Edoardo Mangiarotti

(07.04.1919 - 25.05.2012)

[Edoardo Mangiarotti - 'IL RE DI SPADE']

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1919
07. April: Edoardo Mangiarotti wird als zweitältester Sohn der Eheleute Giuseppe Mangiarotti und Rosetta, geb. Pirola, im 100-Seelen-Dorf Renate (brianzolisch: Renàa, 1928 eingemeindet nach Veduggio) geboren.


Sein Vater, ein namhafter Fechtlehrer - 17-facher italienischer Meister und Teilnehmer an den Olympischen Spielen von London 1908* -, betreibt seit zehn Jahren in der lombardischen Metropole Milano (Mailand) eine eigene Fechtschule, in der er auch seine Tochter und seine drei Söhne von klein auf zu Fechter[inne]n ausbildet. Ebenfalls seit zehn Jahren gibt es die "Federazione Schermistica Italiana [Italienische Fechtvereinigung]" (FSI), die 1913 zu den Gründungsmitgliedern der "Fédération Internationale d'Escrime" (FIE) - dem Weltfechtverband - zählt.
Fechten ist eine hoch angesehene und vor allem in der "besseren Gesellschaft" äußerst beliebte Sportart (anders als z.B. Boxen oder Balltreten - das ist für Proleten -; dennoch hat Giuseppe eine Frau geheiratet, die von Beruf Boxhandschuh-Näherin - aber auch Amateur-Fechterin - ist :-). Es ist auch eine der wenigen Sportarten, die schon bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit anno 1896 auf dem Programm standen und sich dort bis heute gehalten haben. Als "Königsdisziplin" gilt das Degen-Fechten. Florett ist etwas für Frauen und Jugendliche, Säbel etwas für altmodische Armeen und seit dem Ersten Weltkrieg, da sich Reiter-Attacken mit gezogenem Säbel gegen Maschinengewehre nicht sonderlich bewährt haben, "out" (außer bei einigen unverbesserlichen schlagenden Studentenverbindungen :-).

1923
Die FSI ändert ihren Namen aus unerfindlichen Gründen in "Confederazione Italiana di Scherma" (CIS).

1929
In Napoli (Neapel) finden die ersten Europameisterschaften im Florett-Fechten statt.**

1931
Edoardo wird italienischer Jugendmeister im Florett-Fechten.
Seine Mutter Rosetta gewinnt bei den "Olimpiadi della Grazia"*** in Firenze (Florenz) die Goldmedaille im Florett-Fechten.

1932
Für die Teilnahme an den Olympischen Spielen von Los Angeles sind sowohl Edoardo als auch sein älterer Bruder Dario noch zu jung.

1933
Edoardo gewinnt sein erstes Degen-Turnier, die "Assoluti di spada" in Tripoli.****
Die CIS ändert ihren Namen erneut - diesmal in "Federazione Italiana Scherma" (FIS), was nicht nur überflüssig, sondern auch grammatisch falsch ist.


1935
Edoardos Bruder Dario wird italienischer Meister im Degen-Fechten.

1936
August: Bei den Olympischen Spielen in Berlin gewinnt Mangiarotti mit der italienischen National-Mannschaft als jüngster Teilnehmer die Goldmedaille im Degen-Fechten.*****


1937
Bei den ersten offiziellen Fechtweltmeisterschaften in Paris gewinnt Mangiarotti ebenfalls mit der italienischen National-Mannschaft Gold.

1940
Juni: Italien tritt in den Zweiten Weltkrieg ein. Mangiarotti wird Ausbilder im 7. Infanterie-Regiment in Milano (zuletzt im Range eines Leutnants d.R.)


Die Olympischen Spiele in Tōkyō fallen aus.

1947
Mangiarotti wird erstmals als Erwachsener italienischer Meister im Degen-Fechten.
Bei der Universiade in Paris gewinnt Mangiarotti im Einzel Gold im Florett-Fechten sowie 2x Gold (Florett und Degen) mit der italienischen National-Mannschaft.
Ihn als "Studenten" zu bezeichnen ist ein Witz (der in Italien jedoch Tradition hat - man kann sich ja jederzeit an einer Universität einschreiben :-). Er ist von Beruf Immobilien-Makler und im Nebenberuf Journalist - er schreibt als Gast-Autor eine Fecht-Kolumne für die Gazzetta dello Sport (bis 1972).


