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Die Insel Kreta

Agios Nikolaos

Diese Kleinstadt war früher ein Fischerort. Mit Fischerei hat sie heute allerdings nichts mehr zu tun. Diese Stadt zu besuchen lohnt dennoch. Es liegt wunderschön an der Mirabello-Bucht. Man hat viele Wassersport- und Bademöglichkeiten. Das Wasser wird durch eine Kläranlage gereinigt und es gibt Sandstrände in der Nähe der Innenstadt. Um den Voulismeni-See (Bild) gibt es zahlreiche Restaurants und Tavernen, hier spielt sich auch das Nachtleben ab. Von Agios Nikolaos kann man gut Ostkreta erkunden. Zur Zeit der Antike war hier die Hafenstadt Kamara, diese gehörte zum Polis Lato. Der Stadtkern unter der venezianischen Herrschaft lag auf der Halbinsel, auf der einst das Kastell Mirabello lag. Nach dem Sieg der Venezianer über die Genueser wurde die Festung erweitert und in den Kriegen gegen die Türken geschleift. Zur Türkenzeit war Agios Nikolaos ein kleines Fischernest. Ende des 19. Jh. zogen Siedler aus Kritsa und der Sfakia zu. 1905 wurde es die Hauptstadt eines der vier Bezirke Kretas.

In dieser Stadt gibt es kein historisches Ambiente wie z. B. in Iraklio. Eine Ortsbesichtung lohnt dennoch. Dafür beginnt man am besten am Voulismeni-See. Dieser war früher ein Süßwassersee und wurde durch einen Kanal mit dem Meer (1867-71) verbunden. Heute dient dieser See als Hafen für Fischerboote (Bild), welche allerdings durch die Hafenbrücke passen müssen. Der See ist 67 m tief und das Wasser schimmert dunkelgrün. Oberhalb und um den See kann man gut in Restaurants speisen.

Das Archäologische Museum liegt auf der Straße nach Iraklio. In sieben Sälen kann man Funde aus Ostkreta von der minoischen bis zur römischen Zeit bestaunen. Im Saal II ist die „Göttin von Myrtos“ (ein Spendgefäß) von 2500 v. Chr. zu sehen. Im letzten Saal ist ein römischer Totenschädel, der mit einer Münze im Mund gefunden wurde, ausgestellt. Geöffnet ist das Museum Di – So von 8.30 – 15 Uhr. Der Eintritt ist preiswert und fotografieren ist ohne Blitzlicht erlaubt.

Agios Nikolaos beherbergt auch ein Folkloremuseum, welches an die alten Zeiten erinnert. Öffnungszeiten: So – Fr von 10 – 13.30, 18 – 21.30 Uhr. Fotografieren erlaubt.

Ein Geheimtipp ist die Panaga-Kirche, welche Fresken aus dem 8. und 9. Jh. beherbergt. Diese Kirche wurde im 12. Jh. erbaut und ist angeblich die Älteste Kretas. Das Gebäude an sich geht ins 7. Jh. zurück. Falls die Kirche geschlossen sein sollte, kann man ins nahe gelegene Minos Palace Hotel gehen und sich den Schlüssel holen.

Von Juli bis September findet ein Lato-Festival statt, wo Konzerte gegeben, Theater gespielt und getanzt wird. Bitte auf die Anschläge achten!

Spinalonga & Elounda

Aus luftiger Höhe fährt man eine Küstenstraße nach Elounda herunter. Stets sieht man die Lagunenbucht mit Fort Spinalonga und der Insel Spinalonga (Bild). Die Insel ist mit durch einen Damm vom Festland begeh- und befahrbar. Ursprünglich war die Insel eine Halbinsel. Infolge der Erdbewegungen (siehe Die Insel) sank Ostkreta ab und es entstand die Insel. Die Halbinsel hatte einen geräumigen und hervorragenden Schutzhafen, der nur nördlich zugänglich war. Die Insel ist sehr schön. Man kann darauf eine Wanderung unternehmen und zwei kleine Kirchen sind darauf erbaut.

Eine Kirche befindet sich unmittelbar am Wasser rechts vom Damm. Unmittelbar neben dieser Kirche findet man einen Grundriss einer frühchristlichen Basilika (Bild), welche im Hauptschiff ein Fußbodenmosaik beherbergt. Guckt man zum Wasser sieht man dort die Grundmauern der früheren Stadt Olous im Wasser liegen.

