Kreta ist die fünftgrößte Insel des Mittelmeers und gehört zu Griechenland. Sie ist mit mehr als zwei Drittel von Gebirgen bedeckt. Die Berge waren schon immer für die Kreter Zuflucht der Widerstandskämpfer bei der jahrhundertlangen Fremdherrschaft und Lebensgrundlage. Kreta weißt vier Hochgebirgsgruppen auf: Orno- und Thripti-Massiv (im Osten) mit dem Afendis Stavromenos (1476 m), Dikti-Massiv mit dem Dikti (2148 m), Ida-Massiv mit dem Psiloritis (2456 m) und die Weißen Berge (im Westen) mit dem Pachnes-Spitzen (2452 m). Im Westen Kretas bestehen die Bergmassen aus Kalkstein. Der Taurische Gebirgsbogen, zu dem Kreta teilweise gehört, faltete sich erst in der Erdneuzeit (Tertiär) und bis heute ist die Gebirgsbildung nicht abgeschlossen. Jährlich driftet Kreta um fünf Zentimeter nach Süden. Sehr oft haben Erdbeben die Insel heimgesucht: 1810 (2000 Tote), 1856 (in Iraklio blieben 18 Häuser von 3620 stehen!), 1926 (Iraklio) und 1970 (Iraklio).
Kreta erlebte in der Geschichte ein wellenblechartiges Auf und Ab der Küstenlinie durch seine labile Lage zwischen dem Taurus und den Alpen: der Westen hob sich, der Osten senkte sich. Jährlich steigt der Meeresspiegel um 1mm.
Die Schluchten Kretas wurden durch die im Winter entstehenden reißenden Flüsse (durch Schneeschmelze und Regen) geschaffen. Die Samaria-Schlucht ist die Bekannteste und liegt in den Weißen Bergen.
Auf Kreta hat man bisher 3000 Grotten gezählt, die entstanden sind, als der Regen und die Schneeschmelze die Berge zu Höhlen ausgewaschen hatten. Etliche Höhlen dienten zugleich als Kult-, Wohn- und Zufluchtstätten. Besichtigen kann man z. B. die Zeushöhle auf der Lassithi-Hochebene.
Hochebenen auf Kreta sind eine weitere Besonderheit Kretas. Dies sind hochgelegene Schwemmlandebenen, die sich durch Erosion gebildet haben: Erdkrume wurden jahrhundertelang von den Berghängen in ein geschlossenes Tal gespült und dort abgelagert.
Kreta liegt 2-3 Breitengrade südlicher als die Stadt Tunis und auch südlicher als Gribraltar. Wasser ist auf Kreta rar, denn es regnet fast nur im Winter und nie gleichmäßig über die Insel verteilt. Vergleich: In Chania regnet es an ca. 100 Tagen im Jahr, in Sitia nur an 50 Tagen. Ursache dafür sind die Berge, die die Wolken aufhalten und sich vor den Bergmassiven abregnen. Dadurch ist Westkretas Landschaft sehr grün. Früher gab es auf Kreta 47 Flüsse, viele davon sind heut vertrocknet.
Dementsprechend ist auch die Vegetation. Niedrige Pflanzen sind in der Überzahl. Diese finden in den dünnen Erdkrumen ihren Halt und haben Hartlaub, um die Verdunstung einzuschränken. Typisch für diese Insel ist die Macchia-Flora: Ölbaum, Aleppokiefer, Zistrose, Johannisbrot, Steineiche, Mastixbaum, Terpentinpistazie. Aber auch die immergrünen Walloneneichen sowie der Erdbeerbaum sind zu finden. Die Sternnarzisse (Strandpflanze) ist eine endemische Pflanze und nur auf Kreta zu finden. Weitere endemische Pflanzen sind in der Samaria-Schlucht zu finden. Die Ruten-Glockenblume, die Felsentulpe, das kretische Alpenveilchen und der kretische Ragwurz (Orchidee) wachsen in höheren Lagen. Zypressenwälder sind nur noch selten anzufinden, sind aber ein Relikt der Urbewaldung Kretas. Auf Kreta wachsen auch Tee-, Gewürz- und Heilkräuter wie Salbei, Oregano, Thymian, Diktamo, kretische Kamille und Malotira.
Das Klima ist typisch mediterran. Von November bis März fällt in den Bergen Schnee und das Wetter ist eher unbeständig. Ab April steigen die Temperaturen rasant an und der Frühling beginnt. Alles fängt an herrlich zu blühen und Kreta ist hier besonders grün. Von Juni bis August ist es eher sehr trocken und der Sommer hält Einzug. Ab September kühlen sich die Temperaturen allmählich ab und der Winter kehrt ein. Auf Kreta gibt es auch durch die hohen Berge den Luv-Lee-Effekt: Im Norden kommt es zu Steigungsregen und der Süden bleibt trocken und sonnig.

