*Für Fechter galten die Amateur-Bestimmungen des IOC seit je her nicht; daher durften auch Fechtlehrer teilnehmen, ggf. unter "Re-Amateurisierung" für die Dauer der Spiele, d.h. für 2-3 Wochen!
Dagegen waren z.B. Skilehrer als "Profis" ausgeschlossen. (Dikigoros schreibt darüber
an anderer Stelle mehr.)
Hält das jemand für widersinnig? Das ist noch gar nichts! So durften z.B. Kavallerie-Offiziere als Amateure an den Reitwettbewerben teilnehmen, nicht aber Unteroffiziere - die galten als Profis.
(Hätte man einen Verantwortlichen nach dem Grund gefragt, dann hätte er vermutlich geantwortet: "Unteroffiziere gehen zur Kavallerie, um dort als Reiter Geld zu verdienen. Dagegen legen Offiziere in der Regel noch etwas drauf und bringen ihr eigenes Pferd mit." Beides stimmt zwar, aber... Dikigoros schreibt auch darüber
an anderer Stelle
mehr, für alle, die den Namen Gehnäll Persson noch nie gehört - oder schon wieder vergessen - haben.)
**Man hat im Nachhinein versucht, diese Leistungen zu schmälern durch den Hinweis, daß die bis dahin führenden Fechtnationen Deutschland, Österreich und Ungarn von den Olympischen Spielen 1920 aus politischen - also unsportlichen - Gründen ausgeschlossen waren. Das trifft zwar zu.
[Der korrupte französische Baron de Coubertin hatte sie nach Antwerpen vergeben - das auf eine Ausrichtung in keinster Weise keiner Beziehung vorbereitet war (böse Zungen meinten, es habe keinen Centime in die Sportstätten und/oder die Unterkünfte für die Athleten investiert, sondern lediglich namhafte Beträge in die Bestechung der Kampfrichter, vor allem der Fußballschiedsrichter :-), um einen Vorwand für diesen Ausschluß mit der salbungsvollen Begründung zu haben, dies geschehe zum Schutz jener Sportler, die sich in Belgien nicht ohne Gefahr für Leib und Leben sehen lassen könnten. Dabei hatte sich auch Lausanne - wohin er selber sich mitsamt seinem IOC während des Weltkriegs feige verpisst höchstvorsorglich verzogen hatte - beworben, das in jeder Hinsicht ideale Voraussetzungen für eine Ausrichtung mitgebracht und wo eine solche Gefahr kaum bestanden hätte!]
Jedoch ist festzuhalten, daß Nedo Nadi bereits 1912 in Stockholm eine olympische Goldmedaille im Fechten gewonnen hatte. Gewiß, der Krieg hatte ihn - wie so viele Andere ja auch - seine besten Jahre als Sportler gekostet; aber anno 1920 dürfte er durchaus noch der weltweit beste Fechter gewesen sein. Später machte er auch als Funktionär - u.a. Präsident des italienischen Fechtverbands - Karriere; und Dikigoros hätte nicht Mangiarotti, sondern ihn als Vertreter des italienischen Fechtsports in seine Sammlung tabellarischer Lebensläufe aufgenommen, wenn er nicht zu den ärgerlichen Fällen zählte, über deren Leben (und Sterben!) nichts Verläßliches in Erfahrung zu bringen ist. Dikigoros hat im Laufe der Jahre immer mehr Widersprüchliches gesammelt und das Projekt dann gestrichen, denn er will sich nicht an den vielen albernen Spekulationen beteiligen, z.B. weshalb er 1920 "nur" 5, nicht alle 6 möglichen Goldmedaillen gewann (hatte er Bauchschmerzen, oder war sein Vater - an dessen Fechtschule nur Florett und Säbel gelehrt wurde - dagegen, daß er auch im Degen-Einzel antrat?) oder woran er 1940 starb. (Manche meinen, durch Selbstmord - warum denn? - Andere, an einem Schlaganfall - mit 45 Jahren?!? -, wieder Andere, er sei irgendwo in Argentinien verschollen; und die übrigen schweigen sich vornehm aus.) So bleibt es denn seitens Dikigoros' bei dieser verlängerten Fußnote.
