Comicstars GmbH" gegründete "New Ground Publishing GmbH" (Deutscher sprich Germenglish - die Handelsregister tragen ja inzwischen alles ein!) beginnt mit der Herausgabe der alten Fix+Foxi-Geschichten im "digitalen Format" - für die Angehörigen der Generation Internet.

2011
Der dahergelaufene jüdische Schmierfink renommierte sephardische Romancier Antoine Buéno (angeblich ein Nachkomme des berühmten Verlegers Ephraim Ezechiel Bueno) beweist in seinem epochalen Werk "Le petit livre bleu [Das kleine blaue Buch]" unwiderlegbar, daß die Schlümpfe allesamt Nazis, Anti-Semiten und Rassisten sind. Diese Auffassung anzuzweifeln ist künftig gleichbedeutend mit der "Leugnung des Holocaust".


2014
Alexandra Kauka verkauft alle noch bei ihr liegenden Rechte an Kaukas Figuren an die Filmproduktionsgesellschaft "Your Family Entertainment AG", die "Fix-und-Foxi"-Filmchen für den Privatfernsehsender Super RTL produziert.


*Wer das erste Heft seinerzeit zum Preis von 90 Pf gekauft (oder Dikigoros' kostenlose Webseite zu diesem Thema gelesen :-) hätte und im März 2010 Kandidat beim RTL-Fernseh-Quiz "Wer wird Millionär?" gewesen wäre, hätte sein Geld gut angelegt gehabt. Dort lautete die 1-Million-Euro-Frage nämlich: "Welche Comic-Figuren erlebten als "Siggi und Babarras" ihre ersten Abenteuer?" Zur Auswahl standen: "Mickey Mouse & Goofy", "Asterix & Obelix", "Fix & Foxi" und "Tim & Struppi". Die Kandidatin wußte es nicht und traute sich auch nicht zu raten, verschenkte also den Hauptgewinn.
Die folgende Bildauswahl hat Dikigoros bewußt auf Cover mit Comic-Zeichnungen beschränkt, die nun mal das Thema dieser Seite sind. Der guten Ordnung halber will er jedoch erwähnen, daß Kauka nicht nur den amerikanischen Heften Disneys Konkurrenz machen wollte, sondern auch deutschen, vor allem der Jugendzeitschrift BRAVO. So widmete er einen nicht unbeträchtlichen Teil seiner Serie LUPO modern populären Personen (heuer auf Dummdeutsch Germenglish "Celebrities" genannt) aus Musik, Sport, Film und Fernsehen. Genannt seien - in alfabetischer Reihenfolge: Mario Adorf, Chris Andrews, Vivi Bach, Gus Backus, Lex Barker, Hans-Jürgen Bäumler, Jean-Paul Belmondo, Françoise Hardy, The Beatles, Roy Black, Pierre Brice, Claudia Cardinale, Suzanne Doucet, Drafi Deutscher, Thomas Fritsch, Conny [Froboess], Rex Gildo, Gitte [Hænning], Uschi Glas, Udo Jürgens, Dorthe [Kollo], The Liverbirds, The Lords, Marion [Maerz], Manuela, Freddy [Quinn], Petar Radenković, Bill Ramsey, Sonny & Cher, The Rolling Stones, The Supremes, Sylvie Vartan, Marie Versini, The Walker Brothers und Heidelinde Weis.
Und abgebildet sei ausnahmsweise - wenngleich nur in dieser Fußnote - ein Cover, das Peggy March zusammen mit dem Barden "Troubardix" zeigt, da letzterer hier sonst ganz fehlen würde

**Lediglich im Zeichentrickfilm gewinnen die Flintstones/Feuersteins auch in Deutschland eine gewisse Popularität, nicht aber als Druckerzeugnis.
Wenn hier und im folgenden vom "deutschen Sprachraum" die Rede ist, ist damit neben der BRD zunächst die "Republik Österreich" gemeint, wo die Kauka-Hefte in mehr oder weniger stark veränderter - meist gekürzter - Aufmachung erscheinen. In der "DDR" sind die Kauka-Produktionen verboten; für die Schweiz gibt es keine separate Ausgabe.

