CURD  JÜRGENS

[13.12.1915 - 18.6.1982]

[Curd Jürgens]
[Signatur]

Tabellarischer Lebenslauf

Text: Deutsches Filminstitut
Bilder & Anmerkungen:
Nikolas Dikigoros

1915
13. Dezember: Geburt von Curd Gustav Andreas Gottlieb Franz Jürgen Jürgens als Sohn von Kurt Jürgens und Marie-Albertine Jürgens, geb. Noir, in Solln bei München. Zwillingsschwestern Jeannette und Marguerite. (Anm. Dikigoros: Anders als "Udo Jürgens" hieß er tatsächlich so.)

1932
Erster Theaterauftritt auf der Laienbühne eines Berliner Gymnasiums in dem Stück „Zwölftausend“ in der Rolle des Intriganten und Bösewichts. (Anm. Dikigoros: Die Herder-Schule war ein so genanntes "Real-Gymnasium", auf dem man - statt Lateinisch und Alt-Griechisch, wie auf dem "humanistischen Gymnasium" - Lateinisch und Französisch lernte; sehr sinnig für jemanden, dessen Muttersprache Französisch war :-)

1932/33
Internatsaufenthalt in London bei einer befreundeten Familie. (Anm. Dikigoros: und längerer Krankenhausaufenthalt ebenda.)


(Einige Biografen meinen, daß bei einem schweren Motorrad-Unfall seine edelsten Teile beschädigt wurden und erklären so, daß seine fünf Ehen allesamt kinderlos blieben. Dikigoros kann es nicht nachprüfen, will es aber auch nicht totschweigen; er läßt es einfach mal dahin stehen.)

1935
Filmdebüt an der Seite von Willi Forst in KÖNIGSWALZER. (Anm. Dikigoros: Jürgens spielt den jungen Kaiser Franz-Joseph. Man beachte, daß ihn die UfA auf der Autogrammkarte als "Kurt Jürgens" führt!)


1936
Erste Theater-Engagements am Dresdner Central-Theater und am Berliner Metropol-Theater in „Ball der Nationen“.

1937
15. Juni: Heirat mit der Schauspielerin Lulu Basler.

1938
Engagement am Deutschen Volkstheater, Wien.

1941
Engagement am Wiener Burgtheater in „Romeo und Julia“.

1942
Anm. Dikigoros: Jürgens spielt den Kaiser Joseph II in der Mozart-Biografie "Wen die Götter lieben". Gibt es einen vernünftigen Grund, jenen Film zu verschweigen?

1943/44
Erste Film-Hauptrolle in EINE KLEINE SOMMERMELODIE.


(Anm. Dikigoros: Der Film wird 1945 von den alliierten Besatzern Befreiern verboten und später von ihren brdischen Erfüllungsgehilfen bei der berüchtigten "Murnau-Stiftung"* unter Verschluß gehalten - bis heute und vermutlich noch so lange, wie das Regime Bestand haben wird.)

1944/45
Die letzte Filmarbeit mit Willi Forst WIENER MÄDELN wird erst nach Kriegsende fertiggestellt und am 19. August 1949 in Berlin uraufgeführt.
Während der Dreharbeiten wird Jürgens Ende 1944 zum „Schanzendienst” verpflichtet.

1945
Gründung des Tournee-Theaters „Münchner Gastspielbühne Curd Jürgens“, das er bereits ein Jahr später wieder auflöst.