Elounda ist ein kleiner sehr schöner Ort und hat einige Tavernen, in denen das Essen sehr lecker schmeckt und typisch griechisch ist. Vom Hafen in Elounda gehen täglich Ausflugsboote zum Fort Spinalonga. Dieses ist sehr sehenswert und wird auch Kalidon genannt. Auch von Agios Nikolaos oder Plaka kann man nach Fort Spinalonga schippern. Es ist eine kleine Felseninsel und die Venezianer erbauten dort eine riesige Festung. Die Bastion der Oberburg ist am besten erhalten. Von der Oberburg wurde der Eingang zum Schutzhafen überwacht. Die Insel war so gut ausgebaut und befestigt, dass sie nie erobert wurde. Kreta fiel 1669 an die Türken, aber erst 1715 gaben die Venezianer die Insel endgültig auf. Daraufhin siedelten sich Türken auf der Insel an. 1903 mussten die Türken das Eiland verlassen, da die griechische Regierung die Kalidon-Insel als Ghetto für Leprakranke umfunktionierte. Die Kranken lebten bis 1957 in einer Dorfgemeinschaft. Es gab eine Schule, eine Wäscherei, eine Taverne, einen Lebensmittelladen. Es gab für die Kranken Tanzabende, Filmvorführungen und Bekannte durften die Kranken auf der Insel besuchen und die Besucher mussten vorher durch einen Desinfektionsraum gehen. Die Toten auf der Insel wurden in Betonsarkophagen auf der Ostseite Spinalongas begraben. Auf der Insel kann man Führungen machen, muss man aber nicht.

Kritsa ist mit etwa 3000 Einwohnern ein Kleinstadt. Sie hat ein architektonisches Ensemble oberhalb der Küstenebene zu bieten. Unterhalb des Ortes gibt es Olivenhaine. In Kritsa werden Web- und Häkelwaren angefertigt und verkauft. Der Ort ist berühmt dafür. Oberhalb von Kritsa liegt die Kirche der Panagia i Kera. Sie aus der spätbyzantinischen Zeit und hat im Inneren byzantinische Wandmalereien.

In Lato kann man die Topografie einer antiken Polis nachvollziehen. Lato liegt 3 km nördlich von Kritsa. 1901 begannen die Franzosen diese Stätte auszugraben. Die gefundenen Bauten stammen aus dem 6. - 4. Jh. v. Chr. In vielen Kellerräumen kann man Zisternen, Mahlsteine einer Bäckerei und Steinbottiche einer Färberei entdecken. Es gibt einen Haupttempel, der noch einige Reste der Cella aufweist. In den nachchristlichen Jahrhunderten zogen die Bewohner nach Kritsa.

Gournia (Bild) gilt als das „minoische Pompeji“. Es liegt auf der Straße von Agios Nikolaos nach Sitia und ist eher schlecht ausgeschildert. Tipp: Wenige Kilometer hinter Istro gibt es eine große Zementfabrik. Gleich dahinter geht es scharf nach rechts auf einer Schotterstraße nach Gournia. Gournia ist eine minoische Kleinstadt, die nicht vollständig ausgegraben worden ist. Die Mauern der alten Gebäude sind bis zu einem Meter hoch erhalten und auch gepflasterte Straßen sind zu erkennen. Die Ausgrabungen wurden im 20. Jh. von einer Frau der Pennsylvania-Universität durchgeführt. Dies war eine kleine Sensation in der damals männerdominierenden Welt. Gournia ist aus der Jüngeren Palastzeit. Wie alle Städte der Minoer wurde es 1450 v. Chr. durch eine Naturkatastrophe (???) in Schutt und Asche gelegt. Aus der Zeit danach sind nur noch wenige minoische und mykenische Spuren zu finden. Gournia wurde um 1200 endgültig zerstört und verlassen. Es gab ein Wohnviertel, Handwerkerviertel, Magazinbereich, Palastbereich. Von einem Fachwerkbau zeugen Einlassungen und Hohlräume in den Mauern. Die Häuser waren zwei- bis dreigeschossig, hatten kleine Sprossenfenster und manche so gar einen Dachaufbau. Im Erdgeschoss waren die Ställe und Vorratsräume. Geöffnet ist die Anlage von Di – So von 8.30 bis 15 Uhr. Der Eintritt kostet zur Zeit 2 €. Fotografieren ist erlaubt, aber auf den Mauern klettern ist strengstens verboten.

 

 

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