*Emile Stark (1922-1989), genannt der "Zigarren-Koloß", Sohn eines jüdischen Roßtäuschers aus dem Elsaß und der Tochter eines Mafioso aus Korsika - nach mosaïschem Recht also ein "Goy" - erobert nach einigen Mißerfolgen in den 1940er und 1950er Jahren seit Beginn der 1960er Jahre die französische Variété-Szene. Zu seinen Klienten zählen neben Johnny Hallyday dessen spätere Ehefrau Sylvie Vartan, Hugues Aufray, Michel Delpech, Tino Rossi, Michèle Torr, François Valéry und Mireille Mathieu, aus der er trotz ihres mangelhaften Talents einen internationalen Star macht. Es ist schon erschreckend, in welchem Maße das Musik-Geschäft in jüdischer Hand war (und ist), aber sie hielten nicht alle zusammen, und sie waren auch nicht alle Halsabschneider. Starks Honorarsätze waren aus heutiger Sicht eher moderat - was diejenigen, die ihn "Monsieur 15%" nannten, vielleicht anders sahen; aber die ahnten noch nicht, was spätere Manager nehmen sollten...
**Dieser "Sängerkrieg" ging allerdings nicht von Johnny aus, wahrscheinlich auch nicht von Antoine - der ihn mit
"Les élucubrations"
eröffnet hatte -, sondern vielmehr von dessen Manager bei Vogue, just jenem Georges Leroux, von dem Johnny 1961 im [auch Rechts-]Streit geschieden war.
***Einige davon wurden auch in Deutschland bekannt, wie "Casatchok" von Rika Zaraï, "Oh, Lady Mary" von David Alexandre Winter [dts. von Peter Alexander], "Le métèque" von Georges Moustaki, "Les Champs-Élysées" von Joe Dassin, "Petit bonheur" [dts.: "Ein kleines Glück"] von Salvatore Adamo, "Adieu jolie Candy" von Jean-François Michel, "Wight is Wight" von Michel Delpech und "Dans la maison vide" von Michel Polnareff. Ausgerechnet "Que je t'aime" blieb dagegen so gut wie unbekannt - auch die "weichgespülte" deutsche Fassung von Heidi Brühl ["Was weißt Du von meiner Liebe?"]. Autor von "Que je t'aime" war Jean Renard, der bereits seit 1967 für Sylvie Vartan komponierte und textete, u.a. 1968 ihren im Rückblick größten Hit und Evergreen,
"La Maritza".
Von ihm stammt auch ihr größter gemeinsamer Hit, "J'ai un problème".

****"Jésus Christ" wurde - ähnlich wie anfangs die englische Rock-Oper "Jesus Christ Superstar" - auf Betreiben der Kirche in einigen katholischen Ländern - so auch im angeblich streng weltlichen Frankreich - verboten. Trotzdem (oder gerade deshalb :-) wurde es ein Verkaufserfolg. Die Rundfundsender spielten statt dessen die B-Seite, "On me recherche" (eine Adaptation von Bob Dylans "Wanted Man", in der BRD plagiiert von Gunter Gabriel als "Ich werd' gesucht"), und die Statistiker sind sich nicht einig, welche Seite sie denn nun als Nr.-1-Hit führen sollen.
Michel Sardou war zwar kein echter Newcomer, sondern nahm seit Mitte der 1960er Jahre Platten auf; aber er hatte mit seinen USA-freundlichen und de-Gaulle-kritischen Liedern (die vorübergehend verboten wurden) zunächst keinen größeren Erfolg. Der kam erst seit Beginn der 1970er Jahre mit harmlosen "Chansons à boire [Trinkliedern]" zum Mitklatschen. Beide schrieb ihm sein Jugendfreund Pierre Billon, der Sohn von Henriette Ragon alias "Patachou", der "Macherin" von Georges Brassens. Er war damals für Sardou das, war Jean Renard für Sylvie Vartan und Johnny Hallyday war.
Der Israeli Mosche Brand alias "Mike Brant" war eine Zufallsentdeckung von Sylvie Vartan, genauer gesagt von "Carlos", der sich von ihrem Leibwächter zum [Mit-]Sänger gemausert hatte und nun auch ins Manager-Geschäft drängte. Brand war ihnen 1969 bei einer gemeinsamen Tournee durch den - damals noch vom westlich orientierten Shah-in-Shah regierten - Îrân über den Weg gelaufen. Auch seine größten Hits wurden von Jean Renard geschrieben. Seine Karriere endete ebenso abrupt wie die von Claude François - sie wurden beide ermordetverunfallt.
