Polizeiboot Nr. 4

 

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Da ich mehr Spaß am Bauen als am Lackieren habe, wollte ich als nächstes mal ein Boot bauen, dass ich nicht zu lackieren brauche.
Außerdem werde ich insbesondere beim Fahren mit meinen Mikromodellen häufig von Kindern gefragt, ob sie auch mal eine Runde fahren dürften.
Da mir die aber zu schade für unerfahrene Kinderhände sind, ich aber andererseits die Kinder ungern enttäusche, sollte ein kindertaugliches Modell her.

Als Ergebnis dieser Überlegungen kam ich zu dem Entschluss ein Playmobil Boot auf Fernsteuerung umzubauen.

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Davon, dass das Ergebnis doch nicht ganz so kindertauglich wurde, handelt die folgende Geschichte:

Aufgrund des Sonderpreises von knapp 20 Euro entschied ich mich recht spontan für das Polizeiboot Set.
Dieses gedachte ich mit einem Außenborder zu versehen, um so ohne großen Aufwand zu einem Fahrmodell zu kommen.

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Zu Hause begutachtete ich den “Bausatz”. Dabei fiel mir zunächst das sehr hohe Gewicht des Bootsrumpfs auf. Dieses war so hoch, dass ich sogar eine Metallplatte im Rumpfboden vermutete.
Wie sich nach Demontage des Rumpfes mit sanfter Gewalt (sprich: Hammer und Holzklotz) zeigte, kommt das Gewicht aber doch nur vom Kunststoff . Das ganze Boot ist mit Materialstärken wie ein Panzer aufgebaut. Es sollte also tatsächlich für die nicht immer ganz so sanften Kinderhände geeignet sein.

Nun begab ich mich auf die Suche nach einem passenden Außenborder. Doch leider scheint es keine einzelnen Spielzeugaußenbordmotoren mehr zu geben: Die Spielzeuge gibt es nur als komplettes Boot, und die ernsthaften Modellbaufirmen haben nur noch recht leistungsstarke Außenborder für Rennboote im Programm.

Und das zu Preisen, dass sogar ein Jet-Antrieb billiger ist...

Und so habe ich dann leicht frustriert den Mini-Jet von Graupner und einen dazu passenden Speed 500 bestellt (diesen habe ich mittlerweile durch einen etwas leistungsfähigeren Speed 500 Race E ersetzt)..
Für den Einbau des Jet-Antriebs benötigt das Boot eine senkrechte Rückwand. Um diese und die Einsaugöffnung für das Wasser zu schaffen, wurde aus dem ABS-Rumpfboden und -heck mit Hilfe einer kleinen
Proxxon-Trennscheibe jeweils ein rechteckiges Stück entfernt. Nun wurde aus einer grauen, 3 mm starken guttagliss hobbycolor Kunststoffplatte von Gutta ein passende Halterung für den Jet gebaut. In diese Halterung ist auch gleich ein scharfe Abrisskante über die gesamte Bootsbreite integriert. Jet-Antrieb und Halterung wurden mit Pattex Stabilit Express von Henkel in den Rumpf geklebt. Der Spalt zwischen Rumpf und Rumpfverlängerung/Abrisskante wurde mit Pattex Montage Füll-Kleber von Henkel aufgefüllt. Dieser bleibt weicher als Stabilit Express und ist daher nach dem Aushärten leichter zu bearbeiten.

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Als Regler war zunächst ein 60A Bausatzregler von Modellbau-Regler.de vorgesehen. Aufgrund des recht hohen Gewichts des extrem robust gebauten Playmobil Boots habe ich mich aber dann doch für den Einsatz von Lithium-Polymer-Akkus entschieden: 2 dauerhaft parallel geschaltete 7,4 V 1300 mAh 2s1p Packs von Hypercell mit einer Entladerate von 20 C. Insgesamt also quasi ein 2s2p Pack mit 2600 mAh und einem  maximalen Entladestrom von 52 A. Als Regler kommt nunmehr der AS12-70 BEC LiPo 70 A Regler von Modellbau-Regler.de zum Einsatz.

 

Als Ruderservo verwende ich ein GWS IQ-200MG. Die Servohalterung wurde wiederum aus dem 3 mm guttagliss hobbycolor Plattenmaterial erstellt. Das Servo wird über eine 1,5 mm dicke Stahlstange mit der Schubvektordüse verbunden. Als Rumpfdurchführung dient ein 20 mm langes Messingrohr mit 6 mm Außen- und 5 mm Innendurchmesser, welches mit einer Gummimanschette abgedichtet wird.

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Die Fenster wurden mit 0,8 mm dickem durchsichtigen PVC verglast. Der Rest des Rumpfoberteils wurde mit 1 mm Polystyrol verschlossen. Als Kleber kam an den glatten Stellen UHU Allplast zum Einsatz. Alle Klebungen hingen, bei denen Spalten gefüllt werden mussten, habe ich (mit einer Ausnahme) mit Stabilit Express durchgeführt.
Die Ausnahme war die letzte Polystyrolplatte, mit der ich den schrägen Teil des Aufbaus verschlossen habe. Diese wurde mit Hilfe eines Balsahobels angepasst und mit UHU Allplast eingeklebt. Da an dieser Stelle keine großen mechanische Kräfte wirken, habe ich mir das Anrühren des 2-Komponenten-Klebers gespart und die letzten kleinen Lücken statt dessen  mit Plasto Spachtelmasse von
Revell verschlossen.

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Die Probefahrt war erfolgreich. Das Böötchen erzeugt eine gewaltige Welle während es sich abmüht ins Gleiten zu kommen. Dabei wird das hintere Deck aber ziemlich nass, so dass ich es lieber mit EPP ausgestopft habe.
Dank des etwas leistungsfähigeren neuen Motors kommt das Boot mittlerweile gut ins Gleiten.

Und sogar ins Fernsehen hat es diese Modell schon geschafft. Leider nur in den Abspann, der fürs Internet aus diesem Lokalzeit OWL Bericht leider rausgeschnitten wurde :-(

Damit die Playmobil Polizisten auch wen zum Kontrollieren haben, habe ich als nächstes den Playmobil Frachter umgebaut.

 

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(c) 2008 Lutz Paelke

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