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Auf diesen Film hat Dikigoros lange gewartet, denn obwohl er erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts gedreht wurde, gehört er eigentlich noch ins 20. - deshalb hat er ihn auch in "Avez-vous Bourbon" aufgenommen - im Gegensatz zu dem enttäuschenden Streifen "Tortilla soup", in dem das Thema verschenkt wurde. Und mit klammheimlicher Freude nimmt er zur Kenntnis, daß fast alle Kritiker - egal ob sie den Film positiv oder negativ bewerten - sich vor allem an dem Satz
aufgehängt haben, den Dikigoros in der Titelzeile zitiert hat: "Te llamaré atrás" - Lübke-, pardon Emigranten-Spanisch, pardon Spanglish für "I'll call you back". Ja, Sprachmischmasch bzw. das Entstehen neuer Sprachen aus
demselben ist ein interessantes und wichtiges Thema, über das Dikigoros an anderer Stelle ausführlicher schreibt; hier geht es darum nur vordergründig - ihm wie auch James Brooks, der damit nur die Lacher in die Kinos locken will (die dann meist ziemlich enttäuscht sind, weil sie etwas ganz anderes erwartet haben als eine "sanfte Satire auf den Zustammenstoß der Kulturen in Kalifornien", wie ein Zeitungsmann zur deutschen Uraufführung schrieb). Aber was hättet Ihr, liebe Leser, denn mit diesem Satz aus dem Munde eines in Kalifornien lebenden Mexikaners (oder einer Mexikanerin :-) assoziiert, wenn Ihr diesen Film nicht kennen würdet - wohl aber einige von Dikigoros' "Reisen durch die Vergangenheit", z.B.
Kugelfisch und Kupfercanyon oder
Der Lange Marsch vom Reihersee?
Eben: Die alte Heimat der Mexikaner, in der die gebärfaulen Weißen immer weniger werden, ruft ihre Kinder zurück in die so entstehenden Freiräume, und da sie in Mexiko zunehmend unter Übervölkerung leiden, folgen sie dem Ruf auf die Reise, ob es den Nachkommen der Yankee-Eroberer von 1846 nun paßt oder nicht.
Aber um es gleich vorweg zu nehmen: Auch dieser Film ist in einem ganz wichtigen Punkt unaufrichtig. Welchem? Na, schaut Euch doch mal die beiden weiblichen Hauptdarstellerinnen - Paz Vega alias "Flor Moreno" und Shelbie Bruce alias "Cristina" - an: Sehen die aus wie typische Mexikanerinnen, dazu noch "Wetbacks", die illegal in die USA eingereist sind?
![[Shelbie Bruce als 'Cristina']](spanglish3.jpg)
Ganz im Gegenteil: Sie sind das, was man in Mexiko "Gachupines" nennt. (Sie verrät sich schon in einem der ersten Sätze, als sie das Wort "momentito" verwendet - echte Mexikaner[innen] sagen statt dessen "ratito" :-) Dikigoros weiß zwar nicht, woher dieses Wort kommt und was es ursprünglich bedeutete, aber er weiß, daß das ein fast noch schlimmeres Schimpfwort ist als "Gringos" für WASPs [Weiße AngelSächsische Protestanten] und "Gabachos" für Franzosen. Es bezeichnet Spanier oder Personen rein spanischer Abstammung (die man früher - wertneutral - "Criollos [Kreolen]" nannte) ohne einen Tropfen indianischem (sondern allenfalls mit etwas jüdischem*) Blut in den Adern; und das geht heuer im zunehmend rassistischen Lateinamerika gar nicht. Dessen waren sich die Macher dieses Films wohl auch bewußt, denn sie haben die beiden auf den Kinoplakaten und DVD-Hüllen so abgebildet, daß man das nicht sofort sieht - selbst wenn man genau hinschauen würde! (Kein Wunder, daß die leicht meschugge Deborah das Töchterchen Cristina gerne für sich hätte :-) Aber vielleicht wollten sie auch bloß den Eindruck vermeiden, daß der "Clash of Civilizations [Zusammenstoß der Kulturen]" - ein Schlagwort, das der jüdische Professor Samuel Huntington in den 1990er Jahren prägte** - in Wahrheit ein Zusammenstoß der Rassen war und ist? Es ist doch viel angenehmer, sich vorzustellen, daß das alles nur - oder jedenfalls in erster Linie - ein Zusammenstoß der Sprachen ist, denn der ließe sich ja mit etwas gutem Willen leicht überwinden - oder?

