Ierapetra
Dies ist die einzige Stadt an der Südküste, die Viertgrößte von Kreta und beherbergt ca. 10000 Einwohner. Man erreicht sie schnell von Norden. Sie ist die südlichste Stadt Europas und liegt noch unterhalb als Tunis und Tanger. Im Winter gibt es hier selten unter 10 Grad. Dies ist eine gute Voraussetzung für den Anbau von Bananen und Gemüse in Gewächshäusern, welche das Landschaftsbild bestimmen. Zudem verfügt die Gegend über reichlich Wasser aus den Bergen.
Zusammen mit Itanos war diese Stadt die mächtigste Ostkretas in der Antike. Sie hatte einen Hafen mit Schiffen, die nach Ägypten und Kyrenaika ausliefen. Unter den Venezianern und den Türken war Ierapetra eine Garnisonsstadt. Nach der Befreiung 1898 wurden die osmanischen Befestigungen niedergerissen. Es gibt ein kleines, ehemals türkisches Altstadtviertel mit Bauten aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Darum herum befinden sich Neubauten. Was Sehenswertes gibt es Ierapetra nicht. Es ist eine normale kretische Stadt, die nichts mit Tourismus zu tun hat, sondern mit Landwirtschaft ihr Geld verdient. Ansonsten beherbergt sie ein Archäologisches Museum mit zwei Kostbarkeiten: eine Statue der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter (2. Jh.) und einen Tonsarkophag aus spätminoischer Zeit. Geöffnet ist dieses Museum von Di – So von 8.30 – 15 Uhr.
An der Uferpromenade entlang, kommt man an Cafés und Tavernen vorbei und gelangt zum venezianischen Kastell am Hafen. Es ist ein wuchtiger Bau mit vier Eckbastionen und wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut.
Zudem gibt es christliche Kirche, die Afendis Christos und eine türkische Moschee, die Tzami. Die Moschee wird heute als Musiksaal genutzt.
Angeblich soll Napoleon diese kleine Stadt während seines Ägyptenfeldzuges besucht haben, um Wasser auf den Schiffen zu bunkern. Es gibt ein Napoleon-Haus, in dem Napoleon für eine Nacht zu Gast bei einem kretischen Notar gewesen sein soll.
Die Küste des Südostens und die vorgelagerten Inseln
Die Küste gliedert sich in drei Abschnitte. Im äußersten Osten (zw. Kloster Moni Kapsas und Xerakambos) herrscht eine steinerne und trockene Wildnis. Es gibt weit und breit keine Zivilisation. Xerakambos ist über die Chandras-Hochebene auf einer neuen Asphaltstraße zu erreichen. Hier gibt es Apartments und einige Tavernen und man kann hier in Ruhe Urlaub machen.
Die Makrigialos-Küste gehört zu den größeren Tourismusgebieten auf Kreta. Es gibt zahlreiche Hotels, Bars, Restaurants und Shops entlang der Küstenstraße. Sehenswürdigkeiten auf dieser Strecke sind das römische Fischbecken (zw. Ferma und Koutsonari) und das Bergdorf Pefki.
Die Insel Koufonisi ist einsam, unbewohnt und baumlos. Sie liegt ca. 10 km südöstlich von Makrigialos. In der Antike gab es dort eine Stadt, die von der Purpurindustrie lebte. Ausgrabungen ab Mitte der 70er Jahre brachten vor allem ein Theater mit 1000 Sitzplätzen hervor. Man kann dieses heut besichtigen.
Ab Mirtos (westlich von Ierapetra) wird es wieder ruhiger: es gibt kleine Dörfer in grüner Landschaft, die in Tälern liegen. In den Strandorten Arvi, Keratokambos und Tsoutsouros gibt es Olivenbäume, Bananenplantagen und Gewächshäuser. Hier kann man wunderschön Urlaub machen. Zur Zeit wird in den Orten viel gebaut. Mirtos ist der reizvollste Strandort von allen. Es liegt an einem schattenlosen, langen Kieselstrand. Im Hinterland gibt es tiefe Schluchten, hübsche Dörfer und grüne Wälder. In Mirtos vermietet fast jedes Haus Zimmer. An der Straße nach Ierapetra liegen minoische Grabungen auf Hügeln. Pirgos ist dabei das Sehenswerteste. Ca. 2 km östlich von Mirtos findet man auf dem Hügel Fournou Korifi eine frühminoische Siedlung.
Die Insel Chrisi liegt ca. 15 km südlich von Ierapetra und ist nur im Sommer bewohnt. Hier gibt es einen Wacholderwald, kristallklares Wasser und schöne Dünen. Man kann einen Tagesausflug mit Ausflugsbooten (v. Ierapetra) dorthin unternehmen. Es gibt dort Tavernen, wo man speisen kann.