1948
August: Bei den Olympischen Spielen in London gewinnt Mangiarotti die Bronze-Medaille im Degen-Fechten und mit der italienischen National-Mannschaft jeweils die Silber-Medaille im Degen- und Florett-Fechten.

1949-1958
Mangiarotti wird im Degen-Fechten 10x in Folge Weltmeister - 3x im Einzel (1949, 1951, 1954) und 7x mit der italienischen National-Mannschaft (die sich nur 1951 Frankreich geschlagen geben muß) - sowie 7x Vizeweltmeister.
Im Florett-Fechten wird er 3x Weltmeister mit der Nationalmannschaft und 1x Vizeweltmeister im Einzel.

1950
Mangiarotti wird zum 2. Mal italienischer Meister im Degen-Fechten.
Mangiarotti heiratet Camilla ("Mimì"), geb. Castiglioni. (Aus der Ehe - die hält, bis sein Tod sie scheidet - geht eine Tochter hervor, die ebenfalls Fechterin wird.******)


1951
Mangiarotti wird erstmals als Erwachsener italienischer Meister im Florett-Fechten.
Oktober: Bei den ersten offiziellen Mittelmeerspielen******* in Alexandria gewinnt Mangiarotti im Florett-Fechten Bronze im Einzel sowie im Florett- und Degen-Fechten Silber mit der italienischen National-Mannschaft.


1952
Juli: Bei den Olympischen Spielen in Helsinki gewinnt Mangiarotti die Gold-Medaille im Degenfechten (sein Bruder Dario gewinnt Silber) und die Silber-Medaille im Florett-Fechten.


1954
Mangiarotti wird zum 2. Mal italienischer Meister im Florett-Fechten.
Bei den Weltmeisterschaften in Luxemburg gewinnt er im Degen-Fechten Gold im Einzel und mit der Mannschaft; im Florett-Fechten gewinnt er Silber im Einzel und Gold mit der Mannschaft.

1955
Mangiarotti wird zum 3. und letzten Mal italienischer Meister im Degen-Fechten.
August: Bei den Mittelmeerspielen in Barcelona gewinnt er im Florett-Fechten Silber im Einzel sowie im Degen- und Florett-Fechten Silber mit der Mannschaft.


1956
November/Dezember: Bei den Olympischen Spielen in Melbourne gewinnt Mangiarotti die Bronze-Medaille im Degenfechten; mit der italienischen National-Mannschaft gewinnt er im Degen- und im Florett-Fechten die Goldmedaille.


1957
Mangiarotti wird zum 3. und letzten Mal italienischer Meister im Florett-Fechten.
Auf den ersten Blick mag es merkwürdig anmuten, daß Mangiarotti öfter die Weltmeisterschaft gewann als die italienische. Aber bei letzterer gab es keine Mannschaftswertung, und im Einzel wurde Mangiarotti auch bei der WM "nur" 3x Sieger. Außerdem nahm er nicht an allen italienischen Meisterschaften teil.

1960
Bei den Olympischen Spielen in Rom gewinnt Mangiarotti mit der italienischen Nationalmannschaft die Gold-Medaille im Degen-Fechten und die Silber-Medaille im Florett-Fechten.


Danach beendet er seine Wettkampf-Karriere - als Athlet mit den meisten olympischen Medaillen [13] und Goldmedaillen [6] (vor dem Finnen Paavo Nurmi).********
Außerdem hat er insgesamt 26 WM-Medaillen gewonnen, davon 13 goldene.


1963/1964/68/72
Bei den Mittelmeerspielen in Napoli sowie bei den Olympischen Spielen in Tōkyō, Mexiko und München ist Mangiarotti Sonderkorrespondent der Gazetta dello Sport.


1966
Mangiarotti veröffentlicht - zusammen mit Aldo Cerchiari - "La vera scherma [Das wahre Fechten]".


1970
Mangiarotti wird zum Stabsoffizier des Verdienstordens der Republik Italien ernannt.

1980-1984
Mangiarotti ist Generalsekretär der FIS.