Als Kuriosität sei angemerkt, daß "Tom und Biber" sogar in Griechenland erscheinen, als "Tó[m]by".

***Zuletzt in den 1980er Jahren vom Bastei-Verlag, allerdings mit deutlich schwächeren Texten als bei Kauka. Die Texte waren allerdings nicht der Grund, weshalb die Serie in Frankreich verboten wurde, sondern... Darf Dikigoros vorab an das Verbot der Originalversion von Orwells Animal Farm in Frankreich erinnern? Es besteht bis heute fort, da es Napoleon, den Schweinebaron Kaiser und Nationalhelden der Franzosen verunglimpft. Und der Riesenzinken von "Schwarzbart" erinnerte halt allzu deutlich an Charly den Gallier, der damals Präsident der "5. Republik" war und ebenso wenig Spaß verstand wie seine muslimischen Freunde in Algerien, deren Glaubensbrüder später gegen bösartige Karikaturen-Zeichner sogar die Todesstrafe verhängen und vollstrecken sollten, auch wenn sie zufällig Napoleon Charly Charlie hießen - aber das ist eine andere Geschichte.

(Das Schwarzbart-Verbot bestand auch unter Charlys Nachfolger, dem jüdischen Rothschild-Banker Georg Goldappel, fort; es wurde erst aufgehoben, als der Markt für solche Erzeugnisse ohnehin so gut wie tot war.)