1946
Intendanz des Stadttheaters Straubing bis zum 30. September 1946.

1947
Jürgens wird österreichischer Staatsbürger.
(Anm. Dikigoros: Darüber sollte man nicht so einfach hinweg gehen. Die alliierten Besatzer übten auf Personen, die sich bei Kriegsende in der Ostmark aufhielten, massiven Druck aus, die "österreichische" Staatsbürgerschaft anzunehmen und dadurch ihre gut-demokratische Gesinnung unter Beweis zu stellen. Andernfalls drohte denen, die durch eine Berufsausübung - z.B. als Schauspieler - auf deutschem Boden in den Jahren 1933-45 "belastet" waren, ein Jahre langes - oder sogar lebenslängliches - Berufsverbot. Jürgens durfte sofort nach der "richtigen" Option wieder beginnen, Filme zu drehen - selbstverständlich nur solche mit anti-deutschem Inhalt.)
8. Oktober: Scheidung von Lulu Basler.
16. Oktober: Heirat mit der Schauspielerin Judith Holzmeister.
(Anm. Dikigoros: Die Scheidung von einer "Nazi-Deutschen" zwecks Heirat mit einer "inneren Widerstandskämpferin" - die dazu auch noch einen politisch-korrekten Vornamen trug - war damals besonders gerne gesehen. Die Ehe hielt denn auch exakt bis zum Abzug der alliierten Besatzer Befreier aufgrund des im Juni 1955 ratifizierten "Staatsvertrags" - ein Schelm, wer Böses dabei denkt!** :-)


(Dikigoros bildet die darauf geprägte Medaille ganz bewußt ab. Sie hat zwar auf den ersten Blick nichts mit Jürgens zu tun, aber sie ist ein Stück Zeitgeschichte, weil sie das verräterische Wort "FREIHEIT" enthält, das ausdrückt, was die Menschen in der Ostmark "Republik Österreich" wirklich von den nach zehn Jahren endlich abziehenden "Befreiern" hielten. Er darf das schreiben, denn seine Mutter war Ostmärkerin; und was immer heute in den geschichtsklitternden gut-demokratischen Geschichts- und Märchenbüchern der BRDDR und der RÖ anderes steht, um die Nachgeborenen zu verdummen, ist erstunken und erlogen.)

1948
23. Januar: Uraufführung seines ersten Nachkriegsfilms HIN UND HER.



(Anm. Dikigoros: "seines..." ist etwas übertrieben. Er rutscht gerade noch als 6. und letztgenannter auf die Besetzungsliste. Tatsächlich ist es ein Film von und mit Theo Lingen, der nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch Drehbuchautor, Regisseur und Produzent ist - im Auftrag der jüdischen Star Film Inc.)

1949
22. Januar: Premiere des Stücks „Die Glasmenagerie“ von Tennessee Williams am Akademie-Theater, Wien.
Beginn der Zusammenarbeit mit Berthold Viertel,*** darunter auch seine Paraderolle als Stanley Kowalski in „Endstation Sehnsucht“.

1951
Mit PRÄMIEN AUF DEN TOD dreht Curd Jürgens die erste von insgesamt vier eigenen Regiearbeiten. (Anm. Dikigoros: Seine Frau spielt die weibliche Hauptrolle.)


1955
Jürgens erhält den Coppa Volpi der Filmfestspiele in Venedig für die beste schauspielerische Leistung in DES TEUFELS GENERAL und LES HÉROS SONT FATIGUÉS.
(Anm. Dikigoros: Die Titelrolle in der Verfilmung des teuflisch verlogenen Theaterstücks von Carl Zuckmayer war heiß begehrt. Auch Hans Albers hätte sie gerne übernommen - er war jedoch schon zu alt, dto Gustav Knuth, der sie 1949 mit großem Erfolg am Zürcher Theater gespielt hatte. (Außerdem war der gerade mit Dreharbeiten zu "Sissi" und "08/15" beschäftigt, also mehr als ausgelastet.) C.J. war eigentlich zu jung; aber infolge seines unsoliden Lebensstils war er so stark gealtert, daß man ihm den Udet alias "Harras" insoweit durchaus abnahm - einschließlich der Film-Beziehung zur fast 10 Jahre älteren Camilla Spira alias "Olivia Geiss". Allerdings war er körperlich von allen Kandidaten am schlechtesten geeignet, da zwei Köpfe zu groß. (Udet war ein Pipifax.) Dennoch spielte er die - schwierige - Rolle überzeugend. (Vielleicht kam ihm zugute, daß er nicht den historischen Udet geben mußte, sondern lediglich ein ständig besoffenes Fantasieprodukt - also im Grunde genommen nur sich selber :-)


