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Die Insel Kreta

Sitia – Eine beschauliche Kleinstadt

In Sitia staffeln sich die weißen Häuser hübsch am Berghang unterhalb und neben der venezianischen Festung Kazarma. An einem kleinen Hafen befindet sich das Stadtzentrum. Im Hafen liegen bunt bemalte, hölzerne Fischerboote, es laufen nur selten Linienschiffe ein.

Sitia wurde 1204 erbaut. Dies geschah in den letzten Jahren der byzantinischen Herrschaft vor der Übernahme durch Kreuzfahrer. Sie wurde später von den Venezianer erweitert. Durch spätere Abtragung großer Teile der Festung wegen ungenügendem Schutz vor der neuesten Artillerietechnik, sank die Bedeutung dieser Stadt.

Erst im 19. Jahrhundert wurde die Stadt durch Zuwanderer vom Lande größer. Sitia hat heute knapp 10.000 Einwohner.

An der Uferpromenade findet man zahlreiche Cafés und Restaurants. Vom Hafen gelangt man über eine steile Treppe, die mehrere Querstraßen schneidet, zur Festung. Das dort vorhandene Straßenmuster geht noch auf die Zeit der Venezianer zurück. Das Karzama (Waffenhaus) ist nur noch zum Teil erhalten und rekonstruiert. Zu sehen ist noch, dass ein zweites Stockwerk eingezogen war.

Das Archäologische Museum beherbergt archäologische Stätten Ostkretas. Dort sind Exponate aus 80 Fundorten anzuschauen. Es fehlt allerdings eine Zusammenhänge herstellende Beschriftung. Man findet dieses Museum gegenüber dem Busbahnhof. Geöffnet ist es Di-So von 8.30 – 15 Uhr. Fotografieren ohne Blitzlicht ist erlaubt und der Eintritt ist preiswert.

Das Folklore-Museum stellt Werkzeuge aus der Landwirtschaft und Handwerk aus sowie Häkel- und Webarbeiten, Trachten, Kirchengeräte, Möbel, keramische Arbeiten und Ikonen. Von April bis Oktober ist das Museum geöffnet: Mo 9.30 – 13.30, 17 – 20 Uhr; Di – Fr 9.30 – 14.30, 17 – 21 Uhr; Sa 9.30 – 14.30 Uhr. Fotografieren ist erlaubt und der Eintritt ist ebenfalls preiswert.

Die Umgebung von Sitia

Wenn man von Sitia weiter Richtung Osten fährt, sieht man ein ausgetrocknetes, leicht hügeliges Land mit stachligen Büschen zwischen dem steinigen Einerlei. Hier ist das niederschlagsärmste Gebiet. In manchen Tälern findet man Oliven- und Gemüseanbau. In den Dörfern ist die archaisch anmutende Landwirtschaft erhalten geblieben. Man findet hier aber auch halb zerfallene Häuser, die auf die Landflucht deuten.

Um Sitia herum gibt es die besten Weinbaugebiete Kretas. Die Weinkooparative an der Hauptstraße bietet Weintouren an, diese sind kostenlos und finden Mo – Fr von 8.30 – 14.30 Uhr statt.

Das Kloster Moni Toplou ist das meistbesuchte Kloster Kretas. Es liegt wie eine Festung oberhalb des Meeres. Zu dem Kloster gehört so gut wie alles Land bis nach Vai und Itanos. Da hier auch das windigste Gebiet Kretas ist, findet man hier den ersten Windpark Kretas. Das Kloster wurde 1704 durch Türken zerstört und von deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg beraubt. Es beherbergt die Klosterkirche der Panagia Akroteriani. Hier sind einige alte Wandmalereien recht gut erhalten, wie z. B. die Ikone des Johannes Kornaros von 1770 (zur Zeit der türkischen Herrschaft). Die Kirche geht unmittelbar in ein Museum über, welches wertvolle Ikonen zeigt (z. B. Panagia Akroteriani – auf eine Steinplatte gemalt). Man findet im Kloster aber auch noch ein zweites Museum, welches Kupferstiche und Lithografien aus Wien, Moskau, Athos zeigt. In einem Nebenraum sind Waffen und Kriegsgeräte zu sehen, die zur Gegenwehr des Klosters genutzt wurden. Geöffnet ist die Klosteranlage täglich von 9 -13 und 14 – 18 Uhr).

In Zakros gibt es eine ganzjährig sprudelnde Quelle, deshalb gibt es dort eine Limonaden- und Mineralwasserfabrik. Attraktiver ist jedoch Kato Zakros (das ´untere` Zakros). Hier gibt es einen minoischen Palast und einen herrlichen Strand. Die ganze Gegend steht unter Denkmalschutz, deshalb dürfen keine Hotels gebaut werden. Man kann jedoch in einigen Tavernen ein Zimmer mieten. Tagsüber erreichen wenige Ausflugsbusse den Ort, aber ansonsten ist hier nicht viel los. Nördlich und südlich von Kato Zakros liegen noch andere einsame Badebuchten, zu denen man allerdings wandern muss.

Das „Tal der Toten“ ist eine Schlucht, die im oberen Zakros beginnt, sich dann immer weiter verengt und vertieft und schließlich bei Kato Zakros sich öffnet. Es gibt zahlreiche Höhlen in den Steilwänden, wo die Minoer ihre Toten bestatteten. Kreisende Raubvögel und Raben über diesem Tal sind alltäglich. Eine Wanderung durch die Schlucht ist möglich. Die Schlucht ist das Ende des Europawanderweges E4. Die längere Tour (2,5 h) beginnt am Hauptplatz von Zakros. An einem Parkplatz über der Schlucht, ca. 2 km hinter Zakros (an der Straße nach Kato Zakros) beginnt der kürzere Wanderweg (1,5 h). Auf diesen Wegen gibt es eine gut Ausschilderung. Im Winter und Frühjahr führt der Bach reichlich Wasser und muss mehrmals überquert werden. Entweder wandert man durch die Schlucht dann zurück, oder man nimmt die Straße oberhalb der Schlucht oder ruft sich in Kato Zakros ein Taxi und fährt zurück.

 

 

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