****Damit nicht genug, versuchen nachgeborne Schmierfinken, ihm auch den Ruf eines jungen Nazi anzuhängen, z.B. jemand, der unter dem Namen "Bodo v. Hechelhammer" für das so genannte "Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde" (kein echtes Institut, sondern bloß ein Verein, aber das nur am Rande) schreibt. Dikigoros setzt sich nicht mit den Meinungen solcher Individuen auseinander - die seien ihnen unbenommen -, will aber einige unzutreffende Tatsachenbehauptungen richtig stellen, weil es vor allem für jüngere Menschen immer schwieriger wird, in einer Zeit, da Bücher zunehmend durch stark zensierte Internetseiten - z.B. diese Verdummungsplattform - ersetzt werden, solche Lügen zu durchschauen.
Wie hechelt Bodo Kaukas Lebenslauf durch? Nun, wie sein Name schon sagt, hammerhart: Wenn man ihm glaubt, dann brach Kauka die Realschule ab, um Drogist zu lernen, brach auch diese Lehre ab, um für "Nazi-Zeitungen" zu arbeiten, ging im Februar 1933 als "begeisterter Nationalsozialist" zur Hitlerjugend, wurde dort Jungvolkführer und schließlich "Kriegsoffizier". Nach Kriegsende verweigerten ihm die US-amerikanischen Besatzer Befreier zunächst die Lizenz für einen Verlag, weil er ihnen als "überzeugter Nationalsozialist" und "formell NS-belastet" galt. So so...
Tatsächlich hätte keine Fachdrogerie einen Schulabbrecher als Lehrling eingestellt. Die Friedrich-Liszt-Schule war eine "Oberrealschule", auf der man das so genannte "Wirtschaftsabitur" (heute: "Fachhochschulreife") erwerben konnte, mit dem man bestimmte "zweitrangige" Studiengänge absolvieren konnte. (Noch zu Dikigoros' Zeiten gab es z.B. den "Dipl.-Betriebswirt", der lediglich an einer "Fachhochschule" studiert hatte, im Gegensatz zum "Dipl.-Kaufmann", der eine Universität besucht hatte. Erst Jahrzehnte später wurden die "Graduierten" den "Diplomierten" optisch gleich gestellt - sehr zum Ärger der letzteren. So wurde z.B. aus dem "Ing. [grad.]" ein "Dipl.-Ing. [FH]". Dikigoros' Schwippschwager - ein "echter" Dipl.-Ing. - promovierte noch nachträglich, um sich von den "Fachschülern", wie er sie nannte, abzuheben - die konnten nämlich keinen "Dr. Ing." machen :-) Aber wer weiß das heute schon noch?
Und wer weiß noch, daß man mit 15 Lenzen - die Kauka im Februar 1933 zählte - nicht mehr ins "Jungvolk" der HJ kam - ab 14 mußte man in die "echte" Hitlerjugend gehen; Kauka kann also kein Jungvolkführer gewesen sein. (Dikigoros' sieben Jahre jüngerer Vater war es - auf recht kuriose Art und Weise geworden; aber das ist eine andere - sehr lesenswerte - Geschichte, über die man heuer auch nirgendwo sonst mehr etwas erfährt.)
Weder die Leipziger Neuesten Nachrichten noch das Weißenfelser Tageblatt waren "Nazi-Zeitungen". Überhaupt gingen Pressezensur und Gleichschaltung der "Qualitäts-Medien" im "Dritten Reich" nicht annähernd so weit wie etwa in der BRDDR und anderen Staaten des "Wertewestens" im 21. Jahrhundert.
Kauka schloß seine Lehre ab - nicht aber sein FH-Studium -, absolvierte den Arbeitsdienst und wurde dann zur Wehrmacht eingezogen. Die Bezeichnung "Kriegsoffizier" gab (und gibt) es nicht. Man war entweder Berufsoffizier oder Reservist. Kauka war letzteres. Auch das wäre er als "Schulabbrecher" nicht geworden; man mußte damals mindestens das o.g. "Wirtschaftsabitur" haben. (Dikigoros' Vater wurde es auch "ohne" - wiederum auf mehr als kuriose Art und Weise -; aber das war eine Woche vor dem Endsieg, als man es mit den Schulabschlüssen nicht mehr so genau nahm.) Selbst um Unteroffizier zu werden hätte man entweder die "Mittlere Reife" oder eine abgeschlossene Berufsausbildung gebraucht - abgebrochene Schüler und Lehrlinge wurden bestenfalls Stabsgefreite.
Und Kaukas Kriegsauszeichnungen - machten ihn die zum Nazi? Na kaum - die wollte doch jeder, schon wegen des damit verbundenen Sonderurlaubs! Dikigoros' Vater hätte auch gerne wenigstens ein EK II gehabt; aber der Versuch, sich eines zu verdienen, trug ihm lediglich ein Verwundetenabzeichen II. Klasse ein, auf das er gut hätte verzichten können. Und Dikigoros' Schwiegervater - der übrigens am selben Tag geboren wurde wie Kauka und den gleichen Vornamen trug wie eine seiner Hauptgestalten (nein, nicht Till, Lupo oder Paul[i] :-) - brachte aus Rußland bloß den berühmt-berüchtigten "Gefrierfleisch-Orden" mit, im Austausch gegen ein paar Finger und Zehen. Aber etwas mehr mußte es schon sein; auch gegen Kriegsende, als die Orden zunehmend locker saßen, bekam man sie nicht einfach, weil man "überzeugter Nationalsozialist" war. Bei der echten FlAK gab es sie ohnehin eher selten - schon weil man nie so genau feststellen konnte, wer ein Flugzeug abgeschossen hatte oder nicht oder doch. Aber Kaukas Einheit wurde an der Ostfront zur Panzerabwehr mißbraucht eingesetzt. (Die Bekämpfung feindlicher Flugzeuge überließ man lieber eigenen Abfangjägern - was ja auch vernünftig gewesen wäre, wenn man denn genügend davon gehabt hätte). Grund war, daß die Wehrmacht bis zuletzt über keine ordendliche PAK verfügte. Die Dinger - im Landser-Jargon "Panzeranklopfgeräte" genannt - waren gegen sowjetische T34 so gut wie wirkungslos und konnten von letzteren leicht im Frontalangriff überrollt werden. Mit der 8,8-FlAK - die man in die Waagerechte "herunterkurbeln" konnte - war das anders. Allerdings bekam man die Orden auch da nicht hinterher geworfen: Ein halbes Dutzend Panzer mußte man schon abgeschossen haben für ein EK II, und für ein EK I mindestens ein ganzes.
Eine Lizenz zur Verlagsgründung? Die erhielten in den ersten Nachkriegsjahren nur Juden und/oder andere ausgewiesene Feinde Deutschlands, wie Augstein, Nannen, Rowohlt, Springer, Ullstein etc. Damit konnte Kauka freilich nicht aufwarten...

