|
Briefwechsel |
|
Herzlich Willkommen Jahresarbeit der 12. Klasse: Nachhaltige Energieversorgung Briefwechsel zur Energiewende Grafikgalerie Energielinks Themen Leserbriefe Reiseberichte Gästebuch
Kontakt |
2. Leserbrief von Herrn Dr. Ing. Schwarz: "An der Kernenergie führt kein (grüner) Weg vorbei"Aus den Dresdner Neuste Nachrichten vom 4./5. März 2000Zum Beitrag "Streit um Laufzeiten für Atommeiler geht Weiter" (Ausgabe 5./6. Februar) Die Grünen treten wieder einmal mit ihren mangelhaften energiewirtschaftlichen Kenntnissen gegen die Atomlobby an. Die Kernenergetiker sind inzwischen durch 570 Professoren verstärkt worden, die im September vergangenen Jahres ein "Memorandum zum geplanten Kernenergieausstieg" an die Bundesregierung richteten. Die Wissenschaftler ziehen mit den Argumenten des hohen Wissenschaftsstandarts, mit der deutschen SpitzentechnoIogie im Atomgeschäft, der guten Sicherheitstechnik und mit den ökologischen Vorteilen ins Feld. Diese Argumente allein werden aber nicht ausreichen, um die Gegner, die ihre unhaltbaren Sicherheitsbedenken geschickt populistisch an den Mann bringen, zum Umdenken zu bewegen. Auf das eigentliche Anliegen der Kernenergieentwicklung, für die Zeit nach der Erschöpfung des Vorrats an herkömmlichen Brennstoffen eine neue Energiequelle bereit zu stellen, das kann schon Mitte dieses Jahrhunderts erforderlich sein, wird im Memorandum nicht eingegangen. Die Verfasser dieser Denkschrift setzten vermutlich voraus, dass den Verantwortlichen in der Regierung die elementaren Grundlagen einer Energieversorgung bekannt sind. Das wird sich aber als böser Irrtum herausstellen, wenn der Kernenergieausstieg per Gesetz verordnet werden sollte. Für Fachleute, die sich mit Zukunftsfragen der Energiewirtschaft befassen, wird der erzwungene Kernenergieausstieg aus nahe liegenden Gründen nur auf einen historisch kurzen Zeitraum begrenzt bleiben, der für den Wissenschafts- und Technologiestandort Deutschland aber einen herben Rückschlag bedeuten kann. Tatsache ist, dass sich die Grünen mit ihrem Demo- Fußvolk an hausgemachten Entsorgungsproblemen hochziehen, die in anderen wichtigen Kernenergieländern wie Frankreich, USA, Japan u.a. überhaupt kein Thema sind. Die Entsorgung abgebrannter Brennelemente ist unbestritten ein sensibler Teilbereich des Kernbrennstoffzyklus, weil sie teilweise in offener Landschaft stattfindet. Wir kommen aber nach heutigem Ermessen um die Kernenergie und das Entsorgungsproblem nicht herum, wenn das Feuerwerk mit den herkömmlichen Brennstoffen aus ist, und der Energiebedarf dann noch einigermaßen gedeckt werden soll. Dass Sonne und Wind keine ernst zu nehmenden Alternativen für eine Großenergieversorgung sind, hat sich inzwischen auch außerhalb von Fachkreisen herumgesprochen. Noch können sich bei Flauten und Dunkelheit die Wind- und Sonnenkraftanlagen auf den vorhandenen Kraftwerkpark, einschließlich der Kernkraftwerke, verlassen. Mit diesen Stützen werden aber auch die Schwächen dieser Anlagen, wie sie heute betrieben werden, vertuscht. Wenn diese Kraftwerke mangels Brennstoff eines Tages nicht mehr zur Verfügung stehen, würden überall die Lampen ausgehen. Für Deutschland mit seiner hohen Energiebedarfsdichte ist die m zuverlässige Versorgung mit Strom und Wärme ein viel zu ernstes Problem, um das man nicht wie um politische Meinungen und Glaubensbekenntnisse feilschen kann. Es geht schlicht und einfach um die Lebensgrundlage künftiger Generationen. Diese werden unsere energiewirtschaftliche Arbeit nicht danach beurteilen, wie wir gelebt, sondern wie wir für sie vorgesorgt haben. Wenn es um die letzten Erdöl- und Erdgasreserven geht, wird es auf der internationalen Bühne viel ernstere Probleme geben als jetzt von einigen bei der Atomenergie hochgespielt. Dr. Ing. Karl Schwarz Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autors |
Briefwechsel Inhalt:1. Einleitung1.1 Vorgeschichte 1.2 Intention 2. Leserbrief von Dr. Ing. Schwarz: "An der Kernenergie führt kein (grüner) Weg vorbei" 3. Leserbrief von Lukas Weidauer: "Nur mit Ausstieg aus der Kernenergie auf grünem Zweig" 4. Brief von Dr. Ing. H.-M. Prasser 5. Brief von Lukas und Friedemann Weidauer 5.1 Anhang 6. Atwort von Herrn Dr. Ing. H.-M. Prasser Druckansicht des gesamten Briefwechsels |