13. August: Heirat mit der Schauspielerin Eva Bartok. Die Ehe besteht nur ein Jahr.

1956
Dreharbeiten mit Brigitte Bardot für ET DIEU CRÉA LA FEMME. Sie prägt für Curd Jürgens den Ausdruck „armoire normande“ (normannischer Schrank).
(Anm. Dikigoros: Nein - den Ausdruck prägte sein Management. B.B. nannte ihn vielmehr "le trou normand [das normannische Loch]" und meinte damit, daß er soff wie ein Loch :-)


Anm. Dikigoros: Viel interessanter aus 1956 sind seine Hauptrollen in "Le triomphe de Michel Strogoff" (nach Jules Verne) und "Londra chiama Polo Nord [London ruft Nordpol]", zwei Filmen, die in alle westlichen Weltsprachen übersetzt werden und mit denen ihm der internationale Durchbruch gelingt (wenngleich sein Name vielfach noch immer falsch geschrieben wird).



1957
Internationaler Durchbruch in THE ENEMY BELOW mit Robert Mitchum.


(Anm. Dikigoros: Blödsinn. Abgesehen davon, daß ihm dieser "Durchbruch" wie gesagt schon vorher gelungen war, macht ihn die Rolle eines bösen Nazi-U-Boot-Kommandanten allenfalls in den USA ein wenig bekannt - wenngleich unter falsch[geschrieben]em Namen. Allerdings hätte die Rolle auch mit jedem beliebigen anderen Nazi-Deutschen besetzt werden können, denn daß alle deutschen U-Boote böse waren und alle alliierten Kriegsschiffe, die neutrale Handelsschiffe in Piratenmanier kaperten, weil sie ja etwas für die bösen Nazi-Deutschen an Bord haben könnten, gut - das wußten die Amis doch schon lange. Zeitgenossen Zeitgenoss:innen Zeitgenießende des 21. Jahrhunderts haben vielleicht mitbekommen - oder vielleicht auch nicht, wenn sie ihr "Wissen" lediglich aus staatlichen bzw. staatlich kontrollierten Lügen-Medien beziehen -, daß sich diese Masche 80 Jahre später wiederholen sollte: Wenn Piraten in Uniformen der estischen, brdischen und/oder sechseckischen Kriegsmarine neutrale Handelsschiffe auf hoher See überfallen, die Ladung rauben und die Besatzungen kidnappen, dann ist das gut - denn die könnten ja zur so genannten "russischen Schattenflotte" gehören und irgendetwas für den bösen Wladimir Wladimirowitsch transportieren; wenn sich jenen Piraten dagegen ein russisches Kampfflugzeug nähert, das Anstalten macht, solch löbliches Tun zu unterbinden, dann ist das ganz böse und verwerflich! Wenn in Moskau an Stelle von W.W. Nikolaj Ursowitsch säße und so schöne Unterwasserdrohnen zur Verfügung hätte wie die Poseidons, dann gäbe es einige Piratennester an den Küsten Oostlands, Mecklenburgs und Sechseckiens schon längst nicht mehr!)

[Poseidon]

1958
14. September: Am letzten Tag der Dreharbeiten zu DER SCHINDERHANNES (Anm. Dikigoros: Erneut nach Zuckmayer - angeblich seine Lieblingsrolle) Heirat mit dem Fotomodell Simone Bicheron.


1959
Curd Jürgens dreht mit Romy Schneider KATIA.
(Anm. Dikigoros: Curd Jürgens dreht auch mit Mylène Demongeot "Le vent se lève" [itl: "Il vento si alza"; dts: "Der Sturm bricht los"].
Von der Kritik verrissen und von der weiblichen Hauptdarstellerin in ihren Memoiren ziemlich herunter gemacht - sie habe sich davor geekelt, den häßlichen alten Knacker küssen zu müssen - würde es Dikigoros nicht wundern, wenn zumindest Jürgens' Landsmann Udo Proksch Gefallen an dem Streifen gefunden hätte :-)