*****Es gab zwar eine Fortsetzung mit dem Titel "Kauka Super-Serie", die anschlußnumeriert wurde - also ab "Nr. 36" -, aber das waren Mogelpackungen, die lauter alte Geschichten enthielten, bloß mit neuen Titel[bilder]n versehen. Die Kundschaft merkte das sehr bald; der Umsatz sank - da halfen auch erneute Umbenennungen in "Das Beste aus Fix und Foxi" (ab Band Nr. 45) und "FF-Super" (ab Band Nr. 51) nichts mehr.

Was ab Band Nr. 70 - nun unter dem Namen "Super Spass" - neu hinzu kam (so genannte "Comic-Krimis") war fast nur noch Schrott. 1977 war mit Band Nr. 93 der Bart ab endgültig Schluß.

Der guten Ordnung halber sei erwähnt, daß auch das einstige Zugpferd Jolly Jumper Lucky Luke - das nach dem Tode von "Morris" unter neuer Besetzung fortgeführt wurde, immer mehr auf den Rantanplan Hund kam. Trauriger Höhepunkt war Band Nr. 99 ("Fackeln im Baumwollfeld") - eine Reverenz an die kriminelle Vereinigung "[Only] Black Lives Matter" -, in der sich Glücklich Lauwarm Lucky Luke zum Vorkämpfer gegen die Schikanierung der Neger durch den Ku-Klux-Klan aufschwingt und so vom Western-Helden zum Anti-Südstaaten-Helden mutiert.

Und - falls das irgendwen tröstet: Auch "Lurchi" und seine Freunde wurden im neuen Jahrtausend völlig verhunzt politisch korrekt umgestaltet. Man beachte nicht nur die Klamotten, welche die zuvor nackten Tierchen plötzlich trugen, sondern auch und vor allem das miserable Schuhwerk, das sie nun an hatten: Damit konnte man niemanden mehr beeindrucken, zumal die tatsächlich - längst nicht mehr in Kornwestheim, sondern irgendwo in Asien - gefertigten Schuhe entsprechend waren. Salamander machte anno 2004 Pleite - und niemand trauerte ihm nach.

******Dikigoros erwähnt das vor allem wegen des Gegensatzes zu früheren "politischen Unkorrektheiten" Kaukas: Anno 1968 hatte "Der Ochsenkrieg" zwar auch zu einem Wutgeheul im linken Blätterwald geführt, weil darin die "DDR" im allgemeinen und der brave Staatsratsvorsitzende Ulbricht ("Olberich") sowie deren Freund und Verbündeter Ho Chi Minh ("Ho-Tschi Hatschi") verunglimpft wurden; aber noch gab es keine staatliche Zensur, die das verboten hätte. (Erst bei der - um alle "anstößigen" Passagen gekürzten - Neuauflage anno 1982 - unter dem jüdischen sächsischen Innenminister Baum - der mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mitarbeiter des DDR-Staatssicherheitsdienstes war, wie sein Vor-Vorgänger und Parteigenosse Genscher [IM 'Tulpe'] - mußten der Titel - nunmehr "Hickhack ums liebe Vieh" - und die Namen der meisten Beteiligten geändert werden.)
Und nur vier Hefte zuvor war die unverhohlene Kritik an der Entwicklungshilfe-Politik des damaligen Bundeskanzlers Kiesinger ("Kiessänger") achselzuckend hingenommen worden, obwohl sie nach heutigen Maßstäben noch viel "unkorrekter" war: Wozu ist es gut, "widerlichen Menschenfressern", wie Schwarzbart die Eingeborenen einer imaginären Drittwelt-Insel nennt (sie heißen schon 1962 im belgischen Orignal "Akwabons", also "à quoi bon [wozu gut]?" :-) Geld in den Rachen zu werfen und den Häuptlingssohn "Prinzen" - dessen Name so auffallend an Bhumipol, den Gottkönig von Thailand erinnert - mit einem Stipendium auf Kosten der deutschen Steuerzahler an der Universität Bonn studieren zu lassen? So beschließen denn die klugen Reisenden, keine Entwicklungshilfe auf der Insel der Kannibalen "Kokibalen" zurück zu lassen, sondern ganz im Gegenteil den Schatz, den sie dort finden, mit nach Hause zu nehmen, nachdem sie sich wie zum Hohn mit "gute Entwicklung!" verabschiedet haben. (Es versteht sich fast von selbst, daß die später vom Bastei-Verlag unter dem Titel "Fauler Zauber auf der Goldfisch-Insel" heraus gegebene Neufassung einen verharmlosenden Text hat; auch die seit einigen Jahren verbotene [Schleich-]Werbung für Rauchwaren ist politisch-korrekt entfernt. Letzteres kann man zwar mit einem Hinweis auf das belgische Original-Titelbild erklären, nicht jedoch, daß die Eingeborenen nun nicht mehr schwarz sind, sondern ebenso schöne helle Haut haben wie die Titelhelden - die freilich gar keine mehr sind, denn der Titel lautet ja nicht mehr "Die Abenteuer des alten Nick", sondern "Schwarzbart der Pirat" :-)