***So hieß diese von der Fédération Internationale d'Escrime organisierte Veranstaltung damals offiziell, obwohl auch der US-amerikanische Fechtverband dem FIE angehörte und seine Mitglieder teilnehmen konnten. Der Wettbewerb, der 1921-1936 in wechselnden Städten Europas - zumeist in Frankreich oder Belgien, aber auch wiederholt in Ungarn und Italien - ausgetragen wurde, war anfangs ein reines Degen-, später auch Säbel-Turnier. Ein Florett-Wettbewerb wurde erst 1929 eingeführt - zunächst nur für Frauen. 1936 beschloß die FIE, das Turnier ab 1937 in "Weltmeisterschaft" umzubenennen - die rückwirkende Anerkennung der Turniersieger als "Weltmeister" war jedoch außerhalb Europas nicht allgemein durchzusetzen. Als 1981 die Confédération européenne d'escrime eine neue "Europameisterschaft" aus der Taufe hob, wurden die Turniere 1921-1936 rückwirkend in "Internationale Meisterschaften" umbenannt.
****Die "Olimpiadi della Grazia" waren eine Art Olympische Konkurrenz-Spiele für Frauen in Disziplinen, an denen sie bei den Olympischen Spielen des IOC noch nicht teilnehmen durften. Die Veranstaltung - und der große Zuspruch beim Publikum - trug wesentlich dazu bei, daß bei Olympischen Spielen bald mehr Disziplinen für Frauen eingeführt wurden.

Pfui - die entbieten ja den olympischen Gruß! Sicher alles böse Facistinnen oder Nazis!
Allerdings regierte damals der böse fascistische Diktator
Benito Mussolini;
und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, muß das tunlichst totgeschwiegen werden. Statt dessen wird nun behautpet, eine gewisse Alice Milliat habe das bereits anno 1921 mit ihren glorreichen "Frauen-Weltspielen" erreicht. In Wahrheit nahm an jenem großkotzig so betitelten Sportfest gerade mal eine zwei(!)stellige Anzahl von Feministinnen und "Frauenrechtlerinnen" teil; und die erzielten Leistungen waren selbst nach damaligen Maßstäben kaum ernst zu nehmen, so daß das IOC auf die Forderung von Mme Milliat, endlich mehr Frauen an den Olympischen Spielen teilnehmen zu lassen, bloß mit einem müden Ar...runzeln reagierte. Sie gründete daraufhin einen eigenen Verband, den "Internationalen Frauensportbund [FSFI]", den aber ebenfalls niemand ernst nahm und der ihre Gründerin nicht überlebte. So war jene Dame denn auch lange Zeit vergessen; erst als anno 2024 bei den Transolympischen Spielen in gay Paris dortselbst ein Denkmal auf sie enthüllt wurde, rückte sie in den Mittelpunkt des DesInteresses.
*****Italien hatte Tripolitanien 1911/12 im Krieg gegen das
Osmanische Reich
erobert, während des Ersten Weltkriegs aber weitgehend wieder verloren. Seit Anfang der 1920er Jahre begann es mit der Rückeroberung; die Veranstaltung in Tripoli statt finden zu lassen, war also (auch) ein politischer Akt. Ein Jahr später wurde es mit der Cyrenaica und Fezzan zur Kolonie "Libia" vereinigt.

******Mangiarotti bezeichnet die Olympischen Spiele in Berlin später als sein schönstes Sporterlebnis. Dennoch gibt er sich für die Lüge her, daß der böse deutsche Diktator
Adolf Hitler
den armen US-Neger Jesse Owens ob dessen Medaillengewinne gehaßt und als "Schwein" bezeichnet habe. (Dikigoros schreibt darüber
an anderer Stelle mehr.)
Mangiarotti dient sich dafür sogar als Augen- und Ohrenzeuge an - obwohl jeder weiß (oder wissen müßte :-), daß die Fechtwettbewerbe gar nicht im Olympia-Stadion statt fanden, wo die Leichtathleten herum liefen und sprangen, sondern in einer Halle - die Hitler nie aufsuchte. Vielleicht war Mangiarotti neidisch, daß Hitler ihm und seiner Mannschaft - anders als anfangs den Leichtathleten - nicht gratuliert hatte? Oder genügt es zur Erklärung, daß er halt ein Landsmann des Lügenmännchens Pinocchio war?!?
