*Wer das erste Heft seinerzeit zum Preis von 90 Pf gekauft (oder Dikigoros' kostenlose Webseite zu diesem Thema gelesen :-) hätte und im März 2010 Kandidat beim RTL-Fernseh-Quiz "Wer wird Millionär?" gewesen wäre, hätte sein Geld gut angelegt gehabt. Dort lautete die 1-Million-Euro-Frage nämlich: "Welche Comic-Figuren erlebten als "Siggi und Babarras" ihre ersten Abenteuer?" Zur Auswahl standen: "Mickey Mouse & Goofy", "Asterix & Obelix", "Fix & Foxi" und "Tim & Struppi". Die Kandidatin wußte es nicht und traute sich auch nicht zu raten, verschenkte also den Hauptgewinn.
Die folgende Bildauswahl hat Dikigoros bewußt auf Cover mit Comic-Zeichnungen beschränkt, die nun mal das Thema dieser Seite sind. Der guten Ordnung halber will er jedoch erwähnen, daß Kauka nicht nur den amerikanischen Heften Disneys Konkurrenz machen wollte, sondern auch deutschen, vor allem der Jugendzeitschrift BRAVO. So widmete er einen nicht unbeträchtlichen Teil seiner Serie LUPO modern populären Personen (heuer auf Dummdeutsch Germenglish "Celebrities" genannt) aus
Musik,
Sport,
Film und Fernsehen.
Genannt seien - in alfabetischer Reihenfolge:
Mario Adorf,
Chris Andrews,
Vivi Bach,
Gus Backus,
Lex Barker,
Hans-Jürgen Bäumler,
Jean-Paul Belmondo,
Françoise Hardy,
The Beatles,
Roy Black,
Pierre Brice,
Claudia Cardinale,
Suzanne Doucet,
Drafi Deutscher,
Thomas Fritsch,
Conny [Froboess],
Rex Gildo,
Gitte [Hænning],
Uschi Glas,
Udo Jürgens,
Dorthe [Kollo],
The Liverbirds,
The Lords,
Marion [Maerz],
Manuela,
Freddy [Quinn],
Petar Radenković,
Bill Ramsey, Sonny &
Cher,
The Rolling Stones,
The Supremes,
Sylvie Vartan,
Marie Versini,
The Walker Brothers und
Heidelinde Weis.
Und abgebildet sei ausnahmsweise - wenngleich nur in dieser Fußnote - ein Cover, das Peggy March zusammen mit dem Barden "Troubardix" zeigt, da letzterer hier sonst ganz fehlen würde

**Lediglich im Zeichentrickfilm gewinnen die Flintstones/Feuersteins auch in Deutschland eine gewisse Popularität, nicht aber als Druckerzeugnis.
Wenn hier und im folgenden vom "deutschen Sprachraum" die Rede ist, ist damit neben der BRD zunächst die "Republik Österreich" gemeint, wo die Kauka-Hefte in mehr oder weniger stark veränderter - meist gekürzter - Aufmachung erscheinen. In der "DDR" sind die Kauka-Produktionen verboten; für die Schweiz gibt es keine separate Ausgabe.
Als Kuriosität sei angemerkt, daß "Tom und Biber" sogar in Griechenland erscheinen, als "Tó[m]by".
***Zuletzt in den 1980er Jahren vom Bastei-Verlag, allerdings mit deutlich schwächeren Texten als bei Kauka. Die Texte waren allerdings nicht der Grund, weshalb die Serie in Frankreich verboten wurde, sondern... Darf Dikigoros vorab an das Verbot der Originalversion von
Orwells
Animal Farm
in Frankreich erinnern? Es besteht bis heute fort, da es Napoleon, den Schweinebaron Kaiser und Nationalhelden der Franzosen verunglimpft. Und der Riesenzinken von "Schwarzbart" erinnerte halt allzu deutlich an
Charly den Gallier,
der damals Präsident der "5. Republik" war und ebenso wenig Spaß verstand wie seine muslimischen Freunde in Algerien, deren Glaubensbrüder später gegen bösartige Karikaturen-Zeichner sogar die Todesstrafe verhängen und vollstrecken sollten, auch wenn sie zufällig Napoleon Charly Charlie hießen - aber das ist
eine andere Geschichte.