*****Man hat das damit erklären wollen, daß Pierre Billon in den 1980er Jahren die Seiten wechselte, d.h. statt für Michel Sardou für Johnny arbeitete. Daran ist so viel richtig, daß Sardous Erfolge nachließen, als er begann, seine Lieder selber zu schreiben. Seine größten Hits - in den 1970er und frühen 1980er Jahren - hatten allerdings ohnehin andere geschrieben; und im Zeitpunkt ihrer Trennung hatte seine Karriere ihren Höhepunkt bereits überschritten. (Allerdings hielt er sich noch ziemlich lange gut im Geschäft, wenngleich nicht mehr ganz an der Spitze.) Auch Johnny verdankte Billon - der bereits zuvor sporadisch für ihn geschrieben hatte, u.a. 1977 "J'ai oublié de vivre" - schwerlich sein Comeback, sondern eher die Überbrückung der Saure-Gurken-Zeit davor. Der Wechsel markierte weniger einen Bruch zwischen Billon und Sardou als vielmehr einen Bruch zwischen Johnny und Billons Vorgänger Michel Mallory, der für den nachlassenden Erfolg Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre verantwortlich gemacht wurde. In der Tat waren viele seiner Werke eher zweit- und drittklassig. (Die scheinbaren Ausnahmen "J'ai un problème" und "Prends ma vie", bei denen er als Mitautor verzeichnet ist, stammen eigentlich von Jean Renard.) Er schrieb auch für viele andere erfolgreiche Sängerinnen und Sänger - aber bezeichnenderweise stets die weniger erfolgreichen Titel.
******Musikanten sind generell schwach vertreten, zumal "echte" Franzosen. Vor Hallyday - der ja auch ein halber Belgier ist - plaziert sind die Italienerin
Édith Piaf
(10.), der Flame Georges Brassens (12.), die russischen Juden Daniel Balavoine (19.) und Serge Gainsbourg (20.), der Armenier Charles Aznavour (29.) und der Italiener Yves Montand (30.); nach ihm die in Ägypten geborenen Halb-ItalienerKalabresen Claude François (36.) und Dalida (58.), die (Midi-)Franzosen Charles Trenet (43.), Michel Sardou (45.) und Gilbert Bécaud (86.), der Afro-Karibe Henri Salvador (52.), der Jude Johannes Tannenbaum ("Jean Ferrat") sowie die Italiener Tino Rossi (92.) und Serge Reggiani (98.)
*******Die Medien schütten seitdem kübelweise Dreck über Johnny aus. Nach einer verpfuschten Bandscheiben-Operation in Paris (2009) und einer mehrmonatigen Nachbehandlung in den USA behaupteten sie, in Wahrheit habe er sich dort einer Entziehungskur wegen seiner Zigaretten- und Alkohol-Exzesse unterziehen müssen - von "Koma-Saufen" bis "Delirium tremens" ist alles dabei. Daran dürfte so viel richtig sein, daß Johnny tatsächlich Nikotinist war und auch einen ordentlichen Stiefel vertrug. (Die Alkohol-Mengen, die man ihm unterstellte, täglich zu sich zu nehmen, hätte allerdings selbst er schwerlich überlebt :-)
Zu seinen boshaftesten Kritikern zählt das Satire-Magazin "Charlie Hebdo", das ihn als "Voleur", "Con" und "Chiant" bezeichnet - "Dieb wie ein Franzose", "Ar...loch wie ein Belgier" und "Besch...er wie ein Schweizer". (C.H. zieht auch andere Personen und Gruppen kräftig durch den Kakao, u.a. Juden und Muslime. Nicht alle nehmen das so gelassen hin wie die Franzosen, die Belgier und die Schweizer.)