Na klar: Dikigoros hat in den 1970er Jahren eine - wie er heute weiß: die letzte - Generation jener mexikanischer Immigrant[inn]en kennen gelernt, die nichts sehnlicher wünschten, als sich in die US-amerikanische Gesellschaft zu integrieren und sich zu diesem Behuf vor allem bemühten, die englische Sprache so schnell und so gut wie möglich zu erlernen - und vielfach mit Erfolg. Wenn es also wirklich nur daran läge... Dikigoros könnte nicht einmal sagen, wann genau dieser Trend "gekippt" ist. Es muß "von oben" gekommen sein, d.h. von den Politikern, denn plötzlich hingen überall in Kalifornien zweisprachige Straßenschilder - englisch und spanisch. Es ist also durchaus glaubhaft, daß Flor - eine Immigrantin der 1990er Jahre - in der ersten Zeit kein Wort Englisch lernt. Wozu auch? Man kommt ja überall mit Spanisch durch! Ist das ein Zeichen von Tolenranz? Gewiß... Aber Dikigoros verkneift sich bewußt die Frage, was für eine Art Toleranz das ist, eine richtig oder falsch verstandene - sonst müßte er jetzt die Frage diskutieren, warum die diesbezüglich ach-so-toleranten USA in der Ukraïne ein Regime unterstützen, das in den ersten acht Jahren, nachdem sie es durch einen blutigen Putsch in Kijiw an die Macht gebracht hatten, 40.000 russisch-sprachige Menschen im Donetsbecken ermordet und 10 Millionen in die Flucht getrieben hat. (Er hat ja auch der Versuchung widerstanden, eine Fortsetzung zu
Sonnenblumen und schwarzer Ginster
zu schreiben.) Nein, diese Diskussion überläßt er den alten Griechen und den jungen Amerikanern - mit denen er seit 2014 nichts mehr zu tun haben will. (Die vielen alten Freunde, die er dort mal hatte, sind inzwischen fast alle verstorben; und die paar Überlebenden fühlen sich nicht mehr als "Amerikaner", sondern sind in ihre Herkunftsländer bzw. die ihrer Vorfahren zurück gekehrt - ja, auch nach Mexiko!)

Zurück zum Film.
[...]
Flor versteht die Welt nicht mehr, genauer gesagt die US-amerikanische Welt ihrer Arbeitgeber. Und nun zeigt sich, daß auch sie daran glaubt, daß das alles nur ein Sprachproblem sei - sie beschließt nämlich, endlich Englisch zu lernen. Ja, gewiß ist das auch ein Sprachproblem, denn um jemanden zu verstehen, muß man erstmal verstehen, was er/sie/es sagt; aber wie Dikigoros immer wieder betont, ist es dann noch immer ein großer Unterschied zwischen "etwas verstehen" und "für etwas Verständnis haben". Und letzteres geht Flora gänzlich ab, als Deborah auf die Idee kommt, auch Cristina Englisch lernen zu lassen, und zwar auf einer sündhaft teuren Privatschule. (Sie schanzt ihr ein Stipendium zu, das wahrscheinlich aus ihrer eigenen Tasche kommt - so ganz klar wird das nicht. Ebenso wenig wird klar, ob sie ihr auch das tolle Bewerbungsschreiben, mit dem der Film beginnt - es ist mal wieder so eine nervige, anti-chronologische Rückschau - aufgesetzt hat.) Und nun reagiert Flor so, wie man eigentlich nicht reagieren sollte: Sie betrachtet den Erwerb englischer Sprachkenntnisse durch ihr Töchterchen als "kulturelle Entfremdung" und "Identitiätsverlust". Stimmt das? Na kaum - so einfach machen es sich nur Dummköpfe. Dikigoros erinnert aus seiner Zeit als Soldat in Ft. Bliss/Texas einen älteren Kameraden, der mit seiner Familie dort lebte und den es sehr beunruhigte, daß seine Kinder, die auf eine amerikanische Schule in El Paso gingen, weder richtig Deutsch noch richtig Englisch sprachen, sondern ein Gemisch, das Brooks wahrscheinlich als "Germenglish" bezeichnet hätte, wenn es diesen Ausdruck damals schon gegeben hätte. Aber pardon, das ist doch nicht das Problem! (Dikigoros spricht beide Sprachen richtig, ohne sie zu vermischen; das kann man lernen, und die Mühe muß man sich halt machen!)