(Das Schwarzbart-Verbot bestand auch unter Charlys Nachfolger, dem jüdischen Rothschild-Banker Georg Goldappel, fort; es wurde erst aufgehoben, als der Markt für solche Erzeugnisse ohnehin so gut wie tot war.)
****Damit nicht genug, versuchen nachgeborne Schmierfinken, ihm auch den Ruf eines jungen Nazi anzuhängen, z.B. jemand, der unter dem Namen "Bodo v. Hechelhammer" für das so genannte "Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde" (kein echtes Institut, sondern bloß ein Verein, aber das nur am Rande) schreibt. Dikigoros setzt sich nicht mit den Meinungen solcher Individuen auseinander - die seien ihnen unbenommen -, will aber einige unzutreffende Tatsachenbehauptungen richtig stellen, weil es vor allem für jüngere Menschen immer schwieriger wird, in einer Zeit, da Bücher zunehmend durch stark zensierte Internetseiten - z.B.
diese Verdummungsplattform
- ersetzt werden, solche Lügen zu durchschauen.
Wie hechelt Bodo Kaukas Lebenslauf durch? Nun, wie sein Name schon sagt, hammerhart: Wenn man ihm glaubt, dann brach Kauka die Realschule ab, um Drogist zu lernen, brach auch diese Lehre ab, um für "Nazi-Zeitungen" zu arbeiten, ging im Februar 1933 als "begeisterter Nationalsozialist" zur Hitlerjugend, wurde dort Jungvolkführer und schließlich "Kriegsoffizier". Nach Kriegsende verweigerten ihm die US-amerikanischen Besatzer
Befreier
zunächst die Lizenz für einen Verlag, weil er ihnen als "überzeugter Nationalsozialist" und "formell NS-belastet" galt. So so...
Tatsächlich hätte keine Fachdrogerie einen Schulabbrecher als Lehrling eingestellt. Die Friedrich-Liszt-Schule war eine "Oberrealschule", auf der man das so genannte "Wirtschaftsabitur" (heute: "Fachhochschulreife") erwerben konnte, mit dem man bestimmte "zweitrangige" Studiengänge absolvieren konnte. (Noch zu Dikigoros' Zeiten gab es z.B. den "Dipl.-Betriebswirt", der lediglich an einer "Fachhochschule" studiert hatte, im Gegensatz zum "Dipl.-Kaufmann", der eine Universität besucht hatte. Erst Jahrzehnte später wurden die "Graduierten" den "Diplomierten" optisch gleich gestellt - sehr zum Ärger der letzteren. So wurde z.B. aus dem "Ing. [grad.]" ein "Dipl.-Ing. [FH]". Dikigoros' Schwippschwager - ein "echter" Dipl.-Ing. - promovierte noch nachträglich, um sich von den "Fachschülern", wie er sie nannte, abzuheben - die konnten nämlich keinen "Dr. Ing." machen :-) Aber wer weiß das heute schon noch?
Und wer weiß noch, daß man mit 15 Lenzen - die Kauka im Februar 1933 zählte - nicht mehr ins "Jungvolk" der HJ kam - ab 14 mußte man in die "echte" Hitlerjugend gehen; Kauka kann also kein Jungvolkführer gewesen sein. (Dikigoros' sieben Jahre jüngerer Vater war es - auf recht kuriose Art und Weise geworden; aber das ist
eine andere - sehr lesenswerte - Geschichte, über die man heuer auch nirgendwo sonst mehr etwas erfährt.)
