Iraklio
Hier gibt es die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Kretas. Diese Stadt hat 140000 Einwohner und ist somit so gar die viertgrößte Stadt Griechenlands. Hier ist ein Ballungszentrum für Industrie, Gewerbe und Handel.
Die venezianischen Festungsanlagen sind die Modernsten und wurden erst im 16. Jh. in nur 10 Jahren erbaut. Dazu mussten die Kreter Frondienst leisten und einige Facharbeiter kamen aus Europa. Michele Sammicheli war der Architekt. Vor die Stadtmauern wurden sieben herzblattförmige Bastionen gebaut, verbunden mit einem unterirdischen Tunnelsystem. Jede Bastion hatte mehrere Stockwerke mit Kanonen. Zur Festung gehörten auch das inzwischen abgetragene Außenfort San Dimitri und ein Wassergraben. Innerhalb der der Stadtmauern / Festung liegt dann auch der Altstadtkern / Innenstadt. Hier gibt es die meistens Sehenswürdigkeiten.
Das Archäologische Museum beherbergt Schätze aus Knossos, Gournia und vieles mehr auf zwei Stockwerken in 13 Sälen. Saal I: Neolithikum und Vorpalastzeit (vor dem 2. Jt. v. Chr.), zu sehen z. B. Siegel und Goldschmuck aus versch. Gräbern; Saal II: Ältere Palastzeit (2000-1700 v. Chr.), zu sehen z. B. männliche Adoranten (Betende) mit Dolch und Lendenschurz + Stadtmosiak von Knossos; Saal III: Ältere Palastzeit (2000-1700 v. Chr.), zu sehen z. B. Diskos von Phaistos (Festos) + Altäre und Opfergaben aus Festos; Saal IV: Jüngere Palastzeit (1700-1450 v. Chr.), zu sehen z. B. ein minoisches Brettspiel + königliches Schwert aus Malia; Saal V: Jüngere Palastzeit (1700-1450 v. Chr.), zu sehen z. B. das Hausmodell von Archanes + Schrifttafeln der Linear-A- und Linear-B-Schrift; Saal VI: Nachpalastzeit (nach 1450 v. Chr.), zu sehen z. B. eine Opferkanne aus Katsabas + mykenischer Helm aus Eberzähnen; Saal VII: Jüngere Palastzeit (1700-1450 v. Chr.), zu sehen z. B. ein Bronzekessel aus Tilissos, Steatit-Vasen, Schnittervasen, Prinzenbecher; Saal VIII: Zakros-Saal, Jüngere Palastzeit (1700-1450 v. Chr.), zu sehen Rhyton aus Bergkristall, Stierkopfrhyton; Saal IX – XII: Nachpalastzeit bis zur dorischen Epoche (bis 650 v. Chr.), zu sehen Exponate aus Epoche des kulturellen Niedergangs auf Kreta (Saal kann man überspringen); Saal XIII: Steinwannen + Steinkästen aus der Jüngeren und Nachpalastzeit; 1. Etage: Prozessionsfresko, Stiersprungfresko, Lilienprinz, Sarkophag von Agia Triada, Miniaturfresko und viele Fresken mehr. Geöffnet hat das Museum Mo 12.30 – 19 Uhr, Di – So + Feiertage 8 – 19 Uhr. Der Eintritt kostet 7 EUR, Studenten und Schüler haben freien Eintritt. Fotografieren ist ohne Blitzlicht erlaubt.
Der venezianische Hafen mit Kastro Koules (Festung auf der Mole) ist sehr reizvoll. Diese Festung wurde zwischen 1523 und 1540 errichtet. Geht man hinein, betritt man ein großes dunkles Gewölbe. Es zweigen sich verschiedene Gänge und Räume ab. Eine steile Treppe führt ins erste Stockwerk und noch weiter hinauf, wo ein schöner Blick über den Hafen und zur Stadt gegeben ist. Die Festung wirkt nach einer umfassenden Restaurierung wie eine Filmkulisse. Dennoch lohnt sich ein Besuch. Öffnungszeiten: tägl. 8.30 – 15 Uhr. Der Eintritt kostet 3 EUR (2006) und fotografieren ist erlaubt.
Die Kleine und Große Minaskirche sind benannt nach dem Stadtpatron Iraklios Minas. Früher war die Große Minaskirche (Bild) in der Zeit der Türken zur Moschee umfunkioniert worden. Heute ist es wieder eine Kathedrale. Architektonisch innen wie außen ist die Kathedrale aus der Zeit des Klassizismus (19. Jh.), zeigt aber trotzdem byzantinische Architektur. Im Innenraum gibt es zahlreiche Wandbilder aus den 60er Jahren des 20. Jh.
Unweit der Kirche gibt es eine Einkaufsgasse mit orientalischer Basaratmosphäre. Hier gibt es so gut wie alles: Gemüse, Obst, Fleisch, Gewürze, Kleidung, Lederwaren, Souvenirs. Von dieser Gasse schließen sich in Nebengassen Geschäfte an.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kirche Agios Petros (aus dem 14. Jh.) in der Nähe des Hafens, das Historische Museum (Mo-Fr 9-17 Uhr, So 9-14 Uhr), die Kirche Agios Titos, der Morosini-Brunnen, die Kirche Agios Markos, das Ikonenmuseum (Mo-Sa 9.30-13 Uhr; Di,Do,Fr 17-19 Uhr), der Bembo-Brunnen und das Kazantzakis-Grab.
Eine andere Seite Iraklios ist das Müllproblem! Nicht allzu oft werden die Mülltonnen abgeholt, so dass die Mülltonnen überquellen und es immer Frühjahr / Sommer überall übel riecht. Auch sonst liegt überall Müll auf den Straßen herum, was der Stadt nicht gerade ein schönes Flair verleiht!!!