MicroMagic

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Die MicroMagic ist ein nur 53 cm langes Segelboot von Graupner.

MicroMagic segeln macht Spass. Zum einen weil sie prima segelt, zum andern aber auch weil sie aufgrund ihrer Kompaktheit einfach zu transportieren ist. Man kann sie aufgetakelt hinter den Vordersitz im Auto stellen, an den See fahren, rausnehmen, einschalten und los segeln. Und während der IOM- oder Marbelhead-Segler noch an seinem Boot schraubt oder das dritte Mal zum Auto läuft um seinen Kram zusammen zu haben ist man mit der MM schon ein paar Mal um den Teich gesegelt.

Noch mehr Spass als alleine seine Bahnen zu ziehen macht natürlich das Segeln mit anderen. Und zwar besonders mit der MM, da die Regatten in Recht lockerer Atmosphäre ablaufen. Es gibt keinen hochoffiziellen Klassenverband, sondern nur eine recht lockere, über das Internet (www.mm-sailing.de) organisierte Gemeinschaft von Modellsegelfreunden.

Mit dem Standardboot ist man auf Regatten zwar nicht völlig chancenlos, aber ein wenig Tuning hilft dann doch.
Das hat man auch bei Graupner gemerkt, und so gibt es ausser der
Standard MM mittlerweile auch eine Racing MM, die schon ab Werk die mittlerweile üblichen Tuningmaßnahmen dabei hat.

Apropos Tuning: kommen wir nun zu meiner MicroMagic und ihren Besonderheiten:

1. Die Segelnummer: GER 109

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Um Respekt zu Erheischen braucht man eine möglichst niedrige Segelnummer. Das macht dem Gegner Angst. Also habe ich mir die niedrigste noch freie Segelnummer ausgesucht. Der ahnungslose Kontrahent kann so leicht dem Irrglauben verfallen, ich wäre ein erfahrender Regattafuchs. Mit den dann zitternden Knien fallen seine Chance natürlich enorm, bestenfalls fällt der Gegner sogar vom Steg.

2. Die Farbgebung: Tagesleuchtfarbe Orange mit Segeln in Neon-Gelb, -Pink und -Grün

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Wenn so mancher Skipper schon ein Fernglas braucht, ist mein Boot immer noch prima zu sehen. Und unverwechselbar. So kommt man nicht in die Versuchung das Boot eines anderen “steuern” zu wollen, während das eigene Boot seelenruhig zur Atlantiküberquerung (ohne Skipper) startet.

3. Das Rigg: Ein wantenloses Rigg aus Kohlefaser

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Kohlefaser ist wichtig. Vor allen an Stellen, wo der Gegner es sieht. Denn das zeigt ihm, dass man es Ernst meint.
Toternst.
Und deshalb habe ich ein Kohle-Rigg von
RT-Sails. Wiegen tut das zwar fast das gleiche wie das original Alu-Rigg, aber da es bedeutend steifer ist, kann man es ohne Wanten fahren. Und das bedeutet, das man sich im Nahkampf an der Tonne nicht so leicht an einem Gegner verhakt. Ein weiterer Vorteil dieses Riggs ist die leichtere Trimmbarkeit durch einfach verschiebbare Clips und dem als festen Niederholer verwendeten Spannschloss.

4. Die Segel: Bahnensegel aus Icarex

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Die Segel sind von der leider nicht mehr aktiven Firma Wizard Sails. Profilierte Bahnensegel aus Icarex; geklebt, nicht genäht. Da verzieht sich auch bei Nässe nichts. Dazu kommen Segellatten aus CfK. Also wieder Kohle wo der Gegner sie auch sieht. Das macht ihm Angst, also hilft es.

5. Die Bleibombe: Mehr macht mehr her

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Alternativ zur 370 g Standard-Bombe von
Graupner kann ich eine 470 g schwere, langgestreckte Bombe von RT-Sails montieren. Damit bleibt die MicroMagic auch bei mehr Wind kontrollierbar, ohne das man die Segelfläche vermindern muss. Bei wirklich viel Wind sollte man das zwar trotzdem noch, aber hier im Binnenland kommt man i.d.R. mit normal großen Segeln und schwerer Bombe aus. Zumal es einfacher und schneller geht, den Kiel statt die Segel zu wechseln. Wiegen tut meine MM übrigens je nach Bombe 880 g bzw. 980 g (jeweils mit 4 AAA-Akkus). Nach der klassischen Definition (m < 1 kg) wäre also auch die MicroMagic ebenso wie die Savannah und die Chris Craft ein Mikromodell.