Weder die Leipziger Neuesten Nachrichten noch das Weißenfelser Tageblatt waren "Nazi-Zeitungen". Überhaupt gingen
Pressezensur und Gleichschaltung der
"Qualitäts-Medien"
im "Dritten Reich" nicht annähernd so weit wie etwa in der
BRDDR und anderen Staaten des
"Wertewestens" im 21. Jahrhundert.
Kauka schloß seine Lehre ab - nicht aber sein FH-Studium -, absolvierte den Arbeitsdienst und wurde dann zur Wehrmacht eingezogen. Die Bezeichnung "Kriegsoffizier" gab (und gibt) es nicht. Man war entweder Berufsoffizier oder Reservist. Kauka war letzteres. Auch das wäre er als "Schulabbrecher" nicht geworden; man mußte damals mindestens das o.g. "Wirtschaftsabitur" haben. (Dikigoros' Vater wurde es auch "ohne" - wiederum auf mehr als kuriose Art und Weise -; aber das war eine Woche vor dem Endsieg, als man es mit den Schulabschlüssen nicht mehr so genau nahm.) Selbst um Unteroffizier zu werden hätte man entweder die "Mittlere Reife" oder eine abgeschlossene Berufsausbildung gebraucht - abgebrochene Schüler und Lehrlinge wurden bestenfalls Stabsgefreite.
Und Kaukas Kriegsauszeichnungen - machten ihn die zum Nazi? Na kaum - die wollte doch jeder, schon wegen des damit verbundenen Sonderurlaubs! Dikigoros' Vater hätte auch gerne wenigstens ein EK II gehabt; aber der Versuch, sich eines zu verdienen, trug ihm lediglich ein Verwundetenabzeichen II. Klasse ein, auf das er gut hätte verzichten können. Und Dikigoros' Schwiegervater - der übrigens am selben Tag geboren wurde wie Kauka und den gleichen Vornamen trug wie eine seiner Hauptgestalten (nein, nicht Till, Lupo oder Paul[i] :-) - brachte aus Rußland bloß den berühmt-berüchtigten "Gefrierfleisch-Orden"
mit, im Austausch gegen ein paar Finger und Zehen. Aber etwas mehr mußte es schon sein; auch gegen Kriegsende, als die Orden zunehmend locker saßen, bekam man sie nicht einfach, weil man "überzeugter Nationalsozialist" war. Bei der echten FlAK gab es sie ohnehin eher selten - schon weil man nie so genau feststellen konnte, wer ein Flugzeug abgeschossen hatte oder nicht oder doch. Aber Kaukas Einheit wurde an der Ostfront zur Panzerabwehr mißbraucht eingesetzt. (Die Bekämpfung feindlicher Flugzeuge überließ man lieber eigenen Abfangjägern - was ja auch vernünftig gewesen wäre, wenn man denn genügend davon gehabt hätte). Grund war, daß die Wehrmacht bis zuletzt über keine ordendliche PAK verfügte. Die Dinger - im Landser-Jargon "Panzeranklopfgeräte" genannt - waren gegen sowjetische T34 so gut wie wirkungslos und konnten von letzteren leicht im Frontalangriff überrollt werden. Mit der 8,8-FlAK - die man in die Waagerechte "herunterkurbeln" konnte - war das anders. Allerdings bekam man die Orden auch da nicht hinterher geworfen: Ein halbes Dutzend Panzer mußte man schon abgeschossen haben für ein EK II, und für ein EK I mindestens ein ganzes.
Eine Lizenz zur Verlagsgründung? Die erhielten in den ersten Nachkriegsjahren nur Juden und/oder andere ausgewiesene Feinde Deutschlands, wie Augstein, Nannen, Rowohlt, Springer, Ullstein etc. Damit konnte Kauka freilich nicht aufwarten...