1981
Das IOC entblödet sich nicht beehrt sich, Mangiarotti den Olympischen Orden 3. Klasse in Bronze rückwirkend für das Jahr 1977 zu verleihen.*********


1984
Mangiarotti wird zum Ratsmitglied ehrenhalber der FIS degradiert ernannt. Die FIE schließt sich dem an.

1998
Mangiarotti wird zum Ritter vom Großkreuz des VOdRI ernannt.


2002
Mangiarotti wird der Olympische Orden des IOC 2. Klasse in Silber verliehen.


2010
Mangiarotti und seine Frau feiern Diamantene Hochzeit - im einst so katholischen Italien inzwischen eine Rarität.**********

2012
25. Mai: Edoardo Mangiarotti stirbt in Milano. Er wird auf dem Cimitero Monumentale (anderswo würde man "Heldenfriedhof" sagen) in der Hauptkirche Famedio beigesetzt


2017
November: Mangiarottis Witwe Camilla stirbt in Milano.


*Für Fechter galten die Amateur-Bestimmungen des IOC von je her nicht; daher durften auch Fechtlehrer teilnehmen, während z.B. Skilehrer als "Profis" ausgeschlossen waren.
(Hält das jemand für widersinnig? Das ist noch gar nichts! So durften z.B. Kavallerieoffiziere als Amateure an den Reitwettbewerben teilnehmen, nicht aber Unteroffiziere - die galten als Profis.
Hätte man einen Verantwortlichen nach dem Grund gefragt, dann hätte er vermutlich geantwortet: "Unteroffiziere gehen zur Kavallerie, um dort als Reiter Geld zu verdienen. Dagegen legen Offiziere in der Regel noch etwas drauf und bringen ihr eigenes Pferd mit." Beides stimmt zwar, aber... Dikigoros schreibt darüber an anderer Stelle mehr, für alle, die den Namen Gehnäll Persson noch nie gehört - oder schon wieder vergessen - haben.)

**So hieß diese von der Fédération Internationale d'Escrime organisierte Veranstaltung damals offiziell, obwohl auch der US-amerikanische Fechtverband dem FIE angehörte und seine Mitglieder teilnehmen konnten. Der Wettbewerb, der 1921-1936 in wechselnden Städten Europas - zumeist in Frankreich oder Belgien, aber auch wiederholt in Ungarn und Italien - ausgetragen wurde, war anfangs ein reines Degen-, später auch Säbel-Turnier. Ein Florett-Wettbewerb wurde erst 1929 eingeführt - zunächst nur für Frauen. 1936 beschloß die FIE, das Turnier ab 1937 in "Weltmeisterschaft" umzubenennen - die rückwirkende Anerkennung der Turniersieger als "Weltmeister" war jedoch außerhalb Europas nicht allgemein durchzusetzen. Als 1981 die Confédération européenne d'escrime eine neue "Europameisterschaft" aus der Taufe hob, wurden die Turniere 1921-1936 rückwirkend in "Internationale Meisterschaften" umbenannt.

***Die "Olimpiadi della Grazia" waren eine Art Olympische Konkurrenz-Spiele für Frauen in Disziplinen, an denen sie bei den Olympischen Spielen des IOC noch nicht teilnehmen durften. Die Veranstaltung - und der große Zuspruch beim Publikum - trug wesentlich dazu bei, daß bei Olympischen Spielen bald mehr Disziplinen für Frauen eingeführt wurden.


Pfui - die entbieten ja den olympischen Gruß! Sicher alles böse Facistinnen oder Nazis!

Allerdings regierte damals der böse fascistische Diktator Benito Mussolini; und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, muß das tunlichst totgeschwiegen werden. Statt dessen wird nun behautpet, eine gewisse Alice Milliat habe das bereits anno 1921 mit ihren glorreichen "Frauen-Weltspielen" erreicht. In Wahrheit nahm an jenem großkotzig so betitelten Sportfest gerade mal eine zwei(!)stellige Anzahl von Feministinnen und "Frauenrechtlerinnen" teil; und die erzielten Leistungen waren selbst nach damaligen Maßstäben kaum ernst zu nehmen, so daß das IOC auf die Forderung von Mme Milliat, endlich mehr Frauen an den Olympischen Spielen teilnehmen zu lassen, bloß mit einem müden Ar...runzeln reagierte. Sie gründete daraufhin einen eigenen Verband, den "Internationalen Frauensportbund [FSFI]", den aber ebenfalls niemand ernst nahm und der ihre Gründerin nicht überlebte. So war jene Dame denn auch lange Zeit vergessen; erst als anno 2024 bei den Transolympischen Spielen in gay Paris dortselbst ein Denkmal auf sie enthüllt wurde, rückte sie in den Mittelpunkt des DesInteresses.