Das wahre Problem - das Flor auch irgendwie erkennt - liegt ganz woanders, nämlich in den unterschiedlichen Vorstellungen von einer gesunden und einer kranken Ehe, Familie und damit letztlich Gesellschaft. Nein, es war noch nicht so weit, daß die USA zu einer "woken"
LGBT-society
verkommen waren, an deren staatlichen Schulen schon die Kinder entsprechend indoktriniert wurden, damit sie dereinst gute Kastraten und Transen abgeben würden.

Aber der Anfang war gemacht: Die
Emanzenbewegung
hatte die Ehen zerstört - wenn überhaupt noch welche geschlossen wurden -, und die Ein-Kind-"Familie" begann Standard zu werden - jedenfalls unter den WASPs. Auch das kam "von oben": Der Erdnußfarmer a.D.
Jimmy Carter
hatte die jüdische "Frauenrechtlerin" Bella Abzug zur Leiterin der von ihm gegründeten "Nationalen Ratgeber-Kommission für Frauenangelegenheiten" im Ministerrang gemacht.
![[Ede Koch, Bella Abzug und Jimmy Carter]](kochabzugcarter.jpg)
Von nun an wurden Frauen und Mädchen dahingehend indoktriniert, daß ihre "Rechte" nicht mehr darin bestünden, einen Mann zu heiraten und eine Familie mit Kindern zu gründen, sondern darin, "single" zu bleiben, einer Erwerbsarbeit nachzugehen und fleißig Steuern zu zahlen - dies wurde ihnen an staatlichen Schulen und Universitäten sowie in den staatlich gelenkten
Massenmedien
als neue, besonders "fortschrittliche" Form der "Selbstverwirklichung" verkauft vermittelt.
Deborah ist ein typisches Produkt dieser Entwicklung: Mit sich selber unzufrieden, dto mit ihrer Tochter - sie ist offenbar der Aufgabe, sie ordentlich zu erziehen, nicht gewachsen (ebenso wenig wie ihre eigene Mutter war, sie "gegen den Trend" zu einer "altmodischen" Amerikanerin, d.h. zu einer guten Ehefrau und Mutter zu erziehen - diese personifizierte Unfähigkeit aufzuzeigen spielt "Evelyn" wohl überhaupt nur mit). Und mit ihrem Ehemann sowieso - der kümmert sich ja nur ums Geschäft, d.h. um seine Karriere als Star/Sterne-Koch; da muß frau schon mal nach Alternativen Ausschau halten.
[...]
Das war in Mexiko noch anders; und dieses Anders-sein will sich Flor nicht aberziehen lassen. (Nein, sie hängt nicht dem alten Klischee an, daß sich Frauen auf "CCC [Children, Cooking, Church]" - älteren deutschen Semestern bekannt als "KKK [Kinder, Küche, Kirche]" - beschränken sollten; aber sie meint, daß es doch irgendwo dazwischen einen vernünftigen Mittelweg geben müßte!)
[...]