![[Pinocchio]](pinocchio.jpg)
Übrigens fehlt das Fechtturnier in dem berühmten Olympia-Film von
Leni Riefenstahl.
Warum? Dikigoros weiß es nicht. Ihm ist nur aufgefallen, daß die Disziplin "Fechten" auch aus dem Abschnitt über den Modernen Fünfkampf entfernt wurde. Dagegen wird dem Reitsport breitester Raum gewidmet - nicht nur im Rahmen des letzteren, sondern selbst in einem so abartigen Spiel wie Polo. Dafür fehlt z.B. der 400-m-Lauf im Einzel - zweifellos eine leichtathletische "Königsdisziplin". Wer mag da am Schnitt gedreht haben? Womöglich der böse Nazi Hitler?!?
*******Die ersten inoffiziellen Fechtweltmeisterschaften fanden bereits 1930 statt; sie standen allerdings nur berufsmäßigen Fechtmeistern offen. Mangiarottis Vater war schon zu alt, also gewann Nedo Nadi (wer sonst :-), der erst 36 Lenze zählte.
********Carola (geb. 1952) ist zwar hübsch, aber fechten kann sie nicht für eine Fechterin zu klein geraten. Sie nimmt zweimal an Olympischen Spielen teil (1976 und 1980), gewinnt dabei jedoch weder im Einzel noch mit der Frauschaft irgendwelche Medaillen (obwohl die in Moskau von den USA und ihren NATO-Vasallen - außer Großbritannien und Italien - boykottiert werden). Das höchste der Gefühle ist eine Bronze-Medaille im Florett-Fechten bei den Mittelmeerspielen 1975 in Algier.
Italiens Fechterinnen sind damals keine Weltspitze. Das ändert sich erst in der nächsten Generation mit Dorina Vaccaroni, Giovanna Trillini und Laura Badea sowie vor allem in der übernächsten Generation mit Valentina Vezzali, Margherita Granbassi und Elisa di Francisca, die wiederholt Weltmeisterinnen im Einzel und mit der Nationalfrauschaft werden - die im neuen Jahrtausend mit 10 Weltmeistertiteln im Florett-Fechten sogar erfolgreicher ist als die Nationalmannschaft, die "nur" 8x den Titel holt. (Die Erfolge von Arianna Errigo und Alice Volpi erlebt Edoardo Mangiarotti nicht mehr mit, ebenso wenig, daß Valentina Vezzali seinen WM-Medaillen-Rekord einstellt und seinen WM-Goldmedaillen-Rekord sogar übertrifft.)

(Das Foto ist gestellt - kein Profi wäre so leichtsinnig, ohne
Gesichts- und Halsschutz zu fechten - nichtmal zum Spaß.)
Carola führt später - zusammen mit ihrer Mutter - die Fechtschule ihres 1970 verstorbenen Großvaters fort.
*********Die so genannten "Mittelmeerspiele" (an denen auch Athleten aus Ländern teilnehmen dürfen, die gar nicht am Mittelmeer liegen, nicht aber solche aus Israel, jedenfalls bevor nicht die bösen Zionisten den "Palästinenserstaat" anerkennen, der sich zum Ziel gesetzt hat, sie auszurotten) wurden 1948 von einem ägyptischen IOC-Funktionär ausgeheckt angedacht und fanden erstmals 1949 in der Türkei statt. 1952 beschloß das IOC jedoch aus unerfindlichen Gründen, jene ersten MM-Spiele nicht offiziell als solche anzuerkennen; seitdem gelten die 1951 in Alexandria abgehaltenen als die ersten.
Ursprünglich Männern vorbehalten, dürfen seit 1967 auch Frauen teilnehmen - wovon sie jedoch vor dem 21. Jahrhundert kaum Gebrauch machten. (Bis dahin bewegte sich die Zahl der Teilnehmerinnen im zwei-bis dreistelligen Bereich, während die der Männer fast immer - mit zwei Ausnahmen - vierstellig war. Der o.g. Gewinn der Bronze-Medaille im Fechten für Carola Mangiarotti erklärt sich auch daraus.)