****Italien hatte Tripolitanien 1911/12 im Krieg gegen das Osmanische Reich erobert, während des Ersten Weltkriegs aber weitgehend wieder verloren. Seit Anfang der 1920er Jahre begann es mit der Rückeroberung; die Veranstaltung in Tripoli statt finden zu lassen, war also (auch) ein politischer Akt. Ein Jahr später wurde es mit der Cyrenaica und Fezzan zur Kolonie "Libia" vereinigt.

*****Mangiarotti bezeichnet die Olympischen Spiele in Berlin später als sein schönstes Sporterlebnis. Dennoch gibt er sich für die Lüge her, daß der böse deutsche Diktator Adolf Hitler den armen US-Neger Jesse Owens ob dessen Medaillengewinne gehaßt und als "Schwein" bezeichnet habe. (Dikigoros schreibt darüber an anderer Stelle mehr.)
Mangiarotti dient sich dafür sogar als Augen- und Ohrenzeuge an - obwohl jeder weiß (oder wissen müßte :-), daß die Fechtwettbewerbe gar nicht im Olympia-Stadion statt fanden, wo die Leichtathleten herum liefen und sprangen, sondern in einer Halle - die Hitler nie aufsuchte. Vielleicht war Mangiarotti neidisch, daß Hitler ihm und seiner Mannschaft - anders als anfangs den Leichtathleten - nicht gratuliert hatte? Oder genügt es zur Erklärung, daß er halt ein Landsmann des Lügenmännchens Pinocchio war?!?

[Pinocchio]

Übrigens fehlt das Fechtturnier in dem berühmten Olympia-Film von Leni Riefenstahl. Warum? Dikigoros weiß es nicht. Ihm ist nur aufgefallen, daß die Disziplin "Fechten" auch aus dem Abschnitt über den Modernen Fünfkampf entfernt wurde. Dagegen wird dem Reitsport breitester Raum gewidmet - nicht nur im Rahmen des letzteren, sondern selbst in einem so abartigen Spiel wie Polo. Dafür fehlt z.B. der 400-m-Lauf im Einzel - zweifellos eine leichtathletische "Königsdisziplin". Wer mag da am Schnitt gedreht haben? Womöglich der böse Nazi Hitler?!?

******Carola (geb. 1952) ist zwar hübsch, aber fechten kann sie nicht für eine Fechterin zu klein geraten. Sie nimmt zweimal an Olympischen Spielen teil (1976 und 1980), gewinnt dabei jedoch weder im Einzel noch mit der Frauschaft irgendwelche Medaillen (obwohl die in Moskau von den USA und ihren NATO-Vasallen - außer Großbritannien und Italien - boykottiert werden). Das höchste der Gefühle ist eine Bronze-Medaille im Florett-Fechten bei den Mittelmeerspielen 1975 in Algier.
Italiens Fechterinnen sind damals keine Weltspitze. Das ändert sich erst in der nächsten Generation mit Dorina Vaccaroni, Giovanna Trillini und Laura Badea sowie vor allem in der übernächsten Generation mit Valentina Vezzali, Margherita Granbassi und Elisa di Francisca, die wiederholt Weltmeisterinnen im Einzel und mit der Nationalfrauschaft werden - die im neuen Jahrtausend mit 10 Weltmeistertiteln im Florett-Fechten sogar erfolgreicher ist als die Nationalmannschaft, die "nur" 8x den Titel holt. (Die Erfolge von Arianna Errigo und Alice Volpi erlebt Edoardo Mangiarotti nicht mehr mit, ebenso wenig, daß Valentina Vezzali seinen WM-Medaillen-Rekord einstellt und seinen WM-Goldmedaillen-Rekord sogar übertrifft.)


(Das Foto ist gestellt - kein Profi wäre so leichtsinnig, ohne
Gesichts- und Halsschutz zu fechten - nichtmal zum Spaß.)

Carola führt später - zusammen mit ihrer Mutter - die Fechtschule ihres 1970 verstorbenen Großvaters fort.