1960
Anm. Dikigoros: Das DFI breitet den barmherzigen Mantel des Schweigens über die seinerzeit hoch gejubelten gelobten Streifen "Wernher v. Braun: Ich greife nach den Sternen" und "Schachnovelle" (nach Stefan Zweig) und tut gut daran: Zwei Schrottfilme, die auch C.J. nicht retten kann.
(Bei ersterem ist das heute völlig herrschende Meinung - wenngleich der Hauptgrund wenig überzeugend ist: W.v.B. wirke viel zu positiv - man hätte ihn doch vielmehr als bösen Nazi darstellen müssen!
Bei letzterem wird hauptsächlich das Verworrene der Handlung kritisiert - aber daran ist die Vorlage schuld. Selbst Frau Dikigoros - sonst ein großer Zweig-fan - hält jenes Spätwerk für "miserabel".)


Jürgens spielt später auch noch andere historische Persönlichkeiten, z.B. Sigmund Freud und Otto v. Bismarck - allesamt wenig überzeugend.
(Das mag auch an einer verfehlten Rollenbesetzung liegen. So hatte er nicht nur mit den beiden Vorgenannten, sondern z.B. auch mit Ernst Udet und/oder Wernher v. Braun nicht die geringste Ähnlichkeit; dagegen war er, wenn man mal das Foto oben mit Romy Schneider betrachtet, Hermann Göring fast wie aus dem Gesicht geschnitten. Hätte man ihn nicht mal den spielen lassen können?)

1966
20. September: Für seine Darstellung der Rolle des Bill Maitland in „Richter in eigener Sache“ erhält Curd Jürgens die Josef-Kainz-Medaille der Stadt Wien.
(Anm. Dikigoros: Jenes Theaterstück und jene Auszeichnung sind eigentlich kaum der Erwähnung wert, wohl aber der Fernsehfilm "Der Schwarze Freitag" - über den New Yorker Börsenkrach von 1929 -, in dem Jürgens die Hauptrolle spielt.)


1970
Anm.: Über den Fernsehfilm "Millionen nach Maß", in dem Jürgens ebenfalls die Hauptrolle spielt, schreibt Dikigoros an anderer Stelle (im Nachtrag zur letzten Fußnote).

ab 1972
Anm. Dikigoros: Jürgens übernimmt Gastrollen in einigen Folgen der populären TV-Krimi-Serien "Der Kommissar", "Derrick" und "Tatort".

1973-77
Curd Jürgens spielt den Jedermann bei den Salzburger Festspielen, insgesamt 90mal.

1975
Das Lied „60 Jahre, und kein bißchen weise“ wird veröffentlicht.
(Anm. Dikigoros: Wohl wahr - das Rauchen hat er sich offenbar immer noch nicht abgewöhnt... und das Trinken auch nicht - nach eigenem Bekunden jeden Tag eine Flasche Whisky.
"Lied" nur im mittelalterlichen Sinne, also Gedicht. Es handelt sich um "Sprechgesang", denn singen kann C.J. nicht. Auch die B-Seite - "Wenn" - ist Sprechgesang, wie schon deren Original, "If" von Telly Savalas.)


1976
Curd Jürgens wird Professor der Österreichischen Akademie der Künste. (Anm. Dikigoros: Professor h.c.)
Zur Frankfurter Buchmesse erscheint der autobiografische Roman „... und kein bißchen weise“.


1977
Anm. Dikigoros: Jürgens spielt die zweite männliche Hauptrolle - den Bösewicht Karl Stromberg - in dem James-Bond-Film "The Spy Who Loved Me [Der Spion, der mich liebte]".


1978
21. März: Heirat mit Margie Schmitz.


1980
Veröffentlichung des Romans „Der süße Duft der Rebellion“.
(Anm.: Jürgens spielt den Advokaten Legraine in seinem letzten Film "Téhéran 43" - über den Dikigoros an anderer Stelle mehr schreibt.)

1981
Curd Jürgens erhält das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film.


1982
18. Juni: Curd Jürgens stirbt in Wien und wird in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.
(Anm. Dikigoros: Die Todesursache wird meist vornehm mit "multiples Organversagen" umschrieben; dahinter verbirgt sich wohl Leberzirrhose, Raucherlunge und/oder Herzverfettung. Es gibt übrigens schönere "Ehrengräber" in Wien - aber das ist selbstverständlich Geschmackssache.)