Zum modernen American Way of Life gehört überdies, daß Eheleute einander - unter welchem Vorwand auch immer - belügen und betrügen (dürfen?), und auch da macht Flor ja durchaus Anstalten, sich "anzupassen". Doch dann endet die Geschichte ziemlich abrupt damit, daß sie auch diesen Anpassungsversuch abbricht. Und gewisse "fortschrittliche" Kritikaster werden nicht müde zu behaupten, daß Spanglish infolgedessen gar keine Komödie, sondern vielmehr eine Tragödie sei. (Früher, als man sich noch nicht mit küchen-lateinischen Ausdrücken brüstete, wie gewisse Ignoranten Unwissende das heuer tun, auch "Lustspiel" bzw. "Trauerspiel" genannt.) Ach, liebe Leser, man kann nicht nur Sprachen verwechseln (oder muß man das jetzt auf Dummdeutsch Neudeutsch "kontaminieren" nennen?), sondern auch Inhalte und deren Verarbeitung. So manches Trauerspiel läßt sich eben nur im Suff ertragen mit Lust in lustiger Form bearbeiten; denn die bisweilen bittere Wahrheit wird heute ebenso ungern gehört und gesehen wie einst im Mittelalter, als sie nur "Hofnarren" vortragen durften - die oft viel weniger närrisch waren als ihre Zuhörer und Zuschauer.
Aber einen tragischen Aspekt will Dikigoros seinen Lesern am Ende doch nicht verschweigen: Die Produktion dieses Films kostete 80 Millionen US$ (man fragt sich, wofür die verbraten wurden - die Hälfte hätte doch locker reichen müssen!), von denen er nur knapp über zwei Drittel wieder einspielte. Vielleicht hätten die Produzenten, statt buchstäblich alle Rollen mit Ju[e]d[inn]en zu besetzen, auf ein paar billigere Mexikaner[innen] zurück greifen sollen?!?
*Señorita Vega hieß richtig Paz Campo Trigo [Shalom Weizenfeld], entstammte also höchstwahrscheinlich - wie
Weizsäcker und
Weizmann
- einer Familie z.T. konvertierter "Kornjuden". Als sie die "Flor" spielte, war sie seit zwei Jahren durch die Heirat mit einem jüdischen Koofmich Geschäftsmann aus Venezuela Señora Paz Salazar.

**Zuerst 1993 in einem
Aufsatz in Foreign Affairs, später dann auch in Form eines Buches, das - oh Wunder - sogar ins Deutsche übersetzt werden durfte:

Da Dikigoros sonst nichts über Huntington geschrieben hat - ihn insbesondere nicht in seine Sammlung großer
Historiker des 20. Jahrhunderts
aufgenommen hat (das war er nicht, wenngleich ihn einige Dumpfbacken ob seiner "Wellentheorie" auf eine Stufe mit
Oswald Spengler
stellen wollen; aber abgesehen davon, daß er dessen Unterscheidung zwischen "Kultur" und "Zivilisation" einfach ignoriert, unterlaufen ihm bei den historischen "Fakten", auf die er seine Ausführungen oftmals stützt, so viele Fehler, daß er sich damit nur oberflächlich beschäftigt haben kann - das gilt insbesondere für den Nahen/Mittleren Osten), will er ihm wenigstens diese etwas längere Fußnote widmen.
Man hat Huntington "Rassismus" vorgeworfen, da er "gegen Chinesen, Muslime und Mexikaner" war. Nehmen wir uns diese (die Vorwürfe!) also der Reihe nach vor:
-
Chinesen gehören in der Tat einer anderen Rasse an als die WASPs. Aber darauf zielt Huntington gar nicht ab, sondern vielmehr auf die wirtschaftliche Bedrohung durch die Volksrepublik China - zu der sein
Spezi Freund und Kupferstecher Mitjude
Henry Kissinger
als "Berater" des trotteligen US-Präsidenten
Richard Nixon
Anfang der 1970er Jahre den Grundstein gelegt hatte. Und wie heute jedermann/frau/divers weiß - Leser von Dikigoros' Reisen durch die Vergangenheit auch schon etwas länger - lag er damit ja
durchaus richtig.