*******Die so genannten "Mittelmeerspiele" (an denen auch Athleten aus Ländern teilnehmen dürfen, die gar nicht am Mittelmeer liegen, nicht aber solche aus Israel, jedenfalls bevor nicht die bösen Zionisten den "Palästinenserstaat" anerkennen, der sich zum Ziel gesetzt hat, sie auszurotten) wurden 1948 von einem ägyptischen IOC-Funktionär ausgeheckt angedacht und fanden erstmals 1949 in der Türkei statt. 1952 beschloß das IOC jedoch aus unerfindlichen Gründen, jene ersten MM-Spiele nicht offiziell als solche anzuerkennen; seitdem gelten die 1951 in Alexandria abgehaltenen als die ersten.
Ursprünglich Männern vorbehalten, dürfen seit 1967 auch Frauen teilnehmen - wovon sie jedoch vor dem 21. Jahrhundert kaum Gebrauch machten. (Bis dahin bewegte sich die Zahl der Teilnehmerinnen im zwei-bis dreistelligen Bereich, während die der Männer fast immer - mit zwei Ausnahmen - vierstellig war. Der o.g. Gewinn der Bronze-Medaille im Fechten für Carola Mangiarotti erklärt sich auch daraus.)
Welchen Sinn jene Veranstaltung hat[te]? Das weiß der [Pleite-]Geier (
Griechenland verzichtete anno 2013 auf die Ausrichtung, da es de facto bankrott war) ist schwer zu sagen. Als Vorbereitung auf die Olympischen Spiele war sie überflüssig, denn es gab ja - jedenfalls bis 1975 - die "Vorolympischen Spiele" (über die Dikigoros an anderer Stelle schreibt). Vielleicht zur Nachbereitung? Seit 1993 wird sie nicht mehr ein Jahr vor, sondern ein Jahr nach den IOC-Spielen ausgetragen.
Wie dem auch sei, die erfolgreichsten - gemessen an der Zahl der Medaillen - Teilnehmer[innen] Teilnehmenden Teilnehmend:innen kommen aus Italien.

********Wer den Link angeklickt hat weiß indes, daß dieser Vergleich unfair ist: Mangiarotti konnte fünfmal an Olympischen Spielen teilnehmen, Nurmi dagegen nur dreimal - 1920, 1924 und 1928 -, da er vor denen von 1932 vom IOC unter skandalösen Umständen lebenslänglich gesperrt wurde.

*********Der "Olympische Orden [Olympic Order]" wird seit 1975 verliehen. Die 2. Klasse Silber-Stufe erhalten in der Regel nur IOC- und NOK-Bonzen, die 1. Klasse Gold-Stufe nur die allerübelsten Politverbrecher und Staatsoberhäupter. (Den weniger üblen wurde er 2022 entzogen.) Der einzige, der das Rückgrat hatte, jene zweifelhafte Auszeichnung zurück zu weisen, war anno 1988 der Bergsteiger Reinhold Messner - der seitdem sehr in Dikigoros' Achtung gestiegen ist. (Seine Frau war schon immer ein Messner-fan :-) Einigen wurde sie jedoch auch posthum zugesprochen, so daß sie sich gegen die Verleihung nicht mehr wehren konnten. Die Bronze-Stufe des Ordens wurde 1985 abgeschafft; seitdem gibt es ihn nur noch in Gold - für die Oberen 10.000 - und in Silber - fürs Fußvolk.

**********Die europaweiten Eherechtsreformen der 1970er Jahre haben auch die italienischen Familien zerrüttet. Die Zahl der Eheschließungen sinkt, während die der Ehescheidungen rapide steigt. Die Geburtenrate geht dramatisch zurück - Italien hat eine der niedrigsten in Europa (neben den einst ebenso katholischen Ländern Spanien und Irland). Dafür kommen massenhaft "Flüchtlinge" (Asylbewerber, Migranten) aus Afrika - ihre Haupteinfallstore sind die spanische Afrika-Enklave Ceuta und vor allem die italienische Insel Lampedusa. (Dikigoros schreibt darüber an anderer Stelle mehr.) Das macht sich auch im Sport bemerkbar: Die einst rein ["bio-"]italienischen Mannschaften in der Nationalsportart Fußball entwickeln sich - ähnlich wie in anderen Fußball-"Nationen" (EnglandAnglistan, FrankreichSechseckien, DeutschlandBRDigen) - immer mehr zu Ansammlungen nicht-autochthoner Spieler. (Dikigoros schreibt auch darüber an anderer Stelle mehr und beschränkt sich hier auf einige Bilder.)


v.l.n.r.: Un italiano vero [ein wahrer Italiener] - Zehn kleine Negerlein Elf große Afrikaner Afrikanernde in Paris - Drei Spieler Spielende der U17-Auswahl des DFB

Der Fechtsport bleibt vorerst von dieser Entwicklung verschont frei - er verliert allerdings auch massiv an Publizität im staatlichen Rundfunk und Fernsehen.


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