[Curd Jürgens' Grab in Wien]

(Anm.: Dikigoros hat den Rest gestrichen, da er lediglich aus überholter Schleichwerbung des Deutschen Filminstituts bzw. des Deutschen Filmmuseums für deren Ausstellungen bestand.)


*Der offizielle Stiftungszweck jener sauberen Gesellschaft ist natürlich ein anderer. So liest man z.B. auf einer bekannten Verblödungsplattform im Internet u.a.: sie verwahre "einen bedeutenden Teil des nationalen Filmerbes", der ihr "anvertraut" worden sei, und engagiere sich über dessen "Pflege und Auswertung" hinaus dafür, daß er "der Öffentlichkeit zugänglich" gemacht werde. Einige Filme, die "zurzeit nicht vermarktet werden", verwalte sie "treuhänderisch".
Ihr meint, das sei vielleicht nur ein wenig fahrlässig formuliert und daher mißverständlich bzw. irreführend? Nein, das ist Vorsatz - nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein: Die Hauptaufgabe der M.S. besteht darin, so genannte "Vorbehaltsfilme" - d.h. alle zwischen 1933 und 1945 in Deutschland gedrehten - die ihr nicht anvertraut wurden, sondern die bei Kriegsende beschlagnahmt und widerrechtlich enteignet wurden - unter Verschluß zu halten, damit sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, sondern lediglich ab und zu zwecks anti-deutscher Hetze gut-demokratischer Propaganda-Schulung einem kleinen Kreis Auserwählter vorgeführt werden. Dem steht nicht entgegen, daß sie ins Ausland verschachert verkauft ("ausgewertet/vermarktet") werden; und so gelangen sie - dem www sei Dank - halt doch immer mal wieder an die Öffentlichkeit. (Jedenfalls an jene Teile der Öffentlichkeit, die sich z.B. russischer Webseiten bedienen, wie Dikigoros das inzwischen regelmäßig tut :-)

**Hält jemand das, was Dikigoros da andeutet - daß C.J. unter alliierter Besatzung kein Berufsverbot erhielt, weil er seine deutsche Staatsbürgerschaft und seine deutsche Frau aufgab und statt dessen eine Jüdin heiratete und RÖsi wurde - etwa für abwegig oder gar für eine "Verschwörungstheorie"? Dann will er hier mal zu besten geben, was ihm ein Bekannter dazu gesagt hat, und dann könnt Ihr selber entscheiden, wessen Theorie Ihr für weniger "abwegig" haltet:

"Aber Niko, der Fall ist doch ganz klar: Curds Mutter hieß mit Vornamen nicht Marie-Albertine, sondern Mouissia - das ist die weibliche Form von Moses, Mosche oder Moische, wie immer Du das transkribieren willst. Und ihr französischer Nachname ist die Übersetzung von Schwarz. Du weißt doch, der bekennende Deutschenhasser, der sich als Schauspieler Tony Curtis nannte, hieß richtig Bernie Schwarz, und wenn Du das mal ins Ungarische übersetzt, kommst Du auf den wahrscheinlich größten jüdischen Menschheitsverbrecher unserer Zeit. Jürgens war also Halbjude, und nach mosaïschem Recht, das allein nach matrilinearer Abstammung geht - wie Du ja selber immer schreibst - sogar Volljude. Warum wohl verschweigt die jüdische Wikipedia in allen Sprachen den Namen seiner Mutter, und warum wohl gibt das jüdische Filminstitut, dessen Text Du Dir zur Vorlage genommen hast, ihn falsch an?!?" Nein, Dikigoros hat nicht gefragt, wie C.J. dann ungeschoren, d.h. ohne Berufsverbot, durchs "Dritte Reich" kam, denn er kennt die Antwort ja selber: Die doofen Nazis waren gar keine Rassisten; ihre "Rassenkunde" war eine Pseudo-Wissenschaft. Nein, Rassenkunde ist das nicht grundsätzlich - ganz im Gegenteil; sie kann z.B. wertvolle Aufschlüsse über Nahrungsmittel, Medikamente u.a. Dinge geben, deren Aufnahme wegen der unzweifelhaft vorhandenen Unterschiede zwischen den Rassen mal positiv, mal negativ und mal überhaupt nicht wirkt - oder sie könnte es, wenn die Gebote der "politischen Korrektheit" der Anwendung dieses inzwischen vorhandenen Wissens nicht entgegen stünden. Aber damals, als die Genetik noch in den Kinderschuhen steckte, war es eine Pseudo-Wissenschaft - es gab ja noch keine zuverlässigen "Gen-Tests". Also stellten die "Nürnberger Gesetze" der Nazis - die Dikigoros in Anführungsstriche setzt, da es eigentlich nur Verordnungen waren - nicht darauf ab, ob jemand ethnischer Jude war, sondern darauf, ob er, seine Eltern und Großeltern [schein]getauft waren. Wer diese 7 Taufscheine vorweisen konnte - wie z.B. C.J., Theodor Schmitz alias "Theo Lingen", Johannes Julier alias "Hans Moser" und Josef Moučka alias "Josef Meinrad" -, war juristisch "Arier", auch wenn er reinblütiger Jude war und man ihm das im wahrsten Sinne des Wortes an der Nasenlänge - pardon, da ist Dikigoros der Titel eines der ersten Nachkriegsfilme von "Moser" in die Tastatur gerutscht - Nasenspitze ansah. Wer das nicht konnte - wie z.B. Dikigoros' Vater -, mußte tricksen; und wer dafür zu dumm war, hatte eben Pech - auch wenn er reinblütiger Arier war. Aber - nur der guten Ordnung halber: Die "normale" Wikipedia ist nicht jüdisch - dafür gibt es die spezielle JewWiki -; und das DFI verschweigt durchaus nicht, daß C.J.'s Mutter eine geborene Moussia - nicht Mouissia - Noir war; es steht halt nur nicht auf dieser Seite, sondern anderswo in seiner umfangreichen C.J.-Webpräsenz. Jede Jüdin - und jede Muslimin (es ist ein gemein-semitischer Name, d.h. er kommt in beiden Religionen vor) - hat das Recht, beim Übertritt zu einer christlichen Konfession oder in ein christliches Land einen christlichen Namen anzunehmen; und Dikigoros geht davon aus, daß sie ihren Vornamen spätestens bei der Eheschließung mit K.J. ordentlich, d.h. standesamtlich, in "Marie-Albertine" ändern ließ. Im übrigen ist anzumerken, daß weder C.J. noch seine beiden älteren Schwestern auch nur die geringste Ähnlichkeit mit ihren Eltern aufwiesen:

***Der Name erinnert Dikigoros irgendwie an Philipp Achtel, einen der Gauner aus "Die verschwundene Miniatur" von Erich Kästner - der ihm freilich nicht das Wasser reichen konnte. B.V. war nicht nur mal eben nach Dänemark gereist, um ein Bild zu klauen, sondern in die USA emigriert, pardon, vor den bösen Nazis dorthin geflohen (anno 1927! :-), wo er das Musterbeispiel eines "juif errant" abgab, d.h. er hielt es überall nur ein paar Jahre aus, wechselte von Fox über Warner zu Paramount, dann nach England und in die Schweiz. 1949 kehrte er nach Wien zurück und spielte sich als "Opfer des Nationalsozialismus" auf. Als "Wiedergutmachungsjude" erhielt er überall in Mitteleuropa Engagements, so auch am Akademie-Theater. Von seinen Filmen sind eigentlich nur zwei bemerkenswert, nämlich "The Magnificent Lie" (1931) und "Rhodes of Africa" (1936) - ein Film, der heute aus ganz anderen Gründen bekrittelt wird als damals: einst als "zu burenfreundlich", jetzt als "nicht genügend negerfreundlich" - Cecil Rhodes konnte und kann es halt niemandem recht machen.