(Wenn sich Dikigoros diese persönliche Zwischenbemerkung erlauben darf: Andere - tatsächlich rassistische - Amerikaner empfanden und empfinden auch die Einwanderung einzelner Chinesen in die USA als Bedrohung, u.a. Präsident
Calvin Coolidge,
der darob eine völlig verfehlte Migrationspolitik einleitete. Dabei hätten sich die USA zu solchen Einwanderern nur gratulieren können: Chinesen sind überwiegend fleißig, genügsam, familienfreundlich und kinderlieb. Wenn sie Laster haben, wie Glücksspiel und Drogenkonsum, dann sind diese jedenfalls nicht krimineller als ähnliche Laster der Nicht-Chinesen, und vor allem bleiben sie damit unter sich: Sie nötigen keinen WASP, mitzuspielen oder
Opium
zu konsumieren; und von chinesischen Drogen-Kartellen oder "Triaden" in den USA hat Dikigoros auch noch nichts gehört oder gelesen.)
-
Muslime sind keine "Rasse", sondern der Islam ist eine Religion. Gewiß eine bedrohliche, ja abscheuliche Religion - wie alle streng monotheïstischen Religionen; aber sie hat Anhänger in allen Rassen. Die Araber gehören einer Unterrasse der weißen Rasse an, nämlich der semitischen, zu der indes auch die Juden - incl. Huntington selber - zählen. Insofern geht der "Rassismus"-Vorwurf nicht nur ins Leere, sondern ist völlig absurd. Er verstummte denn auch mit den Kamikaze-Anschlägen vom 11. September 2001, die seiner These von der islamischen Bedrohung nicht nur in den USA zu großer Popularität verhalfen - selbst der SPIEGEL
gab ihm nun Recht.
(Das war freilich noch ein anderer SPIEGEL, mit einem Henryk M. Broder in der Redaktion. Als im verflixten 7. Jahr nach "9/11" ein gewisser Patrick Mariathasan den
Nachruf auf Huntington
verfaßte, klang das schon ganz anders. Broder war gegangen [worden?] und machte bald darauf ein eigenes Internet-Portal auf, dem er den Namen "Die Achse des Guten" gab, auf dem lauter Ansichten vertreten wurden, die bald nicht mehr als "politisch korrekt" galten. Inzwischen
ermitteln
der Staatsschutz der BRDDR und des "Frei"-Staats Bayern gegen ihn und seine Mitarbeiter Mittäter wegen staatsgefährdender, "verfassungsfeindlicher" Umtriebe - aber das nur nebenbei.)
-
Und Mexikaner? Tja, die drohen tatsächlich, allmählich zu einem minderwertigen Mischmasch zu werden, vor dem einem Angst und Bange werden könnte. (Die Bewohner anderer "lateinamerikanischen" Staaten übrigens auch. Merke: "miscegenation", wie man das früher nannte, ist immer von Übel, wie überhaupt die meisten Kreuzungen - über 99% - nichts taugen; das wird jeder ehrliche Zoologe und Botaniker bestätigen; und der Mensch ist letztlich auch nur ein "zoon politikon".)