*****Es gab zwar eine Fortsetzung mit dem Titel "Kauka Super-Serie", die anschlußnumeriert wurde - also ab "Nr. 36" -, aber das waren Mogelpackungen, die lauter alte Geschichten enthielten, bloß mit neuen Titel[bilder]n versehen. Die Kundschaft merkte das sehr bald; der Umsatz sank - da halfen auch erneute Umbenennungen in "Das Beste aus Fix und Foxi" (ab Band Nr. 45) und "FF-Super" (ab Band Nr. 51) nichts mehr.

Was ab Band Nr. 70 - nun unter dem Namen "Super Spass" - neu hinzu kam (so genannte "Comic-Krimis") war fast nur noch Schrott. 1977 war mit Band Nr. 93 der Bart ab endgültig Schluß.
Der guten Ordnung halber sei erwähnt, daß auch das einstige Zugpferd Jolly Jumper Lucky Luke - das nach dem Tode von "Morris" unter neuer Besetzung fortgeführt wurde, immer mehr auf den Rantanplan Hund kam. Trauriger Höhepunkt war Band Nr. 99 ("Fackeln im Baumwollfeld") - eine Reverenz an die kriminelle Vereinigung
"[Only] Black Lives Matter"
-, in der sich Glücklich Lauwarm Lucky Luke zum Vorkämpfer gegen die Schikanierung der Neger durch den Ku-Klux-Klan aufschwingt und so vom Western-Helden zum Anti-Südstaaten-Helden mutiert.

Und - falls das irgendwen tröstet: Auch "Lurchi" und seine Freunde wurden im neuen Jahrtausend völlig verhunzt politisch korrekt umgestaltet. Man beachte nicht nur die Klamotten, welche die zuvor nackten Tierchen plötzlich trugen, sondern auch und vor allem das miserable Schuhwerk, das sie nun an hatten: Damit konnte man niemanden mehr beeindrucken, zumal die tatsächlich - längst nicht mehr in Kornwestheim, sondern irgendwo in Asien - gefertigten Schuhe entsprechend waren. Salamander machte anno 2004 Pleite - und niemand trauerte ihm nach.

******Dikigoros erwähnt das vor allem wegen des Gegensatzes zu früheren "politischen Unkorrektheiten" Kaukas: Anno 1968 hatte "Der Ochsenkrieg" zwar auch zu einem Wutgeheul im linken Blätterwald geführt, weil darin die "DDR" im allgemeinen und der brave Staatsratsvorsitzende
Ulbricht ("Olberich")
sowie deren Freund und Verbündeter
Ho Chi Minh ("Ho-Tschi Hatschi")
verunglimpft wurden; aber noch gab es keine staatliche Zensur, die das verboten hätte. (Erst bei der - um alle "anstößigen" Passagen gekürzten - Neuauflage anno 1982 - unter dem jüdischen sächsischen Innenminister Baum - der mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mitarbeiter des DDR-Staatssicherheitsdienstes war, wie sein Vor-Vorgänger und Parteigenosse
Genscher
[IM 'Tulpe'] - mußten der Titel - nunmehr "Hickhack ums liebe Vieh" - und die Namen der meisten Beteiligten geändert werden.)