6. Der Rumpf: Scharfe Abrisskante

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Damit die MicroMagic schneller ins gleiten kommt, habe ich auf das Heck noch eine ABS-Platte geklebt, verspachtelt und möglichst eckig geschliffen. Ausserdem wachse ich den Heckspiegel vor jeder Regatta mit Hartwachs aus dem Autozubehör ein. Da das Heck dann hydrophob ist, sollte die Strömung nun definiert hier abreissen und das Boot so frühest möglich ins Gleiten kommen.

7. Das Servobrett: Leicht und steiff

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Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass man gar nicht zu viel CfK in seinem Boot haben kann? Leicht und steiff, so muss ein Servobrett sein. Wie dieses, ihr ahnt es schon, von
RT-Sails. Damit sich die Ruderanlenkstange und der Servohebel für die Segelverstellung nicht in die Quere geraten, habe ich das Ruderservo von unten an das Servobrett geschraubt und eine Kinke in die Ruderanlenkstange gebogen. Leider kann sich trotz des flachen Winkels die Großschot daran verhaken, so dass ich hier noch nach einer besseren Lösung suche. Evtl. reicht es, die Ruderanlenkstange von unten am Servohebel zu befestigen. Notfalls wird das Ruderservo halt mit 1-2 mm Abstandshaltern auf das Servobrett geschraubt. Mal schauen. Für Tipps bin ich natürlich auch immer offen.

8. Die Segelverstellung: Viel Kraft bei wenig Gewicht

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Als Segelverstellservo verwende ich ein
GWS IQ-200MG. Viel Kraft (54 Ncm bei 4,8 V) bei geringem Gewicht (28 g) zu einem fairen Preis. Und Dank des Metallgetriebes wohl auch recht robust. Nur die Elektronik hält leider den Blockierstrom nicht aus. So habe ich auf dem GMMC 2007 zwei Servoeletroniken getötet. (Elektronik und Motor stimmen übrigens mit dem IQ-220BB überein und sind problemlos austauschbar. Nur das Getriebe und das Gehäuse sind unterschiedlich.) Auf diesem Servo sitzt ein Hebel aus CfK (Was auch sonst? Natürlich von RT-Sails). An diesem wiederum sind zwei Umlenkblöcke von KDH Flug- und Schiffsmodellbau GmbH Minden angebracht. Geringe Reibung bei der Schotumlenkung führt a) zu maximaler Kraft bei Starkwind und b) zu leichtem Öffnen der Segel bei Leichtwind.
Um auf Böen optimal reagieren zu können (nicht, das ich das kann, aber ich könnte, wenn ich’s den könnte) habe ich ein Fockschot-Trimmservo nachgerüstet. (Ausserdem war das bei dem Servobrett eh vorgesehen.) Hierfür verwende ich ein GWS IQ-110 (8 Ncm bei 4,8 V; 8,8 g). Das Ende der Fockschot habe ich an dem beiliegenden Alu-Servohorn geknotet. Mal sehen, wie sich dieses Servo bewährt. Eventuell tausche ich es noch mit dem stärkeren Ruderservo aus.

9. Das Ruderservo: Klein und leicht
Für das Ruder wäre ein Standard-Servo dann doch etwas übertrieben. Hierfür verwende ich ein
Graupner C-261 (ca. 13,7 Ncm; ca. 8 g). Dieses Servo habe ich übrigens beim MicroMagic Regional Cup Nord 2005 gewonnen. Hier nochmal mein herzlicher Dank an Graupner für die dort und bei den anderen Regional Cups sowie dem German MicroMagic Cup gestifteten Preisen.

10. Der Empfänger: Flexibel
Als Empfänger verwende ich einen
Simprop SCAN 7 V2. 7 Kanäle sind zwar etwas übertrieben für ‘ne MicroMagic, aber dafür hat er den Ruf zuverlässig zu seien. Der Empfänger kann mit Klettband entweder am Ruderverstellservo oder mit einem Abstandshalter auf dem Rumpfboden befestigt werden.

11. Die Akkus: Leicht und ausdauernd
Als Akkus verwende ich normaler weise 4er-Packs NiMH AAA-Zellen von
SANYO mit 800 mAh Kapazität. Bei viel Wind auch die schwereren NiMH AA-Zellen mit 2300 mAh. Um mit dem Akku trimmen zu können, ist der gesamte Rumpfboden von der Kieltasche bis zum Heck in der Mitte mit Klettband beklebt.

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(c) 2007 Lutz Paelke

 

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