Doch gerade davon schien Huntington, wenn man seinen ersten Aufsatz über "The Clash of Civilizations" aus 1993 liest, ursprünglich noch gar nichts bemerkt zu haben - und im Buch schrieb er drei Jahre später sogar, daß die Mexikaner auf dem besten Wege seien, eine gemeinsame "nordamerikanische", von den USA geprägte Identität zu entwickeln. Erst im März 2004 veröffentlichte er, wieder in Foreign Affairs, einen Aufsatz mit dem Titel "The Hispanic Challenge [Die h. Herausforderung]", den er wenig später wieder zu einem ganzen Buch mit dem Titel "Who Are We [Wer sind wir]?" auswalzte. Seine neue These: Die Mexikaner träumten nicht mehr den "American Dream", sondern den "Americano Dream"; sie eroberten die Gebiete, die sie 1846 an die USA verloren hatten, nicht nur demografisch zurück (Dikigoros schreibt darüber
an anderer Stelle
mehr, unter dem Stichwort "Aztlan"), sondern drückten auch das dortige Bildungs- und Arbeitsniveau, insbesondere in Kalifornien, dem einst kulturell und wirtschaftlich reichsten Bundesstaat. Obwohl er das mit Statistiken untermauerte (aber was läßt sich nicht alles mit Statistiken "beweisen" :-) und dem die durchaus richtige Erkenntnis zugrunde lag, daß die "nachhaltige" Eroberung von Ländern heuer nicht mehr militärisch von Männern, sondern biologisch von Frauen durchgeführt wird (welcher Mittel-, West- und Nord-Europäer wüßte das nicht?), hagelte es plötzlich Huntington-Kritik aus dem "Anti-Rassismus"-Lager - durchaus nicht nur in den spanischsprachigen Medien -, zumal er noch eins draufsetzte, als er ein Jahr später in einem Zeitungsinterview erklärte, er würde nicht noch einmal Bush wählen - denn der habe ja als erste Fremdsprache Spanisch gelernt -, sondern vielmehr dessen Konkurrenten Kerry. (Boshafte Kommentatoren meinten, Huntington habe vielleicht inzwischen erfahren, daß letzterer richtig Cohen hieß und mithin seiner Unterrasse angehörte :-) Das war nun wirklich lächerlich: Das Erlernen von Fremdsprachen führt nicht etwa zum Identitätsverlust, sondern ganz im Gegenteil zu einem geschärften Sinn für die unterschiedlichen Mentalitäten ihrer Muttersprachler - es gibt da nämlich eine Wechselwirkung.
(Dikigoros würde z.B. aus dem schnodderigen Spanisch der Kubaner ganz andere Schlüsse ziehen als Huntington, der letztere als leuchtendes Gegenbeispiel zu den "dummen, faulen, ehrgeizlosen" Mexikanern hinstellt. Und den allmählichen Abstieg Kaliforniens vom ersten zum letzten Bundesstaat der USA im 21. Jahrhundert würde er in erster Linie nicht auf unfähige Untertanen - egal welcher Herkunft - zurück führen, sondern vielmehr auf unfähige weiße - vornehmlich jüdische - Obertanen und ihre verfehlte Politik, mit der Wirtschafts-, Bildungs- und Sicherheitspolitik deutlich vor der Migrationspolitik.)
Wie dem auch sei, bei den "Gachupines" dieses Films greift die "Rassenfrage" ohnehin nicht. Spanier mögen keine angelsächsischen Protestanten sein, aber sie gehören der selben Rasse - und sogar der selben Unterrasse - an wie die Angelsachsen.
Aber etwas anderes, das Dikigoros bereits oben im Haupttext angesprochen hat, nämlich die Tendenz der WASPs zur Nichtheirat, kinderlosen oder 1-Kind-Familie, will er hier noch durch eine Frage ergänzen: Wenn man denn nicht Alterung, Schrumpfung und schließlich Aussterben als Konsequenzen dieser Tendenz hinnehmen will, wie sehen dann die Alternativen aus? An erster Stelle stünde natürlich - dieses Wort gebraucht Dikigoros nie im "übertragenen", sondern immer im wörtlichen Sinn - eine ehe- und kinderfreundliche Familienpolitik mit Steuererleichterungen für allein verdienende Familienväter (nicht das Gegenteil, wie es in vielen Ländern Europas inzwischen angedacht wird)! Und wenn das nicht zum Erfolg führt? Dann propagiert die UNO eine "Replacement Migration", d.h. die Ersetzung der autochthonen Bevölkerung durch Migranten. Damit wären wir wieder bei der Frage: "Was für Migranten?" Qualitativ hochwertige Einwanderer sind schwer zu bekommen, gerade wenn eine derart verfehlte Politik betrieben wird wie in den meisten [Bundes-]Staaten der USA und der EU; dann wandern hoch qualifizierte Arbeitskräfte nämlich eher ab als ein! (Wenn man Glück hat, dann ist das nur eine Binnenwanderung, z.B. von Kalifornien nach Texas; wenn man Pech hat, dann gehen sie ins Ausland und sind somit verloren.)