[Wozu ist Entwickungshilfe gut?] [Die Kokibalen bitten zu Tisch] [Faule Zauber posthum]

"QRN ruft Bretzelburg" wurde 1987 vom Carlsen-Verlag neu veröffentlicht, in fast wörtlicher Übersetzung des belgischen Textes, also weder originell noch interessant. Dem Nachdruck 2003 hängte man gar noch eine 5-seitige Belehrung der Leser an, damit diese nur ja nicht an die "Wiedervereinigung" von 1990 dachten. Vielmehr sei das eine Anspielung auf den "Anschluß" der Ostmark an das Deutsche Reich 1938, die gegen den ausdrücklichen Willen von immerhin fast 1% der Bevölkerung erfolgte. Und überhaupt sei das belgische Original ja nur eine Wiederaufnahme von "Le sceptre d'Ottokar [König Ottokars Zepter]" aus der Reihe "Tintin"; und das sei wiederum gegen den Anschluß Albaniens an das böse, fascistische Italien Mussolinis gerichtet gewesen. Wer "König Ottokars Szepter" im Original gelesen hat, erkennt freilich schnell, daß die Geschichte nicht in Albanien spielt, sondern zwischen Rumänien und Bulgarien. (Die Anspielungen auf Siebenbürgen [Transsylvanien], Klausenburg und Tsar Boris sind eindeutig :-) Und wer Dikigoros' Webseiten über "König" Zog I von Albanien und Léon Degrelle - einschließlich der dort verlinkten Besprechung des in der BRDDR verbotenen Buches "Tintin mon copain" - gelesen hat, weiß überdies, daß 1. Mussolini Albanien erst im April 1939 besetzte und annektierte (der Abdruck von "Le sceptre d'Ottokar" im "Petit Vingtième" begann aber bereits im August 1938) und daß 2. dem Autor Hergé - einem persönlichen Freund des Rexistenführers, was er freilich nach dem Krieg verschweigen mußte, um sich keinen Repressalien auszusetzen - eine Kritik der italienischen Politik ganz fern lag. Und 3. haben die beiden Geschichten bei genauer Betrachtung nicht viel mehr gemeinsam, als daß beide belgische Comics sind.

*******Auch das ist bloß eine Mogelpackung - um nicht zu sagen: Es grenzt an Betrug: Von den 38 Bänden, die in sechseinhalb Jahren (bis November 1977) erscheinen, enthält kein einziger eine neue Geschichte. Während man bei der "Kauka Super-Serie" und ihren Nachfolgern noch argumentieren konnte, daß die Geschichten zuvor lediglich in Heftform und in Fortsetzungen erschienen waren, waren diese allesamt bereits in Albumform erschienen - meist in "Super Tip Top", aber auch in "Prima/Primo". Betrügerisch daran war, daß entweder das Titelbild oder der Titel - oder beides - durchweg geändert war, so daß die Inhaltsgleichheit vor dem Kauf nicht ohne weiteres zu erkennen war.