********Infolge der Jahrzehnte lang betriebenen Einwanderungspolitik stellen muslimische Araber - vor allem aus Marokko - nicht nur in Brüssel, sondern auch in anderen belgischen Städten, wie Antwerpen und Lüttich, inzwischen die relative Bevölkerungsmehrheit (vor Flamen, Wallonen und Türken). Außer Konzerthallen und Nachtclubs werden auch alle anderen Einrichtungen geschlossen, deren Nutzung gegen die Scharia verstoßen könnte, von nicht-muslimischen Restaurants (wo Essen serviert werden könnte, das nicht halal ist) über Schwimmbäder (wo auch Frauen baden könnten) bis hin zu Schulen und Universitäten (wo auch Mädchen unterrichtet werden könnten - Koranschulen sind von der Schließung ausgenommen). Überdies ruft das Regime das Kriegsrecht aus - nicht, um die nicht-muslimischen Minderheiten vor dem islamischen Terror zu schützen, sondern ganz im Gegenteil, um etwaige Unmutsäußerungen oder gar eigenmächtigen Widerstand der Untertanen gegen weitere Terroranschläge mit Waffengewalt unterbinden zu können. (Dieser droht vor allem wegen der Absage von Fußballspielen. Wenn irgendetwas die ach-so-toleranten Abendländer gegen ihre lieben muslimischen "Mitbürger" - von denen allein 2015 mehrere Millionen zusätzlich nach Europa eingefallen eingedrungen eingeströmt geflüchtet sind - einnehmen könnte, dann ist es die Beeinträchtigung dieses ihres liebsten Freizeitvergnügens.) Alle nach den Anschlägen vom Freitag den 13. durch unbotmäßige Polizisten voreilig festgenommenen Muslime - die Täter der Anschläge sind überwiegend im 2014 zur "Kulturmetropole" erklärten Brüsseler Stadtteil Molenbeek ansässig und besitzen allesamt die belgische oder französische Staatsangehörigkeit, die man ihnen großzügig verliehen hat - werden umgehend auf freien Fuß gesetzt.
![[Die Brüsseler Kulturmetropole Molenbeek]](molenbeek2014.jpg)
![[Die liebsten Mitbürger des belgischen Verbrecher-Regimes]](molenbeekfreitag.jpg)
**********Warum ist das Resultat wenig überzeugend? Nun, man kann schon über den Ansatz streiten, als "französisch" jeden anzusehen, der - angeblich - in Frankreich geboren ist. (Besonders peinlich ist das im Falle von Gardel, der zwar - um sich interessant zu machen - behauptete, in Frankreich geboren zu sein und eigentlich "Charles" zu heißen, aber wohl eher in Uruguay zur Welt kam :-) Wie sagten die alten Chinesen: "Ein Pferd, das in einem Schweinestall geboren ist, bleibt dennoch ein Pferd - und umgkehrt!" Aznavour war armenischer Bergjude, Ginzburg russischer Jude und Gardel Argentinier. Die Ermittlung der Popularität stützt sich hauptsächlich auf zwei Kriterien, nämlich zum einen die Anzahl der Übersetzungen auf Wikipedia, zum anderen die Anzahl der Suchanfragen bei Google. Aber ersteres besagt gar nichts in Bezug auf die Popularität im Inland, und letzeres bedeutet vielleicht nur, daß jemand eher unbekannt ist, weshalb man erst im Internet nach ihm suchen muß, um sich schlau zu machen, wenn der Name fällt. Als weiteres Argument für die relativ niedrige Plazierung führen die Macher von Panthéon an, daß im Ausland - vor allem in der englischsprachigen Welt - viele noch nie von Johnny Hallyday gehört hätten. Das ist schlicht unwahr: Er sang nicht nur auf Deutsch, Englisch, Italienisch und Spanisch, sondern war sowohl in Nord- als auch in Südamerika - jedenfalls im 20. Jahrhundert - mit seinen Tourneen mindestens ebenso erfolgreich wie Charles Aznavour, dessen Höherplazierung eben damit begründet wird. Und auch wenn es unfair scheinen mag, Sänger aus einer Zeit, als Schallplatten und Flugverkehr noch in den Kinderschuhen steckten (Gardel starb im besten Alter bei einem Flugzeugabsturz) mit solchen zu vergleichen, die in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts aktiv waren, so dürfte Gardel jedenfalls nicht einen Bruchteil der Schallplatten und Konzertkarten auf internationalen Tourneen verkauft haben wie alle anderen in der Liste. (Mal abgesehen von der bereits 100 Jahre vor ihm verstorbenen María Malibrán, von der es 1. keine Tonaufzeichnungen gibt und die 2. Spanierin war :-) Geradezu peinlich ist das Fehlen echter oder besonders typischer Franzosen wie Maurice Chevalier (auch der kaum weniger erfolgreich in den USA als Aznavour), Daniel Guichard und den drei Michels: Delpech, Fugain und Sardou. (Claude François sei ihnen verziehen, denn der war 1. außerhalb Frankreichs geboren und 2. halber Italiener, s.o.)
Der Verdacht drängt sich auf, daß da nicht die am häufigsten von Anderen gesuchten Musiker ermittelt wurden, sondern daß die Macher umgekehrt Namen von Musikern in die Suchmaschinen eingaben, die ihnen gerade in den Sinn kamen und dann unter diesen die mit den meisten Treffern abzählten.
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