Und wenn man weder die Familien- und Steuerpolitik änderte noch irgendwelche Migranten - und seien sie noch so "hochwertig" - ins Land ließe? Würde dann nicht eine - womöglich sogar heilsame - Gesundschrumpfung der Bevölkerung eintreten? Mitnichten - jedenfalls nicht in den USA: Wenn man dort die WASPs aussterben läßt und die Mexikaner aussperrt, dann werden aus den Vereinigten Staaten langsam, aber sicher die Verniggerten Staaten von Amerika werden - was sie ja vielfach schon sind.
(Das Gegenstück zur Anti-Familienpolitik ist nämlich, daß alleinerziehende Mütter großzügig mit Sozialhilfe gepampert werden, so daß Väter beliebig viele uneheliche Kinder in die Welt setzen können, auch wenn sie diese nicht selber ernähren können. Mehr als die Hälfte der schwarzen Bevölkerung in US-amerikanischen Großstädten - die im 21. Jahrhundert explosionsartig angewachsenen ist, was von verlogenen Statistikern mühsam kaschiert wird durch die Einordnung spanischsprachiger Neger in die Kategorie "Latinos" - stammt mittlerweile aus solchen nicht-ehelichen Beziehungen. Finanziert wird das alles von WASP-Frauen, die lieber arbeiten gehen und Steuern zahlen als eigene Kinder zu bekommen.)
Daß Huntington diese Gefahr nicht gesehen hat ist Dikigoros unbegreiflich, zumal er doch in jungen Jahren in Südafrika gearbeitet hatte und später mit ansehen mußte, was aus jenem einst blühenden Land (insbesondere seinen Weißen, einschließlich der Juden) nach der Machtergreifung des Negerhäuptlings
Mandela
und seiner rassistischen Terror-Organisation ANC wurde.
Aber Huntington hatte ja das Glück, im Dezember 2008, wenige Tage vor der Machtergreifung des gebürtigen Kenyaners und Krypto-Muslims
Barack Hussein Obama
- der ganz andere Träume träumte - das Zeitliche zu segnen.

Vielleicht hätte er sonst in Bezug auf die Mexikaner und deren Träume doch noch einmal umgedacht?!?
P.S.: Bei etwas längerem Nachdenken kommt Dikigoros der böse Verdacht, daß man diese Frage wohl verneinen muß, denn die "Blindheit" Huntingtons auf dem schwarzen Auge könnte einen ganz konkreten Grund haben. Was war das weltweit größte Verbrechen der Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert, als es - wenigstens auf dem Papier - beendet wurde? Richtig: das Einfangen von schwarzen Menschen und deren millionenfache Verschiffung aus ihrer angestammmten, gottgewollten naturgewollten Heimat Afrika nach Amerika, um sie dort als Sklaven zu verschachern. Wer machte bei diesem schmutzigen Geschäft - das auf lange Sicht die völkische ethnische Substanz der "neuen Welt" nachhaltig ruinieren sollte - den Reibach? Nun, das Monopol für den Handel mit Negersklaven ("asiento de negros" lautete der juristische - heute würde man sagen "völkerrechtliche", denn dem lagen internationale Verträge zu Grunde - Fachbegriff dafür) war
fest in jüdischer Hand.
(Ja, auch
so etwas
stand damals noch im SPIEGEL! Und um erbosten Lesermails vorzubeugen: Nein, das Einfangen nicht; aber niemand hätte Millionen Neger im Inneren Afrikas gejagt und eingefangen, wenn nicht an der Küste jüdische Koofmichs gewartet hätten, die sie ihnen für gutes Geld - oder hübsche Glasperlen - abkauften!) An der Immigration von Chinesen und Mexikanern verdienten sie dagegen... nichts/nothing/nada! Und deshalb wollte/durfte/konnte (merke: Was nicht sein darf, das nicht sein kann!) der Jude Huntington diesen Aspekt seines Forschungsgegenstands wohl nicht thematisieren.

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