Und nur vier Hefte zuvor war die unverhohlene Kritik an der Entwicklungshilfe-Politik des damaligen Bundeskanzlers
Kiesinger
("Kiessänger") achselzuckend hingenommen worden, obwohl sie nach heutigen Maßstäben noch viel "unkorrekter" war: Wozu ist es gut, "widerlichen Menschenfressern", wie Schwarzbart die Eingeborenen einer imaginären Drittwelt-Insel nennt (sie heißen schon 1962 im belgischen Orignal "Akwabons", also "à quoi bon [wozu gut]?" :-) Geld in den Rachen zu werfen und den Häuptlingssohn "Prinzen" - dessen Name so auffallend an
Bhumipol,
den Gottkönig von Thailand erinnert - mit einem Stipendium auf Kosten der deutschen Steuerzahler an der Universität Bonn studieren zu lassen? So beschließen denn die klugen Reisenden, keine Entwicklungshilfe auf der Insel der Kannibalen "Kokibalen" zurück zu lassen, sondern ganz im Gegenteil den Schatz, den sie dort finden, mit nach Hause zu nehmen, nachdem sie sich wie zum Hohn mit "gute Entwicklung!" verabschiedet haben. (Es versteht sich fast von selbst, daß die später vom Bastei-Verlag unter dem Titel "Fauler Zauber auf der Goldfisch-Insel" heraus gegebene Neufassung einen verharmlosenden Text hat; auch die seit einigen Jahren verbotene [Schleich-]Werbung für Rauchwaren ist politisch-korrekt entfernt. Letzteres kann man zwar mit einem Hinweis auf das belgische Original-Titelbild erklären, nicht jedoch, daß die Eingeborenen nun nicht mehr schwarz sind, sondern ebenso schöne helle Haut haben wie die Titelhelden - die freilich gar keine mehr sind, denn der Titel lautet ja nicht mehr "Die Abenteuer des alten Nick", sondern "Schwarzbart der Pirat" :-)
"QRN ruft Bretzelburg" wurde 1987 vom Carlsen-Verlag neu veröffentlicht, in fast wörtlicher Übersetzung des belgischen Textes, also weder originell noch interessant. Dem Nachdruck 2003 hängte man gar noch eine 5-seitige Belehrung der Leser an, damit diese nur ja nicht an die "Wiedervereinigung" von 1990 dachten. Vielmehr sei das eine Anspielung auf den "Anschluß" der Ostmark an das Deutsche Reich 1938, die gegen den ausdrücklichen Willen von immerhin fast 1% der Bevölkerung erfolgte. Und überhaupt sei das belgische Original ja nur eine Wiederaufnahme von "Le sceptre d'Ottokar [König Ottokars Zepter]" aus der Reihe "Tintin"; und das sei wiederum gegen den Anschluß Albaniens an das böse, fascistische Italien
Mussolinis
gerichtet gewesen. Wer "König Ottokars Szepter" im Original gelesen hat, erkennt freilich schnell, daß die Geschichte nicht in Albanien spielt, sondern zwischen Rumänien und Bulgarien. (Die Anspielungen auf Siebenbürgen [Transsylvanien], Klausenburg und Tsar Boris sind eindeutig :-) Und wer Dikigoros' Webseiten über "König"
Zog I
von Albanien und
Léon Degrelle - einschließlich der dort verlinkten Besprechung des in der BRDDR verbotenen Buches
"Tintin mon copain"
- gelesen hat, weiß überdies, daß 1. Mussolini Albanien erst im April 1939 besetzte und annektierte (der Abdruck von "Le sceptre d'Ottokar" im "Petit Vingtième" begann aber bereits im August 1938) und daß 2. dem Autor Hergé - einem persönlichen Freund des Rexistenführers, was er freilich nach dem Krieg verschweigen mußte, um sich keinen Repressalien auszusetzen - eine Kritik der italienischen Politik ganz fern lag. Und 3. haben die beiden Geschichten bei genauer Betrachtung nicht viel mehr gemeinsam, als daß beide belgische Comics sind.
*******Auch das ist bloß eine Mogelpackung - um nicht zu sagen: Es grenzt an Betrug: Von den 38 Bänden, die in sechseinhalb Jahren (bis November 1977) erscheinen, enthält kein einziger eine neue Geschichte. Während man bei der "Kauka Super-Serie" und ihren Nachfolgern noch argumentieren konnte, daß die Geschichten zuvor lediglich in Heftform und in Fortsetzungen erschienen waren, waren diese allesamt bereits in Albumform erschienen - meist in "Super Tip Top", aber auch in "Prima/Primo". Betrügerisch daran war, daß entweder das Titelbild oder der Titel - oder beides - durchweg geändert war, so daß die Inhaltsgleichheit vor dem Kauf nicht ohne weiteres zu erkennen war.