********Dieser Streit gehört in die Kategorie "unbegreiflich". Er entzündete sich ausgerechnet an der Frage, wem die Urheberrechte an "Winnetou" zustanden. Dabei war die Rechtslage - auch nach der Novellierung des Gesetzes über das geistige Eigentum - ganz eindeutig: "Tom und Biber" hatte Neugebauer als Angestellter des Kauka-Verlags geschaffen, die Rechte daran gehörten also letzterem, ebenso diejenigen Winnetou-Hefte, die er für ihn gezeichnet hatte. (Anders beim späteren Rechtsstreit gegen Rinaldi wegen der Urheberrechte an den "Pichelsteinern", die dieser überwiegend als freier Mitarbeiter gezeichet hatte.) Aber die zugrundeliegende Idee war seine eigene, denn er hatte schon 1937 in Jugo-Slawien - lange, bevor er für Kauka tätig wurde - "Winnetou"-Hefte heraus gebracht. Es gab auch sonst keinen vernünftigen Grund, daß sich Kauka so darauf kaprizierte, schon gar keinen wirtschaftlichen: Er schwamm noch immer in Geld - was ganz zuletzt an "Winnetou" lag. Er hätte also gut auf ihn verzichten können - nicht dagegen auf den Zeichner von Fix und Foxi, Bussibär und Mischa, Tom und Biber. Zu allem Überfluß warb Neugebauer praktisch das gesamte Zeichenteam ab: seine Assistenten Gisela Künstner und Kurt Italiaander (die einander heirateten) und natürlich auch seinen Sohn Robert, der "Tom und Biber" mit gezeichnet hatte. Sie gründeten gemeinsam ein eigenes Zeichen-Studio und arbeiteten künftig für die Konkurrenz, d.h. sie zeichneten für den Ehapa-Verlag Mickymaus und Donald Duck (und für HaRiBo den "Goldbären" :-). Vlado Magdić, der einst im Fahrwasser von Neugebauer aus Jugo-Slawien gekommen war, wird dessen Nachfolger als Chefzeichner, wandert später aber ebenfalls ab und zeichnet für Ehapa Disney-Figuren (und für das ZDF die "Mainzelmännchen" :-).
Später bereute Kauka das Zerwürfnis mit Neugebauer sehr. Als dieser 1992 starb, soll er 500 Rosen für dessen Sarg spendiert haben.

*********Der Carlsen-Verlag übernahm seit Ende der 1970er Jahre auch "Prinz Edelhart und Kukuruz" (als "Johann und Pfiffikus"), "Gin und Fizz" (als "Harry und Platte") und "Pit und Pikkolo" (als "Spirou [und Fantasio]").

Man beachte, wie die Titelbilder im Laufe der Jahre und Neuauflagen immer überladener und klamaukiger wurden - was vom Inhalt gar nicht gedeckt war. (À propos: Falls hier jemand inhaltliche Ausführungen über die Abenteuer mit "Zyklotrop" - zu denen ja auch "Tiefschlaf für die ganze Stadt" zählt - vermißt: Über den - und sein mutmaßliches Vorbild - schreibt Dikigoros an anderer Stelle.) Immerhin wurde bei der "Zauberflöte" (wie schon bei der Neuauflage des Originals) endlich die böse "Nazi-Fraktur" abgeschafft und durch das gut-demokratische Lateinische ersetzt - das freilich auch von Mussolinis bösen Fascisten verwendet wurde. Vielleicht sollte man demnächst auf arabische Schrift umsteigen - die Mehrheit der Schulkinder in der BRDDR, auf die solche Publikationen abzielen, hat ja bereits einen arabischen "Migrationshintergrund"!


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