Welchen Sinn jene Veranstaltung hat[te]? Das weiß der [Pleite-]Geier
(Griechenland verzichtete anno 2013 auf die Ausrichtung, da es de facto bankrott war) ist schwer zu sagen. Als Vorbereitung auf die Olympischen Spiele war sie überflüssig, denn es gab ja - jedenfalls bis 1975 - die "Vorolympischen Spiele" (über die Dikigoros
an anderer Stelle
schreibt). Vielleicht zur Nachbereitung? Seit 1993 wird sie nicht mehr ein Jahr vor, sondern ein Jahr nach den IOC-Spielen ausgetragen.
Wie dem auch sei, die erfolgreichsten - gemessen an der Zahl der Medaillen - Teilnehmer[innen] Teilnehmenden Teilnehmend:innen kommen aus Italien.
**********Wer den Link angeklickt hat weiß indes, daß dieser Vergleich unfair ist: Mangiarotti konnte fünfmal an Olympischen Spielen teilnehmen, Nurmi dagegen nur dreimal - 1920, 1924 und 1928 -, da er vor denen von 1932 vom IOC unter skandalösen Umständen lebenslänglich gesperrt wurde.
***********Der "Olympische Orden [Olympic Order]" wird seit 1975 verliehen. Die 2. Klasse Silber-Stufe erhalten in der Regel nur IOC- und NOK-Bonzen, die 1. Klasse Gold-Stufe nur die allerübelsten Politverbrecher und Staatsoberhäupter. (Den weniger üblen wurde er 2022 entzogen.) Der einzige, der das Rückgrat hatte, jene zweifelhafte Auszeichnung zurück zu weisen, war anno 1988 der Bergsteiger Reinhold Messner - der seitdem sehr in Dikigoros' Achtung gestiegen ist. (Seine Frau war schon immer ein Messner-fan :-) Einigen wurde sie jedoch auch posthum zugesprochen, so daß sie sich gegen die Verleihung nicht mehr wehren konnten. Die Bronze-Stufe des Ordens wurde 1985 abgeschafft; seitdem gibt es ihn nur noch in Gold - für die Oberen 10.000 - und in Silber - fürs Fußvolk.

************Die europaweiten Eherechtsreformen der 1970er Jahre haben auch die italienischen Familien zerrüttet. Die Zahl der Eheschließungen sinkt, während die der Ehescheidungen rapide steigt. Die Geburtenrate geht dramatisch zurück - Italien hat eine der niedrigsten in Europa (neben den einst ebenso katholischen Ländern Spanien und Irland). Dafür kommen massenhaft "Flüchtlinge" (Asylbewerber, Migranten) aus Afrika - ihre Haupteinfallstore sind die spanische Afrika-Enklave Ceuta und vor allem die italienische Insel Lampedusa. (Dikigoros schreibt darüber
an anderer Stelle
mehr.) Das macht sich auch im Sport bemerkbar: Die einst rein ["bio-"]italienischen Mannschaften in der Nationalsportart Fußball entwickeln sich - ähnlich wie in anderen Fußball-"Nationen" (EnglandAnglistan, FrankreichSechseckien, DeutschlandBRDigen) - immer mehr zu Ansammlungen nicht-autochthoner Spieler. (Dikigoros schreibt auch darüber
an anderer Stelle
mehr und beschränkt sich hier auf einige Bilder.)

v.l.n.r.: Un italiano vero [ein wahrer Italiener] - Zehn kleine Negerlein Elf große Afrikaner Afrikanernde in Paris - Drei Spieler Spielende der U17-Auswahl des DFB
Der Fechtsport bleibt vorerst von dieser Entwicklung verschont frei - er verliert allerdings auch massiv an Publizität im staatlichen Rundfunk und Fernsehen.
*************Mittlerweile ist diese monstruöse Sammlung auf 147 "famose" Italiener (inc. Süd-Tiroler[innen], vor allem aus den Wintersportarten) angewachsen. Bemerkenswert ist, daß dort ebenso viele Fechter wie Fußballer auftauchen, übertroffen nur von Radfahrern (!) und Leichtathleten. (Allerdings hat man für Schwimmer und Wasserballer getrennte Kategorien eingerichtet, obwohl es da durchaus Überschneidungen gibt - Dikigoros schreibt über einen berühmten Fall
an anderer Stelle
-, sonst lägen auch die vor den Fechtern.)
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