********Dieser Streit gehört in die Kategorie "unbegreiflich". Er entzündete sich ausgerechnet an der Frage, wem die Urheberrechte an "Winnetou" zustanden. Dabei war die Rechtslage - auch nach der Novellierung des Gesetzes über das geistige Eigentum - ganz eindeutig: "Tom und Biber" hatte Neugebauer als Angestellter des Kauka-Verlags geschaffen, die Rechte daran gehörten also letzterem, ebenso diejenigen Winnetou-Hefte, die er für ihn gezeichnet hatte. (Anders beim späteren Rechtsstreit gegen Rinaldi wegen der Urheberrechte an den "Pichelsteinern", die dieser überwiegend als freier Mitarbeiter gezeichet hatte.) Aber die zugrundeliegende Idee war seine eigene, denn er hatte schon 1937 in Jugo-Slawien - lange, bevor er für Kauka tätig wurde - "Winnetou"-Hefte heraus gebracht. Es gab auch sonst keinen vernünftigen Grund, daß sich Kauka so darauf kaprizierte, schon gar keinen wirtschaftlichen: Er schwamm noch immer in Geld - was ganz zuletzt an "Winnetou" lag. Er hätte also gut auf ihn verzichten können - nicht dagegen auf den Zeichner von Fix und Foxi, Bussibär und Mischa, Tom und Biber. Zu allem Überfluß warb Neugebauer praktisch das gesamte Zeichenteam ab: seine Assistenten Gisela Künstner und Kurt Italiaander (die einander heirateten) und natürlich auch seinen Sohn Robert, der "Tom und Biber" mit gezeichnet hatte. Sie gründeten gemeinsam ein eigenes Zeichen-Studio und arbeiteten künftig für die Konkurrenz, d.h. sie zeichneten für den Ehapa-Verlag Mickymaus und Donald Duck (und für HaRiBo den "Goldbären" :-). Vlado Magdić, der einst im Fahrwasser von Neugebauer aus Jugo-Slawien gekommen war, wird dessen Nachfolger als Chefzeichner, wandert später aber ebenfalls ab und zeichnet für Ehapa Disney-Figuren (und für das ZDF die "Mainzelmännchen" :-).
Später bereute Kauka das Zerwürfnis mit Neugebauer sehr. Als dieser 1992 starb, soll er 500 Rosen für dessen Sarg spendiert haben.
*********Der Carlsen-Verlag übernahm seit Ende der 1970er Jahre auch "Prinz Edelhart und Kukuruz" (als "Johann und Pfiffikus"), "Gin und Fizz" (als "Harry und Platte") und "Pit und Pikkolo" (als "Spirou [und Fantasio]").
Man beachte, wie die Titelbilder im Laufe der Jahre und Neuauflagen immer überladener und klamaukiger wurden - was vom Inhalt gar nicht gedeckt war. (À propos: Falls hier jemand inhaltliche Ausführungen über die Abenteuer mit "Zyklotrop" - zu denen ja auch "Tiefschlaf für die ganze Stadt" zählt - vermißt: Über den - und sein mutmaßliches Vorbild - schreibt Dikigoros
an anderer Stelle.)
Immerhin wurde bei der "Zauberflöte" (wie schon bei der Neuauflage des Originals) endlich die böse "Nazi-Fraktur" abgeschafft und durch das gut-demokratische Lateinische ersetzt - das freilich auch von Mussolinis bösen Fascisten verwendet wurde. Vielleicht sollte man demnächst auf arabische Schrift umsteigen - die Mehrheit der Schulkinder in der BRDDR, auf die solche Publikationen abzielen, hat ja bereits einen arabischen "Migrationshintergrund"!
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